Bücher mit dem Tag "stasi"

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332 Bücher

  1. Cover des Buches 1984 (ISBN: 9783548234106)
    George Orwell

    1984

     (3.873)
    Aktuelle Rezension von: _jamii_

    Im Orwell-Staat wird eine neue Sprache verordnet, das sogenannte "Neusprech". Zusammen mit dem sogenannten "Zwiedenk" soll den Menschen das Denken abgewöhnt werden. Orwell beschriebt eindrucksvoll, wie durch Veränderung der Sprache der Manipulation des Volkes durch die herrschende Klasse Tür und Tor geöffnet werden kann. Besonders deutlich wird das, wenn die unmenschlichsten Züge eines Systems mit wohllautenden Namen besetzt sind. So gibt es zum Beispiel ein "Liebesministerium". Es sorgt nicht etwa für den liebevollen Umgang der Menschen untereinander, sondern "lehrt" den Abtrünnigen und Andersdenkenden mittels grausamster Foltermethoden den "Großen Bruder" zu lieben. Im "Ministerium für Wahrheit" werden Geschichte und Gegenwart dem gegenwärtigen politischen System angepasst. Wahr ist, was der "Große Bruder" als wahr definiert. Dem Volk wird klargemacht, dass alles immer schon so war, wie es jetzt ist. Anderslautendes wird aus Zeitschriften und Büchern und damit aus dem Gedächtnis der Menschen systematisch entfernt. Das "Friedensministerium" hingegen plant "Friedensmissionen", die nichts anderes sind als Kriegseinsätze. Wer wollte sich da noch wundern, dass sich hinter "Lustlagern" Zwangsarbeitslager der übelsten Art verbergen.

    Der Schreibstil ist eher zäh und ziemlich langatmig, ich musste mich teilweise richtig durchkämpfen.

    Man folgt Winston durch sein Leben in der neuen Welt, man erlebt Szenen aus seinem Leben mit. Teilweise sind diese eher belanglos, gar langweilig. Ab und zu gibt es Zeitsprünge, die verwirrend sind.

    Die Geschichte selbst fand ich nicht wirklich gut, eben zu langatmig und zu zäh. Allerdings ist die Grundidee, die hinter dem Buch steckt, äusserst interessant und regt zum Nachdenken an. Dass es möglich ist, das eigene Volk so zu unterdrücken und zu manipulieren, dass es nur noch als Haufen nicht-denkender Zombies durchs Leben geht, und diese Art zu leben sogar noch begrüsst… Dass man nicht mehr sicher sein kann, ob die Vergangenheit tatsächlich so passiert ist, wie sie in den Geschichtsbüchern steht…

    Die Thematik ist sicher auch heute noch topaktuell!

  2. Cover des Buches Kinder der Freiheit (ISBN: 9783404173204)
    Ken Follett

    Kinder der Freiheit

     (442)
    Aktuelle Rezension von: law-and-words

    Der dritte Teil der Jahrhundert-Saga spielt während dem kalten Krieg. Die gesellschaftlichen Situationen in der USA, der Sowjetunion, England sowie Ost- und Westdeutschland werden beleuchtet. Ken Follett gelingt das ziemlich nahbar, indem er die Lebenswirklichkeiten, der bereits durch die ersten beiden Teile bekannten Familien darstellt. Dadurch gibt es viele unterschiedliche Protagonisten, die ganz unterschiedliche Werte transportieren. Das gefällt mir ganz besonders gut, denn so gibt es für jeden Leser eine Auswahl an Protagonisten und jeder findet einen, der ihm sympathisch ist, außerdem wird auf diese Weise das geschichtliche Geschehen nicht einseitig, sondern aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt. Wie schon bei den ersten Teilen bekommt man so auch einen guten Überblick über den Zusammenhang der außenpolitischen Tätigkeiten der unterschiedlichen Staaten.

    Neben dem geschichtlichen und politischen Aspekt, wird aber auch das private Leben der Protagonisten und ihre Sorgen und Nöte dargestellt. Dabei kommt die Liebe natürlich auch nicht zu kurz.

    Alles in allem ist der Roman angenehm zu lesen und sehr interessant und spannend aufgebaut. Der historische Hintergrund macht ihn zu etwas besonderen.

    Ein kleiner Kritikpunkt stellt für mich die Länge und auch der Umfang dar. An manchen Stellen zieht sich die Entwicklung etwas und manchmal fällt es einem schwer den Überblick zu behalten. Aber das nehme ich für die unterschiedlichen Blickwinkel und für die Darstellung der Zusammenhänge gern in Kauf.

  3. Cover des Buches Die Sturmrose (ISBN: 9783548286686)
    Corina Bomann

    Die Sturmrose

     (231)
    Aktuelle Rezension von: Walli_Gabs

    Corina Bomanns Roman „Die Sturmrose“ handelt von der Werbefachfrau Annabel Hansen, die mit ihrer fünfjährigen Tochter Leonie nach Binz zieht, weil sie auf Rügen ein neues Leben beginnen will. Nachdem die beiden ihr Traumhaus bezogen haben, entdeckt Annabel im Sassnitzer Hafen auch noch ihr Traumschiff: die titelgebende „Sturmrose“, einen alten Kutter, der demnächst versteigert wird. Für Annabel ist es Liebe auf den ersten Blick, doch schnell stellt sich heraus, dass sie einen äußerst entschlossenen Mitbieter hat. Christian Merten trägt einige Geheimnisse mit sich herum, doch auch die „Sturmrose“ hat eine bewegtere Geschichte hinter sich, als Annabel ahnt.

    Als Ich-Erzählerin lässt Annabel die Lesenden an jedem kleinsten Gedanken, jeder aufkeimenden Gefühlsregung teilhaben. Ich habe mir oft gewünscht, dass dem nicht so wäre, bewegt sich doch alles eher auf Soap-Niveau. Besonders fiel das auf, als drei andere Charaktere kapitelweise zu Wort kamen und ihre Geschichte erzählten: Der Stil blieb stets der gleiche, Gedanken und Dialoge waren einfach platt und so wirkten diese anderen Protagonisten ähnlich naiv wie die Hauptfigur, was mich beim Lesen doch ziemlich störte.

    Insgesamt scheinen komplexe Charaktere nicht Bomannns Sache zu sein; es gibt viel Gut, etwas Böse und kaum Schattierungen. Der schmierige Ex-Stasi-Mitarbeiter, der verantwortungslose Exmann, die überaus patente Adoptivmutter und die so goldige wie pflegeleichte Fünfjährige – alle wirkten wie aus dem Bilderbuch. Und auch die Handlung mit ihren dramatischen Wendungen und ein paar unglaubwürdigen Zufällen überzeugte mich nicht, da wurde einfach viel zu viel zwischen die Buchdeckel gepresst: deutsch-deutsche Geschichte, Republikflucht, Adoption, Trennungsdrama, Liebesgeschichte, Schiff-Restaurierung … weniger wäre hier mehr gewesen, auf allen Ebenen. „Die Sturmrose“ konnte mich leider so gar nicht überzeugen.

