Bücher mit dem Tag "sticken"
12 Bücher
- Lenka Hornakova-Civade
Das weiße Feld
(15)Aktuelle Rezension von: SarangeZur Autorin:
Lenka Horňáková-Civade wurde 1971 in der Tschechoslowakei in der Provinz Mähren geboren und wanderte 1991 nach Frankreich aus. Sie studierte an der Sorbonne Ökonomie und Philosophie. Heute lebt sie als Malerin und Schriftstellerin in Südfrankreich. Das weiße Feld ist ihr erster in französischer Sprache geschriebener Roman.
Zum Buch:
Sie heißen Magdalena, Libuše und Eva und teilen dasselbe Schicksal: Sie wachsen jeweils ohne ihren leiblichen Vater auf. Aber statt an diesem Schicksal, das in den Augen ihrer Umgebung ein regelrechter Makel ist, zu zerbrechen, entwickeln sie jede auf ihre Art einen unbändigen Freiheitswillen (...)
Mehr möchte ich vom Verlagstext (Quelle: amazon.de) nicht übernehmen...
Der Roman setzt, mit einigen Rückblenden, in den späten Vierzigern des letzten Jahrhunderts an und spielt hauptsächlich in einigen mährischen Dörfern, also in der damaligen Tschechoslowakei. Im ersten Erzählstrang ("Magdalena"), in dem es sich auch viel um das Leben ihrer Mutter Marie dreht, wird sehr eindrücklich dargelegt, was für ein Unrecht und Unglück die Beneš-Dekrete über die Menschen in den Dörfern brachten. Hier geht es nicht nur um die deutschstämmigen Bauern und Gutsbesitzer, die bekanntlich vertrieben wurden, sondern auch um die tschechische Bevölkerung, der im Zuge der Kollektivierungen alles, was man mal ein bisschen mehr besaß als andere, einfach entschädigungslos weggenommen wurde. Aus den Erzählungen meiner Eltern und Großeltern sind mir ähnliche Vorgänge auch aus der frühen DDR bekannt.
Über mehrere Generationen hinweg werden nun die Geschichten der Protagonistinnen entfaltet, die vertraut und geliebt, dafür aber oft nur perfiden Verrat empfangen haben, gesellschaftlich ausgegrenzt wurden, sich mit ihren unehelichen Kindern aus eigenen Kräften durchschlagen und teilweise mehrmals im Leben komplett neu anfangen mussten. In schönen Bildern und Gedanken werden ihre Wünsche und Träume dargelegt, ihre Ängste, enttäuschten Hoffnungen - und die oft höchst erstaunlichen Wendepunkte, die nicht selten mit unerwarteten und für die Frauen schicksalsbestimmenden politischen Verwerfungen verknüpft sind. Dabei spannt die Autorin den Bogen bis in die Zeit Gorbatschows mit ihren das Ende des Sozialismus verheißenden Lichtblicken. Auf beklemmende Weise fängt sie dabei immer wieder die berechtigten Ängste der Menschen im Kleinen wie im Großen ein - vor den Folgen des ganz privaten Liebens wie vor den oft nicht einschätzbaren politischen Umbrüchen, vor wirtschaftlichen Notlagen in der Familie wie vorm Eindringen der sozialistischen Ideologie bis in die letzten Winkel der Privatsphäre. Sehr bedrückend war es für mich, wie der Roman Erinnerungen an die angestrebte Gleichschaltung der Menschen im Sozialismus weckte und an die Einschränkungen, die das Leben hinterm Eisernen Vorhang mit sich brachte, wo man nur noch im Verborgenen ein wenig man selbst sein konnte und viele Träume besser unterdrückte, um sich nicht ständig dem Schmerz auszusetzen, sie sowieso begraben zu müssen.
