Bücher mit dem Tag "sultan"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "sultan" gekennzeichnet haben.

84 Bücher

  1. Cover des Buches AMANI - Verräterin des Throns (ISBN: 9783570164372)
    Alwyn Hamilton

    AMANI - Verräterin des Throns

     (139)
    Aktuelle Rezension von: shadowpercy


    Alwyn Hamilton hat es wieder einmal geschafft.
    Der zweite Teil der Reihe setzt eine Weile nach Ende des Ersten Teils an. Zwischendrin erfahren wir immer mehr was zwischen Amani und Jin passiert ist, dass es zu der Ausgangslage des Buches kommt.
    In diesem Teil befindet sich Amani in den Fängen des Sultans, Ahmeds und Jins Vater.
    Sie versucht zu entkommen und die Rebellion voranzutreiben, umzingelt von Dschinn, Verbündeten, Feinden und Verrätern.

  2. Cover des Buches Flammenmädchen (ISBN: 9783956490071)
    Samantha Young

    Flammenmädchen

     (141)
    Aktuelle Rezension von: Dino_ohne_n

    Das Buch- und auch seine 3 Nachfolger- konnten mich leider nicht überzeugen. 

    Der Schreibstil wirkt "unausgereift" und schleppend. Die Charakter haben keine Tiefe und werden sehr grob gezeichnet. 

    Die Liebesgeschichte wirkt sehr platonisch und kann kaum mit greifbaren Emotionen aufwarten, für mich leider seit langem die langweiligsten Romantik/Liebes Szenen und das wo doch das Thema orientalischer Magie so vielversprechend klang. 

    Ein paar Szenen sind anfänglich spannend, verlieren diese allerdings schnell wieder.

    Leider keine Bücher die den Weg in meine Büchersammlung finden werden da sie mir eher zur Kategorie Kinder- als Jugend-Fantasy Buch zu zählen scheinen. 

  3. Cover des Buches Najaden - Das Siegel des Meeres (ISBN: 9783734161438)
    Heike Knauber

    Najaden - Das Siegel des Meeres

     (80)
    Aktuelle Rezension von: Thala

    Klappentext: Brodelnde Feuerinseln, am Meeresgrund leuchtende Steine, das unendliche Sandmeer – ein exotisches Fantasyabenteuer.


    In Heike Knaubers Roman lauert an jeder Ecke tödliche Magie, geheimnisvolle Wesen kämpfen in der Arena um Leben und Tod, und die Seiten knistern nur so vor Romantik. Dabei spielt die vielschichtige Handlung sowohl am Grunde des Meeres als auch in einem Wüstenreich, das im Sandmeer zu versinken droht: Knaubers Heldin Meliaé ist Thronfolgerin des legendären Najaden-Volkes – doch weiß sie nichts über ihre Herkunft. Als zwei grausame Brüder sie entführen, scheint Meliaés Tod unausweichlich, doch dann entdeckt sie ihre dunkle Liebe zu einem Mann, der sich für sie sogar mit dem Gott der Unterwelt anlegen wird …


    Meine Meinung: Man merkt, dass die "Najaden" für die Autorin ein echtes Herzensprojekt sind. Knauber schafft eine völlig eigene High Fantasy Welt, die das komplette Gegenteil des normalen Alltags ist. Wer eine liebliche Meerjungfrauenstory erwartet, liegt hier völlig falsch. Das Setting ist eher orientalisch und erinnert an griechische Mythen, aber auch an die Komplexität von "Games of Thrones". Das enorm komplexe Worldbuilding der Autorin hat mich schwer beeindruckt. Verschiedene Reiche  auf unterschiedlichen Kontinenten, neue Fantasiewesen und Völker- gerade aufgrund der für mich eher ungewohnten Namen war es anfangs schwierig für mich die einzelnen Schauplätze und Völker auseinander zu halten. Im laufe des Buchs habe ich aber daran gewöhnt. Gerade in der dunklen Jahreszeit war das Buch für mich wie ein kleiner Kurzurlaub, denn ich konnte in eine völlig neue Welt abtauchen. Knauber erzählt bildreich und elaboriert, der Zauber des Buchs nimmt mich als Leserin schnell gefangen. 


    Auch die Entwicklung Meliaes, der weiblichen Hauptfigur, hat mir sehr gut gefallen, Während Meliae zu Anfang des Buchs zarte 14 Jahre alt ist und in einer behüteten Welt aufgewachsen ist, nichtsahnend, dass sie selbst eine Najade, eine Art Meerjungfrau mit heilerischen Fähigkeiten ist, entwickelt sie sich im Laufe der Handlung zu einer selbstbewussten jungen Frau. Natürlich handelt sie mitunter noch sehr impulsiv- welche 18jährige würde ihre Vernunft über ihren Willen stellen?


    Die Kampfszenen sind teilweise sehr grausam, für Zartbesaitete eher weniger zu empfehlen. "Najaden" ist ein episches Fantasyabenteuer, in dem die Liebe nicht zu kurz kommt.   

  4. Cover des Buches AMANI - Rebellin des Sandes (ISBN: 9783570311936)
    Alwyn Hamilton

    AMANI - Rebellin des Sandes

     (252)
    Aktuelle Rezension von: Anna0807

    Amani will einfach nur weg aus dem trostlosen Dustwalk. Da sie für ihre Flucht aus dieser Einöde Geld benötigt nimmt sie vermummt an einem nächtlichen Schießwettbewerb teil. Dort geht nicht nur alles schief sondern ihr läuft auch ein sonderbaren Fremder über den Weg. Dieser wird von der Armee des Sultans als Verräter gesucht und er ist Amanis beste Chance endlich aus Dustwalk zu verschwinden. Doch kann sie ihm wirklich trauen? Dieses Buch habe ich vor einiger Zeit schon einmal innerhalb eines Tages gelesen und die Geschichte damals regelrecht inhaliert. Aus diesem Grund habe ich mich auch zu einem Reread entschieden und es nicht bereut. Wie auch beim ersten Lesen konnte mich die Autorin schnell fesseln und ich konnte mich wunderbar in die Geschichte fallen lassen. Die geschaffene Welt ist toll dargestellt und ich konnte mir zuerst Dustwalk aber auch die späteren Settings sehr gut vorstellen. Die Idee der Welt und auch das Einflechten des magischen hat mir hier sehr gut gefallen. Die Handlung baut sich beständig auf und so steigt auch der Spannungsbogen. Der Autorin ist eine gute Mischung aus actionreichen und ruhigeren Szenen gelungen ohne dabei Längen zu erzeugen. Die Entwicklung der Handlung war spannend und oft unerwartet. Ich habe regelmäßig mit Amani gezittert und gelacht. Die Charaktere gefallen mir ebenfalls sehr gut. Anfangs habe ich ein bisschen gebraucht um hier einen Überblick über die Familienverhältnisse und freundschaftlichen Beziehungen zu bekommen, das war im Verlauf der Geschichte dann aber kein Problem mehr. Amani gefällt mir als Protagonistin sehr gut. Ich mag ihre taffe Art aber auch ihre immer wieder auftauchende Verletzlichkeit. Aber auch die weiteren Figuren in der Geschichte haben mir gut gefallen. Ich konnte sie mir gut vorstellen. Sie waren logisch aufgebaut und ihre Entscheidung waren nachvollziehbar. Insgesamt war diese Geschichte auch beim zweiten Lesen wieder ein Highlight für mich.

  5. Cover des Buches Kinder des Judas (ISBN: 9783426637685)
    Markus Heitz

    Kinder des Judas

     (679)
    Aktuelle Rezension von: Michelly

    Die "Kinder des Judas" ist der Auftakt einer Vampir-Trilogie und alle drei Bücher gehören zum "Pakt der Dunkelheit". Die Kinder des Judas wird meines Wissens offiziell als Band 3 gehandelt des Paktes der Dunkelheit, ich habe allerdings die anderen Bände vorher nicht gelesen und ich hatte keine Probleme die Geschichte zu verstehen.

    Markus Heitz liefert uns hier einen soliden Vampir-Roman mit viel Spannung, Action und Blutvergießen. Mitunter sind die Szenen recht brutal, aber nicht niveaulos oder billig. Ein hochwertiger Vampirroman ohne den bekannten Kitsch, abwechslungsreich und mit einigen Tempowechseln in der Geschichte. Es gibt einen ordentlichen Spannungsbogen, was die Geschichte sehr kurzweilig macht.

    Die Protagonistin Sia ist sehr gut dargestellt, kann ich das Wort "authentisch" benutzen, obwohl sie eine Vampirin ist? Mir gefällt die Figur ausgesprochen gut, eine mitunter brutale Kämpferin mit sehr schön ausgearbeiteten menschlichen Zügen und überraschend viel Herzwärme. Auch die Figuren um Sia herum sind gut ausgearbeitet und gestalten so eine abwechslungsreiche und fesselnde Geschichte. Der Schreibstil ist locker und flüssig.

