Bücher mit dem Tag "soziologie"

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835 Bücher

  1. Cover des Buches Royal Passion (ISBN: 9783734102837)
    Geneva Lee

    Royal Passion

     (1.419)
    Aktuelle Rezension von: Cece13

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass erotische Romane oft jedes Maß verlieren und dadurch ziemlich niveaulos werden. Es ist nicht leicht in diesem Bereich wirklich gute Bücher zu finden. 

    Royal Passion schafft es, dass zwar viel erotisches dabei ist, aber eben auch eine Geschichte. Manchmal ist es zwar trotzdem sehr viel, aber nicht zu übermächtig. 


    Die Charaktere gefallen mir sehr gut. Es sind viele verschiedene Typen vertreten. Das bringt Bewegung in die Geschichte. 

    Der Schreibstil ist wirklich gut. Er wertet das Buch nochmal mehr auf. 


    Wer auf der Suche nach einem Erotik-Roman mit Stil ist macht mit Royal Passion definitiv keinen Fehler. 

  2. Cover des Buches 1984 (ISBN: 9783548234106)
    George Orwell

    1984

     (3.888)
    Aktuelle Rezension von: AlissaDonni

    Für mich war das Buch eine absolute Entdeckung. Orwell kannte ich bislang nur als Autor von "Farm der Tiere", meiner Erinnerung nach auf Englisch als Schullektüre. 

    1984 ist für mich in mehrfacher Hinsicht hochinteressant. Es ist zuerst ein Plädoyer des Autors für die Freiheit jedes Einzelnen zu Reden, zu Schreiben, allgemein sich zu äußern, vor allem auch zu Denken. Es ist gleichzeitig eine Warnung davor, politische Macht in zu großem Umfang zu erteilen. Die Macht, die Parteien oder politischen Akteuren jeglicher Art verliehen wird, soll auf ein Mindestmaß begrenzt sein. Gibt man zuviel davon, wird diese Macht missbraucht werden. 

    Hinter dieser vordergründig erzählten Geschichte, deren Hauptakteure Winston, Julia und O'Brien sind, steckt eine weitere, subtilere Warnung: die Warnung vor der Manipulation der menschlichen Erinnerung. Im schwer erträglichen 3. Teil des Buches wird der Versuch beschrieben, menschliches Erinnerungsvermögen mittels Folter neu zu gestalten - abgrundtief verstörend und mit einem Ende das deprimierender nicht sein könnte. 

    Trotzdem habe ich mir das Buch für einen 2. Durchgang fest vorgemerkt, weil ich das Gefühl habe, dass der Autor sehr geschickt eine Geschichte hinter der Geschichte versteckt hat. Eine Geschichte, die sich aus den Erinnerungen und Träumen Winstons ergibt (die man als Leser mit vorsichtiger Skepsis betrachten sollte) und die das Verhältnis von O'Brien zu Winston zum Inhalt hat. 

  3. Cover des Buches Das Parfum (ISBN: 9783257069334)
    Patrick Süskind

    Das Parfum

     (10.069)
    Aktuelle Rezension von: Siko71

    Jean-Baptiste Grenouille, wird auf dem Fischmarkt geboren und sofort von seiner Mutter verstossen. Wie auch später von der Amme und selbst im Kloster will ihn keiner haben. Er ist anders alle alle anderen, er nimmt Gerüche intensiver wahr und macht aus dieser Gabe das Beste für sich. Grenouille will mit der Herstellung von Parfüm kein Geschäft machen. Er will die Düfte, die er wahrnimmt bestitzen und das auf grausame Weise...

    Ein fesselner Roman über Genie und Wahnsinn. Den Film habe ich noch nie komplett gesehen, werde ich aber in nächster Zeit mal nachholen.

  4. Cover des Buches Der alte Mann und das Meer (ISBN: 9783499267673)
    Ernest Hemingway

    Der alte Mann und das Meer

     (963)
    Aktuelle Rezension von: AndreaKiesling

    Puh, eines der wenigen Bücher für die ich, obwohl es ziemlich dünn war, mehrere Wochen Lesezeit brauchte. Es wurde mir als „muss“ empfohlen. Würde es jedoch nicht noch einmal lesen.

  5. Cover des Buches Dem Abgrund so nah (ISBN: 9783499290879)
    Jessica Koch

    Dem Abgrund so nah

     (195)
    Aktuelle Rezension von: Kat_Von_I

    Wer "Dem Horizont so nah" gelesen hat und wem die Geschichte nicht mehr aus dem Kopf geht bzw. wen sie nicht kalt gelassen hat, der muss auch dieses Buch lesen! 

    Ja es ist wahnsinnig hart, traurig & ergreifend diese Seiten zu lesen 🥺 Aber für Danny ist es eine enorme Wertschätzung das Jessica seine Geschichte aufgeschrieben und erzählt hat! 

    Auch wenn es größtenteils nur um extrem heftige Gewalt & Missbrauch ging, ich habe dieses Buch innerhalb von 2 Tagen gelesen, so sehr hat es mich gefesselt. 

    Jessica Koch's Schreibstil ist sehr einfühlsam, mitreißend, detailliert und bildhaft. Sie wählt immer die passenden Worte, um als Leser, in jeder Situation alles ganz klar vor Augen zu haben und sämtliche Emotionen mitfühlen zu können 🥺

    Es ist beeindruckend zu was für einem positiven, starken, sympathischen, charismatischen, herzlichen, wunderbaren & tollen Menschen Danny sich entwickelt hat, obwohl er unter solchen furchtbaren Umständen groß geworden ist. Wow! Einfach toll das er nie aufgegeben hat!

    Aber dennoch so herzzereissend & unfassbar schade, dass es trotzdem so ein trauriges Ende nahm 🥺

    Natürlich spreche ich eine ganz klare Leseempfehlung aus, selbstverständlich aber nur für die, die solche Bücher überhaupt lesen und auch verkraften können!!!

    Ich vergebe aufgrund der Thematik & dadurch das es auf wahren Begebenheiten basiert keine Bewertung in 🌕 oder sonstigen Punkten.....

  6. Cover des Buches Dem Ozean so nah (ISBN: 9783499290886)
    Jessica Koch

    Dem Ozean so nah

     (142)
    Aktuelle Rezension von: Yoyomaus

    Zum Inhalt:

    Der Abschluss der Danny-Trilogie nach den Bestsellern «Dem Horizont so nah» und «Dem Abgrund so nah». Eine Geschichte über die alles überwindende Kraft der Freundschaft. Sie teilen das gleiche Schicksal und sind doch ganz verschieden: Danny ist erfolgreich und unabhängig, auch wenn er hart dafür kämpfen musste - nach einer Kindheit, die für ihn keine war. Tina hingegen hat die letzten Jahre auf der Straße verbracht. Als die beiden, denen das Leben nichts geschenkt hat, einander begegnen, spüren sie eine nie erlebte Nähe. Verzweifelt bemüht Danny sich, Tina zu zeigen, dass das Leben auch schöne Seiten hat. Hilft den beiden ihre Freundschaft, die Schatten der Vergangenheit endgültig abzuwerfen?

     

    Cover:

    Auch das Cover hatte für mich einen absoluten Wiedererkennungsfaktor von der Gestaltung her. Zu sehen ist hier dieses Mal als Schatten ein Steg an einem See, auf dem ein Junge sitzt und ein Mädchen hinter ihm steht. Die Farben sind etwas wärmer gehalten und es wirkt, als würden sich die beiden zusammen einen Sonnenauf- oder Sonnenuntergang ansehen.

