Bücher mit dem Tag "southern gothic"

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21 Bücher

  1. Cover des Buches Die Wälder am Fluss (ISBN: 9783832161521)
    Joe R. Lansdale

    Die Wälder am Fluss

     (52)
    Aktuelle Rezension von: Aleshanee

    Ein absolut fesselnder, großartiger erzählter Kriminalroman!

    Harry ist 11 Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und seiner 9jährigen Schwester Thomasia "Tom" am Sabine River in den Wäldern von OstTexas. Es ist eine harte Zeit, aber seiner Familie geht es gut, bis er eines Tages im Wald eine schlimm zugerichtete Leiche findet.
    Es handelt sich um eine schwarze Frau und deshalb kümmert es keinen groß, was mit ihr passiert ist. Die Sklaverei ist zu dieser Zeit zwar abgeschafft, trotzdem herrschen noch immer die Vorurteile und der Umgang mit Schwarzen wird nachdrücklich und in aller brutalen Deutlichkeit gezeigt.

    Harrys Vater ist Constable in dem kleinen Städtchen und trotzdem auch er noch immer die anerzogenen Vorbehalte nicht ganz ablegen kann, empfindet er keinen Hass gegen diese Menschen - vor allem geht es ihm gegen den Strich, dass dieser Mord ungesühnt bleiben soll. Seine Vehemenz, dem Mörder auf die Spur zu kommen, hat für alle aber ungeahnte Folgen.

    Von Anfang an wird man in diese Zeit zurückversetzt und mit dem Leben von Harry konfrontiert, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Es ist eine raue, aber sehr naturverbundene Lebensweise und spiegelt für mich sehr eindrucksvoll wieder, wie die Menschen damals gelebt und gefühlt haben.

    "... Tom und ich trieben uns von morgens bis abends in den Wäldern herum. Das war nicht unüblich zu der Zeit. Die Wälder waren für uns wie ein zweites Zuhause." Seite 14

    "... dass man damals viel früher mit dem Tod in Berührung kam als heutzutage. Man konnte ihm nicht ausweichen: Wir züchteten und schlachteten Schweine, wir jagten und fischten und waren somit ständig mit dem Tod konfrontiert. Vielleicht hatten wir dadurch mehr Respekt vor dem Leben - sinnloses Leid jedenfalls ließen wir nicht zu." Seite 15

    Die Atmosphäre ist geprägt einerseits durch eine gewisse Unbedarftheit, der strengen, aber dennoch ungestümen Kindheit der Geschwister - andererseits natürlich durch die Arbeit und Ernsthaftigkeit, den Lebensunterhalt zu verdienen und den vielen Charakteren, die der Autor perfekt gezeichnet hat.
    Er schreibt sehr bildhaft, so dass man die Schauplätze immer direkt vor Augen hat, als säße man vor ihm und hört ihm beim Erzählen zu, während man sich völlig in der Geschichte verliert.
    Es gibt auch einige grausige Details, die sich aus der Ermittlung ergeben, allerdings kommt Joe R. Lansdale ohne Effekthascherei aus und zieht einen immer mehr in die tragischen Ereignisse, die Harrys Leben in diesen Monaten für immer prägen werden.

    Natürlich sind die altmodischen Moralvorstellungen und Vorurteile ständig präsent und zeigen ein deutliches Bild der Gesellschaft ...

    "Man muss wissen, dass weiße Männer sich nicht für farbige Frauen zu interessieren hatten; was natürlich, wie jeder wusste, eine Lüge war, aber es war eine von diesen wohlerzogenen Lügen damals. Wie auch die, dass Frauen nur zur Fortpflanzung Sex hatten und alle jungfräulich waren, wenn sie heirateten." Seite 129

    Es war sicher nicht leicht, der allgemeinen Stimmung gegenzuhalten und grade Harrys Vater hat hier schwer mit sich zu kämpfen. Aber ich mochte ihn, weil er sich dagegen gestellt hat und er seine offene, tolerante Haltung an seine Kinder weitergegeben hat. Er nimmt Harry ernst, fordert ihn und versucht, ihm Verantwortung beizubringen, was auch und gerade zu dieser Zeit eine Menge von Kindern in dem Alter gefordert hat.

    Es ist eine unglaublich gute Mischung aus einem bedrückendem Krimi, dessen Aufklärung viel Zeit in Anspruch nimmt, dadurch aber eher an Spannung gewinnt - und einem Roman über das Leben in den Wäldern am Fluss in einer Zeit, in der Diskriminierung, Härte und schlimme Schicksalsschläge an der Tagesordnung waren. Eine tiefgehende und beeindruckende Geschichte, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

    Weltenwanderer

  2. Cover des Buches Das Dickicht (ISBN: 9783453676770)
    Joe R. Lansdale

    Das Dickicht

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Aleshanee

    Einige Bloggerkolleginnen sind ja hellauf begeistert von den Büchern von Joe R. Lansdale - und nachdem ich von seiner Geschichte "Die Wälder am Fluss" total eingenommen war, muss ich natürlich auch andere von ihm ausprobieren.

    Das nächste war nun "Das Dickicht", wobei ich mich mit meiner Erwartung am Titel orientiert habe und dachte, dass sich die Protagonisten sozusagen durchs Dickicht schlagen müssen um Jacks entführte Schwester zurückzuholen. Doch dorthin kommt man erst zum finalen Showdown.

    Aber von vorne: Erzählt wird das ganze aus der Sicht des 16jährigen Jack, der einer gottesfürchtigen Familie aufwächst und dem sein bisheriges Leben plötzlich aus den Händen gerissen wird. Die Eltern sterben innerhalb weniger Tage an den Pocken, auf dem Weg zu seiner Tante stirbt sein Großvater und seine kleine Schwester wird entführt.
    Völlig auf sich allein gestellt muss er Verstärkung finden, um die Banditen verfolgen zu können und gerät dabei an den zwilichten Fährtensucher Eustace, einen farbigen Hünen, der immer mit einem "zahmen" Keiler unterwegs ist und den Kopfgeldjäger Shorty, der seinem Namen alle Ehre macht :D

    Jacks Ansichten spiegeln sich sehr gut im Stil wieder, wie es seinem Alter angepasst ist. Teilweise noch etwas unerfahren, sind einige Situationen doch ein Schock für ihn und er versucht immer wieder, mit seiner Gottesfürchtigkeit und Nächstenliebe das Verhalten der anderen zu beeinflussen. Er ist kein Held, aber erkennt durch seinen Willen eine deutliche Steigerung von Mut und Entschlusskraft, was ihn mir sehr ins Herz geschlossen hat.
    Allerdings lässt Lansdale auch sehr deutlich einfließen, wie rau diese "Welt" damals war und wie derb die Sprüche und das Umgehen miteinander war, dass oft sehr brutal und ohne große Gefühle vonstatten ging.
    Dennoch, und das war auch mit das besondere hier, gibt es einige philosophische Gespräche, die Jack mit Shorty führt und die einem interessante Botschaften vermitteln.

    "Zu zweit kann man vielleicht so etwas wie Liebe machen, so wie man einen Eintopf macht, aber dass die Liebe auf einen wartet, ist ein Märchen. Lust auf den ersten Blick oder Gewöhnung, aus der irgendwann Liebe wird, das schon, aber vorbestimmt ist das nicht."
    Zitat Seite 69

    Gefühlsduseleien braucht man aber nicht erwarten. Es ist ein hartes Leben, von denen sie alle gekennzeichnet sind und jeder von ihnen geht anders damit um. Es werden derbe Witze gerissen, einige Leute erschossen und mit klaren Worten nicht gespart - egal um welche bitteren Schicksale es sich handelt. Damit wird der Autor der Zeit gerecht und zeigt mit viel bösem Humor und Authentizität ein lebendiges Bild dieser Zeit. Sicher überspitzt, aber das ist ja gewollt und macht trotz der harten Realität viel Spaß beim Lesen!

    Jimmie Sue sagt immer, dass man sich nicht an das erinnert, was geschehen ist, sondern an das, was man glaubt, das geschehen ist.
    Zitat Seite 330

    Das fand ich auch noch erwähnenswert. Weil viele ja immer von "der einen Wahrheit" sprechen, die es für mich aber nicht gibt. Die "Wahr"nehmung jeglicher Situation ist für jeden unterschiedlich; für jeden aber die Wahrheit, so wie er sie empfunden hat. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten, denn jeder Mensch hat das Recht auf seine Gefühle und seine Sicht der Dinge. Man kann sich dabei annähern und versuchen zu verstehen, zu akzeptieren, wird aber nie alles so erfassen können, da man ja nicht in dem anderen drinsteckt.

