Bücher mit dem Tag "suche nach sich selbst"
29 Bücher
- Hermann Hesse
Der Steppenwolf
(1.301)Aktuelle Rezension von: rainybooksDer Steppenwolf begleitet Harry Haller, der sich immer weiter von der Gesellschaft entfernt und dabei in eine ziemlich tiefe Einsamkeit rutscht. Er ist ständig auf der Suche nach etwas „Mehr“ im Leben, findet aber keinen richtigen Platz für sich und gerät dadurch in eine sehr dunkle Abwärtsspirale.
Ich denke, jeder, der sich schon mal als Außenseiter gefühlt hat oder einen Tiefpunkt im Leben erlebt hat, kann Harry Hallers Gedanken bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen -vermutlich für manche mehr, für andere weniger.
Überrascht hat mich vor allem, wie modern der Roman trotz seines Alters wirkt. Die Themen: alternative Beziehungen, psychische Belastungen, die Frage nach Sinn und Zugehörigkeit -fühlen sich erstaunlich zeitlos an. Vieles davon konnte ich persönlich gut nachempfinden.
Insgesamt hat mich Der Steppenwolf wirklich positiv überrascht. Trotz der düsteren Stimmung steckt auch Hoffnung darin, und es gibt viele Momente, aus denen man etwas für sich mitnehmen kann. Für mich auf jeden Fall eine lohnende Lektüre.
Ich habe mir einige Stellen markiert und würde das Buch irgendwann gerne noch einmal lesen.
- Sabaa Tahir
Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht
(609)Aktuelle Rezension von: AnnaLovesBooksBand 2 fesselt von der ersten Seite an 😍 Drei Perspektiven, starkes Setting 🌙 und nonstop Spannung – ein absolutes Highlight!
Elias & Laia – Eine Fackel im Dunkel der Nacht hat mich wieder komplett abgeholt! 😍 Der zweite Band knüpft direkt an die Ereignisse des ersten an und ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Ganz klar: 5 von 5 ⭐⭐⭐⭐⭐
Richtig genial fand ich, dass wir hier zusätzlich Helenas Perspektive bekommen – Elias’ langjährige Freundin. Dadurch wirkt die Geschichte noch intensiver und vielseitiger. Ich habe alle drei Blickwinkel geliebt und war einfach nur begeistert, wie stark sich die Charaktere weiterentwickeln.
Der Schreibstil ist wieder so packend ✨, dass man total in der Story versinkt. Dazu dieses arabisch angehauchte Setting 🌙, das einfach eine einzigartige Stimmung erzeugt. Und es wird noch besser: In diesem Band erfahren wir viel mehr über den Fantasyanteil 🐉, was die Welt noch lebendiger und magischer macht.
Auch die politischen Intrigen und Machtspiele fand ich unglaublich spannend – alles wirkt durchdacht und sorgt für nonstop Nervenkitzel. Insgesamt: ein episches Leseerlebnis, das mich richtig geflasht hat! 🔥
- Benedict Wells
Spinner
(380)Aktuelle Rezension von: WortgedankenJesper, hat seine München hinter sich gelassen und ist nach Berlin gezogen, um seinen ersten Roman zu vollenden. Doch anstatt Inspiration zu finden, gerät er in einen Strudel aus Selbstzweifeln, Orientierungslosigkeit und wilden Nächten in der Großstadt. Während er zwischen kreativer Schaffenskrise und persönlichem Chaos taumelt, verschwimmen die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit. Eine Woche in Jespers Leben zeigt seine Sehnsüchte, Zweifel und das Verschwimmen von Realität und Einbildung.
Benedict Wells schreibt einfach großartig. Dieser Roman ist sein erster und er hat ihn mit 19 geschrieben, was schon einen riesigen Respekt verdient. Das ist mein drittes Buch von Wells und ich bin wieder begeistert!
Jespers Zweifel, Sehnsüchte und sein Kampf mit sich selbst haben mich sehr berührt. Die Sprache ist lebendig, ehrlich und voller Gefühl - ich habe mit ihm gehofft, gelitten und gesucht. Zwischen Melancholie und feinem Humor steckt die Wahrheit über das Leben und das Erwachsenwerden. Ein intensives Leseerlebnis, das nachklingt.
- Gayle Forman
Nur ein Tag
(531)Aktuelle Rezension von: Mama_liest_wiederIch hatte das Buch jetzt schon länger im Regal stehen und hatte jetzt endlich Zeit es zu lesen. Den Anfang fand ich wirklich gut. Es war gut zu lesen und ich kam gut durch. Ich fieberte sogar richtig mit. Dann kam der 2. Teil in dem Allyson sehr depressiv war und das hat mir so gar nicht gepasst.
Wieso müssen Mädchen denn sofort Depressiv werden wenn ein Typ sie sitzen lässt?
Im laufe des weiteren Buches wird dann klar das sie eigentlich hauptsächlich der Version von sich selbst nach trauert. Also nimmt sie ihr Leben in die Hand und versucht es zu ändern. An diesem Punkt gefällt mir das Buch sehr gut. Allyson wird richtig Aktiv macht eine enorme Charakter Entwicklung durch und kommt aus der Passivität heraus. Über den Punkt das sie Willem jetzt auf eigene Faust sucht bin ich zwiegespalten. Auf der einen Seite feier ich es das sie nicht auf ihn wartet um sich finden und retten zu lassen, sondern das sie selber los zieht und ihn finden will. Auf der anderen Seite finde ich aber auch das es vermittelt das man einem Typen einfach weiter hinterher laufen muss auch wenn er einen einfach sitzen gelassen hat. Aber ich denke das ist einfach dem Genre geschuldet. Trotzdem hätte ich es besser gefunden hätte sie die Suche erst begonnen wenn ihr ein Zeichen geschickt worden wäre das Willem auch gefunden werden will. Z.b. ein Zettel mit hole kurz Frühstück in ihrem Rucksack den sie seid dem Tag nicht mehr geöffnet hat oder so etwas.
