Bücher mit dem Tag "sozialkritisch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "sozialkritisch" gekennzeichnet haben.

77 Bücher

  1. Cover des Buches Die Arena (ISBN: 9783453435230)
    Stephen King

    Die Arena

     (1.158)
    Aktuelle Rezension von: Anne_Sawyer

    Plötzlich stülpt sich eine unsichtbare Kuppel über die Kleinstadt Chester's Mill. Auf einmal sind die Einwohner völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Als dann auch noch die Vorräte knapp werden, beginnt ein harter Kampf ums Überleben.

    Ich brauchte kurz um in diesen Wälzer reinzukommen und um die Figuren alle kennenzulernen. Aber als ich mit diesen erst mal warm geworden bin, konnte ich kaum noch aufhören.
    Rusty war meine absolute Lieblingsfigur. Was ich an Kings Schreibstil auch Besonders finde, ist wie er sich in die Tiere reinversetzen kann. Einfach super ab und an alles aus deren Sicht zu lesen.

    4 Sterne kann ich für einen tollen King vergeben. Mir war nur die Ungerechtigkeit, die er aufgezeigt hat einen Hauch zuviel. Die hat mir so manchmal schlechte Laune bereitet.
    Aber an sich ein toller King mit einen gewohnt wundervollen Schreibstil. Auch die Charaktere werden mir wie immer im Gedächtnis bleiben.

  2. Cover des Buches Der Steppenwolf (ISBN: 9783518463550)
    Hermann Hesse

    Der Steppenwolf

     (1.225)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Zur vollständigen Rezension geht es hier:

    https://www.podbean.com/media/share/pb-t77ch-f687a4

    Vorsicht, Spoiler!

  3. Cover des Buches Der Märchenerzähler (ISBN: 9783841502476)
    Antonia Michaelis

    Der Märchenerzähler

     (1.492)
    Aktuelle Rezension von: lesehaeschen

    Dieser spannende Psychothriller mit dem wunderschönen Cover und dem passenden Titel ist nichts für schwache Nerven. Ich hatte es vor ca. 10 Jahren als junger Teenie schon mal gelesen (die Zielgruppe, die empfohlen wird, da es ein Jugendbuch ist) und vieles darin vermutlich nicht verstanden. Es jetzt wieder zu lesen (für die Literaturrunde mit meinen Kollegen) war sehr interessant, weil ich mich an gar nichts mehr erinnern konnte. Aber vermutlich hat es mich jetzt mehr mitgenommen. Das Buch behandelt einen krassen Inhalt und hat ein krasses Ende (und keine Triggerwarnung, obwohl das sicher einige Leser bräuchten).
    Das Buch begann etwas ruhig und zäh, ich hätte mir in der Mitte vielleicht 50 Seiten weniger gewünscht. Der Schreibstil ist sehr poetisch, ebenso wie der Inhalt: Die Vermischung zwischen sehr kreativem Märchen und knallharter Realität spiegelt sich in der künstlerischen Sprache wieder. Die Märchen sind voller Figuren und Metaphern und das ganze Buch voller Hinweise. Die Songtexte von Leonard Cohen und die wenigen Perspektivwechsel lockern das Buch auf. Besonders hinweisen möchte ich noch auf die schönen Landschaftsszenen und die
    philosophischen, reflexiven Gedankengänges Annas.
    Weil die Mischung Märchen + Psychothriller mir sehr gut gefällt, es mich aber erst spät gepackt hat: ⭐️⭐️⭐️⭐️

  4. Cover des Buches Das Känguru-Manifest (ISBN: 9783548373836)
    Marc-Uwe Kling

    Das Känguru-Manifest

     (535)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    Wenn man sich mit den Käguruchroniken beschäftigt - das gilt für Band 1 bis 3 - dann sollte man politisch gesellschaftlich interessiert sein, um die Pointen und den Witz zu verstehen.


    Der Autor ist praktisch selbst gemeinsam mit dem Känguru die Hauptfigur. Das Känguru - kommunistischer Charakter - und der Marc-Uwe der unterforderte Kleinkünstler. Sie kämpfen gegen das Ministerium für Produktivität - sie machen alles, um Skandale und Intrigen zu enthüllen. Wundervoll witzige und schräge Geschichten - die sich super flüssig lesen. Trotz allem Witzes ist das Buch - so möchte ich behaupten - auch tiefgründig - und sinnig, weil hinter jedem Witz ein Stück Wahrheit steckt. 


    Ich kann nichts weiter sagen - als klare Leseempfehlung !!! 

  5. Cover des Buches Die Känguru-Offenbarung (ISBN: 9783548375137)
    Marc-Uwe Kling

    Die Känguru-Offenbarung

     (387)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ


    Band 3 der Känguru-Chroniken möchte ich euch gern vorstellen. Marc- Uwe Kling hat wieder einmal zugeschlagen. Zum Kaputtlachen frech ist die Fortsetzung geschrieben, ich habe mich bestens amüsiert. Marc-Uwe - der Ich-Erzähler ist eine Zeit schon allein und in Depressionen verfallen. Dieser junge Intellektuelle der Berliner Kleinkunstszene und sein Känguru suchen nach dem Pinguin - und das nicht nur in Berlin und Deutschland, sondern auch in New York, Brüssel, Toronto, Seattle oder schließlich in Ho-Chi-Minh-Stadt. Wir lesen vom Asozialen Netzwerk, von der Zentrale der Pinguine oder davon, dass das Känguru der Meinung ist, dass die Pinguine die gesamte Welt in einen Flughafen umwandeln wollen.
    Das Buch ist in zwei Teile gegliedert, wobei Teil 1 in verschiedene Episonden eingeteilt ist.Teil 2 beinhaltet aufeinander aufbauende Geschichten.
    Man kann sagen, dass das Geschriebene schon dem fantastischen Roman angelehnt ist, früher sagte man utopisch dazu.
    Wenn man einmal begonnen hat, sich mit den Chroniken zu beschäftigen, dann ist man infiziert, ich empfehle die Bücher - es ist kurzweilig spannende, amüsante Unterhaltung. 


