Bücher mit dem Tag "st. petersburg"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "st. petersburg" gekennzeichnet haben.

157 Bücher

  1. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: 9783404166602)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (1.226)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    Teil I einer Trilogie (Jahrhundert-Saga: Sturz der Titanen-Winter der Welt-Kinder der Freiheit)

    „Die Herrscher Europas haben etwas Schlimmes und Dummes getan, das zehn Millionen Menschen das Leben gekostet hat.“ (S. 899)

    Drei Länder. Drei Familien. Ein Jahrhundert. In seiner Jahrhunderttrilogie nimmt uns Ken Follett mit in ein bewegendes Jahrhundert europäischer Geschichte.

    Inhalt

    Der Auftakt STURZ DER TITANEN beginnt in den Zehner Jahren des 20. Jahrhunderts. In England spüren die Bergleute die Auswirkungen der Industrialisierung körperlich – nie ausbleibende Unfälle, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und ein selbstgefälliger Adel, der die rechtelosen Bürger ausbeutet. Ausbeutung durch die privilegierten Fürsten spürt auch das russische Volk -nachdem 1905 ein Bürgeraufstand blutig niedergemetzelt wurde, brodelt es gefährlich im Zarenreich. Im deutschen Kaiserreich herrscht ein arrogantes Machtstreben nach einem „Platz an der Sonne“ -eine Vereinbarung mit dem Nachbarreich Österreich-Ungarn bringt die Schwarzpulverfässer in Stellung, ein Funke aus Sarajevo entzündet sie. Der Machthunger nach der Vorherrschaft in Europa unter den Obersten der Staaten entfacht einen verlustreichen Krieg und Revolutionen in Politik und Gesellschaft folgen.

    Tipp: lest nicht den Klappentext! Ich bin froh, dass ich ohne viel Vorwissen in die Geschichte eingestiegen bin.

    Schreibstil

    Downton Abbey trifft auf einen Politthriller. Ken Follett, der Stephen King des historischen Romans, erzählt authentisch und so charakterstark wie ein Lew Tolstoi. Seine unterschiedlich angelegten Figuren haben Tiefe, Ausstrahlungskraft und Gefühl. Die Charakterentwicklungen sind authentisch und machen Spaß zu Lesen. Die verwobenen Liebesgeschichten lockern den ernsten Hintergrund auf, aber wirken ab und an etwas zu seicht, schmachtend, groschenromanhaftig. Es hält sich aber noch in annehmbaren Rahmen.

    Protagonisten

    Der Einstieg gelingt leicht. Billy Williams, ein Junge aus dem englischen Volk, erlebt seinen ersten Arbeitstag untertage. Der Leser bekommt ein Gefühl für die miserablen Arbeitsbedingungen und mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen in der Industrialisierung und erlebt im Laufe der Geschichte wie sich eine Arbeiterbewegung etabliert. Billys Schwester, Ethel arbeitet im Gutshaus der adeligen Familie Fitzherbert, was bei mir ein Gefühl von Downton Abbey aufkommen ließ. Das Familienoberhaupt Earl Fitz engagiert sich im britischen Oberhaus, dem House of Lords. Seine Schwester Maud ist Frauenrechtlerin, abwertend: Suffragette. Politische Spannungen sind da vorprogrammiert.

    Durch sein politisches Engagement unterhält Fitz Beziehungen zu Diplomaten und Attachés u.a. aus Deutschland, Österreich und Amerika. Die Männer treffen sich in England, bauen Bekanntschaften, sogar Freundschaften auf. Der Deutsche Sozialdemokrat Walter von Ulrich, der immer wieder gegen seinen konservativen Vater ankämpfen muss, verliebt sich in Fitz Schwester Maud. Walters österreichischer Cousin Robert unterstützt die beiden. Der Amerikaner Gus ist auch noch mit von der Partie, wird aber erst spät in der Handlung interessant.

    Durch seine Ehe mit der Russin Bea unterhält Fitz auch Beziehungen zum Zarenreich, in dem zwei junge Brüder durch das zaristische Regime zu Waisen wurden. Grigori musste schon früh lernen für sich und seinen jüngeren Bruder Lew aufzukommen. Während er unerbittlich für seinen großen Traum -nach Amerika zu emigrieren- schuftet, lebt Lew von einem Tag auf den nächsten und bringt sich in folgenreiche Schwierigkeiten.

    Nach und nach verschachteln sich die einzelnen Handlungsstränge der Protagonisten. Es ist ein Fest, diese Verbindungen nachzuverfolgen, noch dazu, weil auch historische Persönlichkeiten gekonnt einbezogen werden. So kann sich der Lesende über die Auftritte von Woodrow Wilson, König George V., David Lloyd George, Kaiser Wilhelm II, Trotzki und Lenin „freuen“.

    Contra: Gerne hätte ich auch noch eine französische Perspektive gelesen…aber wahrscheinlich hätte das doch den Rahmen gesprengt. Das Buch hat immerhin schon 1020 Seiten…nicht unbedingt ein Buch, dass man überallhin mitnimmt.

    Fazit

    STURZ DER TITANEN von Ken Follett ist ein opulentes Familiendrama rund um den ersten Weltkrieg (Zeit der Handlung: ca. 1911-1923)  mit differenzierten Charakterzeichnungen à la Tolstoi. Follett schreibt polithistorisch fundiert, spannend & gefühlvoll! Politische Spannungen wie in einem Politthriller, Geschlechter- und Standeskonflikte und tragische Liebesgeschichten sind vor dem historischen Setting authentisch verwebt. Dieser Roman ist eine Mahnung zum Frieden und ein Ruf nach Völkerverständigung ganz in der Tradition der Antikriegsromane, jeder sollte es lesen!

    Tipp: Der Roman wird auch grandios vertont von Philipp Schepmann (Lübbe Audio, ca. 37 Std).

     

    STURZ DER TITANEN. Die Jahrhundertsaga. | Ken Follett| aus dem Englischen von Dietmar Schmidt und Rainer Schumacher| Illustrationen von Tina Dreher| Bastei Lübbe Hardcover| 2010| 1020 Seiten| 28,00€ (erhältlich nur noch die Taschenbuchausgabe für 15,00€)

  2. Cover des Buches Der Winterpalast (ISBN: 9783458359708)
    Eva Stachniak

    Der Winterpalast

     (273)
    Aktuelle Rezension von: Phini

    Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, da ich historische Romane liebe und ich über die russische Zarin "Katharina die Große" noch nicht viel gelesen hatte. Tatsächlich war es auch sehr interessant zu lesen wie es am russischen Hof unter der Herrschaft von Elisabeth zuging. Leider rissen mich Erzähl- und Schreibstil überhaupt nicht mit, auch die Protagonistin glitt mir irgendwie durch die Finger - was zwar zu ihrem Job passte, aber es mir als Leser wirklich schwer machte. An manchen Stellen konnte ich nicht mehr folgen: In welchem Palast sind wir jetzt gerade, in welchem Jahr!? Hat mich leider nicht ganz überzeugt.

  3. Cover des Buches Die Schwester des Tänzers (ISBN: 9783458361787)
    Eva Stachniak

    Die Schwester des Tänzers

     (114)
    Aktuelle Rezension von: Buchperlenblog

    Inhalt

    Ballett ist Eleganz, Leben, Kunst. In der Familie Nijinsky wird Ballett von den Eltern an die Kinder weitergereicht, eine Lebensaufgabe, der gerecht zu werden mit sehr viel Arbeit einhergeht. Stassik, Waslaw und Bronia, Brüder und Schwester, werden hineingeboren in dieses künsterische Millieu, tanzen bereits mit vier Jahren vor Zuschauern und hegen nur einen Wunsch: Der Welt zu beweisen, dass sie die besten sind.

    Während Waslaw die Kunstwelt sehr schnell zu Füßen liegt, hat Bronia mit allerhand Hürden zu kämpfen. In diesem Buch folgen wir ihren Spuren, sehen sie aufwachsen, sehen sie tanzen. Fühlen ihren Schmerz und ihre Freude.

