Bücher mit dem Tag "sühne"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "sühne" gekennzeichnet haben.

184 Bücher

  1. Cover des Buches Die Arena (ISBN: 9783453435230)
    Stephen King

    Die Arena

     (1.159)
    Aktuelle Rezension von: Anne_Sawyer

    Plötzlich stülpt sich eine unsichtbare Kuppel über die Kleinstadt Chester's Mill. Auf einmal sind die Einwohner völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Als dann auch noch die Vorräte knapp werden, beginnt ein harter Kampf ums Überleben.

    Ich brauchte kurz um in diesen Wälzer reinzukommen und um die Figuren alle kennenzulernen. Aber als ich mit diesen erst mal warm geworden bin, konnte ich kaum noch aufhören.
    Rusty war meine absolute Lieblingsfigur. Was ich an Kings Schreibstil auch Besonders finde, ist wie er sich in die Tiere reinversetzen kann. Einfach super ab und an alles aus deren Sicht zu lesen.

    4 Sterne kann ich für einen tollen King vergeben. Mir war nur die Ungerechtigkeit, die er aufgezeigt hat einen Hauch zuviel. Die hat mir so manchmal schlechte Laune bereitet.
    Aber an sich ein toller King mit einen gewohnt wundervollen Schreibstil. Auch die Charaktere werden mir wie immer im Gedächtnis bleiben.

  2. Cover des Buches Passagier 23 (ISBN: 9783426510179)
    Sebastian Fitzek

    Passagier 23

     (2.797)
    Aktuelle Rezension von: DeeJay

    Dass Herr Fitzek ein so bekannter und beliebter Autor ist, wurde mir erst nach dem Lesen des Buches durch meine anschließende Recherche bewusst - eigentlich wollte ich für meinen Urlaub nur eine Lektüre haben, die mich noch etwas mehr vom Alltag abschalten lässt.

    Gelesen habe ich vorher nie, aber das Genre gefiel mir bei Filmen ja auch - also ab an die Kasse damit.

    Es war die beste Entscheidung überhaupt! Ich liebe dieses Buch und alle weiteren Bücher dürfen sich beim Suchtfaktor mit diesem messen - dieses Buch hat mich zum Lese-Junkie werden lassen.

    Viele spannende Wendungen, kleinere tolle Storys zur Hauptgeschichte, eine super Kulisse.

    ...und beim Ende ist noch gar nicht Schluss! ;)

    Absolute Lese-Empfehlung ♥

  3. Cover des Buches Erbarmen (ISBN: 9783423212625)
    Jussi Adler-Olsen

    Erbarmen

     (4.069)
    Aktuelle Rezension von: supersusi

    Sehr, sehr spannend, interessante Charaktere, flüssige Sprache, überraschende Wendungen. Also alles, was ein guter Thriller braucht. Anfangs habe ich mich nicht so recht rangetraut, weil ich nicht lesen will, wie die Opfer leiden und der Titel war schon abstoßend, aber ich bereue es nicht. Die Story, jemanden in einem Betongefängnis über Monate gefangen zu halten, war doch zu unrealistisch um bei mir Abscheu auszulösen. Ich arbeite ja mit traumatisierten Opfern und bin daher etwas empfindlich. Aber das Groteske der Situation tat dem Buch keinen Abbruch. Es war im Kontext stimmig und ich habe das Buch regelrecht verschlungen. 

    Carl Mørck, bei einem Einsatz selbst traumatisiert und auch vorher schon etwas verschroben, wird in den Keller der Polizei verbannt um dort eine eigens für ihn gegründetes  Sonderdezernat zu leiten. Als ein Mann Betrieb sozusagen. Da er aber dort auch selbst putzen und Kaffee kochen soll, verlangt er einen Assistenten und bekommt  Hafez el-Assad, der sich äußerst engagiert zeigt und dem Carls schroffes Verhalten und dessen Eigentümlichkeiten nicht aufzufallen scheinen. Carl soll sich alten unaufgeklärten Fällen widmen, hat aber keinen Bock dazu. Notgedrungen greift er sich dann doch eines Tages eine der Akten und legt los, wobei eigentlich sein Assistent die treibende Kraft ist. Eine Parallelgeschichte, die 5 Jahre zuvor spielt, macht das Ganze richtig spannend und das Buch entwickelt sich zu einem wahren Pageturner, der die Abgründe der Menschlichen Seele offenbart.

    Auch wenn die Titel plakativ grausam sind, werde ich die Reihe weiterlesen, denn die Bücher sind echt gut. Und ich möchte wissen, wie es mit dem ungleichen Duo im Keller der Kopenhagener Polizei weiter geht. 

  4. Cover des Buches Der Augenjäger (ISBN: 9783426503737)
    Sebastian Fitzek

    Der Augenjäger

     (2.043)
    Aktuelle Rezension von: Fire

     

  5. Cover des Buches 1Q84 (Buch 1, 2) (ISBN: 9783442743629)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 1, 2)

     (699)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Nun also Murakamis Epos um Aomame und Tengo, um das parallele Jahr 1Q84, was zeitgleich zu 1984 stattfindet, um die „Puppe aus Luft“ und um all die anderen Dinge in Murakamis Fantasiewelt. Für mich gibt es zwei Arten von Murakamis Werken, die etwas realistischeren und die etwas fantasievolleren. Letztere gehören eigentlich nicht so zu meinen Favoriten und zu Letzteren gehört auch 1Q84. Trotzdem hab ich diese gut 1.000 Seiten immer gern gelesen und war auch, auch trotz größerer Pausen, immer nah dran und gut dabei. Trotzdem bleibt bei „diesen“ Murakamis immer ein bisschen eine Ebene, die mich nicht erreicht. Teil drei des Epos werde ich mir aber trotzdem besorgen.

  6. Cover des Buches Schändung (ISBN: 9783423214278)
    Jussi Adler-Olsen

    Schändung

     (1.492)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    Teil II einer Reihe (Sonderdezernat Q)

    „Sie wollten wie die Bande in >Clockwork Orange< sein. Gleichgültig gegenüber ihrer Umgebung. Permanent auf der Jagd nach Nervenkitzel und Grenzüberschreitungen. Verwegen und gnadenlos.“ (S. 102)

    Lange stand dieses Buch ungelesen in meinem Regal, offensichtlich hat mich der Titel abgeschreckt, denn am Autor liegt es definitiv nicht. Jussi Adler-Olsen ist ein Meister seines Fachs und seine Carl Mørck-Reihe besteht durchweg aus Bestsellern.