Alles in allem finde ich das Buch trotzdem gut. Und würde es auch weiter empfehlen. Vor allem gefällt mir die Allyson die emanzipiert Ihr Leben selbst in die Hand nimmt.
- Kristina Günak
Mit dir ist alles schöner
(69)Aktuelle Rezension von: kisacaeinsteinNicht ohne Grund zählt Kristina Günak zu einer meiner Lieblingsautor:innen.
Ich liebe ihre Geschichten und ihren Schreibstil.
Die Charaktere sind sehr realistisch, ich kann mir jede:n bildlich vorstellen. Die Altersklasse der Protagonist:innen ist ideal für mich.
Franziska, Erik und alle anderen waren einfach sehr sympathisch. Die Umgebung wurde total gut beschrieben. Ich wollte regelrecht dahin.
Auch die Arbeiten in Bezug auf den Campingplatz wurden sehr realistisch dargestellt. Das Buch war einfach echt und aus dem Leben gegriffen. Ein richtig schöner Wohlfühlroman.
- Lily King
Euphoria
(128)Aktuelle Rezension von: mariameerhabaIch habe nicht gewusst, was ein Ethnologe ist. Durch das Buch habe ich das gelernt und das war eine angenehme Überraschung, weil ich das nicht erwartet habe. Einen unbekannten Stamm erforschen, mit ihnen zusammenleben, ein Teil von ihnen werden - also ich könnte das nicht und ich respektiere jeden, der das kann. So wie die drei Protagonisten dieses Buchs.
Die Dreieckbeziehung ist spannend zu verfolgen. Man hat die Hoffnung beim Lesen des Protagonisten gespürt, der unbedingt Teil der beiden weißen Menschen sein wollte und dafür alles zu riskieren begann. Auch wenn er umgeben ist von dunkelhäutigen Menschen, fühlte er sich durchgehend einsam und war bereit, für eine gleichgesinnte Gesellschaft zu sterben.
Als Fen nach seiner Reise zurückkehrt, wird das Buch richtig spannend. Der Seitensprung knistert durch die Handlung und wird von Tragödien bedeckt, die mit jeder Seite schlimmer werden und dann ging alles so schnell, dass ich mich fast überrumpelt gefühlt habe. Das war ganz großes Kino, spannend, spannend und spannend.
Danach flaut alles ab und irgendwie fühlte sich das Buch so an, als wäre der Autorin die Puste ausgegangen. Das Ende hinterlässt einen fahlen Nachgeschmack. Mir hat das Ende überhaupt nicht gefallen.
Trotz allem fand ich das Buch gelungen. Es ist interessant, die historischen Elemente haben beim Lesen richtig Spaß gemacht und die Dreiecksbeziehung hat förmlich durch jede Seite geknistert. Gerne gelesen.
- Peter Goldammer
Der Zirkus der Stille
(94)Aktuelle Rezension von: Brina_10Thais Leblanc wächst nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Großmutter Victoria auf. Victoria lebt jedoch für den Zirkus und den Zauber der Manege, was absolut nicht Thais Vorstellungen eines erfüllten Lebens entspricht. Mit 18 Jahren nutzte sie ihre Chance und zog nach Paris, wo sie sich weitab vom Zirkustrubel, ein bürgerliches Leben aufbaut. Als ihre Großmutter stirbt, hinterlässt sie ein Testament, durch welches Thais unweigerlich erneut mit dem Zirkus konfrontiert wird und sich durch den Cirque perdu auf eine ganz besondere Reise begibt...
Das Buch war nicht nur für Thais, sondern auch für mich eine Reise in eine zauberhafte Welt, die so anders scheint und doch vielleicht gar nicht so weit von der Realität entfernt liegt. Durch die geringe Seitenanzahl und die poetische Sprache, fällt es leicht, das Buch zu lesen. Jeder Charakter hatte seine Besonderheit und die Beschreibungen der Orte waren so detailliert und liebevoll, dass ich mir alles genau vorstellen konnte.
Der Titel passt für mich perfekt zum Buch. Denn es geht im Grunde darum, seine eigene Manege im Zirkus des Lebens zu finden. Und so verläuft auch die Handlung überwiegend mit eher leisen Tönen und regt eher zum stillen Nachdenken als zum lauten Austauschen an. Ein Buch, bei dem meiner Meinung nach die eigene Stimmung und das Setting beim Lesen sehr wichtig sind, damit das Buch seine Wirkung entfalten kann.
Dem Autor ist es hier auf jeden Fall gelungen, Themen magisch zu verpacken und dabei immer wieder durch kleine Sätze zum Nachdenken anzuregen, sodass es am Ende ein absolut tolles Gesamtbild ergibt.
- Nicole C. Vosseler
Die Hüterin der verlorenen Dinge
(26)Aktuelle Rezension von: sydneysider47Worum geht es in dem Buch?
Ivy, Anfang 20, lebt in New York City. Vor 13 Jahren ist ihre Mutter für immer aus ihrem Leben verschwunden. Eines Tages war sie auf einmal weg.
Aber, was ist mit Lila, der Mutter, passiert? Ist sie freiwillig auf Nimmerwiedersehen gegangen?
Ivy wuchs bei ihrem Vater auf, der genauso ratlos ist wie sie. Er ist Schriftsteller, der in seinen Werken auch die Geschehnisse rund um den 11. September 2001 verarbeitet hat.
