Bücher mit dem Tag "stephan harbort"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "stephan harbort" gekennzeichnet haben.

7 Bücher

  1. Cover des Buches Wenn Kinder töten (ISBN: 9783426301869)
    Stephan Harbort

    Wenn Kinder töten

     (52)
    Aktuelle Rezension von: ReadAndTravel

    Ein sechsjähriger Junge findet bei seinem Onkel eine Pistole und erschießt damit zwei Stunden später seine Klassenkameradin. Das Motiv: Sie hat ihm zugeflüstert, dass sie ihn nicht mag.
    Die Polizei überführt einen 13-jährigen Jungen, der zwei gleichaltrige Jungen auf dem Gewissen hat. Er wird zum jüngsten Serienmörder Deutschlands.
    Ein zwölf Jahre altes Mädchen tötet, gemeinsam mit ihrem Freund, Vater, Mutter und Bruder, weil ihre Familie mit der Beziehung nicht einverstanden gewesen ist.

    Mein erstes Buch von Stephan Harbort und definitiv nicht mein letztes. Ich hatte hohe Erwartungen an dieses Buch und sie sind vollkommen erfüllt worden. Das Buch hat mich sofort angesprochen. Es war sehr spannend geschrieben. Die Fälle waren sehr interessant und informativ. Jeder Fall war in sich sehr erschreckend und unvorstellbar. Es war auch als Anfänger von True Crime Sachbüchern gut und verständlich zu lesen. Ich hatte absolut keine Schwierigkeiten. Es gibt nichts zu meckern. 5/5 Sternen. 

  2. Cover des Buches Killerfrauen (ISBN: 9783426788660)
    Stephan Harbort

    Killerfrauen

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Miss-Tarantulas-Netzwerk

    🕷 Cover 🕷
    Wie für ein Sachbuch üblich ist das Cover eher schlicht gehalten. Rechts oben ist, passenderweise, das Portrait des Autors zu sehen und es sind außerdem zwei Hände bzw. deren Schatten zu erkennen. Die obere Hand scheint ein Messer zu halten. Auch wenn es nicht eindeutig zu erkennen ist, so soll es sich hierbei sicherlich um weibliche Hände handeln. Dies schließe ich aus dem Titel und den Inhalt des Buches. Das Cover ist damit passend zur Thematik gestaltet. 


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    🕷 Aufbau & Schreibstil 🕷
    ~ Erzähler Perspektive ~

    Kapitel
    Das Buch enthält 7 Kapitel (+ Vorwort, Nachwort, Kriminologie der Serienmörderin, Literatur).
    Die Kapitel werden nicht mit Zahlen, sondern mit passenden Überschriften eröffnet. Bevor dann mit der sachlichen Erzählung begonnen wird, finden wir noch einige aussagekräftige Textstellen.


    Atmosphäre
    Wie für ein Buch aus der True Crime Szene üblich, ist die Atmosphäre hier sehr sachlich und dennoch durch die Ereignisse auch ergreifend.

    Schreibstil

    Gewöhnlich sachlich und fundiert.


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    🕷 Mein Fazit & Bewertung 🕷
    Stephan Harbort.
    Nicht mein erstes Buch von diesem großartigen Autor und sicherlich auch nicht mein letztes.

    Wie üblich geht der Autor bei der Analyse der Täterinnen und dem damit verbundenen Tathergang äußert genau und nach einem zeitlichen Ablauf vor. Dadurch erfahren wir sowohl etwas über die Vergangenheit der Täterinnen, als auch über deren Gegenwart und das abschließende Urteil vor Gericht. Außerdem wird auch deren Psyche genaustens durchleuchtet. Studien untermauern seine Aussagen. Wenn Fachbegriffe aufkommen, werden diese vom Autor selbstverständlich erläutert. Abschließen bleibt keine Frage mehr offen.


