Bücher mit dem Tag "spaziergänge"
9 Bücher
- Joachim Meyerhoff
Die Zweisamkeit der Einzelgänger
(110)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannUnterhaltungsliteratur vom Feinsten? Kurzantwort: Geschmackssache. Etwas längere Antwort: Wer nicht als Gewächs vor dem Fernseher verkümmern, sich stattdessen alternativ an einem nicht unbedingt anspruchsvollen Roman versuchen möchte, wird hier gut bedient. Das Thema ist so banal wie ergiebig. Ein oft wankelmütiger männlicher Hecht (der Autor himself) wird schließlich im Biotop verschiedenster weiblicher Gegenexemplare fündig. Damit es auch spannend bleibt, sind es gleich zwei Frauen, die hier die Vorurteile und Fantasien der Männerwelt beglücken dürfen. Auf der einen Seite die nicht sehr schöne, dafür aber schön-geistige Gespräch garantierende Intellektuelle und auf der anderen Seite der den ganzen Kerl fordernde Vamp.
Damit wäre eigentlich schon genug gesagt, um sich dem Stakkato schön gedrechselter Sätze auf über 400 Seiten hinzugeben – oder eben nicht. Es sind nicht nur die sich zwangsläufig aus einer Doppelbeziehung ergebenden Situationskomiken, die den Laden am Laufen halten, sondern auch die durchaus lesenswerten wie beglückenden Metaphern („Ich kam mir vor, als wäre ich in ein hochprofessionelles Spiel eingewechselt worden, dessen Regeln ich nicht kannte.“) oder auch Vorurteilen: „Eine Mimose [Personencharakterisierung] mitten in Dortmund, ein zittriges exotisches Gewächs, verpflanzt in eine prollige Bier- und Fußballstadt. Vor allem aber sind es die feingeistigen Überlegungen, die die Lektüre dieses Buches empfehlenswert machen: „Genauso wie jeder Mensch ein paar Sätze mit sich herumträgt, die aus ihm herauswollen, genauso, dachte ich, gibt es ein paar Sätze, auf die ein Mensch wartet, Worte, von denen er nicht ahnt, dass sie auf ihn zutreffen könnten, und die ihm dann aber ermöglichen, sich selbst völlig neu zu denken. ‚Du bist ja so zerbrechlich.‘“
- Georg Renöckl
Paris abseits der Pfade
(8)Aktuelle Rezension von: dreamlady66(Inhalt übernommen)
Wer sich in der meistbesuchten Stadt der Welt dabei verausgabt, touristische Musts abzuhaken, versäumt das Wesentliche: Paris ist die Wiege und die Welthauptstadt des Flanierens, jede Ecke eine Einladung zum Straßenrausch. Streifen Sie mit dem Autor im ersten Band von Paris abseits der Pfade durch den Osten der Stadt, der einst proletarisch war, aber längst zum angesagten Pflaster geworden ist. In afrikanischen Stadtvierteln gibt es lebendige Hühner für die Hausschlachtung zu kaufen, aber auch feinstes französisches Design und vor Ort gebrautes Hipster-Bier. Eine der erfolgreichsten französischen Krimi-Autorinnen lädt zum Spaziergang rund um ein altes Hafenbecken ein und erzählt von den dunklen Geheimnissen scheinbar idyllischer Dörfer inmitten des Häusermeers. Die Pinselstriche eines der Gründerväter der französischen Street-Art, der seine Spuren selbst auf der chinesischen Mauer hinterlassen hat, werden zu Wegmarkierungen einer urbanen Wanderung durch die alten Arbeitervorstädte Belleville und Ménilmontant. Auf den Wegen durch die Metropole, wie man sie eben nicht von Postkarten kennt, kann man das revolutionäre Herz der Stadt noch schlagen hören und begreift, was Hemingway meinte, als er Paris zum Fest fürs Leben erklärte : ein Straßenfest.
Zum (genialen) Autor:
Georg Renöckl, geboren 1976, studierte Germanistik, Französisch und Journalismus in Wien, Paris und Mexiko. Nach sechs Jahren in Straßburg und Paris lebt er seit 2008 mit seiner Familie wieder in Wien, wo er als freier Autor und Journalist arbeitet. Er schreibt mit Schwerpunkt Feuilleton und Reise u. a. für die „Neue Zürcher Zeitung“, die „Presse“ und den „Falter“.
