Bücher mit dem Tag "südamerika"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "südamerika" gekennzeichnet haben.

638 Bücher

  1. Cover des Buches Die sieben Schwestern (ISBN: 9783442479719)
    Lucinda Riley

    Die sieben Schwestern

     (1.172)
    Aktuelle Rezension von: Calipso

    Ein Schreibstil der einen mitnimmt und man möchte das Buch nicht aus der Hand legen. Eine Mischung aus Liebe, Geheimnis und Spannung. Die Autorin nimmt einen mit auf die Reise nach Paris und wieder zurück nach Brasilien. Man lernt sehr viel über die Länder und man hat das Gefühl beim Lesen das man dort ist.

  2. Cover des Buches Die Brut - Sie sind da (ISBN: 9783596035533)
    Ezekiel Boone

    Die Brut - Sie sind da

     (233)
    Aktuelle Rezension von: ScriptumFelicis

    Klappentext:

    Am Amazonas stirbt eine Wandergruppe. Kurz zuvor war ein merkwürdiges Summgeräusch zu hören.
    In Indien schnellen die Seismographen in die Höhe, doch es folgt kein Erdbeben.
    In China wird eine Atombombe gezündet. Angeblich versehentlich.
    In Minneapolis stürzt ein Flugzeug vom Himmel. Im Wrack findet Agent Mike Rich eine verbrannte Leiche aus der etwas Schwarzes kriecht.
    Biologin Melanie Guyer erhält in Washington eine FedEx-Sendung. Ein mysteriöser Fund von den Nazca-Linien.

    Meinung:

    Ich mag keine Spinnen und finde sie richtig eklig. Doch gerade diese menschenfressenden, immer hungrigen, Achtbeiner sind die Antagonisten der Buchreihe. Trotzdem habe ich zum Buch gegriffen, weil ich mir davon Nervenkitzel und Gänsehaut versprochen habe und ich wurde wirklich nicht enttäuscht.

    Die ersten hundert Seiten waren jedoch zäh und langatmig. Es werden die verschiedenen Charaktere vorgestellt und die Beziehungsgeflechte eingehend beleuchtet. Zudem erfährt man ausführlich, wer mit wem schläft und wie attraktiv doch allesamt sind. Einige der Charaktere strotzen nur so vor Klischees, so zum Beispiel Agent Mike Rich, welcher den neuen Mann seiner Ex-Frau nicht leiden kann und zu wenig Zeit für seine Tochter hat. 

    Meiner Meinung nach, gab es zu viele Charaktere und Handlungsstränge. Mit jedem Kapitel wechselt man zu einem anderen Charakter und zu einer anderen Szene. Einige Charaktere wurden nur eingeführt, um wenige Seiten später von den Spinnen angefallen und gefressen zu werden. Da man von einem Handlungsstrang in den nächsten gerissen wurde, war es etwas schwierig einen Bezug zu den handelnden Personen aufzubauen. Einige Male habe ich mich dabei ertappt, wie ich deshalb den Überblick verloren habe. 

    Nichtsdestotrotz nimmt die Spannung in der zweiten Hälfte der Geschichte rasant zu, weshalb ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte. Ezekiel Boone besticht durch eine actionreiche Handlung und eine bildliche und detailreiche Beschreibung des Horrors. Leider konzentriert sich die Geschichte vorwiegend auf Amerika, was einerseits durch die amerikanischen Protagonisten logisch aber auf der anderen Seite doch ziemlich schade ist. Einige Länder wurden zwar oberflächlich beleuchtet aber ich hätte zu gerne gewusst, wie der Rest der Welt reagiert und mit den Horden von Spinnen umgeht. 

    Fazit/Empfehlung:

    Trotz der genannten Kritikpunkte, fühlte ich mich super unterhalten. Das Buch hat sich in der zweiten Hälfte zu einem richtigen Pageturner entwickelt. Nun bin ich sehr gespannt wie es Ezekiel Boone schafft, die verschiedenen Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil.

    Empfehlen würde ich das Buch all jenen, die gerne in Untergangsszenarien versinken und sich auch etwas gruseln möchte. Spinnen-Phobikern würde ich von dem Buch abraten.

  3. Cover des Buches Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele (ISBN: 9783789121272)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele

     (17.696)
    Aktuelle Rezension von: Thomas_O_Malley

    Beim Erscheinen der Bücher hatte ich die Trilogie erhalten und war damals schon geflasht, wie sich die Geschichte in das politische Weltgeschehen spiegeln lässt.
    Auch heute, wo ich die Bücher gerade erneut lese, berührt mich die Macht der Politiker und Regierenden auf unangenehme Weise, die Gewalt, das Kleinhalten der Leute ud das Unterdrücken der "Aufständigen".

    Was ich am ersten Band gut finde, ist dass die weibliche Hauptperson eher als die unnahbare dargestellt wird und nicht als das kleine daueraufgelöste Mädchen, dass von den Gefühlen (zu Jungs oder Männern) überschwemmt wird.

  4. Cover des Buches Als das Leben unsere Träume fand (ISBN: 9783404176007)
    Luca Di Fulvio

    Als das Leben unsere Träume fand

     (124)
    Aktuelle Rezension von: Buchwurm05

    Inhalt:

    1913. Aus ganz unterschiedlichen Gründen begeben sich Raquel, Rosetta und Rocco auf die Reise nach Buenos Aires. Eines haben sie aber gemeinsam. Sie möchten ihr altes Leben hinter sich lassen und einen Neuanfang wagen. Doch schaffen sie es ihre Träume zu verwirklichen? Denn sie müssen schnell erkennen: auch in der Ferne ist es nicht viel anders als zu Hause....

    Leseeindruck:

    Wow. Was war das denn? Mit "Als das Leben unsere Träume fand" hat Luca Di Fulvio einen bildgewaltigen und fesselnden Roman erschaffen. Er lässt förmlich seine Worte lebendig werden und schon bald war ich gefangen in seiner Geschichte. Raquel, Rosetta und Rocco sind charakterstarke Figuren, mit denen ich gelitten, mich aber auch für sie gefreut habe. Immer wenn ich dachte, dass jetzt alles gut wird, kam eine Wendung so unverhofft, dass mir der Mund offen stehen geblieben ist. Dabei geht der Autor mit seinen Figuren wahrlich nicht zimperlich um. Man muss schon starke Nerven haben, um das zu verdauen. Genau das hat den Plot für mich aber real und authentisch erscheinen lassen. Mir wurde es nie langweilig. Es war immer was los. Dabei habe ich so manche Figur aus dem Auge verloren. Ein Fehler. Denn plötzlich ist sie wieder aufgetaucht und hat für ordentlich Wirbel gesorgt. Was mich zudem fasziniert hat ist, wie leicht Luca Di Fulvio am Ende die Lebenswege der anfangs Fremden zusammengeführt hat. Nachvollziehbar und ganz natürlich. Apropos Schluss. Den fand ich raffiniert gemacht und hat sich perfekt eingefügt.

    Fazit:

    "Als das Leben unsere Träume fand" ist ein starker Roman. Trotz seiner Brutalität ist er auch berührend. Er hat mir kaum Zeit zum Durchatmen gelassen. Schade, dass ich die Figuren nun ziehen lassen muss. Für mich ein Highlight, welches ich gerne weiter empfehle. 