    Rezension

    Ballett als Lebensaufgabe

    Bronia Nijiska wird Ende des 19. Jahrhunderts in Polen geboren, doch die Wege ihrer Familie führen sie schon bald nach Russland. Hier nun ist ihr erklärtes Ziel die Aufnahme in die kaiserliche Ballettschule, die vom Zaren gefördert wird und höchsten Ruhm verspricht. Während ihrem Bruder alles scheinbar mühelos in den Schoss zu fallen scheint, ihn jeder liebt und bewundert, steht sie lange Zeit im Schatten, ist immer nur „die Schwester von“. Doch auch in Bronia steckt der Wille, sich aus der Masse der Balletttänzerinnen hervorzutun. In rückblickenden Tagebucheinträgen verfolgen wir ihren Weg von der Tanzschule zu den ersten Schritten in neue Richtungen, denn ihr Bruder will das Ballett revolutionieren. Er will aus dem steifen Rahmen ausbrechen, will neues schaffen, für die Kunst und mit der Kunst leben. Dabei ist er sehr streng zu sich, und noch strenger zu Bronia. Er wendet sich gleichermaßen von ihr ab und zu ihr hin, so dass sie nie ganz genau weiß, wie seine Gefühle wirklich sind.

    Während der Lektüre schlug ich oftmals genannte Namen nach, suchte die Gesichter zu den Menschen, die wirklich lebten. Auch das Ballettstück „Der Faun“ von Waslaw Nijinsky kann gefunden und bestaunt werden. Und genau das machte für mich auch einen Teil des Reizes dieses Buches aus, diese erlebbare Geschichte, die noch immer gefunden werden kann. Bronia führt ein unstetes Leben. Reist von Ort zu Ort, immer auf der Suche nach Engagements und Auftritten. Festen Boden spürt sie nur selten. Immer an ihrer Seite ist ihre Mutter, Mamusia, die selbst Ballett tanzte und die Entbehrungen und Opfer kennt, die ein Leben als Tänzer unweigerlich mit sich bringen.

    Bronia lebt in einer aufregenden Zeit, einer Zeit voller Umbrüche und Kriege. Sie erlebt sowohl den ersten als auch den zweiten Weltkrieg mit, und spürt die Auswirkungen des Zarensturzes. Trauert sie dieser prunkvollen Zeit nach? Nein. Sie will neues kreieren, die Welt mit ihrem Tanz verändern, Augen öffnen, ähnlich ihrem Bruder. Persönliche Schicksalsschläge geben sich bei ihr die Klinke in die Hand, und dass Genie und Wahnsinn nur einen Fingerzeig voneinander entfernt existieren, muss sie an ihren beiden Brüdern hautnah miterleben.

    Fazit

    Auch wenn gegen Ende hin ein wenig Flaute einkehrte, sich die Abschnitte etwas zogen, so habe ich den Lebensweg Nijinskas sehr gern verfolgt und war völlig gefangen in einer Welt aus Übungsstunden, Choreografien und wechselnden Arrangements. Man liest dieses Buch jedoch nicht der historischen Momente wegen, sondern aus Liebe zum Ballett.

  4. Cover des Buches Oneiros - Tödlicher Fluch (ISBN: 9783426505908)
    Markus Heitz

    Oneiros - Tödlicher Fluch

     (306)
    Aktuelle Rezension von: Fuexchen

    In Leipzig hütet ein Bestatter ein grausames Geheimnis, in Minsk führt eine skrupellose Wissenschaftlerin tödliche Experimente durch, in Paris rast ein Airbus ungebremst in ein Flughafenterminal … Die Ermittlungen zu dem Unglück beginnen sofort – aber die Ergebnisse sind rätselhaft: Sämtliche Insassen waren schon tot, bevor das Flugzeug in das Gebäude traf. Was die Polizei jedoch nicht herausfindet, ist, dass es einen Überlebenden gibt. Konstantin Korff, der Bestatter aus Leipzig, kommt diesem Überlebenden hingegen schnell auf die Spur, ebenso wie die Wissenschaftlerin – denn diese drei Menschen tragen denselben tödlichen Fluch in sich. Einen Fluch, der sie zu einer Gefahr für jeden in ihrer Umgebung macht …

    Ich muss ja wirklich gestehen, dass dies das erste Buch war, das ich vom Autor Markus Heitz las. Umso gespannter war ich, was mich erwarten würde. 

    Den Einstieg fand ich gelungen und sogleich hing ich gebannt zwischen den Seiten. Die Geschichte ist durchweg spannend und zwar so sehr, dass es mir verdammt schwer fiel, das Buch aus der Hand zu legen. Die Story an sich ist mal völlig Neues und konnte mich total einnehmen. Weiter darauf eingehen möchte ich allerdings nicht, da ich das Gefühl habe, was immer ich sage, ich doch nur spoiler. 

    Der Schreibstil ist dabei gut und flüssig zu lesen. Ich kam schnell voran, auch wenn das Buch einige Seiten zu bieten hat. Das Erzähltempo empfinde ich als sehr angenehm. Ich mag es total, wenn es nicht an Ausführlichkeit fehlt und man auch noch nebenbei Informationen bekommt, die informativ und interessant sind. 

    Einzig der Schluss war mir dann zu schnell abgehandelt, aber das ist wirklich Jammern auf höchstem Niveau.

    Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet, nicht alle gleich sympathisch, aber sie besitzen die nötigte Tiefe, so dass sie authentisch erscheinen. Bei diesem Ende würde ich mir sogar ein Wiedersehen wünschen. Nicht, dass das Ende nicht zufriedenstellend ist, aber die Handlung endet so, dass ich mir auch sehr gut eine Fortsetzung vorstellen könnte.

    Das Cover ist toll. Durch den Totenschädel verstrahlt es eine Düsternis und wird damit dem Inhalt gerecht. Den Klappentext finde ich super. Er machte mich total neugierig, verrät aber nicht wirklich etwas. Einfach gelungen!

    Die komplexe Story ist einfach toll und konnte mich fast 100%ig überzeugen. Ein wirklich gelungenes Buch, das ich gerne weiterempfehle. Wer Action und Nervenkitzel mag ist hier genau richtig. Von mir gibt es vier Sterne.

  5. Cover des Buches Stadt der Diebe (ISBN: 9783453407152)
    David Benioff

    Stadt der Diebe

     (613)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    David Benioffs Roman 2008 erschienener Roman spielt im Leningrad des Jahres 1972. Es ist Winter und extrem kalt. Die Menschen frieren und hungern. Tausende sterben. Da erhalten der 17-jährige Jude Lew, der beim Plündern eines toten deutschen Soldaten erwischt wurde  und der etwas ältere desertierte Soldat Kolja von einem Oberst der Roten Armee den Auftrag, ein Dutzend Eier für die Hochzeit seiner Tochter zu besorgen. Dem Oberst ist das trotz seiner Macht und aller seiner Beziehungen nicht gelungen. Für Lew und Kolja ist eine Chance, der Hinrichtung zu entgehen. Ausgestattet mit einem Passierschein des Obersten machen sie sich auf die schwierige Suche und erleben – immer in Lebensgefahr – Abenteuer um Abenteuer.

    Die Geschichte ist voller Gegensätze, Brutalität und Grausamkeiten wechseln sich mit Scherzen und Liebeleien ab. Es ist schwer sich vorzustellen, wie die Protagonisten auf der einen Seite unter Hunger, Entbehrungen und Kälte litten und sich andererseits dieselben Themen hatten wie in Sicherheit und Wohlstand aufwachsende junge Menschen, nämlich z.B. Liebe und Literatur. Wie sich Lew und Kolja in dieser Umgebung und dabei fast ständig in Lebensgefahr gegenseitig foppen, ärgern und sich gleichzeitig immer tiefer anfreunden, ist wirklich berührend geschildert. Wie tollkühn Kolja die beiden immer wieder aus den gefährlichsten Situationen befreit und dann fällt, als er nicht mehr damit rechnet, ist fast tragisch. Voll tiefer Ironie auch das Ende der Geschichte.

    Vier Sterne von mir.

