Bücher mit dem Tag "sozialkritik"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "sozialkritik" gekennzeichnet haben.

182 Bücher

  1. Cover des Buches Paper Princess (ISBN: 9783492060714)
    Erin Watt

    Paper Princess

     (2.112)
    Aktuelle Rezension von: Kathis_bunte_Welt_der_Buecher

    Ella Harper ist 17 Jahre alt und muss sich nach dem Tod ihrer Mutter mit verschiedenen Jobs über Wasser halten. Als dann Callum Royal vor ihr steht und behauptet ihr Vormund zu sein und sie mit ihm mitkommen soll, versteht sie die Welt nicht mehr. Ella wird in eine Welt voller Geld, Macht und Gerüchten geworfen und muss nun versuchen so gut es geht zwischen den 5 Royal-Brüdern zu überleben. Dass dabei alle 5 Jungs wahnsinnig gut aussehen, macht es Ella nicht einfacher Anschluss zu finden.

    Ich war sehr zwiegespalten was dieses Buch betrifft. Einerseits waren viele Leser begeistert davon, andererseits gab es aber auch viele negative Stimmen zu diesem Buch.  Anfangs konnte ich noch nicht einordnen inwieweit mir die Geschichte zusagen soll, waren es doch vorwiegend negative Gefühle die Ella entgegen geschwappt sind und die man normalerweise von New-Adult-Büchern  nicht gewohnt ist. Ich fand keinen Zugang zu Ella und auch Reed Royal war schwer zu greifen, weil seine Reaktionen und Gefühle gegenüber Ella doch immer sehr widersprüchlich waren. Auch die anderen Brüder Gideon, Sawyer und Sebastian haben mich nicht von sich überzeugen können. Einzig und allein Easton war mir von den Royal-Brüdern von Anfang an sympathisch und ich habe zwischenzeitlich sehr mit ihm mitgefühlt obwohl er nicht gerade ein Engel ist. Valerie als Nebencharakter fand ich gut und ich mochte ihre ehrliche Art und Weise wie sie Ella begegnet ist. Brooke und Callum als Quasi-Eltern fand ich anfangs gut, doch nach und nach haben sich ihre Schwächen und Fehler doch sehr in den Vordergrund gedrängt.  Zwischenzeitlich hat mir die Geschichte dann doch gefallen, doch durch die oft teils sehr vulgäre und direkte Sprache der Geschichte wurde ich immer wieder etwas herausgerissen, da mir das teilweise too much war und mir dann die grundlegende Thematik doch sehr unangenehm war. 

    Dieses Buch konnte mich nicht wirklich überzeugen und mir fehlten zugängliche Charaktere, das gewisse Knistern zwischen den handelnden Personen und die angenehme Atmosphäre. Trotz allem bin ich doch gespannt wie die Geschichte weitergeht und hoffe das mir die anderen Bände besser zusagen. 

  2. Cover des Buches Das Känguru-Manifest (ISBN: 9783548373836)
    Marc-Uwe Kling

    Das Känguru-Manifest

     (553)
    Aktuelle Rezension von: Jamii

    Ich habe den ersten Teil eigentlich sehr gerne gehabt, die Witze waren lustig und alles noch neu. Dasselbe habe ich mir mit dem zweiten Teil auch erwartet, wurde aber teilweise enttäuscht. Ja, die Witze sind teilweise immer noch lustig, aber oft so lange herausgezögert, dass es sich irgendwann nur mehr weiderholt hat. 

    Was ich interessant fand, waren (wie immer) die Fußnoten und Kommentare des Kängurus. 


    Also: Lustig, aber nicht so gut wie der erste Teil.

  3. Cover des Buches Der Fänger im Roggen (ISBN: 9783499235399)
    J. D. Salinger

    Der Fänger im Roggen

     (1.525)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Ein genervter siebzehnjähriger Jugendlicher erzählt schrullige Anekdoten aus seinem missliebigen Leben. Für Erzählweise und -inhalt konnte ich mich überhaupt nicht erwärmen. Nach 60 von 155 Seiten hatte ich die Lektüre dann abgebrochen.

  4. Cover des Buches QualityLand (ISBN: 9783548291871)
    Marc-Uwe Kling

    QualityLand

     (738)
    Aktuelle Rezension von: Phantafan

    Da ich schon die Känguru-Tetralogie sehr mochte, habe ich mir zwar schon im Vorhinein gedacht, dass es mir sehr gefallen wird, jedoch hat Kling die Känguru-Bücher hiermit nochmal übertroffen. 

    Der Humor bleibt den Känguru-Chroniken treu und selbst ein paar Anspielungen an die Bücher sind zu entdecken. Auch wenn das Buch neben den Humor noch mehr bietet, sollte man, wenn man Klings Humor vorher schon nicht so mochte, eher die Finger davon lassen. Für mich aber kommt der derbe Humor aber gut durch, wodurch ich auch den Rest des Buches umso mehr wertschätzen konnte.

    Das alles in der Welt von Maschinen und Algorithmen gesteuert wird, klingt zwar erst nicht sonderlich neu, jedoch gibt es viele interessante und humorvolle Extras und Einblicke, die das Ganze sehr authentisch wirken lassen. So gibt es beispielsweise Paketdrohnen, die einen ohne Bestellung Pakete einfach so nach deinem Profil schicken, eine Dating-App, die automatisch den perfekten Partner für dich findet, oder auch ein Levelsystem, welches man durch verschiedene Taten hinaufsteigen kann und einem Vorteile gibt, sobald man ein hohes Level erreicht. Gerade Letzteres wirkt umso realistischer, wenn man an das Sozialkredit-System in China denkt. Auch andere Dinge, wie etwa Androiden, die tatsächliche Persönlichkeiten und damit auch Mängel entwickeln, sind ein interessantes Konzept, welches durch das Buch hinweg getragen wird. Zusätzlich gibt es natürlich noch gegenwärtige Themen wie etwa Rassismus oder Geschichtsromantisierung (ein prominentes Beispiel dafür wäre wohl das Musical "Ado und Eva"), die in Dystopie-Manier natürlich sehr überzogen, gleichzeitig aber denkbar sind.   

    Es gibt noch viel mehr, was ich schreiben könnte, jedoch sollte dieser kurze Einblick reichen. Mir hat das Buch extrem gut gefallen und es auch in wirklich kurzer Zeit weggelesen.

