Bücher mit dem Tag "sowjetunion"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "sowjetunion" gekennzeichnet haben.

441 Bücher

  1. Cover des Buches Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (ISBN: 9783570585016)
    Jonas Jonasson

    Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

     (5.838)
    Aktuelle Rezension von: nicekingandqueen

    Dieses Buch habe ich vor einiger Zeit gelesen und ich erinnere mich noch heute explizit an so manch eine Szene direkt ohne noch einmal das Buch dafür lesen zu müssen. Solch einen großen Eindruck hat das Werk auf mich gemacht.

    Zudem habe ich wirklich mehrfach laut Auflachen müssen - etwas peinlich, wenn man in der Bahn hockt...aber mir war es egal. Unterhaltung für mich, komische Unterhaltung für die Passagiere. 

    Fazit: Für jeden, der gern lacht sehr, zu empfehlen, falls man es bisher nicht geschafft hat das Buch zu lesen. 

  2. Cover des Buches 1984 (ISBN: 9783548234106)
    George Orwell

    1984

     (3.873)
    Aktuelle Rezension von: _jamii_

    Im Orwell-Staat wird eine neue Sprache verordnet, das sogenannte "Neusprech". Zusammen mit dem sogenannten "Zwiedenk" soll den Menschen das Denken abgewöhnt werden. Orwell beschriebt eindrucksvoll, wie durch Veränderung der Sprache der Manipulation des Volkes durch die herrschende Klasse Tür und Tor geöffnet werden kann. Besonders deutlich wird das, wenn die unmenschlichsten Züge eines Systems mit wohllautenden Namen besetzt sind. So gibt es zum Beispiel ein "Liebesministerium". Es sorgt nicht etwa für den liebevollen Umgang der Menschen untereinander, sondern "lehrt" den Abtrünnigen und Andersdenkenden mittels grausamster Foltermethoden den "Großen Bruder" zu lieben. Im "Ministerium für Wahrheit" werden Geschichte und Gegenwart dem gegenwärtigen politischen System angepasst. Wahr ist, was der "Große Bruder" als wahr definiert. Dem Volk wird klargemacht, dass alles immer schon so war, wie es jetzt ist. Anderslautendes wird aus Zeitschriften und Büchern und damit aus dem Gedächtnis der Menschen systematisch entfernt. Das "Friedensministerium" hingegen plant "Friedensmissionen", die nichts anderes sind als Kriegseinsätze. Wer wollte sich da noch wundern, dass sich hinter "Lustlagern" Zwangsarbeitslager der übelsten Art verbergen.

    Der Schreibstil ist eher zäh und ziemlich langatmig, ich musste mich teilweise richtig durchkämpfen.

    Man folgt Winston durch sein Leben in der neuen Welt, man erlebt Szenen aus seinem Leben mit. Teilweise sind diese eher belanglos, gar langweilig. Ab und zu gibt es Zeitsprünge, die verwirrend sind.

    Die Geschichte selbst fand ich nicht wirklich gut, eben zu langatmig und zu zäh. Allerdings ist die Grundidee, die hinter dem Buch steckt, äusserst interessant und regt zum Nachdenken an. Dass es möglich ist, das eigene Volk so zu unterdrücken und zu manipulieren, dass es nur noch als Haufen nicht-denkender Zombies durchs Leben geht, und diese Art zu leben sogar noch begrüsst… Dass man nicht mehr sicher sein kann, ob die Vergangenheit tatsächlich so passiert ist, wie sie in den Geschichtsbüchern steht…

    Die Thematik ist sicher auch heute noch topaktuell!

  3. Cover des Buches Winter der Welt (ISBN: 9783404169993)
    Ken Follett

    Winter der Welt

     (763)
    Aktuelle Rezension von: JochenBender

    Spätestens nach diesem Roman ziehe ich meinen Hut von Herrn Follet. Wie viele Bücher bekam ich es zufällig in die Hände und zögerte, es zu lesen. Zweiter Weltkrieg, Nazis... habe ich einfach über. Dann wollte ich nur mal kurz reinlesen und wurde in den Bann der Geschichte hineingezogen. Sie ist nicht nur mit hoher Kunst erzählt, auch was die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe angeht ist der Autor extrem differenziert und vielschichtig. Die Figuren sind komplex und lebendig, auch wenn einem natürlich nicht jeder sympathisch wird, sind doch alle authentisch. Vielen Dank für dieses wunderbare Werk!

  4. Cover des Buches Kinder der Freiheit (ISBN: 9783404173204)
    Ken Follett

    Kinder der Freiheit

     (442)
    Aktuelle Rezension von: law-and-words

    Der dritte Teil der Jahrhundert-Saga spielt während dem kalten Krieg. Die gesellschaftlichen Situationen in der USA, der Sowjetunion, England sowie Ost- und Westdeutschland werden beleuchtet. Ken Follett gelingt das ziemlich nahbar, indem er die Lebenswirklichkeiten, der bereits durch die ersten beiden Teile bekannten Familien darstellt. Dadurch gibt es viele unterschiedliche Protagonisten, die ganz unterschiedliche Werte transportieren. Das gefällt mir ganz besonders gut, denn so gibt es für jeden Leser eine Auswahl an Protagonisten und jeder findet einen, der ihm sympathisch ist, außerdem wird auf diese Weise das geschichtliche Geschehen nicht einseitig, sondern aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt. Wie schon bei den ersten Teilen bekommt man so auch einen guten Überblick über den Zusammenhang der außenpolitischen Tätigkeiten der unterschiedlichen Staaten.