Die teils grausamen und absurden Auswüchse der sozialistischen Ideologie zeigen sich in vielen tragischen Schicksalswendungen nicht nur der Hauptfiguren, sondern auch in deren Umfeld, was im Libuše-Strang, der aus der Perspektive des Kindes geschrieben ist, von der Autorin auf geschickte Weise oft nur angedeutet oder in Form einiger wohldosierter Details ins Geschehen eingeflochten wird - erwachsene LeserInnen können sich dann den schlimmen Rest der jeweiligen Geschichte denken.
Lediglich der 3. Strang um Eva konnte mich nicht mehr so recht packen - zu schnell ist die Autorin m.E. schon durch den Libuše-Strang gehetzt, durch den ich am Ende streckenweise nicht mehr durchgeblickt habe. Hier wurde es mir zeitweilig auch ein wenig zu melodramatisch, und vor allem hat es mich genervt, dass die Autorin manche Informationen vor den LeserInnen künstlich verschleiert hat, um wohl mehr Spannung zu erzeugen. So etwas funktioniert bei mir allerdings nicht.
Dennoch habe ich auch die letzten Kapitel des Buches gern gelesen.
Bei allen melancholischen Stimmungen und dramatischen Lebensgeschichten, gelingender wie scheiternder Mutterschaft und Vaterschaft ist dies dennoch nicht nur ein trauriger Roman, sondern auch eine Hymne an das Leben und Überleben unter schwierigen Bedingungen, an Liebe und Hoffnung und an Momente des Glücks, die manchmal jahrelanges Leid aufwiegen können, wenn man schafft, sie wahrzunehmen und zu genießen. Falls ich den französischen Originaltitel mit "Sonnenschauern" richtig übersetze, spiegelt sich in diesem Wortspiel die Ambivalenz der Geschichte mit ihren schönen und berührenden Momenten in einem oft lebensfeindlichen Umfeld viel passender wider.
Leider gibt es auch in diesem Buch wieder etliche Fehler seitens des Korrektorats.
Gesondert erwähnen möchte ich noch die vielen Darlegungen zur Kunst des Stickens und wie diese mit der Handlung verwoben - oder verstickt - sind. Da werden generationenalte Handarbeitstraditionen gepflegt und dienen noch in Zeiten zum Überleben, wo man sich die traditionellen Motive erst von einem sozialistischen Komitee genehmigen lassen muss...
"Das erste Mal, dass man mir erlaubte, Bänder zu tragen, die ich selbst bestickt hatte, war bei der Hochzeit von Magdalena, meiner Mama Magdina. Das war kurz vor meinem siebten Geburtstag, und ich hatte schon einige Garnspulen aufgebraucht. (...) Ich kannte viele Motive, die ich schon an kleinen Servietten ausprobiert hatte.
Einige davon bewahrte ich wie Kostbarkeiten in einer bemalten Holzschachtel auf, zu der nur ich einen Schlüssel habe. Mama Magdalena hat sie mir geschenkt, es ist ein Geschenk zur Geburt. Sie ist meine Schachtel für Geheimnisse, für Träume, für frohe Momente. Ich muss sie regelmäßig leeren, um Platz zu schaffen, denn ich lege Papierzettel mit meinen Wünschen hinein, die nie in Erfüllung gehen.
Es macht mir Spaß, diese Wünsche aufzuschreiben und wieder zu lesen, und es macht mir Spaß, die Papierstücke danach zwischen meinen Fingern zu zerknüllen, sie wieder auseinanderzufalten und dann in tausend Stückchen zu zerreißen. Dann lege ich diese Überbleibsel von Träumen und Wünschen in meine Handfläche und puste sie an. Alles fliegt davon. Wenn das Papier gut zerknüllt ist und die Stückchen wirklich klein sind, dann drehen sie sich sanft im Fallen und formen hübsche Arabesken wie beim Sticken. Es sieht aus, als würden sie glänzen. Zum Schluss fege ich alles zusammen."(S.84f. im eBook)
Trotz der oben dargelegten Kritikpunkte war der Roman für mich ein Highlight, das mich persönlich auf vielen Ebenen angesprochen hat. Nachdem ich ihn als eBook aus der Onleihe gelesen hatte, wurde gleich noch die Printausgabe für das heimische Bücherregal angeschafft und ich freue mich schon jetzt auf ein Reread, irgendwann in ein paar Jahren... - Tatjana Kruse
Kreuzstich Bienenstich Herzstich
(91)Aktuelle Rezension von: steffi_liestDieses wirklich lustige Buch hat mich überzeugt die Reihe weiter zu lesen.