    Ich hatte bisher noch keines der Bücher von Markus Heitz gelesen, war aber so begeistert, das ich mir gleich Band 2 und 3 der Trilogie gekauft habe. Wer Vampire mag, dem kann ich den Roman nur ans Herz legen.

  6. Cover des Buches AMANI - Heldin des Morgenrots (ISBN: 9783570164389)
    Alwyn Hamilton

    AMANI - Heldin des Morgenrots

     (75)
    Aktuelle Rezension von: shadowpercy

    Von Seite eins bis zum Ende kann man das Buch nicht aus der Hand legen. Alwyn Hamilton hat es geschafft die Reihe wudnervoll zu beenden.

    Der Sultan von Miraji steht kurz vor dem Sieg, und die Rebellen sind in alle Winde zerstreut. Jetzt liegt es an Amani die Rebellion zu führen, und ihre Freunde zu retten.

    Von Anfang bis Ende ist das Buch gefüllt mit Spannung und Action.
    Es tauchen altbekannte Figuren wieder auf und Amani beweist immer wieder aufs neue ihren Mut. An ihrer Seite, Jin.
    Die beiden machen sich auf den Weg um mehr Verbündetet zu finden und endlich den Sultan zu stürzen. Unterstützt werden sie von ihren übriggebliebenen Freunden.

  7. Cover des Buches Nathan der Weise (ISBN: 9783960550907)
    Gotthold Ephraim Lessing

    Nathan der Weise

     (1.106)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Gotthold Ephraim Lessing, einer der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung und des Humanismus hat mit diesem Drama ein Lehrgedicht verfasst, welches bis in die heutige Zeit an Aktualität nicht verloren hat.


    Die Figuren verkörpern Intoleranz, Fanatismus, politische Herrschaftsansprüche und werden durch Nathan den Weisen auf den Weg des Menschseins geführt. Dies gelingt ihm nicht durch moralisierendes Lehren sondern durch vorbildliche Taten. Durch subjektives Handeln und nicht durch schriftliche Bekenntnisse oder den Verweis auf die Bibel soll der Mensch seine Pflicht erfüllen, sich vor Gott und den Menschen beliebt zu machen. Die echte Religion findet sich im Herzen der Menschen und nicht in den Texten. Dies zu verdeutlichen, hilft das Kernstück des Textes: die Ringparabel. Die friedlich-tolerante Koexistenz der drei grossen Religionen und die Frage nach der Wahrheit stehen dabei im Zentrum.


    Das Theaterstück ist im Blankvers geschrieben, der nach anfänglicher Gewöhnungszeit sehr schön zu lesen ist. Es empfiehlt sich, auch das Bühnenstück zu sehen, um den Klang der Sprache noch mehr zu verinnerlichen.

  8. Cover des Buches Der Teufelsfürst (ISBN: 9783937357751)
    Silvia Stolzenburg

    Der Teufelsfürst

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Thunderdreamer

    Kein Roman über Vampire und Untote, dafür ein historischer Roman, der im fünfzehnten Jahrhundert angesiedelt ist und die Geschichte des „wahren“ walachischen Fürsten Vlad Draculea erzählt, der wohl als Vorbild des Vampirromans diente. Dieser erlitt in seiner Jugend, als Geisel am türkischen Sultanshof, unglaubliche Brutalität, wurde geschlagen, gefoltert und zum Kriegsdienst gezwungen. Eine Jugend, die ihn prägte und später, als Fürst der Walachei, ebenso grausam handeln ließ.

    Zugleich wird hier die Geschichte der Ulmer Kaufmannstochter Zehra von Katzenstein erzählt, die in ihrer Heimatstadt einer Intrige zum Opfer fällt und daraufhin als Hexe verurteilt und verbannt wird. Auf abenteuerlichen Wegen gelangt sie schließlich an den Hof des Fürsten Vlad  und wird seine Geliebte.

    Ein weiterer Strang der Geschichte widmet sich Zehras Bruder Utz, der als Kaufmann in Ulm und auf weiten Handelsreisen gen Osten, ebenfalls einige Abenteuer zu bestehen hat.

    Die von der Autorin gewählte Erzählweise ist für den Leser ein wenig anstrengend. Ständig springt man vom Sultanshof in der Türkei nach Ulm, von der Walachei nach Transsylvanien etc. Da ist es schon eine Herausforderung, all die handelnden Personen im Blick zu behalten und dem Handlungsstrang zu folgen. Zudem muss man ein gehöriges Maß an Unerschrockenheit mitbringen, um die doch recht detaillierten Schilderungen der verschiedenen Foltermethoden zu ertragen. Man fragt sich manchmal, ob es wirklich sein kann, dass ein einzelner Herrscher derart in seinem Land wütet … Rechnet man einmal die damalige Bevölkerungszahl gegen, müsste Vlad Draculea die ihm gehörenden Ländereien fast entvölkert haben. Aber nur so viel dazu. Sicher, die Zeiten waren vermutlich um einiges härter als das heute der Fall ist. Aber dennoch, da geben ich einem meiner Vorrezensenten Recht, wäre eine etwas weniger detaillierte Schilderung ausreichend gewesen. Nach dem zwanzigsten Pfählen eines Gegners reicht es eigentlich, wirklich vorstellen möchte man es sich nicht.

    Insgesamt vermag die Geschichte durchaus zu fesseln, und wer sich nicht an detaillierten Schilderungen mittelalterlicher Folter stört, bekommt eine historisch recht gut recherchierte Story geboten, die auch sprachlich ausgefeilt ist. Von mir bekommt „Der Teufelsfürst“ vier Sterne …

  9. Cover des Buches Der Historiker (ISBN: 9783833303944)
    Elizabeth Kostova

    Der Historiker

     (303)
    Aktuelle Rezension von: David_Lindsam

    Der Titel des Buches (engl. „The Historian“) ist zugleich Motto, Charakterisierung aller Hauptpersonen und Auflösung eines großen Rätsels zum Ende hin – und könnte damit kaum treffender gewählt sein.
     Eingleisig oder gar schmalspurig wird der Roman deshalb nicht. Im Gegenteil. In drei Generationen spielt die Handlung und wir reisen in verschiedenen Zeiten des 20. Jahrhunderts (30er, 50er, 70er) von Amsterdam, nach Istanbul, Budapest, Südfrankreich und Rumänien, immer auf den Spuren Vlad III. und den Zeugnissen über ihn aus dem 15. Jahrhundert. Die treibenden Kräfte sind die großen Fragen: Wo ist das Grab des vermeintlichen Grafen Dracula? Und liegen dort wirklich seine sterblichen Überreste?

    Unerwarteter Erfolg für einen viktorianischen Roman …

    Als der Debütroman von Elizabeth Kostova 2005 in den USA erschien, landete er direkt auf Platz 1 der amerikanischen Bestsellerlisten (New York Times u.a.). Zwei Jahre zuvor war „The Da Vinci Code “ von Dan Brown (dt. „Sakrileg“) erschienen und zu den Topsellern in der Branche aufgestiegen. Das Publikum war begierig auf Thriller, die Action und die Suche nach Rätseln in der Geschichte verbanden, weshalb die Verlagswelt sich in einer Auktion um die Rechte für dieses Werk überbot und damit ein groteskes Stück Buchgeschichte schrieb. Nachdem der Verlag Little, Brown and Company bereits 2 Millionen als Honorar für die Autorin aufgewendet hatte, musste ein gigantisches Marketing mit TV-Werbung und zehntausenden Vorabexemplaren folgen. Ein riskantes Buchpokerspiel …

    Am ersten Tag des Erscheinens wurde in den USA 80.000 Exemplare verkauft. Nach nur einer Woche lagen die Verkaufszahlen bereits so hoch (ca. 700.000), dass The Historian sich auf den Platz 1 geschoben hatte. Das ist eine waschechte american success story und in diesem Fall ein besonderer Glücksfall für die Leserwelt. Durch spekulative Marktmechanismen wurde ein sonst eher leises und anspruchsvolles Werk in Welt der Massenware hochgepusht.  

    Niemand war mehr über den Erfolg erstaunt als die Autorin selbst: „It’s a literary novel, not a commercial novel“. Nach ihrer Meinung hatte sie einen langsamen, viktorianischen Roman geschrieben. Ihre Helden stolpern nicht abgebrüht, abenteuerlustig und plündernd wie India Jones durch unentdeckte Überreste der Vergangenheit, sondern sie sind echte Historiker und Bibliothekare, die sich in mühevoller Kleinarbeit durch vergilbte Karteikartenkataloge kämpfen und die Geheimnisse der Vergangenheit in unzugänglichen Faksimiles akribisch entziffern.