    Neben dem geschichtlichen und politischen Aspekt, wird aber auch das private Leben der Protagonisten und ihre Sorgen und Nöte dargestellt. Dabei kommt die Liebe natürlich auch nicht zu kurz.

    Alles in allem ist der Roman angenehm zu lesen und sehr interessant und spannend aufgebaut. Der historische Hintergrund macht ihn zu etwas besonderen.

    Ein kleiner Kritikpunkt stellt für mich die Länge und auch der Umfang dar. An manchen Stellen zieht sich die Entwicklung etwas und manchmal fällt es einem schwer den Überblick zu behalten. Aber das nehme ich für die unterschiedlichen Blickwinkel und für die Darstellung der Zusammenhänge gern in Kauf.

  5. Cover des Buches Zersetzt (ISBN: 9783426518779)
    Michael Tsokos

    Zersetzt

     (173)
    Aktuelle Rezension von: derduftvondruckerschwaerze

    Zusammenfassung:

    Ein winziger Stich, welcher Dr. Fred Abel in der Kniekehle eines Toden entdeckt macht ihn stutzig und ruft Erinnerungen an einen längst vergessenen Tod einer ehemaligen Kommilitonin bei ihm hervor. Doch bevor Abel richtig in die Recherche eintauchen kann wird auch auf Mission nach Transnistrien geschickt, wo er zwei Leichen obduzieren soll. Doch damit begibt er sich in das Fadenkreuz der transnistrischen Regierung und des Militärs, welche ganz andere Interessen haben diese Morde aufzuklären.


    Eigene Meinung zu Geschichte, Aufbau, Schreibstil & Figuren:

    Auch dieser Teil der Reihe konnte mich wieder voll und ganz für sich einnehmen. Die Geschichte ist hauptsächlich aus der Sicht von Dr. Abel erzählt. Einzelne Kapitel lassen aber auch tiefer in die Geschichte anderer Figuren blicken, wodurch Tsokos es schafft ein tiefgreifendes Bild der Geschehnisse zu erschaffen.

    Der Schreibstil von Tsokos gefällt mir gut, ist aber nichts Außergewöhnliches. Er lässt sich gut lesen und schafft es die Spannung hoch zu halten.

    Auch die Figuren haben mir wieder einmal sehr gut gefallen. Besonders der Protagonist gefällt mir auch hier sehr gut. Seine Verbissenheit und seinen inneren Antrieb den Geschehnissen auf den Grund zu gehen, womit er sich nicht zu Letzt immer wieder selbst in Gefahr bringt, gefallen mir sehr gut.


    Fazit und Empfehlung:

    Auch der zweite, bzw. eigentlich erste Fall, von Dr. Fred Abel konnte mich wirklich begeistern. Ich freue mich bereits darauf den letzten Teil der Reihe zu lesen, welche bereits in meinem Bücherregal auf mich wartet.

  6. Cover des Buches Rote Kreuze (ISBN: 9783257071245)
    Sasha Filipenko

    Rote Kreuze

     (167)
    Aktuelle Rezension von: solveig

    Kreuze ziehen sich in abgewandelten Formen durch das ganze Buch. Es sind nicht nur die kleinen roten Kreuze, welche die 91jährige Tatjana Alexejewna zur Orientierung an Türen malt, weil sie an beginnendem Alzheimer leidet. Das Rote Kreuz als Organisation wird für sie zum Auslöser einer großen Last, die ihr Gewissen jahrzehntelang plagt. Als Übersetzerin  des NKID, des "Volkskommissariats für Auswärtige Angelegenheiten", landen während des 2. Weltkriegs zahlreiche Briefe des Internationalen Roten Kreuzes auf ihrem Schreibtisch, die den Austausch von Kriegsgefangenen vorschlagen. Auf einer der Listen mit den Namen sowjetischer gefangener Soldaten entdeckt Tatjana auch den ihres Mannes und löscht ihn, um ihn und ihre kleine Familie zu schützen; denn als mögliche Vaterlandsverräter sind sie alle gefährdet.

    Genau wie es Tatjana leicht gelingt, ihren jungen Nachbarn Alexander mit der Erzählung   ihres Schicksals während und nach der Stalinära zu faszinieren, versteht es Filipenko ganz wunderbar, seine Leser in das Leben seiner Protagonistin hineinzuziehen. So werden wir Zeugen eines langen wechselhaften Lebenslaufs, der von Unglück und Verlust geprägt ist.

    Das Kreuz als Symbol für Schmerz und Leid  -  Tatjanas Stärke zeigt sich in dem Willen, die  Schicksalsschläge zu überleben. Mit bitterem Humor und viel Sarkasmus trägt sie ihr Kreuz und findet einen neuen Sinn darin, andere Frauen, die von der Willkür des Stalinsystems betroffen sind, zu unterstützen  -  eine beeindruckende Zeitzeugin, die sich darum bemüht, die vielen Opfer jener Zeit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

     

  7. Cover des Buches Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (ISBN: 9783596510979)
    Milan Kundera

    Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

     (1.130)
    Aktuelle Rezension von: Novella_Romana

    In Anbetracht der Tatsache, dass Geschichten mit ihren Figuren stehen und fallen, kann man diesem Roman nur 5 Sterne geben. Er ist sehr poetisch gechrieben und gespickt mit sinnvollen Weisheiten und Reflexionen. Zwar wird er für meinen Geschmack gegen Ende hin zu politisch, eine solche subjektive Empfindung zieht ihm aber bestimmt keinen Stern ab.