    Das Buch zeigt den Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Tätern auf. Ja, hierbei gibt es tatsächlich einige Unterschiede. Auch wenn es selbstverständlich erschreckend ist, so ist es dennoch auch sehr interessant, wenn man einmal tief in die Psyche einer Täterin vordringen kann.

    Aus Respekt vor Opfer, Hinterbliebenen, Ermittlern und Autor gebe ich, wie immer, eine Bewertung von 5 von 5.  

  3. Cover des Buches "Ich musste sie kaputt machen." (ISBN: 9783548374796)
    Stephan Harbort

    "Ich musste sie kaputt machen."

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Babscha

    Joachim Georg Kroll, seinerzeit bezeichnet als „Menschenfresser von Duisburg“,  war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der prägnantesten Serienmörder Deutschlands. 1955, gerade zwanzig Jahre alt, startete er im Großraum Duisburg eine unbeschreibliche, bestialische Mordserie an jungen Mädchen und Frauen, die bis zu seiner Festnahme in 1976 andauern sollte. 1991 verstarb er in der Haft.      

    Der Autor Stephan Harbort, selbst bekannter Kriminologe und in der Beurteilung von Serienkillern und ihrer Psyche äußerst erfahren, stellt in seinem radikalen, dabei sehr analytisch und beklemmend aufbereiteten Buch mit der gebotenen und hier irgendwie auch erforderlichen Nüchternheit (denn nur so wird der ganze Schrecken überhaupt les- und verkraftbar) nochmal das Leben und „Wirken“ dieses unfassbaren Menschen dar.

    Neben der reinen Faktendarstellung überzeugt der Bericht vor allem durch die Transparenz, mittels der dem Leser tiefe Einblicke in die völlig verquere Gedankenwelt des Täters gewährt werden, eines von klein auf als Schwächling und Nichtsnutz von allen Seiten drangsalierten und verachteten grenzdebilen Mannes, der nie irgendwo Halt und Führung fand, zu Frauen demzufolge kein normales Verhältnis entwickeln konnte, im Laufe seiner Jugend psychisch immer mehr degenerierte und letztlich zu einem abartigen Triebtäter mutierte.

    Interessant ebenfalls die Schilderungen der mal akribisch, mal eher unzureichend betriebenen Fahndungsmethoden der Kripo zur damaligen Zeit mit ihren vom heutigen Standard noch weit entfernten Möglichkeiten und der teils kruden und engstirnigen Haltung von Behörden und Gerichten mit einer vollständigen Ausrichtung auf Bestrafung ohne wirkliche Würdigung forensischer Gutachten, wie sie auch zu Kroll erstellt wurden. Und natürlich über allem das schier unglaubliche Glück des Täters, der in einem regional begrenzten Raum über 20 Jahre lang seine Untaten begehen konnte, ohne gefasst zu werden.

    Ein hervorragend geschriebenes Buch, das allerdings eine mental extrem starke Leserschaft erfordert.   

  4. Cover des Buches Killerinstinkt (ISBN: 9783548374772)
    Stephan Harbort

    Killerinstinkt

     (38)
    Aktuelle Rezension von: mandalotti

    Am Anfang hatte ich etwas Probleme reinzukommen. Ich weiß nicht, ob es am Buch oder an mir lag. 

    Ab Kapitel 3 "Ein Vater sucht einen Mörder" war ich aber total gefesselt. Besonders diese Geschichte hat mich fasziniert und auch traurig gemacht, da ich diese Morde damals auch verfolgt habe und auch heute denke ich ab und zu mal noch daran und sehe immernoch das Fahndungsfoto vor mir. Leider war mir auch von Anfang an klar, wie dieses Kapitel ausgehen wird und leider sollte ich Recht behalten. 

    Auch die nächsten "Geschichten" waren spannend. Es ist schon interessant, die Menschen hinter dem "Monster" kennenzulernen. 


