Bücher mit dem Tag "streik"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "streik" gekennzeichnet haben.

65 Bücher

  1. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: 9783404166602)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (1.244)
    Aktuelle Rezension von: skywalkerin

    Ich hatte das Gefühl, eine Light-Version "Krieg und Frieden" von Tolstoi zu lesen, die manchmal doch zu "light" schien. Mein Gesamteindruck - nicht für die allerhöchsten Ansprüche, aber durchaus gut lesbar.

  2. Cover des Buches Die Teerose (ISBN: 9783492242585)
    Jennifer Donnelly

    Die Teerose

     (904)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    "Die Teerose" habe ich vor vielen Jahren bereits mit großer Begeisterung gelesen. Nun lese ich gerade Bücher, die mir besonders gut gefallen haben. 

    Noch immer konnte der Roman mich ab der ersten Seite fesseln. Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft und leicht zu lesen. Die Protagonisten habe ich gleich ins Herz geschlossen. Ich wollte das Buch kaum aus der Hand legen. 

    Ich empfehle diesen Roman sehr gerne und vergebe 4 Sterne. 

    Einen Punkt ziehe ich ab, da mir die Schicksalsschläge und Zufälle etwas zuviel waren. Da wäre für mich weniger mehr gewesen. 



  3. Cover des Buches Das Flüsterhaus (ISBN: 9783492303583)
    Lesley Turney

    Das Flüsterhaus

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Claudiaemmavictoria

    Ich habe mir sehr viel von diesem Buch erhofft da ich im Vorfeld" die fremde Frau" von dieser Autorin gelesen habe welches mich voll überzeugt hat. Doch diese Geschichte hat mich leider enttäuscht. Zu wenig Spannung, vorhersehbare Entwicklung und keine wirklich gut herausgearbeiteten Charaktere. Leider eine Enttäuschung. Ich habe mir vom Titel, von der Autorin wirklich mehr erhofft. Ich habe das Buch zwar zu Ende gelesen , es hat aber einen faden Beigeschmack. 

  4. Cover des Buches Die vier Winde (ISBN: 9783352009433)
    Kristin Hannah

    Die vier Winde

     (118)
    Aktuelle Rezension von: Michael_Blum

            Kristin Hannah ist wieder einmal ein anerkennenswerter Wurf gelungen! Zwar geht es hierbei nicht um die große Literatur; vielmehr geht es um eine beeindruckende Geschichte! Eine Geschichte, die nicht nur gut erzählt ist, sondern uns auch demütig stimmt - handelt sie doch von einer bedeutsamen Menschheitsfrage, die in den letzten Jahren sehr an Aktualität gewonnen hat: Soll man der Heimat treu bleiben - oder darf man der Heimat den Rücken kehren, wenn Armut und Naturkatastrophen das, was man Leben nennt, quasi unmöglich machen? Und für die Hauptperson Elsa Martinelli stellt sich genau diese Frage. Ihr strenges Elternhaus in Texas hatte sie bereits verlassen müssen, weil direkt der erste, um einige Jahre jüngere Mann sie geschwängert hatte Die Hochzeit und ein zweites Kind entfernen Elsa noch weiter von ihrem Elternhaus. Natürlich klappt es mit ihrem Mann nicht - er verliert sich am Alkohol, verlässt seine Familie und verdingt sich als 'Hobo'. Und so ist Elsas Versuch, im Westen - in Californien - eine neue Lebensgrundlage zu finden, fast schon zwangsläufig. Und selbstverständlich gibt es auf der Reise und bei Ankunft nicht nur nette Menschen und es warten die eine oder andere Enttäuschung und zerplatzte Träume. Ein bewegender Roman, den man in seinem komfortablen und warmen Wohnzimmer sitzend und um seinen gut gefüllten Kühlschrank wissend, nicht aus der Hand legen mag. Wie gut es uns doch geht! Leseempfehlung - von mir als Mann!      

  5. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: B0044ZC3N4)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (108)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka

    Kommen wir zuerst zum Inhalt: Wir lernen in Sturz der Titanen vier Familien kennen, die in verschiedenen Ländern bzw. Kontinenten wohnen: Die Familien, die Ken Follett beschreibt, stammen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Wir beginnen zuerst mit zwei Arbeiterfamilien:
    Da wären die Brüder Lew und Grigori Peschkow, die in Russland leben und von einem neuen, freien Leben in Amerika träumen.
    Bei der zweiten Arbeiterfamilie handelt es sich um die Bergarbeiter Familie Williams mit den Geschwistern Billy und Ethel, aus deren Perspektive viele Kapitel der Geschichte erzählt werden. Billy tritt in die beruflichen Fußstapfen seines Vaters und wird Bergarbeiter, während seine Schwester Ethel zu Beginn der Geschichte als Haushälterin bei Familie Fitzherbert arbeitet, womit wir bei der ersten Familie einer neuen Gesellschaftsschicht wären.

    Familie Fitzherbert kennzeichnet sich durch das konservative Familienoberhaupt Fitz und dessen Schwester Maud, die sich für die Frauenrechte einsetzt und sich damit in England keine Freunde macht. Fitz ist aufgrund seines gesellschaftlichen Status in politischen Kreisen unterwegs und lernt hier den deutschen Diplomaten Walter von Ulrich kennen, dessen Familie ebenfalls dem Adel angehört und die letzte Familie darstellt aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird.

    Wir erleben welche Auswirkungen der erste Weltkrieg auf die verschiedenen Familien hat. Ken Follett verknüpft hier wichtige historische Zusammenhänge mit fiktiven Charakteren und sorgt somit beinahe automatisch dafür, dass das politische Interesse wächst, weil uns hier fiktive Charaktere begegnen, mit denen wir mitfiebern und anhand derer wir beobachten können, wie fatal die ein oder andere politische Entscheidung ist.

    Als ich die Geschichte das erste Mal gelesen habe, war ich noch fasziniert davon, wie Ken Follett seine Handlungsstränge miteinander verbindet und dafür sorgt, dass sich Charaktere begegnen, die in unterschiedlichen Ländern leben.
    Als ich die Geschichte nun zum zweiten Mal gehört habe, war ich überrascht, dass ich mich nach über zehn Jahren noch an so viele Szenen erinnern konnte. Allerdings muss ich auch feststellen, dass ich die Elemente, die mich früher faszinierten, nun als etwas konstruiert und somit unglaubwürdig erlebte.

    Von der Hörbuch Gestaltung war ich etwas enttäuscht. Die Jahrhundert Saga erschien sowohl als ungekürztes als auch als gekürztes Hörbuch. Ich habe die ersten beiden Bände als gekürzte Fassung gebraucht gefunden und dachte, dass es sich bei über 1.000 Buchseiten sicher nicht um wichtige inhaltliche Kürzungen handeln konnte. Leider traf das hier nicht zu.
    Was ich bei Sturz der Titanen so faszinierend fand, war die Mischung aus fiktiver Handlung und den politischen Diskussionen, deren Inhalt ja durchaus real war. Allerdings musste ich feststellen, dass viele politische Gespräche im gekürzten Hörbuch fehlten. (Oder zumindest kam es mir so vor). Stattdessen gab es viel Erotik zu hören, was ich teilweise verdrängt, oder beim Lesen vielleicht auch überflogen hatte, weil mich die erotischen Szenen nicht interessierten.
    Gerade um den Handlungsstrang der beiden Brüder aus Russland verstehen zu können, braucht es Informationen über die politische Siutation von Russland, die hier leider fehlten. Deswegen nervte es mich, dass man auf der einen Seite viel ERotik-Content in der gekürzten Fassung unterbrachte, aber auf der anderen Seite das wirklich Relevante, nämlich politische Situationen, strich.
    Allerdings glaube ich, dass es sich hier auch um Jammern auf hohem Niveau handelt und Hörer*innen, die ausschließlich das gekürzte Hörbuch kennen, womöglich nichts vermissen.
    Das Hörbuch wird von Johannes Steck gelesen, der eine angenehme Stimmfarbe hat. Er hat eine vergleichsweise helle Stimme, zeigt aber, dass er sich gut darauf versteht, den verschiedenen Charakteren unterschiedliche Stimmen zu geben. Seine Interpretation der Geschichte hat mich gut unterhalten.