  8. Cover des Buches Drachenläufer (ISBN: 9783833308116)
    Khaled Hosseini

    Drachenläufer

     (1.920)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Dies ist die Geschichte von Amir und Hassan, zwei afghanischen Jungs. Sie sind befreundet, obwohl der Vater von Amir geschätzt und wohlhabend ist und Hassan „nur“ sein Diener. Während Amir zur Schule geht, bügelt ihm Hassan die Hemden. Als Hazara gehört er einer Ethnie an, die von den meisten Afghanen verachtet wird. Doch Hassan ist treu, lässt nichts auf Amir kommen. Das Aufwachsen ohne Mutter, nur mit dem Vater, verbindet sie. Allerdings lebt Hassan bei seinem Vater Ali in einer armseligen Hütte und Amir in einem palastähnlichen Haus.

    Schon im ersten Kapitel erfahren wir vom Ich-Erzähler Amir, dass er mit zwölf Jahren, im Winter 1975, große Schuld auf sich geladen hat. Dann berichtet er – fast übergangslos - von der gemeinsamen Kindheit in Kabul vor der sowjetischen Invasion. Da wird eine Stadt lebendig, die es so schon lange nicht mehr gibt.


    Khaled Hosseini ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Er wurde am 4. März 1965 als ältestes von fünf Kindern in Kabul geboren. Sein Vater stand im Dienst des afghanischen Außenministeriums, seine Mutter unterrichtete Persisch und Geschichte an einer Mädchen-High-School. Nach Aufenthalten in Teheran und Paris erhielt die Familie 1980 Asyl in den USA, wo Khaled 1993 zum Doktor der Medizin promovierte. „Drachenläufer“ erschien 2003 und war der erste Roman des verheirateten, zweifachen Vaters.


    Als Leserin bin ich in dem Roman versunken und habe alles um mich herum vergessen. Ganz nebenbei erfuhr ich so einiges aus der Geschichte Afghanistans seit 1975: Von den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, vom anfangs noch unbeschwerten Leben und dem Übergang zur Talibanherrschaft, die Amirs Vater veranlasste, mit seinem Sohn nach Amerika auszuwandern. Nun weiß ich, dass Afghanen auch im Exil ihre Bräuche in Ehren halten.
     Der Autor weiß seine Leser zu fesseln, literarisch und emotional. Manchmal kann man auflachen, auf anderen Seiten die Tränen nicht zurückhalten. Dieses Buch hat mich aufgewühlt und von jeglicher Lethargie befreit, weshalb ich es in meine persönliche literarische Apotheke aufnehme.

  9. Cover des Buches Möge die Stunde kommen (ISBN: 9783453421677)
    Jeffrey Archer

    Möge die Stunde kommen

     (113)
    Aktuelle Rezension von: Bibi1999

    Für die Cliftons und Barringtons kommen schwere Stunden. Giles setzt für seine gefährliche Liebe seine Karriere als Politiker aufs Spiel, während Emma eine schwere Entscheidung treffen muss, welche für Harry alles verändern kann. Doch dann folgt ein Schicksalsschlag, den keiner erwartet hat.

    Das Buch umfasst 592 Seiten und ist bei Heyne erschienen. Es handelt sich um den sechsten Band der Reihe. Es ist empfehlenswert die vorherigen Bände zu lesen, um gewisse Hintergrundinformationen zu besitzen. 

    Der Klappentext verrät über die Geschichte nicht allzu viel, vermutlich hätte jede weitere Ausführung schon zu viel über den Inhalt und die Geschichte selbst verraten. 

    Wie bereits aus den ersten fünf Bänden bekannt, wechseln die Perspektiven regelmäßig zwischen den verschiedenen Charakteren. Dadurch sind die Charaktere tiefgründig geschildert. Besonders Sebastian entwickelt sich in diesem Teil weiter, da er einiges miterlebt. Doch auch die anderen Familienmitglieder erleiden immer wieder Schicksalsschläge. Diese machen ein Teil der Spannung des Buches aus.

    Das Buch beginnt an diesem Punkt, wo Teil fünf aufgehört hat, mit dem Verleumdungsprozess. Dieser Band spielt zwischen 1970 und 1978 in England. Der Schreibstil war wieder sehr angenehm. Die Spannung in diesem Teil ist vorhanden. Durch die verschiedenen Perspektivenwechsel erfährt der Leser so einiges über die Vorhaben der anderen Charaktere, gleichzeitig bleibt aber auch einiges im Dunkeln, sodass man nie weiß, wie die Sache ausgeht. 

    Auch dieser Teil endet, wie die anderen zuvor, mit einem Cliffhänger. Ich bin sehr gespannt, was der Autor im letzten Teil noch bereithält. Ich kann die Reihe an alle, die gerne Familiensagen lesen, absolut empfehlen.

  10. Cover des Buches Stadt der Diebe (ISBN: 9783453407152)
    David Benioff

    Stadt der Diebe

     (611)
    Aktuelle Rezension von: Mikki44

    Leningrad 1941/42, zur Zeit der Belagerung durch die Deutschen. Der 17 jährige Lew ist der belagerten und ausgehungerten Stadt treu geblieben und kämpft sich durch. Durch einen recht unglücklichen Zufall wird er jedoch festgenommen und bekommt mit dem Mithäftling Kolja vom Geheimdienst Heft die Aufgabe, 12 Eier innerhalb von 6 Tagen für die Hochzeitstorte seiner Tochter zu besorgen.

    Ein wirklich guter und spannender Abenteuerroman, der nicht nur das belagerte Leningrad sehr gut beleuchtet, sondern auch das umkämpfte Umland und Seiten der Wehrmacht und die der Partisanen. Während des Buches entwickelt sich Lew weiter, was zum einen an den Lebensumständen liegt, zum anderen aber auch an den forschen und extrovertierten Kolja.