  5. Cover des Buches Der Steppenwolf (ISBN: 9783518463550)
    Hermann Hesse

    Der Steppenwolf

     (1.248)
    Aktuelle Rezension von: Miaplacidus

    Ich musste das Buch für die Schule lesen. Vielleicht ist meine Bewertung deshalb ein bisschen von diesem Zwang getrübt.
    Dazu muss ich sagen, dass es schon einige Zeit her ist. Auf jeden Fall empfand ich den Schreibstil als sehr angenehm zu lesen und habe auch anfangs versucht mich in die Rolle des Protagonisten hinein zu versetzen. Gerade am Anfang war die Geschichte noch einigermaßen okay und ich hatte Hoffnung. Leider entwickelte sie sich in eine sehr merkwürdige Richtung. Das einzige was ich davon mitnehmen konnte, war dass der Protagonist depressiv war, einen Drogentrip machte und dann komplett abstürzte. Ich habe keine Ahnung warum man sowas in der Schule lesen muss. Es gibt haufenweise gute Bücher auf der Welt und ich bin überzeugt oder hoffe zumindest, dass es von Hermann Hesse auch noch Besseres zu lesen gibt aber sowas ist für mich wirklich einfach nur ein großes Fragezeichen. Ich bin sehr offen gegenüber allem Möglichen, besonders bei Büchern aber das hat wirklich einen verwirrenden Eindruck hinterlassen. Wenn man ein Buch erst zum hundertsten Mal interpretieren muss, damit eine halbwegs gute Geschichte dabei rauskommt, verstehe ich den Sinn der Bücher nicht mehr.
    Leider habe ich deswegen nur 2 Sterne gegeben. Vielleicht werde ich das Buch in Zukunft noch einmal lesen und schauen, ob ich ihm doch noch etwas abgewinnen kann aber bis dahin bleibt es hierbei. 

  6. Cover des Buches NERVE - Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen (ISBN: 9783570309766)
    Jeanne Ryan

    NERVE - Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen

     (239)
    Aktuelle Rezension von: Liber_fanaticus

    Nerve- Das Spiel ist aus wenn WIR es sagen

    Als ein neues illegales Spiel im Internet die Runde macht ist es sofort in aller Munde. Die Teilnehmer müssen heikle und peinliche   Challenges meistern, während ein Millionenpublikum zusieht. Das ist eigentlich nicht das Ding der schüchternen Vee, doch neben den verlockenden Preisen lockt sie vor allem die Möglichkeit selbst einmal im Mittelpunkt zu stehen an. 

    Kaum hat Vee sich als Spielerin angemeldet und ihre erste peinliche Challenge überstanden wird der attraktive Ian ihr Spielpartner. Von da an stellen sich Vee und Ian gemeinsam den immer gefährlicher werdenden Challenges und werden bald als Internetstars gefeiert. Doch das Spiel hat seine Regeln und wer nicht nach ihnen spielt... verliert!

    Das Buch ist tatsächlich sehr spannend. Es wurden jedoch im Film Szenen, die dem Film die richtige Spannung und dieses gewisse etwas gegeben hätten, weggelassen. Für jeden der den Film mag und gerne liest ist das Lesen des Buches  aufjedenfall sinnvoll.

    In diesem Buch geht es neben den Challanges um Freundschaft, Familie, Verrat, Liebe und Action. Jeanne Ryan hat es definitiv spannend für uns gestaltet. 

    Also Lust auf ein Spannendes Buch? Dann greif zu Nerve! 


    Michelle

  7. Cover des Buches Todesmarsch (ISBN: 9783453436916)
    Stephen King

    Todesmarsch

     (772)
    Aktuelle Rezension von: sina_liest

    100 junge Männer nehmen an einem Wettlauf teil, der Gewinner darf sich wünschen was immer er möchte. Die 99 Verlierer zahlen allerdings einen hohen Preis: den Tod.

    Tatsächlich lässt sich kaum mehr über den Inhalt des Buches sagen, denn es passiert eben auch nicht mehr. Die Charaktere gehen und gehen und gehen, sie werden müde oder haben anderweitige Probleme und sterben. Und sie reden. Miteinander oder auch übereinander. Man merkt schnell, dass es in diesem Buch um die Charaktere geht und um ihr Miteinander und genau hier liegt Kings Stärke. Wenn er eines kann, dann Charaktere gestalten, die man gerne begleitet und von denen gibt es hier mehr als genug. Da ist es fast schon egal, dass die Handlung eher simpel ist.

    Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, hätte mir aber ein bisschen mehr Worldbuilding gewünscht. Es handelt sich hier um eine Dystopie und was genau hinter dieser steckt erfährt man nur ansatzweise aus dem Kontext der Dialoge. Wirklich ins Detail geht es dabei nie. Das mag schon so gewollt sein (immerhin liegt der Fokus wie gesagt eindeutig auf den Charakteren), war mir stellenweise aber ein bisschen zu wenig. Auch das Ende fand ich eher so naja. Da ging mir einiges etwas zu schnell und generell hätte ich mir da auch etwas mehr Drama gewünscht.

    Grundsätzlich ist "Todesmarsch" für mich aber ein guter King. Eine unterhaltsame, simple und stellenweise großartige Geschichte, die ich durchaus empfehlen kann.

  8. Cover des Buches Die Känguru-Chroniken (Känguru 1) (ISBN: 9783869091082)
    Marc-Uwe Kling

    Die Känguru-Chroniken (Känguru 1)

     (345)
    Aktuelle Rezension von: Sarah31

    Was soll ich sagen, lustig von Anfang bis zum Ende und absolut genial.

    Ich liebe inzwischen die Känguru Reihe und muss mich immer wieder darin vertiefen weil es einfach hängen bleibt. 😂

  9. Cover des Buches Das Känguru-Manifest (Känguru 2) (ISBN: 9783869090757)
    Marc-Uwe Kling

    Das Känguru-Manifest (Känguru 2)

     (227)
    Aktuelle Rezension von: Sarah31

    Ohne das Känguru geht garnichts mehr 😂

    Ich bin süchtig danach.

  10. Cover des Buches Sternschnuppenstunden (ISBN: 9783734850073)
    Rachel McIntyre

    Sternschnuppenstunden

     (144)
    Aktuelle Rezension von: UnendlicheGeschichte

    Meine Meinung 

    Bereits vor einigen Jahren hatte ich „Sternschnuppenstunden“ aus der Stadtbibliothek ausgeliehen, aber ungelesen zurückgegeben. Einige Zeit später habe ich es dann gebraucht bei einer größeren Bestellung mitbestellt und nun endlich gelesen.

    Das Cover hat mich schon damals sehr angesprochen. Es hat die Optik eines leicht abgegriffenen Tagebuchs, was sehr passend ist, da die Geschichte durch die Tagebucheinträge der Protagonistin Lara erzählt wird.

    Die Erzählform hat mir sehr gut gefallen, da es mir auf diese Weise leicht gefallen ist, eine intensive Beziehung zu Lara aufzubauen.

    Die 15-jährige Schülerin ist ein eher untypischer Teenager. Sie ist ausgesprochen klug und hat die Gabe, ihre Mitmenschen und Umgebung zu beobachten und auf ungewollt humorvolle Weise zu beschreiben. Ihr zerrüttetes Familienleben und ihr schwerer Stand in der Schule geben ihr leider viel Gelegenheit dazu.