    Ken Folletts Schreibstil ist lebendig, was mir einen schnellen Einstieg in die Geschichte ermöglichte. Er erzählt die Handlung aus der dritten Person, erzählt die Handlung aber aus den Perspektiven unterschiedlicher Charaktere. Was ich besonders faszinierend finde ist, dass er es schafft, die Gedanken und Gefühle von Figuren darzustellen, deren Einstellung ich sehr fragwürdig finde. Dennoch schafft er es, ihre Gefühle und Handlungen so gut zu beschreiben, dass diese für mich nachvollziehbar waren, obwohl ich ihre Motive fragwürdig fand.

    Gesamteindruck

    Die gekürzte Ausgabe von Sturz der Titanen stellte sich für mich als gute Zusammenfassung heraus, um wieder in die Reihe reinzukommen.
    Wer einen historischen Roman für Zwischendurch sucht, ist mit der gekürzten Fassung gut beraten. Wer sich hingegen für die Reihe und die politischen Hintergründe interessiert, sollte besser zur ungekürzten Ausgabe greifen.

  6. Cover des Buches Die Brücken der Freiheit (ISBN: 9783404172313)
    Ken Follett

    Die Brücken der Freiheit

     (524)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Schottland im 18. Jahrhundert: Mack, ein junger Mann, arbeitet seit seinem siebten Lebensjahr in der Kohlegrube der Familie Jamisson. Schon bei der Taufe werden die kleinen Kinder den Besitzern der Zeche versprochen. Die meisten der Grubenarbeiterinnen und Grubenarbeiter fügen sich einfach ihrem harten Schicksal, doch Mack strebt nach Freiheit. Er beschließt wegzulaufen und kommt nach London. Dort findet er einen neuen Job, doch auch hier erlangt er nicht die Freiheit, die er sich erhoffte. Als er versucht, gegen sein Schicksal anzukämpfen und der Armut in den Straßen Londons zu entfliehen, wird er als Aufrührer verhaftet und zum Tode verurteilt. Nur das beherzte eingreifen von Lizzie Hallim, einer jungen Adeligen, mit der er bereits als Kind gespielt hatte, konnte ihn vorm Galgen retten. Stattdessen wurde er zu sieben Jahren Zwangsarbeit in den britischen Kolonien verurteilt. Die Freiheit schien in ungreifbare Ferne gerückt sein. Doch auch Lizzie, die seit jeher auf ein Leben in Selbstbestimmung hofft, wird in eine unglückliche Ehe mit Jay Jamisson gedrängt. 

    Der Schreibstil ist, wie nicht anders von Ken Follett zu erwarten, leicht und flüssig zu lesen gewesen. Auch an Spannung mangelt es das ganze Buch über nicht und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Charaktere waren sehr sympathisch, gut beschrieben, vielseitig und durchaus authentisch. So hatte Mack beispielsweise einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, einen Drang auf Selbstbestimmung, ist wiederum aber auch beherrscht, überlegt und durchaus dazu in der Tat, sein eigenes Verhalten und seine taten zu reflektieren. Begeistern konnte mich Ken Follett auch mit seiner hervorragenden Recherchearbeit. Das Leben der Kohlearbeiter, die Arbeit in der Zeche, das Leben und die Armut in den Straßen Londons und das Schicksal der Zwangsarbeiter, die in die Kolonien verschickt wurden, wurden sehr interessant beschrieben. Mitgenommen hat mich, wie die kapitalistischen geldgierigen Unternehmer immer weiter die Bevölkerung ausbeuten und dabei sogar noch von der Regierung unterstützt werden. Leider muss man sagen, dass es heutzutage in vielen Teilen der Welt nicht anders zugeht. 

    Schlussendlich ist der Roman sehr gut und spannend zu lesen. Er bietet einen interessanten Einblick in das Leben im britischen Königreich im 18. Jahrhundert. Ich kann das Buch wirklich uneingeschränkt allen weiterempfehlen, die gerne historische Romane lesen. 

  7. Cover des Buches Der leuchtende Himmel (ISBN: 9782496702613)
    Ellin Carsta

    Der leuchtende Himmel

     (55)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Ich glaube, viele werden mir hier zustimmen. Wer die Reihe von Anfang an gelesen hat, für den ist das erneute Eintauchen in das Leben der Familien Hansen eine Art Heimkehr in den Schoß der Familie. Die Autorin schaffte es mit Leichtigkeit, mich in Hamburg, Wien und Kamerun gleich wieder zu Hause zu fühlen. Diesmal wird das geschäftliche Leben von dem nicht unberechtigten Streik der Hafenarbeit an den Hamburger Docks dominiert, doch auch im privaten Bereich knistert es gewaltig. Während es Konstantinus gelingt, seinem Privatleben wieder einen Sinn zu geben, ist es um Luise und Hans weniger rosig bestellt. Luise wird vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt und das Ende des Buchs schließt mit einem spannenden Cliffhanger, der sofort Lust auf den achten und letzten Teil der opulenten Hansen Saga macht.

    Ich ziehe ein kleines Sternchen von der Bestnote ab, da sich die Spannung meines Erachtens erst ein wenig schleppend einstellt. Dennoch vergebe ich eine Leseempfehlung für alle, die sich gerne in Familiengeschichten festlesen. Mein Rat aber, unbedingt die Reihenfolge einhalten!   

  8. Cover des Buches Happy Hour in der Unterwelt (ISBN: 9783802581250)
    Mary Janice Davidson

    Happy Hour in der Unterwelt

     (373)
    Aktuelle Rezension von: °bluemoon°

    Der dritte Teil der Vampir-Reihe um Betsy Taylor erzählt, wie die Protagonistin weiterhin lernt, mit dem Vampir-Dasein umzugehen. 

    Wie immer wird ihr das nicht leicht gemacht. Die neue Frau ihres Vaters ist schwanger und Betsy erfährt, dass sie bereits eine Schwester hat, von der niemand etwas wusste. Besser noch, diese Schwester ist die Tochter des Teufels und wird laut alten Prophezeiungen eines Tages die Weltherrschaft übernehmen. 

    Des Weiteren läuft Betsy's Vampirbar nicht so gut, weil die Vampirangestellten sie nicht akzeptieren. Dieses Problem hat sie mit einem Großteil der Vampire, was ihr das Leben ebenfalls nicht einfacher macht. 

    Und dann scheint sich Eric Sinclair auch nicht mehr ganz so für Betsy zu interessieren...

    Betsy verzweifelt und wagt es, im Buch der Vampire zu lesen - allerdings mit schlimmen Folgen.... 


    Wieder eine gelungene Fortsetzung, die man sehr schnell gelesen hat, weil sie einen kaum loslässt. 


  9. Cover des Buches Igor, der Ostermuffel (ISBN: 9781090674524)
    Audrey Harings

    Igor, der Ostermuffel

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Biest2912

    Rezension

     

    (unbezahlte Werbung)

     

    Igor der Ostermuffel

    Audrey Harings

     

    Hauptfiguren:

    Igor: Der Rabe, fliegt eines Morgens nicht mehr zur Arbeit, weil er anderes im Sinn hat.

    Eddy: Der Osterhase, in seiner Werkstatt geht es turbulent zu, alle müssen mithelfen.

     

    Klappentext:

    In der Werkstatt des Osterhasen Eddy geht es turbulent zu. Das Osterfest naht und eigentlich müssten alle Hand in Hand arbeiten, damit die bunten Eier rechtzeitig fertig werden. Ein ehemaliger Eierdieb, der Marder Schlupp, ist mit Eifer bei der Sache, aber der kleine Rabe Igor fliegt eines Morgens einfach nicht mehr zur Arbeit, Er hat anderes im Sinn.

    Igor wünscht sich einen coolen Job. Seine Cousins helfen bei den Halloween – Verbreitungen. Das würde ihm gefallen – doch Ostern ist sooo langweilig. Und von Eddy will er sich auch nicht mehr herum schubsen lassen!

     

    Cover:

    Ein superschönes Kindercover mit einem Schaf, einem Raben und einem Hasen drauf. Mir hat es gleich gefallen. Ich finde es schön Bund.