  5. Cover des Buches Tage der Toten (ISBN: 9783518463406)
    Don Winslow

    Tage der Toten

     (289)
    Aktuelle Rezension von: Calderon

    Die Romane von Don Winslow sind knallhart und unfassbar brutal. So sind auch die Untaten der mexikanischen Drogenkartelle, insofern passt das sehr gut. Trotzdem ist die Handlung an einigen Stellen schwer erträglich, das sollte man wissen, bevor man sich diesem Thriller widmet. Tage der Toten stellt eine Abrechung mit dem Krieg gegen die Drogen dar, der unendlich viele Ressourcen kostet, ohne dem Problem jemals an die Wurzel zu gehen. Stattdessen verwandelt der sinnlose und erfolglose Krieg Mexiko in ein Schlachtfeld, auf dem zehntausende von Zivilisten bereits gestorben sind. Ich finde das Buch absolut lesenswert, allerdings ist es hier und da etwas langatmig.

  6. Cover des Buches Das Hurenschiff (ISBN: 9783426513835)
    Martina Sahler

    Das Hurenschiff

     (118)
    Aktuelle Rezension von: YviG1974

    Im Genre historische Romane bin ich nicht so oft unterwegs und auch die Autorin kannte ich bisher noch nicht, daher war ich sehr neugierig, was mich erwartet. 

    Enttäuscht wurde ich nicht, das Buch hat mich von der ersten Seite an begeistert. 

    Das Cover spricht mich schon sehr an.Vorallem das Schiff gefällt mir sehr. 

    Molly,Hannah und die anderen Frauen auf der "Lady Juliana" wurden gut beschrieben und ich habe sie schnell ins Herz geschlossen und an ihrem Schicksal auf der Überfahrt teilgenommen.

    Auch der Schreibstil sagte mir zu.

    Nun bin ich auf den Folgeband gespannt 

  7. Cover des Buches Der Empfänger (ISBN: 9783608964639)
    Ulla Lenze

    Der Empfänger

     (114)
    Aktuelle Rezension von: Zuzi1989

    Beim Cover dachte ich mir, warum es zensiert wurde? Was es damit auf sich hat. Und generell wie der Titel zur Geschichte passt.

    Ulla Lenz Schreibstil ist überaus flüssig, sie schildert uns die Geschichte eines Mannes, welcher wahrscheinlich unabsichtlich in Spionagetätigkeiten verwickelt wurde (durch seine Funkkentnisse) . Dies passierte wahrscheinliche durch seine naive,  törichte Art. Wir erleben die damalige Zeit und was mancher für dessen Vorteil bereit war zu tun.

    Die Charaktere wurden zwar authentisch beschrieben, jedoch bekam man keinen wirklichen Draht zu ihnen, was aber hier kein Hindernis ist, da man ja die Geschichte darüber erfahren möchte.


    Es wurde in diesem Werk eine Thematik aufgegriffen, welche mir bis dato noch nicht bekannt war. Ein zeitgeschichtlicher Roman über den Großonkels der Autorin. Keine leichte Kost

  8. Cover des Buches Komm, ich erzähl dir eine Geschichte (ISBN: 9783596521715)
    Jorge Bucay

    Komm, ich erzähl dir eine Geschichte

     (302)
    Aktuelle Rezension von: Goldloeckchen

    Damian sucht einen Psychotherapeuten auf und landet bei Jorge, auch den "Dicken" genannt. Die verschiedenen Sitzungen der ungewöhnlichen Therapie werden hier im Buch aufgegriffen. Dabei erzählt der Dicke immer wieder tolle Geschichten um Jorge zu lehren bzw. von seinen Ansichten zu überzeugen.

    Das Cover fand ich sehr ansprechend und erzeugte Interesse bei mir. Das Buch startet meiner Meinung nach mit der besten Geschichte bzw. zumindest ist diese mir am meisten im Kopf geblieben. Damit war aber auch das Rätsel des Covers gelöst. Die vielen Denkanstöße zum Leben und wie wir dieses Gestalten sollten, sind meist recht einleuchtend und überzeugend. Die Geschichten hierzu sind meist sehr amüsant. Allerdings ist es kein Buch, welches man lange am Stück lesen sollte zumindest wenn man einen Nutzen aus diesem Buch ziehen möchte. Idealerweise sollten 1-2 Kapitel gelesen werden und im Anschluss die Zeit zum Nachdenken genutzt werden. Schade ist es, dass es keine Zusammenfassungen der einzelnen Denkanstöße gibt, wie es in ähnlichen Büchern zum Teil gemacht wird. So waren diese Gedanken leider bei mir nicht sehr nachhaltig, vielleicht waren es auch zu viele und es wäre besser gewesen, weniger zu wählen und diese im Buch intensiver zu behandeln.

    Ich würde das Buch nicht nochmal lesen und war froh als ich es beendet hatte. Aber ich kann verstehen, wenn es hier eine Zielgruppe gibt, die dieses Buch ganz toll findet.

  9. Cover des Buches Frühling, Sommer, Herbst und Tod (ISBN: 9783453436886)
    Stephen King

    Frühling, Sommer, Herbst und Tod

     (329)
    Aktuelle Rezension von: EllaEsSteff

    🌩⚡️

    𝘋𝘪𝘦 𝘩𝘰𝘤𝘩 𝘢𝘶𝘧𝘨𝘦𝘵𝘶̈𝘳𝘮𝘵𝘦𝘯 𝘞𝘰𝘭𝘬𝘦𝘯 𝘻𝘰𝘨𝘦𝘯 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 𝘯𝘢̈𝘩𝘦𝘳, 𝘶𝘯𝘥 𝘸𝘪𝘳 𝘸𝘢𝘳𝘦𝘯 𝘧𝘢𝘴𝘻𝘪𝘯𝘪𝘦𝘳𝘵 𝘷𝘰𝘯 𝘪𝘩𝘳𝘦𝘳 𝘎𝘳𝘰̈𝘴𝘴𝘦 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘦𝘳 𝘴𝘵𝘶𝘮𝘮𝘦𝘯 𝘋𝘳𝘰𝘩𝘶𝘯𝘨, 𝘥𝘪𝘦 𝘷𝘰𝘯 𝘪𝘩𝘯𝘦𝘯 𝘢𝘶𝘴𝘨𝘪𝘯𝘨. 𝘏𝘪𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘸𝘪𝘦𝘥𝘦𝘳 𝘴𝘢𝘩 𝘦𝘴 𝘢𝘶𝘴, 𝘢𝘭𝘴 𝘸𝘶̈𝘳𝘥𝘦 𝘦𝘪𝘯 𝘳𝘪𝘦𝘴𝘪𝘨𝘦𝘴 𝘉𝘭𝘪𝘵𝘻𝘭𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘪𝘯 𝘪𝘩𝘯𝘦𝘯 𝘨𝘦𝘻𝘶̈𝘯𝘥𝘦𝘵, 𝘥𝘢𝘴 𝘪𝘩𝘳𝘦 𝘗𝘶𝘳𝘱𝘶𝘳𝘧𝘢𝘳𝘣𝘦 𝘧𝘶̈𝘳 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘔𝘰𝘮𝘦𝘯𝘵 𝘪𝘯 𝘩𝘦𝘭𝘭𝘦𝘴 𝘎𝘳𝘢𝘶 𝘷𝘦𝘳𝘸𝘢𝘯𝘥𝘦𝘭𝘵𝘦. 𝘜𝘯𝘵𝘦𝘳 𝘥𝘦𝘳 𝘞𝘰𝘭𝘬𝘦, 𝘥𝘪𝘦 𝘶𝘯𝘴 𝘢𝘮 𝘯𝘢̈𝘤𝘩𝘴𝘵𝘦𝘯 𝘴𝘵𝘢𝘯𝘥, 𝘴𝘢𝘩 𝘪𝘤𝘩 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘨𝘦𝘻𝘢𝘤𝘬𝘵𝘦𝘯 𝘉𝘭𝘪𝘵𝘻 𝘩𝘦𝘳𝘢𝘣𝘧𝘢𝘩𝘳𝘦𝘯. 𝘌𝘳 𝘸𝘢𝘳 𝘴𝘰 𝘩𝘦𝘭𝘭, 𝘥𝘢𝘴𝘴 𝘦𝘳 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘣𝘭𝘢𝘶𝘦 𝘛𝘢̈𝘵𝘵𝘰𝘸𝘪𝘦𝘳𝘶𝘯𝘨 𝘢𝘶𝘧 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘕𝘦𝘵𝘻𝘩𝘢𝘶𝘵 𝘮𝘢𝘭𝘵𝘦. 𝘋𝘢𝘯𝘯 𝘧𝘰𝘭𝘨𝘵𝘦 𝘭𝘢𝘯𝘨 𝘢𝘯𝘩𝘢𝘭𝘵𝘦𝘯𝘥𝘦𝘴 𝘋𝘰𝘯𝘯𝘦𝘳𝘨𝘳𝘰𝘭𝘭𝘦𝘯. 🌩