    In Deutschland erschien das Buch noch im gleichen Jahr (2005) bei Bloomsbury (engl. Verlag, bei dem Harry Potter im Original erschien), aber die Resonanz war sehr verhalten. Ich kann nur mutmaßen, ob das vergleichsweise schmale Marketing der Grund war, oder vielleicht die etwas eigene deutsche Leserschaft. Tatsächlich dominierten den deutschen Fantasy-Markt in dieser Ära Zwerge, Orks, Elfen und natürlich die Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei. Obwohl ebenfalls 2005 (und auch bei Little, Brown and Company) Stephenie Meyer mit dem ersten Buch ihrer Twilight-Serie einen Vampir-Boom in den darauffolgenden Jahren auslöste, wurde Der Historiker von dieser Welle nicht mitgerissen. Mein böser Verdacht ist, dass das deutsche Fantasy-Publikum schlicht keine anspruchsvolle Kost gewohnt war und deshalb das Dargebotene nicht zu würdigen wusste. Das Urteil mildernd muss ich hinzufügen, dass der viktorianische Schauerroman eine lange und würdige Tradition in den englischsprachen Ländern besitzt und die Geschmacksnerven der Leserschaft besser auf einen über 800 Seiten langen Roman eingestellt sind, in dem der interessante, aber normale Historiker-Alltag nur an einzelnen Stellen von dem Unheimlichen durchbrochen wird. Hoch spannend bleibt es allemal – auf zum Inhalt:

    Geschichten über Geschichte

    In ihrer Kindheit bereiste Elizabeth Kostova (geb. 1964) mit ihrer Familie die südeuropäischen Ostblockstaaten und erinnert sich gerne an die Geschichten, die ihr Vater zur Unterhaltung auf den langen Fahrten über Dracula erzählte. Damit war nicht nur ihr Interesse an dieser schillernden Gestalt zwischen Mythos und historischer Realität geweckt, sondern auch die Erzählform für ihren ersten Roman gefunden. In dem fiktiven Epilog stellt sich eine amerikanische Geschichtsprofessorin vor, die in Rückblenden von ihren Erlebnissen als Sechzehnjährige berichtet, natürlich auf Reisen durch Europa mit ihrem Vater, dem sie ganz langsam das große Geheimnis um ein kleines Büchlein entlockt, das in seinem Inneren nur einen großen, zornigen Drachen beherbergt – das Zeichen des Ordo Draconis, dem Vlad der III. angehörte, weshalb er den Beinamen Drăculea trug.

    Ihr Vater, den wir als Paul kennenlernen, berichtet von den seltsamen Begebenheiten, wie er in den 50ger Jahren als Student in Oxford bei seinen Unterlagen plötzlich dieses leere Buch fand. Als er seinen Geschichtsprofessor Rossi zu Rate zieht, offenbart ihm dieser, dass auch er ein solches Buch besitzt und seine Nachforschungen ihn zu dem walachischen Fürsten (heutiges Rumänien) aus dem 15. Jahrhundert geführt haben. Aus unerfindlichen Gründen übergibt der sonst so rationale Professor Paul die Aufzeichnungen über seine Suche nach dem Grab und fügt fast ängstlich hinzu: „Dracula … Vlad Țepeș … lebt noch“ (35). Am gleichen Abend verschwindet Rossi spurlos; zurück bleiben nur ein paar Tropfen Blut. Verzweifelt sucht Paul in den Unterlagen nach Hinweisen, was seinem Professor passiert sein könnte, und trifft in der Bibliothek auf eine junge Doktorandin, die Rumänin Helen. Nach einer zaghaften Annäherung der beiden zeigt sich, dass Helen den Professor durch ihre Arbeit über Vlad III beeindruck möchte, weil sie dessen uneheliche Tochter ist. Paul erzählt ihr von seinem Verdacht, was mit dem Professor geschehen sein könnte, aber ein Bibliotheksangestellter belauscht das Gespräch und beißt Helen in den Hals. Überhastet brechen die beiden nach Istanbul auf, wohin eine erste Spur weist.

    Immer weiteren Dokumenten und ihren Geheimnissen folgend reisen Paul und Helen nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien, werden von Untoten heimgesucht, entdecken nach langen Mühen tatsächlich das Grab des Fürsten, treffen auf den sterbenden Professor, erfahren die wahre Geschichte der Begegnung zwischen ihm und Helens Mutter aus seinen persönlichen Aufzeichnungen und begegnen dem leibhaftigen Vlad Dracula … Mehr kann ich leider nicht verraten, ohne doch auf gemeine Art zu spoilern.

    Inzwischen ist jedoch auch der Vater der Erzählerin spurlos verschwunden und die 16-Jährige macht sich in Südfrankreich auf die Suche nach ihm, denn sie vermutete ihn an einem der letzten Orte, wo Dracula noch eines seiner geheimen Gräber besitzt. Sie wird von unheimlichen Wesen verfolgt, aber auch von einem studentischen Gentleman wacker unterstützt.

    Die verschiedenen Erzählebenen verflechten sich im Laufe des Romans so stark miteinander, dass man als Leser die Geschehnisse in drei Zeiten fast synchron erlebt. Von Rossi erfahren wir durch seine Briefe und Tagebucheinträge, von Paul aus dessen eigenen Schilderungen auf der Reise mit seiner Tochter und zuletzt und parallel alles in der Erzählgegenwart von dieser selbst. Historik und die persönlichen Schicksale verweben sich auf brillante Art in den Historikern selbst.

    Durch Geschichten in der Kindheit der Autorin wird das Interesse an Geschichte geweckt und daraus entsteht wieder die Lust auf Geschichten … Das ist die Geschichte des Buches Der Historiker.

    Übrigens sind die historischen Hintergründe und Orte des Romans sehr gut recherchiert und stimmig, nur die Fakten um das Grab sind fiktiv und die Dokumente und Zeugnisse dazu fast komplett erfunden (ich habe selbst schon zum Thema Vlad III. geforscht).

    Eine eigenwillige Hommage an Bram Stoker

    Der Historiker liegt weitab vom üblichen Fantasy-Mainstream und ist durchaus ein Art Kunstwerk. Elizabeth Kostova hat 10 Jahre daran gearbeitet – manche der bekannteren Fantasy-Autoren bringen deutlich mehr als ein Werk pro Jahr heraus. Daraus lässt sich ersehen, welche Arbeit hinter diesem Buch steckt. Das macht einen Unterschied und der Unterschied ist spürbar.

    Die Autorin hat sich eine interessante Mischung ausgedacht, indem sie historische Briefe, Dokumente und persönliche Berichte mit der Rahmenhandlung einer Ich-Erzählerin verbindet, die uns als LeserIn zu einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit einlädt. Dabei nutzt die Amerikanerin ein Gestaltungsprinzip ihrer großen literarischen Vorlage, Bram Stokers „Dracula“ (1897), der seine Vampir-Geschichte als Tatsachendokumentation in Form von Tagebucheinträgen und Zeitungsartikel präsentiert.

    Kostova stellt dieses Prinzip nicht in Frage, ironisiert es nicht. Eingebettet in eine rückblickende Erzählung umspinnt sie auf diese Weise unseren modernen, rational und historisch geprägten Geist und verführt uns für die Zeit des Lesens, daran zu glauben, dass Dracula tatsächlich noch bis ins letzte Jahrhundert sein Unwesen getrieben hat und, wenn ich den Epilog richtig verstehe, vielleicht sogar noch heute.

    Vampirisches?

    Kommen Vampir-Freunde auf ihre Kosten? Vielleicht nicht, je nach dem. Wer Bram Stokers Dracula mag, wird den Historiker noch weit mehr mögen, weil die Erzählweise viel moderner und weniger weitschweifig, blumig und umständlich ist. Und ein paar typische Gerne-Elemente finden sich durchaus. Bisse, Blut, Werkzeuge für die Vampirjagd (Silberdolch), Angriffe durch dienende Untote (Vampire), bezwingende Hypnose, Fledermausschatten, Särge und Grüfte …
    Am meisten enttäuscht am ganzen Buch hat mich die Begegnung mit Dracula selbst – er ist anders als meine Vorstellung von ihm … und nicht übermäßig böse. Schade – ich hätte mich gerne mehr gegruselt.
     Die Büchlein mit den leeren Seiten und dem Drachen hat er übrigens selbst gedruckt und verteilt … Warum? Wenn ich das mal so ganz verstanden hätte. Ich finde es nicht stimmig.