Siggi Seifferheld und sein Harem erleben so einiges. Vorallem komische Dinge vermischt mit ermittlerischen Tätigkeiten eines Vorruhekommissars oder wieder Kommissar? Das weiß man nie so recht. Dieses Buch ist wirklich witzig. Jede Zeile ein wahres Bouscue Rezept. Und nicht zu vergessen. Es wird gestickt, Kissen, mit allen möglichen Aufschriften. Ich persönlich, selbst ein Sticker, fand das natürlich grandios. Auch Hund Onis und die Seifferheld Weiber schließt man schnell ins Herz. So herzhaft habe ich bei einem Buch lang nicht mehr gelacht und das mit einem Krimi verbunden. Perfekt.
Der Schreibstil ist wirklich toll und komisch. Aber im positiven Sinne.
Ich freue mich auf Band 2.
- Tracy Chevalier
Violet
(82)Aktuelle Rezension von: AmilieDer Roman erzählt die Geschichte von Violet, die es nach dem Tod ihres Verlobten wie viele alleinstehende Frauen in England nach dem Ersten Weltkrieg wahrlich nicht leicht hat.
Trotzdem erfährt man, wie sie ihr Bestes gibt und den Mut nicht verliert. Sie macht immer weiter und ist dabei so genügsam, dass es teilweise schon ein bisschen wehtut.
Durch ihre Tätigkeit bei den Stickerinnen und ihrer "Affäre" mit einem Glöckner wird das Lesen auch noch ein bisschen lehrreich und schafft so ein ganz eigenes Lebensgefühl. Während dem Lesen hatte ich das Gefühl, ganz nah an Violet und ihrem Leben dran zu sein.
Ein schöner, aber vielleicht doch nachdenklicher Roman, den zu lesen sich wirklich lohnt!
- Tatjana Kruse
Nadel, Faden, Hackebeil
(55)Aktuelle Rezension von: supersusiSiggi Seifferheld, pensionierter Polizist erfährt von dem Mord an dem selbstherrlichen Landtagsabgeordneten Lambert von Bellingen und fängt an Nachforschungen zu betreiben. Kurz darauf wird auch noch die Geliebtes des Toten mit völlig zertrümmertem Gesicht erschlagen aufgefunden.
Natürlich will man wissen, wer der Mörder ist, aber das steht hier nicht im Vordergrund, sondern Siggi und sein chaotischer Haushalt. Da gibt es die ledige Schwester, die ihm den Haushalt führt, seit er verwitwet ist, die Tochter, die bei der Bank arbeitet und mit seinem Physiotherapeuten zusammen ist, seine Nichte, die durch ihre Tierschutzaktionen u. ä. ständig mit der Polizei in Konflikt ist und deren Freund, nebst dessen kleinem Bruder, der nur Blödsinn im Kopf hat. Siggi stolpert ständig in prekäre Situationen, die seiner Freundin gar nicht gefallen, dann droht aufzufliegen, dass er eine heimliche Leidenschaft für´s Sticken hat, eine in seinen Augen ganz unmännliche Tätigkeit, desweiteren wurde sein Kochkurs bei der VHS hinter seinem Rücken bei einem Wettbewerb angemeldet, wobei keiner der Herren wirklich kochen kann und letztendlich ist es ihm furchtbar peinlich, dass sein Hund mit einem rosa Spielzeug herumläuft. Und seine Schwester Irmi birgt irgendein Geheimnis.