  6. Cover des Buches Isch geh Schulhof (ISBN: 9783404606962)
    Philipp Möller

    Isch geh Schulhof

     (247)
    Aktuelle Rezension von: melli.die.zahnfee
    Heute ist Klassenausflug. Bowlen - damit die Kinder sich endlich mal so richtig austoben können. Als ich den Klassenraum betrete, stürmen die ersten schon auf mich zu.
    "Herr Mülla, iebergeil!", ruft Ümit. "Isch mache Strike, ja? Schwöre, schmache eine Strike!" Mit wilden Bowling-Trockenübungen steht er vor mir. Wenn er nachher tatsächlich so bowlt, nehme ich mir besser einen Helm mit.

    Aushilfslehrer? Ein lockerer Job, denkt Philipp Möller - bis zur ersten Stunde in seiner neuen Klasse: Musikstunden erinnern an DSDS, hyperaktive Kids flippen ohne ihre Tabletten aus und zum Frühstück gibt es Fastfood vom Vortag. Möllers Geschichten aus dem deutschen Bildungschaos sind brisant und berührend, und dabei immer wieder urkomisch.

    Dieses Buch sollte gerne Pflichtlektüre werden, es ist sehr berührend weil es einen Zustand dieses Landes wiederspiegelt, den wir alle mehr oder weniger kennen die Politik sich aber niemals dazu äußern würde.
    Ich finde den Schreibstil unheimlich faszinierend, da Herr Möller durchaus kritische Töne anschlägt, diese aber duch den locker, flockigen Tonfall niemanden beleidigen können.
    In dem ostfriesischen Dorf in dem ich lebe gibt es diese Problematik nicht, allerdings weiß ich von Bekannten , die in großen Städten leben, dass sich in diesem Buch durchaus eine gefährliche Realität wiederspiegelt.
  7. Cover des Buches Dancing Jax - Auftakt (ISBN: 9783839001714)
    Robin Jarvis

    Dancing Jax - Auftakt

     (314)
    Aktuelle Rezension von: Aenna612

    Zugegeben: Bis Seite 150 hatte ich Mühe weiterzulesen und hatte auch nicht wirklich Lust, das Buch wieder zur Hand zu nehmen. Es hat mich immer wieder Überwindung gekostet und ich hab sogar überlegt, abzubrechen. Dann hab ich in ein paar Rezensionen gelesen, das es anderen Lesern ähnlich ging, dass es aber ab Seite 150 besser werden solle. Und ich wurde nicht enttäuscht. Nach dieser etwas zähen "Einleitung" nahm die Geschichte enorm an Fahrt auf und hat mich richtig in ihren Bann gezogen. Ich konnte das Buch kaum mehr zur Seite legen und bin extrem gespannt auf die Fortsetzung.

    Die Figuren sind sehr eindrücklich beschrieben und ich konnte mich gut in die Geschichte und in die Schauplätze hineinfühlen (ab Seite 150 ;-)). Für mich ist es eine Mischung aus Thriller und Jugendbuch.

  8. Cover des Buches Ein plötzlicher Todesfall (ISBN: 9783548285283)
    Joanne K. Rowling

    Ein plötzlicher Todesfall

     (758)
    Aktuelle Rezension von: Forti

    Anfangs etwas schleppend, aber dann wollte ich doch wissen, wie es mit dieser Stadt weitergeht – und ihren unterschiedlichen Bewohnern, die alle mit sich selbst und/oder anderen kämpfen. 

    Insgesamt doch recht unterhaltsam.

  9. Cover des Buches Früchte des Zorns (ISBN: 9783552051911)
    John Steinbeck

    Früchte des Zorns

     (146)
    Aktuelle Rezension von: Tano

    Leider gibt es dieses Buch.
    Und, Gott sei Dank.

    John Steinbeck greift die Zustände der Landarbeiter im frühen letzten Jahrhundert auf.

    Nicht nur aus Recherchen, sondern aus eigenem Erleben.

    Leider gibt es immer noch, oder schon wieder solche Arbeitssklaven, die nur ein Auskommen für ihre Familien und sich suchen und übervorteilt werden.

    Und es gibt sie auch in Deutschland. Hier nennen sie sich nur Werksvertragsarbeiter.

  10. Cover des Buches Willkommen im Meer (ISBN: 9783426519110)
    Kai-Eric Fitzner

    Willkommen im Meer

     (69)
    Aktuelle Rezension von: karin66

    Ich wurde auf das Buch aufmerksam durch das wunderschöne gestaltete Cover. Auch die Hintergrundgeschichte, die zu der Veröffentlichung des Buches geführt hat, hat mich zum Lesen animiert.

    Die Schreibweise ist sehr locker und angenehm zu lesen. Auch die einzelnen Personen sind vortrefflich gewählt. Die Thematik von einem Lehrer, der sich etwas anders verhält, als von ihm verlangt wird, finde ich klasse.

    Die erste Hälfte des Buches habe ich regelrecht verschlungen, die fand ich auch sehr gut gemacht und verständlich. Doch dann hat sich alles irgendwie sehr in die Länge gezogen und war wirklich sehr zäh. Ich musste mich schon etwas durchringen, das Buch noch zu beenden.

    Ehrlich gesagt, hatte ich mir insgesamt etwas anderes darunter vorgestellt, das Buch konnte mich leider nur bedingt fesseln.

  11. Cover des Buches Stadt der großen Träume (ISBN: 9783596299294)
    Fredrik Backman

    Stadt der großen Träume

     (153)
    Aktuelle Rezension von: 65_buchliebhaber

    Der Anfang des Buches hat mich etwas irritiert. Alles dreht sich um Eishockey; ein Thema, das mich nicht wirklich interessiert. Es hat etwas gedauert, bis ich erkannt habe, dass der Sport als Basis für verschiedene Aspekte steht, die anhand einer Stadt im Eishockeywahn thematisiert werden. Der Autor entwickelt die Geschichte extrem langsam und mit einer ungewöhnlichen Sprache, die jedoch sehr viel Feingefühl ausdrückt. In beides muss man sich erst einfinden. Es gibt leider Passagen, die für Nicht-Eishockey-Begeisterte schwer zu verstehen und nachzuvollziehen sind.

    Die Handlung zeigt viele Familien mit unterschiedlichen Problemen und Emotionen, die alle mit dem Eishockey-Verein der Stadt auf irgendeine Art verbandelt sind. Ein besonderes Ereignis zeigt, dass verschiedene Lösungsansätze zur Bewältigung führen können. Es werden teilweise menschliche Abgründe aufgezeigt, die zu realistisch sind. Viele Aspekte regen zum Nachdenken an.

    Ein etwas anderes Buch mit Tiefgang, das ich gerne empfehle für Leser, die genau das mögen.

