Bücher mit dem Tag "stasi"
140 Bücher
- Ken Follett
Kinder der Freiheit
(488)Aktuelle Rezension von: Yvihh85Ken Follett schafft es auch in diesem Teil der Jahrhunder Saga mich zu faszinierend und mit zu nehmen auf eine Reise durch Geschehnisse der Geschichte.
Auch wenn man denk kalter Krieg, Mauer und Vietnam, sind gut aufbereitet worden durch Dokus/Geschichtsunterricht in der Schule ich wurde eines besseren Belehrt.
Bis zur letzten Seite konnte ich das Buch nicht weglegen und war überrascht welcher Charakter noch sein Glück findet und wem das Schicksal noch eins ausrichten.
Einfach ein unfassbar gutes Buch
- Marc Raabe
Schlüssel 17
(431)Aktuelle Rezension von: koechlEin wirklich gelungener Thriller. Spannend von Anfang bis Ende, so dass es wirklich schwer war, das Buch zwischendurch mal aus der Hand zu legen.
Tom Babylon als Ermittler beim LKA und auch Sita sind gut ausgearbeitete Charaktere, die nicht nur interessant und sympathisch sind, sondern auch gut zu harmonieren scheinen. Ich bin schon sehr gespannt auf mehr von den beiden. - Andreas Gruber
Todesrache
(181)Aktuelle Rezension von: walli007Der Anruf, das kann eigentlich nur seine Sabine sein, sein Eichkätzchen. Eine Woche nach den schrecklichen Ereignissen hat BKA-Ermittler Maarten S. Snejder nicht mehr zu hoffen gewagt, dass Sabine Nemez noch am Leben sein könnte. Nun muss er sie schnellstens finden, denn der Anruf wurde abgebrochen und Sabine scheint in größter Gefahr zu sein. Jedoch hat er kein Team mehr und keine Ahnung, von wo sie angerufen haben könnte. Snejder braucht neue Mitarbeiter. Mit Walter Pulaski hat er allerdings nicht gerechnet. Dieser ist bei der Polizei in Leipzig und hat ein besonderes Interesse an dem Fall, von dem noch nicht klar ist, um was für einen Fall es sich handelt.
In ihrem siebten Fall sind Maarten S. Snejder und Sabine Nemez gezwungen, sich neu aufzustellen. Wobei Sabine erstmal gefunden werden muss. Das hat oberste Priorität. Eher zufällig stößt Snejder im Rahmen der Suche noch auf eine andere Sache, durch die Walter Pulaski vom Kriminaldauerdienst Leipzig mit ins Spiel kommt. Die beiden altgedienten Recken, die gerne das Sagen haben, verstehen es sich beginn, sich nicht zu verstehen. Nachdem sie ihre Ziele koordiniert und in eine gewisse Reihenfolge gebracht haben, ergänzen sich ihre Fähigkeiten gut. Und Marc für die IT kennt Snejder schon.
Nachdem man beim letzten Teil ja echt sauer war, dass der Autor sein halbes Ermittlerteam umgebracht hat, schwor man eigentlich, nie wieder von Maarten S. Snejder lesen zu wollen. Nun ergab sich aber die Gelegenheit und nach dem Zeitabstand auch eine gewisse Neugier, tja, und hier sind wir nun. Das Crossover mit Walter Pulaski gibt diesem Teil einen tollen Schub. Sowohl Pulaski als auch Snejder sind persönlich betroffen. Und Snejder braucht dringend Hilfe, wenn es für Sabine noch eine Rettung geben soll. Ob oder wie das gelingen kann, ist sehr spannend nachzulesen. Es entwickeln sich zwei packende Fälle, die einen Zusammenhang haben und einen fesselnden Bezug zur Vergangenheit. Ein Start von etwas Neuen ist doch viel leichter zu verdauen als ein Abschluss, der doch recht herbe geraten ist. So kann die Reihe gerne mindestens über die drei angekündigten Teile weitergehen.
- Jan Weiler
Der Markisenmann
(214)Aktuelle Rezension von: Giselas LesehimmelMeine Meinung
Cover und Titel wirkten auf mich extrem mutig. "Der Markisenmann" und dann das Cover im 70er Vibes, laden nicht unbedingt zum Lesen ein. Der Inhalt hält jedoch eine Geschichte bereit, die zauberhafte Lesestunden garantiert.
Aus der Sicht der erwachsenen Kim werden wir durch das Geschehen geführt und erfahren, was die15-jährige Kim erlebt hat.
Köln 2005
Kim Papen lebt mit ihrer Mutter Susanne, dem Stiefvater Heiko und ihrem Halbbruder Geoffry Mikulla in Köln. Geld ist genügend da, aber Kim fehlt das Zugehörigkeitsgefühl. Dazu trägt viel dazu bei, dass sie einen anderen Familiennamen trägt, als die drei Mikullas. Von ihrem leiblichen Vater weiß sie so gut wie nichts. Ein einziges Foto hat sie von ihm gesehen, auf dem er unklar zu erkennen war und das ihre Mutter, aufgrund ihrer vielen Fragen, verschwinden ließ. Sie nennt ihn gedanklich "Der Unscharfe!" In ihren Träumen ist er ein erfolgreicher Geschäftsmann, der keine Zeit für sie hat.
Nachdem Kim etwas sehr Schlimmes getan hat, darf sie nicht mit in den Urlaub nach Florida. Ihre Eltern haben beschlossen, dass sie den Urlaub bei ihrem Vater in Duisburg verbringen muss. Ich fand das sehr merkwürdig, da Kim ihren Vater eigentlich noch nie gesehen hat. Die Ehe zerbrach, als sie zwei Jahre alt war.
Ruhrpott 2005
Als Kim von ihrem Vater Ronald Papen am Bahnhof abgeholt wird, ist sie erstmal schwer enttäuscht, von dem schmächtigen, schlecht angezogen Mann, der so gar nichts von einem erfolgreichen Geschäftsmann hat. Mit seinem uralten Auto fährt er sie zu der Lagerhalle, die er bewohnt. Darin stapeln sich Unmengen, grässliche Markisen, die Ronald alle noch verkaufen möchte. Die zwei Modelle heißen "Mumbai" und "Kopenhagen!" Das soll Kims Urlaubsort für sechs Wochen Ferien werden. In unmittelbarer Umgebung befinden sich noch eine Autowerkstatt und ein Schrottplatz. Komplimentiert wird das ungewöhnliche Idyll von einem Pilspub, dessen ältere, schrulligen Gäste einem sofort ans Herz wachsen.
