Bücher mit dem Tag "songtexte"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "songtexte" gekennzeichnet haben.

13 Bücher

  1. Cover des Buches Maybe Someday (ISBN: 9783423218740)
    Colleen Hoover

    Maybe Someday

    (1.676)
    Aktuelle Rezension von: Chiara_M_

    ⭐️⭐️⭐️⭐️

    Ich bin jetzt zwar nicht mehr unbedingt ein Romance-Girl, aber im Rahmen der Sub-Abbau-Challenge musste auch dieses Buch endlich mal gelesen werden!


    CoHo hat einfach einen unglaublich tollen und leichten Schreibstil, wo man einfach nur so durch die Seiten fliegt!


    Die Story zwischen Sydney und Ridge war cute, schmerzhaft und manchmal auch zum augenverdrehen!


    Groẞ anspruchsvoll war es natürlich nicht, aber das muss es bei diesem Genre ja auch nicht immer sein 😉

  2. Cover des Buches Never Never (ISBN: 9783423718677)
    Colleen Hoover

    Never Never

    (444)
    Aktuelle Rezension von: ChroniKWalker

    Never Never ist für mich ein perfektes Buch für zwischendurch oder um nach einer Leseflaute wieder ins Lesen hineinzufinden. Der Schreibstil ist sehr einfach, flüssig und leicht zu verfolgen.

    Obwohl in der Geschichte insgesamt gar nicht so viel passiert, bleibt sie durchgehend spannend und ist an vielen Stellen auch überraschend humorvoll.

    Charlie und Silas verlieren beide ihr Gedächtnis und setzen alles daran herauszufinden, warum das passiert ist und wie sie ihre Erinnerungen zurückbekommen können. Dabei entwickelt sich bei einem von ihnen nach und nach der Wunsch, lieber neu anzufangen, als der Vergangenheit hinterherzulaufen.

    Besonders spannend fand ich, dass man die Vergangenheit der beiden nur nach und nach erfährt. Mit jeder Seite werden kleine Puzzleteile enthüllt, sodass ich ständig weiterlesen wollte, um endlich zu verstehen, was hinter allem steckt.

    Das Ende war für mich ein echter „What the f…?“-Moment. Kaum glaubt man, Antworten zu bekommen, tauchen direkt noch mehr Fragen auf. 


    Tropes: Second Chance Romance, Romance Suspense, Forbidden Love

    Spice Level: 🌶️ (1/5)

  3. Cover des Buches WORDS TO THINK. OR TO SING. (ISBN: 9783911445009)
    INTENSIA

    WORDS TO THINK. OR TO SING.

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Shortbread

    WORDS TO THINK. OR TO SING. ist kein gewöhnlicher Lyrikband, sondern eher ein bewusst offener Raum für Gedanken, Gefühle und Assoziationen. Die kurzen, oft fragmentarischen Zeilen wirken wie Momentaufnahmen von Emotionen und laden dazu ein, innezuhalten und nachzuspüren, was sie im Inneren anstoßen. 

    Das Format ist außergewöhnlich: kurze Zeilen, die zum Nachdenken anregen, dazwischen viel Raum, optisch und inhaltlich. Die Printausgabe ist mit viel Weißraum und genug Platz, um eigene Ideen und Emotionen direkt neben den Texten festzuhalten, gestaltet. Das Buch fühlt sich dadurch weniger wie fertige Lyrik an, sondern wie ein persönliches Notiz- oder Inspirationsbuch, das man immer wieder zur Hand nimmt, um einen Impuls mitzunehmen oder etwas Eigenes zu ergänzen.

    Es sind eher Impulse zum Nachinnengehen als erzählerisch abgeschlossene Gedichte, dabei kann dieses Büchlein eine besondere, sehr persönliche Entdeckungsreise sein, denn inhaltlich decken die Texte eine große Bandbreite an Gefühlen und Themen ab, mal leise und verletzlich, mal hoffnungsvoll.

