Bücher mit dem Tag "suizid"
508 Bücher
- Jojo Moyes
Ein ganzes halbes Jahr
(11.898)Aktuelle Rezension von: Jnkrebs92Ein ganzes halbes Jahr hat mich von der ersten Seite an berührt. Die Geschichte von Louisa und Will ist gleichzeitig humorvoll, romantisch und emotional.
Besonders gefallen hat mir die Entwicklung der beiden Hauptfiguren. Louisa bringt Lebensfreude und Leichtigkeit in die Geschichte, während Will ihr Leben auf eine Weise verändert, die sie selbst nie erwartet hätte. Ihre gemeinsame Zeit ist voller schöner, lustiger und bewegender Momente.
Das Ende hat mich sehr traurig gemacht und lange beschäftigt. Gerade deshalb ist mir das Buch so stark in Erinnerung geblieben. Für mich ist es eine emotionale Geschichte über Liebe, Mut und die Frage, was Lebensqualität bedeutet.
Ein Buch, das mich zum Lachen, Weinen und Nachdenken gebracht hat.
- Leo Tolstoi
Anna Karenina
(1.105)Aktuelle Rezension von: Malte_HermannWenn ich Leo Tolstois „Anna Karenina“ lese, spüre ich von der ersten Bahnhofsszene an ein leises Grollen unter den Füßen: metallisches Zischen, neugierige Blicke, ein Vorzeichen von Unheil. Anna tritt für mich wie ein warmer Lichtkegel in eine kalte Gesellschaft; ihr Blick auf Wronskij entzündet eine Liebe, die zugleich Befreiung und Sturz bedeutet. Ich folge ihr durch Salons, Waggons und Gerüchte, durch die starre Höflichkeit von Petersburg und die klatschenden Kreise Moskaus. Ihr Ehemann Karenin wirkt korrekt wie ein Protokoll: Er schützt die Form und übersieht den Menschen. Ich schäme mich stellenweise über eine Welt, die Skandal wittert, aber Mitgefühl spart. (Mehr zu Anna Karenina: https://love-books-review.com/de/anna-karenina-von-leo-tolstoi/ )
Parallel gehe ich mit Lewin über Felder. In Gesprächen mit Bauern, in Mühen und Zweifeln sucht er Sinn, Gott und Arbeit zu verbinden. Zwischen abgewiesenem Antrag, Rückzug und Rückkehr wächst in mir Ruhe: In Kittys Blick und der Geburt des Kindes erkennt Lewin eine demütige, leise Wahrheit. Diese zweite Geschichte erdet die erste; sie zeigt mir, dass Glück nicht flackert wie Feuerwerk, sondern glüht wie eine kleine Flamme, die man gegen Wind schützt.
Je weiter ich lese, desto enger wird Annas Raum. Eifersucht, Schlaflosigkeit, Morphium und die Unmöglichkeit einer ehrlichen Zugehörigkeit lassen ihre Sprache spröde werden. Am Ende schneiden die Zugräder durch meine Gedanken: ein Entschluss, grausam klar. Ich bleibe erschüttert und zugleich dankbar, weil Tolstoi mir beides schenkt – das Porträt einer Gesellschaft, die Menschen zu Rollen verengt, und die Ahnung, dass Sinn im einfachen Guten liegt. Anna bleibt ein brennender Schatten; Lewin, ein stilles Versprechen von Alltag und Gnade.
- Hanya Yanagihara
Ein wenig Leben
(658)Aktuelle Rezension von: AnnaLovesBooksIch habe Ein wenig Leben gelesen und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich darüber sprechen soll.
Mir wurde es empfohlen. Und ich weiß bis jetzt nicht, ob man das überhaupt darf. 😅 Dieses Buch ist so gut geschrieben. Und gleichzeitig so schlimm 🥺🫣
Es gibt einem so viel. Und nimmt einem mindestens genauso viel wieder.
Es lässt einen fühlen. Es lässt einen lieben. Es lässt einen an ganz vielen Stellen komplett zerbrechen.
Und dann gibt es diese kleinen Momente, in denen man kurz aufatmet oder sogar schmunzeln muss. Und genau das macht es so besonders. 😊
Im Mittelpunkt stehen vier Freunde, aber eigentlich geht es um Jude. Und Jude… tut einfach nur weh.
Schon früh merkt man, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Und trotzdem wächst er einem sofort ans Herz.
Der Schreibstil ist unglaublich nah. Teilweise so nah, dass man es kaum aushält weiterzulesen. Man fühlt jeden Gedanken, jede Angst, jeden Schmerz.
Es gibt so viele Szenen, die einfach nur grausam sind. Gewalt, Missbrauch, Selbsthass. Ich würde empfehlen, die Triggerwarnungen zu lesen.
Das sind Dinge, die man eigentlich nicht lesen will. Und trotzdem liest man weiter.
Weil da immer wieder diese kleinen Momente sind 🥰 Mit Willem. Mit Harold. Mit Andy.
Momente, die zeigen, dass da noch Leben ist. Ein wenig Leben!
Aber dieses Buch ist hart. Es ist gewaltsam. Es ist an vielen Stellen kaum auszuhalten.
Es triggert. Es geht unter die Haut. Und es bleibt da! Ich habe oft geweint 🥺Ich wusste eigentlich, wie es enden wird und wollte es nicht wahrhaben. Und trotzdem fühlt sich das Ende richtig an.
Dieses Buch ist kein „schönes“ Buch. Aber es ist ein unglaublich starkes.
Für mich war das kein Lesen. Es war ein Durchleben!
- Sebastian Fitzek
Passagier 23
(3.142)Aktuelle Rezension von: liceys_buecherwunderland[𝕦𝕟𝕓𝕖𝕫𝕒𝕙𝕝𝕥𝕖 𝕎𝕖𝕣𝕓𝕦𝕟𝕘]
𝕋𝕚𝕥𝕖𝕝: Passagier 23
𝔸𝕦𝕤 𝕕𝕖𝕣 𝔽𝕖𝕕𝕖𝕣 𝕧𝕠𝕟: Sebastian Fitzek
𝕍𝕖𝕣𝕝𝕒𝕘: Knaur Taschenbuch
𝔾𝕖𝕝𝕖𝕤𝕖𝕟 𝕒𝕦𝕗: Deutsch
𝔸𝕧𝕒𝕚𝕝𝕒𝕓𝕝𝕖 𝕚𝕟 𝔼𝕟𝕘𝕝𝕚𝕤𝕙: Yes
𝔽𝕣𝕒𝕘𝕖: Wart ihr schon einmal auf einer Kreuzfahrt?
𝔻𝕣𝕖𝕚 𝕎𝕠𝕖𝕣𝕥𝕖𝕣 𝕫𝕦𝕞 𝔹𝕦𝕔𝕙:
Spannend - Überraschend - Unterhaltsam
𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥:
Vor Jahren verschwanden Martins Frau und Sohn auf einem Kreuzfahrtschiff. Seitdem ist er am Ende und riskiert sein Leben mit gefährlichen Einsätzen als verdeckter Ermittler.