Kim macht in den sechs Wochen einen richtigen Reifeprozess durch. Das materiell verwöhnte Mädchen findet mit jedem Tag mehr Gefallen an dem einfachen Leben, in dem nur gekauft wird, was man zum Leben braucht. Der Vater erstellt eine Einkaufsliste, bei der sogar die Wege im Supermarkt notiert sind. Immer mehr fühlt sie sich zwischen Lagerhalle und Schrottplatz wohl. Den Strand am Rhein-Herne-Kanal genießt sie mit ihrem neu gewonnenen Freund Alik.
Ronald steckt auf einer Karte alle Gegenden ab, die Häuser mit Balkonen enthalten. Dort fährt er hin und klingelt bei den Wohnungen, die mit keiner Markise bestückt sind. Daheim führt er Buch darüber, wo er erfolgreich verkauft hat, oder auch nicht.
Anfangs möchte Kim ihren Vater auf seinen Geschäftswegen nicht begleiten, die alle nicht mehr als ein halbes Stündchen entfernt sind. Lieber verbringt sie ihre Zeit mit dem Jungen Alik. Als sie jedoch bemerkt, wie erfolglos ihr Papa als Vertreter ist, begleitet sie ihn doch und entwickelt neue Verkaufsstrategien, die mich zum Lachen gebracht haben, da sie zum Schreien komisch sind.
Ich habe schon lange nicht mehr bei einem Buch so gelacht. Die Thematik ist sehr humorvoll; aber auch unendlich traurig. Ronald ist ein wirklich feiner Charakter, der absolut ehrlich wirkt und dem Sarkasmus fremd scheint. Kim liebt ihren Vater mit jedem Tag mehr und möchte von ihm Antworten, auf die vielen Fragen, die sie hat. Warum haben sich seine Mutter und er getrennt? Vor allem, warum hat er nie Kontakt zu ihr gehalten? Ronald weicht den Fragen stets aus und erzählt ihr, dass er große Schuld auf sich geladen hat, ohne näher darauf einzugehen. Mit dem Verkauf der grässlich Markisen möchte er Buße leisten. Erst wenn die letzte Markise verkauft ist, kann er sich frei fühlen.
Fazit
Ronald Papen und Kim haben nun einen festen Platz in meinem Herzen. Vater und Tochter lernen sich nach vielen Jahren kennen und bemerken ihre Gemeinsamkeiten und wie viel sie einander bedeuten. Das mitzuerleben war unglaublich schön.
Alle Figuren sind liebenswert ausgearbeitet und am Ende fiel mir der Abschied wirklich schwer.
Ein Stück Geschichte aus der ehemaligen DDR hat dazu geführt, dass ich sämtliche Handlungsweisen von Ronald besser verstehen konnte. Auch Susanne und Heiko hat sie mir näher gebracht.
Der fesselnde Schreibstil und die Neugier auf Antworten haben mir das Weglegen des Buches unmöglich gemacht. Und ja, ich habe jede Menge Antworten bekommen. Sie haben mich unendlich traurig zurückgelassen.
Das Ende betrachte ich mit gemischten Gefühlen.
Mein Balkon ist nur mit zwei Sonnenschirmen bestückt. Hiermit bestelle ich das Modell Kopenhagen. Übrigens, das Cover und Titel gefallen mir jetzt doch sehr gut.
Von mir eine klare Empfehlung, für diese zu Herzen gehende Geschichte.
Herzlichen Dank, Jan Weiler.
- Arnaldur Indriðason
Kältezone
(165)Aktuelle Rezension von: JochenBenderEin langsam erzählter Krimi ohne Knalleffekte, bei dem der Autor gekonnt Schritt um Schritt die Spannung aufbaut. Mein Kopfkino sprang sofort an und ich folgte dem bärbeißigen Kommissar mit Vergnügen bei seinen Ermittlungen quer durch Island. Dabei erfuhr ich auch viel persönliches über ihn und seine Kollegen. Dies störte jedoch nicht, sondern machte die Figuren lebendig, zu echten Menschen.
Auf ziemlich skurrile Weise wird ein noch skurrilerer Fall aufgedeckt: Weil nach einem Erdbeben der Spiegel eines Sees um über vier Meter sinkt, geben die Fluten eine seit Jahrzehnten dort liegende Leiche frei. Der Tote wurde an ein russisches Spionagegerät aus den frühen Sechzigern gebunden im See versenkt. So lebte nicht nur der kalte Krieg in Island wieder auf, sondern wurde ich als Leser mit der Geschichte isländischer Sozialisten bekannt gemacht, die zum Studium nach Leipzig durften. Dort wurden die Idealisten mit dem real existierenden Sozialismus konfrontiert, der wenig bis nichts mit ihren Wunschvorstellungen gemein hat. An dessen Schattenseiten wie Stasi statt Freiheit, Dogma statt Demokratie zerbrachen manche und kehrten desillusioniert heim. Ich wünschte, junge deutsche Fans von Frau Reichinek und ihrer Linken würden das Buch lesen. Vielleicht würden sie dann manche Lügen leichter durchschauen.
Ein spannender und absolut lesenswerter Krimi.
- Grit Poppe
Weggesperrt
(148)Aktuelle Rezension von: LettergirlRomanTick"Weggesperrt" von Grit Poppe ist gut geschrieben und das Recherchierte in Anja's Geschichte gut zusammengefasst. Es ist definitiv lesenswert.
Ich bin fassungslos, wie früher mit den Jugendlichen umgegangen wurde. Mir als Erzieherin der heutigen Jugendhilfe, war es wichtig mehr über die damaligen Jugend"hilfen" zu erfahren, grade weil Großeltern, welche diese Zeit erlebt haben nicht gut auf die Jugendhilfen von heute und uns Erzieher zu sprechen sind/waren. Jetzt kann ich sagen verständlicherweise.
Mit diesem Buch und den Erfahrungsberichten, kann ich es ein großes Stück besser nachvollziehen. Und sage DANKE für den Einblick in die Zeit von damals an sie, Gritt Poppe und auch ein großes DANKE an die Zeitzeugen, welche sich getraut haben über diese traumatische Thematik zu reden und dieses Buch zu dem gemacht haben, was es geworden ist.