  4. Cover des Buches Im Wald der Wölfe (ISBN: 9783548291208)
    Linus Geschke

    Im Wald der Wölfe

     (124)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Mit „Der Wald der Wölfe“ liefert der Autor schon den vierten Band um den Kölner Journalisten Jan Römer und Stefanie Schneider, genannt „Mütze“ ab. Auch diesmal nimmt sich Jan eines ungelösten Kriminalfalls an, über den er später in seiner gleichnamigen Rubrik schreiben wird. Wie schon in den Vorgängern lebt auch hier der Plot hauptsächlich durch diese beiden Figuren. Sie sind ein eingespieltes Team, welches aber unterschiedlicher nicht sein könnte. Wo Jan in seinen Aktionen eher nüchtern agiert und streckenweise unnahbar wirkt, ist Stefanie eher der draufgängerische und manchmal regelrecht aggressive Typ. Aber wer sie näher kennt (also die Vorgänger gelesen hat) weiß, dass sich hinter dieser Fassade ein ganz anderer Charakter versteckt. Der Krimiplot ist meines Erachtens etwas überfrachtet. Die ersten Opfer sind Illegale und die Einheimische Maria Thalmann. Die Motivation des „heutigen“ Täters wirkt schon irgendwie passend gemacht zu den Taten aus der Vergangenheit. Trotzdem fand ich die Geschichte an sich, die sich von den Anfängen der DDR bis zum Jetzt spannt, durchaus spannend und lesenswert. Die Tätersuche, die sich rund um Frauenwald entwickelt fand ich authentisch. Linus Geschke hat hier einen  gut  recherchierten Roman geschrieben. Dennoch fand ich diesen Teil der Jan-Römer-Reihe nicht ganz so überzeugend wie den direkten Vorgänger. Auch hat es der Autor nicht ganz geschafft den Spannungsbogen durchgängig hoch zu halten. Doch zum Ende hin nimmt der Krimi dann nochmal Tempo auf. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

  5. Cover des Buches Goldstein (ISBN: 9783462043235)
    Volker Kutscher

    Goldstein

     (177)
    Aktuelle Rezension von: Physsie

    Wie bei den ersten beiden Fällen von Gereon Rath, gelingt es Volker Kutscher auch dieses Mal wieder, einen sehr spannenden und atmosphärischen Krimi zu schreiben. Ich wurde sofort ins Berlin der 30er Jahre eingesogen und sah förmlich die Leute entsprechend der damaligen Mode gekleidet vor mir, genauso wie die Häuserfasaden und Automobile. Ich hatte sogar den Eindruck, die Gerüche und Geräusche wahrzunehmen. Das Buch hat mich vom ersten Wort an gefesselt.

    Die Handlung besteht aus zwei Strängen. Gereon Rath wird auf Goldstein, einen amerikanischen Gangster, der in Berlin zu Besuch ist, angesetzt, um ihm die Möglichkeit zu nehmen, ein Verbrechen zu verüben. Alexandra ist an einem Einbruch ins KaDeWe beteiligt, bei dem ihr Komplize Benny stirbt. Beim Versuch das Diebesgut zu verkaufen, nimmt das Geschehen seinen Lauf. Kutscher gelingt es vortrefflich, diese beiden Handlungen spannend aufzubauen und natürlich Letztenendes zu einer fesselnden Geschichte zu verweben. Dabei kommen auch Einblicke in das Privatleben von Gereon Rath nicht zu kurz. Den Rahmen des Ganzen bildet die sehr gut recherchierte Darstellung der Zu- und Umstände der Nazizeit in Deutschland, in die der Fall gekonnt eingebettet ist.

    Ich kann das Buch nur empfehlen!

  6. Cover des Buches Zwei fremde Leben (ISBN: 9783423262552)
    Frank Goldammer

    Zwei fremde Leben

     (93)
    Aktuelle Rezension von: mixtapemaedchen

    Frank Goldammer greift mit diesem Roman ein Thema auf, das nach wie vor durch die Medien geistert: staatlich sanktionierte Zwangsadoption durch die Behörden der DDR. Diese, den leiblichen Eltern entzogenen Kinder, werden in Heimen oder regimetreuen Familien zu „ordentlichen“ Bürgern erzogen. Solche und ähnliche Geschichten sind aus Nazi-Deutschland belegt. Doch zurück zum vorliegenden Buch, das die Leser durch mehrere Handlungsstränge und Zeitebenen führt: Ricarda Raspe unverheiratete Tochter eines angesehen Gynäkologen, bringt 1973 in der Dresdner Universitätsklinik ihr Kind zur Welt. Der Vater ist zwar bei der Entbindung dabei, kann aber das Neugeborene nicht retten. Den damaligen Gepflogenheiten entsprechend wird das tote Baby sofort entfernt. Die ohnehin geschwächten Mütter dürfen sich von ihren toten Kindern nicht verabschieden. Das sorgt natürlich für Verunsicherung, ob hier alles mit rechten Dingen zugegangen sein mag. Thomas Rust junger Volkspolizist, dessen Frau Heike wegen vorzeitiger Wehen, in derselben Klinik liegt, beobachtet just an diesem Tag ein Auto mit Berliner Kennzeichen. Nach einem Gespräch mit Ricardas Freund, hat es seine eigenen Gedanken. Er kennt die Gerüchte, die unter der Hand, von politisch motivierten Kindesentzug, von Zwangsadoptionen und von Babyhandel, wispern. Rust lassen seine Beobachtungen keine Ruhe und beginnt heimlich zu ermitteln. Dabei stößt er auf eine Menge Ungereimtheiten und gerät selbst in den Fokus des Ministeriums für Staatssicherheit. Jahre ziehen ins Land, Ricarda hat den Verlust ihres erstgeborenen Kindes nach wie vor nicht verarbeitet. Die Suche nach der Wahrheit ist zu einer Obsession geworden, die nicht nur ihre Ehe und Freundschaften zerstört hat. Der Fall der Berliner Mauer und die anschließende Wende lassen Ricarda neuen Mut fassen und ihre Akte der Stasi einsehen. Gleichzeitig wird in einem anderen Handlungsstrang das Schicksal von Claudia Behling erzählt, die knapp vor dem Mauerfall 1989 beim illegalen Grenzübertritt zwischen Österreich und Ungarn erwischt wird. Aus Wut über möglich Repressalien schleudert ihr die Mutter „Du bist nicht unser Kind, du bist adoptiert!“ entgegen. Claudia macht sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter, die erst 2018 mit einer Überraschung enden wird. Meine Meinung: Frank Goldammer gelingt es hervorragend die beklemmende Stimmung in der DDR heraufzubeschwören. Niemand kann sich sicher sein, von einem Nachbarn, einem Freund oder Arbeitskollegen nicht dich bespitzelt zu werden. Die IMs, also die Informanten der Stasi sind allgegenwärtig. Die Gründe, warum hinter einem hergeschnüffelt wird, sind vielfältig. Sei es um eine Vergünstigung wie eine neue Wohnung oder ein Auto oder ein paar Lebensmittel mehr zu bekommen oder, weil man selbst durch irgendetwas erpressbar ist. Doch auch nach 1989 ist nicht alles Liebe-Wonne-Waschtrog. Investoren aus dem Westen kaufen die maroden Staatsbetriebe auf, die ehemaligen DDR-Bürger werden zu Hilfsarbeitern und Menschen zweiter Klasse degradiert. Natürlich schaffen es einige Wendehälse wieder zu Vermögen und Ansehen zu kommen. Frank Goldammer beschreibt diese Zeit so: „Die DDR war verschwunden und mit ihr auch alles Vertraute und Bekannte. Sie waren jetzt frei. Doch das Wort Freiheit hatte schnell einen faden Beigeschmack bekommen. Unter all den neuen Düften lag ein fauliger Geruch.“ Als Österreicherin kann ich natürlich nicht aus eignem Erleben berichten, aber diese Sätze klingen plausibel. Sehr gut kommt der Spießrutenlauf, dem Ricarda ausgesetzt ist, heraus. Niemand hat Geduld mit ihr. Im Gegenteil, sie muss auf der Hut sein, nicht als psychische Kranke in eine Klinik gesteckt zu werden. Sie gilt als Querulantin, verliert Arbeit und Freunde. Sie hat aber keine handfesten Beweise und wird von einem windigen Reporter ausgenützt. Die Lebensgeschichte von Claudia ist leider nicht ganz so ausführlich erzählt. Sie steht einfach 2018 vor Ricardas Tür. Gemeinsam gelingt es den beiden, auch unter Mithilfe des damaligen Vopos Rust, ihre Vergangenheit aufzurollen. Der Roman ist ein beredtes Zeugnis einer Ära, der man im Nachhinein alles mögliche Schlechte andichtet. Ob es diesen staatlichen Kindesentzug und damit einhergehende Zwangsadoptionen in der DDR wirklich gegeben hat, ist nach wie vor nicht beweisen oder widerlegt. Während der Nazi-Zeit gab es tausende solcher Fälle. (siehe u.a. „Raubkind“ oder „L364“ von Dorothee Schmitz-Köster). Allein die Möglichkeit, dass der allumfassende DDR-Staat hier so in Familien eingegriffen haben könnte, macht betroffen. Fazit: Ein sehr emotionales Thema, fesselnd erzählt.