Um sich abzulenken, sammelt Ivy Dinge, die andere Leute verloren haben. Sie listet die Dinge auf – beispielsweise einen Schlüssel aus Metall und eine Frauenfigur. Immer wird akribisch beschrieben, wo der Gegenstand gefunden wurde und wie er aussieht.
Die Unwissenheit um den Verbleib der Mutter, all die quälenden Fragen, die sich daraus ergeben, haben Ivy traumatisiert. So kann sie nur schwer Vertrauen zu anderen Leuten fassen. Auch zu Jack, den sie attraktiv findet. Langsam nähern sich die beiden an.
Um mehr Gewissheit über die Vergangenheit der Mutter zu bekommen, reist Ivy in den Bundesstaat Maine zu ihrem Großvater Sam und anderen Verwandten.
Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch ist im Präsens erzählt – aus Sicht eines auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler).
Ivy ist sympathisch – wenn auch für mich als Leserin nicht ganz greifbar. Ich verstehe ihr Problem, das Fortbleiben der Mutter hätte mich ebenfalls verstört.
Die Objekte, die Ivy findet, sind eher Randfiguren und haben mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun.
Die Handlung und der Roman an sich haben einen recht negativen Grundton, der mich beim Lesen störte. Der Schreibstil ist literarisch und sehr schön. Was mich am Lesen gehalten hat, war die Frage; Was ist mit der Mutter Lila passiert? Gäbe es diese Frage nicht und meine Neugierde auf die Lösung, hätte ich das Buch schon längst zur Seite gelegt.
Meine Fragen, die ich an das Buch hatte, wurden beantwortet. Ich vergebe drei Sterne und eine Leseempfehlung für Leute mit einer Vorliebe für literarischen Schreibstil. - Stefan Harder
Waschprogramm 4 (Kurzgeschichte, Liebesroman) (Die booksnacks Kurzgeschichten-Reihe)
(13)Aktuelle Rezension von: Laudia89Tom und Anna haben sie bei einer Party kennen und liebengelernt bis ein kleiner Lottoschein alles verändert. Anna lässt den neuen besitz zwischen sich und Tom kommen.
Die Geschichte ist gut beschrieben und regt zum nachdenken an. Man sollte sich selbst und das was man liebt nicht aus dem Augen verlieren.
Für zwischendurch sehr gut geeigenet.
- Anne B. Ragde
Sonntags in Trondheim
(63)Aktuelle Rezension von: YukBookDies ist der vierte und letzte Band der Lügenhaus-Serie von Anne B. Ragde. Da ich die ersten Bände nicht kenne, tat ich mich ziemlich schwer, die vielen Figuren auseinanderzuhalten und mich in die Familiengeschichte, die teils in Trondheim, teils in Kopenhagen spielt, hineinzufinden.
Zu Beginn wird man in den turbulenten Alltag des schwulen Paars Krumme und Erlend und dessen siebenköpfige Familie katapultiert und man fragt sich, welche Verbindung zwischen ihnen und dem einsamen alten Mann Neshov besteht, der im Altersheim nur seine Ruhe haben will. Während bei Krumme und Erlend die Freuden und Sorgen rund um die Geburt der drei Kinder mit einem lesbischen Paar detailreich geschildert und die Freuden des Familienglücks zelebriert werden, schlägt die Geschichte über Torunn Neshov, die einen einst florierenden Schweinezüchter-Hof verließ, melancholische Töne an.
Am meisten berührt hat mich die Figur ihres Onkels Margido, dessen Gedanken sehr häufig um den Tod kreisen und das nicht nur, weil er Bestattungsunternehmer ist. Erst als seine Nichte Torunn ganz plötzlich vor seiner Haustür steht und einen Neuanfang wagt, schöpft er wieder Lebensfreude. Die Art und Weise, wie das Wiedersehen in Margidos Alltag einbricht und auf sanfte Weise sein Leben verändert, ist sehr schön erzählt.
Geburt und Tod sind die wiederkehrenden Leitmotive dieses Romans. Ebenso geht es um Erwartungen, Sehnsüchte und Enttäuschungen in komplexen Familienbeziehungen. Teilweise fand ich die Themen gut umgesetzt, und es gab einige ergreifende Szenen, doch im Ganzen konnte mich der Roman nicht ganz überzeugen. Die drei Erzählstränge endeten für mich ein wenig lose, zudem war mir die Geschichte zu handlungsarm und enthielt viele langatmige Passagen.
- Elke Schneefuß
Die Frauen vom Alexanderplatz
(124)Aktuelle Rezension von: binchen79Ein spannender historischer Roman über drei sehr starke Frauen - Vera, Hanna und Fritzi - in der Nachkriegszeit. Ich lese sehr gern historische Romane. Mir gefällt es in die vergangene Zeit einzutauchen und mir das damalige Leben vorzustellen und zu erfahren, wie die Menschen damals gelebt haben. Mit welchen Problemen sie sich beschäftigen mussten, wie sie sie bewältigt haben und daran gewachsen sind. Vor allem machen solche starken Frauengeschichten auch Mut für sich einzustehen.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen - flüssig und sehr gut beschrieben. Ich konnte mir die Schauplätze und die Protagonistinnen sehr gut vorstellen und bin nur so durch die Zeilen geflogen.
Eine klare Leseempfehlung!
- Theresia Graw
Wenn das Leben Loopings dreht: Roman
(62)Aktuelle Rezension von: Pia_JilDie fast 50-jährige Franziska hat eigentlich alles, was sie sich gewünscht hat. Sie ist seit 25 Jahren mit ihrem Mann Daniel zusammen, wohnt in einer schönen Münchner Gegend und hat zwei Kinder, ihre 15-jährige Tochter Isabel und ihr studierender Sohn Bastian. Franzi arbeitet gelegentlich als Werbetexterin bei der Agentur ihres schwulen Nachbarn Tim und lässt sich da auch immer kreative Sprüche einfallen. Wenn sie sich nicht gerade mit dem Haushalt oder dem Familienhund Mr.Spock beschäftigt, trifft sie sich gerne mit ihren beiden Freundinnen Mona und Helen, um allerlei Neuigkeiten zu besprechen.