    FASANENTÖTER lautet der wörtlich aus dem Dänischen übersetzte Titel. Von diesem harmlos klingenden Titel darf der Leser sich nicht verwirren lassen. Dieser Psychothriller ist alles, aber nicht harmlos. TRIGGER-Warnung: Sadismus ist der Themenschwerpunkt in diesem Thriller!

    Eine Gruppe Eliteschüler, die für ihre Gewaltorgien aller „Uhrwerk Orange“ aufgefallen ist, steht unter Mordverdacht. 20 Jahre später: Eine Frau mit zerstörter Seele. Drei mächtige Männer, die ihr nach dem Leben trachten. Der zweite Fall für Carl Mørck.

    Inhalt

    Carl Mørck findet nach seinem wohlverdienten Urlaub auf seinem Schreibtisch plötzlich eine Akte – einen Cold Case, der aber scheinbar aufgeklärt ist. Zwei Jugendliche wurden vor 20 Jahren in einem Sommerhaus tot aufgefunden, neun Jahre später gibt ein Mann zu, die beiden ermordet zu haben. Der Fall scheint gelöst. Doch warum taucht die Akte nun wieder auf? Wer glaubt nicht an die Geschichte des Verurteilten?

    Carl Mørck und sein Assistent Hafez el-Assad fangen an zu ermitteln. Eine Gruppe junger Internatsschüler wurde damals verdächtigt. Heute bekleiden drei von ihnen hochrangige Posten in Politik und Wirtschaft mit Beziehungen zu höchsten Polizeikreisen. Kein Wunder, dass die Ermittlungen des Sonderdezernats bald darauf von oberster Stelle verboten werden. Wie soll Carl unter diesen Voraussetzungen den Cold Case auflösen?

    Protagonisten

    Carl Mørck und sein Sonderdezernat Q haben durch ihren ersten Fall, um die verschollene Merete Lyngaard, an Prestige gewonnen. Das Team bekommt Zuwachs – eine junge Sekretärin namens Rose Knudson, die anfängt ihren Chef Carl gehörig zu nerven. Bald merkt sie aber, dass fehlende Tische und Stühle in den Kellerräumlichkeiten nur ein untergeordnetes Problem darstellen.

    Das Ermittlerteam ist durchweg sympathisch. Die schroffe Kalter-Hund-Natur des Vizekriminalkommissars Carl Mørck wird durch die liebenswürdige, lebensfrohe Art von Assad kontrastiert. Es ist ein Fest, den beiden bei ihren Unterhaltungen „lauschen“ zu können.

    Die Jugendclique um Kirsten-Marie Lassen, Bjarne Thøgersen, Kristian Wolf, Ditlev Pram, Torsten Florin und Ulrik Dybbøl Jensen steht im Mittelpunkt der Ermittlungen. Die letzten Drei vergnügen sich beim Jagen in einem privaten Wald zusammen mit anderen hochrangigen Persönlichkeiten der High-Society Dänemarks (daher der Name Fasanentöter). Die Machenschaften der Freunde haben mich erschüttert. Sie agieren brutal, ungnädig und sadistisch. Kirsten-Marie Lassen, genannt Kimmie, nimmt einen Hauptpart in diesem Roman ein. Eine starke Frauenfigur, ähnlich der Merete Lyngaard aus dem ersten Teil. Sie ist geprägt durch ihre, alles andere als normale, Jugendzeit. Wegen dieser Figur bezeichne ich diesen Roman als Psychothriller. Kimmie ist eine Protagonistin, die einen Knacks weg hat. Beim Lesen schüttelte ich oft den Kopf über ihre Gedanken und Handlungen, doch ich habe auch mitgelitten.

    Schreibstil

    Jussi Adler-Olsen konstruiert seinen Roman, wie den Vorgänger, mit mehreren Perspektiven, die einander ergänzen. Doch im Unterschied zu „Erbarmen“ findet sich im Nachfolger ein komplexeres Konstrukt aus Sichtweisen. Im Stile des Allwissenden Erzählers erzählt Adler-Olsen die parallelen Handlungsstränge vom Ermittler Mørck; von einer selig geschundenen Frau; und von den drei befreundeten Männern, deren Vergangenheit sie nie losgelassen hat.

    Fazit

    SCHÄNDUNG von Jussi Adler-Olsen ist ein Psychothriller, der mir nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird. Man stelle sich die Clique aus „Clockwork Orange“ vor, die ihren Sadismus ausleben und ungestraft davonkommen, da sie Angehörige der dänischen Oberschicht sind. Zwar geht es in diesem Thriller weder um Beethovens Kompositionen noch um eine Kritik der Medien, aber dafür besticht er mit nachvollziehbaren Charakteren, einer erschütternden Thematik & einem gelungenen Plot. Gerade als Frau hat mich dieser Psychothriller bewegt und erschüttert, ich konnte ihn nicht mehr aus der Hand legen & finde das Ende sehr befreiend, wenn auch vorhersehbar. Ein Thriller der Marke: Zu was können Menschen fähig sein?!

     

    SCHÄNDUNG| Jussi Adler-Olsen| 2. Teil der Carl-Mørck Reihe| übersetzt aus dem Dänischen von Hannes Thiess| dtv Verlag| 2010| 459 Seiten| 14,99€

  7. Cover des Buches Die Teerose (ISBN: 9783492242585)
    Jennifer Donnelly

    Die Teerose

     (883)
    Aktuelle Rezension von: ElfiJ

    Ein wunderbares Buch über eine mutige und starke Frau.

    Ich habe diese Geschichte geliebt, mit der Protagonistin gelacht, geweint und ihr das größte Glück gewünscht. 

    Was will man mehr?