  6. Cover des Buches 1913 (ISBN: 9783596520534)
    Florian Illies

    1913

     (269)
    Aktuelle Rezension von: Annilove

    für Geschichts- und Kunstliebhaber sehr zu empfehlen, wer aber nichts daran sieht der wird in dem Buch auch nichts finden

  7. Cover des Buches Schuld und Sühne (ISBN: 9783866477650)
    Sven Michaelsen

    Schuld und Sühne

     (485)
    Aktuelle Rezension von: AmirasBibliothek

    Zuerst möchte ich sagen, dass ich das Buch als Hörbuch gehört habe. Ob das eine gute Entscheidung war? Das musst du natürlich selbst entscheiden, es ist aber gar nicht so einfach, eine passende Vertonung zu finden.  Ich habe eine gefunden, mit der ich mich gut arrangieren konnte. Denn ihr könnt euch sicher denken, dass es min. ein Monatsvorhaben ist. Ich glaube, ich war zwei beschäftigt. Mit einer nervigen Stimme sicher kein spaßiges Vergnügen. Wer das Buch aber intensiv lesen möchte, dazu gehört meiner Meinung nach auch, sich Bemerkungen am Rand zu machen, der sollte es lieber gleich selbst lesen. Ich habe viel mitbekommen, aber manchmal bin ich auch mit den Gedanken abgeschweift. 

    Ganz ehrlich: Es ist kein Klassiker, den ich bedingungslos weiterempfehle oder den man meiner Meinung nach gelesen haben muss. Es gilt als der Ur-Krimi. Ich bezweifle das. Das fängt schon dabei an, dass es eher ein Psychothriller ist, der aufzeichnet, wie die Gewissensbisse den Mörder auffressen. Da der Erzähler auktorial ist, können die einzelnen Figuren bis in die hintersten Ecken durchleuchtet werden. Was in ihnen vorgeht, wissen die Leser*innen sofort. Es geht also nicht per se um die Ermittlungen, sondern darum, ob Raskolnikow ungestraft davonkommt. 

    Eine andere Besonderheit des Romans sind die vielen gesellschaftlichen Themen, die mitmischen, allen voran die Theorie über die Polarität der Menschheit in Große und weniger wertvolle. Aber das hat mich persönlich jetzt nicht sonderlich inspiriert, weil ich die Theorie nicht für tragfähig und deswegen auch für bedeutungslos halte. Zu sehen, dass Raskolnikow daran scheitert, sie zu bestätigen, hat mich keineswegs überrascht. Es ist wohl eher eine Ermessenssache, dass manche Morde aufgrund deren (positiver) Wirkung in den Hintergrund geraten und ungestraft davon kommen. Die meisten von uns, wenn sie sich die Taten vor Augen führen, werden sie aber doch wohl trotzdem verurteilen. Vielleicht bin ich da aber auch zu optimistisch. Man sollte den Roman auch nicht aus dem räumlichen und zeitlichen Kontext seiner Entstehung heben. Für mich klang es jedenfalls an manchen Stellen ziemlich aus der Luft gegriffen. Das durchgängige geisteswissenschaftliche Geplätscher (Die Hinzunahme vieler verschiedener Diskurse von Politik über Philosophie bis hin zu Psychologie) erinnert stark an Dostojewski erinnert stark an seinen Kollegen Tolstoi. Von beiden russischen Autoren habe ich bis jetzt nur ein Werk gelesen, weswegen es schwer fällt, die Beobachtungen zu verallgemeinern. Aber Tolstoi konnte mich besser unterhalten. Bei ihm habe ich mehr Witz vorgefunden und in der Düsternis der gläsernen Figuren (beide schaffen es, dass man sich in die verschiedensten Personen hineinversetzen und ihre Schwächen erkennen kann) ist auch mehr Wärme übrig geblieben. Schwierig machen es einem beide, was die Namen angeht, besonders für den ungeübten. Wer bitteschön hat sich das russische Namensystem ausgedacht?

    Das Ende von Schuld und Sühne war auch gar nicht mein Fall. Wenn ich ihm auch lassen muss, dass es gar nicht mal so einfach ist, am Ende die Frage zu beantworten, ob er denn nun gerecht gestraft wurde oder nicht. Fast alle Diskussionen im Buch haben mit dieser Schlüsselfrage irgendwie zu tun, weswegen ich schon sagen würde, dass es sich als Schullektüre eignete, wenn es nicht so dick wäre. Sprachlich ist es auch gut lesbar. Aber genauso gut kann man meiner Meinung nach auch Das Parfum von Süsskind oder Der Prozess von Kafka lesen. Auch Der Richter und sein Henker von Dürrenmatt wären thematisch eine gute Alternative. Das einzige Argument, das für mich für Dostojewski sprechen würde, wäre die besondere psychologische Innensicht und die auktoriale Erzählhaltung. Vielleicht sollte ich noch mehr von ihm lesen, um ein besseres Urteil zu fällen.

  8. Cover des Buches Die Zarin und der Philosoph (ISBN: 9783471351789)
    Martina Sahler

    Die Zarin und der Philosoph

     (98)
    Aktuelle Rezension von: AlinaOberem16

    Katharina und ihr Spion
    Meine Meinung zur Autorin und Buch Martina Sahler, hat mich mit ihrem 2. Band der Russland Triologie, wieder begeistert. Auch wenn es der 2. Band ist, muss man nicht den 1.Teil gelesen haben. Hier geht es um die junge Zarin Katharina , die Zar Peter Idee , Russland dem Westen zu öffnen fortsetzen will. Mit ihrem Schreibstil, versteht sie es einem in die Geschichte hineinzuversetzen, man wird eins mit den Personen, lacht und weint mit Ihnen. Der Spannungsbogen ist vom Anfang bis Ende sehr hoch. Auch das Historische ist korrekt wiedergegeben, und man erfährt so einiges Neues über Katharina und das Leben am Hof. Wir begegnen großen historischen Persönlichkeiten, auch hat sie Fiktives und Wirklichkeit gut miteinander verwoben. Alles ist Bildhaft wiedergegeben, es war ein Vergnügen in diesem Roman zu versinken. Er ist ein sehr spannender Roman, der die Politischen Probleme in Russland zur damaligen Zeit wiedergibt. Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen. Ich habe Katharina schon bewundert, für ihre Kraft und Stärke dieses Land, das voller Unruhen und Missmut ist, zu regieren. Sie war schon geschickt und sehr diplomatisch, mit dem Umgang ihrer Soldaten . Aber auch mit ihren Liebhabern. Das ausgerechnet der Preußenkönig Friedrich der Große ihr einen Spion an den Zarenhof schickte verwunderte mich nicht, ausgerechnet der Philosoph Stephan Mervier und seine junge Frau Johanna, hat er dafür ausersehen. Mich hat es nicht gewundert, das sie die ganze Scharade durchschaut, sich aber nichts anmerken lies. Sehr berührend fand ich wie sie die kleine 5 Jährige Sonja, von ihrer Mutter ausgesetzt annimmt, sie ist geradezu vernarrt in ihre Ziehtochter. Das Mädchen, ist wirklich mehr als intelligent, in zunehmendem Alter entwickelt sie sich zu einer regelrechten Rebellin, sie weiß wie sich durchsetzen muss. Aber das es ihr zum Verhängnis wird, habe ich geahnt, und um sie gebangt. Den in ihrem Zorn kann Katharina gnadenlos sein. Auch Stephan begibt sich auf Abwege, er tritt einem literarischen Zirkel bei, dem so manches von Katharina Politik im Auge ist. Auch hier muss man bangen und beten. Das Stephan seine Frau Johanna, eine begnadete Malerin, so schmählich, vernachlässigte, tat mir schon sehr leid. Aber ich fand es tröstlich, das sie in Boris Albrecht, einem Schriftsteller, einen Seelenverwandten fand. So manches Abenteuer ist zu bestehen, der Aufstand und die Rebellion, den im Land brodelt es. Ein Buch voller unvorhersehbarer Wandlungen, die einem oft den Atem anhalten lassen. Den Katharina möchte großartiges bewegen, Schulbildung, neue Gesetze, und vieles mehr. Eine Geschichte mit einem großen Emotionalen Ende. „ Ein Facettenreicher Roman, vor großen historischen Hintergrund „

  9. Cover des Buches Die Liebenden von Leningrad (ISBN: 9783453873391)
    Paullina Simons

    Die Liebenden von Leningrad

     (248)
    Aktuelle Rezension von: ni_ne_ll

    Wow Wow Wow... dieses Buch war wirklich eine reine Achterbahnfahrt der Gefühle... Ich habe das Buch leider viel zu lange vor mich hin geschoben. Hätte ich gewusst, was da auf mich zu kommt.. 