    Allerdings konnte die Leserin ehrlicherweise mit dieser Unfertigkeit persönlich nicht viel anfangen. Sie hätte sich an manchen Stellen mehr Entwicklung oder mehr lyrische Rundung gewünscht. 

    Fazit:

    Ein außergewöhnliches Konzept, das nicht jede Erwartung erfüllt oder erfüllen muss. Wer Freude daran hat, Zwischenräume selbst zu füllen und aus kurzen Zeilen viel herauszulesen, findet hier eine vielfältige Sammlung, in der fast jede Stimmung ihren Platz hat.

  4. Cover des Buches Trotz alledem (ISBN: 9783328107101)
    Hannes Wader

    Trotz alledem

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Reenchenz

    Mit dem musikalischen Werk von Hannes Wader, welcher hier mit „Trotz alledem – Mein Leben“ seine Autobiografie vorlegt, hatte ich in meinem bisherigen Leben erst ein einziges Mal Kontakt.

    Ende der 90er Jahre und vielleicht sogar bis heute, gehörte das Lied „Heute hier – morgen dort“ zum Pflichtrepertoire jedes Schülers im Musikunterricht, inkl. Benotung für den möglichst tonreinen und textsicheren Vortrag. Nur war mir damals nicht bewusst, von wem dieses Lied stammt. Vielleicht war es mir damals auch einfach nur egal.

    Auch Hannes Wader selbst ist dieser Umstand der Musikunterrichtspflichtlektüre bewusst, wie er im vorliegenden Buch schreibt. Im Zuge dessen verrät er, von wem die Melodie seines heute wohl bekanntesten Liedes eigentlich stammt.

    Hannes Wader wurde 1942 in Ostwestfalen geboren. Nach einer Lehre als Schaufensterdekorateur in einem Schuhgeschäft und einem abgebrochenen Grafikstudium widmete er sich als Komponist, Texter, Sänger und Gitarrist ganz der Musik. Er veröffentlichte 35 Studio- und Live-Alben und erhielt 2013 den ECHO für sein Lebenswerk.

    Diesen Musikpreis gibt es seit Kurzem nicht mehr. Die Umstände, die zur Abschaffung führten, sind sicherlich jedem interessierten Leser bekannt. Auch hierzu äußerst sich der Autor im vorliegenden Buch.

    Der Schreibstil ist flüssig, so dass man trotz des großen Umfangs von fast 600 Seiten gut vorankommt.

    Da ich über Herrn Wader, wie schon erwähnt, bisher nichts wusste und außer das oben erwähnte Lied auch keine Musik kannte, war die vorliegende Autobiografie eine durchaus abwechslungsreiche und interessante Lektüre. Die Kindheit des Autors nimmt in dem Buch einen großen Raum ein. Diesen Abschnitt fand ich besonders interessant, da es die Lebensumstände „einfacher“ Arbeiterfamilien in Nachkriegsdeutschland anschaulich beschreibt.

    Aufgrund einer kurzen aber schicksalshaften Begegnung wurde Hannes Wader später über viele Jahre zum Zielobjekt deutscher Überwachungsbehörden inkl. mehrjähriger Gerichtsverfahren. Dieses, für den Autor vermutlich nicht gerne erinnerte, für den Lesenden aber sehr interessante Kapitel, kam leider im vorliegenden Buch ziemlich kurz.

    Den Fokus legt Hannes Wader in seiner Biografie verständlicherweise auf sein musikalisches Schaffen. Der erzählende Text wird hier häufig durch verschiedene Liedtexte unterbrochen. Dies gab mir die Gelegenheit, die Lektüre immer wieder zu unterbrechen und mir die Songs anzuhören.

    Dieses Vorgehen kann ich jedem interessierten Lesenden der vorliegenden Autobiografie unbedingt empfehlen.

    In Anbetracht des umfangreichen Liedschatzes hat mich besonders das Geständnis beeindruckt, dass auch Herrn Wader die vielen verfassten Liedtexte nicht immer von allein zugeflogen sind, sondern dass, besonders am Anfang, der Schreibprozess richtig harte Arbeit war.