Mitten in einem solchen Einsatz bekommt er einen Anruf, der ihn an Bord eines Kreuzfahrtschiffes bringt. Denn dort ist ein Passagier aufgetaucht, der vor längerer Zeit verschwunden ist. Martin wird schnell in die Geschehnisse an Bord gezogen und muss sich bald fragen, was wirklich auf Hoher See geschieht.
𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘:
Das war mal wieder ein richtig guter Thriller. 😊 Spannend, Stimmungsvoll und mit dem ein oder anderen Twist bekommt man hier eine richtig gute Geschichte geliefert.
Ich bin richtig gut rein gekommen und anschließend durch die Seiten geflogen.
Mich hat das Buch definitiv überzeugt. Viel mehr will ich gar nicht dazu sagen - außer vielleicht, dass ich mir definitiv gut überlegen mal auf eine Kreuzfahrt zu gehen. 😂
𝕃𝕖𝕤𝕖𝕖𝕞𝕡𝕗𝕖𝕙𝕝𝕦𝕟𝕘?
Eine Leseempfehlung für alle die einen guten Thriller suchen.
𝔼𝕦𝕣𝕖 𝕃𝕚𝕔𝕖𝕪 ☘️ - Veronica Roth
Die Bestimmung
(6.564)Aktuelle Rezension von: julia___4,5/5
Auch nach vielen Jahren finde ich das Buch immer noch so gut! (war jetzt das dritte Mal, dass ich das Buch gelesen habe)
Es hat auf seine Art viel Tiefgang und behandelt sehr interessante Themen. Die Story ist spannend aufgebaut und wendungsreich. Ich finde das System mit den Fraktionen sehr interessant und es ist cool umgesetzt. Vor allem der Anfang begeistert mit dem Feroxanteil 😊
Für alle die gerne dystopische Jugendbücher lese, ist die Reihe ein MUSS!!
- Matt Haig
Die Mitternachtsbibliothek
(1.686)Aktuelle Rezension von: Eva_JirsaTriggerwarnung: Die ersten Kapitel sind heftig. Alle, die wirklich depressiv sind, sich zu sehr mit Nora vergleichen, sollten unbedingt im Hinterkopf behalten, dass das nur ein Buch ist! Lest unbedingt ohne zu urteilen bis zum Ende!
Denn sobald sie, Nora, in der Bibliothek ist, geht es erst los. Die Bibliothekarin zeigt ihr das Multiversum aus philosophischer Sicht und lässt Nora verschiedene Leben "anprobieren". Ungewöhnliche und geniale Idee, doch die Story wird zu schnell zum munteren Universen-Hopsen, was in seiner Vielzahl eher ermüdend wirkt.
Positiv ist, man leidet und liebt mit Nora! Das ist sehr toll geschrieben. (Wobei das Leiden depressiven Personen sehr nahe gehen könnte!)
Das Ende kommt etwas abrupt. Die kurze Action kann das nur mäßig kompensieren, aber wir Leseratten können uns an Noras (jetzt) positiver Lebenansicht ein paar Scheiben abschneiden. - Falls das der Gedanke hinter dem Buch ist, kommt er gut rüber.
- Jay Asher
Tote Mädchen lügen nicht
(5.013)Aktuelle Rezension von: Julia92Inhalt: Als Clay aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. 13 Gründe haben zu ihrem Selbstmord geführt. 13 Personen hatten ihren Anteil daran. Clay ist einer davon …
Meinung: Es fällt mir nicht leicht, eine Bewertung zu diesem Buch abzugeben, da es sich um ein hochsensibles Thema handelt und Suizid nie die Lösung sein sollte. Hannah Baker ist eine Jugendliche, die sehr mit sich selbst zu kämpfen hat und am Ende nur noch diese Option sieht. Mit der gesamten Story hatte ich so meine Probleme.
Der Schreibstil ist weder anspruchsvoll noch besitzt er Wiedererkennungswert. Vermutlich ist das gewollt, um die Jugendlichen möglichst wahrheitsgetreu darzustellen. Erzählt wird das Buch aus zwei Perspektiven – Hannah und Clay – in der ersten Person.
Mit Hannah hatte ich so meine Probleme. Sie kam mir sehr unnahbar vor, ich fand keinen Draht, konnte nicht mal Mitgefühl entwickeln. Ihre Persönlichkeit war einfach nicht tiefgründig genug. Relativ kühl und beinahe herablassend zählt sie die Dinge auf, die andere Schüler ihr angetan haben und stellt Leute an den Pranger, die teilweise nicht mal vorsätzlich gehandelt haben. Das machte sie für mich sehr unsympathisch.
Jeder Mensch reagiert anders auf sein Umfeld und es gibt leider zu viele Opfer von Mobbingattacken und Schlimmerem. In Hannahs Fall einen Klaps auf den Po zu bekommen oder als „Mitfahrgelegenheit“ betitelt zu werden, spiegelt nicht mal ansatzweise die wahren Probleme der Gesellschaft wider. Das Buch sollte vermutlich Augen öffnen. Doch ich bin hier zwiegespalten. Die Message sollte doch sein, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen und darüber nachzudenken, wozu Mobbing führen kann. Doch Hannah macht es ihren Mitmenschen nicht leicht. Sie stößt sie von sich weg, wird Zeugin einer Vergewaltigung und sieht dennoch sich selbst als Opfer. Sie verlangt permanent von allen anderen, sich in sie hineinzuversetzen, ist aber nicht eine Sekunde bereit, dasselbe zu tun.
Als sie am Ende auch noch den Vertrauenslehrer die Mitschuld an ihrem Selbstmord gibt, konnte ich beim Lesen nur noch den Kopf schütteln. Sie ist verzweifelt. Sie will Hilfe. Das behauptet sie zumindest. Doch sie lässt sich nicht helfen und läuft stattdessen davon. Ihr Lehrer bittet sie mehrere Male, zu bleiben, doch sie ignoriert dies. Ihm dann noch vorzuwerfen, nicht hartnäckig genug gewesen zu sein, ist nicht fair von ihr.
Hier war mir einfach die komplette Handlung zu gestellt. Der Autor reihte ein Ereignis um das andere und zeichnete Hannahs Persönlichkeit sehr übertrieben – meiner Meinung nach.
Das Buch war flüssig zu lesen. Immer wieder hoffte ich auf den Punkt, der das Fass zum Überlaufen brachte. Doch er kam nicht. Psychologische Hilfe wäre hier für die Protagonistin wertvoll gewesen. Stattdessen anderen die Schuld an allem zu geben, ist keine gute Message. Schade fand ich auch, dass nicht auf die Gefühlswelt der Mitschüler und der Lehrer eingegangen worden ist. Mich hätte sehr interessiert, wie sie mit dem Verlust umgehen. Auch Hannahs Eltern kommen nicht zu Wort. Die gesamte Story bezieht sich rein auf Hannahs Erlebnisse in ihrer Bubble. Das war mir etwas zu einseitig. Es fehlte an Abwechslung, an „Leben“. Clay war mir leider auch nicht sonderlich sympathisch.
Ich vergebe 2 von 5 Sternen, da das Buch ein wichtiges Thema anspricht, jedoch in der Umsetzung meiner Meinung nach nicht gelungen ist.