Franziskas Tochter ist gerade in der Hochphase der Pubertät und scheint wohl allen pubertären Klischees zu entsprechen, zu Beginn des Buches ist sie in ihrer "schwarzen Phase" und außerdem versetzungsgefährdet. Auch bei Basti läuft alles drunter und drüber, er ist durchgefallen in seinem BWL-Studium und zu allem Übel hat auch noch seine Freundin Anne Schluss gemacht. Daniel kommt abends immer später nach Hause und interessiert sich nur noch für die Forschungen zu seinen geliebten Amöben und die junge Forschungspartnerin Bettina.
Da ist es recht naheliegend, dass sich Franzi etwas einsam und leicht überfordert fühlt. Als wunderschön geschriebene Liebesbriefe eines Alex an eine Laura Caspari in ihrem Briefkasten landen, ist Franzi ganz gespannt auf die Geschichte der beiden und möchte den geheimnisvollen Verfasser der Briefe kennenlernen.
Also beschließt Franzi kurzerhand Alex in Hamburg näher kennenzulernen und ihm anschließend die Liebesbriefe zurückzugeben, Daniel ist sowieso auf einem Kongress in Griechenland und Isabel geht auf Klassenfahrt....
Das erste Kapitel des Buches hat auf mich seinen gewünschten Effekt erzielt, da es einfach absolut humorvoll geschrieben war und ich an einigen Stellen lachen musste. Franziska ist einfach unglaublich lustig und humorvoll und so ist auch Theresia Graws Schreibstil. Wunderbar erfrischend und man muss definitiv an der ein oder anderen Stelle ganz schön schmunzeln. Das zieht sich so glücklicherweise auch durch das gesamte Buch. Ich bin selbst ziemlich humorvoll und auch an anderen bzw. an Büchern und fiktiven Charakteren mag ich diese Eigenschaft sehr gerne. Die Hauptprotagonistin ist in einer kleinen mid-life crisis, aber Franzi ist einfach so wunderbar sympathisch und witzig. Nicht nur ihr Charakter sondern auch die anderen Charaktere wurden wirklich gut ausgearbeitet. Isabel, die typische Teenagerin. Bastian, der unsichere, junge Mann. Daniel, der versessen auf seine Arbeit ist. Alex, der unbekannte Romantiker und dann sind da natürlich auch noch Franzis beste Freundinnen Mona und Helen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mona handelt nach ihrem Herzen, oftmals sehr impulsiv und spontan, wohingegen Helen alles lieber geplant angeht und nicht so vorschnell handelt. Ich fand wirklich alle Charaktere sehr liebenswürdig und sie lagen mir beim Lesen auch sehr am Herzen.
Die Handlung ist von einigen Missverständnissen geprägt, wodurch sehr gut Spannung aufgebaut wird. Sie ist absolut nicht vorhersehbar, es gibt immer ein neues, interessantes Ereignis bevor es überhaupt langweilig werden kann. Ich wollte immer wissen, wie es weitergeht und konnte das Buch auch dank des wunderbar flüssigen Schreibstils nicht so leicht aus der Hand legen.
Etwa in der Mitte des Romans handelt mir Franziska allerdings zeitweise etwas zu impulsiv, was ich leider manchmal etwas unpassend bzw. übertrieben fand. Die Gefühle und Gedanken werden zwar gut beschrieben, aber ich konnte mich an diesen Stellen trotzdem nicht so gut in sie hineinversetzen. Ich bin selbst einfach nicht so spontan, was Franzi zu Beginn ja eigentlich auch nicht war.
Glücklicherweise ist das auch nur übergangsweise so gewesen und mehr habe ich auch gar nicht zu meckern. Die Geschichte hat ein tolles happy end, das mich sehr überzeugen konnte und ich hatte viel Spaß beim Lesen der Geschichte.
Mir hat der Roman, wie ihr vermutlich schon gemerkt habt, sehr gut gefallen. Es gab genug Spannung, wunderbar sympathische Charaktere und die Handlung war einfach interessant. Lediglich die zeitweise übertriebene Impulsivität Franziskas hat mich etwas gestört, weshalb ich einen halben Stern abgezogen habe. - Tom Glasauer
Das Geheimnis des Seelenspiegels
(29)Aktuelle Rezension von: gstMansaar lebte mit seiner Frau Damaris und den beiden Kindern in einem prachtvollen Haus. In seinem Basar war er ein angesehener Stoffhändler. Sein Vater hatte ihm den Laden vererbt und große Hoffnungen auf seinen Sohn gesetzt. Allerdings verlor Mansaar in letzter Zeit die Freude am Leben. Er konsultierte drei verschiedene Ärzte, doch keiner konnte ihm helfen. Erst als ein Freund ihn zu einem alten Mann in einem ärmlichen Umfeld führte, begann seine Heilung.
Dieses märchenhafte Buch spielt irgendwo im Orient. Es wird zwar als Roman verkauft, ist in meinen Augen aber eher ein Ratgeber gegen Trübsal und Depression. Im Mittelpunkt steht die Achtsamkeit sich selbst gegenüber. So lernt der Leser auf der Reise durch die Wüste was wichtig ist fürs Leben, wenn es einmal aus dem Gleichgewicht geraten ist.
In einfühlsamer Sprache erzählt der 1968 geborene Tom Glasauer von Erfahrungen, die er während einer persönlichen Krise gemacht hat. Er zeigt Wege aus einer tiefen Sinnlosigkeit, ohne dem Leser zu versprechen, dass danach alles für immer gut sein wird.