    Das gibt mir die Hoffnung, dass meine häufigen Schreibblockaden, ob Rezensionen oder Songtexte, (ich schreibe hin und wieder eigene Lieder), nicht auf generell fehlende Kreativität zurückzuführen sind, sondern, dass dies auch den Besten passiert.

    Für jeden Fan des Waderschen musikalischen Werkes, alt oder jung, ist dieses Buch sicherlich ein absolutes Muss. Aber auch unbedarften Musikinteressierten, wie ich es im Hannes-Wader-Fall war, kann ich diese Biografie uneingeschränkt empfehlen.

  5. Cover des Buches Udo (ISBN: 9783462053456)
    Udo Lindenberg

    Udo

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Diese Biografie von Udo Lindenberg erzählt die Geschichte des Rockstars mit allen ihren Höhen und Tiefen. Aufgewachsen im kleinen westfälischen Ort Gronau, weiß er recht bald, dass er nicht in den väterlichen Betrieb einsteigen will, sondern Musiker werden will. Schon sein Vater hat künstlerischen Ambitionen, doch er unterwirft sich aber seinem eigenen Vater und übernimmt die Installationsfirma. Vater Lindenberg gilt als Haustyrann und spricht, wie viele andere Männer seiner Zeit, ausgiebig dem Allheilmittel Alkohol zu. So ist es auch nicht wirklich verwunderlich, dass der kleine Udo bereits mit elf Jahren seinen ersten Rausch hat. Alkohol wird in Udo Lindenbergs Leben eine dominante Rolle spielen und den Musiker mehrmals ins Krankenhaus bringen.  

    Udo Lindenberg gilt als Deutschlands erster Rockmusiker, nimmt mehr als 30 Alben auf, verdient eine Menge Geld, gibt dies gleichermaßen auch wieder aus und kämpft mit seinen Dämonen. 

    In diesem Buch wird über die zahlreichen Exzesse Lindenbergs offen geschrieben. Schnörkellos, ohne Mitleid zu heischen oder die Alkoholsucht zu verherrlichen wird über Lindenbergs Abstürze und Wiederauferstehung berichtet. 

    Das Buch ist aber auch eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und politisches Engagement sowie das Menschliche, das Udo Lindenberg von anderen (Rock)Stars unterscheidet. 

    Die Texte zahlreicher Lieder sind in das Buch eingebettet. 

    Fazit: 

    Gerne gebe ich dieser aufschlussreichen Biografie 5 Sterne.

     

  6. Cover des Buches Die schönsten Lieder aus den großen Disney-Filmen zum Mitsingen für die ganze Familie (ISBN: 7673547658978)
    Walt Disney's Meisterwerke

    Die schönsten Lieder aus den großen Disney-Filmen zum Mitsingen für die ganze Familie

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe

    Zu den "Meisterwerken" gibt es jeweils maximal 2 Liedertexte, die -soweit ich es beurteilen kann- leider voller Fehler sind. Zum Mitsingen also leider nicht geeignet. Außerdem finde ich die Auswahl der Songs fragwürdig. Die berühmtesten/beliebtesten Lieder sind es definitiv nicht.

    Sehr schön ist die Gestaltung und Aufmachung des Buches mit vielen farbigen Bildern aus den Flimen.

  7. Cover des Buches Flauschnacht Rauschnacht (ISBN: 9783865327826)
    Hellmuth Opitz

    Flauschnacht Rauschnacht

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77



    „Es war die Zeit, als wir nichts vorhatten, als überall

    Pläne herumlagen, zerknülltes Futur, als wir uns

    freuen wollten und nicht mehr wussten worauf.