  8. Cover des Buches Splitter (ISBN: 9783426503720)
    Sebastian Fitzek

    Splitter

     (2.188)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Sebastian Fitzeks Romane nehmen ihren Anfang oft mit der Frage „Was wäre, wenn…?“. „Splitter“ entstand, weil er sich fragte, was wäre, wenn wir unsere negativen Erinnerungen aus unserem Gedächtnis löschen könnten. Diese Idee ist gar nicht so futuristisch, denn in den letzten 10, 15 Jahren verzeichnete die neurologische Forschung erstaunliche Fortschritte. Ein Team am MIT entdeckte, dass sich Erlebnisse tiefer ins Nervengewebe des Hirns einbrennen, je traumatischer und schmerzhafter sie sind, weshalb angenommen wird, dass diese besonders starken Verbindungen irgendwann gezielt mit einem pharmakologischen Wirkstoff aufgelöst werden können. Substanzen, die eine vollständige Amnesie auslösen, gibt es bereits. Das Thema ist wirklich spannend; ich verstehe, dass Fitzek daraus einen Thriller konzipierte, obwohl in „Splitter“ natürlich so einiges schiefläuft…

    Eine einzige Sekunde zerstörte Marc Lucas‘ Leben. Eine einzige Sekunde, in der der Reifen platze und Marc das Auto frontal gegen einen Baum lenkte. Er erwachte im Krankenhaus – verletzt, aber am Leben. Seine schwangere Frau Sandra und ihr ungeborenes Kind überlebten den Unfall nicht. Sechs Wochen sind seither vergangen. Unter normalen Umständen würde Marc nie in das Auto eines Fremden steigen. Unglücklicherweise ist Normalität ein Luxus, auf den er keinen Anspruch mehr hat. Der Fremde stellt sich als Professor Bleibtreu vor, der experimentelle Forschung zum menschlichen Gedächtnis betreibt. Der Professor unterbreitet ihm einen verlockenden Vorschlag: Er bietet Marc an, ihn von den traumatischen Erinnerungen an den Unfall zu erlösen. Trotz anfänglicher Skepsis kann Marc der Aussicht auf Vergessen nicht widerstehen und willigt ein. Doch statt eines Neustarts erlebt Marc verstörende Episoden, die ihn an seinem Verstand zweifeln lassen. Verwirrende, schmerzhafte Bilder verfolgen ihn, bis er nicht mehr weiß, was echt und was eingebildet ist. Wird er verrückt – oder versucht sein Gedächtnis, ihm die Wahrheit zu zeigen?

    Das menschliche Gedächtnis ist ein mysteriöser Ort, über den wir noch immer viel zu wenig wissen, trotz aller Fortschritte, die die Wissenschaft vorweisen kann. Wir sind dem Rätsel, wie unser Gedächtnis funktioniert, auf der Spur, aber noch weit entfernt von einer Lösung. Sebastian Fitzeks Thriller „Splitter“ profitiert davon, dass viele Fragen auf diesem Gebiet bisher unbeantwortet sind. Obwohl die meisten Leser_innen wahrscheinlich nicht auf dem neusten Stand der Forschung sind, wirkt das Szenario, in das er seinen Protagonisten Marc Lucas hineinschleudert, plausibel und führt unweigerlich dazu, dass man sich auf Fitzeks Gedankenspiel einlässt. Würde ich meine negativen Erinnerungen löschen lassen, wenn es möglich wäre? Persönlich kann ich diese Frage verneinen, weil ich davon überzeugt bin, dass auch schmerzhafte Erlebnisse zur Ausbildung meiner Identität beitrugen, auf die ich nicht verzichten möchte. Dennoch kann ich nachvollziehen, dass Marc sich anders entscheidet, womit er eine Kette von Ereignissen auslöst, die Fitzek als Autor sicher einiges abverlangte. Es ist beeindruckend, dass er sich in der erratischen Handlung von „Splitter“ niemals verzettelt. Trotz der vielen perfiden Manöver, die seine Leser_innen absichtlich irritieren, erschüttern und durcheinanderbringen sollen, verliert er die paradoxe Logik, die alle Episoden miteinander verbindet, nie aus den Augen. Ich rechne ihm das hoch an, muss allerdings zugeben, dass ich mich etwas zu lange hingehalten fühlte. Marcs Geschichte gestaltet sich zunehmend verwirrend, präsentiert stetig neue Puzzleteile, die nicht zueinander passen wollen und ist nicht darauf ausgelegt, dass das Publikum dieses Puzzle eigenständig zusammensetzt. Fitzek versucht zu vermeiden, dass jemand das Rätsel vor seiner schockierenden Auflösung knackt. Es frustrierte mich, dass ich deshalb keine Vermutungen entwickeln konnte, was vor sich geht, was wiederum darin resultierte, dass ich ungeduldig wurde und mir nicht mehr die Zeit nahm, den Verlauf der Handlung zu reflektieren. Ich fieberte der großen Enthüllung entgegen, der Weg dorthin erschien mir zweitrangig. Zwar lädt „Splitter“ dazu ein, sich mitreißen zu lassen, doch mein mangelndes Interesse an den Stationen, die Marc durchläuft, war bestimmt kein gewünschter Nebeneffekt. Leider kann ich ebenfalls nicht behaupten, dass mich die schlussendliche Erklärung, was mit Marc geschieht und warum, wirklich überzeugte. Meiner Meinung nach schießt Fitzek zugunsten der Dramatik übers Ziel hinaus, denn ich zweifelte an der Glaubwürdigkeit des Verhaltens der involvierten Figuren. Sie überschreiten Grenzen, die die meisten Menschen vermutlich nicht mal gedanklich verletzen würden. Unabhängig der Umstände konnte ich mir schwer vorstellen, dass sie so weit gehen würden. Ich glaubte Fitzek einfach nicht und das bedeutet, dass er seinen Auftrag als Autor in meinem Fall nicht erfüllte.

    „Splitter“ ist ein flotter Thriller, der die Leser_innen mit einem bizarren Verwirrspiel in Atem hält, bis sie nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht. Nachdem meine letzte Erfahrung mit Sebastian Fitzek in dem politisch angehauchten „Amokspiel“ eher negativ ausfiel, freut es mich, dass er sich in diesem Buch wieder darauf besinnt, was er kann: psychische Achterbahnfahrten, die die Grenzen zwischen Realität und Wahn aufweichen. Ich denke, hätte er mir in „Splitter“ ermöglicht, selbst auf dem Rätsel von Marcs Geschichte herumzudenken, hätte sich dieser Effekt sogar noch intensiver bemerkbar gemacht. Bedauerlicherweise beansprucht Fitzek die finale Auflösung ganz für sich, wodurch die Lektüre für mich nicht so befriedigend war, wie sie hätte sein können und darüber hinaus von den unrealistischen Bedingungen dieser Auflösung überschattet wurde. Dass ganz normale Menschen zu solch eiskalter Skrupellosigkeit fähig sein sollen – davon konnte Fitzek mich nicht überzeugen.