    Das Buch hat mir wirklich sehr gefallen. Ich konnte es einfach überhaupt nicht aus der Hand legen. Es wurde nie langweilig und es war so spannend und interessant Tatiana, ihre Familie und Alexander zu verfolgen.

    Der Schreibstil war wirklich schön und flüssig zu lesen. Er war sehr harmonisch und hat mir die Zeit des 2. Weltkrieges in Leningrad (St. Petersburg) sehr gut nah gebracht. Außerdem konnte ich mich vor allem durch den Schreibstil sehr in die Zeit zurückversetzen und hatte das Gefühl wirklich hautnah Tatianas Geschichte mitzuerleben. Ich denke, dass vor allem der Schreib-/ und Erzählstil der Autorin, dazu beigetragen hat, dass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen konnte.

    Die Autorin hat alle Protagonisten sehr gut und bildlich dargestellt, sodass ich mir die Geschichte richtig gut vorstellen konnte. Außerdem waren alle Protagonisten sehr authentisch dargestellt. Die Geschichte war auch sehr authentisch und glaubwürdig, unter Berücksichtigung der damaligen Zeit und das Leben in der Sowjetunion erzählt. Die Leser werden definitiv nicht verschont, was Schicksalsschläge usw. während des 2. Weltkrieges angeht. Das macht die Geschichte nur noch authentischer und alle Szenen werden so klar und bildlich erzählt, dass man das Gefühl hatte, man wäre selbst im kalten Winter dabei gewesen.

    Die Liebesgeschichte zwischen Tatiana und Alexander, war wirklich sehr schön, aber dennoch im Verlaufe der Geschichte natürlich auch tragisch. Es war schon ein großes Auf und Ab mit den Beiden. In anderen Büchern hätte mich sowas eher gestört, aber in diesem Buch hat die Autorin es geschafft mich vollkommen mitzunehmen. Wahrscheinlich konnte ich einfach hier über einige Dinge gut hinweg sehen, weil diese Liebesgeschichte unter anderen Bedingungen läuft, als die Liebesgeschichten, die in der heutigen Zeit spielen. Deswegen konnte ich auch relativ gut über Alexanders Charakter hinwegsehen. Ich mochte Alexander eigentlich ganz gerne, aber manchmal war ich eher erschrocken über ihn, da er doch sehr herrisch und besitzergreifend ist. Tatiana war ein tolles Mädchen, die mich aber auch mit ihrem naiven und zu gutmütigem Charakter etwas genervt hat. Aber ich sehe das alles nicht so problematisch, weil die Menschen damals einfach anders gelebt haben und auch anders aufgewachsen sind.

    Abschließend kann ich nur sagen, dass ich echt geflasht von dieser Geschichte bin und unbedingt wissen will, wie es mit den beiden nun weitergeht. Ich hoffe, der 2. Band kann mich auch so überzeugen.

  10. Cover des Buches Der letzte Engel (ISBN: 9783570401347)
    Zoran Drvenkar

    Der letzte Engel

     (200)
    Aktuelle Rezension von: sparks88

    Hierbei handelt es sich zwar eigentlich um ein Jugendbuch, davon ist beim Lesen aber nicht viel zu merken. Klar, der Protagonist ist gerade einmal 16, aber was hier um Motte herum passiert, spannt auch Erwachsene auf die Folter!

    Von der ersten Seite an hatte mich diese Geschichte, die von allem etwas hat, gepackt. Es geht nicht um religiöse Engel, es geht viel mehr um eine weit zurückreichende Abenteuerreise, die sich rund um Engel, deren Geschichte und Erinnerungen dreht.

    In manchen Rezensionen hatte ich gelesen, dass es zu viele Personen, zu viele Zeitsprünge oder Perspektivwechsel gäbe - genau das hat das Buch für mich so spannend gemacht. In einer wilden Fahrt rauscht man dem Ende des Buchs, aber nicht dem Ende der Geschichte entgegen.



    Hier kommen Thriller-, Märchen-, Rätsel- und Fantasy-Fans voll auf ihre Kosten! Ich für meinen Teil freue mich bereits auf Teil 2!


  11. Cover des Buches Die Vermessung der Welt (ISBN: 9783499332708)
    Wenka Mikulicz-Radecki von

    Die Vermessung der Welt

     (3.388)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Zur vollständigen Buchbesprechung geht es hier: 

    https://www.podbean.com/media/share/pb-mg5c6-faaa43

    Vorsicht, Spoiler!

  12. Cover des Buches Krieg und Frieden (ISBN: 9783446235755)
    Leo Tolstoi

    Krieg und Frieden

     (471)
    Aktuelle Rezension von: Radagast

    Mit jugendlichen Optimismus begann ich diesen historischen Roman zu lesen. Zuvor vorsorglich Block und Stift bereit gelegt, was sich als klug erwies.
    Dieser Roman ist in vier Bücher aufgegliedert. Die Themen die darin aufgegriffen werden sind der Krieg zwischen 1805-1812 und deren Feldzüge und Strategien, die gesellschaftlichen Stellungen in der höheren angesehenen Aristokratie, Heiratspolitik und viel Poesie.
    Ich kam mir beim lesen zeitweise vor als wäre ich mit dabei in diesen Roman. Ob es sich um die gesellschaftlichen Ebenen und Verstrickungen handelte, oder auf dem wild umkämpften Schlachtfelder ging, mein Kopfkino war auf Empfang.
    Bei manchen Kapiteln machte ich Pausen um das gelesene sacken zu lassen. Nicht deswegen dass ich es nicht verstanden hätte, sondern wegen dem Schreibstil. Ich konnte mich daher gut in die Geschichten hinein versetzen. Auch die Protagonisten waren plastisch gut beschrieben.
    Vor allem war es spannend mit zu erleben wie sich die Hauptprotagonisten entwickelten. Wer wurde mit wem verheiratet? Wer verstarb? Wie gefestigt wurde der jeweilige Charakter im laufe der Geschichte?
    Abgesehen das ich tagelang eine Pause einlegte beim Lesen, ja ich habe geschwächelt, da es phasenweise doch etwas langatmig ist, war es für mich eine grandiose Geschichte!

  13. Cover des Buches Die Schattenflüsterin (ISBN: 9783959914857)
    Olga A. Krouk

    Die Schattenflüsterin

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Moni2506

    „Die Schattenflüsterin“ von Olga A. Krouk erzählt die Geschichte eines Mädchens, dass in den Schatten der Menschen, die Zukunft sehen kann und lernen muss, ihre Fähigkeiten zu nutzen. Erschienen ist der Romantasy-Titel im März 2019 beim Verlag Drachenmond. 


    Lizas Träume haben sich verändert und auch die Schatten scheinen eine Botschaft für sie zu haben. Als sie sich zu einem Auslandsjahr nach Russland begibt, beginnen die Ereignisse sich zuzuspitzen. Der Dämon aus ihren Träumen wird immer realer. Gleichzeitig muss sie sich auch mit den Problemen einer normalen Schülerin rumschlagen. Langweiliger Unterricht, ein Junge, der ihr Herz höher schlagen lässt. Sein Schatten sagt voraus, dass er sterben wird. Doch das kann Liza nicht zulassen und so muss sie sich wohl oder übel ihrer Gabe und einem mächtigen Feind stellen. 


    Das Buch habe ich auf einem Meet & Greet mit sehr sympathischen Autorinnen, u. A. natürlich auch Olga A Krouk, im September 2019 erworben. Da war die Welt noch in Ordnung und man durfte sich ganz nah kommen. Ich finde, dass kann man sich gar nicht mehr so richtig vorstellen. Romantasy ist nicht mein übliches Genre, aber ab und zu muss man ja auch mal etwas Neues ausprobieren. 