    Trotz der Umfänglichkeit des Buches bleibt vieles über Vlad Dracula offen, wie er zum Vampir wurde, wie viele seiner Art es noch gibt – reizvoll und unbefriedigend zugleich, aber in jedem Fall anregend für
     die eigene Fantasie. Und das schätze ich durchaus.

    Einordnung in der Literatur und Kritik

    Ein Feuilletonist der FAZ betitelte (2005) seine Rezension sarkastisch „wie man einen Roman pfählt“ und spielte damit auf die grausamen Hinrichtungsmethoden des historischen Vlads und auf Längen des Romans an, eine beliebte Kategorie der Literaturkritik, die wenig besagt. Tatsächlich ging es mir an einigen Stellen aber ähnlich und ich musste zwischendurch mein Durchhaltevermögen bemühen, um dran zu bleiben. Die Frage ist, wodurch diese Längen entstehen.
    Ausführlichere Berichte von der Reise, Beschreibungen der Landschaft und der Städte, Details des Interieurs – all das gehört zum Schmuckwerk und literarischen Gewand eines Romans, der sich an die viktorianische Erzählweise des 19. Jahrhunderts anlegen will, dennoch wirkt es ungewohnt. Die Gothic Novel lebt davon, dass in die alltäglich erlebte Wirklichkeit plötzlich das Übersinnliche hereinbricht und alles in Frage stellt, weshalb man in der Literaturforschung von magischem Realismus spricht.
    Die Längen haben also System. Trotzdem erwarten die Lesegewohnheiten des 21. Jahrhunderts etwas mehr Spannung. Mir hätte es geholfen, wenn die äußeren Orte ähnlich wie bei Dan Browns Thriller in einem direkten Zusammenhang mit der historischen Detektivarbeit gestanden hätten. Aber man kann auch nicht alles in einem Buch haben.
    Der Historiker bietet zudem eine wunderschöne und tragische Liebesgeschichte, lässt das Leben im Rumänien und Bulgarien der 30er und 50er Jahre szenisch vor Augen treten und erzeugt eine leicht gruselige, melancholische Stimmung, die perfekt zu der Erzählung passt.

    Und noch ein Zitat:

    „Es ist eine Tatsache, dass wir Historiker uns für Dinge interessieren, die zum Teil unser eigenes Ich widerspiegeln, vielleicht den Teil, den wir am liebsten nicht näher untersuchen würden, es sei denn auf dem Feld der Wissenschaft. Und je mehr wir in unsere Interessen eintauchen, desto mehr ergreifen sie von uns Besitz.“ (314)

  10. Cover des Buches Der Meisterkoch (ISBN: 9783455001488)
    Saygin Ersin

    Der Meisterkoch

     (44)
    Aktuelle Rezension von: fredhel

    Von der ersten Zeile an werden alle Sinne des Lesers angesprochen. Er fühlt sich in die Welt von 1001 Nacht hinein versetzt, wenn er dem aufregenden Lebensweg des kleinen Jungen mit dem herausragenden Geschmackssinn folgt. Auch wenn alle Sinneseindrücke opulent beschrieben werden, wird es niemals langatmig und ganz allmählich findet man sich in einem großartigen Abenteuer wieder, in dem ein junger Mann all sein Können, sein Wissen und seine Raffinesse einsetzt, um einen Weg zu der Liebe seines Lebens zu finden, die in einem Harem gefangen gehalten wird.
    Es ist eine fantastische Geschichte, poetisch und aufregend zugleich. Sie hat meine Erwartungen übertroffen, denn etwas Vergleichbares hatte ich noch nie in Händen. Orientalische Erzählkunst unterscheidet sich doch sehr deutlich vom hiesigen Mainstream. Wenn man sich darauf einlässt, wird man in eine andere Welt hineinkatapultiert.

  11. Cover des Buches Das Erbe des Flammenmädchens (ISBN: 9783956490569)
    Samantha Young

    Das Erbe des Flammenmädchens

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Seitenglanz
    „Das Erbe des Flammenmädchens“ von Samantha Young ist der zweite Band ihrer „Flammenmädchen“-Reihe.

    Es bleibt spannend! Und die Geschichte nimmt Wendungen, mit welchen man am Anfang absolut nicht gerechnet hätte. Einfach toll! Auch die Covergestaltung möchte ich an dieser Stelle besonders hervorheben. Die Farben sind richtig leuchtend und somit ein Hingucker in jedem Bücherregal.

    Die Sprache und Wortwahl ist auch in diesem Band sehr passend eingesetzt worden. Das Buch konnte man sehr flüssig lesen und zwischenzeitlich musste ich auch, das ein oder andere Tränchen verdrücken, weil die Gefühle so gut an den Leser transportiert werden.

    Das Thema „Dschinn“ bleibt natürlich im Vordergrund. Allerdings wird die Geschichte um Zauberer und Sirenen erweitert. Bisher hatte ich über Zauberer nur die Reihe von Harry Potter gelesen, daher war es mal eine andere Sichtweise auf die Zauberstabschwingenden Menschen. *zwinker* Sirenen, kannte ich vorher gar nicht. Also es bleibt sehr abwechslungsreich.

    Der Schreibstil von Samantha Young ist jugendlich. Sie spricht mit ihrer „Flammenmädchen“-Reihe eher das jüngere Volk an, also Jugendliche und junge Erwachsene.

    Die Protagonisten sind einem im zweiten Buch schon sehr ans Herz gewachsen. In diesem Teil lernt man auch noch mal mehr die einzelnen Könige der Feuergeister kennen, was ich hochinteressant fand. Auch in Band zwei haben Ari, Jai und Charlie weiterhin ihre eigenen Probleme und Hindernisse zu überwinden, allerdings kommt noch dazu, dass es unter den Dreien kriselt.

    Fazit
    Ein weiteres tolles Buch! Klare Kaufempfehlung! Es ist bisher eine super Reihe und ich hoffe, ich finde weitere Bücher, die in dieser Art geschrieben sind. Sich vielleicht sogar noch mal von den Dschinn handeln.

    Mehr Buchrezensionen von mir, findet Ihr auf http://www.seitenglanz.com.

  12. Cover des Buches Fatimas Flucht (ISBN: 9783732561803)
    Eva Völler

    Fatimas Flucht

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Sabrysbluntbooks

    In dieser Kurzgeschichte geht es um Fatima, die zweite Schülerin der Time School , man kennt Fatima bereits aus der Time School Trilogie und ist eine wunderbare Ergänzung zu all diesen Büchern. Mehr über Fatimas Vergangenheit und ihrer Flucht zu lesen war herrlich. Auch hier wieder viel Spannung und Action in wenigen Seiten. Ich war auf Fatimas Geschichte sehr gespannt den der feurige und starke Charakter fand ich in der Time-School Trilogie sehr interessant. 

    Für die Fans der Reihe, empfehle ich jedoch zuerst Zeitenzaubertrilogie, Time School Trilogie, Der Anfang und erst dann Fatimas Flucht zu lesen.

  13. Cover des Buches Der Architekt des Sultans (ISBN: 9783036959467)
    Elif Shafak

    Der Architekt des Sultans

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Moni2506

    Elif Shafak erzählt in „The Architect‘ Apprentice“ vom Leben Jahans, der im 16. Jahrhundert zusammen mit einem weißen Elefanten nach Istanbul kam und Lehrling Sinans wurde, der als berühmtester Architekt des osmanischen Reiches in die Geschichte einging. Erschienen ist der Roman bei penguin im November 2014. Das Buch ist auf Deutsch unter dem Titel „Der Architekt des Sultans“ erhältlich. 


    Istanbul im 16. Jahrhundert: Jahan erreicht als 12jähriger Junge Istanbul an Bord eines Schiffes zusammen mit einem weißen Elefanten, der ein Geschenk für den Sultan ist. Während eines Feldzuges des Sultans trifft er auf den Architekten Sinan, der ihn fortan unter seine Fittiche nimmt. Auch Chota, der weiße Elefant, ist auf den künftigen Baustellen gerne gesehen und so bauen sie gemeinsam Moscheen, Aquädukte, Paläste und Mausoleen, die viele Jahrhunderte überdauern sollen. Doch nicht alles läuft so gut wie es den äußeren Anschein hat. Jahan muss lernen mit den Unwägbarkeiten des Lebens zurechtzukommen und nicht jeder ist ihm auf seinem Weg wohlgesonnen. 


    2019 auf der Buchmesse hatte ich mir vorgenommen ein Buch von Elif Shafak zu lesen und nun habe ich dieses Vorhaben endlich umgesetzt. Während der Literaturgala hat sie mich sehr beeindruckt und auch die kurze Lesung aus einem anderen Buch hatte mir sehr gefallen. Meine Wahl ist auf Grund der Zeit, in der es spielt, auf „The Architect’s Apprentice“ gefallen. 