  11. Cover des Buches Das achte Leben (Für Brilka) (ISBN: 9783548289274)
    Nino Haratischwili

    Das achte Leben (Für Brilka)

     (194)
    Aktuelle Rezension von: MaternaKuhn

    1218 Seiten Print oder 2491 KB als eBook, das sind schon per se beachtliche Dimensionen. Warum sollte man sich das antun?
    Zum Beispiel weil es die georgische Schriftstellerin Nino Haratischwilli schafft, einen auf jeder Seite ihres Opus und in jedem Abschnitt ihres epochalen Werkes in vielen Facetten zu fesseln.
    Im Vordergrund steht als Handlungsstrang die Saga der georgischen Familie Jaschi, die ab Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Neuzeit erzählt wird. Über mehr als hundert Jahre und durch sechs Generationen hindurch - da wirken Thomas Mann’s Buddenbrooks wie eine Kurzgeschichte.
    Der Roman setzt sich aus acht Büchern zusammen, wobei sieben von acht Teilen einen Frauen-Namen tragen, nämlich den der Hauptprotagonistin in der jeweiligen Zeit. Schon einmal beachtlich in einer Männer-dominierten russisch-georgischen Gesellschaft jener Tage. Dennoch kommen die Männer nicht zu kurz, anders könnte es auch gar nicht sein, wurde die Politik in Gesellschaft und Familie zu fast allen Zeiten von Männern gemacht. Wie so oft sind es aber die Frauen, die dafür sorgen, dass die Familiengeschichte immer weitergeht, dass alle immer wieder überleben. So ist es während der Oktoberrevolution, während des Zweiten Weltkrieges, während der Auflösung des Sowjetunion und während der Bürgerkriege rund um den georgischen Weg in die Unabhängigkeit.
    An all dem lässt einen die auf Deutsch schreibende und in Berlin lebende Autorin teilhaben und zwar nicht wie im Geschichtsunterricht, sondern indem sie die einzelnen Episoden der Roman-Handlung wunderbar mit den historischen Ereignissen verbindet. Dabei hetzt sie nie entlang der scheinbar so langen Zeitachse. Nein, sie taucht makroskopisch ein in jede Szene, malt diese mit ruhiger Hand aus, schildert zeitlos gültige Familien-Interaktionen ohne Beschönigung, schafft Emotionen, die jeder Romanfigur ihren einzigartigen Charakter verleihen und den Leser zum Mitfühlen und zur Reflexion anregen.
    Ganz unabhängig von der Familiensaga vordem Hintergrund von Kommunismus, Sozialismus und schließlich Kapitalismus ist es spannend so ganz nebenbei mehr über Georgien zu erfahren, nicht nur im Hinblick auf die Historie des Landes, sondern auch dessen Landschaft, Kultur und die Mentalität seiner Menschen. Auch das wird von Nino Haratischwilli im richtigen Mass vermittelt. Wer weiß im Westen schon, dass man Georgien gerne als das Italien des Ostens bezeichnet. Und die Georgier selbst sind fest überzeugt, dass Gott - nachdem er vom Schöpfungsakt erschöpft war - sich ein Fleckchen Erde als sein eigenes Urlaubsparadies übrig gelassen hat - Georgien. So zumindest Nino Haratischwilli in ihrem beindruckenden Roman.

  12. Cover des Buches Das Grab im Wald (ISBN: 9783442482665)
    Harlan Coben

    Das Grab im Wald

     (247)
    Aktuelle Rezension von: supersusi

    Ein richtig toller, spannender Thriller, der einen wirklich bis zur letzten Seite in Atem hält.  Vor 20 Jahren sind einige Teenager im Wald eines Ferienlagers brutal ermordet worden. Paul, heute Bezirksstaatsanwalt,  hat damals seine Schwester verloren. Da taucht plötzlich jemand aus der Vergangenheit wieder auf. Was ist damals wirklich geschehen ? Und was will die Familie des einen Opfers vertuschen ?

    Es hat richtig Spaß gemacht, mal wieder einen spannenden Krimi/Thriller zu lesen. Ich möchte die Personen und man hat sowohl mit Lucy, als auch mit Paul mitgefiebert. Auch der alte Hippie Ira, der damals das Camp leitete hat mir gut gefallen. Die Handlung, sowohl der Vergewaltigungsprozeß ( der auch von John Grisham hätte stammen können, so spannend und nervenaufreibend war er geschrieben) an dem Paul arbeitet, als auch die Frage, wer die mysteriöse Leiche ist und was damals passierte und was das für Folgen hatte, sowie Pauls Familiengeschichte, haben einen regelrecht gefesselt.

    Sehr, sehr spannend und eine klare Leseempfehlung. Freue mich, dass ich noch 2 weitere Bücher des Autors im Schrank habe. 

  13. Cover des Buches Der Lärm der Zeit (ISBN: 9783462048889)
    Julian Barnes

    Der Lärm der Zeit

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Erzaehlwas_Sascha

    Der Roman "Der Lärm der Zeit" von Julian Barnes erzählt aus dem Leben des berühmten russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch. In drei Stationen wird erzählt wie dieser sich mit den politischen Machtverhältnissen auseinandersetzen muss. Sein Leben wird zum Kampf um künstlerische Freiheiten und die Frage welche Opfer man für Kunst und Leben bringen möchte. Auch wenn der Ausgang des Protagonistenleben bekannt ist, gelingt Barnes zu diesen Aspekt ein gelungener Spannungsaufbau. Dabei wird das Leben nicht überdramatisiert, sondern die Tragik wird kunstvoll passend arrangiert.