  5. Cover des Buches Die Maske des Mörders (ISBN: 9783426786062)
    Stephan Harbort

    Die Maske des Mörders

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Miss-Tarantulas-Netzwerk

    · • ● Inhalt eigene Worte ● • ·

    In diesem Buch beschreibt der Autor u.a. die Wechselbeziehung zwischen Täter und Opfer, die verschiedenen Opfertypen und Kriminalfälle aus der Sicht des Opfers & Täters.


    · • ● Cover ● • ·

    Das Cover zeigt eine Frau, schreiend, welche von einer männlichen Hand nieder gedrückt wird. Augenscheinlich ein Opfer dieses Mannes. Tatsächlich passt diese Szene auch zu einem Vorfall aus dem Buch. Damit sehr passend zum Inhalt und Titel.


    · • ● Schreibstil & Aufbau ● • ·

    ~ Ich-Erzähler Perspektive ~

    Vor jedem Kapitelbeginn werden passende Zitate, von bekannten Personen, wiedergegeben.

    Der Autor hat für das Buch Opfer und Täter interviewt und fügt diese, wenn den möglich, zusammen. Die Opfer Berichte sind dabei in "kursiv" Schrift abgedruckt und die Täter Bericht in der sonstig vorhandenen "normalen" Schriftart. So lesem wir ein und denselben Vorfall, aus der Sicht des Opfers und des Täters im Wechselspiel. Dies ist sehr passend, da der Autor in dem Buch ebenfalls die Wechselbeziehungen zwischen Täter und Opfer aufzeigen möchte. Das Buch enthält viele aufschlussreiche Studien, welche vereinfacht in Tabellenform dargestellt werden. Des weiteren sind Statistiken vorhanden und im Anhang befindet sich natürlich ein Quellenverzeichnis. Leider ist das Buch schon ein wenig älter und damit auch die Vorfälle und Statistiken.


    · • ● Mein Fazit & Bewertung ● • ·

    Ein Ereignis hat immer zwei Seiten und es ist überaus wichtig, beide Seiten zu betrachten, um das große Ganze verstehen zu können. Doch das kleinere Übel lässt sich eben nicht so gut verkaufen.


    Endlich. Auch wenn ich nur durch Zufalls auf dieses Buch gestoßen bin und die Vorfälle/Statistiken ebenfalls ein wenig älter sind, ist es eines der wichtigsten Bücher, die ich je gelesen habe! Es gibt unzählige Bücher über Serienmördern und noch mehr Nachrichten über diese in den Medien. Doch die wichtigste Seite wird dabei immer wieder außer acht gelassen: die Opferseite. Es verkauft sich eben nicht so gut. Umso wichtiger ist es, nun endlich mal die Scheuklappen abzunehmen und einen Rundumblick zu starten! Natürlich sind die Opfer nach einem Gewaltverbrechen traumatisiert. Ihr Leben und auch ihre Persönlichkeit ändern sich von Grund her. Während die Täter, meist, eine lebenslange Sicherungsverwahrung mit psychologischer Hilfe erhalten und versucht wird diese wieder gesellschaftsfähig zu machen, wird bei den Opfern weniger angewendet. Diese erhalten nur wenig psychologische Hilfe und werden somit alleine gelassen, während über den Täter noch ein Buch geschrieben wird. Auch nach der Verurteilung rühmen sich Täter mit ihren grausamen Verbrechen, während die Opfer sich still und leise zurückziehen. Die Opfer betteln nicht um Hilfe und versuchen, so gut es eben geht, damit alleine zu recht zu kommen. Das war/ist für mich einfach völlig unfassbar. Nicht nur die Täter sehen das Opfer als ein Objekt an, auch die Medien und teils ebenfalls der Staat. Natürlich ist es wichtig, die Serienmörder zu fassen und durch Studien/Gespräche solche Taten eventuell in Zukunft verhindern zu können, selbstredend, aber man sollte doch den Opfern mehr Aufmerksamkeit schenken, als den Tätern oder? 