     

    Meinung:

    Erst mal danke an Audrey Harings für das Leseexemplar zur Leserunde. Das Buch lässt sich flüssig lesen. Igor finde ich mutig sich einfach nicht mehr bei Eddy zu zeigen, jedoch kann ich sein Standpunkt verstehen, der immer klarer wird wenn man die Geschichte ein Stück gelesen hat. Für mich verinnerlicht die Geschichte, dass man nicht stehlen darf, denn man kann einen anderen Menschen schaden damit, genauso auch das man nicht alles alleine erreichen kann sondern, man ab und dann Hilfe suchen muss. Die einem gerne Helfen wenn man Freundlich frägt. Für mich wieder eine sehr gelungene Geschichte die ich auf jeden Fall weiterempfehlen werde.

    Deshalb gebe ich Igor 5/5 Sterne.

  10. Cover des Buches Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben (ISBN: 9783442490745)
    Marie Lacrosse

    Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben

     (53)
    Aktuelle Rezension von: ingaburg

    Ich bin im Leseflow einer tollen Familiensaga im Elsass des 19. Jahrhunderts: eine verbotene Liebe, eine mächtige Familie mit Intrigen und vielen Dramen und alles im historischen Rahmen um 1870  - mit interessanten Einblicken in die gesellschaftlichen Verhältnisse. Der Roman ist ziemlich umfangreich, aber der Schreibstil ist leicht und fesselnd. Man findet problemlos in die Geschichte hinein, denn die Figuren sind authentisch und lebendig. Mich hat die Geschichte berührt und mitgerissen, deshalb meine Leseempfehlung für alle historisch interessierten Lesenerds

  11. Cover des Buches Ein Engländer in Paris (ISBN: 9783492248068)
    Stephen Clarke

    Ein Engländer in Paris

     (123)
    Aktuelle Rezension von: Lesezeichenfee
    Fee erzählt vom Inhalt (um was geht’s hier eigentlich?)

    Paul West ist ein Engländer, der 1 Jahr in Paris verbringt. Er hat einen neuen Job bekommen und muss sich jetzt an die Franzosen gewöhnen, dabei erlebt er alles Mögliche.

    Fees Meinung und noch mehr vom Buch

    Manchmal ist das Buch tatsächlich lustig, aber leider nicht so lustig, wie ich mir das gewünscht habe. Es werden Klischees aufgewärmt und man kann sich nicht vorstellen, dass es wirklich so schlimm in Frankreich zugeht. Und Paul West kommt dabei – zumindest am Ende – immer gut weg. Zuerst hilft ihm sein Chef und dann versucht er den arglosen Engländer hereinzulegen.
    Die Franzosen haben einen laissez faire Stil, nach Stephen Clark sind sie faul! Einfach nur faul. Den ganzen Tag sitzen sie nur im Büro rum. Ein Team sind sie so gar nicht. Sie machen was sie wollen und lassen sich nichts von einem Engländer sagen. Paul West wurde eingestellt, um englische Teehäuser in Frankreich zu errichten, aber seine Vorschläge und Namen werden einfach ignoriert. Allerdings möchte er am Schluss selber genau den Namen für sein Teehaus.

    Eines Tages macht er Häppchen mit englischem Essen und lässt die Franzosen probieren, allerdings hat er sich mehr Feedback und Einsatz gewünscht. Ein Franzose probiert ein Teil, es schmeckt ihm offensichtlich, da nimmt er sich gleich das meiste mit und verdrückt sich. Müssen wir jetzt glauben, dass die Englische Küche besser ist, wie ihr Ruf? Stephen Clark versucht uns das so unterzujubeln. Ich weiß das allerdings leider besser.
    Allerdings ist es teilweise eine Anleitung für Paris, was mir besonders gut gefiel. Vor allem, wie bestellt man beim Kellner, dass man tatsächlich seine Tasse Milchkaffee bekommt und nicht gleich einen Humpen.

    Seite 148 und 149:
    Kaffee mit Milch = Un crème, s’il vous plait. (auch wenn Crème Sahne bedeutet, egal)
    Ein Espresso = un express
    Dünner schwarzer Kaffee = un allongé
    Ein (normales Bier) = Un demi (bière)
    (bestellt man un bière bekommt man ein wolkenkratzerhohes Glas mit Bier)
    Ein Krug (gratis) Leitungswasser = une carafe d’eau
    De l’eau = dann bekommt man (kostenpflichtiges) Mineralwasser

    Das Jahr IN Paris ist auch extrem kurz, es geht von September bis Mai, danach sind Ferien, irgendwo aber auf keinen Fall in Paris. Im Buch werden mehrere Streiks beschrieben, es werden Unannehmlichkeiten beschrieben, aber sonst ist das halt so. Die Franzosen scheinen recht gelassen auf Streiks zu reagieren.

    Medikamente scheinen lebenswichtig für die Franzosen zu sein, denn Stephen Clark muss welche aus England mitbringen. Und die Franzosen stehen stundenlang vor einer Apotheke, als die meisten Apotheker/n streiken. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Franzosen Schlange stehen? Das machen doch die Engländer, aber Franzosen?
    Besonders drastisch fand ich die Szene, wo er aus der Wohnung geworfen wird und wie er sich da zu helfen weiß.

    Natürlich dürfen auch die vielen. Dies wird sehr lustig erzählt, es ist also keineswegs ein Liebesroman. Was mir aber auch zu viel wurde, Paul West ist ein sooooooooooooo toller Hecht und ständig hat er ne andere Frau im Bett. Die Bettszenen hab ich dann schließlich überwiegend überlesen. Warum ist er so toll und die Franzosen alle doof, blöd und man kann ständig über sie meckern?

    Lustig und mit viel Pariser Lokalkolorit waren die Texte, wo die Franzosen Englisch reden, das wurde aber in deutsch gemacht, aber man kann sich das vorstellen, oder als Paul West Englischunterricht gibt.:

    z. B.
    „Es ist eine Statt. Nahe von Dofa.“ „Wie bitte?“ Sie kennen sischa! Gleisch bei die Tünnel. Man kommt aus die Tünnel raus und och. Mit Kattedrahl. Kännterbörri!“ Gemeint war Canterbury mit der dortigen Kathedrale.
    „Was hast du gestern abend gemacht?“
    „Ich habe misch eine Abfallkuchen gebacken.“
    „Abfall? Du meinst Apfelkuchen.“
    „Ja, Affeküchen.“
    Rollenspiele
    Im Restaurant. Sag dem Kellner, ob er deinen verschütteten Wein aufwischen kann.
    „Äh, Herr Ober, können Sie bitte mal hier über die Tisch wichsen?“
    „Wenn Sie unsere Reschnung nischt bezahlen, wir kontakten unsere Reschtsamwald.“
    Paul West versucht beides zu verbessern und dann kommt das:
    „Oh? Okay, wir kontakten unsere Linksamwald.“
    „Isch bin Bärrnahr isch binn vehanntwottlisch fürr die Kommünikassjohsbereisch, äh….“
    Jedenfalls war das Buch teilweise lustig, teilweise lehrreich, teilweise interessant. Vieles kann man sich sehr gut vorstellen und man kann seine Englisch bzw. Französischkenntnisse wieder auffrischen.

    Fee guckt Amazonrezensionen
    Das mache ich ja für mein Leben gern, und es ist mir egal, was andere darüber denken.
    48 Bewertungen
    5 x 1 Stern
    Na ja, ich war schon mal in Frankreich und ich bin der Meinung, dass manche Klischees halt zutreffend sind. Die Franzosen lieben Wein, Käse, Baguette. Was ist da schon dabei? Würde ich dort wohnen, wäre es so ähnlich. Aber Käse und Baguette sind herrlich in Frankreich und der Rotwein auch. Aber ich kann die Bewertungen verstehen und auch, dass die meisten das Buch *leider* nicht ausgelesen haben. Trés domage! und das mit der Hundescheiße empfand ich in Frankreich auch schlimmer, als hier. Und hier ist es schon *merde*.
    8 x 2 Sterne
    Ja, das stimmt, ein Jahr in der Provence von Peter Mayle ist viel besser, viel lustiger, viel empfehlenswerter und authentischer.
    Und ja, es ist etwas platt! Da kann ich der Rezentin nur zustimmen. Die Witze sind auch etwas alt, aber nichtsdestotrotz, es gibt schlechtere Bücher.
    Ja, das mit den Sexszenen fand ich auch echt schade. Das wäre auch „dezenter“ gegangen, finde ich.
    5 x 3 Sterne
    Dasselbe wie vorher. Aber einer empfiehlt, dass man sich mit Briten und Franzosen auskennt und dazu meint er, die Originalausgabe wäre besser. Das glaube ich unbesehen. Manchmal finde ich es schade, dass meine Englischkenntnisse einfach nicht für ein Buch ausreichen. Schon einige Male wurde die Übersetzung bemängelt, bei den Büchern. Es geht sehr viel verloren.
    16 x 4 Sterne
    Die Rezensionen sind sehr interessant und decken sich überwiegend mit meinen.
    Es ist natürlich Sozialkritik enthalten und das passt halt nicht so ganz in ein ansonsten lustiges Buch.
    Die Überlegung, wenn ein Deutscher so über die Franzosen oder Briten geschrieben hätte, hätte es Ärger gegeben, kann ich nachvollziehen. Und es ist schade, dass wir so was nicht dürfen…..
    Jawohl satirisches und ironisches ist natürlich auch im Buch enthalten.
    14 x 5 Sterne
    Na ja, Vollidiot oder Resturlaub finde ich genauso humorvoll wie dieses Buch. Es ist nicht besser oder schlechter.
    Was ich interessant finde, die Bewertungen klingen alle echt und ehrlich.

