Bücher mit dem Tag "stürme"
16 Bücher
- Jonas Jonasson
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
(5.948)Aktuelle Rezension von: Tanja_Wue"Richtig war nicht unbedingt das, was richtig war, sondern das, was von der maßgeblichen Person für richtig erklärt wurde."
Die Geschichte fängt genauso an, wie der Titel es vorhersage. Der Hunderjährige Allan hat keine Lust seinen 100ten Geburtstag zu feiern und stieg aus dem Fenster des Altenheim und verschwand. Was dann passiert ist sowohl skurill und an manchen Stellen humorvoll. Weil ich mir einfach nicht das vorstellen konnte und kopfschüttelnd lachen musste um mir das was gerade passiert sein soll, vorstellen zu können.
Insgesamt war es aber mehr eine Erzählung über Allan, wie er aus dem Fenster stieg und was dann passiert, sowie Rückblicke was alles in seinem Leben passiert ist. Fand durch die Erzählung der Schreibstil sehr monoton und dadurch viel es mir schwer manchmal dran zu bleiben, weil es auch schnell langatmig wurde.
Eine solide und skurille Geschichte, die bestimmt mal was anderes ist!
- Marah Woolf
House of Eternity (Luxusausgabe einer aufwühlenden RomantasySaga in dystopischem Setting)
(215)Aktuelle Rezension von: Samisbooks"House of Eternity" von Marah Woolf entfaltet von Beginn an eine Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann. Mit ihrem unverwechselbaren Schreibstil erschafft die Autorin eine düster-magische Welt, die ebenso atmosphärisch wie faszinierend ist. Jede Szene wirkt sorgfältig komponiert, voller Stimmung und unterschwelliger Spannung.
Die Hauptfigur überzeugt durch ihre Authentizität: verletzlich, mutig und mit einer Vergangenheit, die sie glaubhaft formt. Besonders die Interaktionen zwischen den Figuren stechen hervor – intensiv, emotional aufgeladen und manchmal so leise, dass sie gerade dadurch tief berühren. Auch die Nebencharaktere fügen sich nahtlos ein und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe.
Inhaltlich gelingt Marah Woolf ein harmonisches Zusammenspiel aus Romantik, Fantasy und Nervenkitzel. Die Handlung bleibt abwechslungsreich und überrascht immer wieder mit neuen Entwicklungen. Lediglich einige sehr detailreiche Beschreibungen verlangsamen den Lesefluss ein wenig, tragen jedoch gleichzeitig stark zur besonderen Stimmung des Buches bei.
Ein atmosphärisch dichtes, emotional mitreißendes Abenteuer, das man nicht so schnell vergisst. Für Fans von geheimnisvollen Welten, starken Heldinnen und einer Liebesgeschichte voller Intensität ist "House of Eternity" ein Must-Read.
- Sarah Beth Durst
Spellshop
(319)Aktuelle Rezension von: DesmodeaAuch wenn es sich auf den ersten Blick „nur“ um eine gemütliche Fantasiegeschichte rund um die Bibliothekarin Kiela und ihren absolut genialen Sidekick Caz (er ist eine Schlingpflanze!🪴) handelt, steckt in dieser Geschichte so viel mehr!
Kiela hatte in den letzten Jahren mehr Kontakt zu Büchern als zu Menschen. Aufgrund dessen bleibt sie lieber für sich allein und ist in sozialen Interaktionen unbeholfen, überfordert und eckt an. Mir gefiel, dass sie kein „glattpolierter 0815“ Charakter war, sondern eine authentische Persönlichkeit.
Die Geschichte enthält mehrere gesellschaftskritische Themen, die gut verdaulich eingearbeitet wurden.
Es geht um Liebe und Diversität 🌈
Es geht um Freundschaft und darum, sich in einer neuen Gemeinschaft zurecht zu finden, dabei seine eigenen Grenzen zu spüren und mitzuteilen.
Es geht um Hilfsbereitschaft und darum, eine neue Perspektive zu entwickeln, nachdem das bisherige Leben buchstäblich in Flammen aufgegangen ist.
Und es geht darum, alte Wunden nicht zu verdrängen, sondern stärker aus ihnen hervor zu gehen 🙌🏻
Und noch so vieles mehr!
Schade fand ich, dass wir nicht wirklich erfahren haben, wie Larran (Love Interest) eigentlich aussieht 😅
Der nächste Band ist schon erschienen und heißt
„The Enchanted Greenhouse“ 🌱
Es handelt sich um eine vernetzte, aber dennoch eigenständige Geschichte. - Cora Carmack
Stormheart - Die Rebellin
(355)Aktuelle Rezension von: Natiibooks
3 🌟🌟🌟Inhalt:
Blicke dem Sturm in die Seele und finde dein Herz! Von der jungen Königstochter Aurora wird erwartet, dass sie ihre besonderen Fähigkeiten nutzt, um ihr Volk vor den zerstörerischen Stürmen zu schützen. Was keiner weiß: Noch hat Aurora diese Fähigkeiten nicht. Um ihr Geheimnis zu wahren, scheint eine arrangierte Heirat der einzige Ausweg. Doch bevor es dazu kommt, flieht sie aus dem Palast und schließt sich einer Gruppe von Sturmjägern an. Während sie eine ganz besondere Verbindung zu Stürmen findet, läuft sie Gefahr, ihr Herz zu verlieren.
Ein opulenter Auftakt zur Stormheart-Trilogie mit einem spannenden Kampf gegen Naturgewalten!Meinung:
Hier bin ich schon seit langer Zeit Überlegung ob ich das Buch lesen will also habe ich beschlossen als Hörbuch zuhören. Es hat wirklich gut angefangen bis es für mich eine Richtung genommen hat die nicht mochte. Dadurch habe ich mehrmals darüber nachgedacht es Abzubrechen und war mir immer unsicher denn ich hatte wirklich viel Potenzial für die Geschichte. Ich hab beschlossen das Buch dann doch zu beenden aber kann bereits sagen das ich es in Zukunft wahrscheinlich nochmal eine Chance geben werde denn leider hat es mir nicht so gefallen wie erwartet. Und ich weiß nicht an was das gelegen hat aber ich gehe davon aus das ich es gleich nach ACOSAF gehört habe und das war der Fehler. Denn ich hab einfach zu viel erwartet und hatte Probleme mit der Protagonistin und ihre Endscheidungen denn manchmal kam ich damit nicht klar. Deswegen kann ich nicht viel sagen nur das Geschichte an sich aufregend anhört und ich in Zukunft es wahrscheinlich wieder lesen oder hören werde für denn Moment will ich es einfach nur zu Seite legen. Auch wenn es gegen Ende besser wurde.