2013 erschien sein Buch Die letzten Fleischhauer von Wien (mit Florian Holzer und Arnold Pöschl, Metroverlag), 2016 Wien abseits der Pfade II (Braumüller Verlag).
Inhalt/Fazit:
DANKE an Georg (Renöckl) sowie den braumüller-Verlag für Eure Zusage & schnelle Belieferung.
Ich freute mich über dieses handliche Taschenbuch in Glanzoptik, was hell & freundlich mit einem Inhaltsverzeichnis sowie Literaturzitaten im Anhang daherkam.
Die 224 Seiten mit 11 Kapiteln & einigen Bildern in einer perfekten Schriftgrösse hatten es mächtig in, gar an sich, da reich an Informationen - quelle chance :) perfekte Haptik, aber auch Optik!
Der Inhalt kam wunderbar erfrischend & einzigartig daher, perfekt recherchiert von einem länger vor-Ort-Seienden, der die Weltstadt an der Seine - wie der Titel es ja auch verlauten lässt - abseits des Trubels & Geschehens, so erlebte & ebenso als liebenswert empfunden gar eingestuft hat - und genau darum geht es, denn, dieses Kleinod an wunderbaren Infos hinterlässt er in diesem Zauberbuch, was einem Wegweiser aber auch literarischem Highlight daherkommt...dieser etwas andere Reiseführer weist wirklich ein extremes Alleinstellungsmerkmal auf, chapeau.
Somit hoffe ich, diesen einzigartigen Stadt-Spaziergang selbst bald einmal real nachvollziehen zu können & danke für die vielen Tipps, Tricks aber auch Links - quel plaisir!
- Claudia Herber
Jedes Jahr fängt ein Jahr neu an
(6)Aktuelle Rezension von: AischaEin Buch mit Geschichten zum Vorlesen, da werden die meisten wohl an Kinderbücher denken. Hier ist jedoch eine andere Zuhörerschaft die Zielgruppe: Senioren und Menschen mit Anfangsdemenz.Für letztere ist der kurze Roman gut geeignet; geistig rüstige ältere Menschen können sich meines Erachtens leicht langweilen.Was für Demenzerkrankte genau richtig ist, nämlich kurze Sätze, viele Wiederholungen, eine einfache Sprache, ist für Senioren, die noch keinerlei Einschränkung Ihres Intellekts haben, vermutlich nicht passend.Für die richtige Zuhörerschaft kann ich das vorliegende Buch jedoch sehr empfehlen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine rüstige Rentnerin, die mit ihren 83 Jahren durchaus mit körperlichen Einschränkungen zu kämpfen hat. Autorin Claudia Herber behandelt auf eingängige Art Themen, die viele Senioren kennen: Das Treppensteigen wird mühsam, Reisen mit Gepäck ist beschwerlich, die eigenen Kinder kommen nicht mehr so häufig zu Besuch, Freundschaften gilt es zu pflegen.Gut gefallen haben mir die Botschaften, die Herber in ihrer Story transportiert: Gönn dir auch im Alter noch etwas, erfreu dich an den kleinen positiven Dingen im Alltag, lass den Kontakt zu Freunden nicht abreißen.Die Kapitel sind mit einer Vorlesedauer von rund 15 Minuten vielleicht etwas umfangreich geraten, für Zuhörer, die sich nicht mehr so lange konzentrieren können, sollte man sie in zwei oder drei Leseeinheiten unterteilen. Sehr schön sind die Illustrationen, die zur Interaktion zwischen Vorleser und Zuhörer einladen.Ein paar kleine Sachfehler haben sich in die Geschichte eingeschlichen, aber dennoch gibt es von mir eine klare Vorleseempfehlung. - Luba Goldberg-Kuznetsova
Lubotschka
(27)Aktuelle Rezension von: StefanieFreigerichtWenn ich VOR dem Schreiben meiner eigenen Meinung erst ins Feuilleton blicke, bin ich meistens sehr enttäuscht. Selten wurde ich so beruhigt: https://www.perlentaucher.de/buch/luba-goldberg-kuznetsova/lubotschka.html
So eine unsympathische Protagonistin begegnete mir selten: die junge Frau ist oberflächlich, ein verwöhntes Balg, verantwortungslos, dumm, faul, missgünstig.