    Weltenwanderer

  3. Cover des Buches Die Abendröte im Westen (ISBN: 9783499272400)
    Cormac McCarthy

    Die Abendröte im Westen

     (51)
    Aktuelle Rezension von: glasratz

    Wieder einmal habe ich mich durch einen Schinken hindurchgebissen, der schon nach einem Drittel eigentlich nicht mehr sehr vielversprechend ausgesehen hat. Wieder einmal habe ich auf eine Katharsis, ein verknüpfendes Element oder den Schluss eines Kreises gewartet. Und wieder einmal wurde ich enttäuscht. Ich habe gelesen, dass die Kritiken zu diesem Buch, bevor McCarthy zu Weltruhm gelangte, eher mau waren. Ich kann sehr gut verstehen, warum.
    Dabei muss man sagen, dass das Buch durchaus sehr gute Eigenschaften hat. Zuersteinmal ist da die Sprache, bei welcher der Autor -vornehmlich im englischen Original, im Deutschen geht das weitgehend verloren- den Versuch unternimmt, sich dem Stil aus der Mitte des 19. Jahrhunderts anzugleichen. Dies funktioniert sehr gut und wirkt überzeugend. Auch durch den spannungslosen Schreibstil kann man sich sehr gut glauben machen, man läse wirklich ein Buch aus dieser Ära.
    Zum zweiten muss man dem Autor wirklich Respekt zollen, in welcher Schonungslosigkeit er die Gewalttaten darstellt und wie er es schafft, trotz blumiger Ausdrucksweise nicht zu romantisieren. Hier liest man keinen dreckigen Western mit liebenswerten Antihelden. Man ließt ein Buch über Verbrecher, die einem kein Gefühl der Sympathie entlocken können. Das hat etwas.

    Dies ist aber auf der anderen Seite auch schon einer der großen Fehler des Buches: Es gibt keine sympathischen Charaktere. Verbunden mit dem, wie bereits erwähnt, absichtlich spannungslosen Erzählstil welcher sich bei allen Geschehnissen auf die reine Beschreibung beschränkt (wenn auch auf eine sehr gute) kommt bis ein das letzte Viertel des Buches hinein eigentlich keine Spannung auf. Immer wieder sterben Charaktere und man kommt kaum über ein „Ah ja, in Ordnung.“ nicht hinaus.
    Dabei ist es auch noch so, dass alles, was geschieht, einfach immer wieder passiert. Es wird zehn Mal in der Wüste fast verdurstet, es gibt ein Dutzend Massaker und endlose, endlose Verfolgungsjagden, die sich über Tage und Wochen hinstrecken. Die Beschreibungen ähneln sich dabei so stark, dass man häufig häftig von Dejavus geschüttelt wird. Hat jemand gezählt, wie oft in diesem Buch Wild geschossen und dessen Fleisch über dem offenen Feuer getrocknet wird? Hier hilft auch die Sprachgewalt des Autors wenig. Man kann einen blutigen Sonnenuntergang nur eine begrenzte Anzahl von Malen beschreiben, bevor es albern wird.
    Die Geschichte finden auch bis in das letzte viertel hinein kein Ziel und keinen roten Faden. Der Antagonist wird so langsam und so spät aufgebaut, dass es einem mittlerweile eigentlich schon egal ist, da man eigentlich gerne alle Charaktere tot sehen möchte. Sie sind einander zu ähnlich. Der Hauptcharakter ist nicht nur namenlos, sondern bar jeglicher Eigenschaften. Nur der Judge wird als Mensch deutlich und ist dabei aber so unmenschlich, dass er nicht mehr als eine Karikatur bleibt. Das Ende dann ist antiklimaktisch.

    Insgesamt hätte es dem Buch vermutlich gut getan, wenn es ein Lektor ein wenig zusammengestrichen hätte. So wie es ist, macht es einfach keinen Spaß zu lesen. Man wird einfach für die endlosen, trockenen Durststrecken durch die Wüsten an keiner stelle entschädigt.

  4. Cover des Buches Gluthitze (ISBN: 9783518464410)
    Joe R. Lansdale

    Gluthitze

     (33)
    Aktuelle Rezension von: NiWa
    Cason Statler kehrt als gescheiterte Existenz in seine Heimatstadt zurück. Einst war er ein angesehener Journalist, mittlerweile ist er froh, zumindest bei der Lokalzeitung eine Stelle zu haben. Dabei kommt er dem ungeklärten Verschwinden einer Studentin auf die Spur, was ihn endgültig aus den Angeln heben wird.

    "Gauklersommer" ist auch unter dem Titel "Gluthitze" erschienen. Es handelt sich um einen exzellenten, großartigen, unglaublich guten Roman, den ich kaum einen Genre zuordnen kann.

    Cason ist ein kaputter Typ. Als Kriegsveteran versucht er im Alkohol Frieden zu finden, weil ihm das Kriegsgeschehen keine Ruhe lässt. Er war einmal für den Pulitzerpreis nominiert, was ihm zumindest die Stelle bei der hiesigen Zeitung einbringt. Ansonsten ist vom alten Glanz nichts übrig geblieben, weil er selbstironisch dem Alkohol fröhnt, und sich schon mehr als einmal eingepinkelt hat.

    Doch dann kommt er dem Verschwinden der Studentin Caroline auf die Spur, und sein Leben ändert sich grundlegend.

    Wie schon eingangs erwähnt ist es schwierig, das Buch einem Genre zuzuordnen. Genauso kompliziert ist es, die Handlung grob zu umreissen, und eine Rezension zu schreiben. Zumindest kann ich sagen, dass es eine sehr aufregende, gleichzeitig herzerweichende sowie derbe Geschichte ist. Es geht um Familienbande, Erpressung und es werden eine Menge Spielchen gespielt.

    Protagonist Cason ist ein Hammer, den man erstmal verdauen muss. Von der ersten Seiten an ist er mir sympathisch gewesen, obwohl er existenziell ganz unten ist. Ich konnte mir richtig vorstellen, wie ihm der Alkoholdunst aus den Poren kommt, und wie er einen geruchsintensiven Eindruck hinterlässt. Er ist unrasiert, ungepflegt, und eigentlich ist ihm alles egal. Aber er weiß, dass es ihm nicht egal sein darf. Denn hinter dem zerstörten Erscheinungsbild hat sich doch noch etwas vom alten Cason versteckt, der Paroli bietet, mit Sarkasmus reagiert, und dem man nichts vorgaukeln kann.

    Für mich ist Cason Statler das Porträt einer zerstörten Person, die hinter ihrer derben Fassade einen respektablen und sympathischen Menschen versteckt, den man - trotz oder gerade wegen seiner Macken - ins Herz schließen muss. Obwohl sein Leben auf Umwegen verläuft, ist er geradlinig und direkt geblieben, wovor man den Hut ziehen muss.

    Die Handlung an sich ist derart einzigartig, dass ich gar nicht weiß, wie ich es beschreiben soll. Was eingangs noch wie ein typischer Thriller beginnt, spitzt sich zu einer Geschichte über familiäre Verhältnisse zu und wird mit angedeuteten Splatter-Elementen gespickt. Sobald etwas passiert ist, dachte ich, Lansdale und das Geschehen durchschaut zu haben. Allerdings kommt man da nicht wirklich drauf. Eigentlich habe ich mir nach jedem Kapitel "Jetzt wird's schräg" gedacht, und festgestellt, dass die Story sogar noch "echt schräg" werden wird.

    Lansdale hat mir spätestens mit diesem Buch gezeigt, dass er tarantino-mäßig Geschichten erzählt. Es wird gemordet, gelacht, es werden Leichen drapiert, und derbe Dialoge geführt. Dabei hebt er sich von vorgegebenen Genres ab und zieht beim Mainstream mit erhobenem Haupt vorbei. Für manche ist es Pulp, für mich ein genialer Meisterstreich, und damit äußerst empfehlenswert!
  5. Cover des Buches Kahlschlag (ISBN: 9783518463987)
    Joe R. Lansdale

    Kahlschlag

     (27)
    Aktuelle Rezension von: NiWa
    Sunset, die Frau mit den roten Haaren wird dem texanischen Städtchen Camp Rapture ewig in Erinnerung bleiben. Sie wird zum ersten weiblichen Constable in den 1930er-Jahren, weil sie ihrem Ehemann Pete den Kopf wegschießt. Und dies ist ihre Geschichte.

    Es beginnt mit einen tosenden Sturm der Camp Rapture im wahrsten Sinne des Wortes aus den Angeln hebt. Denn der brausende Wind der Zerstörung fegt nicht nur über die Häuser hinweg, sondern mittendrin spielt sich ein Ehedrama ab: Sunset erschießt ihren gewalttätigen Ehemann.

    Mit diesem Einstieg hatte mich Lansdale bei der Hand. Hier habe ich mich so richtig auf die Geschichte gefreut, und war von der ersten Seite an im Texas der 1930er-Jahre angelangt. Sunset tötet ihren Ehemann Pete, der über sie herfällt, sie schlägt und vergewaltigen will. Diese Szene ist eindrucksvoll, brutal und nüchtern beschrieben. Sie stachelt zum Weiterlesen an.

    Der Mord am aggressiven Pete wird ihr sogar von der Schwiegermutter verziehen, weil sich alle einig sind, dass er ein brutales Scheusal war. Danach wird Sunset zum Constable - zum Gesetzeshüter - gemacht.