    Der Schreibstil zieht einen sofort in seinen Bann. Ich konnte mir Istanbul und seine Bauten sowie die Leute, die in dieser Stadt leben, sehr gut vorstellen. Mit dem Englisch im Buch kam ich gut zurecht. Ich habe aber auch neue Worte gelernt, für die ich bisher andere englische Begriffe im Kopf hatte. 

    Der Erzählstil hat mir gut gefallen. Die Geschichte wird chronologisch erzählt, aber es gibt auch jederzeit etwas fürs Leben zu lernen. Jahan kommt mit 12 nach Istanbul und die Geschichte endet am Ende seines Lebens mit fast 100 Jahren. Wir wachsen mit Jahan mit, mit seinen Erfahrungen, seinen Erfolgen, seinen Rückschlägen. Welchen Menschen kann er trauen und wem nicht. Ich habe Jahans Weg gerne verfolgt und mochte seine Freundschaft mit dem weißen Elefanten sehr. Es ist aber nichts, wo man total mitfiebert. Man verfolgt das Geschehen, genießt die tolle Sprache Elif Shafaks und versucht seine eigenen Schlüsse aus den Ereignissen zu ziehen. Ich glaube, jeder, der das Buch liest, wird etwas ganz eigenes für sich mitnehmen, je nachdem welchen Erfahrungshorizont diese Person besitzt. 

    Chota, den weißen Elefanten, mochte ich sehr gern. In jedem Teil der Geschichte hat er eine wichtige Rolle gespielt, war dabei aber nie Mittelpunkt der Geschichte. Er hat Krieg gesehen, auf Baustellen gearbeitet, Geheimnisse beobachtet, wurde von Jahan umsorgt und war ihm in allen Lebenslagen eine wichtige Stütze. Lediglich eine Sache fand ich sehr schade. Oft wurde Chota als Biest bezeichnet, selbst von Jahan, was ich sehr respektlos empfand. Es mag zu der Zeit so gewesen sein, dass man Elefanten oder große Tiere allgemein so bezeichnet hat und 1-2 mal im Buch hätte mich das in bestimmten Situationen auch nicht gestört. Meiner Meinung kam das zu häufig vor und hätte so manches Mal auch anders gelöst werden können. 

    In die Geschichte rund um Jahan und Chota ist die Stadt Istanbul und das Leben in dieser Stadt im 16. Jahrhundert eingewoben. Wir erfahren etwas über die Sultane jener Zeit und deren Kriege. Wir erleben, was es bedeutet, in einer Stadt zu wohnen, in der die unterschiedlichsten Menschen zusammen kommen und in der verschiedene Religionen ihren Platz finden müssen und dann ist da noch die Geschichte Sinans, des berühmtesten Architekten des osmanischen Reiches. Wir lernen etwas über seine Bauten, mit welchen Hindernissen er umgehen musste und wie lange er gelebt hat. Es ist viel Wissen in das Buch eingeflossen, dennoch werden nur selten Jahreszahlen genannt. Das hat mir gezeigt, dass man zwar viel Wissen für sich mitnehmen kann, es aber nicht so darauf ankommt, wann etwas genau stattgefunden hat. Dies wird im Nachwort so auch bestätigt. 

    Die Kultur des osmanischen Reiches wurde in diesem Buch zum Leben erweckt mit all seinen Facetten. Dazu gehören Bräuche und Verhaltensweisen, die einem eher fremd sind, aber man erkennt auch einiges wieder, was man in historischen Romanen liest, bei denen die Personen im Buch überwiegend christlich sind. So kommt in kleineren Abschnitten des Buches Antisemitismus und Hass gegenüber Roma zur Sprache, insbesondere in Situationen, wo ein Schuldiger für bestimmte Ereignisse gefunden werden muss. Es gibt aber auch Personen im Buch, die die unterschiedlichsten Menschen zusammenbringen und gerade denen helfen, die es am schwersten im Leben haben. An mancher Stelle wirkte mir einiges ein wenig zu konstruiert und mit zu viel Glück im Spiel, insgesamt wurde ich von der Geschichte gut unterhalten. 

    Viel Zusatzmaterial gibt es nicht. So werden einige arabische Begriffe eingebracht, die über Fußnoten erklärt werden und zum Schluss gibt es noch ein kurzes Nachwort sowie eine Danksagung. Ein Personenverzeichnis sucht man hingegen vergeblich, was einem verraten könnte, welche Personen historisch verbürgt sind und welche nicht. Ein wenig wird das im Nachwort aufgenommen und ich denke, dass man in der Geschichte auch gut erkennt, wen es wirklich gab und wen nicht. 


    Fazit: Eine Geschichte, die mich gut unterhalten und zum Nachdenken angeregt hat. Ich habe die Geschichte Jahan uns Chotas gerne verfolgt und mochte es sehr Gast im Istanbul des 16. Jahrhunderts zu sein. Empfehlenswert für Personen, die sich für Istanbul und seine Historie interessieren und es mögen, wenn Geschichten gleichmäßig dahinfließen und ein paar Weisheiten fürs Leben bereithalten.

  14. Cover des Buches Nathan und seine Kinder (ISBN: 9783407742339)
    Mirjam Pressler

    Nathan und seine Kinder

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Lesemomente

    “Nathan der Weise” von Lessing und seine Ringparabel – gehört hatte ich auf jeden Fall schon von diesem Drama, es aber selbst noch nicht gelesen. Nun bot sich mir mit “Nathan und seine Kinder” die Möglichkeit, eine etwas zeitgemäßere Version der Geschichte zu lesen.

    “Es gibt in jedem Volk gute und ehrliche Menschen, egal zu welchem Gott sie beten, so wie es überall auch böse und grausame Menschen gibt.” (S. 105)

    Die Koexistenz der Religionen, das Miteinander und Füreinander: All das sind hochaktuelle Themen. Wundervoll, dass sich Mirjam Pressler ihnen noch ein Mal gewidmet und versucht hat, sie moderner und durch die Form des Romans leichtlesiger zu verfassen. Leider muss ich sagen, dass mir persönlich der Zugang zur Geschichte sehr schwer fiel. Ich habe mehrere Wochen an dem Buch gelesen, es immer wieder beiseite gelegt und bin anfangs kaum über die ersten Seiten hinaus gekommen.

    “Ich habe einen Traum, dass eines Tages die Söhne von Juden, Muslimen und Christen miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können.” (S. 166)

    Das änderte sich aber irgendwann, als ich ein Gespür für die verschiedenen Figuren, den Handlungsstrang und das Ziel der Geschichte bekommen hatte. Es ist Mirjam Pressler gut gelungen, einzelnen Figuren – allen voran Nathan und dem Waisenjungen Geschem – ein Profil zu geben. Schnell konnte ich mit den Figuren fühlen, ihre Gedanken und Weisheit annehmen.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das Buch auch als Schullektüre eignet, würde allerdings empfehlen, den Einstieg durch unterstützende Materialien, Zusammenfassungen oder ähnliches zu erleichtern. Dann jedoch bietet das Buch eine hoffnungsvolle Weltansicht, viel Diskussionspotenzial, Worte und Einstellungen, die – wären sie verbreiteter – die Welt zu einem friedlicheren Ort machen würden:

    “‘Gott oder Allah sind nur verschieden Namen für den einen, der Himmel und Erde gemacht hat’, sagte ich. ‘Mein Vater sagt, es sind nur die Wege, ihm zu dienen, welche die Religionen unterscheiden, der Kern ist gleich: die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Menschen. Und die Dankbarkeit für das Leben.'” (S. 215/216)

    “Nathan und seine Kinder” soll die zeitgenössischere und leichtlesigere Version von “Nathan der Weise” sein. Ohne das Originalwerk zu kennen, kann ich nur sagen, dass mir die Umsetzung der Grundidee, die Kernaussage der Geschichte und die Aktualität des Themas sehr gut gefallen haben. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass die Geschichte, insbesondere am Anfang, vielen Jugendlichen schwer zugänglich sein wird. Ich vergebe insgesamt sehr gute 6 von 10 Sternen.

  15. Cover des Buches And I Darken (ISBN: 9780552573740)
    Kiersten White

    And I Darken

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Moni2506

    Bei „And I Darken“ handelt es sich um alternative Geschichte, einem Subgenre der Science-Fiction. Gemeinsam mit Lada und Radu Dracul erleben wir deren Kindheits- und Jugendtage in der Walachei bzw. in ottomanischer Gefangenschaft. 