    Der Schreibstil der Autorin konnte mich sehr schnell für sich einnehmen. Man wird direkt in die Geschichte hineingezogen und man kann sich alles gut vorstellen, insbesondere den Hamburger Flughafen und leckere Franzbrötchen, aber das liegt sicher daran, dass ich nun mal ganz in der Nähe von Hamburg wohne. Aber auch Russland und St. Petersburg wird lebendig. 

    Die Geschwindigkeit der Geschichte war mir gerade anfangs fast schon zu schnell. Mit 257 Seiten handelt es sich allerdings auch um ein recht kurzes Buch, was ein zügiges Fortschreiten der Handlung nötig macht. Die Dinge haben sich allerdings so schnell entwickelt, dass mir teilweise schon schwindlig wurde. Liza begibt sich auf ein Auslandsjahr, lebt in einer Gastfamilie, die ihr fremd ist und sofort passieren komische Dinge, teilweise auch gefährliche Dinge. Wäre ich die Gastmutter würde ich da glaube ich eher skeptisch werden, ob das so die richtige Entscheidung war und auch die Beziehungen der Personen zueinander an sich, haben sich zu Beginn für mich nicht schlüssig angefühlt. Das wird aber mit Fortschreiten der Geschichte besser und wenn man manche Dinge einfach als gegeben hinnimmt. 

    Sehr gut gefallen hat mir hingegen die Verbindung der Geschichte mit der russischen bzw. slawischen Mythologie. Diesen Aspekt hat die Autorin sehr gut aufgebaut. Es ist immer noch Fantasy, aber das Ganze bekommt dadurch einen realistischeren Anstrich und ich mag es sehr gern, mir vorzustellen, dass das woran Menschen früher geglaubt haben, real sein könnte. 

    Olga Krouk hat es zusätzlich geschafft einen schönen Kontrast in diese Geschichte einzubringen. Vieles ist sehr dramatisch, gleichzeitig gibt es zwischendrin Szenen, die die Stimmung etwas auflockern und zeigen, dass Liza eben auch eine junge Frau ist, die sich beispielsweise zum ersten Mal wirklich verliebt und neben ihren Fähigkeiten auch weltliche Probleme hat. 

    Die Zielgruppe dieses Buches sind definitiv Jugendliche und junge Erwachsene, wozu ich nicht mehr gehöre und dadurch hatte ich zu manchen Ereignissen eine gewisse Distanz. Manches war mir ein bisschen zu konstruiert, manches war mir zu dramatisch, manches ging mir zu schnell, aber ich glaube für die Zielgruppe ist das genau das richtige Maß. 

    Das Buch wird aus zwei Perspektiven geschildert, eine davon ist Lizas Sicht und die andere, die des Dämons aus ihrem Traum. Lizas Anteil überwiegt deutlich, dadurch haben wir dann einen genauen Einblick in ihre Gefühlswelt und wie sie mit den ihr gestellten Situationen umgeht. Ich fand es hingegen auch interessant zu verfolgen, wie der Dämon die Welt wahrnimmt, in die er hineingerät. Insgesamt konnte ich mich gut in die Protagonisten hineinversetzen und habe beim Geschehen mitgefiebert. 

    Beim Drachenmond-Verlag möchte ich die Gestaltung des Buches nicht unerwähnt lassen. Bücher aus diesem Verlag sind immer etwas Besonderes. Jedes Kapitel beginnt mit einer Zeichnung von Raben und am unteren Rand sieht man einen Wald. Die gesamte Aufmachung unterstützt die Stimmung, die das Buch vermitteln will, sehr gut. Am Ende des Buches findet ihr noch eine Danksagung und ein paar Links zu weiterführenden Informationen. 


    Fazit: Eine gute Geschichte, die sich für mein Empfinden gerade anfangs etwas zu schnell entwickelt hat, deren Verbindung mit der slawischen Mythologie aber gelungen ist und einen in seinen Bann zieht. Empfehlenswert für alle Junggebliebenen und sicher auch für Fans des Romantasy Genres.

  14. Cover des Buches Das Haus zur besonderen Verwendung (ISBN: 9783492272650)
    John Boyne

    Das Haus zur besonderen Verwendung

     (167)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros
    Mit gerade einmal siebzehn Jahren, wird der junge Georgi, nach einem Zwischenfall in seinem Heimatdorf, an den Hof des Zaren nach Sankt Petersburg gerufen. Er soll als Leibwächter des einzigen Sohnes des Zares dienen. Georgi trifft hier auch die schöne Anastasia und die beiden verlieben sich ineinander. Noch ahnen die beiden nicht, das diese Liebe auf eine harte Probe gestellt wird und welches Schicksal die beiden erwartet...

    Mit diesem Buch beweist John Boyne einmal mehr, dass er ein wunderbarer Autor ist. Der historische Roman, der das Leben der letzten Zarenfamilie aus der Sicht eines jungen Leibwächters beschreibt, kann mit viel Liebe zum Detail, Gefühl und wunderbarer Wortwahl punkten. 

    Auch die Charakterdarstellung der verschiedenen Personen ist ihm wieder wunderbar gelungen, sodass man schnell in die Geschichte eintauchen kann und gebannt den Ereignissen folgt, die hier beschrieben werden. 
    Jeder seiner Protagonisten ist mit viel Liebe gestaltet und wirkt rasch sympathisch, da viele Emotionen mit in die Beschreibung eingeflossen sind. Man möchte zusammen mit dem Protagonisten lachen, weinen und leiden. 

    Dieser fesselnde und schöne Erzählstil setzt sich auch bei den Landschaftsbeschreibungen fort. Die Örtlichkeiten sind detailliert und ansprechend zu Papier gebracht worden, sodass die Umgebung wunderbar bildhaft wirkt. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. 

    Meine Bewertung fällt daher wie zu erwarten sehr gut aus. Ich bin wieder einmal begeistert, von dem eingängigen, fesselnden Schreibstil des Autors, den man schnell lesen kann, ohne den Zugang zur Handlung zu verlieren. 
    "Das Haus zu besonderen Verwendung" ist für mich eine Empfehlung wert!


  15. Cover des Buches Fire after Dark - Gefährliche Erfüllung (ISBN: 9783596197989)
    Sadie Matthews

    Fire after Dark - Gefährliche Erfüllung

     (214)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28

    Einen ersten  Blick auf das Geschehen kann der Leser hier auf der Buchseite werfen. Meine persönliche Meinung: wobei Ich vorab anmerken möchte, dass ich das Buch als Hörbuch genossen habe. Die Stimme der Sprecherin, Christiane Marks, hat sehr viel zum guten Leseerlebnis beigetragen. Die Sprecherin hat sehr akzentuiert und eindringlich gelesen und dabei mit pointierter Stimme den handelnden Figuren Tief und Charakter verliehen. Das hat mir gefallen.

    Ansonsten schliesst die Handlung unmittelbar an das Ende des Vorgängerbandes an. Es ist insbesondere für den Reihenleser(Hörer) leicht in das Geschehen einzusteigen. Ich hatte gehofft, dass in diesem finalen Band etwas mehr zum Thema BDSM einfliessen würde; aber weit gefehlt! Dieses Thema bleibt fast völlig auf der Strecke, dafür werden ein paar Rollenspiele integriert. Darüber hinaus nichts als Liebe, Lust und Leidenschaft - natürlichlich mit den üblichen Problemen. Diese werden recht breit ausgewalzt, bevor es zum unvermeidbaren Happy End kommt. 

    Das Buch konnte gut unterhalten, aber auch nicht mehr...! Die Reihe insgesamt hat sehr gut begonnen, dann aber immer mehr an Fahrt verloren.