- Brandon Sanderson
Der Ruf der Klingen
(62)Aktuelle Rezension von: DrachenbuecherhortMit „Der Ruf der Klingen“ eröffnet Brandon Sanderson nach dem monumentalen Höhepunkt von „Die Stürme des Zorns“ ein neues Kapitel in den Sturmlicht-Chroniken. Schon zu Beginn wird spürbar, dass sich das Erzähltempo wandelt: An die Stelle von gigantischen Schlachten, politischen Intrigen und weltbewegenden Enthüllungen tritt nun eine Phase der Sammlung – die sprichwörtliche Ruhe nach dem Sturm. Diese Verlangsamung bedeutet jedoch keineswegs Stillstand. Vielmehr nutzt Sanderson sie gezielt, um seinen Figuren und der Welt von Roschar mehr Tiefe zu verleihen und den Lesenden Raum für Reflexion zu geben.
Sanderson hat sich längst den Ruf erarbeitet, ein Meister des Weltenbaus zu sein. Mit akribischer Detailfreude entwirft er Kulturen, Religionen, politische Gefüge und Magiesysteme, die so komplex wie faszinierend sind, und führt seine Leserschaft behutsam Schritt für Schritt in diese Geflechte ein. In „Der Ruf der Klingen“ treibt er dieses Vorgehen jedoch noch intensiver voran. Er nimmt sich die Zeit, Zusammenhänge nicht nur zu schildern, sondern sie auch zu ordnen, zu erklären und in neue Kontexte zu stellen. Die Magie wird aus ungewohnten Blickwinkeln beleuchtet, politische Strukturen verschieben sich, alte Gewissheiten werden hinterfragt. Für jene, die den hohen Pulsschlag der vorherigen Bände gewohnt sind, mag dieses gedrosselte Tempo zunächst irritierend wirken. Doch gerade in dieser Ruhe entfaltet sich die wahre Stärke des Romans: Sie erlaubt es, die dramatischen Ereignisse der Vergangenheit zu verarbeiten, Figuren und Entwicklungen neu zu verorten und ein tieferes Verständnis für die Bühne zu gewinnen, auf der das große Epos weitergeschrieben wird.
Ein wesentlicher Unterschied zu den Vorgängerbänden ist der deutlich stärkere Fokus auf Dalinar. Während er bisher vor allem als verlässliche Stütze und strategischer Kopf in Erscheinung trat, rückt er in diesem Band endgültig ins Zentrum des Geschehens. Sanderson nimmt sich die Zeit, hinter die Fassade des unbeugsamen Heerführers zu blicken, und zeichnet das Bild eines Mannes, der gleichermaßen von Visionen angetrieben wie von Schuldgefühlen verfolgt wird. Dalinars Streben nach Einheit und Frieden kollidiert immer wieder mit den Schatten seiner Vergangenheit, die ihn nicht loslassen und ihn zugleich formen. Besonders eindringlich gelingt dies in den Rückblicken, die Stück für Stück Mosaiksteine seiner Geschichte enthüllen – mal erschütternd, mal erhellend, stets aber mit großer emotionaler Wucht. Dadurch entsteht ein facettenreiches Porträt, das ihn nicht nur als charismatischen Anführer, sondern auch als zutiefst menschliche Figur zeigt: einen Helden, der sich mit den Konsequenzen seiner eigenen Entscheidungen auseinandersetzen muss und dabei Gefahr läuft, sowohl an sich selbst als auch an der Verantwortung gegenüber seinem Volk zu zerbrechen.
Anstatt sich in spektakulären Schlachten oder actiongeladenen Höhepunkten zu verlieren, schlägt Sanderson diesmal bewusst einen leiseren Ton an und richtet den Blick nach innen. Die großen Konflikte treten in den Hintergrund, um Platz für die feinen Nuancen zwischenmenschlicher Beziehungen zu schaffen. Freundschaften festigen sich, alte Wunden brechen wieder auf, und selbst Nebenfiguren gewinnen an Tiefe, weil ihre persönlichen Kämpfe und Sehnsüchte in den Vordergrund rücken. Die Konflikte, die nun ausgetragen werden, sind weniger Schlachten auf offenem Feld als vielmehr innere Auseinandersetzungen und Machtspiele im Kleinen – dadurch wirken sie umso intensiver und greifbarer.
Gleichzeitig erweitert sich der Blick auf die Gesellschaft von Roschar. Strukturen, die bisher nur angedeutet wurden, treten deutlicher hervor; wir bekommen Einblicke in Hierarchien, Traditionen und Bruchlinien, die das Fundament dieser Welt tragen – und bedrohen. Unter der scheinbaren Ordnung schwillt ein Spannungsfeld aus religiösen, politischen und kulturellen Gegensätzen, das jederzeit eskalieren könnte. Gerade diese Verbindung aus intimer Charakterarbeit und groß angelegtem Weltenbau macht den Band zu einem unverzichtbaren Baustein des Gesamtwerks.
Wer nach dem Donnerhall von „Die Stürme des Zorns“ ein weiteres Feuerwerk erwartet, könnte zunächst überrascht oder gar ernüchtert sein: „Der Ruf der Klingen“ ist nicht der lauteste, nicht der spektakulärste Band der Sturmlicht-Chroniken. Doch gerade in dieser Zurückhaltung liegt seine eigentliche Stärke. Denn während andere Teile der Reihe mit monumentalen Schlachten und atemberaubenden Enthüllungen glänzen, übernimmt dieser Band die Rolle des Architekten, der die Grundmauern für das Kommende legt. Sanderson beweist dabei einmal mehr, dass er sein Epos wie ein gewaltiges Bauwerk konstruiert. Jeder Band ist ein sorgfältig geformter Baustein in einer Konstruktion, die weit über das hinausgeht, was man beim ersten Lesen erfassen kann. „Der Ruf der Klingen“ mag nicht mit den ganz großen Gesten aufwarten, doch er zementiert das Fundament, auf dem künftige Konflikte, Enthüllungen und emotionale Höhepunkte ruhen werden. Wer bereit ist, diesen Abschnitt als notwendige Phase der Sammlung und Vorbereitung zu begreifen, erkennt seine unverzichtbare Bedeutung für das große Ganze.