Die Ich-Erzählerin wird im Verlaufe des Romans 18, sie und ihre vom Alkoholiker-Vater geschiedene Mutter, eine Lehrerin, stehen kurz vor der Auswanderung nach Deutschland. Das war’s mit der Inhaltsangabe – bis zur Abfahrt des Busses darf dann der Leser die junge Frau bei Belanglosigkeiten und durch ihre Erinnerungen begleiten, wobei sie übrigens namenlos bleibt, womit sich der Titel des Buches nicht so wirklich erklärt (oder soll er auf den Namen der Autorin verweisen? Gar autobiographische Anteile suggerieren?).
Als da wären: Erlebnisse mit Freunden und anderen, die gleichermaßen mit Beschreibungen voller Missgunst bedacht werden, Schweinsäuglein, fettiger Schweiß, einfältig, zu dünn – leider findet niemand Gnade vor den gestrengen Augen der Erzählenden. Sie selbst beobachtet ihre Mutter dabei, wie diese neben der Arbeit als Lehrerin noch zusätzlich mit dem Kwass-Verkauf für den Broterwerb sorgt. Töchterlein hingegen drückt sich, ihr ist der Zweitjob der Mutter peinlich, die Becher findet sie eklig, und überhaupt. Da dann lieber seitenlange Beschreibungen von Kosmetik, Kleidern, Magazinen aus der Glitzerwelt. Die Schule wird meist geschwänzt – sie sei trotzdem die Klassenbeste. Dummerweise widerspricht das dem, was sie auf der Journalistenschule zu erleben beschreibt – sie könne sich bei „technischen Vorträgen“ wie dem über Mobiltelefonie ebenso wenig konzentrieren wie zu den Themen Ökonomie und Politik. Ja klar, Klassenbeste. Und auch wenn sie einen Mann eklig findet, hält sie das nicht von ihm ab, wie bei dem Barmann. Mit einem Unbekannten Sex ohne Kondome, mehrfach, irgendwo, zu zwei fremden Männern ins Auto, Pornofilme kaufen, mit einem Kleingauner in ein Junkiehaus? Kein Problem für unsere Heldin, wird schon (wird irgendwie auch, vor einem eventuellen AIDS- oder Schwangerschaftstest ist das Buch ja vorbei). Ganz kurz vor der Abreise entschließt man sich dann doch tatsächlich, mit dem Erlernen der Sprache zu beginnen. Ach, verklemmt hatte ich noch vergessen – „„Sie fummelte mit einer Hand an meinem Büschchen…“ Puuuh.
Der Schreibstil – Plauderton. Kann man so runterlesen, muss man aber nicht. Hat der Lektor geschlafen oder ist das Kunst? Es fällt auf, dass sich Wiederholungen häufen. „Die Sitzungen unter dieser Säule mit allen möglichen coolen Leuten fallen mir ein. Ich hatte bisher eigentlich so viele, wie ich hätte haben können. Aber ich weiß, dass hier ständig coole Leute sitzen. Es ist jedenfalls unmöglich, sich vorzustellen, dass ein Gespräch unter dieser Säule nicht cool wird.“ Das ist echt … cool. Irgendwie. „Irgendwie war ich noch nicht bereit für diese Musik. Aber er blieb darauf noch lange hängen. Der neue Look stand ihm irgendwie.“ Und das hier sollte „bewusstlos“ heißen, nicht unbewusst, oder? „Er soll mit einem bis zur Unkenntlichkeit verquollenen Gesicht unbewusst unter einem falschen Namen eingeliefert worden sein, …“. Ja, die Autorin ist aus Sankt Petersburg und hat Deutsch erst später gelernt. Deshalb: Lektorat.