  16. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: B0044ZC3N4)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (107)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka

    Kommen wir zuerst zum Inhalt: Wir lernen in Sturz der Titanen vier Familien kennen, die in verschiedenen Ländern bzw. Kontinenten wohnen: Die Familien, die Ken Follett beschreibt, stammen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Wir beginnen zuerst mit zwei Arbeiterfamilien:
    Da wären die Brüder Lew und Grigori Peschkow, die in Russland leben und von einem neuen, freien Leben in Amerika träumen.
    Bei der zweiten Arbeiterfamilie handelt es sich um die Bergarbeiter Familie Williams mit den Geschwistern Billy und Ethel, aus deren Perspektive viele Kapitel der Geschichte erzählt werden. Billy tritt in die beruflichen Fußstapfen seines Vaters und wird Bergarbeiter, während seine Schwester Ethel zu Beginn der Geschichte als Haushälterin bei Familie Fitzherbert arbeitet, womit wir bei der ersten Familie einer neuen Gesellschaftsschicht wären.

    Familie Fitzherbert kennzeichnet sich durch das konservative Familienoberhaupt Fitz und dessen Schwester Maud, die sich für die Frauenrechte einsetzt und sich damit in England keine Freunde macht. Fitz ist aufgrund seines gesellschaftlichen Status in politischen Kreisen unterwegs und lernt hier den deutschen Diplomaten Walter von Ulrich kennen, dessen Familie ebenfalls dem Adel angehört und die letzte Familie darstellt aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird.

    Wir erleben welche Auswirkungen der erste Weltkrieg auf die verschiedenen Familien hat. Ken Follett verknüpft hier wichtige historische Zusammenhänge mit fiktiven Charakteren und sorgt somit beinahe automatisch dafür, dass das politische Interesse wächst, weil uns hier fiktive Charaktere begegnen, mit denen wir mitfiebern und anhand derer wir beobachten können, wie fatal die ein oder andere politische Entscheidung ist.

    Als ich die Geschichte das erste Mal gelesen habe, war ich noch fasziniert davon, wie Ken Follett seine Handlungsstränge miteinander verbindet und dafür sorgt, dass sich Charaktere begegnen, die in unterschiedlichen Ländern leben.
    Als ich die Geschichte nun zum zweiten Mal gehört habe, war ich überrascht, dass ich mich nach über zehn Jahren noch an so viele Szenen erinnern konnte. Allerdings muss ich auch feststellen, dass ich die Elemente, die mich früher faszinierten, nun als etwas konstruiert und somit unglaubwürdig erlebte.

    Von der Hörbuch Gestaltung war ich etwas enttäuscht. Die Jahrhundert Saga erschien sowohl als ungekürztes als auch als gekürztes Hörbuch. Ich habe die ersten beiden Bände als gekürzte Fassung gebraucht gefunden und dachte, dass es sich bei über 1.000 Buchseiten sicher nicht um wichtige inhaltliche Kürzungen handeln konnte. Leider traf das hier nicht zu.
    Was ich bei Sturz der Titanen so faszinierend fand, war die Mischung aus fiktiver Handlung und den politischen Diskussionen, deren Inhalt ja durchaus real war. Allerdings musste ich feststellen, dass viele politische Gespräche im gekürzten Hörbuch fehlten. (Oder zumindest kam es mir so vor). Stattdessen gab es viel Erotik zu hören, was ich teilweise verdrängt, oder beim Lesen vielleicht auch überflogen hatte, weil mich die erotischen Szenen nicht interessierten.
    Gerade um den Handlungsstrang der beiden Brüder aus Russland verstehen zu können, braucht es Informationen über die politische Siutation von Russland, die hier leider fehlten. Deswegen nervte es mich, dass man auf der einen Seite viel ERotik-Content in der gekürzten Fassung unterbrachte, aber auf der anderen Seite das wirklich Relevante, nämlich politische Situationen, strich.
    Allerdings glaube ich, dass es sich hier auch um Jammern auf hohem Niveau handelt und Hörer*innen, die ausschließlich das gekürzte Hörbuch kennen, womöglich nichts vermissen.
    Das Hörbuch wird von Johannes Steck gelesen, der eine angenehme Stimmfarbe hat. Er hat eine vergleichsweise helle Stimme, zeigt aber, dass er sich gut darauf versteht, den verschiedenen Charakteren unterschiedliche Stimmen zu geben. Seine Interpretation der Geschichte hat mich gut unterhalten.

    Ken Folletts Schreibstil ist lebendig, was mir einen schnellen Einstieg in die Geschichte ermöglichte. Er erzählt die Handlung aus der dritten Person, erzählt die Handlung aber aus den Perspektiven unterschiedlicher Charaktere. Was ich besonders faszinierend finde ist, dass er es schafft, die Gedanken und Gefühle von Figuren darzustellen, deren Einstellung ich sehr fragwürdig finde. Dennoch schafft er es, ihre Gefühle und Handlungen so gut zu beschreiben, dass diese für mich nachvollziehbar waren, obwohl ich ihre Motive fragwürdig fand.

    Gesamteindruck

    Die gekürzte Ausgabe von Sturz der Titanen stellte sich für mich als gute Zusammenfassung heraus, um wieder in die Reihe reinzukommen.
    Wer einen historischen Roman für Zwischendurch sucht, ist mit der gekürzten Fassung gut beraten. Wer sich hingegen für die Reihe und die politischen Hintergründe interessiert, sollte besser zur ungekürzten Ausgabe greifen.

  17. Cover des Buches Weiße Nächte (ISBN: 9783458345343)
    Fjodor M. Dostojewski

    Weiße Nächte

     (174)
    Aktuelle Rezension von: LottenTotten

    Ein Mann lernt eine Frau kennen.  Nicht auf klassische Weise. Viele Gedankenspiele und innere Zerrissenheit tragen beide mit sich.  Die Liebe zu Petersburg sowie zu seinen Charakteren wird deutlich. Es ist verträumt schön und gleichzeitig realistisch-traurig.

  18. Cover des Buches Lubotschka (ISBN: 9783351037635)
    Luba Goldberg-Kuznetsova

    Lubotschka

     (26)
    Aktuelle Rezension von: StefanieFreigericht

    Wenn ich VOR dem Schreiben meiner eigenen Meinung erst ins Feuilleton blicke, bin ich meistens sehr enttäuscht. Selten wurde ich so beruhigt: https://www.perlentaucher.de/buch/luba-goldberg-kuznetsova/lubotschka.html

    So eine unsympathische Protagonistin begegnete mir selten: die junge Frau ist oberflächlich, ein verwöhntes Balg, verantwortungslos, dumm, faul, missgünstig.

    Die Ich-Erzählerin wird im Verlaufe des Romans 18, sie und ihre vom Alkoholiker-Vater geschiedene Mutter, eine Lehrerin, stehen kurz vor der Auswanderung nach Deutschland. Das war’s mit der Inhaltsangabe – bis zur Abfahrt des Busses darf dann der Leser die junge Frau bei Belanglosigkeiten und durch ihre Erinnerungen begleiten, wobei sie übrigens namenlos bleibt, womit sich der Titel des Buches nicht so wirklich erklärt (oder soll er auf den Namen der Autorin verweisen? Gar autobiographische Anteile suggerieren?).

    Als da wären: Erlebnisse mit Freunden und anderen, die gleichermaßen mit Beschreibungen voller Missgunst bedacht werden, Schweinsäuglein, fettiger Schweiß, einfältig, zu dünn – leider findet niemand Gnade vor den gestrengen Augen der Erzählenden. Sie selbst beobachtet ihre Mutter dabei, wie diese neben der Arbeit als Lehrerin noch zusätzlich mit dem Kwass-Verkauf für den Broterwerb sorgt. Töchterlein hingegen drückt sich, ihr ist der Zweitjob der Mutter peinlich, die Becher findet sie eklig, und überhaupt. Da dann lieber seitenlange Beschreibungen von Kosmetik, Kleidern, Magazinen aus der Glitzerwelt. Die Schule wird meist geschwänzt – sie sei trotzdem die Klassenbeste. Dummerweise widerspricht das dem, was sie auf der Journalistenschule zu erleben beschreibt – sie könne sich bei „technischen Vorträgen“ wie dem über Mobiltelefonie ebenso wenig konzentrieren wie zu den Themen Ökonomie und Politik. Ja klar, Klassenbeste. Und auch wenn sie einen Mann eklig findet, hält sie das nicht von ihm ab, wie bei dem Barmann. Mit einem Unbekannten Sex ohne Kondome, mehrfach, irgendwo, zu zwei fremden Männern ins Auto, Pornofilme kaufen, mit einem Kleingauner in ein Junkiehaus? Kein Problem für unsere Heldin, wird schon (wird irgendwie auch, vor einem eventuellen AIDS- oder Schwangerschaftstest ist das Buch ja vorbei). Ganz kurz vor der Abreise entschließt man sich dann doch tatsächlich, mit dem Erlernen der Sprache zu beginnen. Ach, verklemmt hatte ich noch vergessen – „„Sie fummelte mit einer Hand an meinem Büschchen…“ Puuuh.