„Der Ruf der Klingen“ ist damit weniger ein Buch der großen Explosionen als vielmehr der stillen, aber tragenden Pfeiler. Es überzeugt nicht durch atemlose Spannung, sondern durch die Sorgfalt, mit der Sanderson seine Welt neu ausrichtet, seine Figuren vertieft und den Weg für die kommenden Ereignisse ebnet. Wer bereit ist, das langsamere Tempo als Teil dieser architektonischen Meisterleistung zu begreifen, wird mit wertvollen Einblicken belohnt – und mit dem Gefühl, beim Lesen Zeuge zu sein, wie sich Stück für Stück das Fundament eines der größten Fantasy-Epen unserer Zeit festigt.
- Kim Kestner
Sakura
(221)Aktuelle Rezension von: StinsomeSakura wartete lange Zeit in meinem Bücherregal, obwohl ich den Klappentext so spannend fand, dass ich es mir schon kurz nach Erscheinen zugelegt habe. Bei meiner aktuellen Lektürenauswahl war für mich auch ausschlaggebend, dass es ein Einzelband ist, was perfekt ist, wenn man gerade nicht so viel Zeit zum Lesen einer ganzen Reihe hat. Einen ganzen Tag lang wusste mich Kim Kestners Roman gut zu unterhalten, auch wenn ich an manchen Stellen durchaus etwas zu kritisieren habe.
Die erste Hälfte des Buches fand ich wahnsinnig gut, denn Kestner bietet uns ein spannendes Worldbuilding: Juri lebt in einer Welt, die sich in eine unterirdische Höhle und „die Oberfläche“ unterteilt. Die Höhle weist verschiedene Ebenen auf, die an die Distrikte in „Die Tribute von Panem“ erinnern, nur dass sich diese Ebenen aufeinanderstapeln. In ihnen herrschen unterschiedliche Lebensbedingungen, je nachdem, wofür die Ebenen zuständig sind. Juri lebt im „Scheißhaus des Kaisers“ und so, wie das klingt, sind auch die Zustände zu erwarten. Die Menschen hungern, kränkeln und leben nicht lange. Die elenden Zustände werden von Kestner sehr eindrucksvoll und glaubwürdig geschildert, sodass man sich wie hautnah dabei fühlt. Für ein Jugendbuch ist Sakura auch erstaunlich offenherzig in der Sprache und manchmal sogar etwas plump, was von Juris Herkunft in der ersten Ebene herrührt. Das gelegentliche „oder so“ beim Erzählen störte mich aber doch das eine oder andere Mal beim Lesen.
Eines Tages tauchen Menschen von der Oberfläche auf, die manche (vermeintlich vollkommene) Bewohner der Ebenen auserwählen, um eine „Blüte“ zu werden und an die Oberfläche geholt zu werden. Juri ist keine von ihnen, weil sie zu muskulös und groß ist, für ein Mädchen nicht im herkömmlichen Sinne hübsch. Durch eine Verbündete gelangt sie dennoch an eine der begehrten Blütenkarten. Sie muss sich aber als Junge ausgeben, denn nur als solcher könnte sie als vollkommen durchgehen. Von da an muss sie mit rund tausend „anderen“ Jungen ihre Vollkommenheit in drei verschiedenen Prüfungen unter Beweis stellen.
Derartige Geschichten, in denen die Protagonisten um ihr Überleben kämpfen oder verschiedene Prüfungen bewältigen müssen, mag ich besonders gerne, deshalb war ich beim Lesen von Sakura direkt Feuer und Flamme für die Grundidee. Die Prüfungen sind einfallsreich und spannend und animieren definitiv zum Weiterlesen. Was mir jedoch nicht so gut gefallen hat, ist Juris Darbietung in diesen Prüfungen, da ich mir für eine toughe Protagonistin etwas anderes gewünscht hätte. Ohne zu viel zu spoilern: Der Verlauf war für mich etwas ernüchternd und hat mir etwas die Freude genommen, mit ihr mitzufiebern. Ich fühlte mich sogar etwas übers Ohr gehauen. Wer das Buch gelesen hat, weiß vielleicht, was ich meine.
Juri ist ohne Frage tough und mutig. Sie ist so angelegt, dass der Leser durchaus mit ihr mitfiebern könnte. Leider stellt sie dies in den Prüfungen nicht ganz so unter Beweis. Auch gibt es in ihrem Charakter manchmal leichte Widersprüche bzw. sogar Unstimmigkeiten: sie behauptet von sich, nicht gerne und wenig zu reden, ist andererseits aber die Erste, die ihrem Unmut Worte verleiht und sich damit Probleme einhandelt. Das fand ich zwar sehr gut, da sich gerade darin ihr großer Mut zeigt, aber ich hätte mir gewünscht, dass ihr Selbstbild dann nicht so konträr dazu angelegt worden wäre.
Kestner entwirft des Weiteren viele spannende, vielfältige und interessante Nebencharaktere, die man mit Juri zusammen ins Herz schließt. Dahingehend ist sie auch für Überraschungen gut. Im Zuge der Tatsache, dass ich mit der Zeit Sympathien für gewisse Charaktere aufgebaut habe, fing ich auch an, mir bestimmte Liebesgeschichten zu wünschen. Juri hatte mit einem bestimmten Charakter eine wahnsinnig gute Chemie, was sich aber leider als falsche Fährte entpuppt hat. Wohin es dann letztendlich für besagten Charakter ging, war für mich positiv überraschend, Juris romantische Storyline fand ich dagegen sehr unzufriedenstellend. Ihre Liebesgeschichte war wenig glaubwürdig, weil zwischen ihnen viel weniger Chemie aufkam als zwischen Juri und dem anderen Charakter. Auf einmal sind Gefühle da, die sich überhaupt nicht anbahnen konnten. Das war ziemlich schade.