     

    Eigener Eindruck:

    Tina hat es in ihrem Leben nicht einfach gehabt. Von ihrer Familie nicht wirklich geliebt und schon in frühen Lebensjahren vergewaltigt, versucht sie ihren Kummer in Drogen zu finden. Dabei gerät sie bald an die falschen Leute und muss für ihren Stoff anschaffen gehen. Als sie schließlich Danny kennen lernt, erkennt sie, dass er genau so eine gebrannte Seele ist wie sie und die beiden freunden sich an. Gemeinsam kämpfen sie gegen die Drogensucht von ihr an und Danny ist es auch schließlich, der sie immer wieder auffängt, wenn sie auf die schiefe Bahn gerät. Doch nicht immer ist es so einfach für Tina, wie sie glaubt, denn die Versuchung lauert überall…

     

    Den dritten Band der „Danny-Trilogie“ habe ich mehr oder minder gleich mit dem zweiten Band zusammengekauft und ich muss ehrlich gestehen, dass ich das wohl nicht getan hätte, wenn ich da schon gewusst hätte, wie sehr mich Band 2 enttäuschen würde. Denn auch dieser Band konnte meine Erwartungen nicht erfüllen beziehungsweise konnte mich einfach nicht überzeugen, denn wir erfahren kaum etwas Neues. Im Groben wird hier das Leben von Tina ausgeschlachtet, hat aber genau die gleiche Aussage wie in Band 1. Man erfährt nichts Neues. Stattdessen bekommt man schonungslos aufgetischt, wie Tina sich verkaufen muss, vergewaltigt wird und immer wieder Abstürze mit Drogen hat. Im Anschluss kommt Danny daher und rettet sie immer wieder, was dann schon durch das Ganze wiederholen nervig wird. Auch wenn das wirklich passiert ist, so wäre doch mit Band 1 alles erzählt gewesen. Stattdessen bleibt man als Leser schockiert zurück, weil hier schonungslos Details durchgeprügelt werden müssen und man muss sich auch hier fragen, warum die Autorin die Toten nicht ruhen lassen kann. Davon wird’s halt auch nicht besser. Irgendwie ziemlich pietätlos, wie ich finde. Eigentlich kann man das Buch auch gar nicht wirklich bewerten, genau wie den zweiten Band. Wer das Buch hier wirklich richtig toll findet, den kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen, denn das was Tina durchleben musste ist einfach schrecklich. Sicher ist es aufklärend, dieses Buch, aber meinte halber hätte das nicht sein müssen.

     

    Fazit:

    Auch der dritte Teil kann mich weniger überzeugen. Zwar hat es auch wieder einen aufklärenden Charakter, aber ich finde genau wie beim zweiten Band, dass man sich das Buch hätte sparen können. Schlimm das Schicksal von Toten noch einmal dermaßen ausschlachten zu müssen.

     

    Idee: 3/5

    Charaktere: 4/5

    Logik: 4/5

    Spannung: 3/5

    Emotionen: 3/5

     

     

    Gesamt: 3/5

     

    Daten:

    ISBN: 9783499290886

    Sprache: Deutsch

    Ausgabe: Flexibler Einband

    Umfang: 368 Seiten

    Verlag: ROWOHLT Taschenbuch

    Erscheinungsdatum: 16.12.2016

     

  7. Cover des Buches Die Welle (ISBN: 9783473544042)
    Morton Rhue

    Die Welle

     (2.264)
    Aktuelle Rezension von: Kayuri

    Die Welle zeigt ein Experiment eines Lehrers bezüglich des zweiten Weltkrieges.

    Kann es auch heute noch passieren das ein Mensch eine Gruppe Personen so sehr kontrollieren kann das sie nicht mehr nachdenken was sie tun?

    Das Buch ist sehr einfach und schnell zu lesen. Es ist gut zu verstehen.

    Die Figuren handeln nachvollziehbar. Auch heute sieht man noch wie schnell sich Menschen manipulieren lassen. Im Buch wird klar das es hierbei nicht wichtig ist wie intelligent diese Personen sind oder aus welchem sozialen Umfeld sie kommen. 

  8. Cover des Buches Anleitung zum Unglücklichsein (ISBN: 9783492273541)
    Paul Watzlawick

    Anleitung zum Unglücklichsein

     (373)
    Aktuelle Rezension von: nana_what_else

    Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen. 

    Aus: Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick, Seite 10


    Das verrät der Klappentext: Watzlawicks Anleitungen nicht zu befolgen ist der erste Schritt zum Glück. Paul Watzlawick hat mit seiner „Anleitung zum Unglücklichsein“ einen Millionen-Bestseller geschrieben – was nur den Schluss zulässt, dass Leiden ungeheuer schön sein muss. Anders als die gängigen „Glücksanleitungen“ führen Watzlawicks Geschichten uns vor Augen, was wir täglich gegen unser mögliches Glück tun. Nach der Lektüre werden auch sie begreifen, warum Sie den Nachbarn, den Sie um einen Hammer baten, am liebsten erschlagen würden. (Textrechte: Piper Verlag)


    Unter einer Straßenlaterne steht ein Betrunkener und sucht und sucht. Ein Polizist kommt daher, fragt ihn, was er verloren habe, und der Mann antwortet: „Meinen Schlüssel.“ Nun suchen beide. Schließlich will der Polizist wissen, ob der Mann sicher ist, den Schlüssel gerade hier verloren zu haben, und jener antwortet: „Nein, nicht hier, sondern dort hinten – aber dort ist es viel zu finster.“ 

    Aus: Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick, Seite 27


    Persönlicher Leseeindruck: "Die Zahl derer, die sich ihr eigenes Unglück nach bestem Wissen und Gewissen selbst zurechtzimmern, mag verhältnismäßig groß scheinen. Unendlich größer aber ist die Zahl derer, die auch auf diesem Gebiet auf Rat und Hilfe angewiesen sind. Ihnen sind die folgenden Seiten als Einführung und Leitfaden gewidmet." (Seite 13) Schon nach den ersten einleitenden Zeilen weiß der geneigte Leser: Er hält etwas besonderes in Händen. Nicht den drölfzigtausendsten Selbstoptimierungs-Ladenhüter, keinen step-by-step Guide der mit Garantieversprechen zum ultimativen Glück führt, kein Selflove-Experiment, das sich verkehrter Psychologie bedient. 

    Paul Watzlawick hat tatsächlich eine Anleitung zum Unglücklichsein geschrieben. Punkt. Wer befolgt, was in den Zeilen dieses Büchleins durchgespielt wird (und viele von uns tun dies bewusst oder unbewusst tagtäglich), wird damit dauerbeschäftigt sein, sich ausgiebig und immer wieder aufs Neue in seinem Leid zu suhlen, aus winzigkleinen Mückchen überlebensgroße Elefanten zu konstruieren und Unmengen an Energie auf Dinge zu ver(sch)wenden, die vor langer Zeit und/oder nie geschehen und streng genommen unwichtig und/oder einfach nicht zu ändern sind. 

    Selten wird einem auf so schonungslose Art, aber dennoch mit frechem Augenzwinkern der Spiegel vorgehalten. Warum einfach das momentane Glück akzeptieren und genießen, wenn man stattdessen den Teufel in tausend Farben und Formen an die Wand malen kann? Warum im Hier und Jetzt leben, wo in der Vergangenheit doch so viele unverzeihliche Kränkungen stattgefunden haben und in der Zukunft viele weitere potenzielle Katastrophen lauern, über die man sich in Endlosschleifen den Kopf zerbrechen kann? 