    Anhand von Laras Geschichte bekommt man einen ziemlich schonungslosen Einblick in das Thema Mobbing. Von Seite zu Seite hat es mich mehr schockiert, einerseits, zu welchen Grausamkeiten Menschen in der Lage sind und anderseits, was ein Mensch alles aushalten kann.

    Lara gerät immer tiefer in einen Strudel aus Ängsten, Selbsthass und Verdrängung. Leider ist die einzige Person, die sie aus diesem Strudel herausholen kann und ihr wieder einen Grund gibt, um morgens aufzustehen, die Person, zu der sie keine Beziehung aufbauen darf.

    Um niemanden zu spoilern, gehe ich auf diesen Teil der Handlung hier nicht näher ein. Ich kann jedoch sagen, dass mich das Buch am Ende mit einer Vielzahl unterschiedlichster Gedanken und Gefühle zurückgelassen hat. So gut ich Laras Gefühle auch nachvollziehen konnte, so sehr hat die Vernunft an mich appelliert, dass sich etwas mächtig in die falsche Richtung entwickelt.

    Es war mir unmöglich herauszufinden, was ich mir für Lara und ihre Zukunft gewünscht hätte. Aber vielleicht liegt gerade darin das Besondere der Geschichte.

    Letztlich ist wahrscheinlich einfach nur wichtig, dass Lara an all dem Chaos gewachsen ist. Gerade dieses gnadenlos realistische Ende unterstreicht wohl die wichtige Botschaft.

    Über die Bedeutung des Titels habe ich lange gerätselt, die Auflösung hat mir sehr gut gefallen.

    Mein Fazit

    Insgesamt hat mir „Sternschnuppenstunden“ wirklich gut gefallen. Ich habe die Geschichte in wenigen Stunden durchgelesen und noch Tage später viel darüber nachgedacht! Ein lesenswertes Jugendbuch der anderen Art!

  11. Cover des Buches Deiner Seele Grab (ISBN: 9783548611242)
    Inge Löhnig

    Deiner Seele Grab

     (148)
    Aktuelle Rezension von: julestodo

    in diesem Buch wird eine alte Dame tot aufgefunden, im Tod drapiert mit Apfel und Trauben.

    Tino beschäftigt sich mit der Symbolik dieser Inzenierung und sieht die entsprechenden Schlüsse daraus. Aber ist er auf dem richtigen Weg?

    Bitte selber lesen, ich will die Spannung nicht verderben!

    Gewohnt flüssiger Schreibstil von Inge Löhnig macht das Buch zu einem Lesegenuss!

  12. Cover des Buches Ein plötzlicher Todesfall (ISBN: 9783548285283)
    Joanne K. Rowling

    Ein plötzlicher Todesfall

     (763)
    Aktuelle Rezension von: fayreads

    In der Kleinstadt Pagford stirbt Barry Fairbrother. Die AnwohnerInnen sind erschüttert über seinen plötzlichen Tod, doch mit dem Todestag wird der Abgrund der Stadt deutlich. Fairbrother war ein bedeutendes Gemeinderat-Mitglied und nun ist ein Platz frei, den viele wollen, aber nur einer bekommen kann. 


    Diese Streitereien bekommen auch die Kinder der Kleinstadt-PolitikerInnen mit und auch sie haben einige Schwierigkeiten in ihrem Leben. Doch sie können nicht tatenlos zugucken und hacken die Homepage des Gemeinderats und offenbaren nach und nach immer mehr Geheimnisse.

    Fazit: 


    Durch die Autorin hatte ich gewisse Ansprüche und wurde auch nicht enttäuscht. Anfangs hatte ich eine andere Geschichte erwartet, doch der Kleinstadt-Krieg, den ich bekommen habe, habe ich auch gerne gelesen. 

    Leider waren es mir zu viele Figuren, da ich die ersten 200 Seiten damit verbracht habe, mich zu fragen, welche Sicht ich gerade lese und wer das noch einmal war. 

    Außerdem waren mir die Jugendlichen etwas zu gewollt wild geschrieben. Sie dachten eigentlich immer nur an Sex oder wie sie ihre Eltern ruinieren können und das war mir etwas zu viel. Bei den Jugendlichen hätte ich auch gerne mehr über Gaia gelesen, die mir etwas zu kurz kam, obwohl sie eigentlich ein interessanter Charakter war. 

    Das Ende war extrem deprimierend. Zwischendurch hatte ich die Hoffnung auf ein Happy-End, doch dann wurde ich enttäuscht. Ich hätte mir eindeutig ein anderes Ende gewünscht und wenigstens ein paar Figuren ein schönes Leben gewünscht. 

  13. Cover des Buches Gun Love (ISBN: 9783518428320)
    Jennifer Clement

    Gun Love

     (91)
    Aktuelle Rezension von: SalanderLisbeth
    Ich wuchs in einem Auto auf, und wenn man im Auto lebt, hat man keine Angst vor Blitz und Donner, das Einzige, wovor man Angst hat, ist der Abschleppwagen. Auszug Seite 10


    Die Heldin dieses Romans ist die 14-jährige Pearl, die aus ihrer Perspektive von ihrem Leben und Aufwachsen in einer Schrottkarre erzählt. Ihre Mutter Margot kommt eigentlich aus wohlhabendem Hause, aber dann wird sie mit 16 Jahren von ihrem Klavierlehrer schwanger. Sie bekommt das Baby heimlich zu Hause und verschwindet direkt nach der Geburt mit ihrem 94er Ford Mercury, den sie kurz vorher zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. Sie landet mit dem kleinen Säugling auf dem Besucherparkplatz einer Wohnwagensiedlung im Süden von Florida, will sich nur kurz zurechtfinden und eine Wohnung suchen.

    Idylle im Trailerpark

    Diese Übergangslösung ist jetzt 14 Jahre her und die beiden leben immer noch am Rande des Trailerparks. In dieser verwahrlosten Umgebung zwischen zwei Highways, einer stinkenden Müllkippe und einem kleinen verseuchten Fluss voller Alligatoren haben sich Mutter und Tochter eingerichtet und kommen irgendwie zurecht. Margot verdient ein bisschen Geld als Putzkraft in einem Veteranenkrankenhaus und Pearl geht dank gefälschter Papiere sogar zur Schule. Das Autowrack wird ihr Zuhause, Margot bewohnt die Rückbank des Wagens, für Pearl werden die beiden Vordersitze zum Kinderzimmer. Während der Trailerpark Wasser und Toiletten bietet, wird das Essen ungekühlt aus dem Kofferraum verzehrt. Aber immerhin werden die Sandwiches gesittet von feinen, französischen Porzellantellern gegessen, ein Überbleibsel aus Margots vornehmer Herkunft. Ihre gute Erziehung versucht sie an Pearl weiterzugeben. Trotz der widrigen Umstände haben die beiden eine innige Beziehung zueinander. Ungeachtet der permanenten Angst vor dem Jugendamt wirkt das Leben der beiden fast idyllisch und märchenhaft harmonisch. Diese illusorische Idealisierung ist sicherlich der Erzählsicht einer 14-Jährigen geschuldet. Es ist ein trostloses Leben, aber Pearl kennt es ja nicht anders. 