Zwei Sterne – ich habe immerhin immer weiter gelesen, weil es sich so anfühlte, als käme da noch etwas. Nö. Nur der Bus. Und – ich will jetzt nach Sankt Petersberg. Dafür der zweite Stern. Ein zweites Buch der Autorin brauche ich nicht
- JoussenKarliczek
New York to go
(2)Aktuelle Rezension von: Dr_MWenn man über Weihnachten oder Silvester nach New York fliegt, dann denkt man über die üblichen Sehenswürdigkeiten nach, wie etwa den Jahreswechsel am Time Square zu erleben. Oder Schlittschuh auf einer durch Hollywood-Filme berühmt gewordenen Eisfläche zu fahren. Wenn man sich New York jedoch wirklich kennenlernen möchte, jedenfalls so wie es für einen kurzen Urlaub überhaupt möglich ist, dann sollte man sich einen Big Apple Greeter mieten. Das sind in moderner Sprache "Insider-City-Guides", also Leute, die in den Vierteln wohnen oder sich dort gut auskennen und so Touristen Orte zeigen können, die sie nicht so einfach finden und erst recht nicht gut erklärt bekommen, wenn sie nur auf Bücher zurückgreifen.
Man muss sich dazu nur auf der Website der Big Apple Greeter anmelden und wird dann in der Regel zur vereinbarten Zeit im Hotel abgeholt. Die anschließende drei- bis vierstündige Tour bleibt einem dann für immer im Gedächtnis. Neben dem Erlebnis dieser Tour bleibt dann vielleicht auch noch der Mensch im Gedächtnis, der einem sein Viertel gezeigt hat.
In diesem Buch findet man 20 Beispiele für solche Touren. Mit Erklärungen, Bildern und einer Übersichtskarte. Und mit dem Menschen, der diese Tour macht. Die Idee ist großartig. Besser kann man eine fremde Stadt wohl nicht kennenlernen. - Bernadette Olderdissen
Labyrinth Hamburg
(15)Aktuelle Rezension von: leniksDieser Reiseführer stand jetzt etwas länger in meinem Bücherregal. Das ist aber nicht schlimm, da ein Reiseführer für mich eher ein Nachschlagewerk als ein Buch zum lesen ist. In diesem Buch stellt die Autorin 30 besondere Routen durch Hamburg vor. Enthalten ist ein Inhaltsverzeichnis und auch Tipps übers Jahr mit Veranstaltungen. Besonders am Buch finde ich die tollen wunderschönen Bilder. Von mir bekommt das vier Sterne.
- Leander Steinkopf
Stadt der Feen und Wünsche
(12)Aktuelle Rezension von: Stefan_HeimannEs geht um nichts Geringeres als um die letzte große Herausforderung unserer Zeit: Um das aufrechte, anständige und bewusst angenommene Scheitern. In einer Zeit, in der jeder alles werden kann oder in der einem dies zumindest hartnäckig eingetrichtert wird, bleibt als einziger Ausweg in die Selbstbestimmung die Entscheidung: Ich werde nix, ich bin einfach nur. Dieses Sich-herausnehmen aus den allgegenwärtigen Individualisierungszwängen gib einem dann die nötige Distanz, die Gegenwart mit all ihrem Wahnsinn wahrzunehmen, sie in aller Ruhe zu betrachtet (man hat ja Zeit) und auch einzuordnen. Genau dies tut der Ich-Erzähler in „Stadt der Feen und Wünsche“ auf schlanken 104 Seiten konsequent.
Wer eine Handlung, einen Spannungsbogen und ein Happy End am Ende zum Lesevergnügen benötigt, sollte die Erzählung von Leander Steinkopf gar nicht erst in die Hand nehmen. Hier geht es um Höheres: U-Bahn fahren, Pflastersteine beobachten, Kaffee trinken, Espresso trinken, Bier trinken, Whiskey trinken. Berlin wahrnehmen, wie es ist: hässlich, kaputt – und unglaublich interessant, wenn man gar nicht erst versucht, dazuzugehören. - Bettina Blaß
Zu Fuß durch Köln
(1)Aktuelle Rezension von: sab-mzKöln mal anders erkunden.
Besonders durch die Reihe "Glücksorte.." habe ich die Bücher des Droste - Verlages schätzen gelernt.
Die Reihe "Zu Fuß durch..." ist in der letzten Zeit dazugekommen zu meinen Favoriten." Zu Fuß durch Köln " hat Bettina Blaß geschrieben.