    Bis dahin ist die Story von Sunset, dem ersten weiblichen Constable von Camp Rapture, großartig und eindringlich erzählt. Lansdale beschwört gewaltige Bilder herauf, erschafft eine feurige Witwe, die der Herrenwelt zeigt, wie der Hase läuft, und leitet damit Sunsets ersten Fall als Constable ein.

    Danach lässt die Geschichte stark nach, was gar nicht einmal an der Handlung liegt. Der Hergang an sich hat ganz viel Potential, und wenn dieser Roman nicht von Lansdale wäre, hätte ich ihn vielleicht sogar besser bewertet.

    Was mir fehlt ist diese - für Lansdale - typische dichte Atmosphäre, die ansonsten aus seinen Büchern rinnt. In diesem Roman wird nüchtern erzählt, der Autor arbeitet die chronologische Reihenfolge der Ereignisse ab. Er geht weder auf wesentliche Charaktere ein, noch nimmt er sich Zeit, Zusammenhänge sauber zu verarbeiten. Lansdale knallt dem Leser simpel die Ereignisse hin. Er bleibt zwar seinem ordinären Stil, aber nicht der einnehmenden Stimmung treu.

    Die derbe Sprache muss unbedingt erwähnt werden. Lansdale ist kein Autor für zarte Gemüter und der Leser darf besonders bei diesem Werk nicht empfindlich sein. Er nimmt kein Blatt vor dem Mund, führt einen unschicklichen Ton und driftet in eine düster-pessimistische Erzählweise ab.

    Die Handlung unterteile ich in zwei Stränge. Erstens geht es um Sunset und ihre verschrobenen familiären Verhältnisse. Sie hat einen toten Ehemann, eine verstörte Tochter und eine merkwürdige Schwiegermutter, wozu sich im Verlauf der Handlung weitere Figuren gesellen. Zweitens ist Sunset als Constable einem Kriminalfall auf der Spur. Es werden texanische Verhältnisse beleuchtet, und man weiß am Ende, woher mancher Texaner seinen Reichtum hat.

    Thematisch stellt Lansdale ernste Aspekte in den Fokus. Es geht um familiäre Gewalt, die Stellung von Frauen, Rassismus und das Recht auf Selbstbestimmung. Hier spricht er wichtige Bereiche an, die damals wie heute unter den Nägeln brennen.

    Unterm Strich bleibt eine außergewöhnliche Familiengeschichte mit Krimianteil oder ein Krimi mit familiären Hintergrund. Wer Lansdale liebt, wird mit „Kahlschlag“ nicht ganz auf seine Kosten kommen. Für Leser, die eine gewaltige Geschichte mit einer feurigen Protagonistin erleben wollen, kann es trotz meiner Kritik zum unvergessliche Leseerlebnis werden.
  6. Cover des Buches Club Dead (ISBN: 9780441019106)
    Charlaine Harris

    Club Dead

     (50)
    Aktuelle Rezension von: walli007
    Fangtastic Irgendwie hat Bill keine Zeit für Sookie, er ist mehrfach anderweitig beschäftigt. Als er auf Geschäftsreise geht, ist Sookie gar nicht begeistert. Doch als er dann nicht wieder auftaucht, macht sie sich große Sorgen. Sogar Eric macht sich so ne Art Sorgen und schickt Sookie nach Jackson wo Bill zuletzt war. Dort lernt Sookie den Werwolf Alcide kennen, mit dem sie sich sofort gut versteht, eigentlich besser als ihr lieb ist. Alcide trauert seiner Ex-Freundin Debbie nach und Sookie sucht Bill. So machen sich die beiden gemeinsam auf in den "Club Dead" zur Verlobungsfeier von Debbie..... Und wieder hat Charlaine Harris es geschafft mich zu fesseln. Ich bin zwar erst am Anfang der Reihe, doch bisher gefällt mir das Konzept der Autorin ausgesprochen gut. Sookie ist trotz ihrer Gabe so menschlich und auch Bill und Eric sind als vielschichtige Charaktere gezeichnet. Es gibt keine Schwarz-Weiß-Malerei, nur verschiedene Grautöne. Was ist manchmal in anderen Büchern nur schwer verzeihen kann, weil ich in meiner Buchwelt gerne klare Verhältnisse habe, da es diese im wahren Leben ja oft nicht gibt, gibt der Sookie-Reihe gerade die richtige Würze. Natürlich bin ich auch hier gespannt, wie in der Serie das Buch umgesetzt werden wird. So habe ich bisher den Eindruck gewonnen, dass sich die Serie nicht immer an den zeitlichen Ablauf hält. Was für mich auch eine ausgesprochene Bereicherung ist - da mögen andere genau gegenteiliger Meinung sein - ist, dass gerade Sookie, Bill und Eric meiner Meinung nach so klasse gecastet sind, dass es besser gar nicht sein könnte. So habe ich bei manchen Szenen ein Bild vor Augen, wobei ich natürlich nicht weiß, wie es ausfallen würde, entspräche es meiner eigenen Phantasie. Dennoch ich bin sehr angetan. Als einzigen vermisse ich in der Serie bisher ein wenig den guten Bubba, doch diese Rolle wäre vielleicht auch ein wenig schwierig zu besetzen gewesen.
  7. Cover des Buches The Ballad of the Sad Cafe: and Other Stories (ISBN: 9780618565863)
    Carson McCullers

    The Ballad of the Sad Cafe: and Other Stories

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Shannon

    In der Ballade des traurigen Cafes treffen wir Miss Amelia, ein schielender „tomboy“, vor der atmosphärisch dichten Kulisse einer Südstaatenkleinstadt. Miss Amelia hat mit einer „Southern Belle“ nur sehr wenig zu tun, arbeitet sie doch am liebsten handwerklich, verklagt Gott und die Welt und sorgt in ihrem kleinen Laden seit dem Tod des Vaters für ständigen Zuwachs ihres Vermögens. Auf diese spezielle junge Dame trifft eines Tages Cousin Lymon, ein buckliger Vagabund, der ein weitzweigiges Verwandtschaftsverhältnis zu Amelia vorgibt und von ihr aufgenommen wird. Nun fehlt nur noch die dritte Hauptperson im Bunde – Marvin, der Ex-Ehemann Amelias. Als junger Mann mit zwielichtigem Charakter vollzog er eine moralische Wende um Amelia heiraten zu können. Alles kam jedoch anders. Die Ehe wurde nie vollzogen, Marvin von Amelia geschlagen. Die Stadt war um eine kuriose Geschichte reicher und der ehemalige Bräutigam verlor sämtliches Hab und Gut und auch jegliche gute moralische Absicht an die habgierige Frau.

    Dieses Dreiergespann führt uns durch die Ballade vom traurigen Cafe und dennoch ist der eigentliche Protagonist die Kleinstadt. Das feine Geflecht von Tratsch und Beziehungen lebt und wabert um das Cafe herum, orientiert sich an Miss Amelias Hausverstand, lebt von der skandalösen Beziehung zum Cousin Lymon und stillt schließlich seine Sensationslust in den Handgreiflichkeiten zwischen Amelia und Marvin.

    Dem Leser ist es zunächst nicht bewusst, doch wir finden uns hier in einer menage a trois wieder – der wohl ungewöhnlichsten der Literaturgeschichte. Denn eine weitere Hauptrolle spielt die Liebe und ihre unendlich möglichen Formen.

    Carson McCullers hat mit ihrer Ballade ein stimmungsvolles, schräges und sehr modernes Werk geschaffen, das vor allem hinsichtlich seiner Geschlechterrollen eine wahre Fundgrube für Interpretationen bietet.  Miss Amelia ist eine unabhängige, grobe Frau, die mit dem Traumprinzen Marvin, an dem zuvor viele liebreizende Mädchen gescheitert sind, nichts anfangen kann. Wir lesen hier eine Geschichte über Außenseiter, aber auch über die menschliche Würde, geschrieben mit einem unglaublich guten Gespür für das Wesen des Menschen. Dieser Ansatz und das Setting im Süden mit seiner Hitze, dem Rassismus und der Skurrilität ergeben eine wunderbare Mischung mit einem Sog, dem man sich kaum zu entziehen vermag. Große Literatur!

  8. Cover des Buches Dead As a Doornail (ISBN: 9780441019359)
    Charlaine Harris

    Dead As a Doornail

     (56)
    Aktuelle Rezension von: nef
    Inhalt:
    Enthält Spoiler zu den ersten Bänden der True Blood-Reihe.

    Sookie und Jason bereiten sich auf den ersten Vollmond nach Jasons Gefangenschaft vor. Keiner von beiden weiß wie gut Jason die Wandlung überstehen wird, aber sie sind halbwegs vorbereitet. Und dann ist es auch schon soweit.
    Dank Calvins Ratschläge sind die beiden halbwegs vorbereitet. Wie wird Jason sich verhalten, wenn er sich verwandelt hat?
    Doch die Sorgen sind unbegründet. Jasons Wandlung klappt und er fühlt sich danach sogar richtig wohl. Es ist eine ganz neue Erfahrung mit anderen Gestaltenwandlern durch die Wälder zu streifen.