    Das Buch zeigt die Wechselbeziehung zwischen Täter und Opfer auf und gibt einen Überblick, über die verschiedenen Opfertypen. Wichtige Statistiken unterstreichen die Aussagen des Autors.

    Das Buch hat mich sehr aufgewühlt und war viel schwieriger zu lesen, als z.B. ein Buch in denen es "nur" um die Täter geht.

    Wichtige Lektüre, um nicht genauso grausam und einäugig zu werden, wie die Medien.


    Wie immer, aus Respekt vor Opfer, Hinterbliebenen, Ermittler und Autor, 5/5.

  6. Cover des Buches Das Hannibal-Syndrom (ISBN: 9783492958141)
    Stephan Harbort

    Das Hannibal-Syndrom

     (87)
    Aktuelle Rezension von: Raven
    Das Buch "Das Hannibalsyndrom" von Stephan Harbort ist mit 352 Seiten über Militzke Verlag als Hardcover erschienen.
    Als Taschenbuch und Ebook wurde es über Piper verlegt. 


    Das Hörbuch ist ungekürzt 14 Stunden und 18 Minuten lang und über Audible hörbar.


    Der Hörbuchsprecher hat eine etwas gewöhnungsbedürftige Stimme. 


    In diesem Buch werden reale Serienmörder und Fälle beschrieben.


    Ich fand das Buch sehr sachlich, interessant und spannend. Ohne zu beschönigen oder zu übertreiben werden Serienmörder aus Deutschland unter die Lupe genommen. Dabei wird im Detail über ihre Taten und ihre Lebensgeschichte und ihre Besonderheiten berichtet.  Es werden sehr tiefgehend die einzelnen Fälle abgehandelt. Als Leser war ich steht's fasziniert, interessiert und konnte einige neue Gedanken zum Thema und Sichtweisen gewinnen. 


    Fazit: Reale Fälle werden bis ins Detail sehr spannend und interessant beschrieben. Absolute Leseempfehlung! 
  7. Cover des Buches 100 Prozent tot (ISBN: 9783770041343)
    Stephan Harbort

    100 Prozent tot

     (10)
    Aktuelle Rezension von: RalfEbersoldt

    Wenn wir lesen, dass eine Straftat gegen Menschenleben oder gegen die Menschenwürde begangen wurde, wobei ja meist noch andere Straftaten mit begangen werden, dann haben wir eine Vorstellung davon, was dem Täter so alles als Strafe blühen sollte.


    Alle Bedienstete von Strafverfolgungsbehörden sehen nur die Spitze des Eisberges: nämlich den Anfang vom Ende eines  scheinbar integrierten Menschen. Trotz ihres Studiums (Jura, Psychologie, u.a.) müssen sie mithilfe vieler wissenschaftlicher Beweise der Tat zusammentragen.

    Das Täterprofil ist nicht im Ganzen relevant, sondern alles, was zur Tat passt. An der Leiche wurde Speiseeis gefunden? Dann wäre die Eissorte in Verbindung mit dem Täter interessant. Welche Musik er generell hörte, könnte nur bei exzessiver Gewalt ein Indiz sein. Deswegen sind aber nicht alle Heavy-Metal-Freaks gewaltbereit, eher die wenigsten. Zwar hat es in der Vergangenheit wenige Gewalttäter gegeben, die mit Autismus und/oder Legasthenie (Lese- oder Schreibschwäche) geboren waren, deswegen sehen aber noch immer nicht alle Schriftsteller gleich aus. Aber: »Guck mal, wie der schon aussieht...!«


    Und wehe dem, die Medien berichten von einer verkorksten Kindheit. Dann fühlen sich viele nämlich selbst lebenserfahren genug, um urteilen zu können oder vielmehr, um sich selbst und die eigenen Erfahrungen über andere zu stellen.