- John Green
Eine wie Alaska
(2.558)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Als der 16-jährige Miles auf das Internat Culver Creek wechselt ahnt er nicht, welch unvergesslichen, aufregenden, glücklichen, dramatischen und traurigen Momente ihm bevorstehen. Er findet neue Freunde, die immer für ein Abenteuer zu haben sind und mit denen er das Leben in vollen Zügen genießt. Besonders die ebenso geheimnisvolle wie faszinierende Alaska hat es Miles angetan...
Aber mir fehlte der Mut, und sie hatte einen Freund, und ich war linkisch, und sie war wunderschön, und ich war hoffnungslos langweilig, und sie war unendlich faszinierend. (S. 122)
Meine Meinung:
Mit Miles hat man einen sehr sympathischen und nahbaren Protagonisten in dessen Gefühls- und Gedankenwelt man sich sehr gut hineinversetzen kann. Weder Miles noch seine Freunde wirken austauschbar. Sie alle werden in einer Weise beschrieben, die dafür sorgt, dass sie einem beim Lesen als Menschen mit Persönlichkeit und Charakter erscheinen. Man erfährt von ihren Stärken, Schwächen und Eigenheiten, wodurch sie beim Lesen lebendig werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein besonderes Interessensgebiet, das es Miles angetan hat: Er ist fasziniert von den allerletzten Worten, die berühmte Persönlichkeiten unmittelbar vor ihrem Tod gesagt haben. Dieses interessante und ungewöhnliche Thema ist mir zuvor noch in keinem anderen Buch begegnet.
Eine große Stärke des Buches ist das Lebensgefühl, das die Geschichte versprüht. Wie die Jugendlichen neue Freundschaften schließen, sich verlieben, Streiche planen, gegen Internatsregel aufbegehren und welche Träume, Hoffnungen, Sorgen und Ängste sie haben wird sehr lebendig beschrieben.
Bereits zu Beginn des Buches steht fest, dass ein einschneidendes und bedeutsames Ereignis bevorsteht: Jedes der kurzen Kapitel beginnt nämlich mit den Worten „X Tage davor“. Der besagte Tag rückt unaufhaltsam näher und man ist gespannt welches Ereignis am Tag 0 eintreten wird. Dieser Countdown ist eine interessante Idee und trägt zusammen mit dem angenehmen Schreibstil dazu bei, dass man das Buch in kürzester Zeit gelesen hat.
Die erste Hälfte des Buches ist von lustigen Momenten und Leichtigkeit geprägt. In der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte dann eine dramatische und nachdenklich stimmende Wendung und gewinnt an Tiefe: Das geheimnisumwobene und dramatische Ereignis, das am Tag 0 eintritt stellt das Leben von Miles und seinen Freunden auf den Kopf. Es lässt sie Manches aus einem neuen Blickwinkel betrachten und konfrontiert sie mit dem Ernst des Lebens.
Das Ende des Buches ist dann aber dennoch vorwiegend hoffnungsvoll. Es gibt noch ein sehr lustiges Ereignis und die Geschehnisse werden in einer Weise abgerundet, die dafür sorgt, dass man nicht betrübt zurückgelassen wird und trotz allem insgesamt mit einem guten Gefühl aus der Geschichte geht.
Warum vergebe ich dennoch nur 3 Bewertungssterne?
Das liegt zum einen daran, dass die Geschichte über weite Strecken eher „dahinplätschert“ und die Spannung eigentlich ziemlich künstlich aufrechterhalten wird (Stichwort Countdown). Das am Tag 0 eintretende Ereignis gibt den Geschehnissen dann zwar eine unerwartete und dramatische Wendung, aber man kann nicht sagen, dass dies einen richtigen Höhepunkt der Geschichte markiert. Außerdem flacht die Handlung anschließend auch relativ schnell wieder ab. Ein weiterer Punkt, der mir nicht zugesagt hat ist eine überflüssig wirkende erotische Szene, die etwas zu plump und vulgär beschrieben wird.
Fazit:
Trotz kleinerer Schwächen handelt es sich insgesamt um eine schöne und bewegende Geschichte über das Leben, Freundschaft, Liebe und Verlust, die neben lustigen Momenten auch einige nachdenklich stimmende Momente zu bieten hat.
Es ist mein erstes Buch von John Green gewesen und ich möchte auf jeden Fall auch noch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ lesen.
Zum Schluss noch einige besonders schöne und nachdenklich stimmende Zitate aus dem Buch:
„Von der Zukunft zu träumen, ist auch eine Art Nostalgie. […] Dein ganzes Leben steckst du in dem Labyrinth fest und denkst daran, wie du ihm eines Tages entfliehst, und wie geil dann alles wird, und die Vorstellung von dieser Zukunft hält dich am Laufen, aber am Ende tust du es nie. Du hast die Zukunft einfach benutzt, um aus der Gegenwart zu fliehen.“ (S. 76)
Der Mensch, glaubte ich, braucht Sicherheit. Er erträgt die Vorstellung nicht, dass der Tod nichts sein soll als ein großes schwarzes Nichts, er erträgt den Gedanken nicht, dass seine Liebsten aufhören zu existieren, er kann sich nicht vorstellen, selbst einmal nicht mehr zu existieren. Am Ende, schloss ich, glauben die Menschen an ein Leben nach dem Tod, weil sie das Gegenteil nicht ertragen können. (S. 138)
Es kommt die Zeit, da wir begreifen, dass unsere Eltern weder uns retten können noch sich selbst, dass jeder Einzelne von uns, die wir durch den Fluss der Zeit waten, irgendwann von der Strömung weggerissen wird – kurz, dass wir alle gehen. (S. 166)
Thomas Edisons letzte Worte waren: „Es ist wunderschön hier drüben.“ Ich weiß nicht, wo sie ist, aber ich glaube, sie ist irgendwo, und ich hoffe, dass es wunderschön dort ist. (S. 295)
- Anna Todd
After forever
(2.395)Aktuelle Rezension von: belli4charlotteAfter Forever bildet den emotional aufgeladenen Abschluss der turbulenten Beziehung zwischen Tessa und Hardin – und man spürt auf jeder Seite, dass diese Reise nun endlich zu einem Ende kommen soll. Anna Todd bleibt ihrem bekannten Muster treu: intensive Gefühle, dramatische Wendungen und ein ständiges Hin und Her zwischen Nähe und Distanz. Doch gerade im vierten Band wirkt dieses Drama stellenweise überreizt und vorhersehbar, als würde die Geschichte bewusst in die Länge gezogen, um die Spannung künstlich hochzuhalten.
Stärken zeigt Todd weiterhin in der Darstellung innerer Konflikte. Besonders Hardins Rückfall in alte Muster und seine düstere Selbstzerstörung sind eindringlich beschrieben. Auch Tessas Entwicklung – geprägt von Verlust, Ernüchterung und wachsender Selbstbestimmung – verleiht dem Roman emotionale Tiefe. Die wechselnden Perspektiven funktionieren gut und lassen beide Figuren greifbarer wirken. Gleichzeitig drehen sich manche Konflikte im Kreis, und nicht jede Wendung fühlt sich wirklich verdient an.
Der Epilog fällt dagegen überraschend knapp aus. Nach so vielen Seiten voller Dramatik wirkt der schnelle Zeitsprung fast wie ein Bruch – als hätte man hier eine Chance verpasst, den Figuren einen runden, organischen Abschluss zu geben.