Das Buch lebt von seinen Charakteren. Und Siggi wächst einem richtig ans Herz mit seinen diversen Nöten. Manches ist zum Schmunzeln, manches wirklich komisch, aber vor allem ist es irgendwie schön zu lesen. Mich hat das Buch sehr amüsiert und ich starte gleich mit dem nächsten aus der Reihe. So ein paar Cosy-Krimis zwischendurch ist auch schön.
- Michèle Brunnmeier
Natürlich
(1)Aktuelle Rezension von: Buechergarten》INHALT:
Die Natur ist eine Künstlerin...
...und die Natur schenkt uns in großzügiger Weise all das, was wir brauchen, um uns wohlzufühlen und auch unser Zuhause wohlig schön zu gestalten. Michèle Brunnmeier und Stephanie Friedrich, zwei stilbewusste Designerinnen und leidenschaftliche Gärtnerinnen, lassen sich beim Handarbeiten und Gestalten gerne von der Natur inspirieren. In ihrem ersten gemeinsamen Buch verbinden sie nun ihre kreativen Impulse und geben, unterstützt von Eva-Maria Walle von www.plantawalle.org, zudem auch Anzucht- und Anbautipps. Aus Kräutern und Blumen im Zusammenspiel mit anderen Materialien und in zeitlosem Design entstehen so behagliche Wohlfühl- und Wohnaccessoires, heilsame Wickel und duftende Balsame, kostbare Badezusätze, feines Räucherwerk, edle Aroma- und Blütenkerzen, Gestricktes aus natürlich gefärbten Garnen und vieles andere mehr, was Körper, Geist und Seele stärkt und beglückt.
》EIGENE MEINUNG:
Bei „Natürlich“ hat mich ganz klar das wunderschöne Cover angelockt! Die natürlichen Farben, die schlichte Schönheit – ich bin begeistert. Hinzu kommt, dass sich die außergewöhnlich schönen, stimmungsvollen und zum Nachmachen anregenden Fotografien durch das komplette Buch ziehen! Einfach toll!
Schon beim ersten Blick ins Inhaltsverzeichnis hat mir mein e-Book auf jeden Fall eines gezeigt: In diesem Buch steckt so viel mehr, als zu vermuten wäre! Besonders gefallen haben mir dabei die Kapitel zum Färben, zur Kerzenwerkstatt, den ätherischen Ölen sowie der Körper- und Sinnespflege. Auch einige Nähstücke interessieren mich, allerdings muss ich mir durch die elektr. Schnittmuster hier erst einen Plan zu Recht legen.
In den vielfältigen Kapiteln finden sich interessante Fakten, Tipps, Tricks, Anleitungen, Ideen, Anwendungsbereiche, Varianten, Techniken, Eigenschaftenbeschreibungen, Erfahrungswerte, Rezepte uvm. Etwas zu kämpfen hatte ich mit der teils sehr kleinen Schrift und einigen Rechtsschreib-/Zeichensetzungsfehlern.
Inhalt:
- Der Anfang und der Anbau von Kräutern
- Kräuter und Blüten trocknen
- Augen- und Gaumenschmaus mit Blüten und Kräutern
- Mit Kräutern und Blumen färben und drucken
- Räuchern mit Kräutern und Blumen
- Kerzenwerkstatt
- Nähen mit Kräutern und Blüten
- Meditieren mit Kräutern
- Wohlfühl-Accessoires
- Wickel und Auflagen im Alltag
- Ätherische Öle
- Duftende Körper- und Sinnespflege
Ein ausführlicher Anhang mit Schnittmustern, (Bezugs-)Quellen, weiteren Hinweisen, Dankeschön, Autorinnenporträts und Imperessum schließen das Buch ab.
》FAZIT:
Wunderschöne Gestaltung, vielfältiger Inhalt, anregende Ideen, Rezepte, Hintergrundwissen uvm.
- Zélia Smith
Das Dschungel-Stickbuch
(14)Aktuelle Rezension von: Sandra8811Wie kam ich zu diesem Buch?