    Die Ruhe in Bon Temps währt kurz. Erst wird eine Gestaltenwandlerin ermordet, dann wird Calvin, der Rudelführer der Werepanther aus Hotshots schwer verwundet. Ein Rudelführer der Shrevenport Werewölfe kommt mysteriös bei einem Autounfall ums Leben und zu guter Letzt wird Sam schwer verletzt als er und Sookie gerade die Bar schließen.
    Die Polizei ist ratlos und sieht keinen Zusammenhang zwischen den Überfällen, aber Sookie und ihre Freunde wissen es besser. Es werden nur Gestaltenwandler angegriffen, aber warum ausgerechnet diese?
    Sookie hat Angst um ihre Freunde und zu allem Überfluss brauchen sie jetzt auch jemanden für die Bar. Da kommt ihr Eric zu Hilfe, auch wenn Sam alles andere als begeistert ist, er braucht jemanden für die Bar und Eric hat hervorragende Barkeeper in seinem Etablissement 'Fangtasia'.
    So kommt Charles nach Bon Temps und nimmt einen neuen Platz in der Bar ein. Zwar sind die Kunden erst irritiert, aber Charles macht sich gut als Barkeeper.

    Jeder spekuliert wer der Schütze sein könnte, auch die Werepanther aus Hotshots. Sie hegen den Verdacht, dass Jason sich für seinen neuen Lebenswandel rächen will und das macht ihm schwer zu schaffen. Sookie weiß natürlich, dass Jason es nicht ist und so macht sie sich auf die Suche. Da kommt es zu einem erneuten Anschlag - auf Sookie.

    Meinung:
    Der 5. Band der True Blood-Reihe geht mehr in Richtung Krimi. Es gibt da diese Überfälle auf Werewesen, bei der eine Frau ihr Leben lassen muss und Sookie ist mitten drin. Sie will auf der einen Seite ihren Bruder beschützen und auf der anderen Seite durch ihre besondere Fähigkeit dem Angreifer auf die Schliche kommen.
    Ganz nebenbei treibt sich ein neuer Vampir in Bon Temps rum der alles andere als freundlich ist. So muss Sookie an mehreren Baustellen werkeln.
    Sie erhält natürlich Hilfe von ihren Freunden aber gerade um diese muss sie Angst haben. Und ein alter Bekannter kommt zurück: Bill.

    Die Geschichte ist dieses Mal sehr auf die Übergriffe konzentriert. Sookies Liebesleben kommt dabei zu kurz, wenn man davon absieht, dass sie sich beinahe jedem an den Hals wirft. Ich fand es sehr erfrischend, dass sie nicht ständig mit jemandem im Bett gelandet ist und ich mich so auf die Spurensuche konzentrieren konnte.
    Ihr Verhalten den verschiedenen Männern gegenüber ging mir dann aber doch ziemlich auf die Nerven. Deshalb hat mir das Buch zwar besser gefallen als der Vorgänger Dead to the World / Der Vampir, der mich liebte, aber ich war auch nicht restlos begeistert. Alles in allem war das Buch okay und ich habe den Ausflug nach Bon Temps genossen. Auch wenn einige Dinge im Buch schwer zu verdauen waren.
  9. Cover des Buches The Sound and the Fury (ISBN: 0679732241)
    William Faulkner

    The Sound and the Fury

     (20)
    Aktuelle Rezension von: abi_gail
    Die Geschichte handelt an 4 Tagen im Leben einer ehemals angesehenen und wohlhabenden Südstaaten-Familie, die versucht, ihr letztes bisschen Geld und Würde zusammenzuhalten. Dabei denkt jeder jedoch nur an sich selbst, weshalb alles immer weiter auseinander bricht.
    .
    Es war schwer für mich, in die Geschichte reinzukommen, da man ohne jede Erklärung ins Geschehen geworfen wird. Es wird ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart gesprungen und zu allem wird zuerst aus der Sicht des geistig behinderten Sohns erzählt, was das Verständnis zusätzlich erschwert. Aber nachdem einem das Buch einiges abverlangt, hat es mich gefangen genommen. Die Charaktere sind allesamt so selbstsüchtig und schwach, dass man dem Zer- und Verfall der Familie buchstäblich zusehen kann, obwohl der Leser nur 4 Tage erlebt. Das Buch war aufgeladen von negativen Gefühlen, man kann also nicht erwarten, dass es ein angenehmes Lese-Erlebnis wird, aber auf jeden Fall eines, aus dem man etwas mitnimmt.
  10. Cover des Buches Fevre Dream (ISBN: 9781857983319)
    George R. R. Martin

    Fevre Dream

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Louisdor
    Manchmal braucht es eine kreative Idee, um einem ausgesaugten Thema neues Leben einzuhauchen. Das ist George RR Martin hier ausdrücklich gelungen. Ich mache mir normalerweise nicht viel aus Vampiren. Aber Martins Vampire bringen gleich noch ihre komplett eigene Entstehungsgeschichte mit, und die unterscheidet sich erheblich von Dracula und "Masquerade" - erfrischenderweise.

    Hinzu kommt das verwunschene Setting. Martin hat häufig einen besonderen Genuss daran, marode, verrottende Welten zu beschreiben, das schimmert auch in vielen anderen seiner Bücher durch. Hier ist es auf den Punkt gebracht: Das Dampfschiff-Zeitalter auf seinem Höhepunkt und kurz vor dem Ende zugleich. Ein Kapitän, der sich einen Traum erfüllen will, und damit etwas ins Rollen bringt, das deutlich größer ist, als er selbst. Eine höchst reale und doch verwunschene Welt im Herzen der Südstaaten. Ganz viel Nachtromantik, ganz viel Flussromantik, und ein gehöriger Schuss kribbelnder, langsam aufziehender Horror. Denn einige der Figuren hier sind eben, man ahnt es, ganz anders, als sie scheinen.

    Und gerade angesichts der Tatsache, dass sich GRRM in seiner ASoIaF-Reihe im Unendlichen zu verlieren droht, beweist er hier, dass er auch kurz und knackig kann: Ein abgeschlossener Roman, mit einem wirklichen Ende, schnörkellos gut erzählt. Schreiben kann Martin sowieso. Was "phantastische Literatur" angeht eines meiner absoluten Lieblingsbücher - und viel zu wenig bekannt! Volle fünf Sterne! Ich würde auch sechs vergeben.
  11. Cover des Buches Living Dead in Dallas (ISBN: B002SB8PUQ)
    Charlaine Harris

    Living Dead in Dallas

     (70)
    Aktuelle Rezension von: misspider
    ** spoiler alert ** Living Dead in Dallas is based on two different storylines: one taking place in Sookie's home town, Bon Temps, where a dead body is found. I was sorry to read that Lafayette was the victim, which is due to the fact that I really like his character in the TV show. If I had to base my opinion solely on book one of the series, I would not have bothered, as Lafayette was not such a main character in the book as he is in True Blood. Be that as it may, I did not like this murder story at all, especially the solution at the end of the book. It just didn't seem to fit in with the rest of the book and felt contrived and insincere.
    The second and main storyline is based on a missing vampire in Dallas, where Sookie is sent to investigate with her mind-reading abilities. This plot was much more interesting and elaborate and made the book worth reading as a sequel. I already grabbed me part three to continue with.

    I can not compare this book to the second season of True Blood, as I have only yet watched the first few parts of it. But, as with the first season, it already is much more detailed and complex than the book, which is absolutely necessary to fill a complete season. Until now, I like what they made of it, in part because Lafayette was replaced as the murder victim, though it is already obvious who is the bad guy.
  12. Cover des Buches Definitely Dead (ISBN: 9780575091047)
    Charlaine Harris

    Definitely Dead

     (51)
    Aktuelle Rezension von: nef
    Inhalt:
    Enthält Spoiler zu den ersten Bänden der True Blood-Reihe.

    Sookie Stackhouse ist noch dabei die Versammlung der Werwölfe, ihre Rolle als Beobachterin und die Verletzungen zu verarbeiten, da geht es wieder rund.

    Jason taucht verzweifelt bei Sookie auf. Seine Freundin Crystal verliert viel Blut nach einer Fehlgeburt und auch wenn sie ihn gern lynchen würde dafür, dass er es weiter erzählt, ist Sookie doch mit die einzige die ihm helfen kann. Sie ruft Dr. Ludwig an, die sich als Rettung herausstellt. Aber eigentlich hat Sookie kaum Zeit sich damit auseinander zu setzen. Ihre Cousine Hadley ist tot, dieses Mal definitiv, und Sookie soll sich um ihren Nachlass kümmern. Sie wartet noch auf die genauen Anweisungen des Anwalts um zu Hadleys Apartment zu fahren.
    Sie hat nicht die besten Erinnerungen an ihre Cousine, wurde sie doch von ihr in ihrer Kindheit oft geärgert. Aber sie war eine der wenigen Verwandten, die Sookie nach dem Tod ihrer Eltern und ihrer Großmutter noch hat. Jetzt bleibt ihr nur noch Jason und der hat mit sich selbst und seiner Verwandlung ganz andere Sorgen.