  12. Cover des Buches Die Schlange von Essex (ISBN: 9783847900306)
    Sarah Perry

    Die Schlange von Essex

     (135)
    Aktuelle Rezension von: NathiTaiwan

    Da ich ein großer von Fan historischen Romanen bin - insbesondere im England des 19. Jahrhunderts - und dieses Buch sogar als bester Roman des Jahres ausgezeichnet wurde, stand es verständlicherweise schon lange auf meiner Leseliste - nun bin ich endlich dazu gekommen ihn zu lesen. 

    In die Geschichte habe ich mich schnell und gut eingefunden, da der Schreibstil der Autorin etwas poetisches hat. Schnell lernt man alle Hauptfiguren des Romans kennen: die junge Witwe Cora, die sich aus dem Korsett der Ehe befreien will und sich für die Ideen von Darwin und Co. interessiert; ihre Begleiterin und Freundin Martha, überzeugte Sozialmarxistin, die sich die Verbesserung der Wohnsituation der Arbeiter*innen in London zum Projekt gemacht hat; der Chirurg Luke Garrett, der mit seiner Genialität und seinen Experimenten am menschlichen Körper auf Ablehnung stößt; sein treuer Freund George Spencer, ein Vertreter der Oberschicht, der sich nie um Geld sorgen musste, sich nun aber unter Marthas Einfluss zunehmend für seinen Reichtum schämt; und zu guter Letzt, der Dorfpfarrer William, der den Frieden seiner Gemeinde zusehend durch die "Schlange von Essex" bedroht sieht. 

    Während sich die Geschichten der einzelnen Figuren schnell vernetzen, schwebt über allen das Zeichen der Schlange, welches sich unterschiedliche auslegen lässt: zum einen wäre da die um den Äskulapstab gewundene Schlange, das Symbol der Ärzte. Zum anderen erinnern wir uns an die Schlange aus dem Garten Eden, die Eva verführt, den Apfel vom Baum der Erkenntnis zu essen; darüberhinaus kann die Schlange auch an den Ur-Zustand der Natur und die Entwicklung der Arten erinnern, an Urwesen, die im darwinistischen England zusammen mit Fossilien gesellschaftsbestimmende Themen sind. Hier treffen Religion und Wissenschaft aufeinander, vertreten vom belesenen Dorfpfarrer William und der Witwe Cora. Zusammen erörtern sie Fragen philosophischer, ethischer und religiöser Art - was oft im Streit der beiden endet. Dazu kommt das "Problem der Schlange von Essex", die das Dorfleben aufrüttelt: Überfällt nachts wirklich eine Schlange das Dorf und raubt Menschenleben? Oder ist die Schlange in Wirklichkeit nur ein Dorn der Angst in unseren Köpfen? Wovor fürchten wir uns? Vor einem strafenden Gott?


    Während mich die Geschichte und die Debatten schnell in den Bann gezogen haben und ich das Setting klasse fand, war ich leider bis zum Ende nicht von der körperlichen Anziehung von Cora und Will überzeugt. Ihre geistige Anziehung aufgrund ihrer vielen, gemeinsamen Debatten war offensichtlich. Cora und ihre Gefühle Will und Luke hingegen habe ich leider nie ganz verstanden: ja, sie möchte nicht mehr im Käfig der Ehe gefangen sein. Doch kann man aus diesem Buch doch ganz klar herauslesen, dass die Rolle der Frau im ausgehenden 19.JH nicht mehr einfach nur die einer Ehefrau und Mutter war und sich viele Möglichkeiten für Frauen auftaten (Ja, auch wenn das schwieriger als für Männer war!). So blieb Cora mir leider bis zum Ende hin leicht unsympathisch durch ihre oftmals selbstsüchtige und gedankenlose Art. 

    Neben den Debatten zu Religion und Wissenschaft greift das Buch jedoch noch eine Vielzahl weiterer Themen auf: die Wohnungsnot der Arbeiter*innen; die Vorstöße im Bereich der Medizin (Chirurgie); die gesellschaftlichen Diskussionen zur Lehre Darwins; die Rolle(n) der Frau. Obwohl ich die meisten dieser Themen sehr spannend finde, waren es zu viele Themen, die hier in einer Geschichte unter einen Hut gepackt wurden; so hatten einige Themen kaum Tiefgang (Medizin und Chirurgie). 


    Abschließend kann ich sagen, dass sich das Buch gut und flüssig lesen lässt (habe es in zwei Tagen ausgelesen) und interessante Themen aufwirft und diskutiert. Leider kommt man einigen Buchfiguren nicht so nah, die Themenvielfalt ist zu groß und die "Liebesgeschichte" (zunächst platonischer Art) kann leider nicht überzeugen. Schöner Roman für Zwischendurch, aber nicht "Bester Roman des Jahres" - 3,5 Sterne!

  13. Cover des Buches Die Springflut (ISBN: 9783442748204)
    Cilla Börjlind

    Die Springflut

     (181)
    Aktuelle Rezension von: TheaWolf30

    In einer vorherigen Rezension steht: "Schreiben können sie ja. Aber erzählen?" Ich kann mich diesem Urteil nur anschließen. Das Autorenduo  gehört laut Zusatz zum Klappentext zu den berühmtesten von Schweden; Schwerpunkt bisher: Drehbücher. Ich wurde während des Lesens das Gefühl nicht los, dass die beiden vorrangig auf spektakuläre Bilder setzen, weniger auf die glaubhafte (!) Ausschmückung der Charaktere. 

    So beginnt das Buch mit einer spektakulären Szene: eine Schwangere wird in Sand eingegraben und von der herannahenden Springflut ertränkt, und das am einsamen Strand einer abgelegenen Insel. Nur ein kleiner Junge ist Zeuge dieser Szene. Der Fall wird nicht aufgeklärt. 23 Jahre später wagt sich eine Polizeischülerin an diesen "Cold Case" heran, trifft bewusst oder zufällig auf allerlei merkwürdige und relevante Persönlichkeiten und führt die Ermittler mit Hilfe eines obdachlosen Ex-Polizisten zum Mörder. Zufällig, rein zufällig, offenbart sich für die Polizeischülerin dann noch ein tiefgreifender, persönlicher Zusammenhang zu diesem nun aufgeklärten Fall.