    Fees Fazit

    Da Ironie und Satirisches nicht jedermann versteht und die Sexszenen doch manchmal zu extrem sind, kann man das Buch nicht unbedingt verschenken. "Sex sells" nicht immer. Sonst finde ich es gut und lustig. Es gibt bessere und schlechtere Bücher. Meiner Meinung nach findet man es wohl lustig, wenn man Vollidiot und Resturlaub von Tommy Jaud mag, allerdings muss man halt die Sachen verstehen und mögen, die – von mir - im ersten Satz kritisiert wurden.
    Die Sprache ist locker leicht, man kann es gut lesen und nach 3 Abenden hatte ich das Buch ausgelesen, von daher, das ist ok. 3 Sterne und eine Empfehlung von mir.
  12. Cover des Buches Aufstand der Pferde (ISBN: 9788494830396)
    Audrey Harings

    Aufstand der Pferde

     (7)
    Aktuelle Rezension von: lielo99

    Schon beim Betrachten des Covers zog mich das Buch Aufstand der Pferde von Audrey Harings in seinen Bann. So liebevoll wurde es gestaltet. Die Illustrationen setzen sich auch im Inneren des Buches fort und sind auch hier beachtenswert. Der natürliche Gesichtsausdruck der Tiere gefiel mir dabei besonders gut.


    In dem Buch geht es um die Stute Trinidad und ihre Freunde. Sie stehen jeden Tag am Marktplatz von Sevilla und warten auf Kundschaft. Was für Menschen selbstverständlich ist, gilt für die Pferde nicht. Nämlich vorgeschriebene Ruhezeiten mit der Möglichkeit zum Saufen und Fressen. Oder Schattenspender in der Mittagshitze, auch davon können die Vierbeiner nur träumen. Die meisten Menschen beachten sie nicht einmal, sondern sehen sie wohl als Maschinen an. Das will Trinidad nicht mehr hinnehmen und möchte, dass sich das ändert. Doch, wie soll das geschehen und wer könnte ihr dabei helfen?


    So ein wunderschönes Buch. Es zeigt aus der Sicht von Pferden, was Menschen beim Umgang mit ihnen versäumen. Und das ist nicht nur in Sevilla so. Auch in großen Städten Deutschlands kutschieren sie Touristen durch die Gegend oder müssen auf Weihnachtsmärkten stundenlang im Kreis laufen. Aufstand der Pferde ist spannend aufgebaut und die Sprache ist kindgerecht aber nie kindisch. Die Geschichte regt (hoffentlich) zum Nach- und Umdenken an. Die Schrift ist schön groß gehalten und ideal für Großväter und -mütter, wenn sie den Enkeln vorlesen möchten. Gäbe es mehr als fünf Sterne, ich würde sie vergeben. 

  13. Cover des Buches Bet Me - Unverschämt verführerisch (ISBN: 9783736306530)
    Lila Monroe

    Bet Me - Unverschämt verführerisch

     (26)
    Aktuelle Rezension von: MayaRottenmeier

    Bet Me – unverschämt verführerisch
    von Lila Monroe, 349 Seiten, erschienen am 07.09.2017, im LYX.digital Verlag

    „Liebe kommt niemals aus der Mode.“ Zitat aus dem Film

    Um was es geht:

    Es ist drei Jahre her, seit Lizzie von Todd verlassen wurde. Seitdem hängt sie in der Tinderödnis fest und begrüßt ein katastrophales Date nach dem anderen. Beim Versuch, sich per Videonachricht bei ihrer Schwester Jess auszuheulen, drückt sie versehentlich die falsche Taste und das Video geht viral. Damit nimmt das Schicksal seinen Lauf, vor dem sich Lizzie nicht mehr verstecken kann. Die ständige Nähe zu ihrem peinlichsten Silvesterdate aller Zeiten, dem attraktiven Jake Weston, macht es für sie nicht leichter, den Deal mit dem verrückten Sex-Streik, aufrecht zu erhalten.

    Die Protagonisten:

    Elisabeth Ryan ist 30 Jahre alt und arbeitet als Kuratorin im Met; einem der größten Museen der Welt, direkt am Central Park. Sie wohnt in einem schicken schuhkartongroßen Appartement und isst leidenschaftlich gerne, kleidet sich wie eine Bibliothekarin und ihre oft sarkastische Gedankenwelt überholt sich beinahe selbst, so dynamisch wirkt sie. Im Grunde ihres Herzen ist sie eine hoffnungslose Romantikerin, die den Glauben an die wahre Liebe nicht aufgeben möchte. Alte Hollywood Filme sind für sie die Reinkarnation der echten Romantik.

    Jake Weston ist Mitte 30 und ein Zyniker vor dem Herren. Mit Frauen hat man Spaß und trifft sich selten ein zweites Mal. Überzeugt von seinen Qualitäten an die Frauenwelt ist sein Selbstbewusstsein mindestens so groß, wie der Schatten der Chinesischen Mauer lang ist. Er gibt sich kühl, unnahbar und arrogant. Er will keine Romantik und erst recht keine feste Bindung. Mit der Zeit gewährt mir die Autorin einen Blick in Jakes Seelenleben und er wird nahbar und ich finde ihn und seine flotten Sprüche, die gerne zweideutig sind, einfach großartig.

    Die Entwicklung der Figuren ist anschaulich beschrieben und wird für mich nachvollziehbar transportiert.

    Die Umsetzung:

    Der Schreibstil ist fantastisch. Flüssig leicht, frech und spitz, humorvoll und mit einer starken Sogwirkung, so das ich dieses Buch in wenigen Stunden durchlese. Die Story wird aus den Perspektiven der Protagonisten erzählt. Lizzie spricht mich in ihrer Gedankenwelt immer wieder an. Ich fühle mich einbezogen und darf überall dicht ran. Sie ist ein quirliger und ab und an überdrehter Mensch, der mich immer wieder an Bridget Jones erinnert. An einigen Stellen ist der Humor drüber, aber das stört mich nicht. Ich habe so viel Spaß mit dieser Geschichte, die mich immer wieder zum Lachen bringt, weil die Autorin Bilder in meinem Kopf erschafft, die ich so schnell nicht mehr vergessen werde.

    Die wenigen expliziten Szenen sind anregend geschrieben und fügen sich harmonisch in die Story ein. Dass dabei die Verhütung nicht zu kurz kommt, ist ein weiterer Pluspunkt für dieses Buch. Der Schlagabtausch zwischen Jake und Lizzie ist oft mit einem heftigen Funkenflug versehen. Ich genieße die knisternde Atmosphäre zwischen den beiden.

    Mein Fazit:

    „Jeder braucht etwas Sternenstaub im Leben.“ Zitat aus dem Buch. Dies ist mein erstes Buch von Lila Monroe und den ersten Band von ihr habe ich schon auf meine Wunschliste gesetzt. Die Story hat mich prima unterhalten. Eine wunderbar lockere leichte Liebesgeschichte mit viel Herz, Humor und Leidenschaft, die ich beim Lesen fast als Filmschauen empfunden habe, so heftig lief mein Kopfkino. Bet Me – unverschämt verführerisch, ist ein absolutes Wohlfühlbuch.
    Von mir gibt es dafür ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️fantastische Sterne von 5 und eine unbedingte und absolute Leseempfehlung. 🔥

  14. Cover des Buches Das Tagebuch von Edward dem Hamster 1990 - 1990 (ISBN: 9783596513109)
    Miriam Elia

    Das Tagebuch von Edward dem Hamster 1990 - 1990

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Luise_Kenner

    Klappentext: 

    In seinem erschütternden Tagebuch beschreibt Edward sein Dasein zwischen Käfigstäben und Futternapf – wie er plötzlich dem Hamsterrad entkommt und sich auf das Abenteuer Leben einlässt … Ein Ereignis! 