    „Anleitung zum Unglücklichsein“ führt dem Leser durch einen von Ironie und herrlichem Witz lebenden Perspektivenwechsel vor Augen, warum wir nicht nur unseres Glückes, sondern auch unseres eigenen Unglückes Schmied sind und die wichtigsten Schritte in ein möglichst leid- und jammervolles Leben einfacher getan sind, als man denkt. 


    Machen wir uns nichts vor: Was oder wo wären wir ohne unsere Unglücklichkeit? 

    Aus: Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick, Seite 12


    In kurz(weilig)en Kapiteln, die humoristische Anekdoten sowie Ausflüge in die Geschichte und Literatur bieten, werden die schier unendlichen Möglichkeiten, Trübsinn, Verdruss und Kränkung Einzug in die eigenen vier Wände und das Oberstübchen zu gewähren, ausgebreitet. 

    Man nehme ein paar selbst gepanschte Worst-Case-Prophezeiungen, die sich zwangsläufig selbst erfüllen, mische sie mit dem Gedanken, dass früher alles besser war und verziere das Ganze mit ein paar Trotzreaktionen auf rationalen, gut gemeinten Rat. Das Rezept führt zwar zu einem etwas bitteren Ergebnis, ist aber zu 100% gelingsicher. 

    Über Gegenstände – Knoblauch inbegriffen – läßt sich ziemlich leicht sprechen – aber über Liebe? Versuchen Sie es nur einmal ernsthaft. Noch sicherer, als die Erklärung eines Witzes dessen Humor abtötet, führt das Palavern über die scheinbar selbstverständlichsten Formen menschlicher Beziehungen fast garantiert in immer größere Probleme.

    Aus: Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick, Seite 80


    Dass die „Anleitung zum Unglücklichsein“ gerade aus der Feder eines österreichischen Autors stammt, kann eigentlich kein Zufall sein. Denn im Land von „The Sound of Music“ ist nicht nur das Jodeln, sondern auch das Jammern schon lange inoffizielle olympische Disziplin. (Jawohl. Jetzt nörgle ich hier doch glatt herum, dass zu viel gejammert wird. Meta-Sudern, sozusagen. Ihr seht – bei all der hiesigen Semperei – habe ich die Anleitung zum Unglücklichsein schon ganz und gar verinnerlicht.) 


    Sprachlich vollendet. Inhaltlich der Brüller. Was so gut unterhält, dabei ganz nebenbei auch noch eine Menge Wissen vermittelt und ohne erhobenen Zeigefinger für ein wenig Selbstreflexion sorgt, verdient das Prädikat Lesenswert! allemal. 


    Fazit: Sollte man gelesen haben. Die Lektüre beschert heitere Lesestunden, und auch wenn sie vielleicht nicht nachhaltig glücklich macht, so öffnet sie dem ein oder anderen vielleicht doch die Augen dafür, dass er nicht derart unglücklich und vom Pech verfolgt ist, wie gedacht und oft genug bejammert. 


    Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick 

    Taschenbuch, 144 Seiten, Deutsch | Piper Verlag | ISBN: 978-3-492-24316-2

  9. Cover des Buches Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche (ISBN: 9783608504583)
    Reni Eddo-Lodge

    Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche

     (44)
    Aktuelle Rezension von: lillywunder

    Schon durch den Titel wird man von diesem Buch herausgefordert - keine Gespräche über Hautfarbe mehr mit Weissen? Nicht wenige werden sich durch diese Aussage provoziert fühlen und doch steckt für mich dahinter die Erfahrung, die dieses kleine Buch, das so vollgepackt mit Wissen und Fakten ist, über all seine Kapitel hinweg zusammenhält. Die Erfahrung nämlich, die Reni Eddo-Lodge bereits im Vorwort darlegt: dass Weisse viel zu oft den struktuellen Rassismus gegenüber People of Colour nicht anerkennen. Dass sie, sobald es um Ausgrenzung  aufgrund von Hautfarbe (übersetzt aus dem Englischen "race") geht, mit emotionaler Distanz, Abwehr oder Trivialisierung reagieren und ihnen die eigenen Privilegien in diesem Zusammenhang überhaupt nicht bewusst erscheinen. Und hier wird es persönlich, hier ist jeder herausgefordert, sich selbst und seine Haltung zu hinterfragen, wenn man sich denn darauf einlässt.


    Reni Eddi-Lodge stammt aus London und beschreibt zum Einstieg die Geschichte Schwarzer in Großbritannien, vom kolonialistischen Sklavenhandel bis zur leider immer noch aktuellen rassistischen Schikane durch Polizei, Gerichte, Vermieter, und so weiter. Wem dieser geschichtliche Einstieg noch zu trocken erscheint - unbedingt weiterlesen! Denn hier sind wir schon beim institutionalisierten und strukturellen Rassismus, der nicht so leicht zu erkennen ist wie körperliche Angriffe und Beleidigungen durch Extremisten, sondern vielmehr die Voreingenommenheit von Menschen meint, die sich zu Organisationen zusammenschließen und entsprechend ihrer Vorurteile handeln. Durch strukturellen Rassismus werden People of Colour systematisch diskriminiert und ihre Chancen geschmälert, sei es durch eine weiße Arbeitsplatzkultur, schlechtere Noten, mehr Polizeikontrollen oder die Abweisung bei der Bewerbung um Jobs oder an Universitäten. Eine "Farbenblindheit" nach dem Motto "wir sehen keine Unterschiede mehr" sieht Reni Eddo-Lodge aber nicht als hilfreich an, um rassistische Strukturen zu dekonstruieren, man muss sehen können, wer von seiner Hautfarbe profitiert und wer benachteiligt wird, Illusionen helfen hier nicht.


    Und gerade darum geht es auch beim "White Privilege", das hier beschrieben wird als "die Tatsache, dass deine Hautfarbe, wenn du weiß bist, den Verlauf deines Lebens mit großer Sicherheit positiv beeinflussen wird" (S. 98) - und man es sehr wahrscheinlich nicht einmal merkt. White Privilege ist die Abwesenheit der negativen Folgen von Rassismus, vielmehr werden die Privilegien der Weißen durch den Rassismus gestärkt und vermehrt und das ist erst einmal eine sehr erschreckende Einsicht. Warum, fragt Eddo-Lodge, denken so viele Weisse trotzdem, dass Rassismus nicht ihr Problem ist, dass sie sich nicht ändern müssen?


    Obwohl das Buch nicht sehr dick ist, werden von der Autorin viele verschiedene Thematiken beleuchtet und in die Diskussion miteinbezogen. Antirassismus wird in Zusammenhang mit Feminismus gestellt, welcher das Weißsein aus ihrer Sicht noch zu oft mit Samthandschuhen anfasst - hier fordert sie Intersektionalität und schwarzen Feminismus. Auch auf den Bezug zur sozialen Klasse geht sie ein, auf den Zusammenhang zwischen Hautfarbe und Armut, die sie der populistischen Erzählung der Benachteiligung der "weißen Arbeiterklasse" gegenüberstellt, der weißen Angst vor einer drastischen Umverteilung der Macht, die selbst einen schwarzen Stormtrooper kaum zulässt. Dass Repräsentation und Bewusstseinsbildung notwendig sind - keine Frage - was mir allerdings im Nachgang noch ein bisschen Kopfzerbrechen gemacht hat, war zum einen die Frage danach, wie andere Formen der Benachteiligung (z.B. aufgrund von Behinderung, sexueller Orientierung, ...) und der Kampf gegen diese bzw. gegen Diskriminierung im Allgemeinen von ihr eingeordnet werden. Und zum anderen hatte ich beim Lesen an der ein oder anderen Stelle das Gefühl, dass Weissen ein Stück weit die Möglichkeit der Solidarität im Kampf gegen Rassismus in Frage gestellt wird, danach würde ich sie gerne einmal fragen können.