    Ich habe drei Bände der Krimi-Reihe um die Polizeianwärterin Olivia geschenkt bekommen; dies war der erste.  Leider las er sich zäh wie Kaugummi; ich habe gut einen Monat für dieses Buch gebraucht und erst das letzte Zehntel des Buches war für mich spannend. Die Vielzahl der eingeführten Personen war teilweise verwirrend, genauso wie die diversen Handlungsstränge. Plausibel und nachvollziehbar war das alles nicht immer. Ohne 1001 Zufälle wäre sowieso keine Geschichte zu Stande gekommen. Das traurigste an diesem Buch war jedoch leider, dass kein einziger Charakter wirklich sympathisch war, am allerwenigsten die selbstherrliche, schroffe Olivia.


    Zuletzt möchte ich noch feststellen, dass der grausame Tod der Katze für die Geschichte völlig irrelevant und auch unnötig ist. Irgendwer von den beiden Autoren hat sich da schriftstellerisch wohl gerne ausgetobt.

    Ich kann nur hoffen, dass die anderen beiden Bände etwas schwungvoller und realitätsnäher sind.

  14. Cover des Buches Der Besucher (ISBN: 9783909081059)
    Eric-Emmanuel Schmitt

    Der Besucher

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Liebes_Buch
    Nachdem die Nazis Österreich besetzt haben, versucht Anna, ihren Vater, Sigmund Freud, zur Flucht zu bewegen. Für ihr freches Mundwerk wird sie von der Gestapo mitgenommen. Freud gerät in Panik. Da erscheint plötzlich ein merkwürdiger Besuch. Handelt es sich etwa um Gott?
    Die Idee, den Atheisten Freud mit Gott debattieren zu lassen, ist spannend.
    Die Darstellung Gottes ist theologisch nicht so stimmig. Dafür bleibt dann auch offen, ob es sich tatsächlich um Gott handelt, um den Teufel oder um einen entlaufenen Patienten aus der Nervenheilanstalt.
    Originell.
  15. Cover des Buches Ein Winter mit Baudelaire. Roman (ISBN: 9783868009941)
    Harold Cobert

    Ein Winter mit Baudelaire. Roman

     (90)
    Aktuelle Rezension von: parden
    GANZ UNTEN...

    Es wird Herbst in Paris, als Philippe den Boden unter den Füßen verliert. Nach der Trennung von seiner Frau muss er die gemeinsame Wohnung verlassen, und der Kontakt zur Tochter wird ihm verwehrt. Als wenig später sein Arbeitsvertrag nicht verlängert wird, ist das der letzte Schritt, der ihn in den Abgrund stürzen lässt. Das Leben auf der Straße droht, ihm den Rest seiner Würde zu nehmen. Doch dann begegnet er Baudelaire, der ihn – mit beständigem Optimismus und treuem Hundeblick – auf vier Pfoten zurück ins Leben führt, ihm den Mut für einen Neuanfang gibt. Und auf einmal scheint der Tag, an dem er seine Tochter wieder in die Arme schließen kann, gar nicht mehr so fern …


    "Auf der Straße ist es menschenleer. Dabei ist die Luft noch mild. Die Abende und Nächte bleiben frisch, aber die laue Lichtfülle des Tages klingt immer deutlicher in ihnen nach. Es ist ein Abend im Mai, Anfang Mai, eine zarte Dämmerung. Der Sonntag neigt sich dem Ende zu. Die Schatten werden länger, sie strecken und räkeln sich in der Melancholie eines Wochenendes, das diesem Vorort mit seinen kleinen Einfamilienhäusern am Stadtrand von Paris den Rücken kehrt." ( S. 9)


    Dieses Zitat stammt vom Beginn des Romans und umschreibt den Abend, an dem Philippe zum letzten Mal seine kleine Tochter Claire zu Bett bringt und ihr ihre Lieblingsgeschichte erzählt. Danach nimmt er seinen Koffer, der bereits gepackt an der Tür steht, und geht. Seine Frau wirft ihn aus der Wohnung, ab diesem Maiabend werden ihre Wege getrennte sein. Und Philippe tritt seinen neuen Weg an, von dem schnell klar wird, dass es einer ist, der immer weiter abwärts führt, und dass Philippe keine Chance hat, auch nur irgendwo abzubiegen.

    In Paris sind freie Wohnungen rar und kaum bezahlbar, und Philippe mit seinem Zeitvertrag und ohne vorweisbare Bürgschaft hat keine Chance, eine neue Unterkunft zu finden. Als dann der Arbeitsvertrag auch noch nicht verlängert wird, hat Philippe das Gefühl, dass ihm der Boden ganz unter den Füßen weggezogen wird. Er landet in billigen Hotels, solange das Geld reicht - danach bleibt ihm nur noch die Straße. Eine Umhängetasche mit ein paar wenigen Dingen ist alles, was ihm noch geblieben ist. Er lebt von der Hand in den Mund und versucht, sich den letzten Rest seiner Würde zu erhalten. Doch der Winter kommt, und Philippe beginnt zu ahnen, wie hart das Leben  tatsächlich sein kann.


    "Dazu die Geräusche, eine Vielfalt von Geräuschen - Autos, Passanten, knallende Türen, Absätze, die vom Asphalt der Bürgersteige widerhallen, Gespräche, die näher kommen und sich entfernen, auf seiner Höhe angelangt, manchmal verstummen -, alles und zugleich nichts, doch es reizt denGehörsinn, weckt die Aufmerksamkeit, hält ihn in einem unsteten, brüchigen Halbschlummer gefangen. Als fahl der Morgen anbricht, hat er nur ein paar Stunden geschlafen, Stunden so zersplittert wie zerschlagenes Glas." (S. 125)


    Ohne festen Wohnsitz verwehrt ihm seine Frau zudem den Umgang mit seiner Tochter, was Philippe härter trifft als alles andere - und schließlich reißen auch noch die letzten Kontakte zu seinem altem Leben ab. Doch als er vollends ins Elend zu stürzen scheint, läuft ihm der kleine Streuner Baudelaire zu, wodurch das Leben ganz allmählich wieder Farbe erhält.

    Der Leser begleitet Philippe auf seinem Weg in die Obdachlosigkeit, setzt sich mit ihm den abwertenden, verächtlichen Blicken der Mitmenschen aus und spürt die wachsende Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Immer wenn das Gefühl entsteht, schlimmer könne es jetzt nicht mehr kommen, dreht Harold Cobert die Schraube der Abwärtsspirale gnadenlos noch ein Stück weiter. Die kurz gehaltenen Kapitel werfen schattenlose Spotlights auf das Leben Philippes - und bezaubern gleichzeitig durch einen poetisch-zärtlichen Schreibstil, der von viel Einfühlungsvermögen und herzerwärmendem Charme zeugt.