    Meinung:

    In diesem sehr kurzen, aber dafür umso eindrucksvolleren Büchlein beschreibt Edward der Hamster sein Leben in Gefangenschaft. Das Buch kommt mit sehr viel Witz, aber auch einer philosophischen Tiefgründigkeit daher, die ich nicht unbedingt erwartet hätte, mir aber sehr gut gefallen hat. Manchmal hätte ich gerne ein bisschen mehr Witz und ein bisschen weniger Zynismus gehabt.

    Fazit: 

    Freiheit für alle Hamster dieser Welt! Wir wollen nicht, dass sie wie Edward enden ...

  15. Cover des Buches Im Aufruhr jener Tage (ISBN: 9783548610290)
    Dennis Lehane

    Im Aufruhr jener Tage

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Marjuvin
    Klappentext:
    Nach dem Ersten Weltkrieg, in den Wirren von Revolution und Krieg, Armut und Rassenhass, lernen sich zwei Männerkennen: Danny Coughlin, Sohn einer angesehenen Bostoner Familie, und Luther Laurence, ein junger Schwarzer. Sie werden Freunde, und Danny kann nicht länger die Augen vor den himmelschreienden Ungerechtigkeiten seiner Zeit verschließen.

    Rezension:
    Ich habe vor einigen Jahren "Shutter Island" gelesen, von dem ich restlos  begeistert war, entsprechend neugierig war ich auf dieses Werk, das im Umfang im Vergleich deutlich zugelegt hat.  Es geht tatsächlich um den "Aufruhr jener Zeit" in der in Amerika ein Umbruch und Aufstand der Arbeiterklasse im Gange war. Lehane gelingt es sehr gut, die politische Komponente so in die Handlung zu verweben, dass sie zwar im Vordergrund, aber nicht alleine steht. Es geht mitunter auch um die Rassenfrage, die diese Zeit ebenfalls prägte, weshalb ich die Freundschaft zwischen Danny und Luther besonders berührend fand. Die unaufdringliche und doch so romantische Liebesgeschichte rundet die Handlung wunderbar ab. 

    Ich bewundere den Autor, der es mit der "Klammer" - Babe Ruth geschafft hat, einen roten Faden zu schaffen, der originell und schlüssig zugleich erschien. 

    Absolut lesenswert!
  16. Cover des Buches Die Rebellin (ISBN: 9783596299416)
    Peter Prange

    Die Rebellin

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Scarjea

    ... doch das Buch konnte mich nicht recht überzeugen.

    Umrahmt wird die Geschichte vom Aufkeimen der ersten Ideen, Überlegungen, Konzeptionen bis hin zur Realisierung der ersten Weltausstellung im eigens dafür errichteten Kristallpalast in London Mitte des 19. Jahrhunderts. Auch die Hauptperson, Emily Paxton, ist keine Fiktion, ebenso wie weitere Charaktere des Buches. Ihr persönliches Schicksal hat der Autor mit historischen Ereignissen verknüpfen wollen und so den Roman „Die Rebellin“ verfasst.

    Zunächst wirkte es auf mich schon zu Beginn des Buches ein wenig klischeebehaftet, dass ein reiches Mädchen und ein armer Junge in ungefähr demselben Alter trotz Widerstandes der Eltern miteinander befreundet sind und bleiben möchten. Nachdem sie allerdings schon sehr früh im Roman voneinander getrennt werden, entwickeln sie sich in verschiedene Richtungen weiter, erleben und erleiden, treffen später wieder aufeinander, verlieben sich ineinander und leben ihre an gesellschaftlichen Standesunterschieden immer wieder auf die Probe gestellte Beziehung bis zu einem bestimmten Ereignis.

    Gefallen hat mir, dass die Beziehung der beiden trotz weniger Details als recht zerbrechlich dargestellt wird, jedoch weniger, dass Emily als die „Rebellin“ von einer fanatischen Unterstützerin der Weltausstellung ganz und gar zu einer absoluten Gegnerin dieser wird. Die Beweggründe waren für mich nur in kleinen Teilen nachzuvollziehen. Auch im weiteren Verlauf konnte ich Entscheidungen und so einigen von Emilys Handlungen kaum folgen. Immer wieder wendet sich die Geschichte, entwickelt sich etwas aufgrund eines urplötzlichen Entschlusses ihrerseits ganz anders als es zuvor geplant war. Aufgrund dessen bin ich wohl mit der Geschichte und ihren Hauptpersonen nicht recht warm geworden. Am Schluss des Romans angekommen war ich dann doch verwirrt und ein wenig enttäuscht. Vielleicht gehen die Figuren auch mehr in ihrem Hintergrund unter. Denn der größere Rahmen des Ganzen, also alles rund um Ausstellung, die technischen Aspekte, Eisenbahn und den Fortschritt Englands bis dato hingegen kamen gut und auch anschaulich durch.

    Ich hatte meine Problemchen mit diesem Buch, es ist weniger mein Geschmack. Dennoch wurde die Geschichte in ein mit der ersten Weltausstellung ohne Frage interessantes Themengebiet eingebettet.

  17. Cover des Buches Jenseits der Finsterbachbrücke (ISBN: 9783841501509)
    Antonia Michaelis

    Jenseits der Finsterbachbrücke

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Aleshanee

    Ich mag die Bücher der Autorin sehr und ich hab mich total auf ein spannendes Kinderbuch-Abenteuer gefreut - aber es ist so viel mehr! Alleine der Schreibstil lässt die Geschichte von Anfang an miterleben und das schicksalhafte Band spüren, das sich zwischen den Freunden Lasse und Joern entwickelt.

    Wie die beiden Jungs aufwachsen ist ein Unterschied wie Tag und Nacht: während Lasse auf dem Hof seines Vaters aufwächst, mit eigenem Pferd, der Weite von Feldern und Wäldern und Freiheit, muss Joern in der Schwarzen Stadt mit der tristen Kulisse aus grauen Häusern und dem ewigen Staub der Kohlebergwerke leben.

    Trotzdem haben BEIDE ihre Sorgen, denn während sich etwas Böses im Norderwald herumtreibt, dem Lasse auf die Spur kommen will, muss Joern seinem großen Bruder Onnar beistehen, der als Streikführer in den Bergwerken für bessere Arbeitsbedingungen kämpft.

    Die Entwicklung der Freundschaft der beiden Jungen ist wunderschön zu beobachten. Sie finden und mögen sich, ohne groß darüber nachzudenken und begeben sich von einem Abenteuer ins nächste. Die Themen dahinter sind ernsthaft und haben sehr reale Hintergründe, was die Autorin aber kindgerecht und mit einer Prise Humor bestens aufarbeitet.
    Es gibt ein mysteriöses Ungeheuer zu bekämpfen, einen geheimnisvollen weißen Ritter, die bedrückende Bedrohung in der Schwarzen Stadt und das neu geknüpfte Band einer Freundschaft, das leicht wieder zerreißen könnte.

    Ich hatte unheimlich viel Spaß beim Lesen und die Spannung wurde durchgehend hoch gehalten und es gibt auch einige traurige, bewegende Momente.
    Man erkennt zwar recht bald einige Zusammenhänge, aber den ganzen Durchblick erhält man dann erst zum Schluss, der die Geschichte perfekt abgerundet hat.

    Übrigens fand ich hier in Almut einen großartigen Nebencharakter - ein sehr pfiffiges und mutiges 10jähriges Mädchen, dass den beiden Jungs oft "am Rockzipfel" hängt, die aber mit ihrer forschen Art und ihren cleveren Ratschlägen so manches zum guten wendet.

    Eine Geschichte voller wunderbarer Momente - ob Freude, Trauer, Spannung, Wut oder Erleichterung; es ist rundum gelungen!