    Man muss allerdings auch nicht in jedem Punkt die Meinung von Reni Eddo-Lodge teilen, um den großen Wert dieses Buches anerkennen zu können. Es legt eine Wissensbasis, sensibilisiert für die Wahrnehmung von strukturellem Rassismus und stärkt die Auseinandersetzung mit den eigenen Reaktionen, das Hinterfragen von Abwehr-Impulsen. Also - nehmt die Herausforderung an!

  10. Cover des Buches Elementarteilchen (ISBN: 9783832162788)
    Michel Houellebecq

    Elementarteilchen

     (421)
    Aktuelle Rezension von: Stephan_Belka

    Michel Houellebecq: das "Enfant terrible" der französischen Literatur mit seinem besten Buch. Egal, wie man zu ihm steht: Schreiben kann der Mann!!!

    Ich war etwa 25, als ich dieses Buch las: Es war ein Schlag ins Gesicht! Das Buch hatte mich total umgehauen. Wie brutal in "Elementarteilchen" die Abschaffung der Spezies "Mensch" gefeiert wird. Schrecklich und grandios zugleich.

    Ich teile nicht die Ansichten des Autors, aber dieses Buch ist schlicht und einfach eine Meisterleistung!

  11. Cover des Buches Englischer Harem (ISBN: 9783257239409)
    Anthony McCarten

    Englischer Harem

     (282)
    Aktuelle Rezension von: j_XuPa

    Das Buch verlief anders als ich es beim Kauf erwartet hatte. Die Polygamie spielt eine eher untergeordnete Rolle in dem Buch, was ich zu Nächst enttäuschend fand. 

    Jedoch regt das Buch auf so viele unterschiedliche Weisen zum nachdenken und hinterfragen der eigenen Standpunkte an, dass ich ihm das am Ende sehr zufrieden bin. Über Heimat, über Familie, Liebe und Glauben. Der Autor ermöglicht einen faszinierenden Blick auf die Gesellschaft und ihre Vorurteile und Starrheit in verschiedenen Modellen. Dabei kommen sowohl sozialisierte als auch persönliche Probleme zur Sprache. Über Liebe, Freundschaft, Rassismus, Trauer, Monogamie, Gemeinschaft, Neid, Unwissenheit und Vorurteile. Über die Angst nichts zu tun und die Angst etwas zu tun. 


    Der Autor verbindet hier simplere und ungewöhnliche Charaktere auf eine wundervolle Weise, die den Teil von mir anspricht der sich zu anderen abgrenzt und dabei mit Witz und Gefühl auf die Unsinnigkeit der Vorurteile der Gesellschaft hinweist. 

    Alles in Allem bin ich mit den Charakteren, der Handlung sehr zufrieden. 

    Die Beleuchtung der hintergründigen Themen ist in Teilen sehr differenziert. Jedoch konnte mich der Stil des Autors nur teilweise so fesseln, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Kann mich nicht ganz zu 5 Sternen durchringen, daher 4!

    Trotzdem hat es mir sehr gefallen und ich kann es nur weiterempfehlen!

  12. Cover des Buches Unterleuten (ISBN: 9783442719761)
    Juli Zeh

    Unterleuten

     (512)
    Aktuelle Rezension von: Booklovemadame

    Intelligent, stark und bewegend! Die feine Ausarbeitung der Charaktere hat mir sehr gut gefallen!

  13. Cover des Buches Sex und Lügen (ISBN: 9783442716814)
    Leïla Slimani

    Sex und Lügen

     (28)
    Aktuelle Rezension von: marilovesbooks2020

    Ein Buchtitel, der die Aufmerksamkeit erregt, für Aufregung sorgt und reißerisch erscheint, polarisiert. Trotz allem passt er wie die A… auf Eimer. Die Autorin gibt Frauen aus ihrer Heimat eine Stimme. Eine Stimme zu einem Thema, welches in der Öffentlichkeit als Sittenverfall und demoralisierend verbreitet wird, aber in diesem Land in vielen Kämmerchen durchaus praktiziert wird.

    Die geschilderten Erfahrungen haben mich in Aufruhr versetzt, ist es doch in unseren Breitengraden ein Thema, welches offen besprochen wird. Slimani zeigt ein sehr differenziertes Bild von Marokko auf. Einem Land, in dem Homosexualität, Ehebruch und Prostitution strafbar sind. Die aufgestellten Regeln des Landes werden nur hinter verschlossenen Türen gebrochen. Ein offenes Geheimnis. Gleichzeitig schafft sie es, die Frauen nicht als Opfer, im klassischen Sinn, darzustellen, sondern als starke Persönlichkeiten, die dem heuchlerischen Druck der Politik und Religion zum Opfer fallen. Doch leiden nicht nur die Frauen darunter, auch viele Männer. Slimani konzentriert sich auf die Rolle der Frau in ihrem Heimatland, mit der Misere dort, aber auch mit den bestehenden Errungenschaften. Mir wurde schnell klar, wie groß der Spagat zwischen „Gesellschaft und Individualität“ oder „Politik und Religion“ ist. Was für uns Freiheit bedeutet, wird in diesem Land nicht toleriert. Frauen sind Mütter und Töchter von jemandem.

    Die Frauen wollen als individuell angesehen werden, sind aber doch in großem Maße von der Gruppe abhängig, was ich als völlig ambivalent empfinde. Einerseits ist dieses Land technisch bei Facebook & Co., andererseits wird nach wie vor propagiert, dass die Ehre der Frau in ihrem Schoß liegt. Die Jungfräulichkeit, ein Mysterium, das es zu wahren gibt. Wenn man schon den Menschen nicht kontrollieren kann, dann zumindest sein Verlangen. Jungfräulichkeit ist keine private Angelegenheit. Nein, sie ist Gegenstand der kollektiven Besorgnis aller. Gleichzeitig schlägt die Natur aber doch durch und es gibt unzählige Frauen, die Sex haben; dann aber ihr Hymen rekonstruieren lassen, um nicht der Schande zu verfallen, denn sie möchten geheiratet und nicht verachtet werden.

    Was mich förmlich aufschreien ließ beim Lesen ist folgender Teil. Gibt es doch in Marokko einen Paragraphen im Strafgesetzbuch, der folgendes regelt – ich zitiere (S. 51)
     [Nachdem sie von einem Freund der Familie vergewaltigt worden war, hatten ihre Eltern und die des Täters die Ehe …. arrangiert. …. erfährt die Öffentlichkeit von dem skandalösen Artikel 475… der besagt, dass ein Vergewaltiger, der die vergewaltigte Frau heiratet, nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden kann.]