    Lasst uns gemeinsam schauen, ob meine Vermutung stimmt. Und lasst uns gemeinsam herausfinden, ob wir mit den Erfahrungen des Täters mithalten könnten. Achtung, TRIGGERWARNUNG!




    Der Kriminalhauptkommissar Stephan Harbort ist 1964 in Düsseldorf geboren. Nach dem Abitur 1984 absolvierte er eine Ausbildung bei der Polizei, danach ein Studium, welches er 1993 mit dem Verwaltungs-Fachwirt an der FH abschloss.

    Im Jahr 1994 begann er mit seinen Arbeiten im Bereich Operative Fallanalyse, ab 1997 mit Schwerpunkt Serienmörder. Seine Aufsätze und mehr als 20 Fach- und Sachbücher sind auch international bekannt.


    Sein Buch »Zu hundert Prozent tot« beschäftigt sich in einzig mit einem Serienmörder, dem späteren »Phantom von Grunewald« (Berlin),weil dessen Taten schon alleine in der Menge, und natürlich auch in der Art der Begehung, grausam sind.

    Mit Anhang insgesamt 320 Seiten, erschienen 2010 im Droste Verlag GmbH in Düsseldorf.


    Das spätere »Phantom....« wurde im Jahr 1960 in Altenbochum geboren. Zum Zeitpunkt seiner Geburt arbeitete seine Mutter als Näherin in einer Schneiderei. Nach Geburt jobbte sie gelegentlich als Putzfrau, denn die Kredite des Hauses wollten bedient werden, und sie verwaltete die Finanzen. Sie war übergewichtig und galt als hässlich.

    Der Vater war drei Jahre jünger als seine Frau und arbeitete unter der Woche als Berufskraftfahrer. Außerdem war er an den Wochenenden bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, aus beiden Gründen stand er hinten an, er wurde nur als starke Hand gebraucht. Die eigentliche Erziehung war Aufgabe der Mutter.

    Mit im Haus wohnten die Großeltern des Jungen.


    Seine ersten Monate verlieben reibungslos, er war der Sonnenschein. Im Alter von 14 Monaten schnitt sein Gescht allerdings Grimassen, lief blau an, und er bekam Fieber, Schütteldrost hatte Schaum vor`m Mund. Der Arzt, der Hausbesuche machte, konnte zwar nichts finden, sagte aber, das würde schon wieder werden, Bettruhe sei nun wichtig.

    Zunächst, so war man sich sicher, würden keine Veränderungen zurück bleiben. Im kleinkindalter überkam ihn erneut ein Anfall, diesmal noch schlimmer, mit Atemnot, Schüttelfrost, Fieber und schaumigem Speichel vor dem Mund. 

    Nach einer Untersuchung in einem Krankenhaus diagnostierte man bei ihm eine Meningitis als Folge einer Hirnhautenzündung. 


    Bereits als Kleinkind bettelte er bei seinen Eltern auf subtile Art nach Liebe und nach Anerkennung. Zum Beispiel steckte er einmal seinem Vater ein Auto in die Brotdose, die er zur Arbeit mit nahm. Wenn der Bub etwas nicht verstand und aufsässig wuirde, war die führende des Vaters gefragt: dieser prügelte den Jungen bereits als Kleinkind mit einem metallüberzogenen Lederriemen. Anstatt, dass die Mutter dem Jungen half, war ihr Kommentar »Ich will dich nicht mehr sehen!« 


    In der Schule kam er anfangs recht gut mit, war unter den Besten seiner Klasse. Dies war jedoch der Mutter zu verdanken, die oft stundenlang mit ihm nach der Schule büffelte. Auch sonst verstand er nicht sehr viel und er war sein Leben lang ein Abgestoßener. Er beschränkte sein Wissen bereits früh auf bestimmte Themen. Was ihm nicht lag, ließ er außen vor. Und wer ihn nicht mochte, den konnte er nicht leiden.