    Meine Mutter und ich hätten ihm jederzeit eine Ecke in unserem Auto eingerichtet. Sie hätte ihm ein paar Plastiktüten für seine Sachen gegeben. Wir hätten die Tür aufgemacht und gefragt, Wann wollen Sie einziehen? Auszug Seite 147


    Die zauberhafte Atmosphäre im Wagen mit phantasievollen Geschichten, Musik und Gedichten, verstärkt durch einen blumigen Erzählstil steht im starken Kontrast zur Außenwelt. Durch Pearls Augen und ihre genaue Beobachtungsgabe lernen wir die anderen Bewohner des Trailerparks kennen, allesamt gescheiterte Existenzen, die ums Überleben kämpfen, den waffendealenden Pastor Rex, das mexikanische Schmugglerpärchen Corazón und Ray, die pensionierte Highschool-Lehrerin Roberta Young, die nach dem Tod ihres Mannes von der Sozialhilfe lebt. Ihre Freundin April May mit ihren Eltern Rose und Sergeant Bob, einem traumatisierten Kriegsversehrten. Ein bunter Haufen, gemein ist ihnen nur die unbedingte Waffenliebe. Waffen sind allgegenwärtig und sonntägliche Schießübungen auf die Alligatoren gehören zur Tagesordnung. Und manchmal landet ein verirrtes Projektil auch schon mal in der Beifahrertür. 

    Barbiepuppen und Alligatorzwillinge

    Das ändert sich, als eines Tages Eli Redmond auftaucht, ein Freund des dubiosen Pastors Rex und Margot sich Hals über Kopf in den attraktiven Waffenschmuggler verliebt. Pearl steht hilflos daneben, als Eli sich zwischen sie und ihre Mutter drängt und diese immer weniger Zeit für sie hat. Mit Eli ziehen auch Waffenschmuggel, Gewalt und Eskalation auf dem heruntergekommenen Gelände ein. Die Story rast jetzt unaufhaltsam auf den Abgrund zu. Man ahnt, dass es zu einer Katastrophe kommt und Pearls sowieso schon schwieriges Leben von einem Tag auf den anderen radikal verändern wird. Die Figuren stehen ohnmächtig daneben.

    Das Thema ihres gesellschaftskritischen Romans ist die amerikanische Waffenliebe und die Gefahr, die von den Waffen ausgeht. Bewegend und sehr beeindruckend portraitiert sie die amerikanische Unterschicht, schildert den Alltag der Abgehängten und  Ausgestoßenen ohne zu moralisieren. Die lyrische Sprache bildet dabei einen faszinierenden Kontrast zu den harten Gewaltaktionen in der Realität. Clements Sprache ist sehr poetisch mit vielen fast philosophisch angehauchten Zitaten, während die Dialoge ohne Anführungszeichen geführt werden, was trotzdem sehr lesbar ist. Ihre Sprache strotzt vor lebensklugen und betörenden Sätzen und sie kreiert  einige originelle Bilder, zum Beispiel die 63 Barbiepuppen, von einer Trailerbewohnerin zum Schutz in den Boden gepflanzt oder die siamesischen Alligatorzwillinge. Zum Ende hin fand ich es fast ein bisschen überladen. Eine kurze aber fesselnde Coming-of-Age-Geschichte mit einem offenen Ende, das Raum für eigene Gedanken lässt. 

    Gebete für die Vermissten

    Jennifer Clement ist eine US-amerikanische Autorin, die 1960 in Connecticut geboren und in Mexiko aufgewachsen ist, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Sie studierte Literaturwissenschaften und Anthropologie an der New Yorker University sowie französische Literatur in Paris. Clement, die neben Romanen auch Lyrik schreibt, war von 2009 bis 2012 Präsidentin des mexikanischen PEN. Ein internationaler Erfolg wurde ihr Roman „Prayers for the Stolen“ (deutsch: Gebete für die Vermissten) über den von Drogenkartellen organisierten Menschenhandel, für den sie im mexikanischen Guerro recherchierte.

  14. Cover des Buches Bienensterben (ISBN: 9783832162924)
    Lisa O'Donnell

    Bienensterben

     (168)
    Aktuelle Rezension von: Orisha

    Marnie wird 15 Jahre und muss ihre Eltern im Garten begraben. Gene und Izzy, drogenabhängig, unzuverlässig, tot. Nelly und Marnie sind fortan auf sich selbst gestellt. Allein schlagen sie sich durch, denn niemand darf wissen, dass ihre Eltern tot sind. Wär da nicht Lennie, ihr Nachbar, der irgendwann merkt, dass etwas nicht stimmt. Er beginnt sich um die Mädchen zu kümmern und langsam beginnen sich alle einander anzunähern. 

    Bienensterben ist ein leises Buch. Ein Buch, dass das Leben zweier Mädchen schildert, die schon immer auf sich selbst gestellt waren. Denn manchmal hat man eine Familie, die keine ist. Eine Zusammenkunft von Menschen, die zwar durch ihr Blut verwandt sind, aber eben keine Verantwortung füreinander übernehmen, so wie Izzy und Gene, die ihre Mädchen schon immer vernachlässigt haben. 

    Abwechselnd lässt die Autorin Nelly, Marnie und Lennie zu Wort kommen und man erhält einen guten Einblick in die Gedankenwelt aller drei. Doch leider bliebt diese Gedankenwelt seltsam kühl. Vielleicht muss sie auch kühl sein, denn schließlich haben beide Mädchen nie wirklich Liebe erfahren. Dennoch verliert das Buch dadurch auch etwas, nämlich die Nähe zu den Charakteren. Zwar war es durchaus spannend die Geschichte der drei zu verfolgen und es ist auch auf eine gewisse Art spannend gehalten, doch das Buch hätte noch mehr gewonnen, wenn man eben noch mehr Zugang gerade zu den Mädchen erhalten hätte.

    Kurzum: Ein Buch, dass ein Leben zeigt, das wohl niemand niemanden wünscht, das irgendwie düster ist und dennoch nicht komplett runterzieht, aber eben auch etwas  distanziert bleibt. Kann man lesen, muss man aber sicher auch nicht.

  15. Cover des Buches Rotwein für drei alte Damen oder Warum starb der junge Koch? (ISBN: 9783462047240)
    Minna Lindgren

    Rotwein für drei alte Damen oder Warum starb der junge Koch?