Trotz dieser Schwächen bleibt After Forever ein Muss für Fans der Reihe. Es beantwortet offene Fragen, bietet emotionale Momente und lässt einen mit einem bittersüßen Lächeln zurück. Die Reihe insgesamt bleibt ein fesselndes Erlebnis voller Liebe, Schmerz und Selbstfindung – auch wenn Band vier nicht ganz die Kraft der Vorgänger erreicht.
Fazit: Ein intensiver, aber nicht immer überzeugender Abschluss, der dank starker Charakterentwicklung und emotionaler Momente solide 3,5 Sterne verdient.
- Colleen Hoover
Nur noch ein einziges Mal
(2.032)Aktuelle Rezension von: Tintenspur⚠️ Triggerwarnung: Das Buch behandelt häusliche Gewalt sowie traumatische Kindheitserfahrungen.
Manchmal gibt es Bücher, von denen man glaubt, ihre Geschichte bereits zu kennen. Genau so ging es mir mit "Nur noch ein einziges Mal". Die Verfilmung hatte ich bereits gesehen und wusste daher grob, was mich erwarten würde. Trotzdem wollte ich Colleen Hoovers Roman lesen – und wurde überrascht. Denn obwohl mir die Handlung nicht völlig unbekannt war, hat das Buch nichts von seiner emotionalen Wucht verloren. Im Gegenteil: Schon nach wenigen Seiten war ich vollkommen in Lilys Geschichte gefangen.
Mit "Nur noch ein einziges Mal" erschien 2017 im dtv Verlag der Auftakt der Dilogie um Lily, Ryle und Atlas. Auf 416 Seiten erzählt Colleen Hoover eine ebenso intensive wie emotionale Geschichte, die autobiografische Züge trägt und ein sensibles Thema mit bemerkenswerter Ehrlichkeit behandelt.
Im Mittelpunkt steht die 23-jährige Lily Bloom, die nach ihrem College-Abschluss nach Boston zieht, um sich ihren Traum von einem eigenen Blumengeschäft zu erfüllen. Als sie den erfolgreichen Neurochirurgen Ryle Kincaid kennenlernt, scheint das Leben endlich in die richtige Richtung zu gehen. Doch als Atlas Corrigan – ihre erste große Liebe – plötzlich wieder auftaucht, holen Lily nicht nur ihre Vergangenheit, sondern auch längst verdrängte Erinnerungen ein.
Mehr sollte man über die Handlung gar nicht wissen. Gerade dieses allmähliche Erkennen der Zusammenhänge macht einen großen Teil der emotionalen Wirkung aus.
Erzählt wird die Geschichte vollständig aus Lilys Ich-Perspektive. Ergänzt wird der Roman durch Tagebucheinträge in Form von Briefen an Ellen DeGeneres, die Einblicke in Lilys Jugend geben und nach und nach ihre Beziehung zu Atlas sowie ihre schwierige Kindheit offenbaren. Diese Rückblenden verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe, auch wenn sie meinen Lesefluss stellenweise ein wenig ausgebremst haben.
Colleen Hoovers Schreibstil ist modern, klar und angenehm schnörkellos. Die Seiten fliegen förmlich dahin, weil sie es schafft, Emotionen greifbar zu machen, ohne dabei überladen zu wirken. Statt auf künstliche Dramatik setzt sie auf authentische Dialoge, glaubwürdige Figuren und leise Zwischentöne. Gerade dadurch entfaltet die Geschichte ihre ganze Intensität.
Besonders beeindruckt haben mich die Charaktere. Sie wirken vielschichtig, glaubwürdig und psychologisch hervorragend ausgearbeitet.
Mit Lily musste ich zunächst etwas warm werden. Anfangs erschien sie auf mich verschlossener und verbitterter, als ich erwartet hatte. Doch je besser ich sie kennenlernte, desto mehr verstand ich ihre Ängste, ihre Unsicherheiten und ihre Entscheidungen. Nach und nach entwickelte sie sich für mich wieder zu der warmherzigen, mitfühlenden jungen Frau, die man bereits in den Rückblicken kennenlernt. Ihre Entwicklung gehört für mich zu den größten Stärken des Romans.
Ryle zählt wohl zu den komplexesten Figuren, die ich seit Langem gelesen habe. Intelligent, charmant, aufmerksam und erfolgreich – gleichzeitig besitzt er eine Seite, über die ich bewusst nicht mehr verraten möchte. Gerade diese Ambivalenz macht ihn zu einer Figur, die einen immer wieder herausfordert und zum Nachdenken bringt.
Atlas hingegen war mir vom ersten Moment an sympathisch. Seine ruhige, geduldige und selbstlose Art bildet einen gelungenen Gegenpol zu den anderen Figuren. Er drängt sich nie in den Vordergrund und hinterlässt dennoch einen bleibenden Eindruck.
Was Colleen Hoover besonders gelungen ist: Sie zeichnet ihre Figuren niemals in Schwarz und Weiß. Statt einfache Antworten zu liefern, zeigt sie Menschen mit Fehlern, Widersprüchen und Verletzungen. Dabei musste ich immer wieder an ein Zitat aus dem Buch denken:
„So was wie schlechte Menschen gibt es nicht. Wir sind alle bloß Menschen, die manchmal schlimme Dinge tun.“
Kaum ein Satz beschreibt den Kern dieses Romans besser.
Besonders berührt hat mich, wie sensibel das Thema häusliche Gewalt behandelt wird. Die Autorin zeigt eindrucksvoll, wie komplex solche Situationen sein können und wie schwer es ist, Entscheidungen zu treffen, wenn Liebe, Hoffnung und Angst untrennbar miteinander verwoben sind. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, wie ich selbst in einer solchen Situation handeln würde. Genau das macht dieses Buch so eindringlich. Es erzählt nicht einfach eine Geschichte – es regt zum Nachdenken an.
Eine Szene hat mich emotional so getroffen, dass mir tatsächlich die Tränen kamen. Und obwohl ich den Ausgang durch den Film bereits kannte, hat das meine Gefühle beim Lesen in keiner Weise abgeschwächt.
Besonders passend fand ich dieses Zitat:
„Womöglich kann man sich nie ganz von einem Menschen lösen, den man einmal wirklich geliebt hat.“
Es bringt die emotionale Zerrissenheit der Geschichte auf den Punkt und begleitet einen noch lange über die letzte Seite hinaus.
Fazit:
"Nur noch ein einziges Mal" ist weit mehr als eine klassische New-Adult-Romance. Colleen Hoover verbindet eine emotionale Liebesgeschichte mit einem gesellschaftlich wichtigen Thema und erschafft Figuren, die sich echt anfühlen – mit all ihren Stärken, Schwächen und Widersprüchen. Gerade diese Authentizität macht den Roman so eindringlich.
Wer tiefgründige Liebesgeschichten mit emotionaler Wucht, vielschichtigen Charakteren und psychologischer Tiefe schätzt, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Aufgrund der behandelten Themen ist es keine leichte Wohlfühllektüre, sondern ein Roman, der bewegt, erschüttert und lange im Gedächtnis bleibt.