    🔨

    Diese Sammlung vereint vier längere Geschichten, von denen drei erfolgreich verfilmt wurden. Sie lassen sich nicht grundsätzlich dem Horrorgenre zuordnen, enthalten jedoch Elemente jenes Grauens, in dem es King zum unbestrittenen Meister gebracht hat - vier Höhepunkte in seinem Schaffen. 𝘈𝘵𝘦𝘮𝘵𝘦𝘤𝘩𝘯𝘪𝘬 ist die grausige Geschichte einer Frau, die ihr Kind zur Welt bringen will; ganz gleich, was geschieht. In 𝘋𝘦𝘳 𝘔𝘶𝘴𝘵𝘦𝘳𝘴𝘤𝘩𝘶̈𝘭𝘦𝘳 erliegt ein netter, aufgeweckter Junge der Faszination des Bösen. 𝘗𝘪𝘯-𝘶𝘱 erzählt von einem ungewöhnlichen Gefängnisausbruch. Und in der stark autobiografisch gefärbten Geschichte 𝘋𝘪𝘦 𝘓𝘦𝘪𝘤𝘩𝘦 gehen vier Großstadtjungen auf verhängnisvolle Entdeckungsreise.


    💭

    Ich habe alle vier Geschichten geliebt. Jede einzelne zieht einen in ihren Bann. 

    Ich verstehe nun, dass viele sagen es sei die beste Kurzgeschichtensammlung von King. 

    Zudem finde ich, ist dieses Buch ideal für King-Einsteiger. 

    Meine Lieblingsgeschichte ist 𝘋𝘪𝘦 𝘓𝘦𝘪𝘤𝘩𝘦. 


  10. Cover des Buches Die Einzige (ISBN: 9783401068695)
    Jessica Khoury

    Die Einzige

     (225)
    Aktuelle Rezension von: Kitty_Catina

    Die 16-jährige Pia ist isoliert in einer alten Forschungsstation aufgewachsen, alles was sie kennt ist diese Anlage, die Wissenschaftler dort und die Angestellten. Für sie, den einzigen unsterblichen Menschen, ist das ganz normal, nur nach anderen Unsterblichen sehnt sie sich. Bis sie ein Loch im Zaun der Anlage entdeckt und bei ihrem kleinen Ausflug in die Freiheit auf einen Jungen trifft. 

    Schon seit Jahren stand dieses Buch ungelesen in meinem Regal und inzwischen war ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich es überhaupt noch lesen wollte. Zum Glück habe ich es getan, denn die Geschichte war wirklich großartig und sogar tiefgründig.

    Der Schreibstil von Jessica Khoury ist so, wie man ihn von einem Jugendbuch erwartet. Er ist relativ schlicht und einfach und lässt sich dadurch richtig schnell lesen. Dennoch ist er auch tiefgründig und regt zum Nachdenken an.

    So auch die Handlung, die nicht nur irgendeine fantasievolle Geschichte ist, sondern sich mit Themen auseinandersetzt, die so viel aussagen. So wird immer wieder die Frage deutlich, ob Unsterblichkeit wirklich so erstrebenswert ist, wenn man allein ist und welche Mittel überhaupt den Zweck heiligen, diese zu erreichen. Welches Individuum ist wichtiger als das andere oder sind alle gleich wichtig? Geht Wissenschaft über alles und wie weit sollte sie gehen? Da ist die kleine Liebesgeschichte nur eine schöne Nebensache, aber dennoch ist sie wirklich romantisch und herzlich geschrieben. Auch wenn die beiden Liebenden gerade einmal Teenager sind, geht sie doch zu Herzen. Ansonsten war dieses Buch, nachdem ich ein bisschen gebraucht hatte, in die Geschichte hinein zu finden, ein spannender Pageturner mit vielen nicht zu erwartenden Wendungen. Und das Ende hat mich dann wirklich überrascht und zufrieden zurückgelassen. Dennoch muss ich auch sagen, dass es hier und da kleine Logiklöcher gab, die aber zum Glück nicht allzu dramatisch ins Gewicht gefallen sind.

    Passend zum Rest des Buches haben mir auch die Charaktere sehr zugesagt. Ich fand sie wirklich durchdacht beschrieben und nachvollziehbar, auch wenn ich Pia manchmal gern geschüttelt hätte. Aber wer kann ihr ihre Naivität verdenken, schließlich wurde sie zu einem kalten Menschen ohne Gefühle erzogen. Umso mehr hat mir allerdings ihre Entwicklung gefallen. Gleich von Anfang an mochte ich Eio. Er ist ein sehr liebenswerter Junge, der das Herz am rechten Fleck hat und dafür einiges hinnehmen muss. Ansonsten sind aber auch alle anderen Charaktere wirklich gut und vor allem vielschichtig geschrieben. Selbst die Bösen haben Charisma und ich konnte ihren Wahn in gewisser Weise verstehen, wenn ich ihn auch verabscheut habe.

    Ich muss sagen, dass ich echt nicht gedacht hätte, dass ich dieses Buch so gut finden würde und obwohl die Geschichte hier und da ein paar kleinere Macken hatte, konnte sie mich absolut packen und unterhalten. 

  11. Cover des Buches Violeta (ISBN: 9783518430163)
    Isabel Allende

    Violeta

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Petris

     Violeta wird im Jahr 1920, mitten in einer Pandemie geboren. Und sie stirbt ein Jahrhundert später im Jahr 2020, wieder mitten in einer Pandemie. Die Spanne ihres Lebens erzählt sie uns in Briefform. Es ist ein Brief an ihren geliebten Enkel Camilo. 

    Ihr Leben umfasst viele Umwälzungen in ihrem Land, das nie genannt wird, bei dem man aber genau weiß, dass es Chile ist. Wirtschaftskrise, Diktatur, dazwischen eine kurze Zeit der instabilen Demokratie, Umbruch, wieder Diktatur, Verfolgung und Gewalt. Doch Violeta selbst scheint, trotz einiger Schicksalsschläge, immer auf der Schokoladenseite zu leben. Am Ende ihres Lebens steckt sie ihren Reichtum in eine Stiftung, die sich gegen häusliche Gewalt einsetzt.