- Jonathan Franzen
Unschuld
(79)Aktuelle Rezension von: UlrikeBodeDieser Romane war mein erster von diesem Autor, der mich von der ersten Seite an unglaublich gefesselt hat. Auch die Protagonisten waren durchweg interessant und haben mich berührt aber auch verwirrt.
Der Autor hat mich hier über 800 Seiten nicht einmal gelangweilt, sondern mich immer mehr in die Geschichte von Pip eingesogen.
Maßlose Liebe versus absolutem Hass, jugendlicher Idealismus, und maßlose Treue, Schuld und Unschuld sind hier das ganz große Themen und man kommt nicht drum herum mit zu fiebern und jede Seite aufzusaugen.
Das Cover ist genial gestaltet und mit seinem bildhaften, wortgewandten Schreibstil hat mich der Autor sehr begeistert.
Trotz der 813 Seiten, die sicher eine Hürde bedeuten, dieses Buch zu lesen kann ich nur sagen überwindet Euren inneren Schweinehund und lest es, denn ich kann es wirklich nur empfehlen.
- Titus Müller
Der Tag X
(43)Aktuelle Rezension von: Lilo79Lebendiger kann Geschichte nicht erzählt werden. Exzellent recherchiert, liebevoll ausgearbeitet, menschliche Figuren, die sich in diktatorischen Regimen irgendwie zurecht finden müssen, dabei zugleich Opfer des Regimes werden...wer die Geschichte des 17.06.1953 verstehen will, wer nachfühlen will, wie es sich für die Menschen da gelebt hat, liest dieses Buch. Mit Titus Müller als Autor kann nichts schiefgehen.
- Claire Winter
Kinder des Aufbruchs
(81)Aktuelle Rezension von: zauberblumeAuf die Fortsetzung von „Kinder ihrer Zeit“ habe ich mich schon riesig gefreut. War dieses Buch ja schon ein richtiger Pageturnen. In „Kinder des Aufbruchs“ begegnen wir wieder diesen vier jungen Menschen, die zwischen Verrat, Spionage und dem Kampf um Demokratie stehen.
Der Inhalt: Sechs Jahre nach dem Mauerbau lernt die erfolgreiche Dolmetscherin Emma in West-Berlin die aus dem Ostteil der Stadt geflohene Sängerin Irma Assmann kennen. Als sie ihrer Zwillingsschwester Alice davon erzählt, reagiert diese beunruhigt. Alice schreibt als Journalistin über die Studentenbewegung und steht in Kontakt mit verschiedenen Fluchthilfe-Organisationen. Ist Irma mit ihren ehemaligen Beziehungen zum KGB als Informantin im Westen? Oder sind die Schwestern und deren Männer Julius und Max durch ihre Verbindungen zur DDR zu Zielscheiben geworden? Kurz darauf wird die Sängerin ermordet, und die vier geraten inmitten der Studentenunruhen zwischen die Fronten der Geheimdienste.
Wow! Noch jetzt nach Beendigung dieser spannenden und beeindruckenden Lektüre habe ich Gänsehautfeeling und bin total beeindruckt und berührt. Der Schreibstil der Autorin ist einfach herausragend und sie bringt uns in diesem Roman vergangene Geschichte (bestens recherchiert) wieder nahe. Und ich bin wirklich sehr beeindruckt. Wir begegnen wieder den vier jungen Leuten, den Zwillingen Emma und Alice, Max und Julius und dürfen sie ein ganzes Stück auf ihrem Lebensweg begleiten. Sie habe eine schwierige Zeit hinter sich und haben endlich ihren Platz gefunden. Doch sie werden von der Vergangenheit eingeholt und plötzlich stehen die Flucht und alle schrecklichen Erlebnisse mit aller Deutlichkeit vor ihren Augen. Und kaum zu glauben, welche große Rolle die Geheimdienste im Berlin von 1967 gespielt haben und welchen Einfluss sie auf die Menschen hatten. Ich werde beim Lesen von zahlreichen Emotionen übermannt und die Geschichte geht mir wirklich unter die Haut. Der Spannungsbogen ist einfach fantastisch und ich konnte diese sensationelle Lektüre nicht mehr aus der Hand legen. Mein Puls ist von Seite zu Seite gestiegen und am Ende des Buches ist eine große Last von mir abgefallen.
In meinen Augen ein absolutes Meisterwerk. Ein Lesehighlight, das ich von der ersten bis zur letzten Seite regelrecht verschlungen habe. Auch das Cover ist wieder ein echter Hingucker- beeindruckend. Selbstverständlich vergebe ich für diese Traumlektüre 5 Sterne.
- Gerd Schilddorfer
Der Zerberus-Schlüssel
(43)Aktuelle Rezension von: Isar-12"Der Zerberus-Schlüssel" ist der vierte Band der John-Finch-Reihe von Gerd Schilddorfer. Als eine junge Architekturstudentin in Berlin ein halb verfallenes Haus begutachtet, macht sie die grausame Entdeckung einer mumifizierten Leiche, die bereits jahrelang an einem Balken hängt. Davor am Boden auf einem Zettel fixiert drei chinesische Schriftzeichen. Bevor sie die Polizei informiert, nimmt sie diese an sich. Zur gleichen Zeit werden in Berlin mehrere Männer exekutiert, alle auf identische Weise. Kommissar Callis wird auf den Fall angesetzt, tappt aber im Dunkeln bis sich ein sogenannter "Cleaner" dazu bekennt. Gleichzeitig wird in Großbritannien Major Llewellyn eine Namensliste von ehemaligen Ostagenten zugespielt, die alle auf mysteriöse Weise starben. Als auch noch die chinesischen Triaden an allem interessiert sind, wird das ganze zu einem undurchsichtigen Fall, der seine Verbindung anscheinend im dritten Reich hatte als 1940 ein Schiff von den Deutschen im Pazifik aufgebracht wurde. Gerd Schilddorfer springt in diesem Thriller durch einige verschiedene Zeitebenen mit unterschiedlichen Protagonisten. Als Leser muss man sich dabei erst mal zurechtfinden. Ebenso umfasst die Story in Summe gut 800 Seiten, wobei in diesem Band John Finch sehr lange fast nur eine Nebenrolle spielt, bevor auch er vermehrt ins Geschehen eingreift. Dies empfand ich selbst ein wenig schade, denn genau diese Hauptfigur mochte ich doch besonders aus den Vorgängerbänden. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, etliche der Figuren sind einem aus den anderen Bänden bereits bekannt und es ist schön sie auch in diesem Band wieder zu erleben. Obwohl dieser Thriller wieder spannend erzählt ist, hat er aber streckenweise diesmal ein paar Längen. Hier hätten vielleicht ein wenig Straffung gut getan. In Summe ist "Der Zerberus-Schlüssel" wieder ein gelungener Thriller, kommt aber für mich nicht ganz an die Vorgängerbände heran.