Dilogie:
Band 1 - Nur noch ein einziges Mal
Band 2 - Nur noch einmal und für immer - Mona Kasten
Feel Again
(1.940)Aktuelle Rezension von: kat_rEads„Es gibt niemanden, der besser für mich ist oder den ich mehr will als dich, Sawyer. Niemanden.“
„Ich wollte ihn auf Repeat stellen, diesen wunderschönen Moment, und ihn wiederholen, bis es in meinem Kopf nur noch Platz für ihn gab. Denn ich fühlte alles. Und ich fürchtete mich kein bisschen“
Isaac sollte nur ein Projekt sein - doch ihr Herz hat andere Pläne!
Sawyer Dixon ist jung, tough und eine Außenseiterin. Schon früh musste sie lernen, dass nicht alle einen mögen und das Leben hart sein kann. Seit dem Tod ihrer Eltern lässt sie bis auf ihre Schwester Riley niemanden an sich heran. Doch als sie Isaac Grant auf einer Party kennenlernt, ändert sich das. Isaac schreit nach außen Nerd mit seiner Brille, seinen merkwürdigen Klamotten und seiner schüchternen, unbeholfenen Art.
Also genau das Gegenteil von Sawyer.
Isaac ist es leid, immer Körbe zu kriegen und Sawyer braucht unbedingt ein gutes Projekt für ihren Fotokurs - da liegt ein Deal zwischen beiden doch nahe: Sawyer verwandelt Isaac zu einem Bad Boy, dafür darf sie seine Entwicklung als ihr Fotoprojekt für ihr Studium nutzen.Doch womit die toughe Sawyer nicht gerechnet hat, waren das Kribbeln in ihr und die intensiven Gefühle, die sich zwischen ihr und Isaac entwickeln.
Wo soll ich nur anfangen?
Ich muss beichten, „Feel Again“ ist das erste Buch von Mona Kasten, das ich gelesen habe. Und jetzt im Nachhinein frage ich mich, wie ich so lange ohne sie konnte!
Ich wusste schon beim Lesen: ich brauche die anderen Bände der Again-Reihe🥰😍
Ich habe schon mega viel gutes von dieser Reihe und natürlich auch von Mona Kasten gehört, aber irgendwie bin ich noch nie dazugekommen, ein Buch von ihr zu lesen. Aber das wird sich von nun an ändern!
Auf den ersten Seiten war ich noch etwas skeptisch Sawyer gegenüber, aber das hat sich schnell gelegt. Ihr Vergangenheit hat sie stark geprägt, weshalb sie so rebellisch drauf ist. Aber das ändert sich, sobald sie Isaac näher kennenlernt.
Isaac ist von Anfang an einfach zum Gernhaben. Er wirkt sehr unbeholfen und unsicher, aber die Geschichte zeigt, er kann auch anders. Eigentlich braucht er nur jemanden, der ihn so nimmt, wie er ist und ihm etwas Selbstsicherheit gibt.
Er ist einfach soo liebenswert, was sich in seinem Verhalten Sawyer gegenüber aber vor allem auch seinen Geschwistern und seiner Familie gegenüber zeigt. Isaac geht so süß mit seinen kleinen Geschwistern um und zeigt sich dort ganz anders als anfangs zu erwarten.
Die beiden sind zwar so unterschiedlich, ergänzen sich aber dafür perfekt. Sie heilen einander und helfen sich gegenseitig, sich selbst zu finden und zu akzeptieren.
Ich mochte die Dynamik zwischen den beiden sehr!Ich glaube bisher hatte ich bei noch keinem Buch so viele Tränen in den Augen. Ich habe gefühlt das halbe Buch durchgeweint.
Die Geschichte hat so viel Tiefgang, damit hatte ich nicht gerechnet. Nicht nur Sawyers Kindheit sondern auch Isaacs Vergangenheit haben mich echt getroffen. Es gab so viel Gefühl, entweder mir wurde ganz warm ums Herz oder ich hatte Tränen in den Augen. Die Figuren und ihre Geschichte ist mit so viel Herz und Gefühl formuliert und hatte doch so viel Teifgang, ich kam gar nicht klar…🥹Mir fehlen ein bisschen die Worte, um meinen gesamten Eindruck von diesem unglaublichen Buch zu verfassen, aber ich kann sagen, das ist auf jeden Fall ein absolutes Highlight für mich😍
Ich habe mir den Epilog extra noch einen Tag aufgehoben, damit ich länger in diesem Buch verweilen kann! 🥰
Ich kenne zwar die anderen Bände der Reihe noch nicht, aber das wird sich schleunigst ändern und ich sage nachdem ich dieses Buch gelesen habe: Die Again-Reihe ist eine klares Muss und „Feel Again“ bekommt eine eindeutige Leseempfehlung von mir! 💗💕
- Sebastian Fitzek
AchtNacht
(1.604)Aktuelle Rezension von: Lauras_bunte_buecherregalDer Schreibstil ist toll. Ich mag die Art und Weise wie der Autor Geschichten erzählt. Ich muss dazu gestehen, dass ich die Inspirationsquelle (Film - „the Purge“) nie gesehen habe. Die Grundidee fand ich sehr faszinierend, vor allem die ethische Sichtweise.
Der Handlungsfaden war an manchen Stellen etwas verwirrend für mich. Ich habe tatsächlich bis zum Ende mit gerätselt und versucht mir die ein oder andere Frage zu beantworten. Am Ende habe ich tatsächlich auf alle Fragen eine Antwort bekommen und wurde sogar überrascht.
Ben war ein fesselnder Charakter. Die zwischenmenschlichen Beziehungen und vor allem die zu seiner Tochter waren interessant zu verfolgen. Rückblickend fand ich die ethische und soziale Perspektive sehr interessant in dem Buch.
Von mir gibt es 4 von 5 Sterne. - Colleen Hoover
Hope Forever
(2.335)Aktuelle Rezension von: SveniFS„Hope Forever“ (bzw. „Hope“) war mein erstes Buch von Colleen Hoover – und ganz ehrlich: Ich war sofort gefangen. Ihr Schreibstil ist unglaublich mitreißend, leicht zu lesen und gleichzeitig so emotional, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Die Thematik hat mich direkt gepackt. Stück für Stück entfaltet sich die Geschichte, und man merkt schnell, dass mehr dahintersteckt, als man zunächst vermutet. Genau dieses Zusammenspiel aus Spannung, Gefühl und überraschenden Wendungen hat mich komplett in den Bann gezogen.
Besonders beeindruckt hat mich, wie intensiv die Emotionen transportiert werden. Ich habe mitgefühlt, mitgelitten und war gedanklich die ganze Zeit bei den Figuren. Colleen Hoover schafft es, ihre Charaktere lebendig wirken zu lassen und eine Atmosphäre aufzubauen, die einen nicht mehr loslässt.
Für mich war dieses Buch der perfekte Einstieg in ihre Werke – und definitiv nicht mein letztes von ihr. Absolute Leseempfehlung für alle, die emotionale Geschichten mit Tiefe lieben!