    Ein sehr aufwühlendes, unfassbares, beklemmendes Buch, das zur Aufklärung und auch zu einem besseren Verständnis beiträgt. Was für mich als selbstverständlich gilt und ich nie in Frage stelle, ist dort ein Affront gegen die eigenen Mitmenschen. Was ganz deutlich klar wird ist, dass Recht und Moral nicht dasselbe ist. Die Moral ist immer nur die Moral der anderen. Der Chauvinismus ist nach wie ausgebreitet. Die vom Sittenverfall geängstigten beziehen sich einfach auf die Zeilen im Koran, der, laut geschichtlicher Studien, eigentlich nicht in diese Richtung der Frauenverachtung, Diskriminierung, Vergewaltigung, etc. ausgerichtet ist. Frauen sind, ob sie es wollen oder nicht, zu Symbolen der sexuellen Misere geworden.

    Das Buch ist wichtig und ich bin froh, dass ich es gelesen habe. Es ist an so vielen Stellen total ambivalent: es ist prüde, konservativ und zugleich so voll von dem Thema Sex und dem Verlangen nach Selbstbestimmung, dass einem fast schlecht wird vor offensichtlicher „Persönlichkeitsspaltung“.

    Ich maße mir hier keine Bewertung an zu den Werten und der Moral des Landes an, ich finde dennoch, dass viele Dinge kritisch hinterfragt werden sollten und die Scheinheiligkeit unter dem Deckmantel der Moral entlarvt gehört. Dort herrscht eine Lebensrealität, die ich schlicht nicht nachempfinden kann, weil sie meiner Realität so gar nicht entspricht.

    Leider läuft es wie in vielen Bereichen nach dem Motto: Das haben wir immer so gemacht und „Never Change a running system“.

    Von meiner Seite eine uneingeschränkte Leseempfehlung und ich sehe es als ein Jahreshighlight!
    5/5 Sternen. LEST DIESES BUCH!!!!

  14. Cover des Buches Was tue ich hier eigentlich? (ISBN: 9783499628610)
    Nicolas Dierks

    Was tue ich hier eigentlich?

     (17)
    Aktuelle Rezension von: JDaizy
    „Kennen Sie das, beim Lesen eines Buches plötzlich das Gefühl zu haben, einige Sätze seien direkt für Sie geschrieben? Oder wenn Sie auf einer Autofahrt im Radio plötzlich etwas hören oder beim Lesen eines Interviews auf Sätze stoßen, die Sie im Innersten wachrütteln? Ich meine keine Momente der Einsicht, in denen man zustimmend nickt │…│Ich meine jene seltenen Momente, in denen wir uns durch einen Satz regelrecht ertappt und im tiefsten Sinne berührt fühlen.“


    Während meiner Studienzeit habe ich die Philosophiestudenten immer belächelt. Eigenbrödler ohne Freunde, dafür mit vielen schwierigen Büchern und verdammt klugen Sprüchen; Menschen, die alles in Frage stellen und nicht zum Punkt kommen, sie haben mich einfach verwirrt und ehrlich gesagt auch überfordert.
    Warum also greife ich zu einem Buch, das verspricht, mir (dem (Noch-)Nicht-Philosoph) das philosophische Denken zu lernen und nebenbei das Leben zu verstehen?! Vielleicht bin ich älter geworden? Klüger? (Bestimmt nicht!) Aber ich will es wirklich verstehen.

    Eins gleich vornweg: Wer von diesem Buch erwartet, kurz und prägnant in die (un-)ergründlichen Tiefen der Philosophie einzutauchen und danach (all-)wissend voranzugehen, der sollte gleich die Finger davon lassen. Denn „Was tue ich hier eigentlich?“ kann ein wahrer Wegbegleiter, ein (Lebens-)Freund werden, wenn man ihn lässt. Der Autor schreibt von einem „besonderem Platz“ im Bücherregal. Und den sollte dieses Buch auch bekommen, weil man es immer wieder zur Hand nehmen und immer wieder neu entdecken wird.

    Der Autor schafft es mit seinem Werk, das „Verstehen des Lebens“ aus dem philosophischen Elfenbeinturm zu holen. Auf 232 Seiten in neun Kapiteln erklärt er (meist) sehr anschaulich, trotzdem wissenschaftlich fundiert und mit einer guten Brise Humor, warum es im Leben ein „Nebenbei-Philosophieren“ geben sollte.

    „ „Nebenbei das Leben zu verstehen“ heißt für mich, zu leben und dabei zu überlegen, was man will, was man tun soll, was man weiß - und was für einen wirklich zählt.“

    Man braucht Zeit und Geduld, wenn man die Philosophie und ihre Lebensfragen besser verstehen können möchte. Aber dieses Buch ist es jede Minute Lesezeit wert.
    Für mich persönlich gab es viele interessante Fragen: Zum Beispiel, die Frage nach dem heute überstrapazierten Lebensmotto „Lebe deinen Traum“, oder was bedeutet es „auf sich selbst zu hören“. Wie kann man innere Erfüllung finden und wo ist das richtige Maß zwischen heile Welt und unbarmherziger Wirklichkeit. Natürlich kommt man auch an der Frage nach dem „Wer bin ich?“ und der Liebe und dem „Tod und was kommt danach“ nicht vorbei.
    Manches war für mich (anfangs) schwer zu greifen, weil es nicht konkret wurde, sondern irgendwie abstrakt geblieben ist. Zu einigen Themen habe ich leichter Zugang und Zeit gefunden, um innehalten.


    Fazit:
    „Was tue ich hier eigentlich?“ ist eine Einladung zum (Um-)denken, für ein neues Verständnis der Situation und für einen Wandel der inneren Einstellung. Anschaulich, übersichtlich und humorvoll gibt der Autor einen nachhaltigen Einblick in die „Philosophie für nebenbei“.

    „Ach, und übrigens: Die „Würmer“ in Äpfeln sind gar keine Würmer. sondern Raupen eines Schmetterlings - des Apfelwicklers.“  
  15. Cover des Buches Rückkehr nach Reims (ISBN: 9783518072523)
    Didier Eribon

    Rückkehr nach Reims

     (41)
    Aktuelle Rezension von: bpeveling
    Didier Eribon erzählt in dem Buch, wie er nach vielen Jahren in seine Heimat und zu seiner Mutter zurückkehrt. Sein Vater ist mittlerweile verstorben. In jedem Kapitel wird autobiographische Erinnerung und soziologische Reflektion miteinander verbunden. Eribon erzählt, wie er als homosexueller Jugendlicher über die Bildung dem Arbeitermilieu entkam, und vor allem, wie schwer es ist, seinen Platz im Bildungsbürgertum zu finden, wenn man diesen nicht ererbt hat. Anhand seiner eigenen Familie wird erdrückend verständlich, wie die Arbeiterklasse von absoluten Linkswählern nach ganz rechts rückten.
    Das Buch erzählt zwar von der französischen Gesellschaft, aber vieles ist auch auf Deutschland übertragbar. Auch bei uns reproduziert sich das gehobene Bürgertum selbst, es sei denn, jemand findet eine Lücke, so wie Eribon über Kontakte aus dem homosexuellen Milieu. Ich habe das Buch wie einen Krimi verschlungen und viel dabei  über Deutschland und Frankreich nachgedacht.
  16. Cover des Buches Utopien für Realisten (ISBN: 9783498006822)
    Rutger Bregman

    Utopien für Realisten

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Lesepinguin33

    In „Utopien für Realisten“ erzählt der Niederländer Rutger Bregman in 10 Kapiteln von 10 seiner Visionen für die Zukunft. Wie kann man das Ende der Armut herbeiführen, ist eine 15-Stunden-Woche umsetzbar und was wären die Vorteile eines bedingungslosen Grundeinkommens? Zu diesen Fragen und noch vielen mehr, hat Rutger Bregman recherchiert und sich ein Urteil gebildet, was er uns in diesem Sachbuch präsentiert.