  7. Cover des Buches Schlüssel 17 (ISBN: 9783548290997)
    Marc Raabe

    Schlüssel 17

     (341)
    Aktuelle Rezension von: Nicole01

    In dem bekannten Berliner Dom wird die Dompfarrerin tot aufgefunden. Ihr Körper wurde übel zugerichtet. Tom Babylon vom LKA und die Psychologin Sita Johanns wollen den Mörder finden. Doch ist das kein normaler Fall, den beide zu lösen haben. Um den Hals der Dompfarrerin hängt ein Schlüssel, der dem Kommissar bekannt vorkommt. Es ist der Schlüssel "17", mit dem Babylons Schwester einst verschwunden ist...


    Ich habe mir das Buch auf der Frankfurter Buchmesse im Jahr 2019 gekauft und es direkt gelesen. Die Geschichte ist so nervenaufreibend und spannend, dass man nicht aufhören kann zu lesen.

    Zum einen ist da der Mörder, der aus bestimmten Gründen mordet und zum anderen ist da der Schlüssel, der Babylon persönlich in den Fall einschließt. Besonders gut finde ich, dass Marc Raabe eine Psychologin als Partnerin gewählt hat. Das passt sehr gut, da die Geschichte von Babylons Schwester ihn selber sehr stark mitnimmt. Es ist ein Psycho-Spiel für Babylon selbst. Und genau das ist unter anderem der Grund, weshalb ich das Buch so gerne gelesen habe, es immer wieder lesen würde und ich es jedem empfehlen würde!!!

  8. Cover des Buches Die Republik (ISBN: 9783492070713)
    Maxim Voland

    Die Republik

     (109)
    Aktuelle Rezension von: alicii

    Der Grundgedanke dieses Buches hat mich sofort begeistert - was wäre, wenn es komplett anders gelaufen wäre? Nachdem sich Autoren diese Frage bereits im Hinblick auf den Ausgang des 2. Weltkriegs und eines weiterhin existierenden 3. Reiches gestellt haben, beschäftigt sich Maxim Voland mit einem nicht minder interessantem Thema - einer bis heute existierenden DDR, die sich auch auf die Bundesrepublik mit Ausnahme Westberlins erstreckt. Spannendes Grundsetting!

    Man spürt, wieviel Recherchearbeit diesem Roman vorangegangen ist - der Autor entwirft das Bild einer technologisch und wirtschaftlich mehr als wettbewerbsfähigen DDR und greift dabei einerseits bereits existierende Marken und Begriffe auf, andererseits entwickelt er plausible Ideen, zu welchen Entwicklungen und neuen Produkten es hätte kommen können.

    Die Handlung beginnt vielversprechend, konnte aber phasenweise dem besonderen Setting nicht gerecht werden. Die Geschichte verfiel in allzu bekannte Handlungsmuster und am Ende der vielen Schießereien standen stets viele Tote. Es hätte gereicht, den Fokus auf das Zusammenspiel der verschiedenen Geheimdienste und deren Intrigen und Ränkespiele zu legen.

    Trotzdem ein sehr empfehlenswertes Buch, was durchaus dazu einlädt, über unser aktuelles politisches System und den Weg dahin nachzudenken.


  9. Cover des Buches Geiger (ISBN: 9783785727379)
    Gustaf Skördeman

    Geiger

     (80)
    Aktuelle Rezension von: fredhel


    Im Wesentlichen folgt dieser Thriller zwei Handlungssträngen: Agneta erschießt ihren Ehemann Stellan nach über 40 Jahren Ehe und ist von da an auf der Flucht. Sie muss ihr Lebenswerk vollenden. Sara Nowak ist eine engagierte Polizistin bei der Sittenpolizei. Sie übt ihren Beruf mit übertriebener Gewalt aus. Engstirnig verfolgt sie jede Art von Sexismus, sei er noch so geringfügig. Sie mischt sich in die Mordermittlung ein, weil sie in ihrer Kindheit engen Kontakt mit Stellan und Agneta hatte, und nun mit ihrem Insiderwissen zur Aufklärung beitragen möchte. Sara ist auch die Erste, die erkennt, dass der Fall eine ungeheure politische Dimension hat, die noch weit in die Phasen des Kalten Krieges zurückreicht und nun ganz akut die Sicherheit in Europa bedroht. Die Familienverhältnisse sowie Episoden aus der Vergangenheit sind auf ihre Art spannend zu lesen. Doch die Teile, die sich auf die Agententätigkeit beziehen, verkommen schnell zu recht trockenem Politikwissen. Auch die Rolle, die Agneta im ganzen Szenario spielt, bleibt lange undurchschaubar und sehr kompliziert. In meinen Augen sind es Saras Entdeckungen, die den Spannungsbogen aufrecht halten. Allerdings hat mir Saras kompromissloser, brutaler Charakter überhaupt nicht gefallen. Auch sonst gibt es keine Sympathieträger in dieser Geschichte. Insgesamt konnte mich "Geiger" nicht hundertprozentig überzeugen. Über weite Strecken ist mir der Plot mit zu viel Fakten überhäuft, und die Agenten (egal von welcher Seite) finde ich unglaubhaft. Nur die geniale Grundidee des Thrillers lässt mich den Gesamteindruck auf 4 Lesesterne aufrunden.