Der Haupthandlungsstrang wartet gegen Ende mit großen Überraschungen auf, die ich einerseits sehr faszinierend und gelungen fand, andererseits waren sie jedoch auch sehr verwirrend erzählt, sodass es mir nach wie vor schwerfällt, mir das Worldbuilding richtig vorzustellen. Kestner beschreibt hier manches zu kompliziert und undurchsichtig und sie erklärt meiner Meinung nach zu wenig. Nichtsdestotrotz legt sie aber zuvor sehr geschickt Köder aus, um den Leser neugierig zu machen und zum Miträtseln zu animieren, ohne je zu viel durchsickern zu lassen. Zwischenzeitlich dachte ich, dass ein Einzelband viel zu kurz angelegt ist für die gewaltige Idee, die hinter allem steckt, aber letztendlich ist es Kestner doch irgendwie gelungen, die wichtigsten Dinge abzuhandeln. Gegen Ende geht einiges sehr schnell, nicht alles wird mehr so detailliert geschildert und der Schluss lässt viel Raum zum Weiterspekulieren, aber man wird nicht unzufrieden gestellt zurückgelassen. Richtig zufriedenstellend ist der Ausgang aber auch nicht.
Fazit
Insgesamt ein solides Jugendbuch mit einer sehr faszinierenden, einfallsreichen Grundidee, die zwischen Fantasy und Dystopie balanciert. Der Twist war ziemlich spannend, aber leider auch zu undurchsichtig und verwirrend erzählt, sodass ich mit dem Ausgang leider nicht so zufrieden bin. Zudem hätte ich mir auch eine mitreißendere Liebesgeschichte gewünscht. 3,5 Sterne!
- Brandon Sanderson
Die Stürme des Zorns
(119)Aktuelle Rezension von: DrachenbuecherhortMit „Die Stürme des Zorns“, dem vierten Band der deutschen Sturmlicht-Chroniken, erreicht Brandon Sandersons episches Fantasy-Werk einen ersten erzählerischen Höhepunkt. Der Roman bildet den zweiten Teil des englischen Originals „Words of Radiance“ und führt die Erzählstränge aus „Die Worte des Lichts“ konsequent und mit großer erzählerischer Kraft zu einem furiosen Finale.
In „Die Stürme des Zorns“ spitzen sich die Konflikte auf Roschar dramatisch zu. Politische Intrigen, alte Feindschaften und uralte Mächte prallen aufeinander, während die Protagonisten gezwungen sind, Entscheidungen von historischer Tragweite zu treffen. Kaladin steht vor einer Prüfung, die ihn nicht nur körperlich, sondern auch moralisch bis an seine Grenzen bringt. Die Frage, was es bedeutet, jemanden zu beschützen – auch wenn es der Feind ist – wird auf beklemmende Weise greifbar.
„Die Stürme des Zorns“ entfaltet sich mit wachsender Wucht. Während der erste Teil von „Words of Radiance“ Raum für Charakterentwicklung, politische Feinheiten und Mythologie bot, steigert sich der zweite Teil zu einem echten Sturm an Handlung, Enthüllungen und Action. Sanderson gelingt es, über 800 Seiten hinweg eine kontinuierliche Spannung zu erzeugen, die in einem der spektakulärsten Finalkapitel der modernen Fantasy gipfelt. Gleichzeitig bleibt der Autor seiner Linie treu: Die emotionalen Entwicklungen der Figuren stehen nie im Schatten der spektakulären Magie oder Schlachten.
Die Figurenentwicklung zählt zu den eindrucksvollsten Stärken des Romans – und steht beispielhaft für Sandersons Fähigkeit, tiefgründige Charaktere inmitten einer gewaltigen Welt glaubhaft zu formen. Besonders Kaladin sticht hervor: Einst ein entrechteter Sklave und widerwilliger Soldat, wandelt er sich in „Die Stürme des Zorns“ immer deutlicher zu einer Figur von ikonischer Strahlkraft – einem Symbol des Schutzes in einer Welt, die von Verrat, Angst und Machtgier geprägt ist. Doch diese Entwicklung verläuft nicht geradlinig. Kaladin kämpft unablässig mit seinem Selbstwert, mit Schuldgefühlen, Misstrauen und der Frage, ob es überhaupt möglich ist, gerecht zu handeln in einer zutiefst ungerechten Welt. Seine Zerrissenheit wird nicht romantisiert, sondern mit realistischer psychologischer Tiefe dargestellt. Dabei entsteht das eindrucksvolle Bild eines Helden, der nicht durch Unfehlbarkeit glänzt, sondern durch seine Bereitschaft, trotz innerer Dunkelheit immer wieder aufzustehen – für jene, die Schutz brauchen, auch wenn sie es vielleicht nicht verdienen. Gerade dieser innere Konflikt macht Kaladin zu einem der nuanciertesten und menschlichsten Protagonisten der modernen Fantasy. Er verkörpert nicht nur physische Stärke, sondern auch moralische Komplexität – und bleibt lange nach der letzten Seite im Gedächtnis.
Schallan Davar nimmt in „Die Stürme des Zorns“ eine zentrale Rolle ein und entfaltet sich zu einer der stärksten und tragischsten Figuren der Sturmlicht-Chroniken. Hinter der Fassade der höflichen, scharfsinnigen Adligen verbirgt sich eine zutiefst zerrissene Persönlichkeit. Ihre Fähigkeit, sich selbst und andere durch Illusionen zu verwandeln, ist nicht nur magisch von Bedeutung – sie spiegelt zugleich ihr inneres Ringen mit Identität, Wahrheit und Verdrängung wider. Schallans Reise ist ein behutsam aufgebautes Porträt einer Frau, die versucht, sich vor ihrer Vergangenheit zu schützen, indem sie sich in Lügen kleidet – so geschickt, dass sie selbst kaum noch weiß, wo die Masken enden und sie selbst beginnt. Ihre Transformation zur Lichtweberin ist nicht nur eine physische, sondern eine seelische Metamorphose: von Unsicherheit und Verleugnung hin zu Kontrolle, Erkenntnis und letztlich dem Mut, sich selbst mit all ihren Narben zu sehen. Was Schallan so bemerkenswert macht, ist nicht nur ihr Talent oder ihre Intelligenz, sondern ihre Verletzlichkeit – und der stille, oft schmerzhafte Weg, diese nicht länger als Schwäche zu sehen. In einer Welt, in der Wissen gefährlich und Erinnerung eine Waffe sein kann, wird sie zu einer Schlüsselfigur im Geflecht aus Geschichte, Magie und Macht.