- Aldous Huxley
Schöne neue Welt
(1.215)Aktuelle Rezension von: HenriLMatosBrave New World ist erschreckender als 1984, weil niemand zwingt. Die Menschen wählen ihre eigene Konditionierung, weil sie sich dabei gut fühlen. Huxley beschreibt eine Gesellschaft, in der Identität von Geburt an zugewiesen wird und niemand protestiert, weil der Protest selbst weggezüchtet wurde. Die Frage, die das Buch stellt und nie beantwortet: Was ist Freiheit wert, wenn man gelernt hat, sie nicht zu vermissen?
- Johann Wolfgang von von Goethe
Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther
(1.670)Aktuelle Rezension von: franzi__Franzi_Ich habe bereits einige historische und literarisch wichtige Romane gelesen oder gehört. Goethe jedoch wollte ich ganz bewusst lesen. Mir Zeit nehmen. Zeile für Zeile habe ich Die Leiden des jungen Werther erlebt – und noch viel mehr.
Man begegnet den gesellschaftlichen Ansichten der damaligen Zeit, erkennt zugleich das moderne Denken Goethes. Man erlebt Landschaften, soziales Miteinander, Gefühle in ihrer ganzen Intensität. Eine Sprache, die uns heute nicht mehr alltäglich erscheint und in die man sich zunächst wieder einfinden muss.
Die heute ungewohnte Sprache verlangt Geduld und Aufmerksamkeit. Sie erlaubt kein flüchtiges Lesen, sondern zwingt zur Entschleunigung: Man liest nicht „drüber“, sondern hinein. Anfangs sperrig, entwickelt sie nach und nach eine unerwartete, fast intime Wirkung.
„Übrigens befinde ich mich hier gar wohl, die Einsamkeit ist meinem Herzen köstliches Balsam in dieser paradiesischen Gegend, und dieser Jahreszeit derJugend wärmt mit aller Fülle mein oft schauderndes Herz. Jeder Baum, jede Hecke ist ein Strauß von Blüten, und man möchte zum Mainkäfer werden, um in dem Meer von Wohlgerüchen herumzuschweben und alle seine Nahrung darin finden zu können.“
(Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther)
- Holly Jackson
A Good Girl’s Guide to Murder
(781)Aktuelle Rezension von: Storysammlerin,,A Good Girl’s Guide to Murder" von Holly Jackson hat mich mit seiner Mischung aus Ermittlungen, Geheimnissen und Spannung direkt gepackt. Besonders Pip Fitz-Amobi hat mir als Hauptfigur sehr gefallen. Ihre Hartnäckigkeit und ihr Mut, den Fall um Andie Bell neu aufzurollen, obwohl alle glauben, dass Sal Singh der Täter war, haben sie für mich zu einer starken Protagonistin gemacht.
Besonders mochte ich, dass man gemeinsam mit Pip und Ravi immer wieder neue Hinweise entdeckt und versucht herauszufinden, was damals wirklich passiert ist. Die vielen Geheimnisse und Wendungen haben dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte.
Auch die Art, wie Pip ihre Recherche durchführt, mit Interviews, Notizen und Beweisen, hat die Geschichte für mich besonders gemacht.
Insgesamt ein spannender Auftakt, der mich mit seinem Kriminalfall, den Charakteren und der Atmosphäre überzeugen konnte und neugierig auf die nächsten Bände gemacht hat.
- Paulo Coelho
Veronika beschließt zu sterben
(3.169)Aktuelle Rezension von: AnnaLovesBooksMögliche Mini-Spoiler enthalten!
Nach Der Alchimist wollte ich mehr von Paulo Coelho lesen. Als ich erfahren habe, dass er hier eigene Erfahrungen aus psychiatrischen Einrichtungen verarbeitet, musste ich das Buch einfach lesen.
Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen und trotzdem immer wieder Pausen gebraucht. Nicht, weil es mir nicht gefallen hat. Eher weil es mich an manchen Stellen so direkt getroffen hat, dass ich erst einmal durchatmen musste. Schon früh hatte ich das Gefühl, dass es hier nicht ums Sterben geht. Für mich ging es die ganze Zeit um das Leben. Um die Frage, warum wir leben, wann wir aufgehört haben, auf uns selbst zu hören, und warum so viele Menschen irgendwann anfangen, nur noch zu funktionieren.
Besonders die Gedanken über die Gleichförmigkeit des Lebens haben mich beschäftigt. Arbeiten, Erwartungen erfüllen, vernünftig sein, weitermachen. Das Buch stellt immer wieder die Frage, ob das wirklich alles sein kann. Und genau diese Gedanken haben mich oft nicht losgelassen.
Was ich sehr mochte! Die Geschichte gehört nicht nur Veronika. Auch Eduard, Mari und Dr. Igor bekommen ihren Platz. Dadurch entsteht das Gefühl, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte mit sich herumträgt. Seine eigenen Verletzungen, Ängste, Wünsche und verpassten Chancen.
Eduard ist mir besonders ans Herz gewachsen. Seine Geschichte hat mich von allen am meisten berührt. Vielleicht, weil ich vieles nachvollziehen konnte. Das Gefühl, sich selbst irgendwo auf dem Weg verloren zu haben. Gegen Ende tat es stellenweise richtig weh weiterzulesen, weil ich so sehr mit ihm mitgefühlt habe. Auch Mari ging mir unglaublich nahe. Vor allem ihr Brief an die Bruderschaft. Dieser Wunsch, endlich das eigene Leben zu leben und nicht nur das Leben, das andere für richtig halten, hat mich tief getroffen.
Überhaupt stecken in diesem Buch so viele Gedanken, die noch lange nachhallen. Die Frage nach Normalität. Die Idee, dass Bitterkeit entsteht, wenn Menschen gegen ihre eigene Natur leben. Der Mut, anders zu sein, obwohl man weiß, dass man dafür nicht immer verstanden wird. Dazu kommt die Musik, die sich durch die ganze Geschichte zieht. Veronikas Klavier war für mich wie ein Lichtblick zwischen all den schweren Gedanken. Etwas Tröstliches. Etwas Heilendes.
Je weiter ich gelesen habe, desto stärker hat mich das Buch mitgenommen. Die zweite Hälfte hat mich emotional deutlich mehr getroffen als der Anfang. Es gab Stellen, die wehgetan haben. Stellen, bei denen ich schlucken musste. Und gleichzeitig hatte ich immer wieder das Gefühl, dass zwischen all dem Schmerz auch etwas Hoffnungsvolles steckt.
Für mich ist dieses Buch eine Erinnerung daran, dass wir nur dieses eine Leben haben. Dass wir nicht darauf warten sollten, irgendwann anzufangen zu leben. Und dass es Mut braucht, den eigenen Weg zu gehen, wenn er nicht dem entspricht, was andere von uns erwarten.
Veronika beschließt zu sterben war für mich kein Wohlfühlbuch. Es war schwer, manchmal unbequem und an einigen Stellen sogar schmerzhaft. Aber genau deshalb wird es mir so lange im Gedächtnis bleiben. Es hat mich getroffen. Es hat mich aufgewühlt. Und irgendwie hat es am Ende auch ein kleines Stück geheilt.
- Lauren Oliver
Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie
(1.425)Aktuelle Rezension von: knuddelbackeIch muss zugeben, eins der Bücher die mich seit langem wirklich überrascht haben. Ich fand den Klappentext eigentlich nicht sehr verlockend, da aber krank und Mangels anderer Beschäftigungsmöglichkeiten, gab ich dem Buch eine Chance. Gott sei Dank. Binnen 24 Stunden hatte ich es durchgelesen.