  10. Cover des Buches Kind 44 (ISBN: 9783442481859)
    Tom Rob Smith

    Kind 44

     (745)
    Aktuelle Rezension von: Nimmie_Aimee

    In der Sowjetunion unter der Macht von Stalin gibt es offiziell keine Verbrechen. Und die Verbrechen die Begangen werden, werden als Unfall deklariert. So auch in Moskau 1953 als der Sohn von dem besten Freund des Geheimdienstoffiziers Leo Demidow tot aufgefunden wird. Der Obduktionsbericht ist deutlich, es kann kein Unfall gewesen sein. Nach und nach tauchen weitere Morde auf, die nicht als solche Ausgewiesen werden und Leo beginnt zu ermitteln. Damit stellt er sich aber dem Regime entgegen und gerät so selbst in Gefahr.

    Ein super tolles Buch! Ein packender Thriller, der einen nicht loslässt. Es lässt sich sehr gut lesen, sodass man richtig in die Geschichte eintauchen kann. Die Geschichte ist grausam und brutal über die Ermordung von Kindern. Die Zeit in der Sowjetunion wird gut und glaubhaft dargestellt. Man kann sich gut vorstellen wie es dort wohl tatsächlich gewesen ist.

    Eine absolute Leseempfehlung!

    Es gibt auch einen Film dazu, den ich nach dem Buch gesehen habe. Mir hat er gut gefallen, tolle Schauspieler (Tom Hardy, Noomi Rapace, Gary Oldman) und das schreckliche Verbrechen wird gut umgesetzt. Man sollte das Buch aber vorher gelesen haben, da sonst einige Sachen die wichtig sind nicht deutlich genug rüberkommen. Der Film allein ist also etwas schwer verständlich. Aber in Kombination mit dem Buch ist er gut.

    Kind 44 ist der erste Teil (meines Wissens) einer Trilogie. Die anderen Bände habe ich noch nicht gelesen, freue mich aber schon drauf, denn ich bin gespannt wie es weitergeht. Man kann das Buch aber auch gut alleinstehend lesen.

  11. Cover des Buches Kinder der Freiheit (ISBN: 9783785750049)
    Ken Follett

    Kinder der Freiheit

     (42)
    Aktuelle Rezension von: MamaSandra

    In Amerika hält Martin Luther King seine berühmte Rede und die Schwarzen lassen sich nicht länger unterdrücken. Präsident Kennedy und später die Watergate-Affäre werden thematisiert.

    Währenddessen wird in Berlin die Mauer errichtet. Rebecca und auch später Walli fliehen in den Westen. Mehr oder weniger geglückt, läuft die Flucht ab. Der russische Handlungsstrang hat mich hier etwas weniger interessiert.

    Insgesamt ist es wirklich erstaunlich was in 100 Jahren der Geschichte alles geschehen ist. Mit der Jahrhundert-Saga hat Follett 2 Weltkriege und die Trennung Deutschlands thematisiert sowie bahnbrechende Ereignisse der amerikanischen Geschichte. Allein deshalb sind ist diese Reihe interessant und Band 3 vielleicht noch etwas mehr, weil es einen selbst noch betroffen hat oder zumindest die Eltern. Ich bin ein Kind der Wende, aber habe viel erzählt bekommen. Da gibt es immerhin noch wesentlich mehr Zeitzeugen als vom 2. Weltkrieg.

    Sehr gut gelungen ist Follett die Verknüpfung der historischen Fakten und Persönlichkeiten mit seinen fiktiven Charakteren der Bücher.

    Der Erzähler des Hörbuches hat eine sehr angenehme Stimme.

  12. Cover des Buches Preiselbeertage (ISBN: 9783499291449)
    Stina Lund

    Preiselbeertage

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Magicsunset

    „In Schweden fühle ich mich als Deutsche und in Deutschland fühle ich mich als Schwedin. Ich möchte endlich wissen, wohin ich gehöre.“ (Zitat Seite 143)


    Inhalt

    Als Jörg Bentheim, anerkannt für seine Reportagen und Fotografien, überraschend stirbt, vererbt er seinen beiden Töchtern Ariane und Jolante ein Manuskript mit dem letzten Wunsch, sie sollen es veröffentlichen. Laut Verleger handelt es sich um autobiografische Aufzeichnungen über die DDR von 1986 bis 1989. Doch diese sind nirgendwo zu finden und ihre Mutter Ina wiederholt immer wieder: „es gibt kein Manuskript“.

    Während Arianes Eltern und Jolante seit der Wende in Småland leben, lebt die dreißigjährige Journalistin Ariane seit elf Jahren in Leipzig, wo auch ihre Großeltern wohnen. Doch nun zieht sie zurück nach Schweden, um herauszufinden, worum es bei diesem Manuskript geht. Warum schweigt ihre Mutter so verbissen auf alle ihre Fragen?


    Thema und Genre

    In diesem Familienroman geht es um die problematische politische Situation in der DDR als Auslöser für Handlungen und Geheimnisse, die das Leben aller Beteiligten verändern. Ein wichtiges Thema ist die Beziehung zwischen Müttern und Töchtern und natürlich geht es auch um die Liebe.


    Charaktere

    Ariane würde das Verhältnis zu ihrer Mutter Ina als sehr gut, aber etwas distanziert bezeichnen, denn Ina neigt dazu, in entscheidenden Momenten zu schweigen und das Thema zu wechseln. Auch Ariane vermeidet Auseinandersetzungen, geht ihnen aus dem Weg und schweigt lieber. Sie selbst fühlt sich mit ihren dreißig immer noch als Suchende, weiß nicht genau, was sie vom Leben will, bevor sie sich entscheidet, in Schweden einen Neubeginn zu wagen. Im Gegensatz zu ihr ist Jolante offen, fröhlich und unkompliziert.