Seite 90: „So wie die Jahreszeiten die Landschaft verändern, so verändern unsere Erfahrungen unsere Empfindungen. Der Kern des Lebens ist Veränderung. Versuchen wir uns dem entgegenzustellen, werden wir hinweggefegt wie ein Staubkorn im Wind.“
Obwohl ich glaubte wegen meines fortgeschrittenen Alters über Sinnkrisen hinaus zu sein, hat mich die Geschichte berührt. Des öfteren dachte ich: „Genauso habe ich ähnliche Situationen erlebt.“ Aus diesem Grund kann ich empfehlen, dieses Buch für Notfälle in die literarische Hausapotheke zu stellen. Neben dem kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry und dem Lavendelzimmer von Nina George kann es einen zweifelnden Menschen von seinem Leid ablenken und auf andere Gedanken bringen.
- Eva Altjohann
Dunkelgelb
(42)Aktuelle Rezension von: Isabell47Es ist eine besondere Art einer Liebesgeschichte bzw. die Art, wie diese erzählt wird, Zwei Menschen lernen einander kennen und verlieben sich, bzw. macht Benedikt ihr Sophia sofort einen Heiratsantrag, den sie aber nicht annimmt. Die beiden kommen sich näher und gleichzeitig nehmen sie Abstand voneinander. Benedikt sieht die Welt in einem leuchtendem Gelb, wenn er Sophia sieht bzw. er an sie denkt. Wenn ich mir als Leser noch denke,...."ich weiss, wie die Geschichte weitergeht" , geht sie ganz anders weiter und überraschte mich.
Ich will nicht mehr von der Geschichte verraten, denn ich kann sie schlecht in Worte fassen ohne zuviel vorwegzunehmen.
Mich hat die Geschichte beeindruckt, aber nicht völlig für sich eingenommen, was sehr wahrscheinlich daran liegt, dass ich die Protagonisten nicht als "warm" bzw. sonnengelb empfand. So habe ich 3, 5 Sterne für dieses Buch gegeben, da ich auch nach langem Nachdenken , sehr unentschlossen war, wie ich es bewerten sollte.
- Sabrina De Stefani
Die Magnolienfrau
(42)Aktuelle Rezension von: Kiki77„Die Magnolienfrau“ von Sabrina de Stefani beschreibt ihre eigene Lebensgeschichte. Angefangen mit der Kindheit im Gips Bett, bei der Oma, die sich liebevoll und aufopfernd um Sabrina kümmert. Wobei man hier fragt, wo ist die Mutter? Diese holt Sabrina dann in die Schweiz, wo sie im Internat die Schule beendet. Schon die Gefangenschaft im Gips Bett, als auch die Regeln im Internat engen Sabrina ein und sie benötigt Freiheit. Sie lässt alles hinter sich und zieht in die Welt. Arbeitet da wo sie gerade ist, stellt Schmuck her und verkauft auf Märkten. Trotz aller gelebten Freiheiten hat sie nach wie vor den Drang frei zu sein und überwindet den inneren Schweinehund und geht nach Indien. Mit einer sehr einfachen Lebensart und geistiger Erfüllung findet sie hier ihre große Liebe. Doch dann landet sie unschuldig im Gefängnis und möchte nur noch frei sein.
Ein sehr schönes und abenteuerreiches Buch. Für mich sind viele Passagen in Indien nicht nachvollziehbar. Wahrscheinlich weil man ein luxuriöses Leben gewöhnt ist. Das Buch ist toll geschrieben und macht neugierig, wie das Leben von Sabrina weitergeht. - Hayley Long
Sophie Soundso
(11)Aktuelle Rezension von: a_thousand_and_one_booksDas Buch "Sophie Soundso" der britischen Autorin Hayley Long ist in deutscher Sprache im Herbst 2015 erschienen und hat mir sehr gut gefallen.
Worum geht's: „Wer bin ich wirklich?“ – Diese Frage stellt sich die 14-jährige Sophie jeden Tag aufs Neue. Immer häufiger wird sie von Erinnerungsfetzen überfallen, die sie erst mal nicht einordnen kann und die sie so verwirren, dass ihr die Wörter im Kopf einen Streich spielen.
Meine Bewertung: Gefallen hat mir, dass das Buch so geschrieben ist, dass man Sophies Geschichte Stück für Stück gemeinsam mit ihr enträtseln und ihre Gedanken dabei sehr gut nachvollziehen kann. Außerdem fand ich gut, dass die Typografin Wörter und Sätze, die Sophie viel bedeuten oder die wichtig für sie sind, durch eine größere oder andere Schrift hervorhebt. An einigen Stellen wirkt es fast so, als ob die Wörter auf den Seiten einen Tanz aufführen. Manchmal ist es allerdings ein bisschen anstrengend, dass Sophie so viele Wörter verwechselt oder neu zusammensetzt. Dadurch ist es nicht immer ganz leicht zu verstehen, worum es gerade geht – zumal das kleine Wörterlexikon auf dem hinteren Umschlag längst nicht alle Worterfindungen von Sophie enthält...Fazit: Ich empfehle das Buch allen Leser*innen ab 11, die sich für Geschichten über Menschen interessieren, die nicht so ganz einfach zu durchschauen sind und Rätsel aufgeben.
- Emma Straub
Die Launen des Lebens
(10)Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-LesenEmma Straub erzählt in „Die Launen des Lebens“ die Geschichte der Familie Strick. Astrid beginnt über das Leben nachzudenken, als eine Bekannte vor ihren Augen überfahren wird und ihre Enkelin Cecilia nach einem Vorfall in ihrer Schule in New York bei ihr einzieht.