    Es war die Zeit als die Sprechblasen platzten, Kinn

    Mund und Nase verklebten und sich so in perfekte

    Atemschutzmasken verwandelten, während


    der Frühling einfach ohne uns weitermachte, die

    Narzissen knipsten ihr Licht an in den Vorgärten und

    morgens kam die Ohrenbetäubung von den Vögeln


    in den abgestillten Straßen, die Sonne plakatierte groß

    auf der Werbefläche eines blanken Himmels und

    die Leute fingen an, Distanzen zu tanzen.“


    Gedichte haben gegenüber Romanen den Vorteil, dass sie schneller auf Aktuelles Bezug nehmen können. Romane, die ein Thema wirklich durchdringen, erscheinen in der Regel Jahre nachdem es aufkam, erste Gedichte aber werden bereits geschrieben (und publiziert), wenn ein Phänomen, ein Thema noch (relativ) neu ist. Lyrik ist sozusagen oftmals, nach dem Feuilleton und Social Media, der erste Austragungsort einer literarischen Auseinandersetzung (dicht gefolgt vom Essay).


    Entstehen solche Gedichte aus einem Reflex heraus, also mehr aus dem Wunsch auf die Geschehnisse sofort adäquat zu reagieren, sie vielleicht schon zu deuten (statt zu konservieren, dieses neue Phänomen, eingebettet ins Erleben, im Gedicht auf lange Sicht noch fassbar und erfahrbar zu machen) geraten sie schnell, schon im Verlauf der nächsten Entwicklungen, in eine Schieflage, erscheinen bald verkürzt, gar fremd.


    So geschehen mit einem Gedicht Durs Grünbeins, in dem Passanten „asiatisch maskiert“ sind (wer denkt heute noch bei Maskenträger*innen an Asien; ganz abgesehen davon, dass es auch damals schon eine fragwürdige Metapher war) oder mit den Corona-Gedichten von Daniela Danz (deren Band Wildniß ich ansonsten großartig fand), deren Haltlosigkeit nicht mehr ganz zu dem Auf und Ab, dem Gesamtgefühl von 2 ½ Jahren Corona zu passen scheint.


    Zwar gab und gibt es einige gute Ansätze (bspw. Lars Bornscheins Buch „Aufwachraum“ oder einige Abschnitte in Safiye Cans „Poesie und Pandemie“), aber ich muss zugeben, die ersten wirklich überzeugenden Gedichte zur (oder eher: im Umfeld der) Coronapandemie, durfte ich bei Hellmuth Opitz lesen.


    „Als das Draußen sich nach innen stülpte

    wie der Ärmel einer Jacke, als es uns alle

    auf links drehte in jenen Monaten, da

    blühten in den Schaufenstern Religionen,

    Zusammenhalt war das Zauberwort,

    Hoffnung ein trojanischer Container,

    alle scharten sich um die Brennpunkte

    im Fernsehen, darin Scheite aus Panik

    und Trost Seit' an Seit' besinnlich knackten.

    […]

    Als wir nach Wochen aus dem Exil des

    Zimmers traten und in die Sonne blinzelten,

    hätte ich den Taxischein machen können

    für das Straßennetz deiner Handlinien, ich

    war Vielflieger, Bonusmeilensammler

    auf der Strecken zwischen den Muttermalen

    auf deinem Rücken, hätte Verfasser

    eines Synonymlexikons werden können,

    167 Namen allein für den verstecktesten

    Winkel. Was bleibt davon?“


    Dass mich diese Gedichte so überzeugen, mag daran liegen, dass sie selten Corona allein zum Inhalt haben. Vielmehr wird beschrieben, wie die damit einhergehenden Zustände sich auf das Leben auswirken, wie sie Sichtweisen bedingen, Geschichten mitschreiben, eine andere Art von Umwelt erschaffen, deren Inhalt aber nach wie vor geprägt ist von denselben Zufällen, Bedürfnissen, Gedanken (oder zumindest engverwandten).


    Als Beispiel eben das obenzitierte Gedicht, in dem ein Lockdown mit einer neuen (oder alten, durch die Abwesenheit anderer Nähe neu entflammten) Liebe zusammenfällt. Wie großartig jene letzte Zeile der dritten Strophe: Was bleibt davon?, in der es um die Beziehung geht, um die Pandemie, aber in der auch, noch größer, die Frage anklingt, was generell von der Liebe bleibt, bleiben kann (oder von allem anderen, dass uns eine Weile in Atem hielt).