    Es ging direkt los mit einem positiven Anfang („früher war alles schlechter“) und ich habe verstanden, wie das Buch aufgebaut ist. Der Autor hat sich nämlich auf viele Studien oder Ereignisse aus der Vergangenheit bezogen und es war auch sonst ziemlich geschichtlich, was mir gut gefallen hat. Daher ist etwas Vorwissen empfehlenswert, damit man die Zusammenhänge (z.B. den der Industrialisierung) begreifen kann. Es wäre aber auch ein super Buch für den SoWi-Unterricht, falls das hier (zukünftige) Lehrer lesen!!


    Der Schreibstil war humorvoll, schöne Zitate und krasse Fakten waren genau richtig eingebaut und der Autor hat echt gute Vergleiche gezogen. Mir hat gefallen, dass er auch immer andere Schriftsteller etc. zitiert hat, aber es waren mir doch irgendwann zu viele Namen, die er genannt hat. Die Sprache war ziemlich anspruchsvoll, weswegen es teilweise anstrengend war, aber dafür gab es schön viele Absätze, an denen man sich lang hangeln konnte. Dass jedes Kapitel nochmal extra mit einem passenden Zitat eingeleitet wurde, fand ich ebenfalls sehr nett.

    Auch wenn ich nicht immer mit dem Autor einer Meinung war, war es gut geschrieben und darauf kommt es schließlich an. Außerdem kam er sympathisch, intelligent und reflektiert rüber.


    Für einige seiner Thesen fand ich allerdings die Argumente nicht ausreichend. Ein paar ausgewählte Beispiele sind für mich nicht genug „Beweislage“, dafür war er zu überzeugt und auch zu überzeugend, finde ich. Und natürlich ist es auch eher einseitig geschrieben, da der Autor seine Meinung vertreten möchte.

    Außerdem bezieht er sich wenig auf Deutschland, sondern viel auf die USA oder Afrika, vielleicht noch sein Heimatland und fasst ansonsten die „westlichen Länder“ oder „Europa“ zusammen. Das is ja an sich nichts schlimmes, aber da man die verschiedenen Sozialsysteme eben überhaupt nicht vergleichen kann, war es für mich z.B. beim bedingungslosen Grundeinkommen eher interessant als relevant.



    Mein Fazit: Ein interessantes und lesenswertes Sachbuch, was mir viel Input geliefert hat, man aber nicht ohne kritisches Hinterfragen lesen sollte.


  17. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

     (1.040)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    Ein opulentes Stück Weltliteratur, das Leo Tolstoi mit seiner „Anna Karenina“ geschaffen hat. Und trotz der vielen Seiten, mit denen dieser Roman aufwartet, las er sich doch recht zügig.

    Streng genommen sollte das Buch nicht nur Anna Karenina heißen, geht es doch um zwei verschiedene Frauen, zwischen deren Leben die Handlung hin und herspringt. Kitty heißt das andere junge Mädchen, deren Leben und Leiden der Leser begleitet.

    Als Anna Karenina Alexej Wronskij kennenlernt, ist es um beide geschehen. Sie wird zur bekanntesten Ehebrecherin in der Weltliteratur. Doch das Leben ist nicht leicht im Russland der Zarenzeit. Frauen sind ohne ihre Männer nichts, haben keine Rechte und quasi keine Daseinsberechtigung. Sie erhalten „Taschengeld“ von ihren Ehemännern, um sich oder ihren Kindern etwas kaufen zu können. Auch haben sie keinerlei Rechte auf ihre eigenen Kinder, wenn es zum Ehebruch kommt. Und so leidet Anna einerseits unter dem Fehlen ihres Sohnes, andererseits unter ihrem verlorenen Leben. Doch solange Wronskij da ist, ist alles gut.

    Kitty hingegen lehnt den Heiratsantrag eines ihr lieben Menschen ab, da ihre Mutter eine bessere Partie vorgesehen hat, aus der dann jedoch nichts wird. Die Depression, in die das junge Mädchen stürzt, begleitet sie dann ihr weiteres Leben. Doch vielleicht ist noch eine Änderung der Lebensumstände möglich.

    Ein großes Werk, das wirklich nur ein paar kleinere Szenen hat, auf die man getrost verzichten könnte. Das Leben zur Zarenzeit wird wirklich sehr gut dargestellt und das Leben der Frauen authentisch erzählt.

    Mir tun sie vor allem Leid. Sie sind nichts, sie haben nichts und müssen es dann auch noch über sich ergehen lassen, dass das Fremdgehen ihrer Männer Normalität ist. Ich bin froh, selbst nicht in dieser Zeit in diesem Land leben zu müssen.

    Was ich als Manko herausstelle, sind die ganzen gefühlsduseligen und hysterischen Frauen. Klar, Tolstoi war ein Mann, aber offenbar stand seine Meinung über Frauen auch nicht gerade hoch im Kurs. Immer wieder schreiben, heulen und ewige Tränen. Als Alternative geht nur der Glanz in jedermanns Augen... Das fand ich etwas nervig, zumal Tolstoi dies inflationär eingesetzt hat. Und das, obwohl es fast nur prächtige und vorzügliche Menschen in diesem Roman gab.

    Dennoch: eine gute Geschichte, die man vielleicht einfach einmal im Leben lesen haben sollte. Ich werde Tolstoi auf jeden Fall noch mindestens ein Buch geben.

  18. Cover des Buches Die Kunst des Liebens (ISBN: 9783548377513)
    Erich Fromm

    Die Kunst des Liebens

     (246)
    Aktuelle Rezension von: lesebegierig

    „Trotz unserer tiefen Sehnsucht nach Liebe halten wir doch fast alles andere für wichtiger als diese: Erfolg, Prestige, Geld und Macht. Unsere gesamte Energie verwenden wir darauf, zu lernen, wie wir diese Ziele erreichen, und wir bemühen uns so gut wie überhaupt nicht darum, die Kunst des Liebens zu erlernen.“-Erich Fromm in „Die Kunst des Liebens“

    In meinen Lernpausen lese ich gerade „Die Kunst des Liebens“ von Erich Fromm. Ich bin schon fast fertig und ich bin jetzt bereits begeistert von diesem Buch. In seinem Werk diskutiert Erich Fromm die Liebe in allen ihren Aspekten und Formen, die weit über ihre romantische Vorstellung hinausgehen und beleuchtet die Praxis der Liebe. Zudem wirft er einen kritischen Blick auf die Möglichkeit zu Lieben in der westlichen kapitalistischen Gesellschaft, ein Thema, das nach über 60 Jahren kaum an Aktualität verloren hat. Erich Fromm bringt komplexe Gedanken in einer gut verständlichen und anschaulichen Sprache auf den Punkt. Das Buch regt mich sehr zum Nachdenken an und ich komme beinahe dem Markieren und Unterstreichen der vielen tollen Textstellen nicht mehr hinterher. Sehr lesenswert!

  19. Cover des Buches Lebe nach deinen eigenen Regeln (ISBN: 9783793423201)
    Vishen Lakhiani

    Lebe nach deinen eigenen Regeln

     (19)
    Aktuelle Rezension von: ayako

    Für mich war dies ein sehr interessantes Buch, dass mich dazu angeregt hat, viele Verhaltensmuster aus meinem Alltag neu zu betrachten und zu reflektieren.