    Handlung und Schreibstil

    Die Handlung wird in zwei Zeitsträngen erzählt, die einander abwechseln. Die personale Erzählform stellt in der Jetztzeit Ariane in den Mittelpunkt, in der Vergangenheit Ina. Zeitangaben über den Kapiteln erleichtern die Zuordnung. So erfährt der Leser langsam, was wirklich gesehen ist, wobei es einige Überraschungen gibt. Dies macht die Geschichte spannend. Lebhafte Schilderungen der Landschaft und des Lebens in Småland ergänzen die Handlung.


    Fazit

    Ein spannender, unterhaltsamer Frauenroman, in dessen Mittelpunkt alte Familiengeheimnisse und Konflikte stehen.


  13. Cover des Buches Margos Töchter (ISBN: 9783462052275)
    Cora Stephan

    Margos Töchter

     (88)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Der Fortsetzungsroman von ‚Ab heute heisse ich Margo‘ erzählt die Geschichte der Töchter von Margo Seliger und Helene Pinkus, zwei Frauen, die sich in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts begegnen und deren Leben sich schicksalshaft verbindet. Es geht um Geheimnisse, Verrat, Liebe und Reue rund um eine Familie im geteilten Deutschland. Durch gekonnten Perspektivenwechsel erfährt man viel über die Beweggründe der einzelnen Protagonisten und die Zeitgeschehnisse während des Kalten Krieges. Trotzdem vermag dieser Roman nicht den gleichen Sog zu entwickeln wie das erste Buch. Einzelne Passagen sind zu langatmig und oftmals ist der Bezug zur Vergangenheit etwas schwerfällig.


    Das Buch lässt sich zwar unabhängig des Vorgängerromans lesen, es ist jedoch dann noch schwieriger, den Zusammenhängen zu folgen. Es liest sich zwar flüssig, meine Lesefreude hat es aber nur ansatzweise geweckt.


  14. Cover des Buches Machandel (ISBN: 9783328100249)
    Regina Scheer

    Machandel

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Buecherfreundinimnorden

    Über das Buch ist schon viel gesagt und geschrieben worden, es gab sehr viel Lob für die Autorin und das auch zu Recht.Sie erzählt über eine Distanz von rund 50 Jahren, es entsteht ein farbiges Bild eines Dorfes und seiner Bewohner. Manchmal war es nicht ganz leicht für mich, den Ereignissen zu folgen, denn sehr viele Schicksale drängen sich hier dicht an dicht. Namen tauchen auf und verschwinden, es gibt auch zeitliche Sprünge, mit denen der Leser fertig werden muss. Ein bisschen weniger wäre vielleicht manchmal mehr gewesen, dennoch, Regina Scheer erzählt brilliant und souverän. Das Tüpfelchen auf dem berühmten i war für mich, dass ich die Region um Güstrow und Teterow sogar kenne und mir die Kulisse des Dörfchens Machandel daher noch etwas besser vorstellen könnte.

    Ich mochte das Buch, auch wenn ich mich bemühen musste, den Überblick zu behalten. Vier satte von fünf Sternen! 

  15. Cover des Buches Dünenmord (ISBN: 9783746629230)
    Katharina Peters

    Dünenmord

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    Mörderisches Rügen – der 2. Fall für Romy Beccare und ihr Team.

     

    Am Strand von Göhren wird Monika Sänger brutal ermordet. Zunächst deuten die Spuren in die Vergangenheit, das Opfer hatte sich intensiv mit dem Tod seines Bruders, der als NVA Bausoldat in Prora stationiert war und unter mysteriösen Umständen bei einem Arbeitsunfall starb, beschäftigt und bei ihren Recherchen einigen Staub aufwirbelt. Aber auch das Opfer, zuletzt als Leiterin einer Kita tätig, hat keine lupenreine Vergangenheit. Je weiter die Ermittlungen fortschreiten, desto mehr rücken Vorwürfe gegen das Opfer, bezüglich Kindesmissbrauchs in den Vordergrund.

    Ähnlich wie im ersten Fall ist die Erzählweise eher ruhig aber flüssig und sehr spannend, eine Vielzahl von Ermittlungssträngen wird verfolgt, was es dem Leser erschwert immer den Überblick zu behalten. Mehrfach wenn man denkt, die Lösung des Falls ist zum Greifen nah, kommt die nächste Wendung und ein anderer Verdächtiger gerät in den Focus von Romy Beccare. Das alles geschieht vor der Kulisse des winterlich verschneiten Rügens. Kritisch anzumerken bleibt aus meiner Sicht die teilweise verwirrend vielen Handlungsstränge, welche teilweise auch „am Strand versanden“, zum Beispiel beim Schicksal von Monikas Bruder oder noch mehr bei dem verschwundenen Jungen, hier bleibt völlig offen ob er getötet wurde oder verunglückte.  Übrigens – mit neun Jahren gingen die Kinder längst zur Schule und waren somit nicht Teilnehmer eines Kitafestes.

    Doch egal, auch Band 2 hat mir gut gefallen, ein sympathisches, unaufgeregt harmonisches Ermittlerteam in traumhafter Kulisse, viel Hintergrundinformationen und ein überraschendes und irgendwie auch erschreckendes Ende.   

  16. Cover des Buches Die Toten Hosen (ISBN: 9783498073794)
    Philipp Oehmke

    Die Toten Hosen

     (43)
    Aktuelle Rezension von: benfi
    KURZBESCHREIBUNG:

    Die Toten Hosen sind eine außergewöhnliche Erscheinungsweise innerhalb der deutschen Musikszene - und darüber hinaus! Sie begannen in dieser Formation 1982, als der Punk eigentlich schon als tot galt und die Nachgeburten wie New Wave oder EBM den Markt für sich erobern wollten. Doch die deutsche Punk-Szene lebte - besonders in und um den Ratinger Hof, wo sich Campino und Kollegen nicht selten herumtrieben. Aus den mehr als chaotischen Tagen wurde die wohl größte Rockband der deutschen Musikgeschichte. Diesen mehr als wellig zu nennenden Weg mit Alkohol- und Drogenexzessen, Konflikten mit der Staatsgewalt und gesellschaftlicher Ablehnung hat der Autor und jahrelanger Freund der Band Philipp Oehmke versucht, in einem Buch zusammenzufassen. Ein Kompendium des Lebens der Toten Hosen sozusagen...