Zu Beginn habe ich ein bisschen gebraucht um mit den jugendlichen Figuren, dem Schauplatz Highschool und der ungewohnten Atmosphäre klar zukommen. Man selber ist nicht mehr die jüngste und hat eigentlich einen ganz anderen Alltag. Doch als Mutter einer Tochter erkennt man dann das ein oder andere wieder. Spätestens mit Lesen des Dritten Tages hatte mich das Buch erwischt. Ich fieberte mit Sam, der Hauptfigurschon sehr schnell und sehr intensiv mit. Ich frage mich, genau wie sie selbst, ob sie wieder am 12. Februar aufwachen wird? Wird Sam wieder sterben? Welche menschlichen Tragödien warten diesmal auf sie? Was wird anders laufen und natürlich die finale Frage, wie geht das Buch aus? Wird sie sterben , oder wird sie dem Tod entgehen können ?
Sam macht eine unglaubliche Entwicklung durch. Dadurch, dass sie den Tag immer wieder durchlebt ,beginnt sie sich selbst und ihre Verhaltensweisen zu reflektieren. Ein Charakterzug, der bei Jugendlichen Ihren Alters eher selten vorkommt. Das Buch präsentiert die üblichen Charaktere in der Schule , so dass die Wahrscheinlichkeit der Identifikation sehr hoch ist, auch oder gerade bei den jüngeren Lesern. Die Autorin hat denke ich ein ganz gutes Bild einer amerikanischen GegenwartsHighschool geschaffen . Ihr ist eine gute sozialkritische Analyse der aktuellen Generation mit all Ihren Facetten gelungen. Implementiert in einen spannenden Plot. Sams Vermögen zur Selbstreflektion und die damit verbundene Fähigkeit ihr eigenes Handeln kritisch zu hinterfragen, Handlungen in der Vergangenheit zu bewerten und daraus zu lernen, das hat mich wirklich berührt
- Colleen Hoover
Nächstes Jahr am selben Tag
(1.288)Aktuelle Rezension von: Brina_10Mir hat die Story und die Idee des Buches wirklich gefallen.
Es lässt sich schnell lesen und durch die Perpektivenwechsel sowie die Zeitsprünge war es auch recht spannend und kurzweilig.
Auch, wenn es um viele tiefgründige und traurige Themen ging, schaffte es die Autorin dennoch, mir hier und da ein Schmunzeln zu entlocken. Die Story zwischen Ben und Fallon fand ich auch wirklich schön beschrieben und es war einfach defintiv mal was anderes.
Teilweise fand ich Fallons und auch Bens Entscheidungen etwas überzogen und konnte diese nicht nachvollziehen. Hier wurde mir dann manchmal zu viel Drama aus kleinen Situationen gemacht, die für die Spannung des Buches gar nicht notwendig gewesen wären.
Das Ende kam jetzt nicht überraschend, ich persönlich fand es passend und nicht zu sehr ausgeweitet.
Ein schönes Buch, dass ich gern weiterempfehle 😊
- Haruki Murakami
Naokos Lächeln
(968)Aktuelle Rezension von: AnnaLovesBooksNach Honigkuchen war das mein erster längerer Roman von Haruki Murakami und definitiv nicht mein letzter.
Was mich an diesem Buch am meisten begeistert hat, war der Schreibstil. Murakami schreibt unglaublich beschreibend und melancholisch. Teilweise ausschweifend, aber nie so sehr, dass es mich gestört hätte. Seine Sprache hat mich ganz sanft durch die Geschichte getragen. Oft hatte ich das Gefühl, mitten zwischen den Figuren zu stehen und sie ein Stück ihres Weges zu begleiten. Dazu kommt diese ruhige, fast schwebende Atmosphäre, die über der ganzen Geschichte liegt. Und obwohl das Buch viele schwere Themen behandelt, gibt es immer wieder humorvolle Momente, die alles auflockern.
Die Geschichte lebt für mich vor allem von ihren Figuren. Keine von ihnen blieb mir gleichgültig. Alle sind mir auf ihre Weise ans Herz gewachsen. Gleichzeitig blieben viele von ihnen bis zum Schluss ein Stück weit rätselhaft. Selbst am Ende hatte ich nicht das Gefühl, sie vollständig zu verstehen. Genau das mochte ich.
Mit Naoko habe ich am meisten mitgefühlt. Ihre Verletzlichkeit, ihre Einsamkeit und ihr innerer Kampf haben mich durch das ganze Buch begleitet. Ich hatte früh das Gefühl, dass ihre Geschichte keinen einfachen Weg nehmen wird.
Midori war für mich ihr kompletter Gegenpol. Sie bringt Leben, Wärme und Energie in die Geschichte. Direkt, mutig, manchmal anstrengend und gerade deshalb so interessant.
Besonders ins Herz geschlossen habe ich Reiko. Ihre Menschlichkeit, ihre Ehrlichkeit und ihre Gespräche gehören für mich zu den schönsten Momenten des Buches. Sie wirkt oft wie ein Anker zwischen all den Menschen, die auf ihre Weise mit Schmerz, Verlust und Einsamkeit kämpfen.
Auch Hatsumi ist mir lange im Gedächtnis geblieben. Ihr Schicksal hat mich völlig unerwartet getroffen und zeigt für mich, wie stark Murakami selbst seine Nebenfiguren schreibt.
Toru blieb für mich bis zum Ende schwer greifbar. Oft wirkte er eher wie ein Beobachter als wie jemand, der im Mittelpunkt steht. Für mich hat das aber perfekt zur Geschichte gepasst.
Dieses Buch erzählt von Verlust, Liebe, Freundschaft, Erinnerung, Sehnsucht und dem Versuch, nach Schmerz weiterzuleben. Große Wendungen braucht es dafür nicht. Vieles wirkt ruhig und unspektakulär. Trotzdem wollte ich die ganze Zeit wissen, wie es weitergeht.
Die oft diskutierten erotischen Szenen haben mich deutlich weniger gestört als viele andere Leser. Nicht jede hätte es für mich gebraucht und die Geschichte rund um die Klavierlehrerin und das Mädchen war mir zu ausführlich. Das war einer meiner wenigen Kritikpunkte. Insgesamt hat es mein Leseerlebnis aber nicht negativ überschattet.
Das Ende musste ich erst einmal sacken lassen. Genau das hat mir gefallen. Nicht alles wird erklärt, nicht alles wird aufgelöst. Die letzte Seite beschäftigt mich noch und passt für mich perfekt zur Stimmung des gesamten Buches. Ich habe Naokos Lächeln nicht wegen der Handlung geliebt, sondern wegen der Menschen. Wegen der Gespräche, der Briefe, der Musik und der vielen kleinen Momente dazwischen. Dieses Buch ist leise, melancholisch und oft schmerzhaft schön.