  18. Cover des Buches Sweet Tooth (ISBN: 9780099582038)
    Ian McEwan

    Sweet Tooth

     (26)
    Aktuelle Rezension von: NiamhOConnor

    Serena Frome, Tochter eines anglikanischen Bischofs, ist noch keine 25, bildhübsch und belesen und hat einen Abschluss in Mathematik von der Universität Cambridge. Ihren neuen Job beim britischen Geheimdienst MI5 verdankt sie aber nicht ihren akademischen Leistungen, sondern ihrem um drei Jahrzehnte älteren Geliebten Tony Canning. Hätte Ian McEwan den Beginn seines Romans Sweet Tooth (auf Deutsch: Honig)  im 21. Jahrhundert angesiedelt, würden Serena zu Beginn ihrer Tätigkeit ein anspruchsvolles Trainingsprogramm für Geheimagentinnen und im Anschluss daran eine Karriere im Kampf gegen rechten oder linken Terror oder gegen Islamismus erwarten. Serena tritt ihren Dienst aber im Jahr 1972 an, und daher verbringt sie ihre Tage mit dem Tippen und Ablegen von Akten, und ihr erster Auftrag außerhalb der Büromauern besteht darin, gemeinsam mit ihrer Kollegin Shirley Shilling eine vom Geheimdienst gemietete Wohnung zu reinigen, um die Spuren des letzten Einsatzes zu beseitigen. Dort findet sie einen Zettel mit einem Hinweis auf Tony, der sich in der Zwischenzeit sowohl von ihr als auch von seiner Ehefrau getrennt hat.

    Auch der nächste Auftrag ist nicht besonders spektakulär, kommt aber zumindest Serenas Interesse für Literatur entgegen: Im Rahmen des Projekts Sweet Tooth (in der deutschen Übersetzung Operation Honig) besucht sie getarnt als Mitarbeiterin einer Stiftung den noch unbekannten Schriftsteller Thomas Haley und bietet ihm finanzielle  Unterstützung an, die es ihm ermöglichen soll, sich ganz aufs Schreiben zu konzentrieren.  Die Kandidaten für ein derartiges Stipendium sind sorgfältig ausgewählt: Es werden nur Autoren ins Programm aufgenommen, von denen der MI5 annehmen kann, dass ihre zukünftigen Bücher eine pro-westliche, antikommunistische Ideologie transportieren werden. Wer sie wirklich finanziert, erfahren die Stipendiaten nicht. Wie nicht anders zu erwarten, verliebt sich Serena in Tom, kann sich aber trotzdem oder gerade deswegen nicht dazu durchringen, ihm die Wahrheit zu erzählen.

    Meine Meinung: Die Geschichte, an die sich Serena viele Jahrzehnte später erinnert, ist zwar im Geheimdienstmilieu angesiedelt, aber eher eine Beziehungs- als eine Spionagegeschichte. Sie lässt das London der frühen 1970er-Jahre wiederauferstehen: Die Tochter aus gutem Hause wohnt in einem möblierten Zimmer,  kann dank der Pille gefahrlos Liebschaften eingehen, spaziert durch die Carnaby Street und raucht mit dem Hippyfreund ihrer Schwester auch schon mal einen Joint.  Beim MI5 ist man mit dem Kalten Krieg und den Anschlägen in Nordirland beschäftigt und friert in wegen der Ölkrise ungeheizten Büros. Man macht sich Gedanken über den EU-Beitritt Großbritanniens, zweifelt an den Vorteilen des Zukunftsprojekts Channel Tunnel und freut sich, wenn die linken Gewerkschaften Rückenwind verlieren. 

    Die Sprache, in der Serena all das erzählt, ist ebenso elegant und kultiviert wie sie selbst, und Ian McEwan nimmt für die Geschichte doch auch Anleihen bei seinen Kollegen aus dem Geheimdienstgenre. Ian Flemming wird ausdrücklich erwähnt, und eine Anspielung auf Graham Greene ist wohl der „vierte Mann“, von dem wiederholt die Rede ist. Auch die Atmosphäre der Geschichte hat mich teilweise an Graham Greene erinnert, aber während Greenes Charaktere häufig von Gewissenskonflikten geplagt werden, bleiben bei dieser Geschichte alle, einschließlich Serena, emotional ein wenig unbeteiligt. Wenn eine Liebe scheitert, wendet sie sich nach kurzer Trauerphase der nächsten zu, und die Gefühle aller Beteiligten sind gerade stark genug, um die Geschichte glaubhaft voranzutreiben. Das gibt dem Roman eine augenzwinkernde Leichtigkeit, die den Twist am Ende nur logisch erscheinen lässt. Dieser ist zwar keine ganz neue schriftstellerische Erfindung, aber gekonnt umgesetzt. 



  19. Cover des Buches Zwei Esel auf Sardinien (ISBN: 9783548374093)
    Jutta Speidel

    Zwei Esel auf Sardinien

     (21)
    Aktuelle Rezension von: tigerbea

    Jutta wird auf die Hochzeit von Brunos Verwandter nach Sizilien eingeladen. Schon alleine die Anreise erweist sich als schwieriger, als Gedacht. Der Flughafen ist aufgrund einer Demonstration der Bauern voller Ziegen, an die Koffer ist kein drankommen und die Mietwagen sind aus. Zum Glück finden sich Bruno und Jutta wenigstens, gemeinsam geht es auf die abenteuerliche Weiterreise per Esel.

    Die Kapitel werden wechselweise erzählt. Einmal aus der Sicht von Jutta, das nächste aus der Sicht von Bruno. Es wird klar, daß beide eine andere Weltanschauung haben und die Ereignisse ganz unterschiedlich einschätzen und werten. Geschrieben ist das Buch wunderbar flüssig, sehr humorvoll und man merkt bei beiden, wie sehr sie dem anderen verbunden sind und was sie für ihn auf sich nehmen.

    Ein lesenswertes Buch, daß dem Leser die Lachtränen in die Augen treibt.


  20. Cover des Buches Billy Elliot (ISBN: 9783551312242)
    Melvin Burgess

    Billy Elliot

     (24)
    Aktuelle Rezension von: bauerhepeter

    Billy Elliot – I will Dance     Die   britische Kunst gekonnt zwei bewegende Geschichten in einem Jugendroman  uns näher zu bringen

     

     Die britische  Jugendbuchszene wurde in den letzten Jahren entscheidend mit dem Namen der Harry Potter-Erfinderin  Rowling , zumindest  in kommerzieller und medialer Hinsicht gleich gesetzt. Ein Riesenhype , der bis heute noch kein Ende gefunden und viele Bereiche bis  zur Theaterbühne erfolgreich  durchgedrungen hat. Dies erschwerte den genaueren Blick auf andere lesenswerte  Jugendbücher von den britischen Inseln , die schon seit ewigen Zeiten neben der skandinavischen Jugendbuchkultur zu den führenden in Europa zähllen. Mit Klassikern aus heutiger Sicht           verbinden wir  freudig unsere Kinder-  und Jugendlesezeit und haben wir   sie  bereuend letztendlich irrtümlich mal weggegeben so kramen wir sie gerne auf Buchflohmärkten wieder heraus  ,um sie für ein paar Euro wieder in unsere Bücherschränke einzuordnen. Mit Reihen wie  " 5 Freunde " und  " Die schwarze  Sieben  " von Enid Blyton , Richard Adams Kaninchen unten am Fluss oder " Alice im Wunderland   " ,  "Charlie und die Schokoladenfabrik "  und  " Der goldene Kompass " sind  wir literarisch beeindruckt aufgewachsen . Rücken wir aber literarische Schwergewichte wie Tolkien und Rowling mal hier ächzend zur Seite und  schauen neugierig hinter sie dann entdecken wir noch viel Interessantes wie auch den britischen Jugendbuchautor Melvin Burgess neben Meg Rosoff  ( " Was wäre wenn " ), Sally Nicholls ( " Wie man unsterblich wird "  " Keiner wird überleben  " ) , Mal Peet ( " Keeper " / " Die Murdstonetrilogie " )  ,Anne Fine  ,Patrick Ness . Mark Haddon (" Supergute Tage  " ) Jenny Valentine und Frank Cottrell  Boyce.( " Millionen " )

     Sympathisch dieser Familienvater aus Manchester ,der wie ich gerne  im sommerlichen  Garten mit Blick auf einen Gartenteich mit tanzenden Libellen und quakenden Fröschen seine Buchideen ausformuliert  ,aber  immer  mit genauen Forderungen an seine Leserschaft.  Melvin mag  Konsumenten , die nach dem Ende seines Buches nachdenklich zurückbleiben , weil sie halt einfach einiges zu verdauen haben .Und dies sollen sie auch deswegen wird sich auch nicht thematisch und sprachlich an ein  Mainstreamgehabe  angebiedert. Brutalität und Sex sind da , es gibt keine  Extreme und deren Verherrlichung aber auch keine  pflegeleichten Beschönigungen. Wir halten ein Jugendbuch   dass in deutlicher  und einfacher Sprache gehalten  , in der Hand und dass durch  Verknüpfungen von Selbstfindung, Sozialdrama und Tanzroman geprägt ist.

