Bücher mit dem Tag "statistik"
23 Bücher
- Marc Elsberg
ZERO - Sie wissen, was du tust
(633)Aktuelle Rezension von: _jamii_London. Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Junge erschossen. Sein Tod führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der gefeierten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten – und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die der Online-Newcomer einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones kann man sich nicht verstecken …
Der Schreibstil ist interessant und packend ab der ersten Seite. Im Verlauf der Geschichte werden mehrere Charaktere begleitet, man muss etwas bei der Sache sein, um jeweils die Hintergründe und Beziehungen untereinander präsent zu haben. Dafür erfährt man aber viel über die Motive der jeweiligen Personen.
Häppchenweise erfährt man mehr über die wahren Motive von Freemee, wenige Fragen werden beantwortet, viele neue tauchen auf. Die Spannung hält sich über das ganze Buch.
Das Thema ist hochaktuell und nicht weniger beängstigend. Dass Grosskonzerne unsere Daten munter sammeln, verwerten und verkaufen ist ja bekannt. Auch dass sie uns entsprechend manipulieren (können). Hier dann zu lesen, was alles daraus resultieren kann, ist erschreckend.
Zero agiert als Organisation im Hintergrund, welche die Menschen auf die Wichtigkeit ihrer Privatsphäre aufmerksam machen will.
Äusserst realitätsnah, erschreckend und spannend!
- Daniel Kahneman
Thinking, Fast and Slow
(26)Aktuelle Rezension von: Eva_ReichmannIch gestehe offen, dass ich aufgegeben und nur noch durchgeblättert habe. Die Erkenntnisse lassen sich eigentlich in wenigen Seiten auf den Punkt gebracht zusammenfassen - und ja: diese Erkenntnisse sind sicherlich super wichtig.
Aber es sind mir zu viele Details (Details, die unwichtig sind, um nachzuvollziehen, was der Autor sagen möchte), zu viele Beispiele, zu viele Anekdoten in dem Text ... (extrem kleingedruckte 400 Seiten Inhalt ... dazu noch ca. 70 Seiten Anhang).
Vielleicht bin ich damit bei "thinking fast" - ich habs wirklich mit "reading slow" versucht ... hat nicht geklappt. Nicht mein Buch.
- Adam Fawer
Null
(223)Aktuelle Rezension von: booklover4life
„0“ hat mich vor allem durch die interessante Verbindung von wissenschaftlichen Fragestellungen, philosophischen Gedanken und einer durchgehend spannenden Handlung überzeugt. Adam Fawer schafft es, komplexere Themen so einzubauen, dass sie nicht trocken wirken, sondern die Geschichte tatsächlich vorantreiben.
Besonders spannend fand ich die Auseinandersetzung mit Zufall, Wahrscheinlichkeit und der Frage, inwieweit Entscheidungen und Ereignisse tatsächlich vorherbestimmt sind. Dadurch bekommt die Handlung neben dem Thriller-Aspekt auch eine interessante gedankliche Ebene, über die man nach dem Lesen noch ein bisschen nachdenkt.
Auch der Spannungsaufbau funktioniert meiner Meinung nach sehr gut. Informationen werden nach und nach enthüllt, wodurch sich die Perspektive auf bestimmte Ereignisse immer wieder verändert. Einige Wendungen waren für mich überraschend, ohne völlig aus dem Nichts zu kommen.
Insgesamt eine sehr gelungene Mischung aus Wissenschaft, Spannung und philosophischen Fragen. Nicht nur unterhaltsam, sondern auch ein Buch, das interessante Gedanken anstößt.
- Steven Pinker
Gewalt
(10)Aktuelle Rezension von: PhilippWehrliDieses Buch hat mir richtig gut getan! – Die Menschheit wurde über die Jahrhunderte und Jahrtausende immer friedlicher. Wir leben in der friedlichsten Zeit seit Menschengedenken. Diese Behauptung hat mich überrascht. Aber sie ist wohl begründet. In allen Bereichen unseres Lebens hat die Gewalt abgenommen: Nie gab es so wenige Kriege, nie gab es –im Verhältnis zur Bevölkerung- so wenige Kriegsopfer, nie so wenige Gewaltdelikte, nie so wenig Gewalt gegen Frauen und Kinder. In Pinkers Worten: „Der Rückgang der Gewalt dürfte die bedeutsamste und am wenigsten gewürdigte Entwicklung in der Geschichte unserer Spezies sein.“
Da schüttelt wohl manch ein Leser verwundert den Kopf. Aber schauen wir doch einige Beispiele an:
- Kleinkriminelle werden bei uns nicht mehr gekreuzigt.