    Der Schreibstil – Plauderton. Kann man so runterlesen, muss man aber nicht. Hat der Lektor geschlafen oder ist das Kunst? Es fällt auf, dass sich Wiederholungen häufen. „Die Sitzungen unter dieser Säule mit allen möglichen coolen Leuten fallen mir ein. Ich hatte bisher eigentlich so viele, wie ich hätte haben können. Aber ich weiß, dass hier ständig coole Leute sitzen. Es ist jedenfalls unmöglich, sich vorzustellen, dass ein Gespräch unter dieser Säule nicht cool wird.“ Das ist echt … cool. Irgendwie. „Irgendwie war ich noch nicht bereit für diese Musik. Aber er blieb darauf noch lange hängen. Der neue Look stand ihm irgendwie.“ Und das hier sollte „bewusstlos“ heißen, nicht unbewusst, oder? „Er soll mit einem bis zur Unkenntlichkeit verquollenen Gesicht unbewusst unter einem falschen Namen eingeliefert worden sein, …“. Ja, die Autorin ist aus Sankt Petersburg und hat Deutsch erst später gelernt. Deshalb: Lektorat.

    Zwei Sterne – ich habe immerhin immer weiter gelesen, weil es sich so anfühlte, als käme da noch etwas. Nö. Nur der Bus. Und – ich will jetzt nach Sankt Petersberg. Dafür der zweite Stern. Ein zweites Buch der Autorin brauche ich nicht


  19. Cover des Buches Ein Garten im Winter (ISBN: 9783548283692)
    Kristin Hannah

    Ein Garten im Winter

     (79)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Wieder einmal schafft es Kristin Hannah, eine unglaublich emotionale Geschichte zu erzählen. Nach einer sehr langen Anlaufzeit ist das Buch an Dramatik dann kaum noch zu überbieten. Die Zustände in Leningrad nach dem Angriff Hitlers waren so unfassbar grausam - kaum zu ertragen.. 4,5 🌟

  20. Cover des Buches Die Zarentochter (ISBN: 9783548282787)
    Petra Durst-Benning

    Die Zarentochter

     (108)
    Aktuelle Rezension von: Bibi1999

    Die junge Großfürstin Olga, die zweite Tochter des Zaren, muss den Erwartungen ihres Vaters gerecht werden und einen Mann von guter Partie heiraten. Ihr Herz möchte etwas anderes und führt sie schlussendlich an den württembergischen Hof von König Wilhelm I.

    Das Buch umfasst 432 Seiten und erschien am 08.09.2010 bei Ullstein Taschenbuch Verlag.

    Es handelt sich um den ersten Teil der Reihe. Der Zar möchte seine Töchter politisch klug verheiraten, um die Macht Russlands in Europa zu stärken. Olga merkt jedoch relativ schnell, dass ihr der goldene Käfig nicht genug ist und sie nicht der Spielball ihres Vaters sein möchte. 

    Das Buch basiert auf wahren Ereignissen, die mit Fiktion gemischt sind. Die Hauptperson im Buch ist Olga. 

    Die Geschichte startet, als Olga und ihre Geschwister noch sehr jung sind. Man merkt relativ schnell, dass sehr viel Wert auf die Bildung der Zarenkinder gelegt wird und was von ihnen erwartet wird. Olgas älterer Bruder wird als zukünftiger Zar von Russland ausgebildet. Die Mädchen sollen die Macht Russland durch ihre Heirat sichern. Als Olgas ältere Schwester weit unter ihrem Rang heiratet, ruht die Hoffnung der Eltern auf Olga. Doch sie möchte aus Liebe heiraten und nicht aus politischen Zwecken.

    Schade finde ich, dass Olga erst ganz zum Schluss an den Hof vom König von Württemberg gelangt. Ich hatte mir anhand des Klappentextes gedacht, dass man viel mehr von Olgas Zeit am Hof von Württemberg erfährt. Leider gelangt Olga erst auf den letzten Seiten nach Württemberg und man erfährt so gar nichts mehr von ihrer Zeit dort. Dies wird man dann wohl im nächsten Band erfahren. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob ich diesen lesen werde.

    Auch kommt mir das Historische doch etwas zu kurz. Es dreht sich sehr viel um die Zarenfamilie, deren Leben sowie der Prunk und die Schönheit der Mädchen. Obwohl der Fokus hier sehr auf die Zarenfamilie gelegt ist, lernt man den Zar und Olgas jüngere Geschwister (bis auf Alexandra) kaum kennen. Die allgemeinen Umstände im Land kommen dabei zu kurz. Da bin ich leider etwas enttäuscht worden.

    Deshalb erhält das Buch von mir 3 Sterne.

     

  21. Cover des Buches Die Wächter - Licht und Dunkelheit (ISBN: 9783453316515)
    Sergej Lukianenko

    Die Wächter - Licht und Dunkelheit

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Svanvithe
    Sergej Lukianenko ist ein populärer russischer Science Fiction- und Fantasy-Autor, der sich unter anderem mit seiner Wächter-Saga einen Namen gemacht hat. Für die neuen Abenteuer in „Die Wächter - Licht und Dunkelheit“ wählt er einen anderen Schauplatz, nämlich eine Schule für „Andere“, die es Lichten und Dunklen, also unter anderem Gestaltwandlern, Magiern, Hexen und Vampiren ermöglicht, unter Wahrung von gegenseitigem Respekt, Achtung und Toleranz, miteinander zu lernen, um irgendwann unter Menschen zu bestehen. Ähnlichkeiten zu einer anderen berühmten literarischen Schule liegen durchaus auf der Hand und finden mehr als einmal hintergründige Erwähnung.

    Als einer der Lehrer ist der Lichte Dimitri Drejer, Magier siebten Grades, eher durchschnittlich begabt. Doch das ist auch nicht wesentlich, weil er zu jenen Guten gehört, die manchmal mit Naivität und einer gewissen Leichtgläubigkeit durchs Leben gehen. Was Dimitri auszeichnet ist das Fehlen von Vorurteilen, ihm ist das Wesen seiner Zöglinge einerlei. Er respektiert und fördert sie, interessiert sich für ihre Bedürfnisse, Sorgen und Ängste, tritt für sie ein, solidarisiert sich mit ihnen und besitzt ihr Vertrauen. Zunächst stellt Dimitri sich gegen die Inquisition, wird dann aber selbst zum Inquisitor.

    Sein Dasein gerät aus den Fugen, als ihm auf dem Schulhof merkwürdige Vorgänge auffallen. Mutet dies anfangs noch wie ein belangloser Streich an, wird ihm bald klar, dass er und seine Schüler in eine mächtige Verschwörung geraten, die das fragile Gleichgewicht zwischen den Mächten des Lichts und der Dunkelheit zerstören kann, und das überall auf der Welt…

    Manchmal stellt es sich als Vorteil heraus, wenn einem ein Autor und sein bisheriges Werk unbekannt ist. So erging es mir mit Sergej Lukianenko und "Die Wächter - Licht und Dunkelheit“. Ich konnte mich völlig ungezwungen auf das Geschehen und den Erzählstil einlassen, ohne mit dem bereits veröffentlichten Epos über die Tag- und Nachtwache zu vergleichen. Denn der vorliegende erste Band der neuen Reihe hat wenig mit dem Vorgänger zu tun und existiert daher selbstständig. Zudem hatte Lukianenko einen Co-Autor: Arkadi Schuschpanow.  