- Bianca Iosivoni
Flying High
(659)Aktuelle Rezension von: Meine_Bucher_Und_Ich𝐙𝐢𝐭𝐚𝐭:
„Du kannst dir alles wünschen, was du möchtest. Das ist das Schöne an Wünschen. Und an Sternschnuppen.“
𝐊𝐥𝐚𝐩𝐩𝐞𝐧𝐭𝐞𝐱𝐭:
Hailee hatte ein Geheimnis. Ein dunkles Geheimnis, das niemand kannte und niemand erfahren sollte. Am allerwenigsten Chase, in den sie sich entgegen all ihrer Pläne Hals über Kopf verliebt hat. Hailee war klar, dass sie Chase verlieren würde. Sie wusste es von der ersten Sekunde an, als sie ihm gegenüberstand. Und doch hat er ihr Herz mit jedem Lächeln und jeder Berührung ein Stück mehr erobert. Aber gibt es für sie beide tatsächlich eine Chance? Oder müssen Hailee und Chase einsehen, dass manchmal nicht einmal Liebe ausreicht, um zwei Menschen zusammenzuhalten?
𝐑𝐞𝐳𝐞𝐧𝐬𝐢𝐨𝐧:
𝐆𝐞𝐬𝐜𝐡𝐢𝐜𝐡𝐭𝐞
Spoiler!!!!!
Hailee hat ein dunkles Geheimnis, dieses sollte niemand erfahren. Doch Chase, machte es ihr nicht einfach, denn sie hat sich als über Kopf in ihn verliebt und auch er konnte es nicht leugnen.
Als Chase herausgefunden hat, was Hailee vor hat, ist er sofort auf den Weg zu ihr und er hofft das es nicht zu spät ist.
Nach diesem Ereignis hat sich vieles zwischen ihnen verändert und Hailee gesteht sich ein das sie Hilfe braucht und alleine dort nicht mehr raus kommt. Chase steht ihr dabei zur Seite, doch als ihre Eltern anreisen, merkt er wieder einmal, dass sie nicht für immer bleibt und mit ihren Eltern wieder nach Hause fahren wird.
Doch er hat immer noch Hoffnung, dass es sich Hailee vielleicht doch anders überlegt und den beiden eine Chance gibt. Doch erstmal steht ihre Gesundheit an erste Stelle. Doch wird es für beide eine Chance geben, und wird sie wieder heilen?
𝐒𝐜𝐡𝐫𝐞𝐢𝐛𝐬𝐭𝐢𝐥 / 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐞 𝐌𝐞𝐢𝐧𝐮𝐧𝐠
Der Schreibstil bleibt auch hier flüssig und der Band schließt gleich am ersten Band an, so das man gleich in der Geschichte bleibt.
Nach dem Bösen Cliffhänger von Band 1 wollte ich unbedingt weiterlesen, aber leider war der zweite Band nicht so gut wie der erste Teil. Trotzdem war es süß die Geschichte von den beiden weiterzulesen. Die Emotionen haben auch hier ihren Auftritt gehabt.
- Nick Hornby
A Long Way Down
(2.427)Aktuelle Rezension von: ArtVandaleyZynisch, böse und manchmal hart an der Grenze - genauso aber wirklich witzig, sehr gut lesbar, durch den regelmäßigen Wechsel der Perspektive zwischen den vier Hauptfiguren toll geschrieben und sehr aufmerksam mit zahlreichen Alltagsbeobachtungen und Lebensweisheiten garniert. Die gelungenen musikalischen Referenzen sind ein weiterer Pluspunkt. Kurzum: ein herrlicher Spaß!
- Jennifer Niven
All the Bright Places
(770)Aktuelle Rezension von: MoidlvomberchIch fand das Cover sehr interessant gestaltet und der Klappentext machten mich neugierig auf den Inhalt des Buches.
Nun ich wurde absolut nicht enttäuscht, die Geschichte fängt schon sehr gut an und so wurde ich immer weiter in den Bann gezogen,
zwischen all der Dramatik musste ich immer mal wieder schmunzeln, das Buch was für mich hoch emotional und ich habe mitgefiebert.
Ein Buch dass ich dank des sehr guten Schreib- und erzählstils nicht mehr so einfach aus der Hand gelegt habe, ich habe das Buch zimmerhalb weniger Stunden komplett ausgelesen, fand ich aber auch das Thema sehr interessant.
Ein tolles Buch das bei mir immer noch nachhallt und mir noch lange im Kopf bleibt!
ganz klare Leseempfehlung!!
- Vincent Kliesch
Auris
(802)Aktuelle Rezension von: Thess12345Inhalt:
In Auris begleitet man die True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge, die sich auf Fälle spezialisiert hat, bei denen es um mögliche Justizirrtümer geht. Als sie auf den Fall des verurteilten Phonetikers Matthias Hegel stößt, wird sie sofort misstrauisch.
Hegel, der aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten selbst kleinste Nuancen in Stimmen und Geräuschen analysieren kann, sitzt wegen Mordes im Gefängnis, obwohl vieles darauf hindeutet, dass mehr hinter dem Fall steckt.
Während Jula beginnt, tiefer zu recherchieren, gerät sie immer weiter in ein Netz aus Geheimnissen, Gefahren und Ungereimtheiten. Dabei wird schnell klar, dass dieser Fall weit größer ist, als er zunächst scheint.
Eigene Meinung:
Die Grundidee des Buches hat mich sofort begeistert. Das Thema rund um forensische Phonetik ist unglaublich spannend und für mich etwas Neues gewesen. Ich fand es faszinierend, was man allein durch Stimmen, Sprachmuster oder Hintergrundgeräusche alles herausfinden kann. Genau dieser Aspekt hebt das Buch für mich von vielen anderen Thrillern ab.
Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass dieser Bereich noch etwas stärker im Fokus steht. Die Ansätze waren sehr interessant, aber an manchen Stellen hätte ich gerne noch mehr Einblicke in diese besondere Fähigkeit bekommen.
Der Fall selbst war durchgehend spannend aufgebaut und hat mich zum Miträtseln eingeladen. Ich wollte unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt und habe das Buch wirklich schnell durchgelesen.
Jula fand ich als Protagonistin sehr gelungen. Sie ist sympathisch, mutig und bringt durch ihre Vergangenheit eine emotionale Tiefe mit. Ihr Weg zur True-Crime-Podcasterin und ihre Motivation fand ich nachvollziehbar. Besonders spannend fand ich, wie ihr persönliches Schicksal immer wieder mitschwingt.
Auch die Dynamik zwischen ihr und Matthias Hegel hat mir gut gefallen. Hegel bleibt lange rätselhaft und sorgt dafür, dass man sich ständig fragt, was wirklich hinter ihm steckt.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig, die Kapitel sind kurz gehalten und sorgen dafür, dass man immer weiterlesen möchte. Gerade die vielen kleinen Cliffhanger am Kapitelende tragen dazu bei, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Das Ende hat viele Fragen offen gelassen und sorgt definitiv dafür, dass man direkt zum nächsten Band greifen möchte.
Fazit:
Ein spannender Thriller mit einer außergewöhnlichen und sehr interessanten Thematik, die definitiv im Gedächtnis bleibt. Auch wenn mir stellenweise noch das gewisse Etwas und etwas mehr Tiefe im Bereich der Phonetik gefehlt haben, konnte mich die Geschichte gut unterhalten. Das offene Ende sorgt für große Neugier auf die Fortsetzung.