    Es ist mein erster Roman von Julian Barnes und sogleich hat er mein Leserherz erobert und so wird es keinesfalls der letzte gewesen sein. Barnes ist ein richtig toller Künstlerroman gelungen, der zugleich auch noch sachlich über die Rolle der Kunst in unserer Gesellschaft nachdenkt. Dies gelingt Barnes, in dem in seinem Roman keine reine Biografie von Schostakowitsch verhandelt wird. 

    Für mich ist das Wunderbare an diesem Buch, dass sich zeigt wie Kunst auch Zeit überdauert und dabei nie nur sich selbst dient, sondern den Menschen. Genau deshalb sollte dieses Buch auch viel gelesen werden.

  14. Cover des Buches Blasse Helden (ISBN: 9783813507775)
    Arthur Isarin

    Blasse Helden

     (51)
    Aktuelle Rezension von: docshev
    Immer wieder kurze Ereignisse die mich haben vergessen lassen dass ich ein Buch lese. Angenehmer Schreibstil.
  15. Cover des Buches Vom Aufstehen (ISBN: 9783423282789)
    Helga Schubert

    Vom Aufstehen

     (52)
    Aktuelle Rezension von: imke_wtr

    "Vom Aufstehen" ist eine Reihe literarischer Miniaturen und kürzerer Erzählungen, in denen Helga Schubert aus ihrem Leben berichtet.

    1940 in Berlin geboren, fällt ihr Vater nur ein Jahr später als Soldat im Krieg. Die Mutter bringt Helga in den späteren Kriegsjahren auf ein Gut bei Köslin, von wo sie 1945 vor der Roten Armee fliehen müssen. Auf der Flucht stirbt Helga fast, langsam nur erholt sie sich von den Krankheiten, erlebt eine typische Nachkriegskindheit, mit einer emotional kalten und abweisenden Mutter.
    Später studiert sie Psychologie und wird Schriftstellerin, lebt in der DDR, und muss lange 28 Jahre warten, bis sie ihre Freiheit zurückbekommt.

    Ganz unterschiedliche Episoden ihres Lebens pickt Schubert sich heraus, mitunter geht sie einfach Gedanken nach, mäandert durch Beobachtungen und Empfindungen. Immer wieder thematisiert sie die schwierige Beziehung zur Mutter, die von Ablehnung geprägt ist, auch sprachlich bringt sie die Distanz auf besondere Weise zum Ausdruck. Heimat versucht sie im evangelischen Glauben zu finden, genau wie in dem Dorf, in das sie als ältere Frau zieht. Sie spricht über Familie und Freiheit, über die Nachkriegskindheit, über das Älterwerden und das Leben im Allgemeinen.

    Schubert erzählt klar und reduziert, stark in sich, die Titel-Erzählung "Vom Aufstehen" wurde bereits vergangenes Jahr mit dem Bachmann-Preis ausgezeichnet, mit dem gesamten Erzählband ist sie aktuell für den Preis der @leipzigerbuchmesse nominiert.

    Die Geschichten haben Tiefgang, ohne zu belastend zu sein, durch die kurzen Abschnitte ist das Buch leicht lesbar und ich empfand es als kurzweilige, gleichzeitig aber sehr interessante Lektüre.

  16. Cover des Buches Geiger (ISBN: 9783785727379)
    Gustaf Skördeman

    Geiger

     (81)
    Aktuelle Rezension von: Annabell95

    Agneta verabschiedet grade ihre Töchter mit den Enkelkindern. Da klingelt das Festnetz-Telefon. Sie winkt zum Abschied und nimmt den Hörer ab. Jemand sagt "Geiger" und legt sofort wieder auf. Agneta weiß was das bedeutet. Sie nimmt die Waffe aus ihrem Versteck, geht ins Wohnzimmer und erschießt ihren Mann. Die Kommissarin Sara Nowak erfährt durch ihre Freundin Anna von diesem Fall und ist sofort alarmiert. Sie kennt die Familie von früher. Da sie nicht selbst ermitteln darf, stellt sie auf eigene Faust Ermittlungen an...

    "Geiger" ist der Debütthriller vom Autor Gustaf Skördemann. Dem offenen Ende nach, ist es auch der erste Teil einer neuen Reihe.

    Bis auf ein paar verschachtelte Sätze, die ich mehrmals lesen musste, ist der Erzählstil flüssig und angenehm zu lesen.

    Anfangs hat die Hauptprotagonistin Sara Nowak einen sehr sympathischen Eindruck gemacht, die sich für andere einsetzt. Ihr eigentlicher Bereich bei der Polizei ist es Freier auf frischer Tat zu ertappen um Frauen vor ihnen zu retten. Doch je weiter die Handlung fortgeschritten ist, desto unsympathischer wurde mir Sara durch ihre Handlungen und ihre Umgehensweisen mit anderen Personen. Die konnte ich einfach nicht nachvollziehen. Selbst in brenzligen Situationen hatte ich kein Mitgefühl mit ihr oder Angst um sie. Eher im Gegenteil, ich war schadenfroh, dass sie in so eine Situation geraten ist.

    Die Handlung wurde leider nicht wirklich spannend, obwohl es eigentlich ein interessanter Fall mit den Stasi-Spionen war. Doch leider ist dieses Thema immer wieder sehr weit in den Hintergrund gerückt. Immer wieder wurde zu sehr das Unrelevante wie Sara und ihre Familie und ihr eigentlicher Job bei der Polizei mit der "Prostitution" in den Vordergrund gerückt. Das hat sehr von dem eigentlichen Fall "Geiger" abgelenkt und die Handlung wurde recht schnell zäh und langweilig.