Ich habe dieses Buch als Vorstellung einer Leserunde auf LovelyBooks gesehen und fand das Thema Dschungel und Sticken sehr interessant.Cover:
Das Cover zeigt eigentlich gut den Inhalt und dessen Thema. Es geht um Stickwerke rund um das Thema Dschungel. Mir ist es direkt ins Auge gesprungen.Inhalt/Vielfalt der Anleitungen:
In diesem Buch befinden sich Angaben zu Materialen und Zubehör, ein kleiner Stickkurs sowie Vorlagen für 35 verschiedene exotische Pflanzen und wilde Tiere.Anleitungsaufbau:
Anleitung kann man hier nicht direkt sagen, da es sich immer um jeweils ein Foto des fertigen Motives, eine Vorlage, sowie Kommentaren zu Farbe und wo die Stiche zu finden sind, handelt. Alle Vorlagen sind für runde Stickrahmen-Motive. Nur wenige, z.B. der Elefant oder die Schlagen eignen sich auch zum Sticken auf andere Dinge als auf Stickrahmen-Bildern.Verwendete Materialien:
Bei den Stickgarnen wird im Buch DMC verwendet und auch die Nummern in den Anleitungen beigefügt. Dennoch ist man sehr unabhängig von den Herstellern. Es wird gut beschrieben, welche Stoffe sich eignen und wie die einzelnen Motive auf das zu bestickende Material kommen. Wie bereits beim Anleitungsaufbau beschrieben, benötigt man je Motiv einen Stickrahmen.Herstellschritte:
Die Herstellschritte werden je Anleitung nur in immer den gleichen 2 Sätzen beschrieben. Diese enthalten aber nur Verweise auf den kleinen Stickkurs zu Beginn des Buches.Meine Meinung:
Das Buch ist meiner Meinung nicht für Anfänger geeignet, da man schon ein bisschen Ahnung von Sticken haben sollte. Das ständige hin und her blättern war für mich sehr umständlich und sorgte auch an der ein oder anderen Stelle für Frust. Ich bin kein direkter Stickanfänger mehr (Kreuzstich kann ich mittlerweile sehr gut), aber ich musste dennoch immer wieder nachsehen. Auch würde es mir besser gefallen, wenn die Anleitung detaillierter wäre, sowie die Vorlagen zum Kopieren entweder separat in einem Bogen oder im hinteren Teil des Buches. Besonders schade fand ich jedoch, dass es sich ausschließlich um Motive für den Stickrahmen handelte. Ja man kann einzelne Motive auch auf anderen Unterflächen sticken, aber bei z.B. der Giraffe geht es eher nicht.Fazit:
Das Buch frustrierte mich mehr, als dass es mich erfreute. Es ist sehr schade, aber ich habe nur 2 Motive gestickt (bzw. das zweite nur angestickt) und seitdem liegt es nur da und ich will nicht weitermachen. Das Blättern von der Vorlage zur Anleitung störte sehr. Das Buch sieht nach den wenigen Kopierereien auch schon etwas aus, da es in der Mitte eher auseinanderfällt. Kann es daher nur Stick-Erfahrenen empfehlen. - Tatjana Kruse
Finger, Hut und Teufelsbrut
(37)Aktuelle Rezension von: supersusiDieser Krimi lebt von seinen witzigen charmanten Charakteren. Das eigentliche Verbrechen ist eher Nebensache. Eine junge Inderin wendet sich hilfesuchend an den ehemaligen Kommissar Siegfried Seifferheld. Sie sagt, sie habe eine Nachricht von ihrem Vater erhalten, dass der indische Kulturattaché entführt werden soll. Seither habe sie keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater aufnehmen können. Dieser sei vielleicht auch entführt worden.