    KOMMENTAR:

    Ich muss zugeben: als ich mit dem Buch 'Die Toten Hosen: Am Anfang war der Lärm' begonnen hatte und las, dass der Autor Philipp Oehmke die Band in den frühen Neunzigern kennen lernte, dachte ich mir: oha, wie soll der Gute denn fundiert die Geschichte der Band sinnig zusammen bekommen, wenn er nicht mal die gesamte Zeit miterlebt hat? Im Nachhinein kann ich nun alle Leser dieser Zeilen beruhigen: durch die Zusammenarbeit mit den Bandmitgliedern, welche seit dieser Zeit nun auch seine Freunde und Kumpels geworden sind, hat Oehmke ein sehr beeindruckendes Werk auf den Markt gebracht! Wie vorteilhaft diese enge Freundschaft war, zeigen Kapitel wie zum Beispiel über die familiäre Herkunft von Campino, Breiti, Kuddel, Andi und Trini. Diese sind sehr er- und aufklärend geschrieben und geben doch Antworten auf die Fragen um diese Band, welche doch aus echten Freunden besteht. Wie konnten sie all das erlebte über die Jahrzehnte mit Rückschlägen und Eigensinnigkeiten überstehen, ohne sich gegenseitig zu zerfleischen? Das Buch durchleuchtet also nicht nur den Werdegang der Band, wie unter anderem mit solch besonderen Abschnitten der Auftritte hinter dem einstigen 'Eisernen Vorhang' in den Achtzigern, sondern wirft auch einen tiefgründigen Blick in die Zeit davor und einen vorsichtigen Ausblick, wie und wo die Musiker sich in der Zukunft sehen. Dazu hat der Autor wirklich fundiertes Hintergrundwissen wie die damaligen Verhältnisse im 'Ratinger Hof' in die Seiten gedrückt und manche kurz oder lang auf der Bühne erschienenen Gestalten auf dem Weg der Band mehr oder minder durchleuchtet; manchmal auch schlicht offen interviewt. Der Leser bekommt somit einen sehr guten Überblick über die damaligen Verhältnisse in der Szene sowie die Sichtweisen von diversen Personen. Fesselnd beschrieben reist man so über die Seiten - und gleichfalls durch die Jahre der Bandgeschichte. Ein sehr tiefgehender und stark berührendes Kapitel ist '1000', welches sich natürlich mit dem tragischen Tod von Rieke Lax auf einem Konzert der TOTEN HOSEN beschäftigt. Es ergreift nicht nur den Leser, man merkt den Jungs in ihren Meinungen und auch Taten zu der Zeit an, wie sehr das Thema sie mitnahm und beschäftigte. 'Die Toten Hosen: Am Anfang war der Lärm' ist nicht nur ein Buch für Fans der Band; jeder Musik-interessierte Leser bekommt mit diesem Buch einen tollen Leitfaden zur deutschen Punk-Szene der Achtziger sowie ein detailliertes Gesamtbild der Lage der Nation in dieser Zeit - und danach! Es ist bis dato die beste Biographie, welche ich über eine Musikband lesen durfte!
    9,3 Sterne
  17. Cover des Buches Rotwild (ISBN: 9783462045482)
    Voosen | Danielsson

    Rotwild

     (81)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Taschenbuch: 432 Seiten

    Verlag: KiWi-Taschenbuch (15. August 2013)

    ISBN-13: 978-3462045482

    Preis: 11,00 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Grausame Morde in Schweden


    Inhalt:

    Es ist ein heißer Sommer, als in Växjö ein älterer Lehrer brutal ermordet wird. Das Bild, das sich der Polizei beim Auffinden der Leiche bietet, erinnert an die Darstellung des Märtyrers Sebastian. Gibt es einen religiösen Hintergrund? Ingrid Nyström und Stina Forss kommen nur langsam mit den Ermittlungen voran. Da gibt es eine zweite Leiche …


    Meine Meinung:

    Dies ist der 2. Teil der Reihe um die beiden ungleichen Kommissarinnen in Växjö. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen. Insofern kann das Buch als Stand-alone gelesen werden. Durch die große Anzahl der beteiligten Persoenen kann man mit den Namen schon mal durcheinander kommen. Hier ist es sicher von Vorteil, wenigstens das Polizeiteam bereits aus dem 1. Band zu kennen.


    Ich mag es, wenn in Krimis auch auf das Privatleben der Protagonist*innen eingegangen wird, aber hier war mir das ein wenig zu viel, zumal sich diesbezügliche Aussagen immer wieder wiederholten. 


    Der Krimi beginnt spannend und mit den Mordfällen auch sehr brutal und grausam. Für Zartbesaitete sind die entsprechenden Beschreibungen eventuell zu viel. Je näher man aber der Auflösung kommt, desto unbefriedigender fand ich das Buch, weil hier eine politische Meinung vertreten wird, die nicht jeder teilt. 


    Insgesamt war es aber ein fesselnder und spannender Kriminalroman.


    Die Reihe:

    1. Später Frost

    2. Rotwild

    3. Aus eisiger Tiefe

    4. In stürmischer Nacht

    5. Der unerbittliche Gegner

    6. Erzengel

    7. Schneewittchensarg

    8. Die Taten der Toten


    ★★★★☆


  18. Cover des Buches Über alle Grenzen (ISBN: 9783453291881)
    Hera Lind

    Über alle Grenzen

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Laurasbookdiary

    Rezension zu „Über alle Grenzen“


    Was war das letzte Buch, das euch einfach nur geschockt und traurig zurückgelassen hat? Bei mir war es definitiv der neue Tatsachenroman von Hera Lind. 🥺


    Was damals alles in der unscheinbaren DDR passiert ist, schockiert mich immer und immer wieder aufs Neue. 😲


    Mein vollster Respekt gilt all denjenigen, die genug Mumm und Courage gezeigt hatten, den Achso-Allmächtigen die Stirn zu bieten.🧡


    Schon zu Beginn meines turbulenten Leseabenteuers ist mir Hera Linds Talent, einfach großartig mit Worten umgehen zu können, aufgefallen. Ihr Schreibstil vermittelt einem das Gefühl, direkt mit den Protagonisten zu interagieren und ihnen nahe zu sein. Die Gefühle derer selbst im Herzen zu tragen.🧡


    Zum Faktor Spannung muss ich keine großen Dinge ansprechen...es war einfach grandios. Keine langatmigen Szenen oder unwichtige Handlungen. Von Kapitel zu Kapitel wurde es spannender und interessanter - qualvoller und trauriger.🧡🥺


    Da das Buch auf einer chronologischen Zeitenfolge basiert - abwechselnd Vergangenheit und Gegenwart - wird die Geschichte gleich von mehreren Perspektiven beleuchtet. Demnach konnte ich die Beweggründe der Protagonisten besser nachvollziehen.💗


    Die Schlüsselfiguren Lotte, Paul und Bruno waren mir schon von Anfang an sehr sympathisch. Was alle drei durchmachen mussten - egal ob in der Vergangenheit oder der Gegenwart - ist unglaublich. 💗


    Lotte, die Schwester von Bruno, ist ein sehr starker Charakter mit ganz viel Liebe und Lebensfreude im Herzen. Wie sie sich später um ihren kranken Bruder kümmert, ist wunderschön und herzzerreißend.💗💗


    Alle Charaktere sind sehr tiefgründig und lebensnah vorzufinden, dass mich ihr Schicksal sehr getroffen hat. 🙁🧡


    f a z i t: 

    Eine klare Leseempfehlung für jeden von euch. Mit diesen Romanen über den Alltag in der DDR und Fluchtversuchen soll unser Leben in Freiheit viel mehr wertgeschätzt werden.


    klare 5+/5 🌟 & ein wahnsinniges Jahreshighlight

  19. Cover des Buches Die Hölle war der Preis (ISBN: 9783453360761)
    Hera Lind

    Die Hölle war der Preis

     (35)
    Aktuelle Rezension von: friederickesblog

    Das Cover:

    Der Bucheinband ist sehr gut gewählt, auch der Wiederkennungswert der Reihe ist erkennbar. Zusammen mit dem Klappentext ist es eine sehr ansprechende und einladende Buchpräsentation. 