    Wenn dann mal wieder der Fall "Geiger" dran war, gab es auch hier wenig interessante Passagen. Ansonsten wurde gefühlt viel wiederholt, nur immer auf eine andere Art und Weise.

    Erst das allerletzte Kapitel war richtig spannend und hatte Nervenkitzel in sich.

    Mein Fazit:
    Schade, hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Skandinavische Spannung geht für mich auf jeden Fall anders. Weniger Seiten oder dem Fall "Geiger" mehr Aufmerksamkeit schenken hätten dem Buch besser getan. Wer es sich antun möchte, kann es ausprobieren, aber von mir gibt es nur 2,5 Sterne.

  17. Cover des Buches In Zeiten des abnehmenden Lichts (ISBN: 9783498057862)
    Eugen Ruge

    In Zeiten des abnehmenden Lichts

     (232)
    Aktuelle Rezension von: Buecherspiegel

    Eugen Ruge liebt alle seine Figuren, das merkt man beim Lesen. Bis auf zwei. In seinem Roman, der den Deutschen Buchpreis im Jahr 2011 gewonnen hat „In Zeiten des abnehmenden Lichts“, kommt daher fast jede Person zum Zuge. 

    Wie üblich, erzählt auch hier der Autor zum Teil in Rückblenden die Geschichte der Familie Umnitzer/Powileit. Charlotte, die starke Frau in der Familie, die immer und überall ihren Kopf durchsetzen will und mit Entscheidungen, die ihr Leben bestimmen sollte, hadert. Ihr das Lager in der Sowjetunion überleben Sohn Karl liebt sie zwar über alles, nicht aber dessen russische Frau Irina, die er nach der jahrelangen Gefangenschaft mitgebracht hat.

    Irina verzweifelt auf der Suche nach Anerkennung bei ihren Schwiegereltern zunächst schleichend, dann immer schneller. Ihren Alkoholismus kann sie lange geheim halten, aber die Missachtungen, die ihr von allen Seiten entgegenschlagen, sind für sie kaum noch zu ertragen. Vor allem, da ihr geliebter Sohn Alexander sich ebenfalls von ihr abwendet. Mit jedem Schluck mehr in seiner Gegenwart schwindet seine Liebe und verstärkt dadurch ihre Sucht.

    Das kleinbürgerliche Leben von Karl und seiner Familie, das durchaus zunächst besser erscheinende seiner Eltern, hat seinen Preis. Wie es in der ehemaligen DDR zuging, davon konnte sich in den letzten Jahrzehnten die Leserschaft ein Bild machen. Wirklich frei, wie sich Charlotte und ihr Mann vorstellten, konnten sie ihr Leben nicht führen. Viele Jahre harrten sie in Mexiko im Exil aus, bis sie endlich wieder in der Heimat einen Platz gefunden hatten. 

    Die nächste im Bunde ist Irinas Mutter Nadjeshda. Auch sie ist geprägt von ihrer Vergangenheit und dem unablässigen Wunsch, ein Kind zu haben. In zutiefst ärmlichen Verhältnissen groß geworden, lehnt sie es entschieden ab, bevorzugt zu werden. Ihren Urenkel Markus würde sie so gerne öfter sehen, doch die Beziehung zwischen seinen Eltern ist zerbrochen. Ein letztes Treffen kommt zustande bei der legendären Geburtstagsfeier des Patriarchen. Markus ist begeistert von den Andenken seiner Urgroßeltern aus Mexiko und nimmt sehr gerne ein Geschenk als vorgezogenes Erbe entgegen.

    Oh, wie Charlotte im Grunde die ewig gleichen Lobpreisungen und Orden verachtet, genauso wie Wilhelm seine Gäste. „Das Gemüse“ soll auf den Friedhof oder in den Müll, von den Orden hat er genug. Seine halb erfundene Lebensgeschichte wird immer und immer wieder nacherzählt, sehr zum Verdruss von Charlotte, die sich von Partei und DDR mehr versprochen hat. Es sollte schließlich nicht umsonst geschehen sein, dass sie den Vater ihrer Kinder verlassen hat.

    Man kann sich in jedes einzelne Leben hineinversetzen, die Gründe für jegliche Wandlungen nachvollziehen. Die Abhängigkeiten und kleinen Siege, die jede Figur durchleben sind teils bitter erkauft. Ich war sofort tief in dieser Welt versunken. Dass er mich so spät erreicht hat zeigt mir klar, es gibt noch unendlich viel zu entdecken, und das ist gut so. Ach ja, der Film wartet auch noch auf mich.

    Mehr darüber findet sich zum Beispiel unter: https://de.wikipedia.org/wiki/In_Zeiten_des_abnehmenden_Lichts

  18. Cover des Buches Honig (ISBN: 9783257243048)
    Ian McEwan

    Honig

     (123)
    Aktuelle Rezension von: Syakka

    Was für ein beklopptes Buch; echt mühsam zu lesen, langatmig, wie ein Haufen Stroh, den man durchkauen muß. Echt jetzt? Ist das alles?

    Und dann der Schluß. Da hat der Autor noch mal so richtig gegrübelt, wie er " 'nen dollen Knaller" bringen kann. Gähn. Echt lame.


  19. Cover des Buches Klara vergessen (ISBN: 9783866486270)
    Isabelle Autissier

    Klara vergessen

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Buchstabenliebhaberin

    Lesehighlight 2020! Juri wäre nicht der geworden, der er ist, wenn Rubins Jugend nicht so ausgrenzend, hart und voller Entbehrungen gewesen wäre. Und Rubin hätte ein ganz anderer werden können, wenn er nicht mit vier Jahren seine Mutter Klara verloren hätte. 