Bettina Blaß lebt schon lange in Köln. Sie kennt die Stadt gut.
Mit dem Buch will sie neben Besuchern auch Kölner dazu ermuntern alle Seiten der vielfältigen Stadt kennenzulernen.
"..Denn es sind die vielen Farben und Formen, das bunte Gemisch, die Bausünden genauso wie die Naturschutzgebiete und Grünanlagen, die den Reiz dieser Millionenstadt ausmachen."Die Spaziergänge sind zwischen 7 und 13 km lang.
Wer nur kürzere Strecken gehen kann, kann ja einzelne Abschnitte gehen, sich seine persönliche Strecke heraussuchen anhand der Tipps im Buch.Im vorderen inneren Einband beginnt es mit einer Karte, die den Großraum Köln zeigt.
Die Nummern in der Karte zeigen die Gegenden der Spaziergänge an, die sich erstrecken von Mengenich bis Heumar und von Marienburg bis Mauenheim.Die Wege starten mit dem Dom, wie könnte es auch anders sein.
"Rund um den Dom" startet am Schokoladenmuseum und endet am KölnTurm im Mediapark.Bei den Touren sind immer Start und Ziel angegeben, GPS ist dabei, die Länge, die Dauer, ÖPNV-Verbindung zum Ausgangspunkt, auch Ausstiegspunkte und auch die Parkmöglichkeit.
Natürlich fehlt auch Essen + Trinken nicht.
Sehr schön mit vielen Informationen beschreibt die Autorin die Touren, man bekommt Infos zu den einzelnen Punkten, z.B.dass man Laden des Senfmuseums diverse Senfsorten zu kaufen gibt,u.A. auch Rieslingsenf, den ich sicher beim nächsten Köln-Besuch kaufen werde. Natürlich fehlt auch der Schokoladenbrunnen nicht. Die Kranhäuser, Poller Wiesen und viele schöne Orte gibt es auch zu entdecken.
Die Fotos geben schon einen kleinen Einblick was einen erwartet. Es fehlen natürlich auch nicht die Liebesschlösser, die Kreuzblume, das Foto mit der kölschen Schrift dazu ist auch im Buch.
Sie wollen hoch hinaus? Der Blick vom Restaurant Osman in der 30.Etage des Köln-Turms lohnt sich.Zum Dom gibt es auch die wichtigsten Fakten in einem kleinen Beitrag.
Dies ist exemplarisch für die ganzen Kapitel im Buch.Die Vielfalt von Köln ist im Buch beschrieben in den unterschiedlichen Kapiteln:
- Rund um den Dom - Das Wahrzeichen im Blick
- Von West nach Ost - Die grüne Lunge
- Weidenpesch und Mülheim - Parks und Gärten
- Vom Dom zur Synagoge - Orte des Glaubens
- Kunterbuntes Ehrenfeld - Im ehemaligen Industrie- und Arbeiterviertel
- Im Kölner Süden - Viel Grün
- Deutz und Altstadt - Die Lichter der Großstadt
- Mühlheim und Niel - Rechts und Links vom Rhein
- Monte Troodelöh - Kölns höchster Punkt
- Die Seen im Norden - Plattes Land und Betonburgen
- Queer durch die Innenstadt - Unter der Regenbogenfahne
- Von der Neustadt nach Köln - Auf den Spuren von Fritz Enke.Ich habe schon einige Post-Its im Buch was ich mir beim nächsten Mal in Köln ansehe.
Mir gefällt das Buch sehr gut. Hier findet sicher so manche Kölner noch Ecken, die man nicht kennt.
Und für Touristen ist es ohnehin wunderbar. - Theodor Fontane
Effi Briest
(37)Aktuelle Rezension von: NiWaDie siebzehnjährige Effi heiratet den doppelt so alten Baron von Innstetten, wodurch sie in ihr Unglück rennt. Innstetten ist besessen von der Karriere, behandelt die Angetraute wie ein Kind, und bemerkt nicht, dass seine Frau außerhalb der Ehe der Einsamkeit entflieht.