    In Sookies Leben, geben sich die Männer die Klinke in die Hand. Beinahe jeden Abend trifft sie auf Bill, ihren Exfreund, in der Bar in der sie arbeitet. Das setzt ihr mehr zu, als sie gehofft hatte.
    Dann wäre da noch Quinn. Der stattliche Were und Sookie sind sich beim Entscheidungskampf um den neuen Rudelführer der Shrevenportwölfe näher gekommen. Auch jetzt kreuzt er bei ihr auf. Er würde gern mehr Zeit mit ihr verbringen und Sookie hat damit überhaupt kein Problem.
    Dann wäre da noch Calvin, der Werewolf aus Hot Spots, der ihr sachlich darlegt, warum eine Verbindung von ihnen beiden gut für das Rudel wäre. Sookie ist geschmeichelt, irgendwie.
    Und als würde das alles nicht reichen, verhält sich Eric auch noch so, als hätte er ein Anrecht auf Sookie. Das sieht diese aber ganz anders und lässt ihn abblitzen.

    Als Sookie mit Quinn nach einem Theaterbesuch überfallen werden, macht sich Sookie Gedanken, ob der Überfall jetzt ihr oder ihrem Begleiter geschuldet war. Die zwei jungen Werwölfe standen unter Drogen und waren erst kurz zuvor gebissen worden.
    Wer hat sie geschickt? Und haben sie es auf Sookie oder auf Quinn abgesehen?

    Kurz darauf bekommt Sookie Besuch. Der Anwalt, der sich um Hadleys Nachlass kümmert ist extra nach Bon Temps gefahren. Er erklärt ihr, dass er hier sei um sie mit nach New Orleans zu nehmen. Die Vampirkönigin von Louisiana will sie sehen und hat sie zu ihrer Hochzeitsfeier eingeladen. Sookie ist völlig unvorbereitet, da seine Nachricht an sie nie bei ihr angekommen ist. Auch die Botin, die diese Nachricht bringen sollte nicht.
    Ein Trugschluss, wie sich bald herausstellen soll.

    Meinung:
    'In Definitely Dead / Ball der Vampire' geht es so turbulent weiter, wie es bei 'Dead As A Doornail / Vampire bevorzugt' aufgehört hat. Auch in diesem Buch kommt Sookie nicht dazu einmal Luft zu holen, ohne, das eine neue Katastrophe auf dem Plan steht. Inzwischen hat sie einen halben Zoo um sich versammelt und kann sich vor lauter Lovern nicht mehr retten. Auch wie im Buch davor, hält sich der erotische Teil allerdings stark in Grenzen. Natürlich kommt auch ein wenig nackte Haut in diesem Buch vor, aber meistens schläft Sookie allein.
    Mir war es in diesem Band irgendwie alles etwas zu viel. Ein paar ruhigere Strecken hätten dem Buch und auch der Protagonistin gut getan. Einer jungen Dame nimmt niemand ab, dass sie nach mehreren Überfällen und fiesen Verletzungen noch allein durch die Stadt rennt. Hier war die Autorin etwas wild und schreibt Sookie beinahe Vampirkräfte zu, die sie aber gar nicht hat.

    Man kann nicht sagen, dass dieses Buch einen eigentlichen Plot hat. Es laufen mehrere Stränge nebenher, die sich hier und dort mal kreuzen. Manche gehören zusammen, andere wiederum nicht. Manchmal ist weniger allerdings mehr. Ich hätte mich lieber auf eine Story konzentriert.
    Nichts desto trotz ist das Buch gar nich schlecht gewesen. Man erfährt viel über Werwesen und Vampire und nebenbei lernt man noch eine neue Lebensform kennen.

    Es liegen noch 7 Bände vor mir, ich bin sehr gespannt wie es wohl weiter geht mit den Vampiren, den Weres und all den anderen Wesen.
  13. Cover des Buches Blutiges Echo (ISBN: 9783518466070)
    Joe R. Lansdale

    Blutiges Echo

     (16)
    Aktuelle Rezension von: NiWa
    Harry hat sich als Kind nicht nur Mumps sondern damit auch eine quälende Gabe eingefangen. Sobald sich am Schauplatz einer Gewalttat Geräusche ergeben, ist er mitten im Geschehen: Er sieht die Gequälten, fühlt ihr Leid, und finden sich in einer grausamen Vision aus der Vergangenheit. Diesen Fluch versucht er zu umgehen, bis ihn seine Jugendliebe Kayla bittet, den Tod ihres Vaters aufzuklären.

    "Blutiges Echo" ist ein typischer Lansdale, auch wenn der Autor bei diesem Werk eher düstere Töne anschlägt. Wieder einmal lässt es sich schwierig einordnen, weil es als kriminalistischer Mystery-Thriller genauso wie als spannend-mysteriöser Roman durchgeht.

    Anfangs geht es deutlich in die Coming-of-Age-Richtung. Harry ist ein kleiner Junge und zieht den Leser in sein beschauliches Familienleben rein. Es flammt eine erste, zarte Liebe auf, Harry genießt seine Kindheit, bis ihm der Mumps zum Verhängnis wird und nicht nur dadurch das Leben seine harte Seite zeigt.

    Später ist Harry am College und ertränkt den Fluch im Alkohol. Er erträgt die quälenden Visionen ansonsten nicht, die entsetzlich-brutalen Blicke in die Vergangenheit, wo er nur Leid, Kummer und Schmerzen sieht.

    Doch dann wendet sich das Blatt als er in einem betrunkenen Kampfsportmeister seinen Mentor findet und sich die Liebe erneut blicken lässt.

    Es ist keine geradlinige Geschichte, sondern sie geht mehrere Wege, die auch im echten Leben keine Einbahnstraße sind. Allen voran mochte ich die Figuren, die mit trockenem Humor und derbem Charme, Harrys Wegbegleiter sind. Sie sind allesamt angeschlagen, herrlich mangelhaft und sprühen mit all ihren Aktionen lebendiges Chaos aus.

    Der Autor streut einen blutrünstigen Mystery-Effekt ein, der an und für sich schon beängstigend ist. Egal, wo Harry ist, wenn sich in der Vergangenheit jemand verletzt hat oder an diesem Ort gestorben ist, strahlen die Bilder, Schmerzen und Qualen bis in die Gegenwart zu Harry ab. Meiner Meinung nach ist es kein Wunder, dass der Junge zum Alkohol greift, um diese Empfindungen zu betäuben.

    Doch dann merkt er, dass ein Fluch manchmal auch ein Segen ist. Mithilfe der Visionen kann er üblen Schurken das Handwerk legen, und für Gerechtigkeit sorgen.

    Meiner Meinung nach darf man sich vom Mystery-Einschlag nicht täuschen lassen. Lansdale geht hier ernste Themen an. Neben der bereits erwähnten Alkoholabhängigkeit, stellt er Freundschaft sowie Gerechtigkeit in den Vordergrund. Außerdem spielt er gekonnt mit gesellschaftlichen Kontrasten, indem er in ihrer Gegensätzlichkeit die Gemeinsamkeiten betont.

    Besonders Lansdales Unverblümtheit, die groben Beschreibungen und Reden sowie die direkte Ausdrucksweise haben es mir angetan. Sein Stil ist sicherlich nicht für jeden geeignet, doch genau das macht für mich einen typischen Lansdale aus.

    Alles in allem ist „Blutiges Echo“ ein düsterer Roman, auf mysteriöser Grundlage mit blutrünstigen Auswüchsen. Positiv chaotisch, derb, und auf Freundschaft fokussiert, handelt es sich um ein weiteres Werk von Lansdale, das ich empfehlen kann.
  14. Cover des Buches Dead to the World (ISBN: 0441012183)
    Charlaine Harris

    Dead to the World

     (61)
    Aktuelle Rezension von: nef

    Inhalt:

    Enthält Spoiler zu den ersten 3 Bänden der TrueBlood-Reihe und ist nicht für Leser unter 18 Jahren geeignet.

    Sookie und Bill gehen getrennte Wege. Dennoch steht er kurz bei ihr auf der Matte um ihr seinen Haushalt zu überlassen. Bill fährt nach Peru um weiter an der Chronik für seine Königin zu arbeiten. Sookie fühlt sich nicht ganz wohl ihm wieder gegenüber zu stehen, es ist zwar viel passiert, dennoch ist er ihre erste Liebe.