     (50)
    Aktuelle Rezension von: AhernRowlingAusten

    Als ich mir dieses Buch kaufte, tat ich es eigentlich in der Absicht, mir einen sehr lustigen und unterhaltsamen Schmöker zuzulegen. Ich dachte, dass Minna Lindgren das Alter gekonnt auf die Schippe nimmt und die Protagonistinnen mich lachen lassen, während sie einen ominösen Mordfall aufklären. Das ist der Autorin zwar gut gelungen, aber ich habe aus diesem Roman so viel mehr mitnehmen dürfen als nur ein bisschen Unterhaltung und drei alte Damen, die Witze über ihr Alter machen.

    Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gefallen, was ich allerdings nicht als selbstverständlich bei diesem Buch ansehe, da es eine ganz eigene Stimmung hat, auf die man sich einlassen muss. Geht man mit den gleichen Erwartungen an dieses Buch wie ich und will davon partout nicht abweichen, wird man das Buch wahrscheinlich schnell wieder zur Seite legen. Die Atmosphäre in diesem Buch empfinde ich nämlich als besonders. Sie ist sehr ruhig und hat auch in meinen Augen keinen üblichen Spannungsbogen. Mit diesem Buch greift man zu einer besonderen Lektüre, von der man denken könnte, sie ist selbst 94 Jahre alt und im Leben so gefestigt, dass sie nichts umhauen kann.

    Trotz dieser ruhigen Atmosphäre schaffen es die drei alten Damen den Leser kräftig zum Lachen zu bringen. Ich finde es immer wieder erstaunlich wie keck und selbstironisch alte Leute sein können. Eine Prise schwarzer Humor gehört allerdings dazu.

    Ein Punkt, der mir jedoch nicht gefällt, ist, dass man wegen des Titels eigentlich davon ausgeht, dass hier ein Mordfall aufgeklärt wird: Warum starb der junge Koch? Leider weiß ich aber auch nach der Lektüre nicht genau, warum der junge Koch, Tero, nun starb. In dieser Geschichte geht es viel mehr um Kritik am finnischen Pflegesystem und wie die Gesellschaft mit alten Leuten umgeht. Ich habe viele Stellen als erschreckend empfunden und mir steigen sofort die Tränen in die Augen, wenn ich daran denke, dass es mal meinen Eltern so gehen könnte, denn vieles aus diesem Buch hat man auch schon in deutschen Nachrichten gehört. Es ist eine Schande wie wir mit der älteren Generation umgehen und deshalb bin ich unglaublich froh, dieses Buch gelesen zu haben, da es mir in mancher Hinsicht die Augen geöffnet hat.

    Ein weiterer Punkt, der mich ein wenig störte, war die Informationsflut, wenn Siiri mit der Straßenbahn durch Helsinki gefahren ist. Zu jedem Gebäude gab es was zu erzählen und das ist auch interessant, passte allerdings nicht zur Geschichte. Aber man merkt, dass die Autorin ihre Stadt liebt. Helsinki scheint einen Besuch wert zu sein.

    Dieses Buch lässt sich durchaus mit einem Rotwein genießen, wenn man die richtige Stimmung dafür mitbringt und bereit ist, sich darauf einzulassen. Allerdings sollte der Rotwein auch für die Stellen bereitgestellt werden, wenn man mal ausgiebig die Augen über das Pflegepersonal rollen will.

  16. Cover des Buches Herr aller Dinge (ISBN: 9783404168330)
    Andreas Eschbach

    Herr aller Dinge

     (287)
    Aktuelle Rezension von: Chickenhunter

    Tolle Charaktere, gut erklärtes Thema. Nimmt leider erst im dritten Viertel richtig Fahrt auf und dann geht alles viel zu schnell. Das Ende ist auch ziemlich unbefriedigend. Als hätte der Autor nach der Hälfte des Buches keine Lust mehr auf das Thema gehabt. Schade. 

  17. Cover des Buches Generation Doof (ISBN: 9783404605965)
    Stefan Bonner

    Generation Doof

     (660)
    Aktuelle Rezension von: hannaxp

    Ich hab das Buch “Generation Doof” sehr sehr lange vor mir her geschoben und war auch nicht wirklich positiv überrascht. Der Schreibstil ist ziemlich langweilig und zieht sich sehr in die Länge, was ich persönlich nicht sehr gut fand. Am Anfang musste ich ab und zu mal lachen, aber danach wurde es irgendwie immer “schlechter”. Ich gebe dem Buch trotzdem 3 Sterne, weil der Gedanke für dieses Buch eigentlich sehr gut und kreativ war und es sich trotzdem mit einem wichtigem Thema befasst. 

  18. Cover des Buches Die Stadt der Blinden (ISBN: 9783442745296)
    José Saramago

    Die Stadt der Blinden

     (544)
    Aktuelle Rezension von: Leonore324

    Der Schreibstil ist zunächst ein wenig schwer zu lesen, da es ein bisschen dauert, bis man herausfindet, wer was sagt. Mit der Zeit habe ich mich aber dran gewöhnt und konnte ohne große Probleme fortfahren. Zudem finde ich es klasse, dass in diesem Buch den Charakteren keine Namen gegeben werden.

    Den Inhalt des Buches empfand ich als sehr spannend, aber oftmals auch sehr schrecklich und eventuell nichts für schwache Nerven. Ein Teil des Buches hat mir besonders zu schaffen gemacht, die Beschreibungen waren wirklich sehr detailreich und trugen dazu zu dem Horror bei, den man eh schon beim Lesen verspürt hatte. 

    Alles in allem ist das Buch sehr gesellschaftskritisch mit einigen philosophischen Weisheiten und es lohnt sich meiner Meinung nach wirklich, es zu lesen!

  19. Cover des Buches Die Elenden - Les Misérables (ISBN: 9783491961692)
    Victor Hugo

    Die Elenden - Les Misérables

     (197)
    Aktuelle Rezension von: Libertine

    Ein Mann wird zu einer Strafe von vier Jahren verurteilt, weil er Brot geklaut hat und dabei eine Scheibe eingeschlagen hat. Das Leben als Galeerensträfling ist hart – mehrmals versucht der Mann namens Jean Valjean zu fliehen und wird erwischt. Aus den vier Jahren wird eine Haftstrafe von insgesamt 19 Jahren.

    Doch auch nachdem Valjean seine Strafe verbüßt hat, ist er kein freier Mann. Er muss sich an jedem Ort melden, an den er kommt. Seine Papiere brandmarken ihn als gefährlichen Ex-Sträfling. Trotz des Geldes, das er mühsam auf den Galeeren gespart hat, findet er keine Unterkunft und niemand, der ihm etwas zu Essen verkaufen möchte. Erst als er an das Haus des Bischofs Myriel von Digne gelangt, den Valjean durch seine sparsame Lebensweise nicht als solchen erkennt, bekommt er Essen und einen Schlafplatz. Doch Jean Valjean weiß, dass er wieder in die Welt hinaus muss und beschließt, das wenige Silber im Haus des Bischofs zu stehlen.