    Walachei/Ottomanisches Reich, 15. Jahrhundert: Lada ist keine gewöhnliche Prinzessin. Sie ist brutal, kämpferisch, rücksichtslos und nimmt sich das, was ihr ihrer Meinung nach zusteht. Ihr Bruder Radu ist das genaue Gegenteil. Er ist schön, ängstlich und unauffällig, wenn es sein muss. Nachdem ihr Vater Vlad II. beide Kinder in der Obhut der Ottomanen gelassen hat, sind die Geschwister auf sich alleine gestellt. Sie müssen sich in einem Spiel behaupten, in dem sie nur kleine Figuren am Rande sind. Während Lada ihre Rache für die Zeit plant, in der sie wieder zurück in der Walachei ist, fügt sich Radu immer mehr ein und betrachtet das ottomanische Reich schon bald als seine Heimat. Als beide Mehmed, den Sohn des Sultans, kennenlernen, bildet sich ein Trio mit Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. 


    Dieses Buch habe ich Ende 2019 gekauft. Der Klappentext klang spannend. Vlad, der Pfähler wird in diesem Buch zu einem Mädchen mit dem Namen Lada. Ich war gespannt, ob ich dieses Buch losgelöst von der echten Historie genießen kann, aber auch, was ich aus der echten Historie wieder erkennen werde, denn ich habe schon den ein oder anderen historischen Roman über Vlad Dracul gelesen. 

    Der Schreibstil Kiersten Whites lässt sich gut lesen. Ich war vom ersten Satz an in der Geschichte drin. Es ist eine sehr charakterbezogene Geschichte, bei der man weniger Beschreibungen der Landschaft, sondern mehr Beschreibungen der Emotionen von Lada und Radu erhält. Den englischen Wortschatz habe ich zwar nicht als sehr leicht empfunden, allerdings auch nicht als besonders schwierig. Ein geübter Leser fremdsprachiger Lektüre sollte hier gut zurecht kommen. 

    Die Spannung in diesem Roman ist von Anfang an hoch. Man wird so intensiv in die Geschichte von Lada und Radu hineingezogen. Ich habe gerne die Kindheit der beiden in der Walachei verfolgt, war dabei, wie sie von ihrem Vater in einem fremden Land bei fremden Menschen zurückgelassen werden, wie sie sich mit dieser Situation arrangiert haben, jeder auf eine ganz eigene Weise, wie sie sich mit dem Sohn des Sultans angefreundet haben und das komplexe Geflecht, das daraus entsteht. Insbesondere der Kontrast zwischen Lada und Radu hat mich fasziniert. 

    Diese Geschichte ist eine sehr charakterbezogene Geschichte. Wenn man mit Lada und Radu nicht mitfühlen kann, dann wird einem dieses Buch glaube ich eher weniger gefallen. Ich hatte damit keinerlei Probleme. Ich habe die Sichtweisen beider Personen sehr gemocht. Ich habe mich mit beiden gefreut, wenn etwas Tolles passiert, habe das Adrenalin gespürt, wenn Gefahr droht, habe Mehmed durch die Augen von beiden betrachtet, habe ihren Schmerz gefühlt, ihre Traurigkeit und was dieses Buch noch alles an Emotionen zu bieten hatte. Die Beziehung der beiden zu Mehmed ist ein zentraler Punkt dieser Geschichte. 

    Lada ist dabei diejenige, die so manches Mal mit ihrer Brutalität und ihrer Rücksichtslosigkeit schockt. Es wurde in meinen Augen, aber auch gut dargestellt, warum sie die Dinge so macht, wie sie sie macht. Sie hat einen enormen Besitzanspruch. Etwas, das in ihren Augen, ihr gehört, darf ihr von niemanden weggenommen werden und das betrifft auch Menschen. Zuerst meint man, dass Lada eigentlich keine Gefühle hat, aber da täuscht man sich. Sie möchte gerne, dass nichts und niemand ihr etwas anhaben kann, wenige Menschen haben es dennoch geschafft, sich in ihr Herz zu schleichen. Sie ist allerdings auch bereit dazu harte Entscheidungen zu treffen, die unter Umständen auch die verletzten, die ihr wichtig sind. 

    Radu ist das komplette Gegenteil. Er ist weich, zeigt Gefühle, nimmt sich Dinge zu Herzen und ist so verzweifelt auf der Suche nach Liebe und Anerkennung, dass man das körperlich zu spüren glaubt. Ich wollte Radu so oft in den Arm nehmen und habe mir sehr gewünscht, dass er sein Glück findet. Im Verlauf der Geschichte lernt auch er seine Talente zu nutzen. Seine Methoden sind weitaus subtiler als die von Lada, doch auch seine Bemühungen sind von Erfolg gekrönt. Er lernt sich unsichtbar zu machen, wenn es sein muss und kann Allianzen schmieden, wenn dies vonnöten ist. 

    Bei den historischen Ereignissen hat sich die Autorin auf jeden Fall sehr viele Freiheiten genommen. Es wurden Daten verschoben, die Protagonisten wurden alterstechnisch angenähert, Vlad Dracul wurde zu Lada Dracul, etc. Man erkennt dennoch einiges aus der Historie wieder. Der Weg zur Macht von Mehmed II wurde im Grunde vom Ablauf her korrekt dargestellt und auch seine Motive wurden in diesen Roman mit eingebracht. Andererseits ist die Zeit, in der der Roman spielt, gerade was Lada und Radu betrifft, sehr gut gewählt. Über die Kindheit und die Gefangenschaft der beiden Geschwister ist so gut wie nichts bekannt, so dass man hier viel Raum hatte und seine eigene Geschichte erzählen konnte. 

    Der Roman verfügt über einiges an Zusatzmaterial. So finden wir zu Beginn Stammbäume und eine Karte und am Ende ein Glossar mit wichtigen Begriffen sowie ein kurzes Nachwort mit weiterführenden Lesetipps für die eigene Recherche. 

    Was ich noch kurz erwähnen möchte: Mit der Altersempfehlung ab 12 tue ich mich ein wenig schwer. Für mich hatte dieses Buch nichts von einem Jugendbuch. Ich würde es tatsächlich erst ab 16 empfehlen. Es wird zwar nicht extrem ins Detail gegangen, dennoch sind hier Sachen wie z.B. das Pfählen enthalten oder eben auch Brudermord, um den Thron zu sichern und wenn sich Teil zwei und drei dieser Reihe in gewissen Punkten an die Geschichte halten, dann verspricht es noch brutaler zu werden. 


    Fazit: Defintiv ein Highlight-Buch in diesem Jahr. Ich war von Beginn an drin, es war spannend bis zur letzten Seite und ich mochte die komplexe Dreiecksbeziehung zwischen Lada, Radu und Mehmed. Empfehlenswert für alle, die dazu in der Lage sind, sich von der echten Historie zu lösen und sich auf eine alternative Geschichte rund um das ottomanische Reich und die Walachei im 15. Jahrhundert einlassen können.

  16. Cover des Buches Traitor to the Throne (ISBN: 9780571325412)
    Alwyn Hamilton

    Traitor to the Throne

     (21)
    Aktuelle Rezension von: KimSlr
    Diese Rezension findet ihr auch auf meinem Blog.

    [Overview]

    I read Rebel of the Sands a few months ago and I loved it. I really wanted to continue with the series right away, but I had a bunch of other books to read first, so I started it in may. I already adore the cover, the color is just beautiful and I love all the oriental influences.
    As this is the second book in a trilogy this review will contain spoilers for the first book, but there wont be any for this book.

    [My Opinion]

    As with the first book I loved the worldbulding. To be honest, I loved the setting of this part even more than the last one. I liked the desert and the oasis, but the city and the palace are truly breathtaking.
    We do get less of the brand of magic we got in the first book. We see no Nightmares and not as much Demdji as we're used to, but the book still remains magical.

    The plot has an interesting twist and I like where the story takes us. I liked getting a look in the Harem, as well as seeing the 'other side'. Of course, reading this book one sides with the rebellion, but getting to know the Sultan and hearing his side was really interesting as well.

    I was somewhat disappointed with the beginning, as it didn't continue on where the last one left of, but a few months afterwards. While what happened in between isn't that important for the plot I didn't like the fact, that it was glossed over. As what happend wasn't that important for the plot it didn't need to happen in the first place.

    As for characters and realtionships I was a little disappointed with Jin and Amani. Their relationship seemed to be going nowhere. Or rather it seemed to stand still. I was really confused with the way they acted around each other.
    We also got to know Amanis cousin a little better, but I'm not sure if I like her or not. I'm not quite sure if she's beeing purely oportunistic or if she's coming into her own and showing true strenght.

    [Overall]

    I liked the feeling of rebellion, as I already did with the first one, and I thought it was a very good sequel. I'm already looking forward to the last book and being able to dive into this world again. I rated this book 4 stars.