    Als Sookie später in der Nacht von ihrer Schicht in der Bar heim fährt kommt ihr jemand auf der Straße entgegen. Sie erkennt ihn kaum, bis er vor ihr steht - Eric. Nur halb bekleidet und kälter als gewöhnlich läuft er in dieser Winternacht durch die Straßen. Als Sookie ihn anspricht erkennt er sie nicht. Das verwirrt sie. Zwar haben sie sich schon etwas länger nicht mehr gesehen, nachdem sie ihn und Bill aus ihrem Haus geworfen hat, aber das erklärt nicht warum er weder weiß wer sie ist noch wer er selbst ist.
    Kurzerhand verfrachtet sie ihn in ihren Wagen und fährt ihn heim. Dort versorgt sie seine Wunden, gibt ihm etwas TrueBlood und ruft Pam an. Pam ist seine rechte Hand in Fangtasia, dem Treffpunkt für Vampire und deren Fangemeinschaft in Shreveport.
    Diese ist mehr als erfreut zu erfahren wo Eric ist, der sei wohl abhanden gekommen. Kurz darauf stehen Pam und ihre Begleitung Chow vor Sookies Tür.

    Von ihnen erfährt Sookie, das Eric sich nicht mit einer Hexe einlassen wollte und diese ihn daraufhin mit einem Spruch belegt hat. Er kann sich an nichts mehr erinnern. Im Gegensatz zu dem sonst so arroganten Eric, ist dieser nun handzahm, verängstigt und so ganz anders als Sookie ihn sonst kennt. Das bringt in ihr nicht nur Beschützerinstinkte zum Anklingen.

    Kurz darauf verschwindet Sookies Bruder Jason, nachdem er bei einer Party mit einer Gestaltenwandlerin aufgetaucht war und er Eric bei Sookie entdeckt hat. Niemand weiß wo er ist - auch die Kleine von der Party nicht.
    Da Hexen in Sams Bar auftauchen stellt Sookie die Verbindung zu Jasons Verschwinden her, aber was wollen die Hexen mit Jason? Aber das ist nicht Sookies einzige Sorge in den folgenden Tagen und wie immer steht ihr Leben bald komplett auf dem Kopf.

    Meinung:

    Der vierte Teil der True-Blood-Reihe enthält erstaunlich viel Action, was mich sehr gefreut hat. Es geht nicht ständig um das Eine und Sookie hat alle Hände voll zu tun. Sie kann sich auch hier endlich mal wieder beweisen und eine helfende Hand sein.
    Die Geschichte mit den Hexen und weiteren Gestaltenwandlern fand ich sehr gut und auch ziemlich schlüssig. So konnte war es recht einfach immer weiter zu lesen, weil man ja auch wissen will was wollen die Hexen von den Vampiren, was haben die Gestaltenwandler dort zu suchen und was ist mit Jason passiert. Das alles macht das Buch zu einer kurzweiligen Lektüre.

    Allerdings war Sookie in diesem Band irgendwie nur Mittel zum Zweck. Sie hat sich mehr um die Belange von Eric gekümmert als um ihren Bruder. Das konnte ich nicht nachvollziehen und fand es auch nicht gut.
    Wenn mein letzter lebender Verwandter urplötzlich und ohne Grund verschwindet würde ich doch alles daran setzen diesen zu finden und mich nicht noch in andere Probleme reinziehen lassen. Das war für mich nicht wirklich gut dargestellt. Auch die Auflösung am Ende hat mich nicht zufrieden gestellt. Hier hat sich Charlaine Harris meines Erachtens zu einfach aus der Affäre gezogen. Da fehlte mir die Raffinesse.

    Somit bleibt dieser Band hinter den bisherigen zurück. Aber es folgen ja noch ein paar Bände die das wieder ändern können.

  15. Cover des Buches Beautiful Redemption (ISBN: 9780316123532)
    Kami Garcia

    Beautiful Redemption

     (72)
    Aktuelle Rezension von: ichundelaine
    Sixteen months, sixteen years
    Sixteen of your deepest fears
    Sixteen times you dreamed my tears
    falling falling through the years...

    Gatlin is a typical Southern town, slow to pick up on new stuff and big on Confederate Flags, biscuits and gravy. Everybody know everyone and nothing serious ever happens. Ethan, who only recently lost his mother, is about to be entirely sick and tired of the small-town life, when mysterious Lena Duchannes, niece of the even more mysterious Macon Ravenwood enters his life. 

    While he and Lena become closer, he discovers the secrets that lie underneath the sleepy town of Gatlin as well as the secrets hidden in the hearts of his fellow inhabitants. 

    However, Lena is in severe danger - on her 16th birthday some crucial decision will be made for her - and both of them try to fight it with the help of trusted friends and family.

    I really don't want to spoil anything by talking too much about the plot, you just have to find out for yourself. As for he style - I was completely sucked into the story and could hardly put the book away. Garcia/Stohl tell a story with an elaborate setting. In the Style of Anne Rice they create a dark Sounthern gothic frame for the story of two star-crossed lovers. I really enjoyed the bits and pieces about aging Southern Belles and their nasty offspring, the Re-enactment-craze as well as the food Amma cooks, having lived in the South for a couple of years myself. 

    A really great prelude to a series I'll definitely read!


  16. Cover des Buches Gone South (ISBN: 0671743074)
    Robert R. McCammon

    Gone South

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Die_Eule
    Wollte man dieses Buch mit einem Wort charakterisieren, wäre das wohl: "strange". Robert McCammon ist ursprünglich eher ein mainstream-Horror-Autor, der bereits mehrfach den Bram-Stoker-Award gewonnen hat. Einige seiner Bücher fallen jedoch aus diesem Rahmen: "Boy´s Life", "Swan Song" und eben "Gone South", welches wohl eher dem "Southern Gothic" zuzuordnen ist. Kennt ihr die Theorie der "Master Plots"? Das ist eigentlich nur eine Weiterführung der "Heldenreise": Behauptet wird, dass es eine gewisse Zahl von Geschichten zugrunde liegenden Plot-Strukturen gibt, die im jeweiligen Buch mal in Reinform, mal in leicht veränderter Form umgesetzt werden kann. Zu diesen "Master-Plots" rechnet Tobias z.B. auch den der "Verfolgung", und diese Plotstruktur ist hier tatsächlich ziemlich offensichtlich die zugrunde-liegende. Was nicht heißt, dass das Buch dadurch Mainstream würde, keineswegs: Der Reiz des Buches liegt nämlich gar nicht so sehr in seinem Plot, sondern eher in dessen Zusammenspiel mit den wirklich ungewöhnlichen (/absonderlichen) Figuren: Protagonist ist der verarmte - weil arbeitslose - und an der Krankheit "Agent Orange" leidende Vietnam-Veteran Dan Lambert, der durch eine unglückliche Verkettung von Umständen zum Mörder wird und deshalb die Flucht ergreifen muss. Auf seiner Flucht trifft er auf ein junges Mädchen, dass äußerst hübsch wäre, wäre nicht ihr Gesicht von einem riesigen Muttermal entstellt. Diese wurde in ihrer Kindheit von einem Angestellten der Familie des Öfteren getröstet mit der Erzählung von einer mythischen Figur, die sie heilen könnte - und so beschließt sie, sich auf die Reise zu machen, um diese aufzufinden. Und da Dan gerade eh nichts vor hat, nimmt er sich ihrer an und begleitet sie. Unglücklicherweise ist aber auf Dans Kopf ein Kopfgeld ausgesetzt, der verschiedenste Kopfgeldjäger auf den Plan ruft. Zu diesen gehört auch ein Zweiergespann aus dem entstellten Profikiller Flint (entstellt insofern und Profi deswegen, weil er derart mit seinem siamesischen Zwilling verwachsen ist, dass ihm aus der Brust ein zweites Gesicht und ein dritter Arm wächst, der ihm mit einer Ersatzpistole bei seinen Aufträgen zur Verfügung steht) und dem tumben Elvis Presley-Imitator Pelvis. Und so wird Dans Reise zur mystischen Wunderheilerin auf einmal zu einer wilden Verfolgungsjagd. Das Buch ist wirklich unterhaltsam zu lesen und McCammon kann wirklich schreiben - die Figuren und ihre Lebensumstände sind äußerst lebensecht, äußerst gelungen baut er die Spannung auf... -; allerdings mag es für manche tatsächlich zu merkwürdig geraten sein, und das deus-ex-machina-Ende, dass auf schrecklich moralisierende Weise alles auf einmal zum Guten wendet, ist ein ganz klares Minus, deswegen nur vier Sterne.
  17. Cover des Buches Schlechtes Chili (ISBN: 9783832161835)
    Joe R. Lansdale

    Schlechtes Chili

     (24)
    Aktuelle Rezension von: chuma

    »Das Leben ist wie ein Teller Chili in einem unbekannten Café. Manchmal ist es lecker und scharf. Ab und zu schmeckt es wie Scheiße.«

    Kaum ist Hap wieder von seinem Job auf einer Bohrinsel zurück, schon tischt ihm das Leben einen ebensolchen Teller schlechtes Chili auf. Nach einer ziemlich derben Auseinandersetzung mit einem tollwütigen Eichhörnchen muss er also das Krankenhausbett hüten als sein bester Freund Leonard plötzlich spurlos verschwindet und dann auch noch unter Mordverdacht gerät. Vorbei ist es mit den guten Absichten, ein anständiges und geregeltes Leben zu führen, denn nun gilt es natürlich seinem Kumpel aus der Misere zu helfen. Doch dieser Weg ist steinig und gepflastert mit toten Bikern, Fettdieben, einem ehemaligen Profiwrestler und ganz üblen Sadisten, die es auf Homosexuelle abgesehen haben. Nur einen Lichtblick gibt es in diesem ganzen Chaos und das ist die taffe Krankenschwester Brett, die ganz offenbar ein Auge auf Hap geworfen hat.