  9. Cover des Buches Drachenläufer (ISBN: 9783833308116)
    Khaled Hosseini

    Drachenläufer

     (1.911)
    Aktuelle Rezension von: Schneewittchen95

    In "Drachenläufer" geht es um zwei Jungs im Afghanistan vor den Kriegen, die aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammen, aber wie Brüder aufwachsen. Eines Tages passiert etwas, das alles ändert. Der eine ist das Opfer, der andere belädt sich mit Schuld - eine Schuld, die erst Jahrzehnte später beglichen wird, indem der mittlerweile erwachsene Protagonist nach Afghanistan zurück reist und mit Erschrecken feststellt, was Krieg und Ungerechtigkeit in seinem Land angestellt haben.

    Ich habe lange gebraucht, um in dieses Buch herein zu finden. Erst habe ich es angefangen, dann wieder abgebrochen. Später wurde ich dann aufgrund einer Leserunde "gezwungen", es wieder in die Hand zu nehmen. Schwer getan habe ich mich wahrscheinlich, weil der Roman über einige Längen verfügt. Auf der anderen Seite könnte das auch eine der Stärken sein - die Leser bekommen ein detailliertes Bild vom Leben in Afghanistan. Die Kultur wird wunderbar beschrieben. Ich konnte viel lernen.

    Der Autor eröffnet viele Themen. Es geht um das Verhältnis von Kindern zu ihren Eltern, Tod, Missbrauch, Gewalt und veraltete Gesellschafts- und Geschlechternormen. Das ist viel und an manchen Stellen ist dieses Buch schwer zu ertragen.
    Dennoch hinterlässt es mich mit einem guten Gefühl und mit dem Wissen, dass es mich einiges lehren konnte.
    Ich gebe diesem Buch 4 Sterne, weil es sich um hochwertige und lehrreiche Unterhaltung handelt, die ans Herz geht. Einen Stern Abzug gebe ich, aufgrund der Längen und dem wirklich spät fahrtaufnehmenden Spannungsaufbau.

  10. Cover des Buches Im Herzen die Rache (ISBN: 9783785573778)
    Elizabeth Miles

    Im Herzen die Rache

     (475)
    Aktuelle Rezension von: FairyOfBooks

    Zum Cover: Dazu kann ich nur sagen, dass ich die Art der Gestaltung wahnsinnig ästhetisch finde. Das Model wirkt wie in einer alten Fotografie eines rumreichen Künstlers, auch wenn  die Geschichte mit dieser Art von Wirkung so gar nichts zu tun hat und demnach auch nicht mit dem Cover mithalten kann. Dennoch muss ich sagen, dass das deutsche Cover hierbei dem englischen echt voraus ist. Wenn ich nur das englische Cover gesehen hätte, hätte ich das Buch erst gar nicht in die Hand genommen. Wäre vielleicht besser gewesen, aber naja?


    Zum Inhalt: Es ist Winter in Ascension, einer Kleinstadt in Maine. Die Seen sind zu Eis erstarrt, der makellose Schnee fällt in dicken Flocken vom Himmel. Aber der friedliche Schein trügt – denn in Ascension haben Fehler tödliche Folgen. Drei geheimnisvolle Mädchen sind in die Stadt gekommen, um darüber zu urteilen, wer für seine Taten büßen muss. Und die Wahl ist auf Em und Chase gefallen. ~
    Emily ist glücklich. Zach, in den sie seit Monaten verliebt ist, zeigt endlich Zuneigung zu ihr. Doch Em weiß: Wenn sie etwas mit ihm anfängt, gibt es kein Zurück mehr. Denn Zach ist bereits mit Gabby zusammen – Ems bester Freundin.
     Chase hat nicht nur Probleme zu Hause, auch seine Freunde lassen ihn links liegen. Aber es ist etwas anderes, was ihm den Schlaf raubt. Chase hat etwas unfassbar Grausames getan. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es ans Licht kommen wird.


    Meine Meinung: Abgesehen einmal davon, dass ich kaum eine Sympathieperson in diesem Buch gefunden habe, finde ich die Geschichte rund um das Buch nicht schlecht. Es hat durchaus seinen Reiz und seine Spannung gehabt, auch wenn mich diese nicht sonderlich von sich überzeugen konnte, könnte ich mir vorstellen, dass das Buch durchaus seine Fans hat, nur eben nicht mich.

    An sich ist diese Geschichte ein typisches High-School-Teeny-Drama und wenn man so etwas mag, wird man der Geschichte auch etwas abgewinnen können. Es ist nicht sehr ausschweifend erzählt und dennoch durchlebt man jeden Tag mit Chase und Em. Einmal eben die Sicht aus der reichen Welt und einmal aus der eher armen Bevölkerung, was definitiv das Interesse in mir geweckt hat, auch wenn das nicht lange blieb. Ich hatte tatsächlich etwas emotionale und sentimentale Geschichte alá „Life is Strange“ erwartet. Ein Fehler, wie ich nur zu sehr anmerke. Das Kleinstadtgefüge war schön mitzuerleben und hatte seinen Flair und Ästhetik, doch so richtiges Interesse für die Geschichte, die Charaktere oder die Handlung, in der es vor allem um einen Selbstmordfall ging, blieben für mich bis über die Hälfte des Buches eher zäh beschrieben. Womit ich zum Besten des Buches komme: Das Ende. Dieses hat nochmal den Kick rausgerissen und mir gezeigt: „Hey, vielleicht hat die Autorin ja doch eine interessante Geschichte geschaffen?“ – Und auch wenn diese nicht für mich ist und ich die Reihe, zumindest in nächster Zeit nicht weiterverfolgen werde, bereue ich es nicht den ersten Band der Furien-Trilogie gelesen zu haben. Muss man halt wirklich mögen und für sich ausprobieren, etwas anderes kann ich nun nicht mehr groß sagen.