- Katzenverbrennen ist keine Volksbelustigung mehr.
- Wir gehen mit unseren Kindern nicht mehr ins Amphitheater um mit ihnen beim blutigen Völkermord zuzuschauen.
- Der Kasperle im Kasperletheater bringt keine Babys mehr um.
- An unseren Strassenrändern stehen keine Galgen mit erhängten Dieben.
- Wir verbrennen keine Hexen mehr.
- Wir müssen nicht unseren Onkel ermorden, um Gemeindepräsident zu werden.
- Wir machen kein tödliches Duell, wenn der Nachbar sagt, mein Hund werde alt.
- Kriege bestehen nicht mehr darin, so viele Untertanen des Feindes wie möglich umzubringen und deren Ernte und Gebäude zu zerstören, um dem feindlichen Ritter die Einnahmequelle zu rauben.
Pinker belegt seine These aber nicht nur mit Einzelbeispielen, sondern auch mit einer ganzen Reihe sorgfältig ausgewerteter Statistiken. Dabei stellt sich die Frage, welche Zahlen relevant sind. Ist es schlimmer, wenn in einem Krieg 5'000 von 10'000 Menschen getötet werden, oder ist es schlimmer, wenn 50'000 von einer Million sterben? Als Soldat habe ich im zweiten Fall wesentlich bessere Überlebenschancen und das ist wohl, was mich in diesem Moment interessiert. Deshalb vergleicht Steven Pinker jeweils nicht die absoluten Zahlen (5'000 gegen 50'000), sondern die prozentualen Anteile (50% gegen 5%).
Was sagen also die Statistiken? – Eine Auswahl aus den reichen Daten:
- Unter den prähistorischen Leichen finden wir praktisch keine, die nicht Spuren von Gewalt trägt.
- Zwischen 14'000 und 1770 v.u.Z., bevor staatlich organisierte Gesellschaften entstanden, starben im Durchschnitt 15% der Menschen einen gewaltsamen Tod
- In Jäger- und Sammlergemeinschaften blieb der Anteil gewaltsamer Todesfälle bis in die jüngste Zeit auf diesem hohen Niveau.
- Bei vorstaatlichen Gesellschaften, in denen teils gejagt und gesammelt und teils Ackerbau betrieben wird, ist die Gewaltrate am höchsten: Im Durchschnitt sterben da 24,4% an Gewalt.
- Durch die Gründung von Staaten sank die Gewalt auf einen Drittel bis einen Fünftel: Nur noch 5% der Menschen wurden von anderen Menschen getötet.
- Seither ist die Gewaltquote stetig, mit einigen Rückschlägen, weiter gesunken. Die blutigsten Jahrhunderte Europas seit der Gründung moderner Staaten waren die Religionskriege im 17. Jh., als 2% der Bevölkerung durch Gewalt starben, und die zwei Weltkriege, in denen es 3% waren.
- Heute sind die Anteile der Kriegsopfer weltweit bei etwa 0,03%. Wenn man für die USA auch die Zivilpersonen dazu zählt, die durch eigene Landsleute umgebracht werden, kommt man auf 0,8%. In anderen westlichen Staaten sind es noch weniger.
- Die Morde in verschiedenen Gegenden von England vom 13. bis zum 20. Jahrhundert sind um den Faktor 10, 50 und in manchen Fällen um 100 zurückgegangen – zum Beispiel von 110 Morden pro 100'000 Einwohner pro Jahr im Oxford des 14. Jahrhunderts auf weniger als einen Mord pro 100'000 Einwohner Mitte des 20. Jahrhunderts in London.