    Ein spannendes Leben, voller spannenden Begegnungen, mit einem schillernden, aber gewalttätigen Vater ihrer Kinder. Ihre eigene Tochter stirbt jung, der Sohn muss ins Exil, ein Mitglied des Haushalts verschwindet, nachdem er ihren Sohn über die Grenze gebracht hat. 

    Am Rande spielt die große Geschichte Schicksal, die ihrem Land übel mitspielt.

    Das alles ist flüssig zu lesen, lebendig erzählt, lässt einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

    Doch in Wirklichkeit bleibt sehr viel an der Oberfläche. Ihre Naivität, dass sie nie etwas von den Machenschaften ihres Partners mitbekommen hat, erst im Alter durchschaut hat, wie gewalttätig und verbrecherisch die Militärdiktatur wirklich ist, das nimmt man ihr nicht ganz ab. Auch ihr selbstverliebter Blick auf das eigene Aussehen, die Betonung der weißen Haut, ihrer sexuellen Eroberungen, von denen sie dann wieder schreibt, sie wären nicht erwähnenswert und nicht so viele, um wenige Kapitel später wieder ausführlich darüber zu schreiben, das nimmt der Erzählstimme Kraft. Und lässt auch den Rahmen des Briefes an den Enkel nicht ganz authentisch erscheinen. Zudem wurde jede einzelne Geschichte bis zum Ende erzählt, aufgeklärt. Da bleibt nichts offen oder versandet, wie es das im realen Leben oft tut.

    Alles in allem eine gut erzählte Geschichte, für 400 Seiten etwas überfüllt mit Handlungen, Ereignissen und Menschen, so dass vieles an der Oberfläche bleibt. Auf diese Weise war für mich die Protagonistin recht schlecht greifbar und konnte mich der Roman, trotz seiner Dramatik, nicht wirklich bewegen.

    Für mich nicht der gelungenste Allende-Roman. Für jemand, der noch nie etwas über die Militärdiktatur in Chile gelesen hat, vielleicht ein Einstieg. Zu viel Tiefgang sollte man sich allerdings nicht erwarten.

  12. Cover des Buches Das Papierhaus (ISBN: 9783458176152)
    Carlos María Domínguez

    Das Papierhaus

     (237)
    Aktuelle Rezension von: gst
    „Ich verschenke Jahr für Jahr mindestens fünfzig Bücher an meine Studenten und schaffe es trotzdem nicht, ein neues Bücherregal oder die nächste Doppelreihe zu vermeiden; schweigsam und unschuldig breiten sich die Bücher im ganzen Haus aus, und es gelingt mir nicht, sie aufzuhalten.“ (Seite 14)

    Kurze Zeit, nachdem Bluma Lennon, in einem Gedichtband lesend, von einem Auto tödlich überfahren worden war, landete auf ihrem Schreibtisch ein Päckchen.. Ihr Vertreter öffnete es stellvertretend und holte ein mit Zement verschmutztes Buch hervor. Neugierig geworden machte er sich auf die Suche nach dem Absender. Dabei tauchte er tief in die Buchsammlerszene ein und erfuhr, wie gefährlich Bücher sein können.

    Dieses Büchlein ist ein wahrer Schatz! Es macht mit so manchem Hinweis auf diverse Titel neugierig auf weitere Lektüre. Es erzählt sehr anschaulich und mit Humor von Büchersammlern und ihren Bibliotheken und davon, was man mit Büchern alles machen kann.

    Als Büchernarr fühlte ich mich während der Lektüre so manches Mal ertappt, war aber auch entsetzt über die Büchervernichtung, von der der Autor ebenfalls berichtet. "Bücher verändern das Schicksal der Menschen", gibt er dem Leser mit auf den Weg. Ganzseitige Zeichnung von Jörg Hülsmann lockern den von Elisabeth Müller aus dem Spanischen übersetzten Text auf.

    Der argentinische Schriftsteller Carlos María Domínguez kam 1955 in Buenos Aires zur Welt. Seit 1989 wohnt er in Montevideo. Seine Erzählung „Das Papierhaus“ kam 2004, drei Jahre nach seiner Ersterscheinung, in Deutschland auf den Markt. Dieses Büchlein ist eines, das in meinem Lieblingsregal bleiben wird, um mich auch im Alter noch zu erfreuen.

  13. Cover des Buches So enden wir (ISBN: 9783518428016)
    Daniel Galera

    So enden wir

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Aspasia

    Ein Handy, ein Überfall, ein Schuss, tot. So enden wir. Vielleicht nicht unbedingt wir alle, aber tot ist tot. Und bis dahin: Unser Leben. Und auch das ist weit weniger einzigartig als wir alle gerne glauben möchten.

    In Daniel Galeras zweitem Roman So enden wir ist es Andrei Dukelsky, Duke, Nachfahre jüdischer Einwanderer, der nach einem kurzen Intermezzo als strahlender Internetstar Ende der 90er, als anarchischer Mitbegründer des Fansize Orangotango und geheimnisvoller Poet, 15 Jahre später mit Mitte 30 Opfer eines Straßenraubs in der der lähmend heißen brasilianischen Hafenstadt Porto Allegre wird.

    Die ehemalige Fangemeinde reiht traurige Emoticons aneinander und versieht drei Großbuchstaben mit Ausrufezeichen, und schickt so ihre individuelle Trauer via Twitter um die Welt.

    Auf diese Art erfährt es auch Aurora, ebenso Teil der ehemaligen Online-Redaktion, einst die einzige Frau im heiligen Kreis der coolen Fab Four, ist sie heute Doktorandin der Genetik & erforscht den Biorhytmus des Zuckerrohrs. Sie, die eigentlich in Rio an ihrem Doktor basteln sollte, hat sich vor ein paar Monaten in ihrem Jugendzimmer in der elterlichen Wohnung eingenistet, offiziell wegen einer Herzerkrankung ihres Vaters, aber eigentlich weil ihr so ruhmreich gestartete Leben irgendwie ins Stocken geraten ist.

    Auf der Beerdigung trifft sie auf die alten, ehemals unzertrennlichen Freunde. Als da wären: Antern, der sein Schreibtalent nun sehr erfolgreich als Marketingexperte mit eigener Werbeagentur zu Millionen macht. Und Emiliano, Kulturjournalist, in der Bedeutungslosigkeit gestrandet, dessen Insiderwissen über den toten Freund, mit dem er einst eine Nacht verbracht hatte, ihn nun aber wieder auf die große Bühne zurück bringen könnten.

    In sich abwechselnde Monologen erinnern die drei sich mit melancholischem Blick der glorreichen Zeiten vor nunmehr 15 Jahren, als sie hoffnungsfroh, ein bisschen arrogant, aber voller Idealismus aufbrachen in die Welt, als noch alles möglich schien, um jetzt am Grab ihres Freundes ihre geplatzten Träume zu bestaunen, zu sehen, dass die verhasste Bürgerlichkeit doch den längeren Atem hatte, dies Realität sie im Würgegriff hält & langsam nichts mehr übrig ist, von den Helden von einst.

    So traurig, so alltäglich, zeigt dieser Roman doch das Stimmungsbild einer ganzen Generation gut ausgebildeter junger Leute, die meinten die gesellschaftlichen Veränderung schon mit den Händen greifen zu können, nicht nur in einem aufstrebenden Schwellenland wie Brasilien, die sich jetzt gestrandet in Zeiten der Klimabedrohung, sozialen Verwerfungen & wirtschaftlicher & politischer Instabilität wiederfinden. Somit bietet die Geschichte der 4 eine Identifikationsfläche für so viele ihrer Altersgenossen weltweit.