Natürlich will man wissen, was es mit den Indern auf sich hat, aber das, was das Buch ausmacht, sind Siggi und sein chaotischer Haushalt. Da gibt es seine Schwester, bislang eine alte Jungfer, die nun frisch verheiratet ist und kurzerhand wieder bei ihm einzieht, weil ihr Gatte auf einer Mission in Afrika weilt, seine Freundin MaC, die eifersüchtig auf alle möglichen anderen Damen ist, seine Nichte, die herauszufinden versucht, wieso sie ein chinesisches Baby bekommen hat und die junge Inderin, die erstmal zum Schutz miteingezogen ist. Dann hat Siggi`s Schwiegersohn noch Stress mit seiner Tochter, seine Kochgruppe ist aufgelöst und nachdem er sich als leidenschaftlicher Sticker geoutet hat, soll er nun im Radio auftreten und eine Sendung über´s Sticken machen. Da hat er gar keine Zeit, sich um den Kulturattaché zu kümmern.
Das Buch lebt von seinen Charakteren. Und Siggi wächst einem richtig ans Herz mit seinen diversen Nöten. Manches ist zum Schmunzeln, manches wirklich komisch, aber vor allem ist es irgendwie schön zu lesen. Mich hat das Buch sehr amüsiert und ich würde am liebsten gleich das nächste aus der Reihe lesen. So ein paar Cosy-Krimis zwischendurch ist auch schön.
- Lucinda Ganderton
Sticken
(5)Aktuelle Rezension von: ReadingFoxyDas Sticken ist eine kreative und entspannte Handwerkskunst, bei der verschiedene Fäden oder Garn mit einer Nadel durch Stoff gestochen werden, um Muster, Designs oder Bilder zu erstellen. Es gibt verschiedene Arten des Stickens, darunter Kreuzstich, Plattstich, Rückstich und viele mehr.
Schon zusammen mit meiner Oma habe ich früher gestickt. Wir haben zusammen im Wohnzimmer gesessen, es lief irgendwas im Fernsehen und wir haben gestickt. Das sind tatsächlich ein paar meiner liebsten Erinnerungen. Ich durfte mir ab und an ein Stickset aussuchen, habe bei ihr geschlafen und los ging es.
Es ist für mich also erstmal nicht neues, doch bin ich über all die Jahre doch beim Kreuzstich/Gobelinstich geblieben. Habe meine Motive gemacht und dabei entspannt. Doch mit der Zeit wollte ich mich einfach gern an Neues wagen. Neue Stiche, neue Möglichkeiten. Daher war das Buch hier genau richtig. Es richtet sich an Anfänger und beschreibt zu Beginn erstmal alle wichtigen Grundlagen. Welche Materialien werden benötigt? Welche Stoffe eignen sich und welche Nadel benötige ich? Denn nicht alles eignet sich für alles und es kann zu Frust kommen und das ganze Projekt landet in der Ecke und nicht an der Wand.
Dann folgt eine komplette Übersicht welche Stiche es gibt und auf welcher der nachfolgenden Seiten dieser näher vorgestellt wird. Das immer mit viel und gutem Bildmaterial. Und genau das ist bei einem Handarbeitsbuch mit das Wichtigste. Was bringt mir eine gute Beschreibung, wenn ich es mir am Ende doch nicht vorstellen kann? Daher ein großes Plus für all die vielen Bilder.
Ich kann und möchte es also allen empfehlen, die gerade erst beginnen und ein gutes Einsteigerbuch benötigen. Oder eben für Leute wie mich, die sich bisher nur mit ein paar Stichen beschäftigt haben.
- Jennifer Robson
Der Stoff der Träume
(8)Aktuelle Rezension von: MarySophieHandlung
London 1947
Ann und Miriam können es noch immer nicht fassen. Sie arbeiten bei Norman Hartnell, der den Auftrag erhalten hat, das Hochzeitskleid von Kronprinzessin Elisabeth zu designen. Und sie dürfen als Stickerinnen an dem Kleid mitarbeiten, welches schließlich im Fokus von Millionen von Menschen stehen wird. Doch so groß die Freude der Freundinnen auch ist, wird ihr Glück nicht von langer Dauer sein...