Pinkers Botschaft ist aber natürlich nicht, dass wir uns nun beruhigt zurücklehnen sollten. Die heutige Gewalt wird nicht dadurch besser, dass es früher noch viel schlimmer war. Vielmehr analysiert er die Ursachen für die Gewalt und für die Verbesserungen und untersucht wie Kriege geschlichtet werden können. Als „fünf innere Engel“, die uns dabei helfen, ortet er:
1. Den Leviathan (vor Pinker kannte ich nicht einmal diesen Ausdruck): Eine solide Gesetzgebung und eine Polizei, von denen sich die breite Bevölkerung und auch die Minderheiten vertreten fühlen. Gar nicht gut zu sprechen ist Pinker dagegen auf die Kultur der 60er Jahre, in der die Forderung nach Ruhe und Ordnung als spiessbürgerlich verhöhnt wurde, was zu wesentlich mehr Gewalt führte.
2. Sanfter Handel: Kein vernünftiger Geschäftsmann wird seine Handelspartner und Kunden bekriegen.
3. Verweiblichung: Frauen sind friedlicher als Männer. Durch die Frauenbewegung wurde unsere Welt friedlicher.
4. Der sich erweiternde Kreis: Durch den internationalen Handel und den kulturellen Austausch sinkt die Bereitschaft, andere Völker zu bekriegen.
5. Rolltreppe der Vernunft: Menschen sind im Laufe der Zeit im Sinne der Aufklärung immer vernünftiger geworden. Pinker zeigt an einer Reihe von Hinweisen, dass Lesen (auch Romane), wissenschaftliches Denken und Allgemeinbildung friedfertig macht. Er sieht dabei einen Rolltreppen-Effekt: ist einmal ein erster Schritt in Richtung Vernunft getan, läuft die Entwicklung von alleine in diese Richtung weiter, sofern sie nicht durch eine massive Katastrophe rückgängig gemacht wird.
Es ist ein ausserordentliches, ein wichtiges Buch, weil es Dinge sagt, die sonst nicht gesagt werden. Ob man sich für die über 1000 Seiten Zeit nehmen will, ist eine andere Frage. Sicher wäre auch das ein Schritt zu mehr Friedfertigkeit. - Thomas Bauer
Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet
(8)Aktuelle Rezension von: ZyrinIn 16 Kapiteln erklären die Autoren auf einfache und anschauliche Weise, wie wir täglich mit Statistiken manipuliert und teilweise auch in die Irre geführt werden. Dabei betrachten sie insbesondere die heiß diskutierten Themen wie Medizin, Armut, Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft, Arbeitslosenstatistiken und Gefahren für Leben und Gesundheit wie Kernkraft und ungesunde Ernährung.
Neben den ausführlichen, aber leicht verständlichen Erklärungen enthält das Buch viele Diagramme und Schaubilder sowie Tabellen, die die Fallstricke und Fehlinterpretationen aufzeigen. Zu jedem Kapitel sind ausführliche Quellen und weitere Literatur aufgeführt. Das Buch beginnt mit einem sehr humoristischen, aber interessanten Vorwort und endet mit einem tollen Epilog. Anmerkungen inkl. Weblinks und ein Glossar schließen sich an.
Eigene Meinung
Persönlich hat mich sehr schockiert, wie die Pharmaindustrie, aber auch forschende Ärzte und praktizierende Ärzte mit Statistiken umgehen. Vielleicht sollte man in Zukunft doch das eine sein lassen und das andere nur mit zweiter Meinung glauben.
Fazit:Tolles Buch! Auch wenn man sich weiter mit dem Thema auseinandersetzen möchte, denn es werden reichlich Informationen mitgeliefert um angesprochenen Punkte weiter zu verfolgen bzw. auf vertiefende Lektüre und Quellen wird stets verwiesen.
- Hans-Hermann Dubben
Der Hund, der Eier legt
(4)Aktuelle Rezension von: tob82Ich studiere Psychologie und habe deshalb relativ viel mit Statistik zu tun. Wenn man nun dieses Buch liest, fragt man sich, welchen Studien man überhaupt noch Glauben schenken kann. Im Prinzip kann man als Fazit daraus ziehen, dass man die Glaubwürdigkeit von Studien nur wirklich beurteilen kann, wenn man sich detailliert mit ihnen befasst. Dadurch wird natürlich positiverweise die Aufmerksamkeit für das Thema erhöht, allerdings sind die immer wieder von den Autoren angesprochenen Probleme der aktuellen Wissenschaftskultur ziemlich erschreckend, und als (hoffentlich) künftiger Psychologe auch abschreckend. Wenn es in der heutigen Forschung wirklich so zugeht, ist es für mich fraglich, ob eine wissenschaftliche Laufbahn reizvoll ist. Insgesamt ziehe ich natürlich die Aufklärung der Illusion vor. Das Buch hat mich daher wirklich zum Nachdenken angeregt.