    So enden wir wir also: desillusioniert? Wir rollen den Stein den steilen Berg hoch & er rollt wieder hinunter & wieder hoch & dann wieder runter, mehr oder minder ist das bei uns allen so, die Zeitens des anstrengenden & schweißtreibenden Hochschiebens varieren natürlich, aber das von Albert Camus im Mythos von Sysyphos beschriebene Dilemma teilen wir alle.

    Auch ihre & unsere im jugendlichem Blick auf unser Selbstbild identifizierte Einzigartigkeit entpuppt sich als Illusion & doch machen wir weiter, wie schon Generationen vor uns. Denn so einfach enden wir nicht.

  14. Cover des Buches Die Pfeiler der Macht (ISBN: 9783404172320)
    Ken Follett

    Die Pfeiler der Macht

     (749)
    Aktuelle Rezension von: Mike_Leseratte

    Auch dieser historische Roman von Ken Follett ist wirklich gelungen. Dabei beginnt alles relativ harmlos in Hughs Schulzeit. Während einer Ausgangssperre kommt es zu einem "Unfall". Doch viel schlimmer ist, dass Hugh erfahren muss, dass sich sein Vater erhängt hat, weil seine Firma Bankrott gemacht hat. Durch Umwege mausert Hugh sich zum erfolgreichen Bankier, bekommt jedoch so manches Bein gestellt auf seinem weiteren Weg. Auch in der Liebe läuft nicht alles so, wie er es gerne hätte.  Doch was genau, dass lest besser selbst...


    Inhaltlich ist es echt mitnehmend. Man fiebert mit Hugh mit und leidet mit ihm bei jedem weiteren Rückschlag. Dennoch bin ich von Ken Follett auch schon besseres gewohnt. Vergleicht man dies mit der Kingsbridge-Saga, so fiel mir besonders auf, dass Komplotte hier hauptsächlich immer nur von einer Seite geschmiedet wurden. Zudem fielen die Erfolge von Hugh nie besonders ins Gewicht, da die Gegenpartei bis auf Gefahr, Angst und Ansehensverlust, nie wirklich Schaden erlitten hat, während Hugh mit allem bis auf das Grundlegendste zu kämpfen hat. 


    Das Cover meiner Version (Hardcover, Weltbild) zeigt eine Art Säule mit einem Löwen Anklopfer. Es ist relativ schlicht und verrät nicht viel über den Inhalt. Das macht aber nichts, da es diesen glatten Pfeiler aus dem Titel gut widerspiegelt. Gleichzeitig steht der Löwe für Maisie, weshalb, nun, dass findet ihr besser selber heraus...

    Figurentechnisch sind welche echt gut ausgearbeitet und vielschichtig, jedoch fallen auch welche hinten über, die in der Richtung etwas blass bleiben, obwohl sie eine wichtige Rolle einnehmen. So fällt auf, dass Hugh als Hauptakteur wirklich gut gearbeitet ist. Ein ruhiger und durchweg kompetenter Bankier, dem in den wichtigsten Situationen die Zügel durchgingen. Auch den Gegenpart in Form von Augusta ist gut getroffen. Nicht die böse Stiefmutter sondern die Böse Tante die natürlich nur das Beste für den eigenen Sohn will und dabei keine Rücksicht auf die Bank oder andere Familienmitglieder nimmt. 

    Blass dagegen erscheinen andere wichtige Personen. So wird gegen Ende recht wenig von Maisies Gefühlswelt und Situation berichtet. Sie nimmt ihre ihr zugedachte Rolle ein, bekommt aber dabei nicht die Tiefe die sie haben könnte.

    Was man auch bedenken sollte, was aber nicht unbedingt negativ ist, dass man relativ schnell durch eine kurze Zeitspanne voranschreitet. So ist zwischen den Kapiteln immer ein Zeitsprung von einem Monat. Das sorgt dafür, dass man schnell durch die Zeit vorangeht und nicht besonders lange in den Verhältnissen verweilt. Deshalb sollte man aufpassen, dass die Figuren besonders zwischen den internen Teilen (wo die Zeitsprünge deutlich länger sind) auch deutlich altern. So ist zwischen Teil I und II eine Zeitspanne von 6 ganzen Jahren während es sonst eben im Monatstonus vorangeht.


    Insgesamt also ein echt unterhaltsames Buch, das ich nur weiterempfehlen kann, da es wirklich nur kleine Punkte sind, die ich mir gewünscht hätte. Gerade der Umschwung zum Ende reißt echt viel von den ganzen Rückschlägen am Beginn wieder heraus, da es zeitweise doch etwas einseitig wurde. 

  15. Cover des Buches Die schwarze Orchidee (ISBN: 9781503935730)
    Annis Bell

    Die schwarze Orchidee

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Greyswan

    In diesem Fall wird Jane zu ihrer besten Freundin nach Nordengland gerufen, weil diese im Haus ihrer Cousine ein komisches Gefühl hat und ehe es sich Jane versieht, steckt sie in einem Kriminalfall um Mord und wertvolle Orchideen fest.

    Dieser Teil hat neben der interessanten Geschichte rund um die Orchideenzüchter und -jäger, was ich als geradezu bereichernden Rahmen der Geschichte empfand, eine deutliche Besserung zum ersten Band. Im ersten Band empfand ich Jane als extrem pubertär und unreif, was hier nur zu Beginn vorkam. Im Verlauf der Geschichte wirkt Jane reifer und vernünftiger. Die Beziehung zu David vertieft sich und sie wachsen langsam zu einem Team zusammen.

    Die Briefe aus Übersee boten einen Einblick in eine ganze eigene Welt und waren eine angenehme Auflockerung.

    Ein besonderes Schmankerl stellt der Plot-Twist zu Ende hin dar und rundet die Geschichte ab.

    Ab hier bin ich offiziell Fan der Reihe :-)

  16. Cover des Buches Resturlaub (ISBN: 9783596512409)
    Tommy Jaud

    Resturlaub

     (1.067)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Ein sehr lustiges und kurzweilig geschriebenes Buch, das man nicht immer in der Öffentlichkeit lesen sollte, da man auch mal einen Lachkrampf bekommen kann. Empfehlenswert, wer gerne lachen möchte.

  17. Cover des Buches Kaimankacke (ISBN: 9783423215541)
    Lars Simon

    Kaimankacke

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Eggi1972

    Hach ja, es war einfach mal Zeit etwas Lustiges zu lesen, irgendwie war mir danach und so kam es, dass ich über Kaimankacke von Lars Simon in meinem Bücherregal stolperte. 

    Gut, das erste was mir mal wieder auffiel war, dass mir in der Reihe schon wieder das erste Buch fehlt - nämlich Elchscheiße. Dies bin ich ja irgendwie schon gewohnt und es ist nicht weiter schlimm, auch wenn ich gerne den Anfang dieser Gruppe kennengelernt hätte. Aber wie gesagt, alles halb so wild. 

    So startet man also in Schweden bei Torsten, der mit seinem zweiten Buch, zumindest was den Start betrifft, so seine Schwierigkeiten hat. Seine Lektorin ist so gar nicht mit dem Anfang des Buches und dem Thema einverstanden; und auch er selbst kommt nicht so wirklich weiter. Außerdem ist da noch Linda, die er irgendwie liebt, aber auch nicht wirklich weiter kommt. 

    Wie aus heiterem Himmel ruft Torstens Vater an, der gerade im Urlaub in der Karibik ist. Torsten bucht also einen Urlaub in besagtem Club und reist hinterher. Außerdem trifft er dann seine Freunde und vielleicht klappt es dann mit dem Schreiben des Buches auch wieder, so zumindest seine Idee. Schon beim buchen wird ihm erzählt, dass die Hütte nicht unbedingt dem Standard des Clubs entspricht. 