    Fazit: Ihr seht also, ich bin zwiegespalten, was dieses Buch angeht. Zum einen mochte ich die Atmosphäre und das ästhetische in der Geschichte. Zum anderen versprach die Handlung für mich nichts, dass mich so richtig unterhielt. Das ist schade, denn ich hätte dem Buch wirklich gerne mehr Aufmerksamkeit gegönnt. So sage ich schließlich aber nur, dass man es nicht gelesen haben muss, es einen aber nicht umbringt, wenn man es trotzdem  tut. Deshalb 2,5 Sterne von mir daher für „Im Herzen die Rache“ von Elizabeth Miles.

  11. Cover des Buches Der Besuch der alten Dame (ISBN: 3257230451)
    Friedrich Dürrenmatt

    Der Besuch der alten Dame

     (1.711)
    Aktuelle Rezension von: Bellearielle

    Ich musste das Buch bzw. das Stück damals in der Schule lesen und war schon vorab genervt und abgeneigt - aber bereits nach der ersten Szene hatte mich die schrullige Kleinstadt und ihre Bewohner in den Bann gezogen!

    Die Dialoge, Handlung und die ganze Moral sind witzig, schlau, schlagfertig und präzise.

    Dieses Werk steht in meinem Bücherregal und ich lese es immer und immer wieder!

  12. Cover des Buches Wir sind das Feuer (ISBN: 9783453423848)
    Sophie Bichon

    Wir sind das Feuer

     (201)
    Aktuelle Rezension von: CrazycolorTiger

    Wir sind das Feuer ist der erste Band der Dilogie und hat mir definitiv den Atem geraubt. Der Schreibstil ist wunderschön und extrem poetisch. Es werden immer wieder bedeutungsvolle Begriffe, wie Weltschmerz, eingeführt. Diese Begriffe haben mich sehr berührt und noch gleich mehr in die Geschichte gezogen. Ausserdem sind die Kapitelwechsel etwas ganz besonderes. Die Perspektive wird mitten im Satz gewechselt und im neuen Kapitel weitergeführt. Das sorgt für Spannung, aber auch Einblick in beide Protagonisten. Louisa und Paul sind der absolute Traum! Obwohl Paul sich gerne als Badboy ausgibt, stimmt das nicht wirklich. Er ist einfach extrem süss und auch Louisa und ihre Wortlisten sind einfach nur wow. Ausserdem ist der Freundeskreis von ihnen der Wahnsinn. Als ich das Buch gelesen habe, konnte ich nur daran denken, dass ich das mit meinen Freunden auch haben möchte. Zufällig bei jemanden auftauchen und eine spontan Party im Garten feiern oder einen Ausflug zusammen zu unternehmen. Vor allem jetzt, in der Coronazeit, hatte ich noch gleich grössere Sehnsucht nach so einer Clique. Das Buch setzt sich nicht nur mit Liebe auseinander, sondern auch mit Freundschaft.

    Das Ende habe ich jedoch bereits recht früh vorausahnen können, für mich war es irgendwie klar, dass so geschehen ist und dennoch hat es mich leider doch überrascht. Ich hatte so gehofft, dass ich falsch liege. Die Geschichte ist zwischendurch ein bisschen in die Länge gezogen, aber nicht so, dass es gross stören würde. 

    Wie ihr seht, hat mich dieses Buch wirklich fasziniert und begeistert. Ich freue mich so auf Band 2.

  13. Cover des Buches Schuld und Sühne (ISBN: 9783866477650)
    Sven Michaelsen

    Schuld und Sühne

     (476)
    Aktuelle Rezension von: Hazel93

    Ich bin gerade einfach nur dankbar dieses Buch beendet zu haben. Das war ja noch anstrengender und langweiliger als "Der Zauberberg" - dass das noch zu übertreffen ist, hätte ich nicht gedacht. Allein bei dem Gedanken weiterzulesen, habe ich mich schlecht gefühlt, aber tapfer die ersten 400 Seiten durchgehalten in der Hoffnung noch eine Erleuchtung zu haben, warum dieses Buch so gelobt wird. Aber es ist einfach nur anstrengend, es gibt tausend unbedeutende Handlungsstränge und auf die tiefgründige Message wartet man vergeblich. Und diese seitenlangen Monologe, so redet doch kein Mensch! 

    Die generelle Thematik des Buches finde ich wirklich spannend: ein Mann begeht einen Mord. Was hat ihn dazu gebracht? Was macht das aus ihm? Aber dafür muss man dieses Buch nicht lesen. Dennoch muss ich Dostojewski zugute halten, dass er Partei für die unterste Schicht einer Gesellschaft ergreift und als Protagonistin beispielsweise eine Prostituierte wählt. Er prangert die Missstände in der russischen Gesellschaft an, die Menschen zu Verbrechen verleiten. Das ist wirklich positiv an "Schuld und Sühne" ebenso wie dass er nicht mit erhobenem Zeigefinger und übertriebener Moral über Raskolnikow urteilt. Obwohl das Ende wirklich furchtbar rührselig ist und die Sprache mir gegraust hat: "aber auf diesen blassen, kranken Gesichtern strahlte schon die Morgenröte einer neuen Zukunft, einer völligen Wiedergeburt zu neuem Leben. Die Liebe war es, die diese Wiedergeburt bewirkt hatte; dem Herzen des einen entsprudelten unerschöpfliche Quellen des Lebens für das Herz des anderen." Dabei liebe ich Dostojewskis Sprache doch eigentlich! "Weiße Nächte ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Aber hier hat er einfach maßlos übertrieben. 

    Ich weiß, das Buch ist alt. Es ist ein Klassiker. Man sollte es verehren. Aber man sollte auch den Mut haben, es aus heutiger Sicht zu betrachten und wenn man nicht gerade Literatur studiert, sehe ich wirklich keinen Sinn darin, wertvolle Zeit damit zu vergeuden, wo es doch so viele andere, wunderbare, spannende und sozialkritische Bücher gibt. Punkt.
     
  14. Cover des Buches Schneewittchen muss sterben (ISBN: B004WSO6A6)
    Nele Neuhaus

    Schneewittchen muss sterben

     (1.779)
    Aktuelle Rezension von: supersusi

    Wow, was für ein spannendes Buch ! 