    Die Geschichte:

    Hera Lind erzählt die Geschichte von Gisa Stein, die in Oranienburg ihr Zuhause hatte, als Tänzerin arbeitete, aber dann in die Mühlen der Stasi geriet. Zusammen mit ihrem Mann Edgar versucht sie die Flucht und dabei werden sie verhaftet. Das Urteil lautet fast vier Jahre. Im Frauenzuchthaus Hoheneck geht sie buchstäblich durch die Hölle. Dabei graben die Spitzel auch einiges aus, was sie selbst hätte ihrem Mann sagen müssen. Ob die Liebe das aushält? 

    Meine Meinung:

    Es ist die zweite nach dem wahren Leben erzählte Geschichte von Hera Lind, die ich gelesen habe und auch die lässt mich gespalten zurück. Man kann nicht wie üblich die Protagonisten gut oder nicht gut finden, man kann ihre sogenannten ausgearbeiteten Charaktere und auch ihre Handlungen nicht einordnen, weil sich dahinter Menschen verbergen, die das so oder so ähnlich erlebt und sich überwiegend so verhalten haben, wie die Autorin das geschildert und nachgezeichnet hat. Es ist bekannt, dass die Gefängnisse in der DDR unmenschliche Vorgehensweisen hatten und dennoch haben mich die Schilderungen erschüttert und gezwungen das Buch immer mal wieder hinzulegen, um das nächste Kapitel ertragen zu können. Gefallen hat mir an Hera Linds extra eingefügten Rückblicken nicht, dass sie zum Beispiel der kleinen Peasy vier Jahre alt, Erwachsenengedanken und auch die Erwachsenensprache abwechselnd mit den eigentlich kindlichen Gedanken zuschrieb und sie in die Vergangenheit abtauchen ließ. Auch die sächsische und die Berliner Mundart, immer nur bei den gleichen Akteuren fand ich etwas klischeehaft. Dass Hera Lind eine Autorin ist, die in einer gut verständlichen und fesselnden Sprache schreibt, ist ohne Zweifel. Bei diesem Buch muss man sich aber darauf einlassen, dass man auf Protagonisten trifft, die unmenschliche Schikanen ertragen und aushalten müssen und mir fehlt die Vorstellungskraft, dass ich das ebenso hätte tun können, wie Gisa genannt Peasy und all die anderen Menschen, denen das widerfahren ist. Ich empfehle gerne das Buch, das ein Stück Zeitgeschichte der jüngsten Vergangenheit dokumentiert, welches manch einer Verklärung der Geschichte gegenübersteht. 

    Heidelinde von friederickes bücherblog

  20. Cover des Buches Kältezone (ISBN: 9783404157280)
    Arnaldur Indriðason

    Kältezone

     (161)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010
    Der sechste Teil des Erlendur-Ermittlerteams.

    Eine Leiche taucht im wahrsten Sinne des Wortes nach der Schneeschmelze auf. Das Skelett scheint schon sehr lange dort eingefroren zu sein, die weiteren Funde am "Tatort" weisen darauf hin, dass es sich um einen Ex-Militär oder um einen Spion handelte. Die Ermittlungen gehten in der Zeit weit bis in den zweiten Weltkrieg zurück und bringen überraschende Dinge ans Licht.

    Sehr gut ermittelt!
  21. Cover des Buches Zimmer 19 (ISBN: 9783548064369)
    Marc Raabe

    Zimmer 19

     (251)
    Aktuelle Rezension von: Anndlich

    Die Tochter des Bürgermeisters Otto Keller hat die Hauptrolle in einem Snuff-Film, der während der Eröffnungsveranstaltung der Berlinale gezeigt wird. Ist dieser Film nur Fiktion oder zeigt er die pure Realität? Tom Babylon und Sita Johanns nehmen die Ermittlungen auf und führ die Psychologin beginnt eine Reise in die Vergangenheit, bei der sich alles um die Zahl 19 dreht.

    Mit Zimmer 19 veröffentlich der Autor Marc Raabe den ersten Teil vom Ermittler Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns.

    Marc Raabes Schreibstil ist angenehm zu lesen und bringt einen sehr schnell mitten ins Geschehen. Dabei wechselt der Thriller die Zeitebenen und berichtet, neben den aktuellen Fällen, auch genauer über Sita Johanns Vergangenheit und den (möglichen) Zusammenhängen zum aktuellen Fall.

    Durch Zeitangaben und verschieden Schreibarten, die Vergangenheit ist kursiv gedruckt, wird dem Leser nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell die Zeit klar und der Wechsel bietet keinerlei Probleme.

    Tom Babylon arbeitet beim LKA Berlin und vermisst seine kleine Schwester Viola seit vielen Jahren. Die Geburt seines Sohnes scheint die Suche unterbrochen zu haben, doch so ganz los wird er seine kleine Schwester dennoch nicht. Babylon ist mir in diesem Teil zwar sympathischer geworden, aber einige Aspekte sind für mich weiterhin (noch) nicht nachvollziehbar.
    Die Psychologin Dr. Sita Johanns steht in diesem Teil deutlich stärker im Fokus, auch die Rückblenden handeln von ihr, sodass man endlich mehr von ihr erfahren kann. Ihre Vergangenheit und ihren Charakter finde ich deutlich stimmiger und interessanter als Tom Babylons.

    Den Fall fand ich interessant, auch wenn die Auflösung für mich keinen Überraschungsfaktor hatte und dennoch ist Marc Raabe mit diesem Teil eine gute Fortsetzung gelungen. Einziger Kritikpunkt ist für mich, dass Tom Babylon und Dr. Sita Johanns Vergangenheit nah beinander liegt. Zufälle gibt es, klar und dennoch ist mir das für eine Stadt wie Berlin doch ein Zufall zu viel.

  22. Cover des Buches Der Baader-Meinhof-Komplex (ISBN: 9783442155972)
    Stefan Aust

    Der Baader-Meinhof-Komplex

     (305)
    Aktuelle Rezension von: TheSilencer
    Tja. Viel wurde geredet und geschrieben, als der Film damals in den Kinos startete. Bis zu diesem Zeitpunkt ging ich davon aus, daß Aust lediglich das Drehbuch geschrieben hatte; daß es einen 660 Seiten starken Wälzer schon viel eher gab, war mir neu.