    „Sie werden nicht mehr wissen,

    welches Jahr es genau war, als

    aus intim im Team wurde, sie

    werden sagen: Wir harmonieren.

    Wir haben uns etwas aufgebaut.

    Was wir alles geschafft haben.

    […]

    Und die Lust? Wird abgebucht unter

    das Körperliche. Das lässt nach,

    sagen sie gelassen lächelnd,

    man wird ruhiger mit der Zeit.


    Weniger ist von der Traurigkeit

    die Rede, den Momenten, wenn die

    Erinnerung an eine Berührung

    nur noch ein fernes Echo ist, wenn

    das Begehren mit kleinen Fäusten

    gegen Stirnhöhle und Herzwände

    trommelt und wenn ihnen dann

    die Gegenwart ihre kühle Hand

    in den Nacken legt: Komm, ist gut.“


    Überhaupt kann ich Opitz (mal wieder) nur bewundern für seine Liebesgedichte (oder besser gesagt: Gedichte um und über die Liebe). Diesem, heute nicht mehr von vielen Dichter*innen regelmäßig frequentierten Genre hat er bereits einige großartige Stücke hinzugefügt (wer mir nicht glaubt, lege sich diesen und alle früheren Bände zu, er*sie wird fündig werden, versprochen) und auch in diesem Band finden sich wieder 3, 4 Sternstunden.


    In diesen Gedichten trifft ein Höchstmaß an Freimütigkeit auf eine Essenz an Zärtlichkeit. Opitz gibt sich hier (und auch in den meisten seiner anderen Texte in diesem Band) nie als Virtuose aus, sondern schlägt die Klaviatur sehr behutsam an, überschüttet uns weder mit Harmonien noch mit Dissonanzen, sondern führt uns geduldig ein in die Melodie, von der er will, dass wir sie hören können, sie erkennen, variiert, hebt und senkt sie, bis wir uns an sie erinnern, sie zu vernehmen meinen.


    Und gerade in dieser Behutsamkeit erweist sich Opitz Dichtung immer wieder als virtuos, elegant, unwiderstehlich. Seine Poesie ist für mich ein nachhaltiger Beweis dafür, dass in sprachlichen Belangen weniger oft mehr sein kann. Die Sparsamkeit, mit der er seine Bilder setzt, machen sie zu Illuminationen, in deren Licht einem das Dasein auf jene Weise magisch erscheint, die auf der unwillkürlichen Begegnung mit dem Lebendigen beruht, mit den Flügeln und Wunden, die es einem verpasst. Eingefangen wird die Spannung des Moments, in dem das Erlebte, das Schöne, das Intensive sich im Außen zu verflüchtigen und im Inneren zu verweilen beginnt.


    Diese Umsicht führt dazu, dass das Gedicht nicht zum Feuerwerk verkommt, sondern in die Tiefe geht. Wobei: ein bisschen sind Opitz‘ Gedichte schon auch Feuerwerk (und waren es, in vielen früheren Bänden). Aber in diesem Band sind sie mehr wie das Gefühl, ein Feuerwerk zu sehen, aus dem Moment des Feuerwerks eine Erinnerung zu machen.


    „Dieser Sommerabend, der allmählich ausläuft

    wie eine Langspielplatte, die du liebst.


    Du lauschst ihr nach, der letzten Rille

    Helligkeit, inmitten eines Bauerngartens,

    der das Ende dieses Tages mit Furore begeht,

    der seine Malven, Ranunkeln, Dahlien

    an die Dämmerung verschwendet, während

    du hier sitzt an diesem Kirschholztisch und

    liest. Entziffern wäre das bessere Wort.“


    Ein bisschen anders, das klang schon an, ist der neuste Gedichtband im Vergleich zu seinen Vorgängern und das liegt nicht nur daran, dass hier und da Corona thematisiert wird. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass die Gedichte – wie auch der Klappentext vermerkt – erzählerischer geworden sind, aber auch entrückter, etwas weniger darauf aus, sich in ihre Sujets hineinzustürzen.