    Nach 10 Jahren Haft kehrt Tobias in sein Heimatdorf zurück. Ihm wurden damals die Morde an zwei Mädchen zur Last gelegt. Das Dorf versucht ihn zu vertreiben mit allen Mitteln. Als die Polizei wegen einer anderen Sache ermittelt, stoßen sie auf eine Mauer des Schweigens und ein massives Lügengeflecht. Was genau ist damals geschehen und wer lügt warum.

    Habe selten ein so packendes Buch gelesen, mit wirklich immer neuen überraschenden Wendungen, temporeich, authentischen Figuren und einer Handlung, bei der sich wahre Abgründe der menschlichen Seele auftun. Das Privatleben der Ermittler wurde auch nicht übermäßig ausgewalzt, sondern war OK. Ich hatte schon zwei Bücher der Autorin gelesen, die ich als eher zäh und langatmig empfand. Um so überraschter war ich von diesem Pageturner. Sogar, wenn ich arbeiten war, hat es mich nicht losgelassen und ich habe mich danach gesehnt, endlich weiterlesen zu können. Das habe ich selten bei einem Buch. Ein richtig spannender Thriller, den man nicht mehr aus der Hand legen möchte.

  15. Cover des Buches Maschinen wie ich (ISBN: 9783257070682)
    Ian McEwan

    Maschinen wie ich

     (84)
    Aktuelle Rezension von: GAIA

    Ab wann ist ein Bewusstsein dem der Menschen ebenbürtig oder gar überlegen? Wer darf eigentlich Gefühle empfinden, nur Menschen oder auch Maschinen mit künstlicher (emotionaler) Intelligenz?

    In diesem Roman verbindet McEwan den Plot einer relativ durchschnittlichen Dreiecksbeziehung mit dem viel diskutierten Thema der Künstlichen Intelligenz. Das ganze packt er in eine alternative Realität, in der vieles bekannt, aber doch ein kleines bisschen anders verlaufen ist, als bei uns. Die Geschichte spielt Anfang der 1980er Jahre in Großbritannien und mit der Möglichkeit, dass der Falkland-Krieg von der agentinischen Militärjunta gewonnen wurde, Margret Thatcher nicht ganz so lange an der Macht war und generell der Neoliberalismus eine nicht ganz so rosige Zeit hatte.

    Ganz grundsätzlich ist der Roman durchaus solide geschrieben und konstruiert, nur hat McEwan einfach zu viel hineingepackt in diese 400 Seiten. Neben dem besagten Plot um eine Dreiecksbeziehung inklusive Maschinenmensch, handelt der Autor auch noch komplette politische Systeme der Alternativwelt ab und erklärt populärwissenschaftlich die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. Gerade die politischen und geschichtlichen Betrachtungen sind für Nicht-Briten eher undurchsichtig und wenig relevant. Die Erläuterungen zu den wissenschaftlichen Entwicklungen sind durchaus interessant und leicht verständlich beschrieben. Nur: Der Roman funktioniert als Roman einfach mit diesen drei Ebenen nicht sonderlich gut. Die herausragende Recherchearbeit zur Wissenschaft wird durch den mauen Plot eher geschmälert, sodass man McEwan wünscht, dass er darüber lieber in einem eigenständigen Essay geschrieben hätte. Oder er hätte die Alternativhistorie nicht so stark ausgebaut und sich mehr auf seine Figuren konzentriert. Diese bleiben eher lieb-, farb- und emotionslos.

    Insgesamt kann ich nach dieser mittelmäßigen Lektüre nur eine Leseempfehlung für Personen aussprechen, die noch nicht sehr bewandert im Bereich der KI-Forschung sind und eine leicht verständliche Zusammenfassung bekommen möchten. Alle anderen werden keinen großen Gewinn aus diesem überladenen Roman ziehen können.

  16. Cover des Buches Feuertaufe (ISBN: 9783423262484)
    Andrzej Sapkowski

    Feuertaufe

     (180)
    Aktuelle Rezension von: Freedom4me

    Ist besser und es gibt etwas mehr Handlung als im zweiten Teil, aber phasenweise ist es immer noch sehr zäh.

     Der Anfang des Buches war sehr anstrengend. In Form von Rückblenden wird man auf den aktuellsten Stand des Geschehens gebracht. Das gefällt mir persönlich nicht, da es durch die Rückblende weiter weg wirkt und den Geschehnissen somit die Spannung genommen wird. Nach den ersten 60 Seiten oder so hat sich das dann aber zum Glück gelegt, ich kam langsam rein und die Geschichte hat mir an sich gefallen. Inzwischen bereiten mir die ganzen Namen, Königreiche und Co. auch nicht mehr so viele Schwierigkeiten wie am Anfang und man versteht langsam die Zusammenhänge.
    Allerdings befinden sie sich das ganze Buch über auf der Reise, es geht fast ausschließlich um Geralt & Co., Ciri kommt gar nicht vor und nach 2/3 des Buches fand ich es daher wieder recht langweilig. Es fühlt sich an als wäre man auf einem sehr langen Weg und würde dem Ziel nicht näher kommen.
    Den Schreibstil finde ich teils recht anstrengend, da er irgendwie fast bildungssprachlich klingt und auch in diesem Buch gab es wieder einige unnötige Gespräche, die sich sehr in die Länge gezogen haben.


    Trotzdem fand ich es etwas spannender als den letzten Teil und es gab etwas mehr Handlung. Ich glaube mir fällt das Lesen auch so schwer, da ich zu den Figuren noch keine wirkliche Bindung aufbauen konnte - woran genau das liegt, kann ich allerdings nicht sagen.


  17. Cover des Buches Tödliche Wut (ISBN: 9783596196128)
    Linda Castillo

    Tödliche Wut

     (305)
    Aktuelle Rezension von: Anne_Sawyer

    Es war schön, die ganzen Charaktere wiedersehen zu können. Für mich ist das beinah schon wie nach Hause kommen.
    Ich liebe Kate als Figur und an John habe ich wahrlich einen Narren gefressen.