Toronto 2016
Für Heather ist es ein schwerer Schicksalsschlag, als ihre geliebte Großmutter Ann stirbt. Sie erbt unter anderem einen Karton, in dem kunstvolle Stickereien liegen. Nach einiger Recherche ist Heather sich sicher, dass sie exakt dem Blumenmuster auf dem Hochzeitskleid von Queen Elisabeth entsprechen. Doch niemand kann der jungen Frau eine genauere Auskunft geben und Ann hat nie von ihrem Leben in England gesprochen. Kurzerhand beschließt Heather, sich auf Spurensuche nach London zu begeben und hofft, dort Antworten auf ihre Fragen zu finden...
Meinung
Ich finde die Idee, einen Roman über den Ursprung des Hochzeitskleides von Queen Elisabeth zu schreiben, richtig spannend. Noch dazu, weil es wirklich weltweit bekannt ist und der Klappentext zeigt, dass nicht die Prinzessin im Vordergrund steht, sondern ihr Kleid und die Menschen, die daran gearbeitet haben. Daher wanderte der Titel direkt auf die Wunschliste, als ich ihn in der Verlagsvorschau entdeckt hatte. Es war mir schließlich eine große Freude, ihn als Rezensionsexemplar zu erhalten, wofür ich mich herzlich beim Bloggerportal bedanken möchte.
Mit der Sprache konnte ich mich schnell anfreunden. Sie ist durchweg sehr gut und flüssig lesbar, ich finde, dass die Situationen fein gezeichnet sind und man erhält als Leser ein schönen Eindruck von dem Leben in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Ich finde, dass dies sehr lebendig geschildert wird, es ist gut herauszulesen, was für die Bevölkerung wichtig war, wie sie gelebt haben und welchen Stellenwert das britische Königshaus hatte.
An einigen Stellen lässt sich deutlich herauslesen, dass die Autorin sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt hat. Nicht nur über die allgemeine Situation zur Handlungszeit wird gut berichtet, sondern auch über die einzelnen Arbeitsschritte, die bei der Arbeit an dem Brautkleid getätigt werden. Hier gibt es detaillierte Ausführungen einzelner Prozesse, die zwar nicht immer auf Anhieb verständlich sind (zumal ich mich auf diesem Themengebiet eh nicht auskenne), aber schön den Fortschritt der Arbeiten benennen.
Die Geschichte spielt zu zwei unterschiedlichen Zeiten und ist in drei Erzählperspektiven unterteilt. Zweimal begleitet man zwei junge Stickerinnen bei der Arbeit an dem ikonischen Hochzeitskleid, man lernt ein wenig über das Leben nach dem Zweiten Weltkrieg, den Status der britischen Monarchie und den Wirbel rund um das Kleid. Die dritte Perspektive wird von einer jungen Journalistin eingenommen und spielt im Jahr 2016. An sich mag ich die Abwechslung, die durch die Zeit, als auch Erzählweisen entsteht, die Handlung wird nie langweilig und es gibt sehr gute Einblicke in verschiedene Charaktere. Man kann gut schauen, was die einzelnen Damen bewegt, welche Wirkung sie auf andere Menschen haben und wie krass sich die Welt in den 69 Jahren, die zwischen den Perspektiven liegen, verändert hat. Diesen Aspekt mochte ich wirklich gern.
Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass mich die Handlung in der Vergangenheit immer mehr interessiert hat. Ich finde, dass die Figuren natürlicher handeln, ihre Erlebnisse sind für mich interessanter und es kommt einfach mehr Stimmung auf. Das ist bei dem Handlungsstrang in der Gegenwart leider nicht so gut gelungen, hier fehlt mir ein bisschen die Tiefe und ich finde, dass die aufkeimende Liebesgeschichte nicht hätte sein müssen. Gerade letztgenannteres hat mich gestört, es gibt keine gelungene Entfaltung dessen, man versteht nicht so recht, was Heather und der Mann aneinander anziehend finden und die Liebe wirkt konstruiert und nicht natürlich. Das finde ich sehr schade, ich finde, dass eine mögliche Beziehung für den Fortgang der Handlung nicht notwendig gewesen wäre, schließlich soll doch der Fokus mehr auf dem Kleid, den Stickerinnen, sowie der Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart liegen. Und da ist halt nicht genügend Platz, um auch noch dem Herzen ein bisschen mehr zu bieten. Warum nicht einfach mal eine starke Frau porträtieren, die einem Geheimnis auf die Spuren kommt und dabei etwas über die Vergangenheit herausfindet, aber nicht durch einen Herrn abgelenkt wird, der schließlich ihr Partner wird?