    Melvin, der durch seine Tätigkeit auch als Journalist viel herumgekommen ist auf unserer Welt, erzählt seine  Geschichte  des Protagonisten Billy aus unterschiedlichen Blickwinkeln denn jedes Kapital des Buches wird  von einer anderer Person aus Billys Umfeld passend gestaltet. So bekommen wir verschiedene Einblicke auf ihn ,lernen  die  entscheidenden Personen für ihn auch kennen und können uns gut in alles und alle hineinversetzen.

    Im Hintergrund  lässt  der Autor, der  auch Themen wie  Missbrauch , Schönheitswahn ,  Sexualität und  Drogen aufgreift ,  von vielen oft nicht so deutlich bemerkt ,parallel eine weitere Geschichte ablaufen ,  die dafür sorgt ,dass auch  junggebliebene ,Erwachsene und  Ältere, die oft mit Jugendlichen zu tun haben ruhig zu diesen Roman greifen können. Oscarnominierungen für die gelungene Verfilmung  sowie eine spätere Musicaladaption unterstreichen  diese Empfehlung.

    Wir sind  1984 im Nordosten Englands in Durham einem Städtchen was die meisten von uns natürlich  kaum kennen werden. Bis auf vielleicht  jene aus Tübingen in Baden – Würtemberg, die sich beim Lesen wohl erinnern können , dass diese kleine Stadt einer ihrer Partnerstädte ist.

     Ältere Musikfans verbinden diesen Ort mit Trevor Horn  ,der hier geboren ist. Trevor Horn war der prägende Musikproduzent der  80er und ist für die musikalischen Werke von Pop und Rockgrößen wie  Paul McCartney von den legendären Beatles ,der Progressivrockgröße Yes ,  bekannten Genesis , Tina Turner,Grace Jones ,Heaven17 ,Frankie goes to Hollywood, Schmusepianist Barry Manilow  und Unverwüstlichen  wie Simple Minds ,Rod Stewart und Pet Shop Boys verantwortlich.

    Hier gewannen  schon vor längerer Zeit Bodenschätze wie Kohle  an Bedeutung. Stahlindustrie sowie Schiffbau und Fischerei in den nahegelegenen Küstenstädten expandierten. Die Stadt wuchs durch  neu entstanden Arbeitersiedlungen und  Anwesen der Industriellen. Aber schon bald Mitte der 1970er  begann jedoch der Niedergang des Bergbaus denn die ansässigen Industrien gerieten  durch  vornehmlich asiatische Konkurrenz unter Druck .Diese hier produzierten Güter waren nun mal  Massengüter die sich rein über den Preiskampf absetzten und nicht durch unverkennbares Markenbewusstsein. In London war die Eiserne Lady, gut nach vollziehbar durch den Film mit Helen Mirren an die Macht gekommen. Ihren politischen Leitlinien entsprechend war sie gewillt diese ganzen klassischen englischen Industriezweige ohne vernünftige Alternativen für ihre Arbeiter und begleitendes soziales Abfedern knallhart zu opfern auch  um  die Macht der  von dem politischen Gegner Labour geprägten Gewerkschaften  zu brechen. Gegen die Entscheidung dieser konservativen  Regierung Margaret Thatchers, die Gruben durch Streichung der Subventionen aufzugeben, kam es 1984/85 zu einem großen Bergarbeiterstreik gegen die geplanten Schließungen und Privatisierungen  der  Zechen. Der Streik dauerte ein Jahr. Die Bergarbeitergewerkschaft hatte bald ihre Streikkasse aufgebraucht und konnte dann keine Streikgelder mehr zahlen. In der Folge verschuldeten sich viele Bergleute. 1985 stimmte eine Delegiertenkonferenz schließlich für das Ende des Arbeitskampfes. Durch den „Sieg“ Thatchers sank der Einfluss der englischen Gewerkschaften dauerhaft. Der Weg für weitere  Beschneidungen der  Arbeiter - und Gewerkschaftsrechte war endgültig frei   .Noch heute  leidet England an  schwachen Gewerkschaften und an fehlender Diversität   seiner Wirtschaft. Es  ist stark abhängig  von der Finanzmetropole London und  ausgelagerter Fertigungsanlagen  einiger Großen  aus der Automobil und IT-Branche. Von dieser Zeit erzählt auch, sozusagen im Hintergrund und immer wieder geschickt kreuzend mit Billy Elliots Tanzambitionen , dieses Buch.

    Hier in einer solchen kleinen Bergbausiedlung mit rotbraunen Backsteinhäusern, wo eigentlich jedes Haus dem anderen gleicht wächst Billy auf. Seine musikalische Mutter ist leider schon verstorben, die verbliebene Oma leicht altersverwirrt und sein älterer Bruder und Vater  als  von der Arbeitslosigkeit bedrohte Minenarbeiter schwer  mit den  oben erklärten Streiks beschäftigt.

    Billy Elliot geht wie sein Dad früher zum Boxtraining was ihm aber entscheidend nicht so zu liegen scheint und so reiht er sich einfach mal  in die Mädchenriege der Balletttanzlehrerin  ein die aus Platzmangel in der gleichen Sporthalle trainieren muss. Schon bald erkennt er seinen  Zugang zur Musik und der Umwandlung in Bewegungen und auch seiner Lehrerin bleibt sein Talent nicht verborgen .Sie kann ihn zum kontinuierlichen Weitermachen überreden und so wechselt Billy heimlich die Freizeitfronten  - bis  er eines Tages auffliegt. Sein Dad und auch sein Bruder haben für solches Verhalten kein Verständnis denn es entspricht nicht im geringstem ihren Vorstellungen und den Konventionen dieser Arbeiterklassenwelt, dass Jungs tanzen wollen. Boxen, Ringen und Fußball spielen sind hier die vorbereiten Wege der  Freizeitbeschäftigungen für das  heranwachsende männliche Geschlecht auch um einen bei Bedarf das benötigte körperliche Durchsetzungsvermögen zu vermitteln.

    Doch Billy bleibt unerbittlich dran an seinem Wunsch  unterstützt von seiner Lehrerin die ihm heimlich Privatunterricht gibt um ihn für eine Aufnahmeprüfung vor zu breiten. Stille Rückendeckung bekommt er noch von seiner Oma, die auch mal anscheinend eine Chance einer Tanzkarriere hatte und wehmütig daran erinnert und von seinem besten Freund  , der  eh mit Mädchenkleidung herumexperimentierend erste homosexuelle   Tendenzen zeigt. Chancen sind es, die wie hier  sich ergeben und ergriffen sollten. Chancen nach denen Billy beharrlich greift ,die seine Oma anscheinend  verpasste und deren  sein Vater und Bruder durch gravierende Berufs - und Arbeitsbedingungen wohl nicht mehr haben werden. Die Eiserne Lady bleibt nämlich auf Kurs im wohlbehüteten London während zu Weihnachten  das letzte Erinnerungsstück an seine   verstorbene  Frau, ihr Klavier  als Brennholz für den Kamin herhalten muss. Es  ist nicht nur Billys Geschichte des Voranschreitens und des Öffnens der bis jetzt kleinen Welt der Bergarbeitersiedlung.  Es ist auch die Geschichte seines Vater   der eher zurückschreitet und dem  neue Welten verschlossen bleiben werden denn als Minenarbeiter in diesem Alter kann er sich nicht  woandershin orientieren und wird arbeitslos mit Alltagsproblemen und Verpflichtungen dort zurückbleiben. Denn Billy hat die angestrebte Aufnahmeprüfungen bestanden  nach dem er seinem Vater  in einer beeindruckenden privaten Tanzvorführung nachts anscheinend  doch noch überzeugt hatte. So unterstützt ihn dann doch noch sein komplettes hier vorgestelltes Umfeld wie auch sein Boxtrainer mit allerlei  Aktionen um  auch die finanzielle Seite der Veränderung abzusichern. Sie sehen schließlich Billy als  ein Symbol für jemanden der Lebenschancen trotz Widrigkeiten  verfolgt und  für das steht was sie nicht schafften. Zwar geht hier die Wandlung eines Vaters ,der seinen Sohn wegen dessen Balletträumen fast vermöbelte zum glühendsten Unterstützer etwas zu schnell ist aber dramaturgisch dem Buchumfang geschuldet und noch gerade nachvollziehbar denn Kinder sind nun mal immer ein Teil von uns . Mit ihrem Glück ist unser Glück als Eltern  oft dauerhaft verbunden.