Ich denke, man kann das Buch jedem wärmstens empfehlen, der mit Forschung zu tun hat oder sich wirklich für das Thema interessiert. Ansonsten würde ich wahrscheinlich doch eher abraten, da das Thema sehr speziell ist und trotz des unterhaltsamen Stils der Autoren doch gelegentlich etwas "trocken" wird.
Sehr gut haben mir übrigens die vielen - am Kapitelanfang stehenden - Zitate gefallen. Da konnte man doch einige Perlen finden. - Meik Wiking
LYKKE
(18)Aktuelle Rezension von: BuechervorhersageMeik Wiking widmet sich in seinem zweiten Buch Lykke dem Thema Glück. Dabei geht es nicht nur um das Glück der Dänen, sondern er vergleicht das Glück auf der ganzen Welt. Um hier eine Vergleichbarkeit schaffen zu können, hat er zuerst recherchiert, was Glück ausmacht und es auf folgende Themen heruntergebrochen: Zusammensein, Geld, Gesundheit, Freiheit, Vertrauen, Freundlichkeit. Jedes Thema hat ein Kapitel erhalten, in dem er Einblicke in Studien gibt und von besonderen Projekten und Erfahrungen aus der ganzen Welt berichtet, wo Menschen zusammen gekommen sind und das jeweilige Thema besonders eindrucksvoll umgesetzt haben. Dieses Buch gibt einem Tipps mit auf den Weg, wie man sein Leben selbst glücklicher gestalten kann und wie man gleichzeitig auch andere animieren kann, mitzumachen und somit das Glück zu vermehren. Ich mag die Bücher von Meik Wiking, sie sind sehr lehrreich und geben die Hoffnung, die Veränderung selbst in der Hand zu haben. Die Gestaltung ist wie auch schon beim ersten Buch sehr dänisch und hyggelig.
- Klemens Himpele
Statistisch gesehen
(5)Aktuelle Rezension von: wsch... das steht nachvollziehbar auf Seite 65. Wobei hier die vielzitierten Schulden des Staates gemeint sind. Nicht die, die entstehen, wenn man sich als Jugendlicher eine Mobilfunkrechnung von 900,00 oder 1.000,00 Euro einhandelt. Und auch nicht die, die man wegen eines viel zu teuren Autos anlacht.
Denn den Schulden, die der Staat macht, stehen ja durchaus bleibende Werte gegenüber: Schulen, Hochschulen, gut ausgebildete Lehrer, Professoren, Straßen, Radwege, Krankenhäuser, öffentliche Verkehrsmittel und so weiter. Vieles davon kann an die kommende Generation 'vererbt' werden. Den stets negativ betrachteten Staatsschulden kann also durchaus ein bleibender Sachwert gegenüber stehen. Kritisch wird es in dem Moment, wenn die Zinsbelastungen nur durch weitere Kreditaufnahme, also durch Erhöhung des Schuldenvolumens finanziert werden können.
Diese Erkenntnis geht in der öffentlichen Diskussion meist unter. Hier ist stets nur vom negative konnotierten 'immer weiter wachsenden staatlichen Schuldenberg' die Rede - eine sehr einseitige Betrachtungsweise.
Mit diesen und vielen weiteren Aspekten, unter denen statistische Werte betrachtet (und überdacht) werden sollten, berichtet Klemens Himpele in seinem Buch. Wobei er sich vornehmlich auf die Vergleiche zwischen Österreich und Deutschland bezieht. Sei es bei der Altersvorsorge (wie hoch sind die prozentualen Ausgaben für eine vernünftige Altersvorsorge hier wie dort), sei es die Geburten- beziehungsweise Sterberate. Die Arbeitslosigkeit, prekären Arbeitsstellen, Ausgaben für die Bildung, das Wohnen etc.