    Aust trägt Mosaik-Steinchen jener Zeit zusammen und zeichnet ein Bild in knackig-kurzen Abschnitten, die ein wenig ans MTV-Zeitalter erinnern. Das tut dem ganzen aber kein Abbruch, im Gegenteil.

    Teilweise trockene Politik-Tristesse wird damit interessant. Für mich geradezu spannend.

    Auch wenn Aust einige Mal ins Romanlastige abdriftet (nicht mal Zeitzeugen werden wissen, wer wann grinste, etc.).

    Ich selbst bin an diesem Thema bisher recht desinteressiert vorbeigekommen. Irgendwo in meinem Hinterkopf trug ich sogar einen Promille-Satz an Sympathie für diese Menschen, die seinerzeit immerhin aus der Hüfte kamen und etwas taten, nicht nur seierten. Daß es die falschen Mittel waren, muß hier nicht erwähnt werden.

    Aust bringt mir diese Gruppe um Baader, Meinhof und Ensslin verdammt näher: eine Trümmertruppe, die den Anspruch politischer Revolution vor sich hertrieb, die viel Schwachsinn von sich gab und letztendlich zu Mitteln griff, die ihre wahren Ziele offenbarten: Zerstören, was geht. Immer nach dem Motto: Wir sind dafür, daß wir dagegen sind.

    Und das hielt nicht mal lange an. Die politische Motivation - wenn man sie denn als solche bezeichnen will - wich alsbald dem selbstverliebten Feiern der eigenen Größen und dem Ziel, die Mörder aus den eigenen Reihen freizupressen.
  23. Cover des Buches Kranichland (ISBN: 9783499274015)
    Anja Baumheier

    Kranichland

     (102)
    Aktuelle Rezension von: Annabeth_Book

    Inhalt:

    Durch ein Hauserbe wird das leben von Theresa komplett auf den Kopf gestellt, denn sie findet Dinge heraus, die lange Zeit ein gut gehütetes Familiengeheimnis war.

    Erster Satz:

    Endlich acht.

    Meine Meinung:

    Als das Buch bei mir Zuhause ankam, war ich wirklich sehr gespannt was mich erwartet und ich wurde komplett überrascht.

    Als erstes zum Cover :) ich finde es ist sehr schlicht und sehr nichtssagend gestaltet und ich finde das macht es so besonders, der Inhalt im Buch bleibt eine Überraschung. Die beiden Frauen im Vordergrund, denke ich sind Charlotte und Marlene. Der Leser bekommt zwar eine Vermutung wie sie aussehen, aber kann trotzdem noch seine Fantasie benutzen.

    Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig zu lesen und die Seiten sind nur so dahin geflogen.

    Im Buch an sich springt man zwischen "Damals" und "Heute" hin und her und es war wirklich super in dem Buch markiert, sodass man sich als Leser auskannte und es nicht zu großen Verwirrungsmomenten kam und man das Buch ohne großes Stocken durchlesen konnte.

    Auch die Charaktere wurden von der Autorin wirklich schön ausgearbeitet, und jeder war auf seine Art besonders.

    Dadurch das wir auch immer wieder in die Vergangenheit springen, kann man die Handlung der Charakteren besser nachvollziehen und ich fand es teilweise erschreckend was sich teilweise dort in der DDR zugetan hat und was die Familie Groen durchstehen musste und welches großes Geheimnis Charlotte jahrelang mit sich rumgeschleppt hat.

    Für Theresa, war das Geheimnis dagegen ein Schock und man konnte mit ihr als Leser richtig mitfühlen und man wollte sie am Ende eigentlich nur in Arm nehmen. Und ich muss auch gestehen das ich den Namen in Gedanken die ganze Zeit verbessert habe, da man mich ja ohne "h" schreibt.

    Auch finde ich es gut das die Autorin ganz langsam Wieland mit in die Gegenwart Geschichte hat einfließen lassen, so konnte man sich noch besser mit ihm vertraut machen.

    Ich finde die Autorin hat uns wirklich toll zurück in eine Zeit geführt, die gerade uns jungen Lesern so gut wie gar nicht bekannt ist und ich finde es immer wieder spannend davon zu lesen und ich finde es wirklich erschreckend, was es für Zustände es damals gab und das es eigentlich auch nicht so lange her ist.

    Alles in einem kann ich wirklich nicht an dem Buch meckern und ich hoffe auch das ich bald wieder was von der Autorin lesen kann.


  24. Cover des Buches Der Turm (ISBN: 9783518461600)
    Uwe Tellkamp

    Der Turm

     (173)
    Aktuelle Rezension von: werthelotte

    Im Jahre 2008 veröffentlicht Uwe Tellkamp seinen dritten Roman „Der Turm. Geschichte aus einem versunkenen Land.“ und befasst sich darin mit einer Familiengeschichte in den letzten sieben Jahren der DDR, vor dem Mauerfall. Die Handlung spielt in dem Villenviertel am östlichen Elbgang in Dresden, in dem Tellkamp selbst ab 1977 aufwuchs. Der Roman verfolgt den 17-Jährigen Protagonisten Christian Hoffmann über sein Aufwachsen im bildungsbürgerlichen Milieu der DDR, seine Erfahrungen bei der Nationalen Volksarmee (kurz: NVA) und seinem Wunsch Arzt zu werden um den Erwartungen seines Vaters gerecht zu werden. Neben dem Untergang der DDR, skizziert Tellkamp eine Großfamilie und deren verschiedene Generationen, mit den daraus resultierenden Generationskonflikten.

    Tellkamp gelingt es einen glaubhaften Einblick in die letzten Jahre der deutschen demokratischen Republik zu geben. Seine kritischen Äußerungen gegenüber dem damaligen System und die Veranschaulichung der Notwendigkeit von Anpassung, weckt bei vielen Gleichaltrigen und Generationsvorgängern Erinnerungen an die damalige Zeit und persönliche Schicksale. Doch der Roman beinhaltet noch viel mehr als lediglich die kritische Auseinandersetzung mit dem Sozialismus: Das zahlreiche Auftreten verschiedener Generationen und deren unterschiedliche Werteauffassungen, führen zu einem fast endgültigen Bruch der Familie. Die Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Generationskonflikts wird bei der Behandlung dieses Romans leider zu häufig außer Acht gelassen, verdient aber auf Grund seiner Plausibilität und Zeitlosigkeit mehr Aufmerksamkeit. Denn Generationskonflikte werden zwar erst auf den zweiten Blick richtig wahrgenommen, geschehen aber jeden Tag innerhalb Familie, Beruf oder auf offener Straße.

    Tellkamp hat mit „Der Turm“ ein unglaublich umfangreiches Werk erschaffen, dass eine Vielzahl von Kritikäußerungen und Konflikten innerhalb einer Familie aufzeigt. Die realitätsnahe Schilderung und das Identifikationspotenzial, das dieser Roman aufzeigt, macht es zu einem ganz besonderen und außergewöhnlichen Werk.

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