    Kein Roman schwerer Hoffnungslosigkeit, sondern eine zutiefst menschliche Erzählung um die Eigenwilligkeit des Lebens, um die Zerbrechlichkeit des Glücks - und um das unbezahlbare Geschenk, in den schwersten Stunden nicht in Einsamkeit zu versinken.

    Für mich eine wundervolle Entdeckung...


    © Parden
  16. Cover des Buches Die ehrbare Dirne (ISBN: 9783150093252)
    Jean-Paul Sartre

    Die ehrbare Dirne

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Originaldibbler
    Amerika kurz nach dem zweiten Weltkrieg: Im Zug geraten vier besoffene Weiße mit zwei Negern aneinander. Einer der Weißen erschießt einen der "Neger" während der andere fliehen kann. Die Prostituierte Lizzy wird Zeuge dieses Vorfalls und weiß, dass die Schuld alleine beim weißen Schützen liegt. Doch dieser ist ein angesehener Bürger und wirkt durch Freunde auf sie ein zu seinen Gunsten auszusagen? Wie wird sie sich entscheiden?

    Ein gelungenes Stück Situationstheater, in dem sich Sartre nicht nur mit der Rassendiskriminierung sondern auch mit der Unterdrückung sozial niedriger Schichten in den USA in den 40er Jahren des 20. Jhd auseinandersetzt.

  17. Cover des Buches Brave New World (ISBN: 9780061767647)
    Aldous Huxley

    Brave New World

     (557)
    Aktuelle Rezension von: finja472

    Die Dystopie "brave new world" oder im deutschen "schöne neue Welt" von Aldous Huxley wurde bereits 1931 von ihm verfasst und beschreibt ein gesellschaftliches System in der Zunkunft. In diesem System, werden die Menschen nicht mehr auf den normalen, uns bekannten Weg, geboren, sondern durchs Klonen und Gentechnik. Die Gesellschaft ist in fünf hierarchische Kasten aufgeteilt von Alphas bis zu Epsilons. Die Alphas genießen viele Vorteile und sind höher angesehen. Die Babies werden in ihrer Entwicklung manipuliert, durch zum Beispiel Alkoholkonsum, Sauerstoffmangel und das Wiederholen bestimmter Mantras. Dadurch ist jeder Mensch mit ihrer Rolle im System zufrieden. In der Gesellschaft gibt es keine Individien, sondern alle gehören zu jedem und alles ist sehr kurzfristig. Das bedeutet die Menschen haben keine richtigen emotionalen Bedingungen untereinander und veranstalten Sexorgien. Ein gutes Gefühl erlangen sie durch die Einnahme der Droge Soma. Alle scheinen glücklich zu sein, doch das Buch erzählt die Geschichte von Bernard, John und Helmholtz die unzufrieden sind und anfangen zu erkennen, dass nicht alles so goldens ist, was in dieser Welt glänzt. 


    Ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen, da ich denke, dass dies eine gute Möglichkeit ist sein Englisch zu verbessern. Ich kann diese Methode wirklich weiter empfehlen. 🇬🇧


    Dieses Buch ist aber nicht für Anfänger gedacht, da der Anfang nicht unbedingt leicht ist. Am Anfang des Buches wird auch viel beschrieben und es passiert wenig Handlung, deshalb bin ich der Meinung war es schwierig in das Buch rein zu kommen. Doch als die Handlung einsetzte, wollte man unbedingt wissen wie es weiterging und wie es endet. Denn die Idee ist wirklich faszinierend, auch wenn die Welt auf mich sehr verstörend gewirkt hat. 

    Besonders spannend finde ich, dass das Klonen und die Gentechnik wirklich ein Teil unserer Zukunft sein kann. Deshalb ist es umso beeindruckender, dass der Autor sich sowas damals schon ausmalen konnte.

    Auch wie das Ende beschrieben wurde, hat mir sehr gut gefallen, da es einen nicht kalt gelassen hat.


    Insgesamt kann ich das Buch an alle empfehlen, die sich für Zukunftsvisionen interessieren oder einfach mal was anderes lesen wollen.


    Bewertung: 4/5 ⭐

  18. Cover des Buches Heult doch (ISBN: 9783492259514)
    Meredith Haaf

    Heult doch

     (14)
    Aktuelle Rezension von: capkirki
    Meredith Haaf schreibt über ihre Generation, über die gut ausgebildeten 20- bis 30-Jährigen. Und dies ist keine Ansammlung von rührigen "Wisst ihr noch" - Momenten, sondern ein Appell. Wacht auf, mischt euch ein, übernehmt Verantwortung, sich auf Facebook über politische Entscheidungen oder gesellschaftliche Missstände aufzuregen, genügt nicht! Werdet erwachsen, wisst, was ihr wert seid, hört auf mit den Pratikas und der Abhängigkeit von den Eltern. Macht was aus eurem Leben, denn eigentlich stehen euch alle Wege offen! Mehr tun, weniger jammern, so kann man das Buch eigentlich zusammenfassen. Haaf ist entsetzt darüber, wie viele Leute ihrer Generation von Ängsten geleitet werden, Zukunftsängsten, Klimawandel, Arbeitslosigkeit, Bankenkrise, Energiekrise, Angst, das Falsche zu studieren, nicht genug Erfahrung zu sammeln, Angst vor dem Leben nach dem Studium, Angst nicht reinzupassen, Angst reinzupassen, Angst sich nicht abzugrenzen, Angst sich nicht entscheiden zu können, Angst nicht aufzufallen, Angst davor aufzufallen - alles macht Angst und trotzdem tut man nichts dagegen. Statt sich für Veränderungen einzusetzen, blickt der heute 20-30 Jährige lieber auf sein eigenes kleines Leben, bloß keine Konfrontation, bloß kein Streit.. Die Freiheit erschafft eher Probleme als dass sie genutzt wird. Haaf will ihrer Generation einen Tritt verpassen und nach der Lektüre versteht man auch wieso. Diese Generation scheint ihre Ideale verloren zu haben, wenig wird ohne Hintergedanken getan, hauptsache es tut dem eigenen Lebenslauf gut. Die Gesellschaft spielt nur eine untergeordnete Rolle. Einmal "like" klicken ist Engagement genug. Kein Mut, mehr zu tun. Ein durchaus lesenswertes Buch! Haaf schreibt klar und teilweise auch sehr amüsant. Sie zieht wissenschaftliche Studien hinzu, um ihre Thesen zu belegen und trägt ihre Botschaft laut in die Welt hinaus und es wäre der Generation zu wünschen, dass sie darauf hört. Nicht jeder wird sich in dem Buch wiederfinden, sie spricht auch nicht jeden einzeln an. Aber ab und zu entdeckt man dann doch eine Passage, in der man sich wiederentdeckt. Und sollte sowas wie Selbstmitleid aufkommen, genügt ein Blick auf das Cover "Heult doch!" Ich hatte mir mehr Lösungsansätze erhofft und hätte das Bild vielleicht nicht ganz so düster gezeichnet, denn das kann bei "Betroffenen" schnell zu Trotzreaktionen führen. Auch fand ich es ab und zu irritierend, dass sie ihre Generation in bestimmten Punkten anklagt, dann aber versucht, gewisse Handlungsweisen zu rechtfertigen und zu entschuldigen. Da hätte ich mir mehr Konsequenz gewünscht. Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen.... lesenswert ist aber allemal.
  19. Cover des Buches Filmreif (ISBN: 9783551358950)
    Hanna Marjut Marttila