    Bis kurz vor Ende glaubte ich, das ich 3 - 3.5 Sterne vergeben kann, da die Geschichte manchmal ein wenig vor sich hin plätscherte. Der letzte Fall war definitiv rasanter erzählt. Zumindest glaubte ich das - denn dann kam das Ende! Was hat es mich weggerissen. Sogar so sehr, dass ich gleich weiterhören muss. Einfach gradios!

  18. Cover des Buches Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (ISBN: 9783596033744)
    Rachel Joyce

    Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

     (1.320)
    Aktuelle Rezension von: Julia79

    Harold bekommt einen Brief einer früheren Arbeitskollegin, zu der er seit 20 Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Sie liegt im Sterben und verabschiedet sich von ihm. Harold schreibt ihr zurück, doch statt den Brief in den Briefkasten zu werfen, läuft er weiter, 87 Tage lang. Um Queenie zu retten, die im Hospiz auf ihn wartet.. 

    Eine schöne, leichte Geschichte denkt man. Doch das ist es bei Rachel Joyce nie! Die Geschichte von Harolds und Maureens Ehe und von Queenies und Harolds Freundschaft ist vielseitiger als man zunächst annimmt. Tiefsinnig und bedeutsam. Nach und nach offenbaren sich die Zusammenhänge und man erfährt, was vor 20 Jahren tatsächlich passiert ist. 

    Es ist ein wirklich wunderbares Buch, und wie gesagt bin ich überrascht von seiner Tiefe und begeistert davon, wie die Autorin jeden einzelnen Charakter gezeichnet hat. 

    Ich bin selbst mehrmals gepilgert und habe ähnliches erlebt wie Harold. Auch das fand ich beim Lesen schön. Vieles kam mir vertraut vor und die bildhafte Sprache ließen mich tatsächlich mich Harold noch einmal mitgehen. Ich habe auch eine Zeit lang in der Palliativpflege gearbeitet, auch dieser Teil war sehr gelungen. Ich habe ich das eine oder andere Tränchen verdrückt, denn es kam einfach nah "an mich ran" und das spricht sehr für das Buch und Rachel Joyce im Besonderen. 

  19. Cover des Buches Die Vergessenen (ISBN: 9783328100898)
    Ellen Sandberg

    Die Vergessenen

     (246)
    Aktuelle Rezension von: sollhaben

    Ellen Sandberg hat ein ausgesprochen gutes Gespür für Geschichten und für Geschichte. Bereits in "Das Erbe" beschäftigt sie sich mit Geheimnissen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. 


    Nun nimmt sie sich eines sehr tragischen Themas an: Euthanasie im Dritten Reich.


    Ausgangspunkt dieser Geschichte ist die Suche nach einem Dossier. Papiere, Fotos oder ähnliches. Während die Journalistin Vera erst langsam herausfinden, welche Informationen sie eigentlich sucht, erfährt der Leser viel über ihre Tante Kathrin, die 1944 in einem Pflegeheim für geistig und körperlich Behinderten als Pflegerin zu arbeiten anfängt. Dort begegnet sie dem Leiter Dr. Landmann, der sie in seinen Bann zieht. Kathrin beginnt jedoch bald genauer hinzuschauen. Viele Patienten sterben, werden verlegt und tauen nie mehr auf. Sie kommt hinter Landmanns Geheimnis und durchschaut das perfide System.


    68 Jahre später nimmt sich Vera der Geschichte an. Zwar hat sie einen unsichtbaren Verfolger, der ebenso sehr an dem Dossier interessiert ist wie sie, aber Unwissenheit ist manchmal auch ein Segen. So forscht sie weiter und erhält aber auch Unterstützung. So ist sie in der Lage die Puzzleteile Stück für Stück zusammenzusetzen.


    Ich trenne mal zwischen dem spannenden Fall der Suche und der Geschichte.


    Die Suche: 

    Hänsel und Gretel wären stolz auf die Autorin. Einen Krümel nach dem anderen lässt sie fallen und wir folgen den Spuren. Zusätzlich gibt es noch einen geheimen Auftraggeber, einen skrupellosen? Beschaffer von Informationen somit ist für Spannung gesorgt. 


    Die Geschichte in der Geschichte:

    Im Nachwort erklärt die Autorin, dass es dieses Pflegeheim nicht gegeben hat. Es aber stellvertretend für andere stehen könnte. Euthanasie ist ein Thema, das gerade in den letzten Tagen bei uns in Tirol wieder aktuell war. In Hall i. T. gab/gibt es ein Pflegeheim. Damals wurde es zwar nicht zu einer Tötungsstation aber viele PatientInnen wurden in andere Heime verlegt und kamen nie mehr wieder nach Hause. 360 Menschen, die in ihren Familien schmerzlich vermisst wurden. 

    Für zigtausende steht hier in dem Buch Therese, deren Schicksal mich weinen hat lassen. Wie grausam Menschen sein können, überrascht mich leider immer wieder. 


    Ende Oktober erscheint von Ellen Sandberg "Die Schweigende". Dieses wird sicherlich auf meiner Weihnachtsliste landen.

  20. Cover des Buches Das Rachespiel (ISBN: 9783596196944)
    Arno Strobel

    Das Rachespiel

     (404)
    Aktuelle Rezension von: Sabrysbluntbooks

    Frank erhält eines Tages ein mysteriöser Chip und wird aufgefordert bei einem fragwürdigen Spiel teilzunehmen, zuerst denkt er dies sei ein Witz. Als jedoch ein Name aus der Vergangenheit auftaucht und die Mitschüler seine einst guten Freunde aus Kinderzeiten sind, fängt ein Rachespiel an, in dem es um mehr geht als das eigene Leben. 

    Es war mein erstes Buch von dem Autor, ich bin begeistert und frage mich wieso ich diesen so lange auf dem SUB habe liegen lassen, ich habe das Buch im nu durchgesuchtet. Es war stets spannend und man will unbedingt wissen was in der Vergangenheit passiert ist, dass die vier jetzt dies erleben müssen. 

    Die Schreibweise war sehr fliessend und angenehm. Das Buch spielt im Jetzt und wechselt viel in die Vergangenheit, somit bekommt man mit was passiert ist. Es wird ein klares Bild der vier Charaktere vermittelt und es wurde spannend gestaltet wie die vier nun aufeinander reagieren und sich entwickelt haben. Auch das immer diese Gewisse Hintergedanken da sind, da man ja sein Mitspieler nur aus Kindertagen kennt und dann 30 Jahre nichts mit ihnen zu tun hatte, und nun mit ihnen ein Psychospiel spielen muss um zu überleben. 