Dalinar Kholin, der sogenannte „Schwarzdorn“, verkörpert in „Die Stürme des Zorns“ den moralischen Kern der Handlung. Einst ein unbarmherziger Kriegsherr, strebt er nun nach Einheit, Ehre und einer besseren Welt – und stellt sich dabei nicht nur äußeren Widerständen, sondern vor allem seinem eigenen dunklen Erbe. Dalinars Entwicklung ist geprägt von Schuld und dem unermüdlichen Versuch, Erlösung zu finden, ohne der Versuchung der Selbstverleugnung zu erliegen. Seine Visionen, die ihn mit einer mystischen Vergangenheit verbinden, fordern ihn nicht nur als Strategen, sondern auch als Mensch. Immer wieder muss er sich entscheiden: zwischen Macht und Prinzipien, zwischen Loyalität und Wahrheit. Was ihn so besonders macht, ist sein unbeirrbarer Wille, Verantwortung zu tragen – nicht nur für seine Armee oder sein Reich, sondern auch für seine eigenen Fehler. In einer Welt, in der Stärke oft mit Grausamkeit gleichgesetzt wird, steht Dalinar für eine andere Form der Größe: für Integrität, Reue und den Glauben, dass Menschen sich ändern können. Er ist der stille Fels inmitten des Sturms – gezeichnet, aber aufrecht. Und vielleicht gerade deshalb einer der glaubwürdigsten und bewundernswertesten Anführer der epischen Fantasy.
„Die Stürme des Zorns“ verwebt seine Handlung mit einer thematischen Tiefe, die weit über das hinausgeht, was klassische High Fantasy oft bietet. Im Zentrum stehen große, universelle Fragen: Wer bin ich – und wer will ich sein? Was bedeutet Verantwortung, wenn die Wahrheit schmerzt? Und wie geht man mit Schuld um, die sich nicht mehr ungeschehen machen lässt?
Sanderson nutzt seine vielschichtigen Figuren nicht nur zur Spannungserzeugung, sondern als Spiegel einer Welt im Umbruch. Identität, Verantwortung, Trauma, Loyalität und die oft unbequeme Wahrheit durchziehen den gesamten Roman wie ein moralisches Fundament, das nie starr, sondern ständig in Bewegung ist. Helden und Schurken gibt es hier nicht im klassischen Sinn – vielmehr zeigt sich, wie dünn und durchlässig diese Grenze sein kann. Fast jede Figur trägt innere Narben, trifft zweifelhafte Entscheidungen oder ringt mit ihrer Vergangenheit. Gerade diese Ambivalenz macht sie glaubwürdig, menschlich – und zutiefst berührend. Besonders hervorzuheben ist der moralische Unterbau der Geschichte: Ehre wird nicht als starres Ideal präsentiert, sondern als Konzept, das im Laufe der Handlung immer wieder hinterfragt, gebrochen und neu definiert wird. Was heißt es, ehrenhaft zu handeln, wenn die Welt selbst zutiefst ungerecht ist? Wie viel Wahrheit verträgt ein Mensch – oder eine Gesellschaft – bevor sie daran zerbricht?
Sanderson beantwortet diese Fragen nicht mit einfachen Parolen. Er lässt sie offen, stellt sie klug in den Raum – und überlässt es den Lesern, eigene Schlüsse zu ziehen. Dabei bleibt der Roman stets zugänglich und emotional packend, ohne jemals belehrend zu wirken. Gerade dadurch entsteht eine intensive Auseinandersetzung mit Themen wie Führung, Schuld, Vergebung und der Suche nach einem Platz in einer Welt, die keinen Halt zu geben scheint. Das Resultat ist ein Werk, das nicht nur unterhält, sondern nachhallt – und dessen ethische Tiefe sich erst mit der Zeit vollständig entfaltet.
Mit „Die Stürme des Zorns“ liefert Brandon Sanderson einen mitreißenden Abschluss für den zweiten Originalband der Sturmlicht-Chroniken. Der Roman vereint alles, was epische Fantasy ausmacht: tiefgründige Figuren, ein durchdachtes Magiesystem, dramatische Wendungen und ein Finale, das Gänsehaut hinterlässt.
- Brandon Sanderson
Die Splitter der Macht
(60)Aktuelle Rezension von: ElOlorDeUnLibroDieser Band setzt nahtlos an den Vorgänger an, da die Bücher im deutschen ja gesplittet wurden. Allerdings ist bei mir doch ein bisschen Zeit zwischen den beiden Büchern vergangen, sodass ich mir definitiv einen recap gewünscht hätte. Ich hab mir zunächst absolut schwer getan, wieder in die Handlung, die Charaktere und die Komplexität der Welt zu finden.
Doch dann so ab 150 Seiten wurde es wieder besser, mehr und mehr Details kamen zurück und ich konnte wieder besser mit der story connecten.
Nichtsdestotrotz habe ich wirklich lange für dieses Buch gebraucht, gute zwei Wochen hab ich jetzt daran gelesen (zwischendurch auch mal leichtere Kost eingeschoben).
Es ist also definitiv nichts, was man mal so eben wegliest.
Der große Plottwist des Buchs wurde tatsächlich mehrfach durch foreshadowing angeteasert, aber als es dann so war, war ich doch echt geplättet. Die Welt Roschar ergibt nun so viel mehr Sinn!