    Filmreif

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Zum Inhalt: Wenn sein Leben ein Film wäre, würde der 15-jährige Torsten gewisse Dinge einfach ausblenden: Eltern, die saufen, zum Beispiel. Oder eine Schwester, die die Sache mit der Verhütung nicht auf die Reihe kriegt. Doch leider ist das hier kein Film, sondern das echte Leben - sein Leben. Aber was, wenn er trotzdem versuchen würde Regie zu führen? . Meine Meinung: Langweilig. Langweilig und uninteressant sind wohl die beiden zutreffendsten Adjektive für dieses Buch. Langweilig, weil sich die Geschichte wirklich extrem zieht und uninteressant, weil, wenn man schon ein paar Bücher in diese Richtung gelesen hat, einen Torstens Probleme – die Alkoholsucht seiner Eltern und die Schwangerschaft seiner Schwester – sehr bekannt und nur noch ein weiteres Mal aufgebrüht vorkommen. . Zitat: „Die absolute wahre Kurzzusammenfassung, die ich jederzeit ohne Peinlichkeiten verkünden kann, lautet also: Unsere Eltern sind Alkoholiker und ihre Krankheit ist für unsere Familie die Wurzel allen Übels.“ (S.73) . Und darüber debattiert er wirklich ewig. Die erste Hälfte besteht aus einer minimalen Handlung (seine Schwester kommt in sein Zimmer, sagt ihm, dass sie schon wieder schwanger ist und sie das Baby behalten wird) und aus umso mehr Hintergrundinformationen, für die er sehr weit ausholt und von denen er manchmal sogar auch noch abschweift. Auch habe ich mich überhaupt nicht in die Charaktere miteinbezogen gefühlt. Da erzählt Torsten, dass er Panik bekommt, doch anstatt, das in irgendeiner Form dem Leser näher zu bringen, lässt er sich darüber aus, wie dämlich es doch sei, dass panische Menschen im Kreis laufen. . Zitat: „Tja, wenn jemand so denkt und nicht glaubt, dass ich die Geschichte unserer Familie absolut wahrheitsgetreu wiedergebe, dann sollte der-oder diejenige an dieser Stelle lieber aussteigen und ehrlich sagen: Scheißfilm, Cut, Ende!“ (S.88) . Das war das Stichwort. Es ist zwar nicht so, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass die Situation, die er schildert, durchaus in der Realität vorkommt, doch wenn ich bei einem Buch aus dem Gähnen nicht mehr herauskomme, gibt es tatsächlich einen Cut. Da kann die ganze Geschichte so sozialkritisch sein, wie sie will. . Ich verteile 1,5 Sterne. Den halben Stern gibt es noch für das Ende, das zwar auch nicht umreißend ist, aber besser als das, was ich davor gelesen habe.
  20. Cover des Buches Auf der Suche nach dem verlorenen Glück (ISBN: 9783406708657)
    Jean Liedloff

    Auf der Suche nach dem verlorenen Glück

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Janine2610
    Buchrückseite:

    Im Dschungel Venezuelas trifft Jean Liedloff, eine junge Amerikanerin, auf die Yequana-Indianer. Fasziniert vom offenkundigen Glück dieser "Wilden", bleibt sie insgesamt zweieinhalb Jahre bei dem Stamm und versucht, die Ursachen dieses glücklichen und harmonischen Zusammenlebens herauszufinden. Sie entdeckt dessen Wurzeln im Umgang dieser Menschen mit ihren Kindern und zeigt, wie dort noch ein bei uns längst verschüttetes Wissen um die ursprünglichen Bedürfnisse von Kleinkindern existiert, das wir erst neu zu entdecken haben.

    Meine Meinung:

    Empfohlen wurde das Buch von einer YouTuberin und ich bin sehr froh, dass ich es mir gekauft habe, denn schon während des Lesens habe ich das starke Gefühl bekommen, dass es das wichtigste Buch meines Lebens ist. Dieses Gefühl hat sich bis zum letzten Satz nicht verändert. Ich bedauere sogar, es nicht schon viel früher gelesen zu haben.

    Jean Liedloff hat auf einer Expeditionsreise in den venezolanischen Urwald den Yequana-Stamm kennengelernt und war sofort enorm fasziniert davon, wie glücklich diese Menschen sind und welche Zufriedenheit sie ausstrahlen. Weil sie herausfinden wollte, warum es bei den Yequana kein Wort für Unglück oder Unzufriedenheit gibt, ist sie geblieben. Insgesamt 2,5 Jahre lebt und beobachtet sie den venezolanischen Stamm und zieht logische Schlüsse. In dieser Zeit erkennt sie, dass es der Umgang mit den Babys und Kindern ist (der sich zu dem unsrigen größtenteils stark unterscheidet), der sie zu glücklichen, zufriedenen und selbstbewussten Erwachsenen werden lässt.