Was durchaus amüsant ist, sind die vielen Informationen über Österreich und seine neun Bundesländer: wie viele Ehen werden geschlossen, wie viele werden statistisch betrachtet während einer knapp neunstündigen Zugfahrt von der am weitesten westlich gelegenen Landeshauptstadt, also Bregenz an die am weitesten östliche gelegene, Eisenstadt, Hauptstadt des Burgenlandes, geschieden. Unter Angabe der prozentualen Verteilung der Scheidungsgründe.
Wie lange muss wo für ein international direkt vergleichbares Gut, nämlich einem Big Mac gearbeitet werden. Und so weiter und so fort.
Das Buch in einem Rutsch zu lesen ist etwas ermüdend. Weil es statistische Werte ohne Ende gibt. Was andererseits aber auch hellhörig werden lässt, wenn jemand mit irgendwelchen Statistiken um sich wirft.
- Yann Arthus-Bertrand
Woman
(4)Aktuelle Rezension von: HighlanderPünktlich zum Abend des Weltfrauentages möchte ich euch den neu erschienenen Bildband "Woman" von Yann Arthus-Bertrand und Anastasia Mikova vorstellen. Nach ihrem großen Erfolgsfilm "Human" gab es nun den Film "Woman" und dazu halte ich den Bildband in den Händen.
Das Konzept ist so einfach wie genial. Frauen aus allen Ecken, Lebensverhältnissen und Kulturen der Welt werden interviewt und erzeugen so ein bewegendes, ein tief berührendes Bild zur Weiblichkeit auf unserem Planeten.
In Kapiteln wie "Frau sein", "Mutter werden" und "Über Gewalt reden" erfährt der Leser Geschichten, die nicht so leicht zu vergessen sind. Dass es sich hier nicht um traurige Einzelschicksale handelt, sondern ein umfassendes Bild zur Lage der Frau skizziert wird, zeigen die Statistiken und informativen Berichte, die sich ebenfalls in dem Buch finden. Meistens werden Porträts der Frauen gezeigt, die mit einem dazugehörigen Ausschnitt aus dem Interview angereichert werden. Ich vermute, dass im Film noch mehr Details bekannt werden und werde ihn daher bald ansehen.
Auch wenn das Buch eine Ode an die Frau ist, erkenne ich doch ebenso ein großes Zeichen für mehr Menschlichkeit. Viele Kulturen sind ein Segen, sie verheißen einen wertvollen Diskurs, vor dem zu verwehren ein großer Fehler ist. Jeder Mensch ist anders und das ist gut so. Jeder Mensch hat seine Geschichte und jede Geschichte verdient es gehört zu werden. Ob es die ältere Dame ist, die sich und ihren Körper liebt oder die Aktivistin, die dafür gekämpft, dass Frauen nicht das widerfährt, was ihr selbst geschehen ist.
Ich finde die Idee des Buches großartig. Obwohl ich ebenso die Erkenntnisse des Buches teilweise erschreckend fand. Teilweise aber auch wunderschön. Natürlich habe ich das Buch nicht in einem durchgesehen, aber dadurch entdecke ich bei jedem Durchblättern etwas Neues und werde mich noch lange daran erfreuen.
Schließlich sehe ich das Buch als Appell, ebenso wie den heutigen Tag. Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist noch weit weg. Frauen werden nach wie vor zu wenig gehört und müssen ungleich mehr Leid ertragen als Männer. Der alte, weiße Mann gehört der Vergangenheit an, genauso wie der Respekt für die Würde der Frau, ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und die simple Akzeptanz für positive Veränderung in den Geschlechterrollen unser aller Aufgabe für die kommenden Jahre sein müssen.
Ein Glückwunsch zum Weltfrauentag soll an dieser Stelle explizit nicht stehen, stattdessen ein Aufruf - insbesondere an die Männer: Seid wie das Buch "Woman", gebt Frauen die Chance auf Gleichstellung und zeigt Sexismus und Machogehabe die rote Karte!