    Die Impulse daraus sehe ich als äußerst wertvoll an und hoffe, auch langfristig achtsamer und mehr nach "meinen eigenen Regeln zu leben".

  20. Cover des Buches Dienstags bei Morrie (ISBN: 9783442487226)
    Mitch Albom

    Dienstags bei Morrie

     (500)
    Aktuelle Rezension von: lenih

    Als der Journalist und Autor Mitch Albom erfährt, dass sein ehemaliger Lehrer Morrie Schwartz unheilbar an ALS erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat, beschließt er, ihn noch einmal zu besuchen. Während dieses Besuchs, welcher Albom an die ehemalige Freundschaft der beiden erinnert, keimt in dem Autor der Wunsch auf, von seinem Coach, wie er Schwartz während der Studienzeit nannte, zu lernen, wie dieser es geschafft hat, ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen und mit der Angst vor dem eigenen Tod umzugehen. Immer dienstags treffen sich die beiden von nun an in Morries Arbeitszimmer, um verschiedene Aspekte des Lebens zu erörtern und ihre Gespräche auf Tonband aufzunehmen, um die Erkenntnisse später in einem Buch zu verarbeiten. Herausgekommen ist dabei „Dienstags bei Morrie - Die Lehre eines Lebens“, welches im Jahr 1997 erstveröffentlicht wurde, leider erst nach dem Tod von Morrie Schwartz.

    Die Lehren, die man aus diesem Buch ziehen kann, sind nicht völlig neu, wenn man sich schon öfter mit Themen wie Glück, Zufriedenheit oder der allumfassenden Frage nach dem Sinn des Lebens auseinandergesetzt hat. Mittlerweile gibt es nämlich sehr viele Bücher der Kategorie Lebenshilfe mit ähnlichem Tenor. Ob das zu der Zeit, als dieses Buch geschrieben wurde, auch schon so war, kann ich nicht beurteilen (vermutlich nicht). Heute sticht dieses Buch für mich daher jedenfalls nicht aus der Masse heraus, weil es gute und tiefsinnige Ratschläge gibt (das tut es wirklich, nur die waren mir nicht unbekannt), sondern weil ich es sehr berührend fand zu lesen, wie liebevoll Mitch Albom mit seinem ehemaligen Lehrer während ihrer Dienstagssitzungen umgeht und wie nah dies die beiden einander bringt.

    ALS ist heimtückisch und unbarmherzig. Jeder kennt das prominenteste Beispiel dieser furchtbaren Krankheit, den mittlerweile verstorbenen Astrophysiker Stephen Hawking. Sie führt dazu, dass der Erkrankte sich nach und nach aufgrund spastischer Lähmungen der Muskulatur immer weniger bewegen kann. Alltagsverrichtungen wie sich ankleiden, selbstständig essen oder der Toilettengang werden irgendwann völlig unmöglich. Betroffene sind ab einem bestimmten Punkt dauerhaft auf Hilfe angewiesen. Es kommt zu Schluck- und Sprachstörungen und zum Ende hin wird auch die Lunge so stark in Mitleidenschaft gezogen sein, dass eine künstliche Beatmung erforderlich ist. Ein Leben oder Sterben in Würde scheint mit dieser Erkrankung unmöglich zu sein. Wie kann man also mit einem Menschen umgehen, von dem man weiß, dass er auf jeden Fall sterben und dass dieses Sterben lang und grausam sein wird?

    Albom hat in seinem Buch beschrieben, wie selbstverständlich er und Morrie irgendwann mit Morries Einschränkungen umgehen konnten, wie er seinem Lehrer zum Bespiel die Nase putzte, die gelähmten aber trotzdem schmerzenden Füße massierte und ihn tröstend in den Arm nahm, wenn dieser, von Erinnerungen überfallen, heftig weinen musste. Zu lesen, wie die Distanz, die in solchen Situationen zunächst einmal herrscht (aus Angst, etwas falsch zu machen oder den Kranken zu beschämen), abgebaut wurde und nichts übrig blieb, als tiefe, ehrliche Zuneigung und Liebe zwischen zwei Menschen, die sich mit ihren Gesprächen voneinander verabschiedeten, das war einfach nur ergreifend. Sterben und Tod sind Tabuthemen in unserer Gesellschaft. Jugendlichkeit, Gesundheit, Attraktivität sind heute für viele die Maßstäbe für Erfolg und ein erfülltes Leben. Niemand will alt und krank werden. Dass aber auch darin Chancen liegen, davon berichtet dieses Buch. Morries Ratschläge könnte ich schon jetzt, kurz nach dem Lesen, nicht mehr alle widergeben, aber den Wunsch nach Verbundenheit und Zuneigung habe ich beim Lesen tief nachempfinden können. Und das ist es, was mir in Erinnerung bleiben wird.

  21. Cover des Buches Denken hilft zwar, nützt aber nichts (ISBN: 9783426780350)
    Dan Ariely

    Denken hilft zwar, nützt aber nichts

     (46)
    Aktuelle Rezension von: LaLecture

    Inhalt

    Warum haben wir das Bedürfnis, sofort zuzugreifen, sobald es etwas gratis gibt? Wie beeinflussen unsere Erwartungen unseren Eindruck dessen, was wir bekommen? Warum tun wir bestimmte Sachen lieber umsonst als gegen schlechte Bezahlung?
    Auf diese und viele andere Fragen liefert Verhaltensökonom Dan Ariely in diesem Buch Antworten.


    Meinung

    Zu diesem Buch habe ich in der Bibliothek ursprünglich nur wegen des lustigen Titels gegriffen, jedoch schnell gemerkt, dass auch der Inhalt sehr interessant ist.

    Dan Ariely ist Verhaltensökonom, untersucht also, wann sich Menschen wie verhalten. Das kann vor allem für die Wirtschaft interessant sein, denn Ariely weist zB. häufig nach, wie manipulierbar Menschen sind bzw. wie sie manipuliert werden. Doch auch zum Entlarven von Wirtschafts- und Werbetricks und zum Verständnis des eigenen Verhaltens und der eigenen Fehler kann seine Forschung verhelfen.
    Seine Hauptthese in diesem Buch besagt dabei, dass Menschen sich nicht nur häufig irrational verhalten, sondern auch vorhersehbar irrational.

    Ariely widmet sich in jedem Kapitel einem Thema, das er meist durch anschauliche Beispiele einleitet, die häufig auf den eigenen Alltag bezogen werden können. Jede seiner Thesen unterstützt er dabei durch eine von ihm oder seinen Mitarbeitern durchgeführte Studie, die zwar meistens an Studenten durchgeführt wurden, die er dann aber auch auf größere, vor allem wirtschaftliche Zusammenhänge überträgt.
    Anschließend gibt Ariely oft Tipps, wie man sich die Erkenntnis, dass man irrational handelt, zunutze machen und für einen selbst besser handeln kann.

    Der Fokus, wie man besonders im Anhang, der ein Extra-Kapitel zur Finanzkrise beinhaltet, merkt, liegt bei Ariely auf der Wirtschaft, sei es die Frage, wieso Banken ihre Kunden ausnehmen oder betrügen oder die, ob Manager tatsächlich besser arbeiten, wenn sie höhere Gehälter bekommen.
    In seinem letzten Kapitel beantwortet er hier viele Fragen zur Finanzkrise und stellt Thesen auf, wie solche wirtschaftlichen Katastrophen in Zukunft verhindert werden könnten.