    Babys sind Traglinge

    Der Zeitraum in der gesamten Menschheitsgeschichte, in dem wir unsere Babys nicht mehr tragen, ist so unbedeutend kurz. Jedes Baby, das heute zur Welt kommt, erwartet getragen zu werden. In seinem inneren Bauplan ist es quasi vorgesehen, so behandelt zu werden wie die Babys vor tausenden von Jahren. Das Gitterbett (alleine in einem anderen Zimmer zu schlafen), Laufställe, Wippen, Autoschalen und nicht zuletzt Kinderwägen, sind höchst unnatürliche, irritierende Dinge für ein Baby. Es sind Erfindungen der Neuzeit/Gegenstände, die einem den Alltag erleichtern sollen. In Wahrheit schaffen sie vor allem eines: Distanz zu deinem Kind. Das schöne, beruhigende Gefühl des Getragenwerdens, das Nähe, Selbstvertrauen, Urvertrauen, Wärme, Liebe, Sicherheit, das Gefühl von Richtigkeit und viele weitere Kompetenzen entstehen lässt, erfahren Babys durch diese Erfindungen nicht. Es gibt genug Babys, die es lautstark einfordern, getragen zu werden. Es gibt leider aber auch viele, die mucksmäuschenstill sind und es nicht einfordern. Letztere erwarten und brauchen das Getragenwerden aber ganz genauso.

    Bis etwa zur Mitte des Buches beschreibt Liedloff das Leben eines Babys bei den Yequana und das Leben eines Babys in der Zivilisation. Die Beschreibungen über das Yequana-Baby fand ich hochinteressant. Ich war erstaunt darüber, dass die Yequana-Babys, bis sie anfangen zu kriechen, in ständigem Körperkontakt mit einem anderen Menschen sind. Wie dieser Stamm mit ihren Babys umgeht, ist faszinierend und hat in mir eine große Motivation und Zustimmung hervorgerufen. Zutiefst anregend ist es, wie das Yequana-Baby seinen Tag verbringt.
    Das Baby hingegen in der Zivilisation ... fürchterlich! (Hinzu kommt hier, dass das Buch in den 1970er-Jahren geschrieben wurde und es da bei uns ja noch gang und gäbe war, seine Babys weinend in andere Zimmer zu schieben, um sie auf keinen Fall zu "verwöhnen"!) Die Autorin schildert das triste, wenig bis gar nicht anregende, Dasein eines Säuglings, der seine ersten Lebensmonate hauptsächlich liegend verbringt. Und das macht sie auf so eindringliche Art und Weise, dass es mich tief berührt und sehr traurig gemacht hat. Wenn man sich in so ein Baby hineinversetzt, was ich getan habe, dann bleibt einem eigentlich auch nichts anderes übrig als zu weinen. Dieser Abschnitt hat mich sehr mitgenommen und mich noch einmal zusätzlich bestätigt, dass ich es ab nun bei meiner Tochter anders machen werde und sie nur mehr getragen wird.

    Das Gefühl, dass etwas fehlt

    Im zweiten Teil des Buches widmet sich Liedloff sehr viel und ausgiebig den verschiedensten Auswirkungen vom Nichtgetragenwerden/einer nicht artgerechten Erziehung. Und auch das fand ich sehr spannend, denn viele der Gefühle, die beschrieben werden, konnte und kann ich nach wie vor fühlen und das war für mich wie eine Offenbarung. Zu wissen und zu verstehen, warum man sich ab und zu so fühlt, wie sich bestimmt der Großteil der Menschen in unseren Breitengraden fühlt, ist zum Teil tröstlich, zum Teil befreiend.

    Jeder, der ein Baby bzw. Kinder hat oder vorhat, Kinder zu bekommen, sollte dieses Buch lesen! Der Inhalt ist SEHR wichtig und enorm bereichernd und ich würde mir wirklich wünschen, dass er mehr Beachtung erfährt. Am liebsten würde ich ja hergehen und jedem, den ich kenne, dieses Buch schenken.
  21. Cover des Buches Süden und das Geheimnis der Königin (ISBN: 9783426620731)
    Friedrich Ani

    Süden und das Geheimnis der Königin

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Janine2610

    Die Buchrückseite:

    In einem Haus, von dem jeder dachte, es stehe seit Jahren leer, wird die Leiche eines Mannes gefunden. Er hat hier unbemerkt gelebt und ist verhungert. Niemand meldet sich, als die Polizei der Öffentlichkeit seinen Namen und sein Bild präsentiert. Doch unter den wenigen Habseligkeiten des Mannes entdeckt die Kripo den Namen einer Frau, die seit mehr als zehn Jahren vermisst wird. Hauptkommissar Tabor Süden kramt die alte Akte heraus und beginnt erneut mit der Suche ...

    Meine Meinung:

    Teil 7 der Süden - Reihe startet nicht wie gewohnt in Deutschland/München, sondern in Italien. Nicht lange und es gibt einen Zeitsprung ein paar Wochen zurück, kurz darauf gehen wir noch einmal in der Zeit zurück, diesmal etwa 10 Jahre. - Diese Zeitsprünge habe ich gut überstanden, es gab keine Verwirrung oder dergleichen.

    Südens neuen Fall fand ich wieder sehr interessant. Es wird zwar immer jemand vermisst und gesucht, aber der Autor schafft es trotzdem, durch seine detailgetreuen Beschreibungen der Charaktere und Situationen, Abwechslung und Spannung in die ganze Sache zu bringen. Obwohl ich hier leider gestehen muss, dass ich vergleichsweise lange gebraucht habe, mir die Buchfiguren zu merken.

    Genial war hier aber, dass Tabor Süden einen Fall, der vor 10 Jahren aktuell war, durch eine verhungerte Männerleiche in der Gegenwart, wieder aufrollen und sogar erfolgreich abschließen konnte. - Das war wirklich gut umgesetzt!
    Soraya, die "Königin", die dem Buch seinen Titel gibt, hat ein Geheimnis auf Lager, das äußerst bestürzend und abartig ist. Das Geheimnis für sich herauszufinden lohnt sich allemal.

    Die Atmosphäre ist wie in jedem Süden sehr ruhig, wortkarg. Die stillschweigende Klarheit und Gewissheit Südens, gespickt mit außerordentlich genau und einzigartig skizzierten Charakteren, verleihen dem Ganzen ein unheimlich gutes Flair, in das man gerne eintaucht.