- Anja Baumheier
Kranichland
(113)Aktuelle Rezension von: EmmaWinterKranichland ist ein Sehnsuchtsland; dorthin ziehen die Kraniche im Herbst und Marlene beneidet sie um diese Freiheit. Sie hat 1968 in Ost-Berlin nicht die Möglichkeit zu reisen, wohin sie möchte. Gemeinsam mit ihrem Freund Wieland plant sie die Flucht über Prag, dort werden sie jedoch von der Stasi abgefangen.
Die Autorin öffnet ein Nähkästchen voller Geheimnisse und Schweigen in einer Familie, die an den sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat glauben möchte, jedoch letztlich daran zerbricht. Erst mit der Enkelgeneration wird das Schweigen gebrochen und nun müssen alle mit den Scherben leben. Dem Genre wird der Roman gerecht, er unterhält und hat durchaus spannende Momente. Leider hatte er für mich aber auch einige Schwächen. Die Charaktere sind recht platt und klischeehaft. Ich konnte mit keiner Figur richtig mitfiebern, sie blieben mir fremd. Es passiert viel, was ohne Bezug zur Handlung bleibt und dann einfach im Sande verläuft. Außerdem waren einige Szenen und Charaktere einfach nicht glaubhaft, da wird der gute Wille schon sehr strapaziert.
Interessant sind die Bezüge zur Geschichte der DDR, Fluchtversuch, Austausch politischer Gefangener etc. Das wird gut vermittelt. Von einer Bekannten habe ich mir sagen lassen, dass auch die häufig erwähnten Einrichtungsgegenstände absolut typisch gewesen seien, die hätten ihre Eltern auch gehabt, u. a. das Pastellgemälde des Wiener Schokoladenmädchens oder eine Vase aus Meißner Porzellan. Diese Objekte spielen im Roman eine wichtige Rolle und gerade die Symbolik der Vase ist wirklich gut gemacht.
Alles in allem ein Unterhaltungsroman, der mir etwas zu "leicht" in der Sprache war, stellenweise einfach unglaubwürdig und mit Geheimnissen und Verschwiegenheit überfrachtet. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und dieser Roman hat eine große Fangemeinde. Mir hat "Die Erfindung der Sprache" von der Autorin wesentlich besser gefallen, das Buch kann ich sehr empfehlen, es ist völlig anders geschrieben.
- Cora Stephan
Ab heute heiße ich Margo
(100)Aktuelle Rezension von: JulianchenDieses Buch wartete schon etwas länger im Regal darauf, gelesen zu werden. Es hat sich gelohnt. Auf den Spuren von Margo, eigentlich Margarete, begibt sich der Leser auf eine Reise durch die deutsche Geschichte von 1936 bis zur Jahrtausendwende. Margo ist eine selbstbewusste Frau, für die Eigenständigkeit und Selbstbestimmung sehr wichtig sind. Während der Naziherrschaft ist sie eine Mitläuferin, hat keine politischen Interessen und keine politische Haltung. Sie ist fleißig, tatkräftig und mutig und hält sich nicht mit Emotionalitäten auf. Nach dem Krieg gelingt es ihr mit ihrem Mann Henri, ein neues Leben im Wirtschaftswunder Westdeutschlands aufzubauen. Sie ist pragmatisch, kreativ und zukunftsgerichtet. So wird sie schnell erfolgreich und erarbeitet sich eine eigene Karriere. Henri, der auch als Richter seinen Platz gefunden hat, kocht und kümmert sich hingebungsvoll um den Garten. Ein sehr moderner Mann in der damaligen Zeit. Seine Figur rührt mich sehr. Seine Liebe zu Margo hält auch Betrug und Seitensprünge aus. Neben Margo wird die Handlung auch aus der Perspektive von Helene, einer ehemaligen Kollegin Margos und Alard, eines Adeligen erzählt. Die drei verbindet ein Geheimnis aus den letzten Kriegsjahren. Helene ist eine sehr zwiespältige Figur. Anfangs gefällt sie mir sehr gut mit ihrem Mut und ihrem Aufbegehren. Auch ihre Liebe zu Alard, die sich bis auf wenige Tage im Krieg nicht entfalten kann, ist sehr gut eingefangen. Ihre Wandlung zur Spionin der DDR und ihre emotionalen Intrigen werfen dann aber ein anderes Licht auf sie. Mir bleibt ihre Figur bis zum Ende etwas fremd und unnahbar. Dennoch ist die wechselseitige Perspektive aus Ostdeutschland und Westdeutschland, durch Helene und Margo sehr gut gesetzt. Die Geschichte der beiden Töchter, Leonore und Clara bzw. Emma ist angerissen, wird aber im Nachfolgeroman tiefer erzählt. Am Ende geht es dann etwas schnell und wirkt stellenweise konstruiert. Auch das Geheimnis um die verschwundenen DDR-Millionen hätte es für mich nicht unbedingt gebraucht. Doch der Roman berührt mich, interessiert mich und die Figuren sind sehr facettenreich gezeichnet. Daher absolut empfehlenswert.
- Wolf Biermann
Warte nicht auf bessre Zeiten!
(6)Aktuelle Rezension von: AliknechtDer Liedermacher Wolf Biermann erzählt seine Lebensgeschichte. Er zog als überzeugter junger Kommunist 1953 von Hamburg freiwillig in die DDR und besuchte dort zunächst ein Gymnasium. Danach nahm er ein Studium auf und arbeitete parallel dazu als Regie-Assistent beim Berliner-Ensemble. Als Sohn eines von den Nazis ermordeten roten Vaters und einer gut vernetzten roten Mutter erhielt Bierman rasch Zugang zur neu etablierten SED-Schickeria. Diese mühte sich mit mäßigem Erfolg am Aufbau des Sozialismus ab und wurde zudem von den sozialistischen Brüdern und Schwestern in der Sowjetunion gegängelt.