Ab diesem Plottwist wurde es auch wieder aaaabsolut episch - und etwas wirr... Die POVs haben sich dann wirklich halbseitig gewechselt. Und das war mir persönlich doch ein bisschen zu viel.
Daher kann ich keine fünf Sterne vergeben, ich hab mir teils einfach doch schwer getan mit dem Buch.
Trotzdem freue ich mich auf die Fortsetzungen, umso mehr, da Band 5 ja nun endlich auf englisch erschienen ist, und noch dieses Jahr auch auf deutsch veröffentlicht wird.
Fazit:
Wer auf Fantasy steht, kommt an Sanderson einfach nicht vorbei.
- Linda Winter
Macht des Himmels: Die Reiter des Himmels 4
(26)Aktuelle Rezension von: dorothea84Folge dem Königssohn Tyko und der Drachenreiterin Stella, die in einer Welt voller Magie, Intrigen und Gefahren schicksalhaft zusammengeführt werden. Alles begann mit den Plänen seines Vaters, jetzt versucht Tyko mithilfe von Stella nur noch alle am Leben zu erhalten. Das ist kein leichter Akt, denn so einige Geheimnisse, Prophezeiungen, sind ans Licht gekommen. Viele wollten die Macht, die Magie für sich haben. Jeder hatte seine eigene Mission. Jetzt liegt es an den beiden, die Welt und die Magie zu retten. Das große Finale nähert sich und man weiß nicht wie es endet. Die Szenen mit den Drachen liebe ich und sind mein persönliches Highlight. Die Wortgefechte, sie Stella mit ihrem Drachen führt, sind einfach toll. Tyko hat eine Wandlung vollzogen und doch ist sein Kern der gleiche geblieben. Manche Charaktere haben mich überrascht und die ein oder andere Wendungen habe noch mehr Spannung in das letzte Band gebracht.
- Sabine Schulter
Pro und Contra. Mein Licht in deiner Dunkelheit
(57)Aktuelle Rezension von: Nora4Die Grundidee ist top und auch etwas neues, denke ich. Zumindest habe ich bis jetzt noch kein ähnliches Buch gesehen oder gelesen, was mit mangelndem Storm oder so zu tun hat. Ein wirklich spannendes Konzept, das auch sehr gut umgesetzt wurde. Die Erklärungen waren simpel erzählt und machten doch genug Sinn und die Storyline war spannend erzählt.
Der sowohl grösste Pluspunkt für mich aber auch gleichzeitig die grösste Schwäche des Ganzen, ist, dass das Buch ein Einzelband ist.
Erst mal ein Kompliment an die Autorin eine komplette Welt in ein Buch zu packen. Das kriegt nicht jeder hin (gerade bei Dystopien, ich kenne dort wirklich nicht so viele Einzelbände).
Jedoch ging trotz des guten Gesamtpackets für mich einiges an Details verloren, die definitiv ausgebaut hätten werden können. Es wurde dadurch nicht unverständlich aber gefehlt hat mir trotzdem etwas: Dazu zählen die genauere Erklärung, was Thor und Kotou denn nun genau machen. Der eine ist Stromschmuggler und der andere ein Spieler, aber viel mehr wird auch nicht erklärt. Die Vergangenheit von Summer und Kayden ist ebenfalls nicht sehr gut aufgebaut und wird auch erst sehr spät erzählt. Generell frage ich mich wie auch ihr Freundeskreis an solche Leute geriet, wie Thor zum Beispiel. Nicht alle wurden doch einfach von ihren Eltern ausgesetzt?
Das Ende ist zwar abgeschlossen und für mich auch zufriedenstellend, aber dann ebenfalls etwas zu kurz ausgebaut. Es wird nur noch im Epilog erzählt, was passiert, nachdem sie die Kristalle gefunden haben und davon der Öffentlichkeit berichteten.
Die Charaktere sind an sich gut ausgebaut, auch wenn hier wie vorher schon erwähnt, ihre Vorgeschichte ziemlich ausgelassen wird. Einzig Summer fand ich etwas nervig zwischendurch (und etwas seltener auch Glenn). Summer bezeichnet sich selbst sogar als weinerlich, aber sie ist wirklich manchmal etwas zu weinerlich, was etwas störend war. Gut, ich sollte vielleicht nicht zu viel bewerten, vielleicht wäre ich auch so, wenn ich mein Leben lang Schmerzen gelitten hätte, aber sogar zusammen mit Kayden war sie noch manchmal noch so. Ich finde es zwar klasse, dass Charaktere Fehler haben, denn das gehört ja auch zu einem guten Charakter dazu, aber man kann ja versuchen, diese zu verbessern.
Zusammenfassend kann ich jedoch sagen, dass es definitiv kein schlechtes Buch ist. Es gibt einige Aspekte, die etwas Verbesserung benötigt hätten, aber das schadet den Gesamteindruck zum Glück nicht so sehr, womit das Buch immer noch eine klare Empfehlung bleibt. Ich gebe dem Buch deshalb vier wohlverdiente Sterne.
- Christine Cazon
Stürmische Côte d'Azur
(18)Aktuelle Rezension von: scouterCommissaire Duval wird zu einem Mord gerufen auf die Ile Sainte-Marguerite. Ein Mitarbeiter auf einer Jacht wird erstochen aufgefunden. Doch schon die Hinfahrt zum Tatort ist für Duval eine Herausforderung. Es herrscht ein starker Sturm und so sind die zwanzig Minuten der Überfahrt schon schlimm für ihn. Auf der Insel angekommen hat er es mit schwierigen Ermittlungen zu tun, denn es gibt zwar Verdächtige, aber noch kein Motiv. Einer der Verdächtigen allerdings wird vermisst und man denkt er ist geflohen. SO werden alle Bewohner und Gäste dieser Insel befragt, doch bis zum Abend gibt es keine Ergebnisse, so entscheidet sich Duval zu bleiben, da auch der Sturm noch zunimmt. An dem Abend allerdings gibt es entscheidende Neuigkeiten.