    Zu verzeihen ist auch gerade  noch das doch  dann doch etwas zu klischeehafte und   möglichen  Mainstreamkonventionen geschuldete  Ende der Verfilmung von  dem Filmregisseur ,   der dadurch doch sein sonst  sehr rundes Regiedebüt wohl finanziell absichern wollte. Billys Vater, immer  noch anscheinend total durch den Wind ob seines  Sohnes und mit gerötetem Augenumfeld  welches meilenweit durchs dunkle Theater  zu sehen ist neben Michael. Billys Jugendfreund  mit dessen  homosexuellen Partner einem „Farbigen„ und ein gen Himmel springender Soloballetttänzer. Etwas zu pathetische Stilmittel , die eigentlich fürs englische Arbeiterkino untypisch sind und wir mehr aus Hollywood  kennen aber darauf zielte wohl gerade Stephen Daldry. Dafür erdet uns die britische Musik des Abspanns wieder ; Marc Bolan s Till Rex  einer der erfolgreichen Bands der ersten Hälfte des 7oer deren Mitglieder leider schon alle von uns gegangen sind .Geblieben sind die fragilen Geschichten von Marc denn er sang gerne  von mystischen Wesen die aus einer Welt eines Autors zu stammen scheinen den wir hier anfangs erstmal ächzend zur Seite schieben mussten um Billy Elliot zu finden: Tolkien :D

    Dafür besetzt  Stephen Daldry  unseren Billy mit dem Glücksgriff  eines Jamie Bell  , der den entscheidenden Vorteil mitbrachte , dass er selbst als Kind schon Tanzunterricht  hatte und der Gegend entstammte  .Jamie kennen wir auch aus einem Video von  der etablierten Postpunkband Green Day und Filmen wie Hallam Foe und Jane Eyre. So werden  dann natürlich schnell und gekonnt die Wege und Mauern  in der tristen Bergarbeitersiedlung zur Plattform des Steppens und einiger individueller Tanzausdrucksformen. Es bedarf keiner offiziellen Bühne um sich  zu präsentieren , zu üben und  seine Chance zu ergreifen.

    „ Billy Elliott – Ich will Tanzen „ : Ein emotionaler Weg durchs Tanzen  sein Leben zu finden. In Roman - , Film  - und Musicalform.  „ Wenn ich tanze bin ich wie ein Stück Elektrizität „ .Ja dies spüren wir  Billy.  Wir danken dir.

  21. Cover des Buches Mord am Marienplatz (ISBN: 9783961482191)
    Heidi Rehn

    Mord am Marienplatz

     (6)
    Aktuelle Rezension von: buecherwurm1310

    Wir befinden uns in München im Jahr 1870. Während manche Menschen in Saus und Braus leben, haben viele nicht einmal das Nötigste zum Überleben. Die Löhne sind so niedrig, dass es für ein Auskommen einfach nicht reicht. Auch die Schneiderin Emma hat es nicht leicht. Ihr Mann ist krank und sie muss für das Überleben ihrer Familie sorgen. Doch so sehr sie sich auch anstrengt, es reicht nicht. Also bittet sie den reichen Nähmaschinenhändler Riederer um Hilfe, doch der verweigert barsch die Unterstützung. Einen Tag später ist er tot. Für den Polizeioffiziant Severin Thiel ist die Sache klar. Wenn er sich da nur nicht täuscht.

    Ich lese gerne Krimis und mag die Bücher von Heid Rehn, daher fühlte ich mich mit diesem Buch sehr wohl.

    Der Schreibstil ist der damaligen Zeit angepasst und gut zu lesen. Nicht nur der Kriminalfall ist spannend, auch das Eintauchen in eine andere Zeit hat mir gut gefallen. Es gibt Unruhen in München, einige Arbeiter streiken für bessere Löhne. Es ist die Zeit, in der sich Arbeitervereine und Gewerkschaften bilden. Aber in deren Kassen gibt es noch kein Geld, um die Streikenden zu unterstützen. Es gründen sich auch die ersten Frauenbewegungen.

    Die Charaktere sind sehr gut und authentisch ausgearbeitet. Emma versucht alles, um ihre Familie durchzukriegen, doch das ist kaum möglich. Der Riederer hat die Not der Menschen schamlos ausgenutzt und so gibt es einige, die ein Motiv haben. Emma und auch ihr Bruder geraten bald in Verdacht. Aber es gibt noch andere, die Probleme mit Riederer hatten.

    Es bleibt spannend, weil bis zum Ende nicht wirklich klar wurde, welcher der Verdächtigen denn Mord begangen hat.

  22. Cover des Buches GB84 (ISBN: 9783453675308)
    David Peace

    GB84

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    David Peace's Werk "GB 84" widmet sich dem britischen Bergarbeiterstreik aus den Jahren 1984/1985. Dieses Thema ist so originell, dass man als Leser dem Autor direkt dankbar sein muss. Eine völlig neue Herangehensweise, tolle Verschachtelung der Geschichte und ein enorm guter Spannungsbogen machen den Text zu einer kleinen Entdeckung. Der Autor ist ein großer Freund von Subtilitäten bzw. Metaebenen, denn auf fast jeder Seite sind Sprachspiele, Brüche, Wiederholungen eingebaut, die Peace als Kenner und Könner des Schreibens ausweisen. Gleichzeitig aber besitzt "GB 84" einen Hang zu eben jener Überstilisierung, die irgendwann als lästig oder überflüssig empfunden wird. Der Roman besitzt eine so interessante Handlung, dass die permanente Ablenkung des Lesers durch die genannten Stilmittel leider den Lesefluss stört. So ist es auf Dauer anstrengend, den Text zu lesen; auf der anderen Seite aber ist "GB 84" wiederum durch seine thematische Originalität und intellektuelle Herausforderung durchaus lesenswert.
  23. Cover des Buches Mit Müh und Not (ISBN: 9783743162563)
    Kai Blum

    Mit Müh und Not

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Mattder

    Habe das Buch hier gewonnen danke dafür. 


    Jack und Bob Hunhoff werden auf Grund der Ereignisse in Chicago 1886 eines Bombenattentats zum Reicheren von einer Zeitung dort hin geschickt. Es entwickelt sich ein winzige gut geschriebener Roman der hier als Krimi verkauft wird, aber egal. Ihre Rechest bringt sie mit Anarchisten und den Polizeichefs zum. Toll geschrieben Buch lesen.
  24. Cover des Buches Dunkle Tage (ISBN: 9783866800724)
    Gunnar Kunz

    Dunkle Tage

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Der Industrielle Max Unger wird in dem Arbeitszimmer in seiner Villa grausam abgeschlachtet, und diesem Widerling trauert keiner so richtig nach. Seine Brüder haben längst eigene Pläne für das Familienunternehmen und mußten sich regelmäßig demütigen lassen, und als Vermieter hat er den Bewohnern seiner Dreckslöcher übel mitgespielt. Außerdem unterstützte er rechtsgerichtete Kreise, die zu der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg Oberwasser gewinnen. Die Beschreibungen des Berlins zu Beginn der 20er Jahre sind gut gelungen, die Kriegsversehrten überall und die ärmlichsten Wohnbedingungen in den Mietskasernen werden sehr drastisch dargestellt, das politische rechtslastige Klima wird gut erzählt und der Kapp-Putsch im März 1920 nachvollziehbar eingebunden. Der Krimi ist aber ein einfacher Whodunit, und die Figurenzeichungen und deren Dialoge haben mich nicht gefesselt.

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