Biermann spielte Gitarre und begann zu dichten. Er geriet mit seinen frechen Liedern bald in Schwierigkeiten und es dauerte nicht lange bis man versuchte, ihn in der DDR mundtot zu machen. Da es ihm früh gelang, über eigene Kanäle im Westen zu publizieren, konnte er sich immerhin jederzeit öffentlich artikulieren. In Westdeutschland erschien 1965 der Gedichtband "Die Drahtharfe" und 1968 seine erste Langspielplatte "Chausseestraße 131", die in seiner Ost-Berliner-Wohnung mit einfachen Mitteln aufgenommen worden war. Biermann wurde zwar bespitzelt und schikaniert und war effektiv mit einem Berufsverbot belegt, er war aber durch seine Prominenz und durch seine Möglichkeiten, im Westen die Stimme zu erheben, doch relativ geschützt. Für die Herrschenden in der DDR war der Umgang mit Biermann nie ganz risikolos. Dafür hatte er ein feines Gespür und er musste sich deshalb weit weniger Sorgen als andere Dissidenten machen, die unter Umständen jahrelang in den Gefängnissen der DDR verschwanden. Biermanns wichtigster Freund war Robert Havemann, der bis zu seinem Tod unter Hausarrest stand. Ihm konnte er völlig vertrauen und sie teilten eine weitgehend ähnliche Sicht auf die Dinge. Havemann war der kluge und erfahrene Ältere, der Biermann immer Orientierung gab. Lange Zeit glaubten die beiden, man könne diesen real existierenden Sozialismus besser und humaner gestalten.
Der entscheidende Umbruch kam mit Biermanns Ausbürgerung 1976 nach seinem Konzert in Köln. Es zog ihm den Boden unter den Füßen weg, denn er war durch und durch ein Wesen der DDR. In der Bundesrepublik schlug er nicht leicht neue Wurzeln. Innerhalb der westdeutschen Linken konnte er sich nur teilweise und unter Schwierigkeiten integrieren. Sein Blick blieb immer auf die DDR gerichtet. Er schloss sich der Friedensbewegung in der BRD an und veränderte allmählich im Verlauf eines langen Prozesses seine Positionen. Der Zusammenbruch der DDR tat ein übriges. Schließlich verlor er seinen Glauben an den Kommunismus. Nach der Wende konnte er wieder in sein geliebtes Land hinüberreisen und dort auftreten. Im wiedervereinten Deutschland erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und wurde 2007 unter kontroversen Diskussionen zum Ehrenbürger von Berlin ernannt. Zur Gedenksitzung des Bundestags 2014 zum Fall der Mauer vor 25 Jahren wurde Biermann eingeladen vor dem Hohen Haus zu singen. Er nutzte die Gelegenheit und griff die Abgeordneten der Links-Partei als "Drachenbrut" scharf an.
Kommentar und Bewertung: Wolf Biermann erzählt seine Lebensgeschichte lebendig und packend, angereichert mit zahlreichen spannenden Details. Er verfügt als Liedermacher und Poet über besonders starke Ausdrucksmittel und er nutzt diese sehr effektiv zur Schilderung von Erlebnissen, Situationen, Gedanken und Gesprächen seines ereignisreichen Lebens. Aus einem erfüllten Liebesleben gingen, wenn ich richtig gezählt habe, insgesamt neun Kinder hervor. Biermann war mit vielen berühmten und wichtigen Zeitgenossen aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Medien befreundet. Dadurch stand er immer in einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit den jeweils aktuellen Problemen und Entwicklungen. Er ist als perfomender Künstler natürlich nicht frei von Eitelkeit und zeigt sich stets selbstbewußt, manchmal vielleicht sogar ein wenig überheblich. Ich finde aber, dass er insgesamt in einer sehr redlichen und auch selbstkritischen Art schreibt. Er steht zu seinen veränderten Auffassungen und äussert dies gerade auch in Bezug zur deutschen Wiedervereinigung sehr deutlich. Dies hat mich beeindruckt. Mir hat ferner besonders gut gefallen, dass er die kulturellen und gesellschaftlichen Unterschiede zwischen der ehemaligen DDR und der BRD sehr fein erfasst und präzise beschrieben hat. Nicht einmal die Kommunisten waren sich gleich. Während sie im Osten das hohe Lied der Kernenergie und einer großen Technikfreundlichkeit sangen, zogen sie im Westen gegen Brokdorf und gegen die Wiederaufbereitung zu Felde. Es ist wirklich kein Wunder, dass Wolf Biermann anfangs im Westen zwischen den linken Fraktionen herumirrte und etliches nicht verstand. Insofern wirft das Buch auch Licht auf die deutschen Schwierigkeiten zwischen Ost und West.
Fazit: Eine tolle Autobiographie eines bedeutenden Sängers und Dichters vor deutsch-deutschem Hintergrund.
Ausgabe: Wolf Biermann Warte nicht auf bessre Zeiten!: Die Autobiographie Propyläen Verlag 2016 (gelesen Dezember 2016)
Autor: Karl Wolf Biermann wurde am 15.11.1936 in Hamburg geboren und ist ein deutscher Liedermacher und Lyriker. Er siedelte 1953 in die DDR über und veröffentlichte 1960 erste Lieder und Gedichte. Gegen den Brecht-Schüler, später dann scharfen Kritiker der SED und der DDR wurde 1965 dort ein Auftritts- und Publikationsverbot verhängt. 1976 wurde ihm eine spätere Wiedereinreise aus der BRD nach einer zuvor genehmigten Konzerttour verweigert, und er wurde ausgebürgert. Die Ausbürgerung Biermanns löste in Ost- und Westdeutschland breite Proteste aus. Seine Gedichtbände zählen zu den meistverkauften der deutschen Nachkriegsliteratur. Biermann wurde mit zahlreichen Literaturpreisen West- und später Gesamtdeutschlands ausgezeichnet [1].
Referenzen:
[1] Wikipedia - Marc Raabe
Zimmer 19 (Tom-Babylon-Serie 2)
(315)Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerinWährend der Berlinale wird ein Film vorgeführt, der die Tötung der Tochter des regierenden Bürgermeisters zeigt. Da sie Schauspielerin ist und die Leiche nicht gefunden wird, ist zunächst nicht klar, ob die Szene echt ist. Am vermeintlichen Tatort wird eine Aufschrift mit der Zahl 19 gefunden, was das Berliner LKA an einen Fall vor anderthalb Jahren erinnert, in dem ebenfalls eine Zahl eine Rolle spielte. Die Soko von damals wird erneut mit den Ermittlungen betraut.
Als von einem Bekannten des Bürgermeisters die Tochter entführt wird, wird von einem Zusammenhang beider Fälle ausgegangen. Offensichtlich ist, dass die beiden Männer etwas zu verbergen haben, wobei ihr Schweigen die Ermittlungen weiter erschwert.