Wie stürmisch es werden kann auf der Insel und vor den Toren von Cannes zeigt schon das Cover des Krimis „Stürmische Cote D´Azur“ von Christine Cazon. Von der ersten Seite an Ist es verständlich, dass Duval und sein Team in einer sehr schwierigen Situation ermitteln müssen, Es ist kalt und regnerisch und so sind auch die äußeren Umstände gegen das Polizeiteam. Auch die Menschen, die mit ihren Booten auf der Insel gestrandet sind, haben sich das wohl anders vorgestellt. Das Team um den Toten ist ebenfalls sehr interessant, sie waren lange mit dem Skipper unterwegs, so dass hier natürlich die Verdachtsmomente fehlen. Interessant sind die Bewohner der Insel dargestellt, aber auch die Besitzer von Yachten, die momentan im Hafen lagern. Sie erzählen alle Geschichten, die zusammengesetzt werden müssen. Ich finde das ist die Stärke dieses Buches, das die Charaktere gut ausgearbeitet werden. Aber auch die Spannung ist fühlbar in diesem Sturm auf der Insel und es ist fast so, dass das Wetter die Spannung auf der Insel spürt. Der Bogen zum Ende wird sehr überzeugend gespannt und ist natürlich mit Überraschungen gespickt.
Ich mag diese Art von regionalem Krimi, der die Schönheiten der Region, hier der Insel, beschreibt auch wenn es mal stürmt. Ich kann allen die regionale Krimis mögen, diesen auf jeden Fall empfehlen.
- Victor Dixen
Vampyria - Der Hof der Stürme
(59)Aktuelle Rezension von: Susanne_HaarmannDiese drei Bücher habe ich wirklich sowas von verschlungen von Anfang bis Ende super spannend geschrieben. Der Schreibstil war so toll, dass es mich wahnsinnig gefesselt hat. Woran erkennt man ein gutes Buch daran, dass wenn es dann zu Ende ist man wirklich trauert, weil man die Charaktere verlassen muss. Ich hab selten so ein gutes Buch gelesen. Am Anfang hab ich gar nicht so viel erwartet und war dann wirklich massiv beeindruckt ich kann es unbedingt weiterempfehlen
- Thomas Letocha
Ich knittere nicht, ich lache nur
(24)Aktuelle Rezension von: haberlei„Ich knittere nicht, ich lache nur“ von Thomas Letocha ist der dritte und bis jetzt letzte Band der Reihe über Oma Else.
Kurz zum Inhalt:
Die verwitwete Else hat mit 82 nochmals die große Liebe gefunden. Doch Rudolf verhält sich plötzlich seltsam und hüllt sich über die Gründe in Schweigen. Dem muss Else auf den Grund gehen und erlebt bei ihren Nachforschungen so manch Abenteuerliches …Mir liegt die Weltbild-Ausgabe des 2016 ursprünglich im Goldmann Verlag erschienen Romans vor, wobei das Cover der Originalausgabe, wo Else und Rudolf mit dem Hund Kyra auf der Klippe stehen und aufs Meer hinausschauen, meiner Ansicht nach besser zum Inhalt passt als das sich zuprostende ältere Paar auf meinem Exemplar. Das ca. 200 Seiten umfassende Büchlein fand ich beim Sortieren meiner Bibliothek. Ich war wieder einmal auf der Suche nach einem dünnen, handlichen Buch, das in die Handtasche passte, für unterwegs. Vermutlich ist das Buch heutzutage entweder nur noch gebraucht erhältlich oder als eBook.
Ich habe Band 1 „Oma Else kann’s nicht lassen“ vor rund zehn Jahren gelesen, kann mich an den Inhalt überhaupt nicht mehr erinnern, und besitze das Buch auch nicht mehr. Band 2 „Oma Else startet durch“ kenne ich nicht. Da aber jeder Band eine für sich abgeschlossene Geschichte beinhaltet, sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich.
Der Schreibstil ist flüssig und humorvoll. Die Kapitel sind kurz, lediglich nummeriert, ohne Orts- oder Zeitangaben. Die Handlung spielt in der Gegenwart an der Nordseeküste. Erzählt wird aus Sicht von Else. Die Handlung verläuft ruhig, ohne große Dramatik. Sie ist dennoch kurzweilig, weil sie abwechslungsreich ist. Einerseits stolpert Else von einer urigen Situation in die nächste, erlebt aber auch Schönes, z.B. romantische Momente, lernt freundliche, hilfsbereite Menschen kennen. Eine gewisse Spannung ist stets präsent, weil sich ja erst gegen Ende das seltsame Gebaren von Rudolf aufklärt. Diverse Hoppalas, Missgeschicke und komische Szenen entlockten mir immer wieder ein Schmunzeln. Die Essenz der Geschichte ist, dass es nie zu spät ist, ein neues Leben zu beginnen, und dass man gerade im Alter jeden Moment genießen sollte. „Carpe diem“ hat, je älter man wird, umso mehr Bedeutung.
Die Charaktere sind authentisch und lebendig gezeichnet. Im Mittelpunkt steht Oma Else – sie strahlt Herzenswärme und Optimismus aus. Auch Tatkraft. Man muss sie einfach mögen. Freundlich, liebenswürdig, bescheiden und lebensklug steht sie mitten im Leben. Sie verfügt über Durchsetzungsvermögen und über erstaunlich viel Energie für ihr Alter. So verfahren eine Situation auch sein mag, sie gibt nicht auf, für sie gibt es immer eine Lösung. Elses Gefühle sind gut nachvollziehbar. Ihre Liebe zu Rudolf, die Intensität, mit der sie auch einmalige Momente bewusst genießen kann. Die männlichen Protagonisten sind ebenfalls sympathische Menschen, unterscheiden sich charakterlich und sind gut vorstellbar beschrieben.
Dieses amüsante Büchlein ist das Richtige für den Urlaub oder zwischendurch, zum Entspannen und für Wohlfühlmomente.
- Holly Wagner
Anker im Sturm
(10)Aktuelle Rezension von: mabuerele„...In der Bibel steht, dass wir uns nicht darüber wundern sollen, wenn wir vor harten Proben, Stürmen oder Feuerstürmen stehen. Nur, dass Sie es wissen: Ich wundere mich jedes Mal...“
In 12 Kapiteln setzt sich die Autorin mit den Stürmen in unserem Leben auseinander. Als Aufhänger nutzt sie in vielen Fällen die stürmische Schiffsreise von Paulus gen Rom. Dessen Erleben und Verhalten exportiert sie in die Gegenwart.