  17. Cover des Buches Der Buchhändler aus Kabul (ISBN: 9783548604305)
    Asne Seierstad

    Der Buchhändler aus Kabul

     (46)
    Aktuelle Rezension von: graphida

    Dieses Buch zu beschreiben ist nicht einfach. Die Geschichte des Buchhändlers wurde von der Journalistin Åsne Seierstad aufgrund eigener Erlebnisse aufgeschrieben. Fünf Monate hat sie bei dem Sultan Khan und seiner Familie, seinen Frauen und seinen Kindern verbracht. Ihre Erlebnisse hat sie in einem lesenswerten Buch festgehalten.

     

    Mit großem Einfühlungsvermögen und schonungsloser Klarheit schildert sie den Alltag einer afghanischen Familie, die Wirren des Krieges, das Leben unter der Herrschaft der verschiedenen Regimes, die Härte der Taliban und der eigenen Landsleute erlebt.

    Das Gesetz ist das Familienoberhaupt und alle haben sich seinen Anweisungen zu fügen, so antiquiert sie auch sein mögen. Einerseits ist Sultan ein belesener Mann, andererseits ein diktatorischer Herrscher im eigenen Haus. Menschenrechte, Frauenrechte, Selbstständigkeit, Freiheit – Fehlanzeige.

    Die Frauen haben keinerlei Rechte, nicht einmal das Recht auf eine Intimsphäre. Der Wert der Frauen misst sich an ihrer Arbeitskraft, an ihrer Jungfräulichkeit und später an der Anzahl der Kinder, bevorzugt der männlichen Nachkommen. Sie beten zu Allah und hoffen auf seinen Beistand, damit das nächste Kind ein Junge sein möge, nicht noch eine Tochter.

     

    Schon im Kindesalter ist die Aufgabe der Mädchen zu putzen, die Wünsche der Männer zu erfüllen, sei es der älteren Verwandten oder der jüngeren Brüder. Eine 7jährige geht bei uns selbstverständlich zur Schule, sie muss weder um 4 Uhr aufstehen um sauber zu machen oder zu kochen, noch die Kleidung der männlichen Familienmitglieder waschen und bereitlegen.

     

    Sehr früh werden die Kinder verheiratet, ohne jegliches Mitspracherecht; entscheidend ist allein der Stand des Bräutigams und seine Gebote für das Mädchen. 14-jährige die sich schlechte ‚vermitteln‘ lassen müssen sich dann mit einem dreimal so alten Mann und den bereits vorhandenen Kindern abfinden, für die sie nun zu sorgen hat.

     

    Der Autorin ist ein sehr facettenreiches Bild gelungen von einem Land, dessen Moralvorstellungen bei mir zu Irritationen geführt hat. Immer wieder habe ich mich gefragt: wie ist das möglich ?

     

    Die Unterschiede zwischen Afghanistan und Deutschland könnten krasser nicht sein. Wird in dem einen Land in Bildung investiert besteht die Hauptaufgabe im anderen Land in Unterdrückung. Den Frauen wird von klein auf keinerlei Wertschätzung entgegengebracht, sie sind Arbeitskraft und Geburtseinrichtung und versteckt vor den Blicken der Männer. Was macht es mit einer Frau die die Welt nur durch ein Fadengitter wahrnimmt, den Blick begrenzt, die Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt ? Vielleicht ist unser Blick auf Burkatragende Frauen auch einseitig, denn sie scheint nicht nur eine Last, sondern bietet auch Schutz und manche Frau scheint völlig überfordert, wenn sie diesen Schutz ablegen soll.

     

    Die Wertvorstellungen und das Rechtsverständnis könnte zwischen dem einen und dem anderen Land nicht unterschiedlicher sein. Ich habe das Buch immer wieder weglegen müssen, um das Gelesene zu sacken zu lassen, so unglaublich ist die Schilderung.

     

    Insgesamt gab das Buch einen tiefen Einblick, der manchmal verwirrend und manchmal abstoßend war, der aber auch deutlich machte, dass eine Veränderung nur durch Bildung möglich macht. Die Integration der Menschen die Afghanistan verlassen um in Europa eine neue Heimat zu finden kann nur durch Bildung, Aufklärung und Vermittlung der hiesigen Werte gelingen.

     

    Männer sollten lernen, dass Frauen nicht ihre billige Arbeitskraft ist, dass sie nicht für sie zur Verfügung stehen, wann immer es ihnen passt, sie lassen jeden Respekt vermissen und verhalten sich so unglaublich, dass es schmerzt.

     

    Und die Frauen müssen ermutigt werden in ihrem Selbst-Bewusstsein, ihrer Selbstwahrnehmung, ihrem Recht auf Respekt.

     

    Das Buch wurde (zu Recht) mehrfach ausgezeichnet und es ist gut, dass sich die Autorin nicht hat einschüchtern lassen und die Veröffentlichung trotz 13 Jahre andauernder Prozesse gelungen ist. Der wahre Buchhändler fühlte sich in seiner Ehre verletzt, wobei es wohl eher um die schonungslose Ehrlichkeit ging, die er der Autorin anlastete.

     

    Der Buchhändler aus Kabul war aufschlussreich und bot einen Einblick in afghanische Lebensweise und Traditionen, soweit dies durch ein Nichtfamilienmitglied überhaupt möglich ist.

  18. Cover des Buches Mein Mann, seine Frauen und ich (ISBN: 9783453359437)
    Hera Lind

    Mein Mann, seine Frauen und ich

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Tini2006

    Hera Lind, die Meisterin des Chicklit, hat dieses Genre für sich abgehakt und schreibt jetzt Romane, die auf einer wahren Geschichte basieren. Sie lesen sich allerdings weiterhin wie Chicklit. Das ist für mich total okay, weil ich nach der Arbeit einfach mal entspannen will, allerdings gibt es einen Haken: während ich bei ihren früheren Romanen davon ausging, dass die Hauptperson schlicht erfunden ist, muss ich nun zur Kenntnis nehmen, dass es für die mental herausfordernden Protagonistinnen eine reale Vorlage gibt. Hier nicht ab und zu einen Schreikrampf zu kriegen, weil man sich fragt, ob`s noch dümmer geht, erfordert wahre Disziplin. So bezieht sich meine Kritik nicht primär auf Hera Linds Stil....man kaft Hera Lind und weiß eigentlich, was man kriegt...sondern auf den Inhalt.

    Wie schon im Klappentext angekündigt, heiratet Nadia den geheimnisvollen Mann aus dem Orient, Karim, und zieht mit ihm nach einiger Zeit in den Oman. Sie darf dort sogar arbeiten, aber nur strikt verschleiert und unter gewissen Auflagen. Ihre Freizeit verbringt sie damit, zu Hause auf ihn zu warten, denn dass sie da draußen herumschwirrt und eventuell eigene Kontakte knüpft, will Karim absolut nicht. Er dagegen hat eine Erstfrau mit Familie, die irgendwann frustriert zu ihren Eltern nach Jordanien flüchtet, und schließlich auch eine Drittfrau. Und Nadia?`- Die lässt sich einlullen durch sich wederholende Versprechen, die nicht gehalten werden, betören durch Sex und Liebesschwüre, bezaubern durch den vermeintlichen Glanz des Orients und schonungslos durch die Regeln des Islams einschränken. Letztere werden von dem ach-so-religiösem Karim immer wieder gebrochen, aber das fällt Nadia in ihrem Hormonrausch gar nicht so sehr auf.

    Beim Lesen gewann ich den Eindruck, dass Nadia zwar eine herzliche, liebenswerte und auch sehr lebenslustige Frau ist, dass ihr aber gerade all dies und ihre Offenheit immer wieder zum Verhängnis werden. Die fast 50-jährige hat die Seele eines naiven Teenagers, was ich manchmal schon beim Lesen als schwer erträglich hielt. Sie trifft Karim, der macht ihr nach nur 20 Minuten einen Heiratsantrag, sie amüsiert sich darüber noch prächtig - und heiratet zwei Monate später den ihr nahezu unbekannten Mann dennoch. Was rational schwer zu verstehen ist, kann noch durch Liebe entschuldigt werden. Abgesehen davon schwingt für mich da auch mit: uh, in Deutschland bin ich arbeitslos, ich habe kaium Geld, was für eine praktische Lösung! - Doch die Ehe bringt nicht nur Freuden mit sich, sondern eben auch radikale Einschränkungen. Die lebenslustige Frau nimmt in Kauf, ein Leben zu führen, dass von Karims religiösen und persönlichen Überzeugungen bestimmt wird. Sie unterwirft sich. Nadia wird nicht geschlagen, nicht misshandelt. Und dennoch wirkte dieses Gefängnis, in das sie sich da begab, auf mich wie ene einzige demütigende Misshandlung. Schlimm war beim Lesen, wie sich diese Frau in jenes Leben fügte und immer wieder zu ihrem schleimischen., verlogenem Ehemann zurückkehrte. Das machte mich beim Lesen teilweise richtig wütend! Auch ohne Karims Zweit- und Drittfrau fand ich ihr Leben im Oman (und auch zuvor in Amsterdam) demütigend und schlimm. Ich werde nie verstehen können, warum sich eine westlich sozialisierte Frau so etwas antut.