    Dies ist nur der Anfang des Buches, mehr oder weniger kurz, und was ich sagen muss, ist einfach, dass Lars Simon eine unwahrscheinlich lustige Art hat, alles zu beschreiben. Wenn man zufällig im Bus sitzt und liest, muss man ständig aufpassen, dass man nicht anfängt laut zu lachen. Ich kann euch sagen, es ist anstrengend nicht zu lachen, wenn man sich zum Beispiel vorstellt wie ein Mann vor dem Plumpsklo kniet und mit dem Handy telefoniert, welches ihm in besagtes Klo gefallen ist und an welches er nicht dran kommt, weil, wie gesagt, die Hütte in der er untergebracht ist, „nicht ganz“ dem Clubstandard entspricht. 

    Lars Simon beschreibt einige Cluburlauber genau so, dass man sich diese sehr gut vorstellen kann. Man erwischt sich immer wieder dabei, wie sich die Mundwinkel nach oben verschieben, da man lächeln oder einfach mal laut lachen muss. 

    Alles in allem ist es ein kurzweiliges Buch, welches man gerne mal zwischendurch lesen kann. Wenn einem der Alltag zu wenig Spaß verspricht. Man muss nicht viel nachdenken, aber dafür umso mehr lachen, ohne dass das Buch flach wirkt. Ich freue mich auf alle Fälle auf das nächste Buch von Lars Simon, welches zufällig auch schon in meinem Regal steht. Bei dem Titel Renntierköttel, muss ich jetzt schon schmunzeln. Ich bin mir sicher, ihr werdet meine Meinung zu diesem Buch in den nächsten Wochen hier finden. 

    https://www.literaturlounge.eu


  18. Cover des Buches Gehen, um zu bleiben (ISBN: 9783442176724)
    Anika Landsteiner

    Gehen, um zu bleiben

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Zugegeben, der Titel hat mich gelockt und da ich viel Gutes über das Buch gehört hatte, habe ich es schließlich gelesen und das sehr gerne. Mit einem wundervollen Schreibstil wird ein Reisebericht geschildert, Länder erkundet und Erfahrungen geteilt.

    Es handelt vom Mut loszugehen und das kam in den einzelnen Kapiteln wirklich sehr schön rüber.

    Einzig beim “Ankommen” hat mir ein wenig Spiritualität gefehlt, den der Titel verspricht. Die Autorin selbst weist im Buch darauf hin, dass es ein Reisebericht ist und er als solcher gelesen werden soll. Schade eigentlich, da ich noch mehr in ihm gesehen hätte.

    Das Buch ist trotzdem absolut empfehlenswert und wirklich gut geschrieben!

  19. Cover des Buches Hundert Jahre Einsamkeit (ISBN: 9783462050219)
    Gabriel García Márquez

    Hundert Jahre Einsamkeit

     (544)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Hundert Jahre Einsamkeit" ist die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang einer kolumbianischen Familie und des von ihr gegründeten Dorfes Macondo, eine Familiensaga über sieben Generationen. Die Bewohner von Macondo, die anfangs durch den Regenwald von der Umwelt isoliert sind, nur durch vagabundierende Zigeuner von technischen Errungenschaften erfahren und ohne Kirche, staatliche Verwaltung und Wirtschaftsbeziehungen auskommen, erleben schließlich, wie ihr Dorf durch eine Bahnlinie erschlossen wird. Amerikaner legen eine Bananenplantage an, und ein Europäer träumt von einem Flugplatz in Macondo. Auch von den Bürgerkriegen zwischen den Liberalen und den zentralistischen Konservativen wird das Dorf heimgesucht.

    Realistisches verschmilzt in diesem Roman mit Volksgeschichten, Mythen und grotesken Fantasievorstellungen. 

    Gabriel García Márquez verzichtet in "Hundert Jahre Einsamkeit" auf eine durchgängige Handlung und reiht stattdessen aktionsbetonte Episoden aneinander, die er ausgesprochen bildhaft schildert und ausschmückt. Neugierde wird dadurch kaum geweckt und Spannung entsteht auf diese Weise auch nicht. Spätestens nach der Hälfte der knapp 500 Seiten hat man den Überblick verloren, zumal die meisten Nachfahren des Stammvaters der Familie Buendía José Arcadio oder Aureliano heißen. Allein während des Bürgerkriegs zeugt Oberst Aureliano Buendías 17 gleichnamige Söhne, und die Zwillinge Aureliano und Juan Arcadio sind vielleicht miteinander vertauscht worden.

  20. Cover des Buches Mengele Zoo (ISBN: 9783982052205)
    Gert Nygårdshaug

    Mengele Zoo

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Pongokater

    Im Wikipedia-Eintrag zum Roman heißt es:"Obwohl der Roman die Welt durch die Augen eines der meist gesuchten Terroristen beschreibt, fällt es dem Leser leicht Minos (= Oberterrorist) Standpunkt einzunehmen." Das klingt ganz harmlos, steht aber in einem Buch, in dem Erzähler und Hauptfigur meinen, dass es doch ganz schön wäre, 200 Millionen "nutzlose" Gringos umzubringen. Einige dutzend Seiten später wird sogar gesagt, das es schön wäre, die Menschheit auf zwei Milliarden Menschen zu reduzieren. 

    Das Buch des Norwegers Nygardshaug beginnt recht poetisch bei einer Familie im südamerikanischen Regenwald, deren Existenz durch landgierige Firmen vernichtet wird. Der Sohn der Familie, Mino, entgeht der Vernichtung. Zunächst verübt er Rache an Einzelnen, aber dann lässt ihn der Autor eine Terrorgruppe gründen, die Mino unter dem wohl nicht zufälligen Decknamen "Carlos" führt. Die zweite Hälfte des Buches schildert dann wie in einer Sportreportage (jeder Mord wird bejubelt wie ein Tor), wie die Gruppe auf raffinierte Weise beginnt, die Macht- und Wirtschaftseliten der westlichen Welt zu töten, mal Dutzende, mal Hunderte, mehr geht (siehe oben) "leider" nicht. All das geschieht im Namen des Regenwaldes, ja der Natur, der Erde. Deshalb erscheint dem Erzähler und der Hauptfigur auch alles Tun der Ökoterooristen gerechtfertigt. 

    Warum in Norwegen 400.000 Exemplare dieses blutrünstigen Gesinnungsschmökers verkauft wurden, erschließt sich mir nicht. Passend wäre ein nachträglicher Stalin-Preis für besonders dumpfe und hasserfüllte Propaganda.

  21. Cover des Buches Mord auf dem Golfplatz (ISBN: 9783455651003)
    Agatha Christie

    Mord auf dem Golfplatz

     (145)
    Aktuelle Rezension von: LeenChavette

    Hercule Poirot erhält einen Brief aus Frankreich, in dem er von P. T. Renauld um Hilfe gebeten wird. Dieser offenbart ihm, dass er ein Geheimnis kenne und nun um sein Leben fürchte. Als Poirot und sein Bekannter Arthur Hastings jedoch in Merlinville-sur-Mer ankommen, können sie Renauld nur noch tot auffinden. Sein Leichnam wurde auf einem Golfplatz abgelegt. Wer hat den Multimillionär ermordet und warum?