    Auch mit dem Alter wurde er immer aufsässiger. Er begann zu stehlen und im Alter von 9 Jahren fand er Gefallen an Kindern, die jünger waren als er – sie empfanden ihn als schlau, sie konnte er für eigene Zwecke manipulieren. 


    Im Alter von 10 Jahren stahl er reihenweise Fahrräder. Außerdem erpresste er einen örtlichen Blumenhändler um 1 Million D-Mark. Der Täter war binnen weniger Tage ausgemacht. Die Beamten brachten einen handschriftlich geschriebenen Erpresserzettel mit, den er vorlesen und anschließend selber schreiben sollte. Seine Antwort: »Warum? Den habe ich doch schon geschrieben.«

    Die Idee dazu hatte er aus dem Fernsehen. Die Prügel dazu bezog er vom Vater. Durch die bereits jahrelangen Gewaltexzesse wurde sein Drang, der Täter anstatt das Opfer zu sein, immer stärker. Vor allem wegen der permanent verschmähten Liebe, die er ständig erfuhr.


    Im Jahr 1976 landete er wegen seines Verhaltens in der Jugendpsychiatrie und bedrohte dort eine 12-jährige, auch sexuell. Für diese Tat lockte er sie in eine nahe gelegene Hütte. Er nötigte sie, sich auszuziehen, ansonsten werde er sie »zusammenhauen«, wie er später sagte. Anschließend streichelte er ihr Brüste und verbrannte sie mit Zigarettenglut..

    Eigentlich sollte er an diesem Tag für ein paar Tage nach Hause in Urlaub fahren dürfen. Als der Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie bei den Eltern anrief, weinte der Täter.


    Zwischenfrage: Liest eigentlich noch jemand mit?


    Als er 12 Jahre alt war, wurde er vom Auto angefahren und erleidet einen komplizierten Schienbeinbruch, der ihm einen wochenlangen Krankenhausaufenthalt bescherte. Auch dort onanierte er notorisch, bis sein Glied irgendwann wundgescheuert war. Eine Krankenschwester nahm sich seiner an und rieb ihm die wund geriebenen Stellen mit Salbe ein.


    Als 18-jähriger, ausgestoßen und gesellschaftlich geächtet, stieg er als Anhalter zu einer Unbekannten ins Auto. Sie trug lange, blonde Haare, er schätzte sie auf etwa Ende 20 Jahre alt. Er stellte sich vor, wie er sie in den Wald zerrt und vergewaltigt.

    Zitat aus dem Buch: »Als sie einige hundert Meter gefahren sind, ist weit und breit kein Mensch zu sehen. Jetzt müsste er die Frau nur noch dazu bringen, den Wagen abzuschalten, sie vergewaltigen und über sie herfallen. Doch er tut nichts dergleichen. Erst einmal abwarten, entscheidet er.

    Er besitzt noch immer nicht die notwendige Kaltblütigkeit, den unbedingten Willen, diese vorfantasierte Tat auszuüben,

    Er ist aber auch ein wenig erleichtert, dass es nicht dazu gekommen ist. Allerdings berauscht er sich auch nach Wochen noch daran, es ketztlich doch getan zu haben.«


    Ein weiteres Zitat aus dem Buchtext, welches sehr viel über seine Persönlichkeit aussagt:


    »Anonymität ist für ihn eine zwingende Vorbedingung, um sich in die Rolle des Täters hineinzufinden und dies auch durchhalten zu können. Sobald er das Opfer nicht verdinglichen kann und er mit vollem Namen in Aktion treten soll, geht nichts mehr.«

    Seine größte Angst bei den Taten war schon immer, dass er mal eine nicht komplett »tot gemacht« hatte, wie Harbort ihn im Buch zitiert.


    Selbst nachdem er im Alter von 20 Jahren mit bestandenem Gesellenbrief als Maurer wieder im Elternhaus einzieht, wird er bevormundet. Über eine Bekannte seiner Eltern erfuhr er, dass er in Berlin mehr verdiene als im Ruhrgebiet, außerdem könne er dort den Zivildienst verweigern. Er wollte schon immer von daheim weg.