    Valjean, der sein Glück mittlerweile kennen müsste, wenn er versuchte, eine Straftat zu begehen, wird erwischt und wieder in das Haus des Bischofs gebracht. Doch Myriel von Digne reagiert auf Valjeans Diebstahl auf eine Art, die Valjeans gesamtes Leben verändern wird.

    »Gegen die Frauen und gegen die Armen, auf denen das Unrecht der Gesellschaft am schwersten lastete, war er stets nachsichtig. ›Die Sünden der Frauen, der Kinder, der Bedienten, der Schwachen, der Elenden und der Unwissenden‹, sagte er, ›sind immer die Schuld der Männer, der Eltern, der Brotgeber, der Starken, Reichen und Wissenden.‹«

    Jean Valjean ist einer von jenen, nach denen dieser Roman benannt ist: ›Les Misérables‹ – ›Die Elenden‹. Menschen, die nicht das Glück haben, in ein wohlhabendes Haus geboren zu sein, sondern mit den erdenklich schlechtesten Startbedingungen auf diese Welt kommen, die keine sichere ist. Jean Valjean ist in diesem Strudel, der ihn weiter hinab reißt. Er stahl Brot, wurde zum Sträfling und damit zu einem von der Gesellschaft ausgeschlossenen. Als ein solcher stiehlt er nicht mehr nur Brot, sondern Silber.

    »Wenn die Seele in Dunkelheit schmachtet, ist sie der Sünde zugänglich. Nicht der ist schuldig, der die Sünde begeht, sondern der die Finsternis erzeugt hat.«

    hnlich ergeht es den anderen Figuren in Victor Hugos Roman ›Les Misérables‹. Der jungen und schönen Fantine, der frechen und mutigen Eponine, dem kleinen Gavroche. Victor Hugo gelingt es, eine Welt um diese zu erschaffen, die berührt und in der ›die Elenden‹ in all ihrer Menschlichkeit sichtbar werden. Er zeigt sie verstrickt in ihre sozialen Umstände, die sie einengen und denen sie immer wieder bereit sind, etwas Leben abzutrotzen.

    Die Zeit, in der der Roman ›Les Misérables‹ ist eine, in der sich ein Umbruch ankündigen will. 1815 setzen die Geschehnisse ein und begleiten die Figuren bis 1832.

    »Es war schwer, sich einen herabgekommeneren Menschen als diesen vorzustellen. Er war von mittlerem Wuchse, stämmig, und bei Kräften. Sein Alter hätte man mit sechsundvierzig oder achtundvierzig Jahren angeben können.«

    Obwohl mehr als eineinhalb Jahrhunderte vergangen sind, seitdem Hugo diesen Roman veröffentlicht hat, sind die Kämpfe der Protagonisten nicht verstaubt. Er lädt den Leser ein, diese ›Elenden‹ bei dem Versuch zu begleiten, über sich hinauszuwachsen, in einer Zeit, die von Hunger und Armut geprägt war. Eine definitive Leseempfehlung!

  20. Cover des Buches The Great Gatsby (ISBN: 9783192929588)
    F. Scott Fitzgerald

    The Great Gatsby

     (412)
    Aktuelle Rezension von: betweenenchantingpages

    Jay Gatsby ist ein einsamer reicher Geschäftsmann, der einer verlorenen Liebe nach jagt. Das Buch spielt in den "roaring twenties" und erzählt von Genusssucht, Langeweile und der Sinnlosigkeit des mondänen Lebens.

    Echt ein guter Roman, aber Meinung nach einfach nur overrated. Versteht mich nicht falsch, ich mag das Buch total, aber es gibt einfach bessere Klassiker.

  21. Cover des Buches Die Maschinen (ISBN: 9783453316362)
    Ann Leckie

    Die Maschinen

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Roman-Tipps
    Nach dem Cover zu schließen, hatte ich erst gedacht, dass Breq eine Androidin ist – aber weit gefehlt! Was Ann Leckie sich für „Die Maschinen“, den ersten Band ihrer Science-Fiction-Reihe, ausgedacht hat, ist einfach um Weiten erstaunlicher, als ich gedacht hätte. Denn Breq ist eine Verbundenheit zwischen einer künstlichen künstlichen Intelligenz (KI) und einem Körper – so etwas hatte ich bisher noch nirgendwo gesehen. Das alleine ist eine wahre Einzigartigkeit, wird jedoch durch ihren ungewöhnlichen Schreibstil, der mich wirklich beeindrucken konnte, noch emporgehoben. Ich liebe Bücher, in denen es um künstliche Intelligenzen geht und sich mit Fragen rund um das Thema beschäftigt. „Die Maschinen“ von Ann Leckie ist ein relativ anspruchsvolles, aber auch großartiges, ungewöhnliches und definitiv mitreißendes Buch, welches mich hundertprozentig begeistern konnte!

    Die Radch und die KI

        „Sie sehen Mord und Vernichtung in einem unvorstellbaren Ausmaß, aber die Radchaai sehen die Ausbreitung von Zivilisation, Gerechtigkeit und Anstand, zum Nutzen des Universums. Tod und Vernichtung sind unvermeidliche Nebenprodukte des guten, absoluten Ziels.“

    (S. 100 des eBooks „Die Maschinen“ von Ann Leckie, Heyne Verlag)

    Ann Leckie hat in ihrem Science-Fiction „Die Maschinen“ ein Volk namens „Radch“ erschaffen, welches sich das Ziel gesetzt hat, das gesamte Universum Stück für Stück zu erobern, damit ihr Territorium wächst, und somit auch nach ihrem Denken zu zivilisieren. Ihre Annexionen werden grausam und gewaltsam durchgeführt. Widerstand wird z.B. durch Exekutionen, Deportationen und Umerziehung ausgeschaltet. Die übrig gebliebene Bevölkerung wird in die Radch integriert, sodass diese nach einigen Generationen genauso Radchaai sind wie alle anderen auch. Die Radch sind eine technologisch sehr weit fortgeschrittene Gesellschaft. Künstliche Intelligenzen steuern ihre riesigen Raumschiffe, überwachen z.B. jede Handlung, jede Gefühlsschwankung, alles was gesagt wird, zeichnen Daten auf und speichern diese. Die KI sind dazu geschaffen z.B. Stationen und Raumschiffe zu leiten bzw. dafür zu sorgen, dass dort alles funktioniert. Sie werden dazu programmiert, bedingungslosen Gehorsam zu leisten, Annexionen und Exekutionen effizient, präzise und schnell durchzuführen. Doch die KI steuern nicht nur die Raumschiffe, sondern auch Hilfseinheiten. Hilfseinheiten sind Menschen, die keinen freien Willen oder Bewusstsein mehr haben. Die KI übernimmt die komplette Kontrolle über diesen Körper, sodass alle Hilfseinheiten mit der gleichen KI untereinander verlinkt sind. Die KI sieht, hört und fühlt mit jedem Körper – und sie hat die Kontrolle manchmal über bis zu tausend Körpern! Die dafür bestimmten Körper werden bei Annexionen ausgewählt und solange in Suspension eingelagert, bis sie gebraucht werden – also bis eine Hilfseinheit stirbt und ersetzt werden muss. Das Thema und die Umsetzung faszinieren, entsetzen und erschrecken zugleich.