    Klingt abgefahren und ist es natürlich auch, schließlich sprechen wir hier über Joe R. Lansdale und seine beiden Hobby-Detektive Hap & Leonard. Band 4 der Reihe steht den Vorgängern in Nichts nach, außer dass es noch derber zugeht – inhaltlich wie sprachlich. Wer damit nicht klarkommt, für den ist diese Story (und wohl auch die Reihe) definitiv nichts. Zartbesaitete und Schöngeister dürften hier arge Probleme haben. Alle die, die mit pechschwarzem Humor, derbem Wortwitz und Sprachstil sowie brutalen und manchmal auch ekligen Szenen umgehen können, werden insgesamt wieder einmal hervorragend in typischer Lansdale-Manier unterhalten werden.

    Lansdale liefert aber nicht nur eine abgedrehte Story, die sich bestens auf der Leinwand machen würde (am besten von Tarantino verfilmt), er schlägt auch wieder gewohnt ernste Töne an, übt zwischen den Zeilen Kritik am System, Intoleranz und hebt einmal mehr die Freundschaft und den Zusammenhalt aufs Podest. Und auch der Liebe lässt er Raum – ein wenig und ganz unaufdringlich (Hap versau es nicht!). Ach ja und da ist auch noch etwas: Humor. Ganz besonders der Sinn für Situationskomik und teuflisch gute Dialoge macht »Schlechtes Chili« so überaus bekömmlich. 

    Wir lesen uns schon bald wieder und ich freu mich drauf!

  18. Cover des Buches Dunkle Gewässer (ISBN: 9783453676565)
    Joe R. Lansdale

    Dunkle Gewässer

     (75)
    Aktuelle Rezension von: Lavendel_Julia
    Autor: Joe R. Lansdale

    Inhalt:

    Als die Leiche der jungen May Lynn aus dem Sabine River gezogen wird, interessiert sich niemand dafür, wer sie ermordet hat. Alle sind nur hinter dem Geld her, das ihr Bruder bei einem Banküberfall erbeutet haben soll. Sue Ellen findet, dass ihre tote Freundin May etwas Besseres verdient hat. Wenn schon kein Filmstar aus ihr wird, wie sie es sich immer erträumte, soll wenigstens ihre Asche in Hollywood verstreut werden. Zusammen mit ihrer labilen Mutter und den Freunden Terry und Jinx macht sich Sue Ellen mit einem Floß in Richtung Süden auf. Bald merken sie, dass der sagenumwobene Killer Skunk hinter ihnen her ist. Die Reise auf den dunklen Gewässern beginnt.

    Meine Meinung:

    Leider habe ich das Buch bei der Hälfte abgebrochen. Was ich eigentlich sehr selten mache. Aber es war einfach nicht spannend und es war ein ziemlich schlechter Mix aus zu vielen verschiedenen Themen. Die Charaktere sind auch einfach nicht weiter gekommen und dadurch hat es sich gezogen. Zudem sind sehr viele sachliche und sprachliche Fehler enthalten. Was ich absolut schrecklich fand. Im Laufe der Geschichte sind die Dialoge auch immer schlechter geworden. Insgesamt ein Buch was sich nicht lohnt zu lesen.

    Taschenbuch Preis: 9,99 €

    Seitenanzahl: 320

    Erscheinungsdatum: 08.09.2014
  19. Cover des Buches Fiebertraum (ISBN: B0030GXL0C)
    George R. R. Martin

    Fiebertraum

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Tefelz

    Ich dachte, ich höre mir eine gute Fantasygeschichte als Hörbuch an und hatte noch George RR Martins Fiebertraum. Also reingeschoben und stellte verwundert fest, dass ich mitten in einer Vampirgeschichte gelandet bin.... im Jahre 1850 ...

    Kapitän Abner Marsh, ehemaliger Besitzer von mehreren Dampfschiffen, hat sehr viel Pech, denn er verliert ein Schiff nach dem anderen durch sich bildendes Eis und gilt als der grösste Pechvogel am Mississippi. Da bekommt er ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann. Ein reicher Gentleman mit Namen Joshua York bietet ihm an. ein Schiff zu bauen, dass schneller ales anderen auf dem Fluss ist, unter der Bedingung, dass sie sich das Kommando teilen und Joshua und seine Freunde auf dem Schiff leben können und er Abner, keine Anweisung in Frage stellen wird. Der Reiz ist zu gross und so bauen die beiden die " Feverdream" . Kapitän Marsh kann es schon nicht erwarten, seinen Lebenstraum zu verwirklichen. Ein Rennen gegen die Eclipse, das bisher schnellste Dampfschiff auf dem Fluß. Doch sein neuer Partner verhält sich merkwürdig und lässt sich an den unmöglichsten Plätzen Nachts absetzen und taucht erst 24 oder 48 h später wieder auf....

    Sprecher und Erzählweise

    Sehr plastisch wird die Arbeitsweise und das Leben eines Dampfschiffers zur Zeit 1850 wunderbar dargestellt. Die Gestalt des hässlichen und dicken Kapitäns der auf die schöne Gestalt des Joshua Yorks trifft und diesem das Leben auf dem Fluss schildert. Die Heizer, der Lotse, alles nimmt Farbe und Form an und wie fast bei allem, George RR Martin kann erzählen und sofort fühlt man sich einfach wohl und will alles hören. Der Sprecher ist sehr gut aber gewöhnungsbedürftig, dann aber sehr überzeugend.

    Meinung

    Es ist nicht die wirklich klassische Vampirgeschichte, Joshua will die paar übrig gebliebenen " seines " Volks aufsammeln und gegenüber den Menschen beschützen, als auch auf der anderen Seite die Menschen vor dem Blutdurst der Vampire. Doch er trifft auf einen sehr starken Altvampir. Die Geschichte wandelt zwischen "guten" Vampiren und " bösen" Vampiren, die sich nicht umstellen wollen und beleuchtet alles aus einer anderen Perspektive mit der ich so nicht gerechnet habe.

    Fazit

    Wie fast alles was ich von George RR Martin in die Hände bekommen habe, absolute Empfehlung. Bei einer Länge von über 18 Stunden hat sich manche Passage etwas gezogen und die Überraschung am Ende ist ausgeblieben. Doch insgesamt eine absolut überzeugende Geschichte.




  20. Cover des Buches Bärenblues (ISBN: 9783965090026)
    Joe R. Lansdale

    Bärenblues

     (11)
    Aktuelle Rezension von: chuma

    Was Leonard unter besinnlicher Weihnachtsstimmung versteht, erfahren wir direkt zu Beginn des dritten Teils der kultigen Hap & Leonard-Reihe. Richtig – er sorgt für angemessene, stimmungsvolle Beleuchtung und setzt einmal mehr das Crackhaus nebenan in Brand. Die örtliche Polizeibehörde hat so ihre liebe Mühe, die Beiden immer wieder aufs Neue rauszuhauen und so schlägt Lieutenant Hanson ihnen einen Deal vor: Seine Freundin und Haps frühere Flamme Florida ist im Provinzkaff Grovetown verschwunden und die beiden Jungs sollen sie aufspüren. Doch die Sache hat mehr als nur einen Haken, an dem besonders Farbige leicht hängenbleiben könnten. In Grovetown ticken die Uhren nämlich anders und der Rassismus hat dort noch immer Hochkonjunktur. Ein gefährliches Pflaster für Leonard und eben auch für die vermisste Florida, die einem vermeintlichen Lynchmord auf der Spur war.

    Also einmal kräftig in die Hände gespuckt und los geht´s für unsere beiden Hobbydetektive. Doch in dem Kaff werden sie gleich ordentlich in die Mangel genommen und stoßen schmerzhaft an ihre Grenzen, denn gegen eine solche rassistische Übermacht helfen alle coolen Sprüche und Selbstverteidigungskniffe nichts. Doch Aufgeben war noch nie eine Option für die beiden Freunde und so lecken sie zwar ihre Wunden, stehen aber allsbald wieder auf und setzen ihre gefährliche und immer auswegloser anmutende Suche nach Florida fort.

    In »Mambo mit zwei Bären« (OT: The Two-Bear Mambo) schockt Lansdale seine Leser, indem er unsere beiden sprücheklopfenden Freunde von ihrem Superhelden-Sockel stösst und sie derb an ihre Grenzen führt. So derb, dass man richtig Angst bekommt. Und so kommt es auch, dass man sich nach einem gewohnt fluffigen Einstieg plötzlich in einem düsteren Setting wiederfindet mit einer überaus finsteren und unheilverkündenden Aussicht.