Für Tom Babylon und Sita Johanns wird der Fall besonders prekär, als sie Verbindungen zu ihrer eigenen Vergangenheit feststellen.
"Zimmer 19" ist nach "Schlüssel 17" der zweite Band um den LKA-Ermittler Tom Babylon. Da es sowohl in Bezug auf die Ermittlungen, als auch im Hinblick auf Toms Vergangenheit Anspielungen auf den ersten Band gibt, ist es hilfreich, die Thrillerreihe chronologisch zu lesen.
Der Roman handelt an nur wenigen Tagen im Februar 2019. Darüber hinaus gibt es Rückblenden in das Jahr 2001, die traumatische Erfahrungen der noch jungen Sita schildern. Nicht weiter verwunderlich ist, dass diese dunklen Kapitel für den gegenwärtigen Kriminalfall eine Rolle spielen, aber auch Toms Vergangenheit holt ihn bei einem Leichenfund wieder ein. Zudem schöpft er weiterhin Hoffnung, das Verschwinden seiner jüngeren Schwester aufzuklären.
Wechselnde Orte und Perspektiven sorgen für Dynamik und ergeben viele kleine Puzzleteile, die erst am Ende zusammengesetzt werden. Durch Kapitelüberschriften mit Datums- und Ortsangaben fällt es nicht schwer, den Überblick über den Handlungsrahmen zu behalten.
Die Handlung ist temporeich, denn die Ermittler stehen aufgrund der entführten Kinder unter einem enormen Zeitdruck, den Täter zu fassen. Zudem sorgen die persönliche Involvierung von Tom und Sita in dem Fall sowie ihre Dämonen der Vergangenheit, die sie fortlaufend in Gefahr bringen, für anhaltende Spannung.
Am Ende fügen sich alle Handlungsstränge logisch zusammen und offenbaren ähnlich wie in Band 1 dunkle Machenschaften, die Jahrzehnte später gesühnt werden sollen. Tom und Sita gehen erneut eigenwillig vor, um den Fall zu lösen und gelangen dabei an ihre psychischen und physischen Grenzen. Ihr wiederholtes Glück, von den Tätern verschont zu werden und die Zufälle, die Vergangenheit und Gegenwart verknüpfen, empfand ich ein wenig weit hergeholt. - Frank Goldammer
Zwei fremde Leben
(113)Aktuelle Rezension von: Andrea_Varga1Die Geschichte von Frank Goldhammer geht unter die Haut. Ungerechtigkeit geht uns immer nah, aber das ist fast zuviel, und leider nicht nur Fiktion. Eine Geschichte darüber wie die DDR ihre Macht genutzt hat und Familien in große Not gestürzt hat. Absolut lesenswert. Ich habe danach die Fakten gegoogelt.
- Corina Bomann
Und morgen am Meer
(75)Aktuelle Rezension von: Reading_Love1989: Woche für Woche schneidet Milena den Sound des Westens mit und macht Mixtapes, die sie mit ihrer Freundin Sabine tauscht. Aber die Welt von David Bowie & Co. wird immer ein Traum für sie bleiben, da sie leider auf der falschen Seite der Mauer lebt. Als sie zufällig den Westberliner Claudius kennenlernte, entspinnt sich eine zarte Liebe zwischen den beiden, die schon bald verraten wird. Doch Melina möchte wenogstens einmal in ihrem Leben das Mittelmeer sehen, und so entschließen sie sich, alles zu wagen.
Auch mit diesem Roman hat Corina Bomann wieder total meinen Geschmack erwischt. Eine sehr schöne Geschichte zu Zeiten der DDR, als sich das Land noch in Osten und Westen teilte und die Menschen unter strengen Gesetzen voneinander getrennt wurden.
Milena unsere Hauptprotagonistin, ein sehr Lebensfrohes und Zielstrebiges Mädchen, verliebt sich in einen Westberliner, doch schon bald, wird ihre Liebe verraten, indem ihre Post von der Stasi abgefangen und kontrolliert wurde. Hintergründe der strengen Kontrolle liegen weit hinter der Vergangenheit. Milena trafen weitere Schicksalsschläge und sie konnte jenen, denen sie ihr Leben lang vertraut hatte nicht mehr trauen.
Nichts desto trotz, wollte sie den Kontakt zu dem jungen Westberliner Claudius nicht abbrechen und beide planten die Flucht über Tschechien. Eine aufregende und emotionale Reise des jungen Paares! Einfach ein absolutes Highlight.
Wer auf Geschichten mit hisroischen Aspekt steht und vielleicht eine Liebesgeschichte gerne dabei sieht, ist mit diesem Buch sehr gut bedient.
Dieses Buch bekommt 5 von 5 Sternen. - Gustaf Skördeman
Geiger
(145)Aktuelle Rezension von: trollchenGeiger
Herausgeber ist Lübbe; 4. Aufl. 2022 Edition (29. April 2022) und hat 496 Seiten.
Kurzinhalt: Du glaubst, du kennst deine Frau. Bis sie dich tötet ... Das Festnetz-Telefon klingelt, als sie am Fenster steht und ihren Enkelkindern zum Abschied winkt. Agneta hebt den Hörer ab. "Geiger", sagt jemand und legt auf. Agneta weiß, was das bedeutet. Sie geht zu dem Versteck, entnimmt eine Waffe mit Schalldämpfer und tritt an ihren Mann heran, der im Wohnzimmer sitzt und Musik hört. Sie setzt den Lauf an seine Schläfe - und drückt ab. Als Kommissarin Sara Nowak von diesem kaltblütigen Mord hört, ist sie alarmiert. Sie kennt die Familie seit ihrer Kindheit ...
Meine Meinung: Also, ich brauchte mehrere Anläufe, dass ich das Buch beende. Und am Anfang war es auch ńicht so spannend, aber ich habe es gelesen, og´bwohl es ab und zu immer sehr unübersichtlich war, um wen es in ẃelchen Kapitel ging. Auch im Kapitel ging es meist sehr unüberichtlich weiter. Und ich fand die Idee mit Deutschland so nicht schlecht, aber weit hergeholt. Ich war ehrlich gesagt froh, das Buch beendet zu´haben. Das Ende hat mich auch nicht richtig überzeugt, es gab noch zu viele lose Fäden, die mir keine Antworten waren. Sara, die Freundin des Hauses mischt sich ständig in die Ermittlungen ein, die sie eigentlich nix angehen und jeder Chef würde sie vom Fall abziehen und ise wird auch ständig gerügt und es wird ihr sogar der Rausschmiss angeboten und sie wird auch suspendiert. Sicherlich kommt sie dann der Tätern auf die Spur, aber trotzdem. Sicherlich ist es eine fiktive Geschichte, aber alles in allem sehr unglaubwürdig.