    Ich muss zugeben, dass dies der erste Fall von Poirot ist, in dem ich mit dem kauzigen Ermittler sympathisiere. Seine Einwände in den Ermittlungen stoßen teilweise auf Taube Ohren und er zeigt sich hier, anders als sonst (kühl und eitel) sondern zurückhaltend und empathisch. Die Auflösung am Ende empfinde ich nicht als sehr gelungen. Mir wurden die Theorien zum Ende hin einfach zu oft verworfen bzw. verdreht. Dennoch ein solider Fall für Poirot!



  22. Cover des Buches American Dirt (ISBN: 9783499276828)
    Jeanine Cummins

    American Dirt

     (75)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar

    Der Anfang: «Eine der ersten Kugeln kommt durch das offene Fenster über der Toilette, vor der Luca steht. Er begreift zuerst überhaupt nicht, dass es eine Kugel ist, und es ist reines Glück, dass sie ihn nicht zwischen den Augen trifft.»


    Sie feiern die Geburtstagsfeier von Lydias Nichte, die gesamte Familie ist in Acapulco zusammengekommen, sie sitzen im Garten zusammen und grillen. Lediglich Lydia und ihr Sohn Luca befinden sich im Haus, als draußen die Schüsse hallen, sie verstecken sich in der hinteren Ecke der Dusche und werden nicht gefunden. 16 tote Verwandte: Lydias Mann, ein Journalist, dem wahrscheinlich der Anschlag galt, ihre Mutter, Schwester, Nichte usw. – Lydia und der achtjährige Luca haben überlebt. Wielange, ist nur eine Frage der Zeit, da ist sich Lydia sicher. Sobald der Chef des Drogenkartells «Los Jardineros» herausbekommt, dass sie überlebt haben, wird er sie jagen, ihre Fotos werden in Sekunden über das Land verteilt werden, seine Spitzel sitzen überall: Hotelangestellte, Busfahrer, Polizisten, Ladenbesitzer, die Dichte seiner bezahlten Informanten ist nicht zu zählen. Lydia kennt ihn. Er ist ein guter Kunde in ihrem Buchladen, einer, mit dem sie über Literatur spricht, mit dem sie gleiche Leseinteressen pflegt – sie wusste nicht gleich, wer er war, erst viel später ist ihr das klar geworden. Sie können hier nicht bleiben, entscheidet Lydia, sucht im Haus ihrer Mutter ein paar Sachen zusammen und macht sich mit Luca auf den Weg. Fort von hier! Nicht nach Hause gehen, nicht das Auto benutzen. Sie suchen sich ein unauffälliges, abgelegenes Hotel, checken unter falschen Namen ein, werden aber schnell aufgestöbert und können noch einmal fliehen. 


    «Lydia hat schon oft frei sprechende Witwen gesehen, Witwen, die durch ihre Trauer mutig wurden. Sie hat zugesehen, wie sie in Kameras sprachen, nicht mehr schweigen wollten, diejenigen beschuldigten, die schuldig waren, voller Verachtung, die Gewalt feiger Männer anprangerten. Die Namen nannten. Diese Frauen werden auf Beerdigungen niedergeschossen. Nicht denken, nicht denken, nicht denken.»


    Wir fliegen nach Mexiko City, dann in die USA, denkt Lydia. Ohne Ausweise kein Flug, die Gefahr, erkannt zu werden, ist groß, nicht mal ein Inlandsflug ist ohne Papiere zu haben. Der Fußweg in die USA ist mörderisch und gefährlich, das Kartell überwacht auch hier alles und jeden. Lydia entschließt sich deshalb zu einem schweren Schritt, macht sich mit Luca auf den Weg in die USA mit der Route «La Bestia» – auf den Dächern von Zügen reisen, die sie nach «el norte» bringen. El norte, die Grenze, das Zauberwort für alle, die auf der Flucht sind. Das Aufsteigen auf den Zug kosten jeden Tag Opfer, schnell kommt man under die Räder, andere fallen vom Dach herunter, passen nicht auf, werden von Ästen erwischt, am Abend ist das Leben in den Lagern nicht ungefährlicher. Wem kann man trauen? Frauen leben besonders gefährlich.


    Ein epischer Triller und gleichzeitig ein Pageturner. Geht das? Ja, es funktioniert wunderbar. Es liegt an der bildhaften Sprache, die eindringlich die Außen- und Innenwelt beschreibt. Ein Roadmovie, bei dem Schlag um Schlag Neues hinzukommt. Lydia hatte sich nie mit Flüchtlingen und Flüchtlingsrouten befasst; eine Familie der bürgerlichen Mitte, natürlich weiß sie um die Problematik, doch im Detail kennt sie sich nicht aus. So wägt sie ab, wem man vertrauen kann, fragt sich durch, schließt sich Leuten an, kurz, oder über längere Strecken. Sie lernt verschiedenste Menschen und Schicksale kennen, nicht alle Flüchtlinge sind Mexikaner. Jeder trägt sein Schicksal und ist zu allem bereit. So konstruiert Jeanine Cummins ein feines Netz von vielschichtigen Charakteren. Sie gibt den Flüchtlingen ein Gesicht. Gleichzeitig hält sie die Spannung hoch, denn jeder einzelne Tag ist gefährlich. Der Leser erlebt die Schwierigkeiten, die auf einer Flucht zu meistern sind, gleichzeitig die Solidarität, die unter den Menschen herrscht, die Brutalität der Gefahren durch geldgierige Milizen und Kartelle.


    «Vaya con Dios!›, schreit der Junge den Männern zu, die er hinter sich lässt. ‹Ya me voy pa ´lotro la´o!›

    Wieder ein Jubeln. ‹Gib auf dich acht und Gott segne dich!›, schreit der Mann.»


    Ein paar Zeilen weiter:


    «Qué onda, güey?›, sagt der Junge mit seinem Grenzakzent, der ihn sofort als Bewohner eines nördlichen Bundesstaates entlavt.»


    Grundsätzlich besitzt der Thriller viel Authentizität, so weit wir das aus der Außensicht beurteilen können, und die Geschichte geht unter die Haut. Lydia hat allerdings mehr oder weniger Dauerglück, kommt mit ihrem Sohn fast unbeschädigt davon, die schlimmen Dinge passieren den anderen und immer wieder findet sie jemanden, der ihr mit großem Einsatz weiterhilft – ein wenig zu viel Glück. Nimmt man das heraus, so ist hier eine glaubwürdige Geschichte entstanden, die ein brisantes Thema aufnimmt. Ich habe kein Problem mit den spanischen Vokabeln – aber es hätte mich genervt, wenn ich sie nicht verstehen würde. Es ist ein klarer Logikfehler! Alle diese Menschen sprechen Spanisch miteinander, geschrieben auf Englisch, übersetzt auf Deutsch. Nur was haben die ständigen spanischen Sätze hier zu suchen? Oft werden sie übersetzt durch die Antwort. Manchmal steht die Übersetzung als Folgesatz dort, was völliger Blödsinn ist. Oder es wird gar nicht übersetzt. Klar, was die Autorin erzeugen wollte: Authentizität durch Sprache, den Leser das spanische Gefühl geben. Da geht mir jedes Mal der Hut hoch! Das ist nicht authentisch, sondern unlogisch. Das hat dieses Buch auch gar nicht nötig.