- Kathleen O'Neal Gear
Der Eden-Effekt
(12)Aktuelle Rezension von: cvcoconutEin statistisches Modell sagt unter richtiger Anwendung den Zusammenbruch der Welt voraus. Es scheint erst relativ harmlos, aber plötzlich wollen es einige große Unternehmer haben, um rauszufinden, wo der Zusammenbruch beginnt. Die ganze These fand ich einerseits schon interessant, es ist teils ein Zustand, der nicht aufgehalten werden kann. Die Statistiken sind auch gut erklärt, dass man es versteht und als Leser mithalten kann. Allerdings hatte ich mir unter dem Romantitel ein bisschen was anderes vorgestellt und dadurch hat mich das Buch auch nicht wirklich ergriffen.
- Markus Oestreich
Keine Panik vor Statistik!
(5)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEin "trockenes" Thema wie die Statistik interessant darzustellen, ist nicht einfach. Den Autoren dieses Buches gelingt es allerdings sehr gut. Beschreibende Statistik, Kombinatorik und beurteilende Statistik werden didaktisch gut und mit einem guten Schuß Humor beschrieben. Das Buch richtet sich an den Anwender, langwierige Herleitungen oder komplizierte Beweise werden daher weggelassen. Die wichtigsten Tabellen zu Verteilungen sind im Anhang ebenfalls aufgeführt. Eine ganze Anzahl von Übungsaufgaben am Schluß des Buches, nach Lernfortschritt bzw. Kapiteln sortiert, hilft bei der Überprüfung, ob man die Inhalte tatsächlich verstanden hat und anwenden kann. Insgesamt sehr gelungen und empfehlenswert. - Abigail Tucker
Katzen
(57)Aktuelle Rezension von: Helena89Die amerikanische Journalistin Abigail Tucker – selbst eine große Katzennärrin – geht in ihrem Werk „Der Tiger in der guten Stube“ der Frage nach, warum Katzen derartig beim Menschen beliebt sind.
Das in zehn Kapitel unterteilte Sachbuch ist äußerst abwechslungsreich. Zunächst geht Tucker der Evolutionsgeschichte der Katze nach und geht bis auf die Ursprünge der Katze-Mensch-Beziehungen zurück. So erfährt der Leser beispielsweise, dass nach neuesten Befunden unsere Hauskatze ausschließlich von der Falbkatze, einer Unterart der Wildkatze abstammt – der Felis silvestris lybica! Während Löwen heute „nur noch Relikte ohne Königreich sind“, hat sich „der kleine spaßige Bruder des Löwen, einst nichts weiter als eine Fußnote der Evolution zu einer wahren Naturgewalt aufgeschwungen.“ Das herausstechendste Merkmal dieser äußerst lieblichen Fußnote ist ihr „naturgegebenes Draufgängertum – eine Eigenschaft, die letztlich die Grundsubstanz für die Bindung zwischen Mensch und Katze bildet“.
In den weiteren Kapiteln erfahren wir, wie sich die Katzen auf dem ganzen Planeten ausbreiteten – vorzugsweise dank der Seefahrer – und viele Ökosysteme (zer)störten, da sie als reine Carnivoren ohne Spezialisierung eine große Bandbreite an Säugetieren, Vögeln und Insekten zu ihrer Beute machen können. So werden Hauskatzen zu den hundert besonders problematischen invasiven Arten gezählt. In Australien beispielsweise wurden Katzen von Wissenschaftlern zur größten Bedrohung der dort lebenden Säugetiere erklärt – sie seien weit gefährlicher als der Verlust von Lebensraum oder gar der Klimawandel. Aber gerade auch auf großen und kleinen Inseln, wo der Fluchtweg für die Beutetiere abgeschnitten ist, die sich zudem durch die sogenannte „Inselzahmheit“ auszeichnen, ist dieses Problem besonders groß. Im darauffolgenden Kapitel beschreibt die Autorin, wie der Mensch der stets wachsenden Hauskatzenpopulation Herr zu werden versucht – von Euthanasie bis hin zu der humaneren Methode der Kastration und anschließenden Freilassung (kurz TNR genannt) hat der Mensch ziemlich jeden Weg eingeschlagen. Diese Buchabschnitte sind wirklich schwer verdaulich und der Leser wird von einem Entsetzen ins andere geführt. Gott sei Dank gibt es immer wieder einen Lichtblick in Form der Menschen, die ihr Leben dem Tierschutz und der Forschung zwecks Verbesserung der Zustände widmen.