    Ende Mai 1981 sein erster nicht erzwungener und nicht bezahlter Sex,. Mit einer Frau, die er im »Tanzpalast«, seinem neuen Arbeitgeber, kennen lernte. Zum ersten Mal kein Verlangen nach Gewalt. Doch am nächsten Morgen bat diese Frau ihn, ihren Sohn zu akzeptieren. Er flüchtete.


    Ab dann musste er sich monatelang mit One-Night-Stands begnügen. Und im September 1981 vergewaltigte er eine junge Frau, die sich losreißen konnte. Vier Stunden nach der Tat war er erneut unterwegs und überwältigte auf der Straße eine südkoreanische Studentin. 


    Die Frauen, die er bei seinem Arbeitgeber traf, waren für ihn Tabu. Doch irgendwann lernte er dort eine bildhübsche Frau kennen, die ihn allerdings von Beginn an ablehnte. Er probierte es wieder und wieder, sie wollte noch nicht mal von ihm nach Hause gebracht werden. Doch irgendwann gab sie nach und sie wurden ein Paar. Sie brachte einen Sohn mit, er glaubte, so etwas wie eine Familie zu haben. Dabei war er für sie nur eine Affäre.

    Nach nur drei Monaten veränderte sich ihr Verhältnis zueinander zusehens. Er schmierte dem Jungen morgens die Brote, sie blieb liegen. Er wusch ab, sie nicht. Auch ihre Körperpflege vernachlässigte sie. Man schwieg sich nur noch an, Beziehungsprobleme, geschweige die Bewältigung davon, waren ihm fremd. Nach wenigen Wochen packte er einfach seine Sachen und ging. Sie wurde nicht sein einziges Opfer.


    Und? Hatte dieser Mann mehr als zu viel erlebt oder nicht? Er kannte seit frühester Kindheit nichts außer Schläge. Seinem Vater war er zu weiblich. Als er einmal als Kind aus Schuhkartons einen Kaufmannsladen aufbaute und stolz seinem Vater vorführen wollte, bekam er Prügel und gesagt, dies sei Mädchenkram.

    Er hatte viel erlebt. Vor allem von früh an und wenig Liebe. Niemand wird als Mörder geboren. Uns, die in Freiheit leben (übrigens unser dritthöchstes Rechtsgut), stehen sowohl Bürgerrechte als auch Menschenrechte zu (siehe Grundgesetz). Menschrechte (wie z.B. Menschenwürde) gelten auch im Gefängnis. Doch dafür möchte ich wieder dem Experten das Feld überlassen.


    Zitat aus dem Vorwort :


    »Ich muss gestehen, dass mich das Schicksal dieses Mannes und das seiner Opfer tief berührt haben. Er ist ein Paradebeispiel dafür, dass Menschen in fatale Lebenssituationen geraten können, die sie ohnmächtig erttragen müssen und für deren lebensgeschichtliche Konsequenzen sie nicht verantwortlich gemacht werden dürfen.

    Danach gilt dieser Mann auch in juristischem Sinne zu Recht als Straftäter, der unaussprachliches Leid über seine Opfer und deren Familien gebracht hat, vor dem wir geschützt werden müssen. Auch heute noch.

    Wir können es uns einfach machen, und ihn genauso behandeln, wie man zeitlebens mit ihm verfahren ist: ignorieren, ausgrenzen, vergessen.Doch damit würden wir auch das Schicksal jener Frauen missachten, die ihm zum falschen Zeit am falschen Ort begegneten und getötet wurden oder sonst seelischen Schaden davontragen. Und wir würden abermals den Fehler begehen, Täter und Tat gleichzusetzen, ihn auf seine Verbrechen zu reduzieren.«



    Mit besten Empfehlungen
    Ralf Ebersoldt

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