    Isabelle Autissier beschreibt das Leben dreier Generationen einer Familie im Russland von 1950 bis heute. Sie beginnt am Totenbett des Vaters. Der  sanfte Vogelliebhaber Juri stattet seinem erbarmungslosen Vater Rubin letzte Besuche ab, nachdem er sein Leben lang von ihm drangsaliert wurde und so früh wie möglich die Flucht ergriffen hatte. Rubin bittet ihn, die Geschichte seiner Mutter Klara zu rekonstruieren. Diese wurde 1950 unter Stalin verhaftet und verschleppt und ward nie wieder gesehen.

    Das Buch entführt tief in die Werdegänge der drei Personen, und jede Lebensgeschichte ist spannend und faszinierend, alle entwickeln einen unglaublichen Sog. Man mag das Buch nicht mehr weglegen.

    Da ist die mutige Wissenschaftlerin Klara, der böses Unheil widerfährt. Weil im Stalinismus kein Platz war für Widerworte, für Loyalität, für Ehrlichkeit. Es war eine Zeit des Misstrauens, des puren Überlebens. Keine gute Zeit für eine naive junge Frau, sie muss bitter dafür bezahlen. Zurück bleibt ein viel zu weicher Ehemann, der sich gar nicht richtig um den kleinen Rubin kümmern kann, der in seinem Schmerz gefangen ist. 

    Rubin macht seinem Namen alle Ehre und wird hart wie ein Edelstein. Gar nicht gut für seinen Sohn Juri, der mehr nach dem Großvater kommt.

    Unglaublich die Zeit auf dem Fischkutter, die der junge Juri unter seinem Kapitänsvater erleben muss.

    Phantastisch die Zeit im Gulag, als Klara täglich nach Uran suchen muss und sich mit den Nomaden der kleinen Insel anfreundet, auf der sie gestrandet ist. Eine fast glückliche Zeit, nach endlosen Verhören, die sie fast gebrochen hätten.

    Ein ganz wunderbares, kluges, ereignisreiches, intensives Buch!

  20. Cover des Buches Die Liebenden von Leningrad (ISBN: 9783453873391)
    Paullina Simons

    Die Liebenden von Leningrad

     (248)
    Aktuelle Rezension von: ni_ne_ll

    Wow Wow Wow... dieses Buch war wirklich eine reine Achterbahnfahrt der Gefühle... Ich habe das Buch leider viel zu lange vor mich hin geschoben. Hätte ich gewusst, was da auf mich zu kommt.. 

    Das Buch hat mir wirklich sehr gefallen. Ich konnte es einfach überhaupt nicht aus der Hand legen. Es wurde nie langweilig und es war so spannend und interessant Tatiana, ihre Familie und Alexander zu verfolgen.

    Der Schreibstil war wirklich schön und flüssig zu lesen. Er war sehr harmonisch und hat mir die Zeit des 2. Weltkrieges in Leningrad (St. Petersburg) sehr gut nah gebracht. Außerdem konnte ich mich vor allem durch den Schreibstil sehr in die Zeit zurückversetzen und hatte das Gefühl wirklich hautnah Tatianas Geschichte mitzuerleben. Ich denke, dass vor allem der Schreib-/ und Erzählstil der Autorin, dazu beigetragen hat, dass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen konnte.

    Die Autorin hat alle Protagonisten sehr gut und bildlich dargestellt, sodass ich mir die Geschichte richtig gut vorstellen konnte. Außerdem waren alle Protagonisten sehr authentisch dargestellt. Die Geschichte war auch sehr authentisch und glaubwürdig, unter Berücksichtigung der damaligen Zeit und das Leben in der Sowjetunion erzählt. Die Leser werden definitiv nicht verschont, was Schicksalsschläge usw. während des 2. Weltkrieges angeht. Das macht die Geschichte nur noch authentischer und alle Szenen werden so klar und bildlich erzählt, dass man das Gefühl hatte, man wäre selbst im kalten Winter dabei gewesen.

    Die Liebesgeschichte zwischen Tatiana und Alexander, war wirklich sehr schön, aber dennoch im Verlaufe der Geschichte natürlich auch tragisch. Es war schon ein großes Auf und Ab mit den Beiden. In anderen Büchern hätte mich sowas eher gestört, aber in diesem Buch hat die Autorin es geschafft mich vollkommen mitzunehmen. Wahrscheinlich konnte ich einfach hier über einige Dinge gut hinweg sehen, weil diese Liebesgeschichte unter anderen Bedingungen läuft, als die Liebesgeschichten, die in der heutigen Zeit spielen. Deswegen konnte ich auch relativ gut über Alexanders Charakter hinwegsehen. Ich mochte Alexander eigentlich ganz gerne, aber manchmal war ich eher erschrocken über ihn, da er doch sehr herrisch und besitzergreifend ist. Tatiana war ein tolles Mädchen, die mich aber auch mit ihrem naiven und zu gutmütigem Charakter etwas genervt hat. Aber ich sehe das alles nicht so problematisch, weil die Menschen damals einfach anders gelebt haben und auch anders aufgewachsen sind.

    Abschließend kann ich nur sagen, dass ich echt geflasht von dieser Geschichte bin und unbedingt wissen will, wie es mit den beiden nun weitergeht. Ich hoffe, der 2. Band kann mich auch so überzeugen.