    Wobei ich das schon direkt wieder zurücknehmen will, denn je nachdem wo man den Band aufschlägt, könnte dieser Eindruck bestärkt, aber auch widerlegt werden. Mal erscheint ein Gedicht über einen alten Baum im Garten, der den Dichter auch noch überleben wird, fast schmucklos und bezieht seine Tiefe aus dem Inhalt des Gedankengangs, aber dann liest man sich durch die Gedichte über die Vögel und die Haie (beiden Spezies ist ein eigenes Kapitel vergönnt) und ist mitten im Gezwitscher bzw. Getümmel.  


    Vielleicht ist es aber auch gar nicht so, dass sich inhaltlich und/oder formal viel verändert hat. Vielleicht ist es vielmehr so, dass die Sehnsucht, die bei Opitz früher oft etwas Drängendes, Überschäumendes und Vakantes an sich hatte, in vielen der neueren Gedichte einer grundsätzlichen Sehnsucht gewichen ist, die keine konkreten Ziele mehr kennt, sondern sich zwischen allen Dingen und Erfahrungen finden lässt, ansammelt, auftürmt.


    „Es gab dort kleine Tümpel, über

    denen die blauen Nadeln der Libellen

    standen bei flirrender Hitze und

    den Nachmittag vernähten. Das war

    eine ganze Welt. Jetzt hat man sie

    in einer Viertelstunde komplett

    umkreist auf enger Umlaufbahn,


    die Neubaugebiete, die nachhaltigen

    Wohnquartiere mit ihren Solardächern,

    Carports, Buchsbaumhecken.“


    Wie so oft, habe ich am Ende das Gefühl, nicht genug gesagt, nicht genug schwarze Buchstaben gruppiert zu haben, um die Highlights des Bandes hervorzuheben. Müsste man nicht noch etwas über den feinen Witz schreiben, die ironische Finesse hier und da, oder bräuchte es nicht doch eine Thematisierung der Resignation, oder im Gegenteil: des Widerständigen in diesen Gedichten?


    Ich kann nur hoffen, dass das Licht in den Besprechungen anderer Rezensent*innen bis dahin dringt und es bei mir weit genug gedrungen ist, um einige Leser*innen zum Kauf zu animieren. Bei der Lektüre wird sich diesen wiederum einiges mehr eröffnen, als ich hier überhaupt aufzählen, einfassen kann.


    Das letzte Wort hat der Dichter:


    „April, das Morgenlicht serviert schon Kännchen

    Ich döse noch und hör Gespenster,

    es tickert wie besessen an mein Fenster.

    Schwanzmeisen-Balz, na klar: ein Männchen.


    Pickt es Insekten von den Scheiben

    im Schnabel-Morse-Alphabet?

    Wie dem auch sei, die Botschaft steht:

    Ich soll jetzt streng zuhause bleiben.


    Oder war's anders? Jedenfalls: Wie wild

    hackt dieser Vogel auf sein Spiegelbild.

    Ein Flügelspreizen, Flattern, ein Theater!


    Ein Zuschauer nur, doch der ist ganz

    gebannt, bisweilen zuckt sein Schwanz

    bei diesem Bühnenauftritt: unser Kater.“

  8. Cover des Buches Versengold Liederbuch Band II: Texte und Akkorde von Im Namen des Folkes, Auf in den Wind und Zeitlos (ISBN: 9783938922521)
  9. Cover des Buches Die Toten Hosen - Bis Zum Bitteren Ende- inklusive „Laune der Natur“: Das Songbook mit allen Texten und allen Liedern inklusive Laune der Natur (ISBN: 9783865439802)

    Die Toten Hosen - Bis Zum Bitteren Ende- inklusive „Laune der Natur“: Das Songbook mit allen Texten und allen Liedern inklusive Laune der Natur

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Forti
    Das Buch umfasst wirklich alle (ALLE!) Songtexte der Hosen - auch z.B. eher unbekannte B-Seiten. Inhaltlich will ich die Texte hier gar nicht weiter bewerten - ich denke, die Zielgruppe weiß, was sie erwartet. Es gibt halt sehr gute und auch ein paar schwächere Texte.
    Hier sind sie alphabetisch sortiert gesammelt - leider mit Berücksichtigung von der-die-das: das finde ich nicht ganz glücklich, aber nun gut.