Die Familie mit ihren sehr unterschiedlichen Charakteren bietet viel Potential für Konflikte und damit für einen guten Familienroman. Allerdings sind mir deren Handlungsweisen im Verlauf des Romans an einigen Stellen nicht schlüssig und ich konnte leider mit keiner Figur warm werden.
Emma Straubs Versuch, eine vielfältige und diverse Gesellschaft abzubilden, in Ehren, war es mir dennoch zu viel des Guten. Die wenigen Hauptfiguren decken so ziemlich alles ab, was die queere Community zu bieten hat und wirken in der Fülle unglaubwürdig. Noch unrealistischer finde ich allerdings die Darstellung der Kleinstadt-Gesellschaft, die kaum ein Problem mit plötzlich als lesbisch geouteten älteren Damen und jungen Trans-Menschen hat. Schön wäre es, aber die Realität sieht leider (noch) anders aus. Auch abgesehen von den queeren Inhalten, konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Sie geht zu wenig in die Tiefe und ist stellenweise sehr langatmig.
Ich begrüße Bücher, die die vielfältigen Erscheinungsformen von Liebe zeigen und klassische Geschlechterrollen aufbrechen. Aber in diesem Roman werden die Probleme, die für viele Menschen in der LGBTQIA*-Community bestehen, allenfalls angeschnitten, ihnen aber keinesfalls ausreichend Rechnung getragen. Übrig bleibt ein netter Versuch, einen diversen Roman zu schreiben.
- Sasha Marianna Salzmann
Außer sich
(92)Aktuelle Rezension von: FranziDieBuechertanteDas Buch war leider gar nicht mein Fall (SPOILER).
Das fand ich gut:
Am Anfang gibt es eine Personenbeschreibung, was ich grundsätzlich gut finde, aber hier unklar fand und vieles dann erst verstanden habe, als ich das Buch gelesen habe.
Ich finde die Themen, die aufgegriffen wurden, gut. Grundsätzlich hat mich die Familiengeschichte angesprochen und der Einblick andere Kulturen. Ich mag die Geschichte der Zwillingen, ihre Beziehung zueinander, die Suche und die Sehnsucht nach dem anderen und die Furcht, den anderen zu verlieren.
Die Mutter ist schwierig, aber tatsächlich hat es mich angesprochen, als Ali und die Mutter zusammen sitzen und sie Ali von früher erzählt. Viel besser, als einfach nur so von früher runter zu erzählen. Auch mag ich, dass im zweiten Teil Anton präsenter ist. Ich mag auch, dass Stränge aus verschiedenen Sichten später zusammenlaufen.
Das fand ich nicht so gut:
Also, puh, ich glaube, dieser Teil wird länger. Es geht schon los, dass ich nicht richtig verstehe, was sie dazu gebracht hat, zu denken, dass die Karte aus Istanbul von Anton ist. Ich tat mich am Anfang sehr schwer mit dem Buch (und Spoiler: Ich bin gar nicht richtig reingekommen). Zunächst dachte ich, es wäre nur am Anfang so, es war zumindest nicht durchgängig so, aber sehr häufig ist der Schreibstil sehr abgehackt und endlose Schachtelsätzen, denen ich schwer folgen konnte. Die Kapitel sind auch sehr lang, allerdings mit Absätzen unterteilt. Manchmal ist er auch wie ein Bericht geschrieben. Schwierig find ich sehr, wenn die Perspekte vom Ich-Erzähler in eine andere Erzählperspektive wechselt. Warum das so war, hab ich nicht verstanden. Die Sprache hat sich dann total geändert und fand ich zum Teil unpassend.
Es gibt immer wieder Rückblenden, und ich verstehe nicht so richtig, warum manches so ausschweifend erzählt werden musste. Sie geht auf die Spuren ihrer Familie, aber die Geschichten passen nicht zu dem, was sie tut, sondern werden einfach erzählt. Kein Zusammenhang, dass sie was findet und etwas stattfindet, was sie zu diesen Infos bringt. Schlimm fand ich auch, dass es plötzlich sozusagen Vorblenden gab und es plötzlich Tatsachen gab, die überraschend waren und nicht klar war, wie es dazu gekommen ist. Ich habe mich häufig aus der Geschichte gerissen gefühlt und konnte zeitweise nicht folgen, was zur welche Zeit passiert ist, was vorher und was nachher war. Antons Suche selbst ist nebensächlich.
Auch ist mir einfach gar nicht klar, warum Ali plötzlich ein Mann sein will und die Art, wie sie das macht, finde ich mehr als fraglich und frage mich, ob das erstens so ausreicht, um solche Veränderungen hervorzurufen, und zweitens ob es da nicht Nebenwirkungen geben müsste.
Ein Strang scheint eigentlich eine hohe Bedeutung zu haben, aber läuft sehr lange nebenher und am Ende auch irgendwie kurz und seine Wichtigkeit ist gar nicht so ersichtlich.
Fazit: Ja, ich hab mich am Ende gefragt, ob ich den Sinn nicht verstanden habe. Ich finde vieles offen und unklar und es war häufig sehr anstrengend zu lesen.
Bleiben oder Weg? Es kommt leider weg.
- Alexander Häusser
Noch alle Zeit
(26)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerWir alle kennen Ü-Eier. Unter der bunten Silberschicht, die das Ei schützt, kommt leckere Schokolade zum Vorschein. Doch – oho, was klappert denn da im Inneren? Gespannt lösen wir vorsichtig die beiden Ei-Hälften und zum Vorschein kommt – ein gelbes (Plastik-)Ei. Was da wohl drin sein mag? Auch das wird voller Spannung und vorsichtig „ausgepackt“, bis man nun endlich das Objekt der Begierde (Sammelfigur) oder enttäuschendes, nutzloses Zeugs findet und sich alsbald an das Verschlingen der Schokolade macht *g*.