    Das „Grundgerüst“ aus Nachtwache (Lichte), Tagwache (Dunkle) und Inquisition ist gleich, den sogenannten Anderen, die unbemerkt von der menschlichen Welt existieren. Womöglich sind dadurch einige Unterschiede zu vorherigen Werken vorhanden, die ich allerdings nicht festzustellen vermag.

    Was die Geschichte generell ausmacht, in der sich kritische Töne und philosophische Anmerkungen lesen lassen, ist die ausgefallene Atmosphäre, die durch die bizarre Mischung aus Magie und der modernen Welt, nicht immer im gelungenen Rahmen bevölkert mit realen Personen wie Bruce Lee und Chuck Norris.

    Hauptort ist anfangs die Schule für Andere, in der Lichte und Dunkle europäischer und asiatischer Herkunft aufeinander treffen und gemeinsam lernen. Auch wenn im Verlauf der Ereignisse, die bei einer Exkursion nach St. Petersburg stattfinden, etwas mehr Dynamik entwickelt, zieht sich die Handlung insgesamt, wodurch irgendwie das Gefühl erwächst, dass hier mit angezogener Handbremse gearbeitet wurde. Es geschieht nicht viel. Leider wird die ruhige Art und Weise der Schilderung nicht optimal für eine tiefgründige und ausgereifte Charakterisierung der Protagonisten genutzt. Sie bleiben einem (noch) sehr fremd, nicht nur weil sie nicht menschlich sind. Es fehlt an Konsistenz und Emotionalität, um mit ihnen mitzufühlen. Daneben erschließt sich mancher Werdegang nicht. Wenn zum Beispiel Dimitri Drejer überraschend diverse Zaubergrade meistert und sich gegenüber Magiern höherer Grade behaupten kann, stellt sich schon die Frage des Wie.

    Lukianenkos junge Helden sind zwar älter als normale Schüler und verfügen über außergewöhnliche Begabungen. Trotzdem bewegen sie sich wie gewöhnliche zeitgemäße Teenager des 21. Jahrhunderts. Wie alle anderen konkurrieren sie miteinander, verstoßen bewusst oder unbewusst gegen Regeln wie die, während der Schulzeit nicht zu zaubern. Konflikte bleiben nicht aus, durchaus vorherrschende Vorurteile und diskriminierendes Verhalten treten zutage. Es bilden sich Gemeinschaften, unter anderem die „toten Dichter“, eine Ansammlung von niederen Dunklen, Tiermenschen, den Werwölfen und Vampiren. Eine von ihnen ist Anya, eine Dschinn und damit eine Lichte, frühreif, schlau, verschlossen und in der Lage, Wünsche zu erfüllen. Genau Anna gerät in den Mitteilpunkt eines Kampfes, in den auch Dimitri hineingezogen wird. Gerade wegen ihrer Fähigkeit wäre es Anna möglich, ein magisches Buch – das Fuaran – wieder herzustellen. Und darin befindet sich eine Formel, bei deren Anwendung aus Menschen Andere werden.

    "Die Wächter - Licht und Dunkelheit" ist unterhaltsame Fantasy, die in den Folgebänden durchaus an Tempo und Intensität in der Spannung und Figurenzeichnung zunehmen darf.

    3,5 Sterne
  22. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

     (1.043)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    Ein opulentes Stück Weltliteratur, das Leo Tolstoi mit seiner „Anna Karenina“ geschaffen hat. Und trotz der vielen Seiten, mit denen dieser Roman aufwartet, las er sich doch recht zügig.

    Streng genommen sollte das Buch nicht nur Anna Karenina heißen, geht es doch um zwei verschiedene Frauen, zwischen deren Leben die Handlung hin und herspringt. Kitty heißt das andere junge Mädchen, deren Leben und Leiden der Leser begleitet.

    Als Anna Karenina Alexej Wronskij kennenlernt, ist es um beide geschehen. Sie wird zur bekanntesten Ehebrecherin in der Weltliteratur. Doch das Leben ist nicht leicht im Russland der Zarenzeit. Frauen sind ohne ihre Männer nichts, haben keine Rechte und quasi keine Daseinsberechtigung. Sie erhalten „Taschengeld“ von ihren Ehemännern, um sich oder ihren Kindern etwas kaufen zu können. Auch haben sie keinerlei Rechte auf ihre eigenen Kinder, wenn es zum Ehebruch kommt. Und so leidet Anna einerseits unter dem Fehlen ihres Sohnes, andererseits unter ihrem verlorenen Leben. Doch solange Wronskij da ist, ist alles gut.

    Kitty hingegen lehnt den Heiratsantrag eines ihr lieben Menschen ab, da ihre Mutter eine bessere Partie vorgesehen hat, aus der dann jedoch nichts wird. Die Depression, in die das junge Mädchen stürzt, begleitet sie dann ihr weiteres Leben. Doch vielleicht ist noch eine Änderung der Lebensumstände möglich.

    Ein großes Werk, das wirklich nur ein paar kleinere Szenen hat, auf die man getrost verzichten könnte. Das Leben zur Zarenzeit wird wirklich sehr gut dargestellt und das Leben der Frauen authentisch erzählt.

    Mir tun sie vor allem Leid. Sie sind nichts, sie haben nichts und müssen es dann auch noch über sich ergehen lassen, dass das Fremdgehen ihrer Männer Normalität ist. Ich bin froh, selbst nicht in dieser Zeit in diesem Land leben zu müssen.

    Was ich als Manko herausstelle, sind die ganzen gefühlsduseligen und hysterischen Frauen. Klar, Tolstoi war ein Mann, aber offenbar stand seine Meinung über Frauen auch nicht gerade hoch im Kurs. Immer wieder schreiben, heulen und ewige Tränen. Als Alternative geht nur der Glanz in jedermanns Augen... Das fand ich etwas nervig, zumal Tolstoi dies inflationär eingesetzt hat. Und das, obwohl es fast nur prächtige und vorzügliche Menschen in diesem Roman gab.

    Dennoch: eine gute Geschichte, die man vielleicht einfach einmal im Leben lesen haben sollte. Ich werde Tolstoi auf jeden Fall noch mindestens ein Buch geben.

  23. Cover des Buches Speck ahoi (ISBN: B08VGW8DYM)
    Patrick Schnalzer

    Speck ahoi

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Mellchen

    Ich habe mich köstlich amüsiert, was so alles passieren kann....Bei Gott, ich werde nie eine Kreuzfahrt machen aber ich bin hier sehr gerne mitgereist :-)

  24. Cover des Buches Ritus (ISBN: 9783426523384)
    Markus Heitz

    Ritus

     (653)
    Aktuelle Rezension von: Kaho_liest

    Enttäuschend, langatmig und lahme Sexszenen


    Ich weiss nicht Recht, aber von Heitz bin ich wesentlich besseres gewöhnt. Ich habe das Buch nur beendet,da es zur Challenge-Aufgabe passt, für die ich ein Buch lesen sollte, dass vor 2010 erschienen ist und ein Schnäppchen für mich war. Aber ganz ehrlich, es hat mich mega enttäuscht.


    Ich habe es sehr langatmig empfunden und es wurde dann mit billigen Sexszenen aufgepeppt, die in keinster Weise an die Erotikszenen in Liebesromanen oder DARK Romance herankommen. Dass es einen Zeitenwechsel gab,fand ich noch relativ interessant und man hätte aus dieser Geschichte so viel machen können, vor allem da Herr Heitz auch einen flüssigen und fesselnden Schreibstil hat, zumindest normalerweise. Stattdessen war es eine einfache Kopie von dem Film Werwolf ,Underworld o.ä die ich als Film mag, aber hier passte irgendwie so gar nichts für mich.


    Fazit

    Teil 2 lese ich definitiv nicht und dieses Buch ist eine mega Enttäuschung. Mir fehlte Spannung genauso wie anderweitige Unterhaltung. Dafür war plumper Sex genug vorhanden, was mir nicht ausreicht.


    Vielleicht überzeugt mich ein anderes Buch des Autors wieder mehr.

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