    «Im schlimmsten Fall nehmen wir sie als Mob wahr, als Invasion von Kriminellen, die unsere Mittel aufsaugen wollen, und im besten Fall als eine Art hilflose, verarmte, gesichtslose braune Masse, die auf unserer Türschwelle um Hilfe schreit. Wir sehen sie selten als Mitmenschen.» (aus dem Nachwort)


    Der Roman wurde in den USA mit großer Werbetrommel auf den Weg gebracht und mit Bravour vom Feuilleton besprochen und von bekannten Schriftsteller*innen wie Anne Pratchett, Sandra Cisneros, John Grisham, Don Winslow und Stephen King hoch gelobt. Aber gleich nach Erscheinen traf Verlag und Autorin eine Kritik mit voller Wucht: Sie wurde als weiße Frau der «kulturellen Aneignung» beschuldigt. Weiße Autoren sollen sich nicht Themen von ethnischen Minderheiten aneignen, so die Kritik. In dieselbe Richtung geht es auch, dass Heteros nicht über Schwule schreiben dürfen usw. Die Amerikanerin Jeanine Cummins ist in Spanien geboren, zu ein Viertel Puerto-Ricanerin, verheiratet mit einem illegalen Einwanderer. Nicht farbig genug? Nicht selbst betroffen? Die Aufregung ging sogar so weit, dass der Verlag Lesungen absagte, weil mit Tumulten zu rechnen war. Oprah Winfrey entschuldigte sich für ihre gute Bewertung. Anne Pratchett glücklicherweise nicht. Die Autorin sagt, sie wollte die Flüchtlinge empathisch darstellen, ihnen ein Gesicht geben. Das ist ihr gelungen. Darf sie das nicht, weil sie das alles nicht selbst erlebt hat? Ein Schriftsteller von guten Romanen begibt sich meist mit Recherche und seinen Gedanken in eine abstrakte Welt, in Strukturen, soziale Umfelder, die nicht immer seine sind. Wie schwarz, weiß, religiös muss einer sein, um sich eines Themas annehmen zu können? Nicht umsonst heißt es im Englischen fiction und non fiction. Nur das schreiben dürfen, was wir selbst erleben? Muss ein Krimischreiber in Konsequenz ein Mörder, ein Pädophiler, Psychopath usw. sein, um sich in eine Figur hineindenken zu können? Damit würden wir auch jeglich Art von Zukunftsromanen und historischen Romanen verbieten. Wo soll es anfangen und aufhören, worüber Autoren schreiben dürfen? Wir dürfen dieser Moralpolizei nicht unterliegen und müssen aufpassen, wohin uns solche Diskussionen führen!


       https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/american-dirt-jeanine-cummins-rezension.html


  23. Cover des Buches Die Erfindung der Flügel (ISBN: 9783442717071)
    Sue Monk Kidd

    Die Erfindung der Flügel

     (283)
    Aktuelle Rezension von: Vera-Seidl

    Auf dem Totenbett gesteht der Richter John Grimké seiner Tochter Sarah, eine der beiden Protagonistinnen des Romans "Die Erfindung der Flügel", dass ihn die eigene Gier darin gehindert habe, für die Abschaffung der Sklaverei einzutreten.

    Ich habe mich gefragt, woher die Gier von Menschen kommt, die andere deshalb unterdrücken.

    Viele Menschen halten sich für die Corona der Schöpfung, übersehen aber dabei, dass der Mensch lediglich am sechsten Tag erschaffen wurde, während der Höhepunkt der Schöpfung die Ruhe ist, um zu erkennen, dass diese Schöpfung vollkommen ist und es keinen Mangel gibt.

    Da die Ruhe fehlt, gaukelt der Verstand uns einen Mangel vor, den wir mit Gier zu beseitigen versuchen. Statt sich gelassen zurückzulehnen und zu sagen: "Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch." Matthäus 6,26 "Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht." Matthäus 6,28

    Weil wir das Vertrauen verloren haben oder nie hatten, lassen wir uns wie die Sklavin Hetty Handful, die zweite Protagonistin des Buches, in die Tretmühle im Arbeitshaus oder auf dem Arbeitsmarkt zwingen und uns zu Krüppeln machen.

    Wenn wir aber die Lilien auf dem Knopf von Sarah, der zum Symbol für die Freiheit wird, sehen würden, dann würden uns Flügel wachsen auf dem Feld. Wir müssten sie nicht als schwarze Dreiecke auf einem Quilt nähen, sondern könnten uns mit ihnen in die Freiheit erheben.

    Frei wären wir dann auch von der Qual, Männer mit unseren Körpern und Charisma anziehen zu müssen, um sie durch unseren Geist zu kastrieren, sondern könnten das ihrer Gier überlassen. Das gilt auch für Frauen wie die beiden Mary Grimkés, deren Verstand vom männlichen Denken, also von Angst vor dem Mangel, dominiert ist. Durch das Foltern ihrer Sklaven verstümmeln sie ihre eigene Seele. Beim Anblick des Quilts, auf dem die Sklavin Charlotte die Grausamkeiten ihres Sklavenlebens dargestellt hat, reibt sich Mary die Hände, als wolle sie sie von der Schuld reinwaschen.

    Die männliche Gier ist immer stärker als die weibliche, weil Frauen im Gegensatz zu Männern eine Frucht hervorbringen und nähren können. So ist es sehr verständlich, dass die männlichen Reformatoren am Anfang der Neuzeit die Weiblichkeit im Chtistentum enthaupteten, weil es dort eine gab, die der Zeugung durch den Mann nicht mehr bedurft hatte.

    Ich danke herzlich Sue Monk Kidd für dieses hervorragende Porträt der Schwestern Sarah Moore und Angelina Grimké und ihr Einfühlungsvermögen in die Sklavinnen dieser Welt.

     Vera Seidl 

     

  24. Cover des Buches Fischermord (ISBN: 9783746634463)
    Katharina Peters

    Fischermord

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    Auch der mittlerweile 8. Fall für Romy Beccare und ihr Team ist nach dem bekannten Muster seiner Vorgänger aufgebaut - ein Opfer welches dunkle Flecken in seiner Vergangenheit hat und jede Menge Personen welche bei näherer Betrachtung in einer Beziehung zum Opfer standen und ein Motiv haben. Aber auch diesmal schafft es Katharina Peters von der ersten Seite an Spannung aufzubauen, welche den Leser packt und durch die Geschichte Begleitet bis es zum - auch wie immer - überraschenden Finale kommt. Ganz große Klasse.

    Zunächst wird ein erfolgreicher Pferdezüchter an seinem Geburtstag im Stall erhängt aufgefunden, ein Suizid kann schnell ausgeschlossen werden und bei den Recherchen zur Vita des Opfers stoßen die Ermittler schnell auf Ungereimtheiten. Kurze Zeit später wird ein beliebter Lehrer in Stralsund ermordet und es finden sich Verknüpfungen zwischen den Opfern und dunkle Geheimnisse werden ans Tageslicht geholt. Jedes neues Puzzleteil vergrößert die Zahl der Personen, die ein Motiv hätten einen oder beide Opfer zu töten.

    Dieses Mal wird Romy bei den Ermittlungen hauptsächlich Ruth Kranold unterstützt, die im letzten Band erstmals in Erscheinung trat. Die anderen Teammitglieder bleiben im Hintergrund und auch ihr frisch angetrauter Mann und Kollege Jan spielt nur eine Statistenrolle. So sind es die beiden Frauen die die einzelnen Fäden des Falles aufrollen, die Vergangenheit der Opfer beleuchten und somit Motive und Tatverdächtige ermitteln - wobei nicht nur mancher Leser der Meinung ist, das den Tätern eher Applaus als Strafe zusteht.

    In Summe ist auch dieses Buch wieder ein spannendes Lesevergnügen und macht Lust auf die Fortsetzung beziehungsweise einen Besuch der Insel.

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