Was hat das Ganze nun mit Alexander Häusser´s Roman „Noch alle Zeit“ zu tun, fragt ihr euch (wohl) zu Recht. Nun, ich will es euch in ein paar Worten erklären: dieser Roman ist so vielschichtig wie ein – nun, Ü-Ei.
Man startet die Lektüre voller Spannung und erwartet zunächst einmal gemäß Klappentext „nur“ eine Familiengeschichte mit (auto-)biografischen Zügen. Man blickt sozusagen auf die schützende Silberschicht, weiß aber noch nicht, was sich darunter (wirklich) verbirgt.
Man beginnt zu lesen, lernt die Protagonisten Edvard und Alva ausführlich kennen und weiß zunächst nicht, was beide Figuren miteinander zu tun haben (werden). Doch schnell merkt die geneigte Leserschaft, dass Alexander Häusser weit mehr zu bieten hat, als eine „schnöde“ Familiengeschichte nach dem 08/15-Baukasten-Prinzip.
Geschickt verknüpft der Autor die Wege von Edvard und Alva, lässt sie gegenseitige Abneigung, aber auch Verstehen/ Vertrauen etc. spüren und trotzdem ist es keine Liebesgeschichte. Zumal zwischen Edvard und Alva Jahrzehnte liegen.
Nach und nach bzw. von Anfang an wird der Leser mitgenommen – auf eine Reise nach und durch Norwegen, auf die Suche der Protagonisten nach der (durchaus) verlorenen Zeit, die sie gebraucht haben und brauchen, um sich und ihren Platz, verborgene (Familien-)Geheimnisse zu finden und zu entdecken.
Doch trotz dieser vielen Geschichten in der Geschichte hat alles seinen (handfesten) Platz und seine absolute Daseinsberechtigung. Auch wenn sich am Ende nicht alles (in Wohlgefallen) auflöst; hier ist die geneigte Leserschaft gefragt, sich eigene Gedanken zu machen.
Man muss sich „Noch alle Zeit“ Schicht für Schicht erarbeiten. Denn wenn Alexander Häusser etwas beherrscht (und nun kommen wir schon zum Inneren des „gelben Ei“), dann ist es die bildgewaltige Sprache, in der er seinen Roman verfasst hat. Es ist unmöglich, sämtliche Bilder/ Metaphern beim ersten Lesen zu „erfassen“. Am besten ist es, man genießt das Buch wie ein gutes Stück (Kinder-)Schokolade: schön langsam, um ja keine Facette dieses famosen Romans zu verpassen.
Und so eignet sich die Lektüre von „Noch alle Zeit“ bestens dafür, öfter gelesen zu werden – am besten mit Schokolade dabei *g*.
Ein großartiger Roman und leckere 5 (Schokoladen-)Sterne wert!
©kingofmusic
- Durian Sukegawa
Die Insel der Freundschaft
(36)Aktuelle Rezension von: Dr_MAngeblich soll Ryosukes Vater diese überschwänglichen Worte bei der Geburt seines Sohnes deklamiert haben. Bewahrheitet haben sie sich nicht. Ryosuke ist der Held dieses seltsamen Buches. Nun ist japanische Literatur oft etwas spröde, und nicht immer können Mitteleuropäer manch seltsames Verhalten von japanischen Romanhelden wirklich nachvollziehen. In diesem Buch bekommt man es mit einer japanischen Kleingesellschaft zu tun. Sie lebt auf einer kleinen Insel im Pazifik. Dort gibt es einen Berg, ein paar Wiesen und jede Menge Ziegen, die nur gelegentlich bei bestimmten Ritualen getötet und verspeist werden. Die Insulaner leben vom Fischfang und ein wenig Landwirtschaft. Man braucht keinen Laden, keine medizinische Versorgung oder gar eine Ordnungsmacht. Was zu tun ist, bestimmt der "Vorsitzende". Täglich stellt eine Fähre die Verbindung zur Außenwelt her.
Auf dieser Fähre trifft man zu Beginn der Handlung Ryosuke. Er ist mit zwei anderen arbeitsuchenden Menschen auf dem Weg in die pazifische Abgeschiedenheit. Die zwei anderen sollen später angeblich seine Freunde werden, glaubt man dem Klappentext dieses Romans, der im Original etwas frei übersetzt "Insel der Ziegen" heißt. Um die Beziehung der drei Neuankömmlinge geht es jedoch gar nicht. Ryosuke ist nämlich nicht nur auf der Suche nach Arbeit. Er möchte einen ehemaligen Freund seines Vaters treffen und die dramatische Familiengeschichte seiner Eltern verstehen.
Durian Sukegawa versetzt diese Geschichte sicher nicht ohne Absicht in eine abgeschlossene Gesellschaft, die auszusterben droht und immer wieder dabei scheitert, Zuwachs von außen zu gewinnen. Die Traditionen der Inselgesellschaft sind nicht verrückbar und lassen Veränderungen nicht zu.
Wenn es Sukegawa also darum ging, einen solchen Konflikt darzustellen, dann hat er sich die Sache sehr leicht gemacht. Die Insulaner verhalten sich nämlich außergewöhnlich dämlich, sind alle etwas minderbemittelt und rückständig. Dass Traditionen auch einen Sinn haben, zeigt Sukegawa nicht. Selbst in abgeschlossenen Gesellschaften gibt es immer Kräfte, die intelligent genug sind, um notwendige Veränderungen zu verstehen und zu fordern. Ob sie sich schließlich durchsetzen können, ist eine andere Frage. Ein solcher Konflikt existiert aber auf Sukegawas Insel nicht. Er wird lediglich von außen importiert.