    Über dem Text stehen für die Musiker, die die Lieder gerne auch nachspielen möchten, jeweils die Akkorde.

    Kleiner Wermutstropfen: das sehr kleine Schriftbild. Ich bin kein Experte für Gitarrespielen am Lagerfeuer, aber das stelle ich mir mit diesem Buch recht schwierig vor. Aber natürlich muss man als Hersteller mit den Komponenten Format, Seitenumfang, Inhalt und Schriftgröße jonglieren - anders als mit dieser Umsetzung wäre es wohl nicht möglich gewesen, das Buch halbwegs handlich zu gestalten.
  10. Cover des Buches Morning Glory on the Vine: Early songs and drawings (ISBN: 9781786898586)
  11. Cover des Buches Liebe, Wollust, Spielmannslieder (ISBN: 9783938922163)
  12. Cover des Buches Das Buch der von Neil Young Getöteten (suhrkamp taschenbuch) von Kermani. Navid (2013) Taschenbuch (ISBN: B00FNBM9HS)
  13. Cover des Buches Gothic (ISBN: 9783407741684)
    Christian Walther

    Gothic

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Rauschgift
    "Was aus Liebe gethan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse." - Friedrich Nietzsche


    Mit diesem Büchlein eröffnet sich einem ein ganzes Potpourri der unterschiedlichsten Themen, die allesamt etwas mit den eher melancholischen Seiten des Leben zu tun haben, wie man aufgrund des Titels bereits vermuten kann.
    Es finden sich nicht nur Gedichte und Songtexte, sondern auch diverse Zitate, die sich jedoch ebenfalls sehr gut zwischen die hin und wieder doch recht langen Gedichte einfügen und das Buch etwas auflockern.
    Insgesamt wurde die Sammlung in mehrere Kategorien untergliedert. Somit findet man Poesie zu Themen wie zum Beispiel Liebe und Sehnsucht, Tod, Einsamkeit und Melancholie.

    Der Herausgeber über die Sammlung:
    "Man darf sie [die Werke] nicht um ihrer Verständnis willen aufbrechen, deuten oder bis ins letzte Detail verstehen wollen. Man muss ihre Sehnsucht fühlen, ihre Wut spüren, ihre Romantik durchleben und ihren Schmerz teilen."
    Dem kann ich mich allerdings nur bedingt anschließen. Einige Werke sind doch recht schwer verständlich durch die hochgestochene, manchmal recht altertümliche Sprache und den großen Metaphernreichtum. Um ihre volle Stimmung zu entfalten, sollte man einige Gedichte mehrmals lesen. Denn erst, wenn man zwischen den Zeilen liest, ist eine Identifizierung mit den Worten möglich.
    Vorsicht ist auch geboten für Leser, die der englischen Sprache nicht mächtig sind. In diesem Buch finden sich recht viele Gedichte in dieser Sprache. Sogar ein Französisches ist darunter.

    Alles in allem muss ich sagen, dass wohl jeder eine eigene Wahl für Gedichte und Songtexte getroffen hätte, die die Kategorien präsentieren. Ich persönlich kann mit den meisten Werken nicht sonderlich viel anfangen, aber das ist eben wie so oft Ansichtssache.
    Meine Lieblinge sind jedoch 'Narbengarten' von Fetisch:Mensch, 'Silberfest' von Boris Hillen und 'Mein Engel' von Letzte Instanz.

    Wer allerdings jene Bands und Dichter mag, deren Namen fast immer dann fallen, wenn von der Gothicszene geredet wird, könnte begeistert sein.

    Drei Sterne von mir, weil ich das Kapitel 'Himmel und Hölle' größtenteils recht gern mochte. :)
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