    Blöderweise haben mich die ersten Sätze des Buches so neugierig gemacht und ziemlich hohe Erwartungen geweckt, weil da die Rede von einem Blutbad, Massaker ist, leider aber, war die Aufklärung dieser "Sache" dann aber eine klitzekleine Enttäuschung.

    Nichtsdestotrotz ein ganz gut gelungener, Spannung aufbauender, neuer Fall für Süden und sein Team, der es wieder mal wert war zu lesen. Einen Stern ziehe ich aber trotzdem ab, weil ich diesmal mit dem merken der Buchfiguren, beinahe bis zum Schluss, erhebliche Probleme hatte.

  22. Cover des Buches Unland (ISBN: 9783407745118)
    Antje Wagner

    Unland

     (101)
    Aktuelle Rezension von: Medeas_bookstore

    Die Autorin kam vor zwei Jahren in unsere Schule und hat uns aus diesem Buch vorgelesen. Wir hatten das Glück, das Buch signieren lassen zu dürfen. Nun lag es sehr lange auf meinem SuB, aber jetzt musste ich es einfach lesen.
    Diese Buch als Thriller zu bezeichnen finde ich eine Stufe zu hoch. Das Cover und der Klappentext passen zwar zu diesem Genre, aber von dem Inhalt passen nur ⅓ dazu. Es werden einfach zu viele Jugendprobleme aufgezählt wodurch man auch den roten Faden zu "Unland" verliert.
    Außerdem hätte ich Franka vielleicht ein oder zwei Jahre älter gemacht. Mit 14 schon so überzeugend zu handeln weil sie es tut ist sehr ungewöhnlich. Zwar ist sie auch nicht normal aufgewachsen, aber dennoch etwas unglaubwürdig. Und wegen ihrem jungen Alters kommen viele typischen Probleme wie zum Beispiel Mobing auf. Was aber nicht bedeuten soll, dass dieses Thema für mich unwichtig ist.
    Lizzie, Ann und Ricardo mochte ich seit Beginn an. Besonders Ricardo mit seiner geheimnisvollen, düsteren Art hat es mir richtig angetan. Aber auch die anderen "Eulen" mochte ich mit der Zeit sehr gerne.
    Ebenfalls schreibt Antje Wagner gelegentlich um den heißen Brei herum und diese Zeilen füllt sie auch oft mit unnötigen und nicht zur Geschichte Beitragenden Worten. Auch noch eine schwäche dieses Buches ist, dass es zum Teil etwas Vorhersehbar ist.
    Der Weg zum Ende der Geschichte hat mir am besten gefallen. Es konnte mich fesseln und man musste unbedingt wissen, was genau da vor sich geht. Der Schluss generell hat mir leider nicht zusagen können. Wer auf offene Enden steht, kann ich das Buch empfehlen, aber für mich war das nichts.
    Übrigens finde ich die Soundtrack Liste von dem Buch richtig toll. Es sind auch viele Deutsche Lieder dabei. Antje Wagner ist schließlich auch eine Deutsche Autorin. 

  23. Cover des Buches Die Umarmung des Todes (ISBN: 9783442458523)
    Natsuo Kirino

    Die Umarmung des Todes

     (83)
    Aktuelle Rezension von: thesmallnoble
    Die in tristen Verhältnissen lebende Yayoi bringt im Affekt ihren nichtsnutzigen Gatten um. Ihre drei, ein ebenfalls tristes Dasein fristenden, Kolleginnen helfen bei der Zerstückelung der Leiche und deren Entsorgung per Müllabfuhr. Die Polizei findet Leichenteile und verdächtigt ein Yakuzamitglied. Dem ist zwar nichts nachzuweisen, aufgrund der Untersuchungshaft verliert er aber seinen Amüsierbetrieb und damit seine Geldquelle. Er sinnt auf Rache, während ein Teil des Frauenquartetts einen Leichenentsorgungsbetrieb aufzuziehen versucht...........

    Der Plot, der einen amerikanischen Autor vielleicht zur breiten Darstellung eines Gemetzels veranlasst hätte, einem Spanier möglicherweise zur Burleske geraten wäre, wird von der japanischen Autorin zu einem tiefgründigen, fesselnden Psychodrama von hoher Qualität komponiert.

    Die Charaktere aller Hauptpersonen werden durch eine ständig wechselnde Erzählperspektive kunstvoll nahe gebracht. Das von Kirino dargestellte Leben der Durchschnittsjapaner ist freudlos. Die handelnden Personen sind nicht gut oder böse - nicht Schwarz oder Weiss werden dargestellt, sondern Abstufungen von tristem Grau.

    In dieser Welt taugt jeder zum Verbrecher, das Verbrechen holt die Akteure kurzfristig aus dem immer gleichen Trott, bringt Emotion und Abwechslung.

    So ist das Buch manchmal makaber, manchmal verstörend, aber immer von hoher literarischer Qualität und nie langweilig
  24. Cover des Buches Lullaby (ISBN: 9780571337538)
    Leïla Slimani

    Lullaby

     (5)
    Aktuelle Rezension von: skiaddict7

    When Myriam and Paul decide to find a nanny for their children so Myriam can go back to work, they come across Louise: a blond, slim, sturdy woman who does more than they could have ever dreamed of. Louise not only takes care of the children; she leaves the apartment spotless and cooks for the whole family. Their two small children, Mila and Adam, adore her. Quickly, Myriam cannot imagine life without Louise. She is finally back to working as a lawyer and feels like herself again. But Louise ends up killing both children and trying to take her own life right in the first few pages – what happened? Slimani starts with the horrifying scene and then goes back to the beginnings, slowly dissecting the deeply troubled relationship between Louise and this family.


    This is the second book I’ve read by Leila Slimani. I did not particularly enjoy or “get” the first one I had read (“Adele”) but had heard and read so many raving reviews about “Lullaby” that I decided to give Slimani another try. After the gripping Intro, Slimani goes into the everyday life of these characters, very slowly describing Louise´s upbringing and past relationships, especially to her dead husband and estranged daughter.  The book moves very slowly, with at times tedious descriptions of everyday situations that don’t contribute much to the story. I had to make myself keep reading, as I wanted to find out what Slimani had hinted at in those first pages: why did Louise do what she did? In the end, a lot of things go unsaid and are left to the reader to be interpreted. Overall a slow-moving novel that was not at all what I expected. I am not sure how much the translation factors into this- I could imagine this book being very well written in French but unfortunately, I did not enjoy the English translation. 

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