    Sprachliche Mittel – absolut außergewöhnlich

    Noch etwas ganz Besonderes an diesem Buch ist, dass hier ausschließlich das Femininum, weibliche Sprachformen verwendet worden sind. Bei den Radch gibt es in der Sprache keine geschlechtlichen Unterschiede, sodass sie im Radchaai, ihrer Muttersprache, allem eine weibliche Form bzw. Endung geben, wie z.B. „sie“, „ihr“, „Leutnantin“, „Kapitänin“, „Herrin“ etc. Für mich war es eine interessante und wirklich faszinierende Abwechslung – auch so etwas hatte ich bis jetzt noch nie gesehen. Am Anfang hatte ich dafür allerdings etwas Zeit gebraucht, um mich daran zu gewöhnen. Da die Geschichte komplett aus der Sicht von Breq als Ich-Erzähler erzählt wird, ist es für die Protagonistin, welche das Radchaai gewöhnt ist, nicht immer leicht mit Leuten aus anderen Kulturen zu sprechen, wenn diese zwischen weiblichen und männlichen Personen unterscheiden.

    Wie bereits geschrieben: Ann Leckies Idee ist nicht nur genial, sondern perfekt umgesetzt. Ich war überwältigt davon, wie die Autorin es geschafft hat die Gedanken und Gefühle eines Raumschiffes mitsamt seinen hunderten oder tausenden von Hilfseinheiten, die alle gleichzeitig handeln, hören, reden, sehen, fühlen, zu beschreiben. Das hat mich absolut umgehauen!

    Haben künstliche Intelligenzen einen eigenen Willen, Gefühle und ein Bewusstsein? Können sie sich über ihre Programmierung hinwegsetzen?

         „Im Grunde interessiert es niemanden, was man denkt, solange man tut, was von einem erwartet wird.“

    (S. 82 des eBooks „Die Maschinen“ von Ann Leckie, Heyne Verlag)


    Die Protagonisten von „Die Maschinen“ sind Breq und Seivarden – beide sind sehr gut gezeichnete Charaktere mit einer dramatischen und zu Herzen gehenden Vergangenheit, Schwächen und Stärken. Ich mochte beide sofort, sie ließen mich durch die gesamte Geschichte hindurch mitfiebern.

    Breq ist äußerlich eine Frau, deren Körper von der künstlichen Intelligenz gesteuert wird, welche vor ca. zwanzig Jahren einmal das riesige Raumschiff „Gerechtigkeit der Torren“ gewesen ist. Seit so vielen Jahren sinnt sie nach Rache und hat einen Plan ausgearbeitet, um Anaander Mianaai, die unbesiegbare Herrrin der Radch, zu ermorden. Denn diese hat ihr etwas unglaublich Schmerzvolles angetan, etwas Unverzeihliches und abgrundtief Grausames. Breq ist selbstbeherrscht, denkt strategisch, auch zweckgebunden, ist jedoch nicht ohne Mitgefühl, kühl und doch gefühlvoll, manchmal ist sie unentschlossen, aber dann wieder entschlossen. Sie liebt Musik, wobei ihr ständiges Summen von früheren Liedern sie hin und wieder in Gefahr bringt, dass sie von anderen Leuten als die „Gerechtigkeit der Torren“ erkannt werden könnte – was sie verhindern möchte. Ihr Ziel scheint unmöglich zu realisieren. Sie weiß, dass sie dabei sterben könnte, setzt jedoch alles daran endlich die lang ersehnte Rache zu nehmen. Der Weg führt Breq dabei auf den kalten und dünnbesiedelten Planeten Nilt, wo sie auf Seivarden trifft, der bewusstlos und sterbend im Schnee liegt.

        „Es gab sehr vieles, was ich nicht verstand, und in den neunzehn Jahren, seit ich vorgab, ein Mensch zu sein, hatte ich längst nicht so viel gelernt, wie ich erwartet hatte.“

    (S. 20 des eBooks „Die Maschinen“ von Ann Leckie, Heyne Verlag)

    Seivarden ist vor tausend Jahren Kapitän eines Raumschiffes gewesen, welches bei einem Angriff zerstört worden ist. All die Jahrhunderte lag er in einer Suspensionskapsel, bis man ihn vor Kurzem gefunden hat. Als er aufgewacht ist, hat er sich in einer vollkommen veränderten Welt wiedergefunden: Seine Familie hat den finanziellen und sozialen Status verloren, keiner kennt oder interessiert sich für ihn – auch die Radch hat sich verändert, denn die Radch schließt nun Verträge mit anderen Völkern, anstatt diese zu annektieren, Hilfseinheiten werden durch menschliche Soldaten ersetzt, selbst seine eigene Sprache hat Formen angenommen, die er nicht versteht. Um zu vergessen und nichts mehr zu fühlen, hat er angefangen Drogen zu nehmen. Seivarden wirkt nicht zu durchschauen, denn anfangs ist er ständig unter Drogen gesetzt. ER hat Probleme mit seinen Erinnerungen, ist dauernden extremen Stimmungsschwankungen ausgesetzt (von Apathie bis zum Wutausbruch). Breq hilft ihm, auch wenn sie sich nicht sicher ist, warum, und Seivarden es erst nicht zu schätzen weiß. Aber mit der Zeit macht er Veränderungen durch, womit er immer mehr an Charakter gewinnt.

    Zwei Handlungsstränge

    Die Geschichte besteht aus zwei Handlungssträngen, die sich immer wieder abwechseln. Eine Handlung spielt in der Vergangenheit, als Breq vor zwanzig Jahren ein Truppentransporter im Orbit des Planeten Shis`urna gewesen ist, gleichzeitig Hilfseinheiten im Raumschiff und auf dem Planeten kontrolliert hat. Die andere Handlung zeigt die Gegenwart, Breqs Bemühungen, ihren Racheplan in die Tat umzusetzen und ihre Interaktion mit Seivarden.