  21. Cover des Buches Kind 44 (ISBN: 9783442481859)
    Tom Rob Smith

    Kind 44

     (745)
    Aktuelle Rezension von: Nimmie_Aimee

    In der Sowjetunion unter der Macht von Stalin gibt es offiziell keine Verbrechen. Und die Verbrechen die Begangen werden, werden als Unfall deklariert. So auch in Moskau 1953 als der Sohn von dem besten Freund des Geheimdienstoffiziers Leo Demidow tot aufgefunden wird. Der Obduktionsbericht ist deutlich, es kann kein Unfall gewesen sein. Nach und nach tauchen weitere Morde auf, die nicht als solche Ausgewiesen werden und Leo beginnt zu ermitteln. Damit stellt er sich aber dem Regime entgegen und gerät so selbst in Gefahr.

    Ein super tolles Buch! Ein packender Thriller, der einen nicht loslässt. Es lässt sich sehr gut lesen, sodass man richtig in die Geschichte eintauchen kann. Die Geschichte ist grausam und brutal über die Ermordung von Kindern. Die Zeit in der Sowjetunion wird gut und glaubhaft dargestellt. Man kann sich gut vorstellen wie es dort wohl tatsächlich gewesen ist.

    Eine absolute Leseempfehlung!

    Es gibt auch einen Film dazu, den ich nach dem Buch gesehen habe. Mir hat er gut gefallen, tolle Schauspieler (Tom Hardy, Noomi Rapace, Gary Oldman) und das schreckliche Verbrechen wird gut umgesetzt. Man sollte das Buch aber vorher gelesen haben, da sonst einige Sachen die wichtig sind nicht deutlich genug rüberkommen. Der Film allein ist also etwas schwer verständlich. Aber in Kombination mit dem Buch ist er gut.

    Kind 44 ist der erste Teil (meines Wissens) einer Trilogie. Die anderen Bände habe ich noch nicht gelesen, freue mich aber schon drauf, denn ich bin gespannt wie es weitergeht. Man kann das Buch aber auch gut alleinstehend lesen.

  22. Cover des Buches Farm der Tiere (ISBN: 9783257057140)
    George Orwell

    Farm der Tiere

     (736)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Es ist deprimierend. Nach dem ich 1984 gelesen habe, dachte ich, das Buch hier besäße nicht die gleiche Härte, schlussendlich geht es um eine Farm, um Tiere, um Hund, Schwein, Scharf, Hühner und Pferde. Dennoch war es ein harter Brocken, der von einer Evolution bis Diktatur geht und einem schwer im Magen sitzt.

    Die Hoffnung weicht der Ungerechtigkeit, die Freiheit einer Zuordnung und es ist voll mit den gleichen Lügen und Falschmeldungen, die 1984 den Leser abgestraft hat. Im Buch findet die gleiche Trennung zwischen Arm und Reich, die allgegenwertig ist. Die dummen Hühner, Kühe, Pferde und Schafe arbeiten für die grausamen Schweine, die ein Leben voller Luxus genießen und keine Skrupel kennen.

    Man merkt das am Anfang und alles, was man tut, ist hoffen auf das Beste. Orwell kennt kein Erbarmen und trifft den Leser direkt dort, wo es richtig wehtut. Ich war am Ende schockiert, es hat mich deprimiert und ich habe das Buch, das gutgeschrieben und interessant ist, richtig gehasst. Vom ganzen Herzen gehasst. Das Buch ist gemein, fies, brutal und nichts für schwache Nerven.

  23. Cover des Buches Atemschaukel (ISBN: 9783596512034)
    Herta Müller

    Atemschaukel

     (258)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Eindringlich, wortgewaltig und unprätentiös schildert Herta Müller die Geschichte eines Rumäniendeutschen und dessen Schicksal in einem russischen Gefangenenlager nach dem zweiten Weltkrieg. Die Erzählung lehnt sich an die eigenen Erfahrungen von Oskar Pastior, einem Lyriker und Übersetzter aus Siebenbürgen.


    Der Alltag in den Arbeitslagern ist von Mangel, Entbehrung und Grausamkeit durchsetzt. Trotzdem findet die Autorin eine Sprache, die weder anklagend noch schuldzuweisend ist, sondern sachlich und mit grosser Intensität das Los und die ganze Hoffnungslosigkeit dieser Menschen beschreibt. Dieses verdaut man als Leser nur stückweise und die unmenschlichen Zustände lassen einem sprachlos zurück.


    Eine beklemmende Lektüre einer grossen Schriftstellerin. Herta Müller wurde 2009 der Literaturnobelpreis verliehen.

  24. Cover des Buches Tausend strahlende Sonnen (ISBN: 9783596030934)
    Khaled Hosseini

    Tausend strahlende Sonnen

     (1.165)
    Aktuelle Rezension von: Laras_Buchblog

    Die Bücher von Khaled Hosseini sind für mich persönlich eine hohe Erzählkunst.
    Die Geschichten nehmen uns mit in ferne Länder, in diesem Fall in das Afghanistan der letzten 30 bis 40 Jahren.
    Die beiden jungen Frauen Mariam und Laila werden gegen ihren Willen in zeitlichen Abständen an den viel älteren, brutalen und grobschlächtigen Schuhmacher Raschid verheiratet und fügen sich zunächst, doch widersetzen sich dann ihrem Schicksal.
    Die Entwicklung der Figuren ist beeindruckend, die beiden Frauen mögen sich erst nicht, freunden sich dann miteinander an und gewinnen gemeinsam an Stärke und Zuversicht.

    Zusätzlich erfährt man als Leser viel Wissenswertes über das Land, die Geschichte und politischen Zusammenhänge.

    Das Buch geht unter die Haut und ist sehr bewegend. Eine emotionale Geschichte über Schmerz und Enttäuschungen, Hoffnungen und Träume eingebunden in wundervolle Sprache.

    Eine absolute Leseempfehlung ❤📚

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