Mein Fazit: Ich fsand das Buch nicht so spannend, zu undurchsichtig und wirr in machen Teilen. Die Kapiotel waren auch ziemlich lang. Ich werde den 2 Teil wahrscheinlich nicht lesen. Ich vergebe 3 Sterne und kann das Buch nur bedingt weiter empfehlen.
- Alexander Hartung
Was verborgen bleiben sollte
(40)Aktuelle Rezension von: HollabeereJans Chef Bergmann befindet sich zur richtigen Zeit am falschen Ort und wird zur Geisel eines vermeintlichen Raubüberfalls auf den Schmuckladen 'Engelsgleich'. Durch Glück gelingt es ihm Jan und sein Team zu benachrichtigen, die sofort im Hintergrund und ohne Aufsehen mit der Ermittlung und Bergmanns Rettung beginnen. Doch die Täter sind nicht auf Schmuck aus: irgendetwas befindet sich im Keller, was schnell vernichtet werden musste als das SEK anrückt. Für Jan und sein Team beginnt eine Reise in die Vergangenheit und sie müssen sich auf die Spurensuche nach drei Männern begeben, die es so nicht mehr gibt.
Am Ende erledigt die Polizei ganz unfreiwillig Ermittlungsarbeit für eine Dritte, die den drei Männern nach dem Leben trachtet. Die Geschichte zeigt gut auf, unter welchem Druck Ausreisewillige aus der DDR in die BRD damals standen. Dass einen jeder ausspionieren konnte und wollte, Informationen gehandelt wurden und Gewaltanwendung kein Problem darstellen, prägte den Charakter vieler bis heute. Die Story ist gut aufgearbeitet und wieder sehr spannend gestaltet.
- Anne Chaplet
Russisch Blut
(13)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeInhalt (übernommen): Für Katalina Cavic sollte es ein Neuanfang sein auf Schloß Blanckenburg. Doch sie kommt nicht zur Ruhe, Lüge und Betrug sind hier ebenso offensichtlich wie der Verfall des alten Anwesens. Während die junge bosnische Tierärztin noch mit den Dämonen ihrer eigenen Vergangenheit kämpft, erschüttert der Mord an einem angesehenen Archäologen die Schloßbewohner. Im Zuge der Ermittlungen tritt ein altes Geheimnis zutage, das mit der dramatischen Flucht einer Frau in den Wirren des Zweiten Weltkriegs zusammenhängt und Katalina an ihre eigene Geschichte erinnert.
Mein Leseeindruck:
Die Thematik dieses Buch hat mich sofort angesprochen, denn ich mag Bücher, deren Geschichte in die Vergangenheit reicht, und Spannung ist natürlich sowieso immer willkommen. Und wenn es dann noch um Geheimnisse geht, die aufgedeckt werden wollen, dann ist es sicherlich ein Buch nach meinem Geschmack. Auch dieses Buch habe ich anfangs sehr gerne gelesen, nur irgendwann hat mich die Geschichte ein bisschen verloren. Ich kann dabei nicht einmal sagen, woran es lag, denn es ist ein gutes Buch! Vielleicht war es einfach für mich persönlich die falsche Zeit; vielleicht werde ich das Buch in naher Zukunft noch einmal lesen, denn ich glaube, das Buch ist es sicherlich wert!
- Harald Martenstein
Schwarzes Gold aus Warnemünde
(19)Aktuelle Rezension von: pardenEIN SATIRISCHER GEGENENTWURF...
Im Herbst 1989 wird nahe der DDR-Ostseeküste ein riesiges Ölvorkommen entdeckt. Die DDR überlebt nicht nur - sie ist sogar plötzlich das reichste Land der Welt. Alles ist Gold. Wirklich alles? Nein! Zwei unerschrockene Undercover-Reporter - der Westdeutsche Martenstein und der systemkritische DDR-Bürger Peuckert - entlarven die Schattenseiten des Petro-Sozialismus. Ganz oben und ganz unten.
Hier wird der Lauf der Geschichte einfach umgeschrieben: das Buch erzählt von einer DDR, die 1990 nicht untergegangen ist, sondern als reiche Ölnation weiterexistiert. Westdeutsche Gastarbeiter erledigen die Drecksarbeit, und das Leben vieler Prominenter ist ein bisschen anders verlaufen: Angela Merkel floh nach New York, nachdem sie in Bautzen inhaftiert war - ihr größtes Problem in der DDR war, dass es dort keinen vernünftigen Joghurt gab. Karl-Theodor Guttenberg legte seinen Adelstitel ab, um Wirtschaftsminister in Ost-Berlin werden zu können. Hartmut Mehdorn lehnte den Posten als Vorsitzender der Deutschen Bahn in der BRD ab und wurde statt dessen Vorsitzender des Computerkonzerns Robotron in Dresden. Gregor Gysi kümmert sich als Kulturminister des SED-Staats um die Neuverfilmung von DDR-Klassikern (wie beispielsweise 'Paul und Paula' mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet) und gibt unterhaltsame Interviews, in denen er im Grunde nichts sagt. Und Kati Witt präsentiert sich als männermordender Vamp mit einem Näschen fürs große Geld und moderiert gemeinsam mit Kai Pflaume das Ost-Dschungelcamp auf Kuba.
"Erdöl ist der Betriebsstoff der modernen Zivilisation, der sagenhafte Goldschatz im Untergrund, die Quelle des großen Weltenbrandes. Wegen ihres Ölreichtums ist die DDR heute in gewaltige Entscheidungsschlachten involviert. Entfesselte Naturenergie contra zähmend-maßvolle Menschenkraft, weltenstürzende Besitzgier versus weltenbauende Liebe. Aber das Land will von all dem nichts wissen." (S. 177 f.)