Manch Leser glaubt auch, in dieser Geschichte den Versuch der Selbstbefreiung Ryosukes zu sehen. Aber auch diese Variante, das Buch zu interpretieren, überzeugt wenig. Sukegawa lässt seinem Helden zwar den kleinen persönlichen Erfolg, von dem jedoch niemand erfahren wird, wenn man sich mit dem rätselhaften Ende der Geschichte abfindet. Immerhin ist dieses Ende offen, aber es wirkt hilflos.
Unabhängig davon schreibt Sukegawa sehr schön. So kann man sich von dieser sonderbaren Geschichte einigermaßen unterhalten fühlen, so lange man sich nicht fragt, was uns der Dichter nun eigentlich sagen wollte. - Nancy Salchow
Das Sonnenblumenhaus
(48)Aktuelle Rezension von: Sommerwind82Die Autorin Nora Fendt leidet unter erheblichem Stress und einer Schreibblockade. Auf Bitten ihrer, an Depressionen erkrankten Mutter,beschließt sie endlich einer Einladung zu folgen und Kontakt mit ihrem Vater aufzunehmen, den sie seit der Scheidung der Eltern vor 15 Jahren, beständig abgewiesen hat. Sie fährt in das Sonnenblumenhaus, ein Hotel- und Therapiezentrum für Hunde und beweist erneut, dass sie wesentlich schlechter erzogen ist, als diese.
Falls Nancy Salchow geplant hatte eine Super-Zicke zu schaffen, dann ist ihr das wirklich gelungen!!! So ein arrogantes und egoistisches Wesen ist mir selten untergekommen. Meiner Meinung nach, haben Kinder ein Recht auf die Zuwendung ihrer Eltern, aber sie haben kein Recht auf Details im Liebesleben ihrer Eltern. Offensichtlich bringt die Autorin da auch einiges durcheinander. Als "gefühlvoll und warmherzig" wurde das "Sonnenblumenhaus" vom Verlag angekündigt. Davon war leider nichts zu merken! - Stefan Ferdinand Etgeton
Das Glück meines Bruders
(28)Aktuelle Rezension von: NachtschwärmerDas erste was einem auffällt, ist der Schreibstil. Während jedem Schreibanfänger erstmal eingetrichtert wird, dass er keine ellenlangen Sätze verwenden soll, tut der Autor hier genau das. Seine Sätze ziehen sich über diverse Zeilen, allerdings sind sie in einer einfachen Sprache verfasst so dass man sie leicht lesen kann. Das ist am Anfang gewöhnungsbedürftig, würde an sich den Lesefluss jedoch nicht stören.
Aber...
Die Geschichte wird aus der Sicht von Botho erzählt und dessen wirren Gedankengängen zu folgen ist schon eine echte Herausforderung. Anfangs schweift er oft von der Gegenwart in die Vergangenheit und gewährt dem Leser so einen Einblick in seine Kindheit. In diesem Abschnitt des Buches konnte ich mich gut in ihn hineinversetzen, vor allem, da wir in etwa dasselbe Alter haben, und es kamen auch oft Erinnerungen an meine Kindheit hoch.
Danach wurde es schwieriger. Arno macht seinem Bruder ein Geständnis, mit dem dieser nicht so recht klar kommt und das er zunächst verarbeiten muss. Das konnte ich noch nachvollziehen, aber danach wurde es zunehmend verwirrender. Bothos halbherzige Suche nach seiner Jugendliebe, die "voreheliche Panikattacke" von Arnos Verlobter, die ihre Auszeit ausgerechnet bei Botho verbringt (wieso eigentlich??) und ein Ausblick in Bothos Leben nach diesem Sommer.
Während ich zu Beginn der Geschichte noch mit dem Ich-Erzähler sympathisierte wurde er im Verlauf zunehmend nervig. Ständig betont er, wie egal ihm alles ist obwohl die Tatsache, dass er manches einfach nicht loslassen kann, verrät, dass ihm eben nicht alles egal ist. Er gibt sich stark und selbstbewusst, ist aber im Grunde verlorener als sein Bruder, und man möchte ihn einfach mal schütteln und ihn anbrüllen. Ihm sagen, dass er sein Leben leben soll statt ständig in der Vergangenheit festzuhängen und nur darüber nachzudenken was wäre, wenn...
Am Ende des Buches saß ich ratlos da und fragte mich, was der Autor mir als Leser mit dieser Geschichte wohl sagen will. Ich habe keine Ahnung. - Barbara Kunrath
Geteilt durch zwei
(75)Aktuelle Rezension von: Petra54Zwillinge. Ein interessantes Thema. Es ist bereits das dritte Buch, das ich von Frau Kunrath lese, weil mir ihr Schreibstil gefällt. Auch die Geschichte der zufällig wiedergefundenen Zwillinge ist gut erzählt. Obwohl ungewöhnlich viel passiert, ist jede Katastrophe nachvollziehbar und alle Charaktere glaubwürdig.
- Kirill Kisch
Dicke Mädchen
(19)Aktuelle Rezension von: Melanie_C__OrtnerNach langjähriger Beziehung ist ein Mann auf dem Weg "zu sich selbst" und kommt drauf, dass er dicke Mädels eigentlich ziemlich super findet!
Das Buch ist an sich sehr gut geschrieben, der Stil gefällt mir. Für meine Verhältnisse geht der Autor aber zu wenig in die Tiefe. Hin und wieder hätte man sich mehr Details erhofft - beispielsweise in die Gedankenwelt des Erzählers einzutauchen.
Es ist alles in allem ein tolles Buch, mit einiges an Luft nach oben