    »Hier waren die Bäume mächtig und schwarz und gespenstisch. Tiefhängende Regenwolken waren aufgezogen und hüllten den kalten Sonnentag in traurig-graue Witwenschleier. Die pechschwarzen Wolken klebten über dem Wald beiderseits des schmalen, rissigen Highways, als wären sie flauschige Baumwollhüte, die nur von ein paar Sonnenstrahlen wie von polierten Hutnadeln durchbohrt wurden.«

    Die Töne werden rauer und das ernste Hintergrundthema (Rassismus) wird vom Autor durch die Ausweglosigkeit der Lage, in der sich unsere Protagonisten befinden, grandios unterstrichen. Es ist wie eine Welle, die einen fortspült, wenn man sie nicht reiten kann. Ein Bild, das passender nicht sein kann, wenn man das Buch erst gelesen hat.

    »Bärenblues« (Golkonda Verlag) ist die Neuauflage dieses Romans und beide Titel passen hervorragend, denn der Bezug findet sich in der Story mehrfach wieder. Hap & Leonard tanzen den Blues, ob sie es letztlich gut machen, muss jeder selbst lesen aber dieser dritte Teil der Reihe zeigt unsere beiden Protagonisten von einer sehr verletzlichen Seite, unterstreicht ihre innige Freundschaft und offenbart so einen tiefen Blick auf das Seelenleben beider Männer. Es sind wichtige Werte, die Lansdale neben all dem Sarkasmus hervorhebt: Treue sich selbst und seinen Freunden gegenüber; das Einstehen für die eigenen Überzeugungen und füreinander; der Kampf gegen Vorurteile und Intoleranz. Und so ist dieser Krimi trotz des gewohnt derben Humors und der Brutalität auch ein Apell an die Menschlichkeit. Unterhaltsam und spannend aber bei Weitem nicht seicht, klingt »Mambo mit zwei Bären / Bärenblues« noch lange nach.

  21. Cover des Buches Beautiful Darkness (ISBN: 9780316077040)
    Kami Garcia

    Beautiful Darkness

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Wusstet ihr, dass weder Kami Garcia noch Margaret Stohl aus den Südstaaten der USA stammen? Garcia wurde in Washington, D.C. geboren und lebt heute in Los Angeles, Stohl in Pasadena, Kalifornien. Mich hat das sehr überrascht, denn angesichts ihrer überzeugenden Darstellung der Südstaaten-Kleinstadt Gatlin in den „Caster Chronicles“ hätte ich erwartet, dass zumindest eine der beiden im Süden aufgewachsen ist. Vielleicht ist es aber gerade diese Distanz, die es ihnen erlaubte, Gatlin mit einem Augenzwinkern zu charakterisieren.

    Lenas 16. Geburtstag hinterließ tiefe Wunden. Zwar konnte sie ihre Berufung verhindern und ihrer dunklen Mutter Sarafine die Stirn bieten, doch der Preis für ihren Widerstand war entsetzlich. Zerfressen von Kummer und Schuld zieht sich Lena immer weiter zurück. Sie erträgt es nicht, Ethan anzusehen. Ethan hingegen versucht, ihr so viel Zeit und Raum zu geben, wie sie braucht, spürt allerdings, dass ihm die Liebe seines Lebens zu entgleiten droht. Als er abermals von mysteriösen Visionen heimgesucht wird und ein neuer Song das Unheil des Siebzehnten Mondes voraussagt, kann er nicht länger zusehen, wie Lena sich selbst zerstört. Unterstützt von seinen Freunden wagt sich Ethan in das Labyrinth der Caster-Tunnel, um sie vor sich selbst zu retten. Doch der Feind schläft nicht und verfolgt weiterhin furchterregende Pläne. Wird Ethan Lena aus ihrem Strudel des Schmerzes und der Gefahr befreien können?

    „Beautiful Darkness“ ist sehr viel düsterer als „Beautiful Creatures“ und verdient sich meiner Meinung nach erst recht einen Platz im Genre der Southern Gothic. Die Ereignisse des ersten Bandes werfen ihren schwermütigen Schatten auf Ethan und Lena und stellen sie vor neue Herausforderungen. Ihre Beziehung steht auf dem Prüfstand; sie müssen einander beweisen, dass sie gemeinsam nicht nur mit äußeren Faktoren zurechtkommen, sondern auch mit den Problemen, die sie selbst verursachen. Mir gefiel es außerordentlich gut, dass Garcia und Stohl die Handlung aus „Beautiful Creatures“ konsequent weiterführen und keine heile Welt präsentieren. Sie wagen es, ihr ProtagonistInnen-Pärchen von einer neuen Seite zu zeigen, wodurch die Geschichte einen realistischen Weg einschlägt. Friede, Freude, Eierkuchen hätte ich ihnen nicht abgekauft. Den Handlungsverlauf von „Beautiful Darkness“ empfand ich weniger gradlinig, denn unsere beiden Hauptcharaktere arbeiten nicht auf ein klar definiertes Ziel hin. Stattdessen vermittelt Ethan als Ich-Erzähler ein Maß an Verzweiflung, Verwirrung und Hilflosigkeit, das mir wirklich zu Herzen ging. Er weiß nicht, wie er Lena in ihrer selbst errichteten Festung des Kummers erreichen soll. Das Mädchen, das er liebt, distanziert sich mehr und mehr von ihm und er hat lange Zeit das Gefühl, nichts dagegen unternehmen zu können. Ich hätte gern eingegriffen, Lena geschüttelt oder ihr eine saftige Ohrfeige verpasst, damit sie wieder zur Besinnung kommt. Ich wollte Ethan beschützen, denn obwohl ich Lenas Schmerz durchaus verstehen konnte, fand ich, dass sie sich extrem verhält. Sie merkt nicht, dass sie in dem Bestreben, sich selbst zu bestrafen, auch andere bestraft und wegstößt, allen voran natürlich Ethan. Ich war froh, dass Ethan nicht nur seine Familie an seiner Seite hat, sondern auch einen großartigen besten Freund: Link. Link ist für ihn da, während Lena es nicht ist. Ethan kann sich zu 100% auf ihn verlassen, ganz gleich wie haarsträubend und gefährlich die Situation zu werden droht. Trotzdem hinterlässt Lenas Rückzug selbstverständlich eine physische und emotionale Lücke, in die Garcia und Stohl eine neue Figur treten lassen. Liv ist Britin, Marians studentische Hilfskraft und ein totaler Nerd. Ich mochte sie von der ersten Sekunde an. Ethan ist mit ihrem Auftauchen überfordert, weil zwischen den beiden eine unleugbare Anziehungskraft wirkt. Liv verkörpert all das, was Ethan haben könnte, wenn er nicht hoffnungslos in ein Caster-Mädchen verliebt wäre: ein normales, einfaches Leben voller Glück und Lachen, ohne magische Verwicklungen. Kein Wunder, dass ihn ihre Anwesenheit durcheinanderbringt. Vielleicht ist sie einer der Gründe dafür, dass Ethan sehr lange wartet, bis er einschreitet, um Lena vor sich selbst zu retten. Meiner Meinung nach ergreift er zu spät die Initiative. Lenas Trauerprozess in allen Ehren, aber er hätte ihren Eskapaden viel früher ein Ende setzen müssen, denn sie entwickelt sich zu einer ernsthaften Gefahr für die Menschen, die ihm etwas bedeuten. Er ist zu nachsichtig mit ihr. Schließlich interveniert er aber doch und folgt Lena in die Caster-Tunnel, die sich durch den ganzen Süden der USA (und vermutlich weit darüber hinaus) ziehen. Als Setting gefielen mir die Tunnel gut, da sie rätselhaft und ein bisschen unheimlich sind, allerdings bringen sie auch Unruhe in die Geschichte. Sie sind schwer fassbar und verändern sich ständig. Ich hatte hin und wieder Probleme, sie mir vorzustellen. Das Gleiche gilt für den finalen Kampf gegen Ende des Buches, der zwar spannend, meinem Empfinden nach jedoch nicht plastisch genug beschrieben ist.

    Insgesamt fand ich „Beautiful Darkness“ anders als „Beautiful Creatures“. Nicht besser oder schlechter, sondern eben einfach anders. Genau das gefiel mir. Kami Garcia und Margaret Stohl rollen die Geschichte des ersten Bandes nicht noch einmal auf, sondern führen sie logisch weiter. Sie gestehen ihren Charakteren Entwicklung zu und trauen sich, die psychologischen Konsequenzen des Vorgängers zu verdeutlichen. Die liebevoll gezeichneten Charaktere fesselten mich an die Handlung; besonders Ethan habe ich wirklich ins Herz geschlossen, aber auch Link, Liv und Ethans gesamte Familie. Meine heiß entflammte Liebe zu den „Caster Chronicles“ ist ungebrochen. Diese Reihe ist wirklich magisch und ich freue mich darauf, zu erfahren, wie es in Gatlin weitergeht!

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