Die erste Enttäuschung beim Lesen kam bereits realtiv zu Beginn des Buches. Denn hier handelt es sich nicht wie von mir erwartet um einen Roman, sondern eher um eine Aneinanderreihung loser miteinander verknüpfter Beiträge in der Art einer Zeitungskolumne. Positiv zu vermerken ist, dass man den beiden Autoren attestieren muss, dass sie über ein hohes Maß an Phantasie verfügen und ihren satirischen Gegenentwurf zur Entwicklung nach dem Mauerfall konsequent durchdacht haben. Selbst die Vita der Autoren wurde auf die veränderten Ereignisse hin abgestimmt. Manche der geschilderten Ereignisse und Begegnungen waren auch ganz unterhaltsam, doch den Großteil der Berichterstattung fand ich eher anstrengend oder auch langweilig zu lesen (s. auch das Zitat). So legte ich das Buch auch nach jedem Kapitel erst einmal wieder weg, wodurch sich die Lektüre ungewohnt in die Länge zog.
Erwartet hatte ich eine intelligente Satire. Bekommen habe ich weniger eine Vision von etwas, sondern eher eine lose Anhäufung von Gags, die großteils von ihrem (berühmten) Personal leben à la 'Was wurde aus der und dem in der dieser DDR'? Vereinzelt wären die Artikel ganz unterhaltsam gewesen, aber in der Summe war es einfach too much. Sorry.
© Parden
- Julie Heiland
Die Freundinnen vom Strandbad (Die Müggelsee-Saga 1)
(157)Aktuelle Rezension von: KatylehEin berührender Sommerroman über die Zeit der deutschen Teilung
Ost-Berlin, an einem heißen Julitag 1956:
Ein dramatischer Badeunfall lässt drei junge Mädchen zu unzertrennlichen Freundinnen werden. Obwohl sie aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen kommen, teilen sie von nun an alles miteinander: Claras Träume von einem Leben im Westen, Bettys Liebe zum Film und einem regimetreuen Regisseur und Marthas Begeisterung für die FDJ. Die drei erleben die Höhen und Tiefen der ersten Liebe und streben gemeinsam nach Freiheit und Glück — nichts bringt sie auseinander. Bis schließlich der Bau der Mauer ihre Heimatstadt teilt und sie vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens stehen: fliehen oder bleiben?
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen somit bin ich sehr gut in das Buch gestartet und auch im Weiteren ist die Geschichte sehr einfühlsam und interessant. Die Protagonisten sind absolut sympathisch und authentisch und gut ausgearbeitet.
Man hat das Gefühl Hautnah dabei zu sein, und ich konnte völlig eintauchen in die Geschichte!
Ich konnte das Buch fast nicht aus der Hand legen und war schon fast enttäuscht als es dann zum Ende kam. Ein absolut zu empfehlender Roman der die Sommerstunden wunderbar füllen kann!
- Lutz Wilhelm Kellerhoff
Die Tote im Wannsee (Wolf Heller ermittelt 1)
(88)Aktuelle Rezension von: Caro_LesemausDie politischen Umstände in Berlin 1968 insbesondere mit wechselseitiger Spionage, Protesten und Auflehnung werden gut dargestellt. Auch das Privatleben des Ermittlers gewährt hier gute Einblicke in den Alltag vieler Menschen. Im Zuge der Ermittlungen erfährt man mehr über verschiedenste gesellschaftliche Gruppen. Insgesamt konnte ich mich dadurch sehr gut in die damalige Atmosphäre einfühlen. Den Fall an sich fand ich allerdings eher mäßig spannend. So richtig gepackt hatte es mich nicht, aber insgesamt ist es als Kriminalroman dennoch lesenswert, was vor allem am Schreibstil liegt. Bei drei Autoren kann man hinsichtlich einer kongruenten ja skeptisch sein, aber es passte wunderbar und las sich sehr gut.
Fazit:
Mich hielten hier vor allem das Privatleben des Ermittlers und die gut beschriebenen Einblicke in den damaligen gesellschaftlichen Alltag bei Laune. Der Fall selbst war eher nur mäßig spannend. Ich runde 3,5 Sterne auf, weil mir außerdem der Schreibstil gut gefallen hat.
- André Georgi
Die letzte Terroristin
(53)Aktuelle Rezension von: CallsoRAF gegen BKA ! Die Terrorgruppe RAF sorgt in der Bevölkerung für Schrecken und Aufruhr und das BKA ermittelt unter Hochdruck. Die gegensätzlichen Interessen werden in dem Buch anschaulich, authentisch und spannend skizziert.
Autor Ande Georgi hat einen recht eigenwilligen Stil - manchmal fabriziert er kurze Sätze direkt auf den Punkt. Häufig passt das sehr gut zum Buch.
Mitunter ist es ein politischer Thriller, gleichwohl gelingt es dem Autor wunderbar, die handelnden Personen in den Vordergrund zu stellen. Insofern fiebert man mit und trotz aller politischer Brisanz menschelt das Buch immer wieder.
Zwischendurch gab das Buch richtig Gas, war enorm spannend und ließ sich wunderbar lesen.
Unterm Strich ein feiner, solider Thriller mit einem sehr speziellen und seltenen Schwerpunkt.
- Loel Zwecker
Vom Anfang bis heute
(19)Aktuelle Rezension von: WolfhoundLoel Zwecker komprimiert uns hier die Weltgeschichte auf unter 500 Seiten.
Dabei schafft er es durch seinen Schreibstil, aber auch durch vereinzelt eingestreute unnütze Anekdoten, den manchmal doch recht trockenen Geschichtsaspekt aufzulockern. An einigen Stellen konnte ich mir ein Schmunzeln oder auch Lachen nicht verkneifen.
Die Themen sind gut aufgearbeitet und machen auch Spaß. So bekommt man einen schönen knackig kurzen Einblick in vielen Aspekte unserer Geschichte.
Jedoch werden auch hier (unvermeidbare?!) Schwerpunkte wie z. b. die französische Revolution gesetzt und andere Bereiche werden nur angerissen. So werden Jahrhunderte der afrikanischen Geschichte nur wenige Seiten.
Auf der anderen Seite sind so schwierige Themen wie Rassismus und die Kolonialisierung meiner Meinung nach gut dargestellt und aufgearbeitet.
Leider ist der lockere, moderne Stil des Buches auch auf einigen Strecken etwas anstrengend und die Coolness und der Humor wirken zu gewollt, was mir zum Ende hin den Lesespaß etwas verhagelt hat. Dennoch ist es ein absolut lesenswertes Buch, aus dem man einiges mitnehmen kann und das mein Wissen in einigen Belangen doch wieder sehr aufgefrischt hat