    Die erwachsenen Charaktere hätten meiner Meinung noch ein wenig mehr tiefe vertragen, der Fokus wurde mehr auf die Kinder, das Geschehnis und das Spiel selbst gelegt. Für mich war relativ schnell klar wer falsch spielt, trotzdem war es mega spannend und ich war sehr gespannt auf die Auflösung. 

    Für alle, die wie ich selbst selten zu diesem Genre greifen und ein spannender Psychothriller suchen, ich werde bestimmt noch ein Buch von ihm lesen.

  21. Cover des Buches Schuld (ISBN: 9783442714971)
    Ferdinand von Schirach

    Schuld

     (487)
    Aktuelle Rezension von: Buecherunserleben

    Ferdinand von Schirach ist Strafverteidiger und erzählt in 15 Kurzgeschichten von seinen Fällen und setzt sich mit der frage auseinander: Wie sind Menschen zu solch schrecklichen Taten fähig?

    Auch ich musste mir während des Lesens diese Frage stellen und das Buch nach fast jeder Geschichten erstmal zur Seite legen. Diese Menschen, über die er schreibt haben schreckliches und unverzeihliches erlebt oder begangen. Die Kurzgeschichten sind sehr sachlich und minimalistisch, ohne viele Beschreibungen geschrieben. Doch grade Schirchas typische stumpfe Schreibweise macht dieses Buch zu etwas besonderem. Wer Krimis und/oder gerne über reale Ereignisse liest, sollte „Schuld“ auf jeden Fall mal zur Hand nehmen. Ich bin immer noch überrascht und geschockt, wie wenige der Straftäter die in diesem Buch vorkommen wirklich eine Strafe bekommen haben...😬👀📖

  22. Cover des Buches Sorry (ISBN: 9783548281834)
    Zoran Drvenkar

    Sorry

     (452)
    Aktuelle Rezension von: Saskia_N
    Normalerweise mag ich keine Bücher, die aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben sind, weil ich oft das Gefühl habe, ich lese drei oder sogar fünf Bücher anstatt nur eines. Bei „Sorry“ hatte ich deshalb auch so meine Anfangsschwierigkeiten. Aber nachdem mir „Still“ sehr gut gefallen hat, kämpfte ich mich durch. Ich fand, dass die Geschichte einige Zeit brauchte, um endlich Fahrt aufzunehmen, aber als dann die ersten Ereignisse auf die Freunde einprasselten, wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht und was hinter dem ganzen steckt. Das nämlich hat der Autor sehr gekonnt verschleiert und jedes Mal, wenn ich dachte, ich weiß wer der Bösewicht ist, hat sich das Blatt wieder gewendet. Zum Ende hin war ich teilweise richtig geschockt von dem, was der Autor einem zumutet. Aber nicht im negativen Sinne. Auch wenn der Thriller kein direkter Pageturner ist, so fühlte ich mich dennoch sehr gut unterhalten und bin beeindruckt, wie durchdacht und raffiniert verwebt die Geschichte ist.
  23. Cover des Buches Morbus Dei: Die Ankunft (ISBN: 9783709974643)
    Matthias Bauer

    Morbus Dei: Die Ankunft

     (130)
    Aktuelle Rezension von: Christin87
    Im Jahre 1703 irrt der Deserteur Johann List schwer verletzt und hungernd durch das tief verschneite Tirol, auf der Suche nach Hilfe und einer warmen Unterkunft. Mit letzten Kräften, als er die Hoffnung bereits aufgegeben hat, erreicht er ein einsames Bergdorf und bricht vor der ersten erreichten Tür zusammen. Als er Tage später benommen erwacht, spürt er als erstes, dass in diesem Dorf etwas nicht stimmt. Und tatsächlich sind die zutiefst abergläubigen Bewohner von Angst geprägt. Angst vor vermeintlich in den Bergen, am Rande ihres Dorfes, lebenden Gestalten ohne Haare, mit pergamentartiger Haut und schwarz hindurchleuchtetenden Adern: den Ausgestoßenen.
    Johann verdingt sich als Knecht in diesem Dorf, findet seine Liebe und muss einen Kampf ausfechten, den er sich nie hätte vorstellen können.

    "Morbis Dei - Die Ankunft" ist ein sehr gut geschriebenes Buch, dass uns mitnimmt, in eine zurückliegende Welt voller EInsamkeit, Gehorsam und (Aber-)glauben, gespickt mit einer tollen Portion Mystik und der Moral, das man im Leben alles vergeldet bekommt - im Guten wie im Schlechten.
    Das die Autoren auch Drehbücher schreiben merkt man, denn die Figuren, die Sympathischen wie auch die Unsympathischen, sind toll ausgearbeitet und bilden im Kopf reale, starke Bilder, sodass man sich in jeden Handlungsstrang erstklassig einfühlen kann.
    Das Finale der Geschichte ist teils däftig, aber passend und gut konstruiert.

    Mein einziger Kritikpunkt: Zu oft wurden Sätze mitdrin mit einem Gedankenstrich unterbrochen, um nach einem Gedankensprung an anderer Stelle wieder anzusetzen. Das empfand ich beim Lesen manchmal als störend.

    Mit seiner düsteren Grundstimmung, die mich in Ansätzen ein bisschen an "Der Name der Rose" erinnert hat, obwohl die Handlung nur ganz am Rande mit Mönchen zu tun hat, liest es sich wahrscheinlich in einer kalten Winterwoche noch besser als im Sommer. Auf alle Fälle ist es aber empfehlenswert und vielversprechend für die Folgebände.
  24. Cover des Buches Abgründe (ISBN: 9783941139220)
    Nadine d'Arachart und Sarah Wedler

    Abgründe

     (41)
    Aktuelle Rezension von: mandalotti

    Die Geschichte war ganz ok, nicht mehr und nicht weniger. 

    Ich wusste die meiste Zeit nicht so wirklich was ich von dem Polizisten halten sollte. Mal war er sympatisch, meist aber eher nicht.  Schade eigentlich. 

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