Im ersten Kapitel steht die Forderung im Mittelpunkt, auch in schwierigen Situationen wieder aufzustehen. Das Eingangszitat stammt aus diesem Kapitel.
Danach untersucht die Autorin, wie man sich für einen Sturm wappnen kann. Das folgende Zitat bringt es präzise auf den Punkt:
„...So wie ein gebrochener Arm einen Gips benötigt, brauchen wir auch eine Stütze, einen Halt, um schwierige Zeiten zu überstehen...“
Dann zählt sie zwei dieser Stützen auf und erläutert sie genauer. Dabei verwendet sie zum einen eine Vielzahl von passenden Bibelzitaten, zum anderen lässt sich mich in ihr eigenes Leben blicken und schöpft aus dem Schatz ihrer Sturmerfahrungen.
Im dritten Abschnitt geht es darum, Ballast über Bord zu werfen. Dazu gehören Enttäuschungen, unerfüllte Erwartungen und Ängste. Sehr gut gefällt mir, dass die Autorin an vielen Stellen mit Aufzählungen arbeitet und dadurch das Thema schnell konkretisiert. Ausgangspunkt ist die folgende Feststellung.
„...Auch auf der Reise unseres Lebens nehmen wir oft zu viel Gepäck mit. […] Wenn Sie es jedoch durch den Sturm schaffen wollen, müssen Sie ein paar Gepäckstücke über Bord werfen, ehe das Gewicht Sie zum Kentern bringt...“
Im vierten Kapitel erweitert sie das Thema, indem sie darauf hinweist, dass wir auf unsere Prioritäten achten müssen. Dazu zitiert sie Stephen Covey:
„...Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt...“
Im nächsten Kapitel geht es um den Wert der Hoffnung, bevor sie uns im sechsten Kapitel auffordert, Entscheidungen mutig anzugehen. Hier hat sie in ihre Ausführungen gekonnt den Lebenslauf einiger mutiger Frauen eingeflochten.
Abschnitt 7 greift den Titel des Buches auf. Vier Anker werden explizit beschrieben. Danach ermahnt uns die Autorin, nicht aufzugeben und zeigt, wie wir gestärkt aus einem Sturm hervorgehen können.
„...In unserem Leben gibt es viele Nöte. Deshalb müssen wir zusehen, dass wir bei Kräften bleiben, um über diese Runden zu kommen...“
Im Gegensatz zu manch anderen Büchern, beginnt die Autorin damit, Beispiele aufzuzählen, wie wir unseren Körper gesund und stark erhalten, bevor sie sich der geistigen Gesundheit zuwendet.
Ein eher schwieriges Thema sind sicher für jeden die selbst verursachten Stürme. Auch die klammert die Autorin nicht aus.
Im Kapitel 12 führt sie uns dann ans Ufer.
Der Schriftstil lässt sich angenehm lesen. Einiges dazu hatte ich im Laufe der Rezension schon ausgeführt. Die Zitate zeigen auch, das die Autorin über einen feinen Humor verfügt.
Bibelzitate für stürmische Zeiten und weiterführende Fragen ergänzen das Buch.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es gibt viele praktische Ratschläge, wirkt nie trocken und belehrend und zeigt, dass die Autorin selbst mitten im stürmischen Leben steht.
- Brandon Sanderson
Der Weg der Könige
(18)Aktuelle Rezension von: gaery-opal📖 Inhaltsangabe (spoilerfrei):
Auf Roshar tobt ein endloser Krieg und drei Menschen geraten in den Strudel einer Geschichte, die das Schicksal der ganzen Welt trägt. Mehr muss man eigentlich nicht wissen, der Rest entfaltet sich beim Lesen.
✨ Rezension:
Ich habe "Der Weg der Könige" und "Der Pfad der Winde" direkt hintereinander als Hörbuch gehört, also die ersten beiden deutschen Teile, die zusammen "The Way of Kings" ergeben. Meine Meinung bezieht sich bewusst auf diese Einheit, denn getrennt wirken sie einfach nicht so, wie Sanderson sie geschrieben hat.
Der Einstieg war für mich eine kleine Hürde. Nach seinen anderen Werken, die deutlich leichter zugänglich sind, fühlte sich dieses hier viel stärker nach High Fantasy an. Die Welt ist riesig, voller Historie, seltsamer Tiere, komplizierter Gesellschaften und einem Haufen Begriffe, die man erst mal einordnen muss. Ich war lange damit beschäftigt, überhaupt Fuß auf Roshar zu fassen. Gefühlt bis zur Hälfte von "Der Weg der Könige".
Aber irgendwann hat es Klick gemacht. Ich kann nicht genau sagen wann, aber der Moment war da und ab dann war ich wie eingesogen. Je mehr Struktur ich in der Welt erkannt habe, desto mehr hat mich das alles fasziniert. Und die Charaktere haben diesen Effekt nochmal verdoppelt.
Kaladin ist einfach ein großartig. Ich verstehe jetzt, warum er für viele Cosmere Fans der Favorite schlechthin ist. Shallan hat mich komplett überrascht, sie ist so klug, so kaputt, so charmant, ich hab sie richtig ins Herz geschlossen. Ihre Szenen mit Jasnah waren für mich immer Highlights. Und Dalinar ist sowieso ein Fels, sehr ruhig und sehr stark, genau mein Ding.
Vor allem die Handlung auf der zerbrochenen Ebene hat mich gepackt. Dieses Gefühl von Ehre, Loyalität, Mut und Sinnsuche war so intensiv, dass ich beim Hören manchmal ganz still geworden bin. Für die letzten Stunden bin ich extra lange spazieren gegangen, nur um keine Pause machen zu müssen.
"The Way of Kings" war für mich eines der stärksten Werke von Sanderson. Es hat mir Geduld abverlangt, mich aber hundertfach belohnt. Ich freue mich riesig darauf nach Roshar zurückzukehren.
📍 Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐ (5 von 5 Sternen)
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