Mich konnten das Nachwort, sowie der Anhang ja sehr überzeugen. Es gibt nicht nur Informationen über die Entstehung der Geschichte, sondern auch darüber, was Realität ist und wie die Arbeit am royalen Hochzeitskleid ausgesehen hat. Dafür wurde der Ausschnitt eines Interviews abgedruckt, das die Autorin mit einer Dame geführt hat, die als Näherin tatsächlich an dem Brautkleid gearbeitet hat. Das war unglaublich spannend und gern hätte noch mehr von dem Gespräch abgedruckt werden können!
Fazit
Im Grunde liegt eine wirklich gute Geschichte vor. Sie ist abwechslungsreich, interessant und unterhaltsam und beleuchtet die Vorgänge rund um das Hochzeitskleid von Queen Elisabeth sehr gut. Die Personenzeichnungen sind gelungen, die Sprache kann überzeugen und ich bin flüssig mit dem Lesen vorangekommen. Vor allem die Zeitebenen in der Vergangenheit besitzen viel Potenzial, welches auch vollkommen ausgeschöpft wurde und mir richtig gut gefallen hat. Leider war die Perspektive im Jahr 2016 nicht ganz so überzeugend, ich finde, dass hier ein wenig oberflächlicher gearbeitet wurde und mein größter Kritikpunkt ist die Liebelei, die eingefügt wurde. Ist für meinen Geschmack zu konstruiert und unnatürlich.
Abgesehen davon bin ich allerdings angetan von der Geschichte, sie hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen, sie gestaltet sich als interessant und beleuchtet schön den Schaffensprozess hinter dem royalen Brautkleid!
- Jessica Long
Tiere Sticken leicht gemacht
(11)Aktuelle Rezension von: lese_hummelNachdem ich einmal einfach einen Schriftzug drauflosgestickt habe, wollte ich mich auch mal an ein richtiges Motiv trauen. Das Buch ist super schön gestaltet und hält, was Cover und Klappentext versprechen. Die Aufmachung und das Layout sind nicht nur schön, sondern auch übersichtlich.
In einem ersten Teil bekommt man einen Überblick über Materialien, Vorlagen, die Vorbereitung, den Rahmen und ein Stichlexikon. Somit bekommt man alles an die Hand gegeben, was man für einen guten Start braucht. Leute, die schon mehr gestickt haben, können den Teil natürlich überspringen oder sich nochmal das anschauen, was ihnen an Wissen fehlt. Im zweiten Teil folgen dann Tiermotive für Anfänger, für Fortgeschrittene und richtig tolle Motive, die wie gemalt aussehen. Es folgen natürlich auch die ganzen Vorlagen.
Das Buch ist wirklich schön ausführlich und toll bebildert, sodass ich immer das Gefühl hatte noch folgen zu können. Auch die verschiedenen Sticharten werden gut erklärt. Es wird auch erläutert, wie die Anleitungen aufgebaut sind, quasi eine Anleitung für die Anleitungen. Vor allem bei neuen Hobbys und Fertigkeiten finde ich das besonders gut, weil man manchmal etwas erschlagen ist, wenn die Anleitungen nicht ganz eindeutig sind.
Da ich extrem ungeduldig mit mir selbst bin und die Motive einfach so toll waren, habe ich direkt mit einem Motiv für Fortgeschrittene angefangen und es modifiziert :) Das hat erstaunlich gut geklappt und meine Mama hat sich riesig über meine eigentliche Teststickerei gefreut! Ich kann das Buch also jeder Person empfehlen, die entweder Sticken lernen möchte oder zuckersüße Motive sucht!
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