Von da an befasst sich das Werk mit Themen, die dem Leser bei der Anschaffung dieses Buches wohl eher vorgeschwebt haben: Die Autorin schreibt über die ersten und neuesten Katzenausstellungen, darüber wie man seine Wohnung nach Katzenvorstellung einrichten kann, über die verschiedenen Rassen und nicht zuletzt über den Internetsiegeszug, den Katzen davongetragen haben. So bestehe, Tucker zufolge, die große Internetpräsenz und -beliebtheit der Katze vor allem in der „ungewöhnlichen Mixtur aus menschenähnlichen Gesichtszügen und Ausdruckslosigkeit“, die dem Menschen die Freiheit erlauben, ihnen jedwede Gemütsregung dazudichten. Auch über Internetberühmtheiten wie Lil Bub, Grumpy Cat, Colonel Meow, Princess Monster Truck, Sir Stuffington und Hamilton the Hipster wird berichtet.
„Sie haben nicht nur Ökosysteme, Schlafzimmer und Hirngewebe vereinnahmt, sondern ganze Kulturen.“ – so Abigail Tuckers äußerst pointiertes Fazit. „Der Tiger in der guten Stube“ ist ein äußerst ansprechendes und informatives Sachbuch, das keine Frage mehr offen lässt. Aufgelockert wird das Ganze mit vielen Geschichten aus dem Privatleben der Autorin.
- Saskia Louis
Love and Hockey: Jack & Penny
(86)Aktuelle Rezension von: Tine04Bis jetzt der beste Band der Reihe. Die Art, wie sich Jack und Penny kennengelernt haben, war mega gut. Eine kleine geheime Affäre bringt die Spannung mit rein. Was die Eltern von Penny mit ihren Kindern machen, hat mich schockiert und ich hätte sie am liebsten geschüttelt. Wie können Eltern nur so sein?
- Sandro Scheid
Statistische Methoden in der Finanzwirtschaft: Methoden - Beispiele - Anwendungen
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Michael Lewis
Moneyball: The Art of Winning an Unfair Game
(3)Aktuelle Rezension von: DamonWilderMoneyball ist ein großartiges Buch über einen ungewöhnlichen Manager, ein ungewöhnliches Team und eine ungewöhnliche, neue Sicht auf einen faszinierenden Sport.
Ende der 90er explodieren die Preise für Baseballspieler in Amerika und kleine Teams, wie die Oakland Athletics, können mit den finanzkräftigen Teams in der Major League nicht mehr mithalten. Dank einer neuen Herangehensweise entdeckt der Manager der O's Billy Beane unterbewertete Talente, die preiswert und erfolgreich sind. Mehrmals schaft er es mit dieser neuen Methode in die Endrunde und stellt die Baseballwelt damit auf den Kopf.
Moneyball ist mehr als nur ein Baseballbuch. Es zeigt gekonnt die Veränderung im Sport auf: alte Methoden werden durch neue abgelöst und dabei müssen sich die Vertreter neuer Schulen gegen die althergebrachten durchsetzen. Es ist also auch eine Geschichte Alt vs. Jung, Tradition vs. Moderne und nicht zuletzt analoge Welt vs. digitale Welt. Moneyball erzählt aber auch die Geschichten vieler interessanter, ungewöhnlicher Menschen, die es in der "alten" Baseballwelt nicht geschafft hätten. Schwergewichtige Spieler, Werfer mit komischen Würfen und junge Männer mit psychologischen Problemen. - Aus diesem Haufen Außenseitern und "Verlierern" formt Billy Beane eine schlagkräftige Mannschaft. - Und hier erzählt das Buch dann sogar noch eine ganz klassische Sportgeschichte.
Moneyball ist ein äußerst unterhaltsames, kurzweiliges Buch, das leider nur in Englisch vorliegt. Und leider sind auch sehr gute Baseballkenntnisse gefordert, da sehr viele Begriffe aus diesem Sport verwendet werden. Wer sich die Mühe nicht machen möchte, sei an den sehenswerten und oscarnominierten Film mit Brad Pitt verwiesen. - 8
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