    Für mich ein Highlight

    „Die Maschinen“ konnte mich vollkommen begeistern! Es ist total spannend, hat eine verstrickte Handlung, Wendungen, die mich umhauen konnten, viele Geheimnisse – unter anderem auch zwischen Breq und Seivarden, was die Handlung auch vorantreibt -, politische Intrigen, Science-Fiction-Themen, die mich schon immer interessiert haben, Szenen und Begebenheiten, die mich entsetzen und mitreißen konnten, und faszinierende Elemente. Der Science-Fiction ist nicht besonders actionreich – aber hier fällt das absolut nicht ins Gewicht. Ich brauche dringend die Fortsetzung!

    Fazit:

    Faszinierender, schockierender und heftiger Science-Fiction, der so viele einzigartige Elemente bietet, dass das Lesen zu einem großartigen Erlebnis wird und man sich mit einigen interessanten Fragestellungen beschäftigen kann. Sprache, Handlung und Charaktere machen es zu einem Highlight. Hin und wieder recht anspruchsvoll und nicht besonders actionreich – hier liegt der Schwerpunkt definitiv auf einer anderen Ebene. Rasant ist es aber auf jeden Fall. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen!
  22. Cover des Buches Die Namen der Toten (ISBN: 9783328101741)
    Sarah Bailey

    Die Namen der Toten

     (29)
    Aktuelle Rezension von: mrs-br

    3,5 Sterne.
    Die Charaktere haben mir super gefallen! Der Fall war teilweise sehr verworren und man hat schon sehr mitgefiebert. Immer wieder kam dieser aber ins Stocken und die Auflösung am Ende kam einfach innerhalb von einer Seite. Es hat sich dadurch, dass man die “Böse” Seite ebenfalls als Perspektive hatte, nicht wirklich Stück für Stück aufgebaut. Ich denke ohne diese, wäre es deutlich spannender gewesen.

    ___________________________
    Ab hier Spoiler!!!
    Die Auflösung hat mir echt nicht gefallen. Da fährt Vega zu der Farm, wird überfallen, dabei läuft er in etwas Entfernung am Straßenrand und merkt nicht, dass der Kidd von hinten kommt? Und dann glaubt Reese ihm sofort alles und bringt seinen “Partner” um? Und innerhalb von 2 Sätzen wird klar es war der Jason und alle fahren zu den Eltern von ihm und da ist alles so schlecht versteckt?
    Und dann dieser Simon von Daria. Der ist Therapeut und ist einfach durchgehend super aggressiv gegenüber Vega und hat sich selbst nicht unter Kontrolle.
    Ich hatte mir natürlich ein Happy End für Vega und Daria gewünscht, besonders, weil sie sich ja doch lieben. Und nur bei Simon zu bleiben, weil er ihr alles immer verzeiht? Irgendwie unlogisch.

  23. Cover des Buches Geschenkt (ISBN: 9783442483006)
    Daniel Glattauer

    Geschenkt

     (216)
    Aktuelle Rezension von: Bibliokate

    Gerold arbeitet fürbeine Gratis Zeitung und lebt sein Leben so ganz anders als er sles sich eigentlich vorgestellt hatte. Als der 14 Jährige Manuel in sein Leben tritt der bei Gerodl Wohnen soll während seine Mutter im Ausland arbeitet weiß keiner von den beiden so recht was sie voneinander halten sollen, vor allem da Manuel nicht weiß das Gerald sein Vater ist.

    Nachdem Gerold einen Artikel über eine Überfüllte Obdachlosen Unterkunft veröffentlicht trifft eine Anonyme Geldspende ein. Daraufhin gelangen mehrere Institutionen über die Gerald berichtet an solche anonymen Geldspenden die alle in Verbindung mit Gerold Artikeln stehen. Das bewirkt nicht nur das Gerold von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird sondern auch das Manuel und er sich immer näher kommen.


    Daniel Glattauer hat mit "Geschenkt" meiner Meinung nach seinen bisher besten Roman geschrieben. Die Protagonisten wachsen einem sofort ans Herz in ihrer unvolkommenheit. Diese Geschichte kann einen einfach nicht kaltlassen. Ein grandioser Roman über Menschen am Rande der Gesellschaft und darüber wie kleine Taten oft sehr großes Bewirken können. 

            

  24. Cover des Buches Unterleuten (ISBN: 9783442719761)
    Juli Zeh

    Unterleuten

     (524)
    Aktuelle Rezension von: Randberliner

    Die in Bonn geborene Juli Zeh ist  Wahl-Brandenburgerin, und so verwundert es nicht, dass ihr 2016 veröffentlichter Roman Unterleuten in einem gottverlassenen Kaff irgendwo in der brandenburgischen Provinz spielt. Jedoch, Juli Zeh ist weder eine Heimatschriftstellerin, schon gar keine ostdeutsche, noch ist Unterleuten ein Brandenburg- oder Ost-Roman. Sie benutzt die Gegend, weil sie nur aus dem Fenster schauen muss, aber Unterleuten hätte mit einigen Modifikationen auch in einem der vielen anderen abgehängten Regionen in Deutschland, sei es in der Eifel, irgendwo in einem oberbayerischen Nest oder im Osten von Schleswig-Holstein spielen können. Das Dorf als Folie nehmend, geht es ihr vielmehr um die vielschichtigen Beziehungen in einer kleinen abgeschlossenen Gemeinschaft, in der jeder von jedem abhängig ist, noch alte Rechnungen offen hat oder in der früher begangenes oder vermeintliches Unrecht unter dünnen Schorf nicht in Vergessenheit gerät.

    Die Autorin erzählt keine durchgehende Geschichte, sondern setzt die Handlung wie in einem Kaleidoskop aus den verschiedenen Blickwinkeln aller Protagonisten zusammen. Jeder lebt in seinem Universum, in seiner persönlichen Filterblase. Als dieses festgefügte, ineinander verwobene Beziehungsgeflecht plötzlich durch Pläne zum Bau eines Windparks in heftige Schwingungen gerät, brechen alte Wunde wieder auf, entstehen neue Freund-Feind-Allianzen und bringen die dörfliche Gemeinschaft bis an den Rand des Zerbrechens. Dabei nimmt Juli Zeh für keine Seite Partei ein, sondern lässt den Leser die Handlung durch die Augen der unterschiedlichen Protagonisten erleben.

    Beeindruckend ist, wie es Juli Zeh gelingt, durch den geschickten Einsatz von Cliffhangern die Handlung immer spannender und dynamischer zu gestalten, bis sich der Leser plötzlich in einem Thriller wiederfindet, in dem nicht nur geköpfte Spielpuppen drohend am Gartenzaun hängen, sondern auch Menschen zu Tode kommen. Da sich der vielschichte Erzählstoff hervorragend auch für eine filmische Umsetzung eignet, war es nicht verwunderlich, dass die dreiteilige Fernsehverfilmung 2020 mit über sechs Millionen Zuschauer ein breites Publikum fand.

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