„Effi Briest“ ist ein Klassiker von Theodor Fontane. Das Werk ist erstmals in den Jahren 1894 und 1895 erschienen, und hat damals angeblich für viel Furore gesorgt.
An meiner Schule war dieses Werk keine Pflichtlektüre. Allgemein bin ich an Klassikern interessiert und wollte daher unbedingt diese Bildungslücke schließen. Im Endeffekt war hier schon fast schade um die Zeit, weil einem in Gesellschaft der lieben Effi das Gesicht einschläft.
Zunächst beginnt es richtig interessant. Der Leser lernt Effi als junges, unverheiratetes Mädchen kennen. Sie ist wild, verspielt und zu jeder Zeit vergnügt unterwegs. In Gesellschaft ihrer Freundinnen fühlt sie sich wohl und zu den Eltern hat sie ein herzliches Verhältnis.
Dann hält Baron von Innstetten um ihre Hand an, und sie nimmt den Antrag an. Die Eltern sind zufrieden, die Siebzehnjährige blickt einem angenehmen Leben entgegen, und könnte im Prinzip glücklich sein.
Nach der Hochzeit nimmt das Ende schon seinen Gang: Innstetten kümmert sich viel zu wenig um die junge Frau, welche zusehends vereinsamt und sich vermutlich deshalb um andere Gesellschaft bemüht.
Auf diese Weise nimmt die Handlung ihren Lauf und insgesamt hört es sich sogar faszinierend an. Doch ab der Vermählung schleicht sich nicht nur Langeweile in Effis Alltag ein, sondern auch der Leser wird entsprechend gequält. Es geschieht nichts. Fontane berichtet von ellenlangen Spaziergängen, wie der Hund herumtollt, oder wer das Haus der Innstettens besucht.
Einzig spannender Part wäre ein übernatürlicher Aspekt um einen Chinesen gewesen, der Effi um den Schlaf bringt. Sie fürchtet sich vor der Spukgestalt, und die Geschichte um den mysteriösen Chinesen ist auffallend präsent. Jedoch verläuft es sich im Sand, und ist im weiteren Verlauf kaum der Rede wert.
Ab der Hälfte wollte ich das Hörbuch abbrechen, ich habe es dann aber doch durchgezogen. Immerhin war ich schon so weit gekommen, deshalb hörte ich es bis zum bitteren Ende. Effis außerehelicher Fauxpas wird der damaligen Zeit entsprechend dezent in den Raum gestellt. Es gibt keine bildhaften Szenen, sondern lediglich Andeutungen, die sie als Geächtete an den Rand der Gesellschaft führen.
Ich verstehe durchaus, dass dieser Roman bei Erscheinen für Aufregung sorgte. Fontane setzt sich mit der Motivation hinter dem Ehebruch auseinander, veranschaulicht, dass es nur bedingt an Charakterschwäche liegt, und führt an, dass immer zwei Menschen in einer Ehe sind.
Allerdings ist es - meiner Meinung nach - für den Leser der Gegenwart schon mühselige Kost. Besonders während der vielen Spaziergänge sind meine Mundwinkel mit steigender Schrittzahl nach unten gesackt. Es war weder ein Vergnügen noch interessant, dennoch bin ich froh, dass ich jetzt weiß, was mit Effi Briest geschehen ist.
Allgemein verstehe ich nicht, warum dieses Werk an vielen Schulen Pflichtlektüre ist. Zwar kann ich nachvollziehen, dass man sich mit dem Inhalt und der Wichtigkeit des Romans im schulischen Rahmen auseinandersetzt, doch als zwingende Lektüre fallen mir etliche andere, spannendere Klassiker ein, bei denen die Lust auf altehrwürdige Literatur eher bestehen bleibt.
Lobend ist unbedingt die Sprecherin dieser Hörbuchversion - Brigitte Trübenbach - zu erwähnen. Sie verdient sich meine Bewunderung, weil sie dem Geschehen trotz der langweiligen Grundlagen Leben verliehen hat. Sie klingt vergnügt, schwungvoll und hat angenehm erzählt, was zumindest ein Trost in Anbetracht des einschläfernden Inhalts ist.
Im Endeffekt zählt „Effi Briest“ daher zu den Klassikern, die man meiner Ansicht nach nicht gelesen haben muss.
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