    Fazit

    Arielys Buch ist in jedem Fall lesenswert, sowohl für Leser, die sich für Wirtschaft und Finanzen interessieren, als auch für solche, die einfach nur gerne mehr über ihr eigenes Verhalten und dessen Vorhersehbarkeit lernen würden.
    Manchmal hätte ich mit mehr Erwähnungen von Studien von anderen Wissenschaftlern mit größeren und breiter gefächerten Versuchsgruppen zur Untermauerung von Arielys Thesen gewünscht, aber insgesamt vergebe ich gerne 4,5 Sterne.
  22. Cover des Buches Liebe (ISBN: 9783442155545)
    Richard David Precht

    Liebe

     (126)
    Aktuelle Rezension von: Journeyurbooksoul

    Das Buch von Richard David Precht erklärt Liebe durch verschiedene Perspektiven und Theorien näher. Liebe - als Handlung, Verhalten, Phänomen, Verlauf, biologischer und historischer Hintergrund, Idee, (...). 

    Es hilft den anderen und sich selbst in diesem Kontext besser zu verstehen. 

    Für mich persönlich ist das Buch einerseits sehr informativ, andererseits durch den Schreibstil zu langatmig. 

    Seine Vorträge zum Buch und auch das Buch selbst haben meinen Kenntnisstand bereichert und verhelfen zu mehr Selbst- Verständnis und Selbstreflexion. 

  23. Cover des Buches Fleischmarkt (ISBN: 9783894017552)
    Laurie Penny

    Fleischmarkt

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    Direkt mal vorweg: Ich glaube, dass ich gar nicht jeden Aspekt sofort verstanden habe, den Laurie Penny in dieser Abhandlung zusammengefasst hat. Das Buch hat einen sehr hohen Informationsgehalt auf den knapp 120 Seiten.
    Wer denkt, dass es in ihrem Buch nur um das sexuelle Kapital geht, das Prostituierte nutzen, der irrt. Laurie Penny widmet sich dem Bild, das Frauen in der Öffentlichkeit vermittelt wird, aus dem sie ihre Identität ziehen sollen. So beleuchtet Penny beispielsweise Transsexualität im Hinblick auf die Weiblichkeit im Kapitalismus. Es geht um geschlechtliches Kapital, das ausgegeben wird, um eine sozial akzeptierte Weiblichkeit zu generieren und Frauen in geduldeten Bahnen zu halten. Damit kritisiert sie auch die Entweder-Oder-Entscheidung zwischen ausschließlich zwei Geschlechtern, die alle Identitäten dazwischen ausblendet. Ein persönliches Thema für Laurie Penny sind Essstörungen, auch diesen misst sie eine Bedeutung bei, besonder in Anbetracht der „Größe-Null-Debatte“ und der Modeindustrie im Allgemeinen. Ein weiterer Punkt in diesem Buch war die unbezahlte Betreuungs- und Erziehungsarbeit, die Frauen nebst einer hauptberuflichen Vollzeitbeschäftigung leisten, während Männer statistisch gesehen immernoch genauso viel Arbeit im Haushalt erledigen wie in den 80er Jahren – wohlgemerkt, als es noch nicht so viele voll arbeitende Frauen gab.
    Laurie Pennys Resümee ist, dass Frauen im Zuge des kapitalistischen Machtwerks klein gehalten werden sollen, ihre Forderung ist, dass sich alle Frauen mal wieder öfter des Wortes Nein bedienen, denn klar ist: Wenn alle Frauen die unbezahlte Arbeit, die sie täglich so verrichten, niederlegen, würde das kapitalistische System von jetzt auf gleich in die Knie gezwungen werden.

    Wie gesagt ist die Informationsdichte in diesem Buch enorm, und ich werde es mir bestimmt irgendwann wieder hervornehmen, um es erneut zu lesen. Laurie Pennys Analyse fand ich treffend, nicht zuletzt, weil sie sagt, dass das Patriarchat, das die Weiblichkeit unter Kontrolle halten will, nicht alle Männer umfasst, da es auch Männer gibt, die unter diesen Strukturen leiden. Fakt ist jedoch, dass ein radikales Umdenken stattfinden muss und man sich von der Idee der konsumierbaren, verfügbaren Frau verabschieden muss, die selbst nicht frei konsumieren darf.

  24. Cover des Buches Reif für die Insel (ISBN: 9783442465965)
    Bill Bryson

    Reif für die Insel

     (150)
    Aktuelle Rezension von: -nicole-
    Bevor Bill Bryson mit seiner Familie zurück in seine Heimat Amerika zieht, bereist er nochmal für ein paar Wochen Großbritannien - Die Insel, die er im Jahre 1973 zum ersten Mal besucht hat und schließlich dort geblieben ist. Wie damals, vor 21 Jahren, beginnt seine Reise am Hafen von Calais und staunt daher nicht schlecht, als er das veränderte Dover wiedersieht. Brysons Reise geht weiter über London, danach quer durch Land bis weit hinauf in den Norden. Das Land, was er in den vergangenen so lieben gelernt hat, überrascht ihn immer noch mit so manch Skurilem, aber auch mit vielen Sehenswürdigkeiten. Eine große Reise, auf der den Autor so manches Abenteuer erwartet.

    "Ich verstehe nie, wieso die Londoner nicht begreifen, dass sie in der wunderbarsten Stadt der Welt leben." - Seite 39, eBook

    Bill Bryson listet in seinem besonderen England-Reiseführer neben Sehenswürdigkeiten und Nichtsehenswürdigkeiten auch Besonderheiten auf, wie etwa das Abenteuer U-Bahn fahren in London. In keiner anderen Metropole haben die Bahnhöfe so wunderbar phantasievolle Namen. Bevor er nun nach vielen Jahren zusammen mit seiner englischen Frau in die USA zurückkehrt, bereist er noch einmal die Insel. Im Prolog schildert Bryson seine ersten Momente, als er im Jahre 1973 zum ersten Mal in Dover die Insel betritt. Neben interessanten Fakten listet er auch immer wieder Dinge auf, die den Leser zum Schmunzeln bringen.

    "Aus Gründen, die sich ebenfalls einer rationalen Erklärung entziehen, gibt British Rail die Zielorte vorne am Zug an, was schrecklich praktisch wäre, wenn die Fahrgäste auf den Schienen sitzend warten würden, aber vielleicht nicht so ideal für die ist, die von der Seite einsteigen." -Seite 125, eBook

    "Was für ein herrliches Land - total bekloppt natürlich, aber über die Maßen hinreißend." - Seite 321, eBook

    Mein Fazit: Ein humorvoller und sehr interessanter Reisebericht. Bill Bryson beschreibt hier viele Orte, Verhaltensweisen der Engländer oder auch Alltägliches mit seinem ganz eigenen Charme. So sehr er sich beispielsweise über die englischen Parkhäuser aufregt, so toll sind für ihn die vielen Londoner Parks und beeindruckenden Landschaften. Da ich England und ganz besonders London sehr mag, hat es mir Spaß gemacht, diesen speziellen Reiseführer zu lesen. Eine wunderbare Mischung aus interessanten Fakten und humorvollen Anekdoten. Ich bin nun sehr gespannt auf den Nachfolger "It's teatime, my dear".

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