    Die Geschichte war trotz allem insgesamt unterhaltsam und in der Hinsicht bewegend, dass sie bei mir Emotionen weckte, wenngleich auch nicht unbedingt positive für die Protagonistin....aber Hera Lind kann unterhalten, sie kann schreiben und hat einen echten Riecher für Geschichten, die viele Frauen interessieren. Ich bin überzeugt davon, dass es sehtr viele Leserinnen gibt, die Nadias "Ausflug" in die islamische Welt als echtes Abenteuer betrachen, ihren Mut bewundern und insgeheim (zumindest anfangs) auch von einem orientalischen Prnz träumen....


  19. Cover des Buches Der Eid der Kreuzritterin (ISBN: 9783404270835)
    Ricarda Jordan

    Der Eid der Kreuzritterin

     (68)
    Aktuelle Rezension von: Werda_Angela
    erfolgt noch
  20. Cover des Buches Die Kaffeemeisterin (ISBN: 9783453290600)
    Helena Marten

    Die Kaffeemeisterin

     (49)
    Aktuelle Rezension von: LiesaB
    Johanna ist die Besitzerin der Coffeemühle in Frankfurt. Sie hat diese von ihrem verstorbenen Mann geerbt. Sie liebt die Zubereitung des Kaffees und ihr kleines Kaffeehaus. Ihr Widersacher ist der Apfelweinwirt Gottfried Hoffmann, der alles daran setzt, Johanna in den Ruin zu treiben. Lange Zeit sieht es so aus, als hätte er Erfolg, da bricht Johanna nach Venedig auf... Viel hatte ich über das Buch gehört, die Rezessionen versprachen ein wahres Lesevergnügen. Wie wurde ich enttäuscht! Die Figur der Johanna hat mich gar nicht überzeugt. Ich wurde nicht warm mit ihr. Einmal wird Johanna als starke Frau skizziert, dann wieder kommt sie unglaublich naiv daher. Niemals hatte ich ein Bild von ihr in meinem Kopf, sie blieb seltsam blutarm. Das gleiche gilt für die Handlung. Außer ein paar interessante Sätze über die Zubereitung und Entstehung des Kaffes, war die Handlung mehr als kalter Kaffee. In einem historischen Roman darf ein gewisser geschichtlicher Hintergrund erwartet werden. Fehlanzeige! Mir stellte sich beim Lesen die Frage: Warum wurde dieses Buch geschrieben? Welche Aussage, welcher roter Faden zieht sich durch diesen Roman? Die Handlung ist unglaubwürdig und gähnend langweilig. Ich habe mich regelrecht durch die Seiten gekämpft. Selbst die Liebesbeziehung zum Juden Gabriel ist hölzern. Ebenfalls langweilte mich das ewige aus kneten der Gefühle. Dem Leser bleibt kein Freiraum für eigene Gedanken. Alles wird bis ins kleinste beschrieben. Jedes Gefühl bis ins Detail aus gewalzt. Fazit: Die Kaffeemeisterin bleibt der einzige Roman, den ich von Helena Martens gelesen habe.
  21. Cover des Buches Der letzte Harem (ISBN: 9783426509630)
    Peter Prange

    Der letzte Harem

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Keksisbaby

    Trotz unterschiedlicher Religion kann die zwei Freundinnen Eliza und Fatima nichts trennen. Nicht einmal als ihr Dorf zerstört wird und beide in den Harem des Sultans verkauft werden. Zunächst gehören beide der untersten Stufe in der Harems Hierarchie an, doch Fatima legt es mit allen Mitteln darauf an eine der Hauptfrauen des Sultans zu werden, während Eliza ihm als Beraterin treu ergeben ist. Nachdem das Regime gestürzt wird und der Sultan ins Exil muss, bricht die Welt der beiden Frauen zusammen. Sie sind nun nicht länger durch den Harem geschützt und müssen sich ein neues Leben aufbauen. Während Fatima schon bald einen neuen reichen Beschützer an ihrer Seite hat, muss Eliza zusehen wie sie zurechtkommt. Doch das Schicksal führt sie alsbald wieder zusammen und hält weitere Hürden für sie bereit.


    „Der letzte Harem“ lag seit über 10 Jahren auf meinem Stapel ungelesener Bücher und das völlig zu Unrecht. Ich weiß, dass Peter Prange ein wundervolles Erzähltalent hat, das mich mit jedem seiner Bücher aufs Neue gefangen nimm. Auch in diesem Buch war es nicht anders. Er brachte mir einen Ausschnitt der türkischen Geschichte näher, die mir bis dato unbekannt war. Wobei ich zugeben muss, dass das meiste der türkischen Geschichte, sich meiner Kenntnis entzieht. Natürlich hat man als Europäer eine gewisse Vorstellung, wenn man das Wort Harem hört. Diese Vorurteile werden in den Erwartungen des deutschen Arztes bei seiner Ankunft wiedergespiegelt. Ihm gelingt als Mann das Unmögliche, einen Blick in diesen geheiligten Ort zu werfen. Mit Bedauern muss er erkennen, dass es weniger erotisch und exotisch zugeht, als er es sich ausgemalt hat. Von den beiden Freundinnen war mir Eliza lieber als Fatima. Ihre Gedanken und Beweggründe, waren meinen eigenen Vorstellungen näher als Fatima. Eliza ist rational, sie ergreift Gelegenheiten beim Schopf und wartet nicht darauf, dass Gott sein Urteil spricht, auch wenn sie sich dafür gegen die Konventionen auflehnen muss. Fatima, die den Sultan in einen Gottstatus stellt und alles dafür tut ihn bei Laune zu halten, war mir eher fremd. Zu weich, zu sehr darauf bedacht unter dem Schutz eines Mannes zu stehen und nach dem Verlust ihres Kindes gibt sie sich dem Alkohol hin, anstatt dieser seltsamen Ehe zu entfliehen. Die Kapitel sind kurz, so dass man hin und wieder das Buch zur Seite legen kann, und das Gelesene auf sich wirken lassen kann. Aber ich habe es nie für lange Zeit weggelegt. Das politische wird nie zu sehr ausgeweitet und wenn dann immer mit den handelnden Personen emotional verknüpft, so hatte ich nie das Gefühl wie bei manch anderen historischen Romanen alle Rechercheergebnisse des Autors um die Ohren gehauen zu bekommen.


    Wirklich eine abenteuerliche Geschichte aus der Sicht zweier Freundinnen mit unterschiedlichem religiösem Hintergrund in Zeiten des Wandels und des Aufbruchs.

  22. Cover des Buches Hero at the Fall (ISBN: 9780571325436)
    Alwyn Hamilton

    Hero at the Fall

     (6)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Rache und Rosenblüte (ISBN: 9783846601037)
    Renée Ahdieh

    Rache und Rosenblüte

     (336)
    Aktuelle Rezension von: Ilona67

    Klappentext

    Shahrzad und Chalid haben sich gefunden. Und obwohl ihre Gefühle füreinander unverbrüchlich sind, lauert da immer noch der Fluch, der dem jungen Kalifen auferlegt wurde. Sie wissen beide, dass diese Last ihrer gemeinsamen Zukunft im Weg steht. Und so verlässt Shahrzad den Palast. Sie verlässt Chalid. Aber kann sie einen Weg finden, ihre große Liebe nicht zu verlieren? Und kann sie verhindern, dass noch mehr Unschuldige sterben? 


    Ich fand es etwas langatmig und sehr oberflächlich erzählt. Vieles blieb unklar und so blieb ich am Ende dann etwas enttäuscht zurück. Da hätte man viel mehr draus machen können.

  24. Cover des Buches Harem der Lust (ISBN: 9783404172528)
    Jasmin Eden

    Harem der Lust

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Die jungfräuliche Pooja soll mit dem Sultan Yash vermählt werden. Sie freundet sich in dessen Harem mit den Konkubinen an.
    Jene erzählen jeden Abend eine Geschichte, die die Protagonistin ins Staunen versetzt. Am Ende liegt es an Pooja, ihre Story zu erzählen.

    Knapp 14 Kurzgeschichten über Liebe, Lust und Leidenschaft im Orient. Dagegen bleibt die Haupthandlung auf der Strecke. Zwar wird sie nach jeder Geschichte etwas vorangebracht, aber es brachte nur kurzfristig weiter.
    Das Buch endet abrupt.

    Ich finde die, Autorin hat es nicht wirksam rübergebracht, warum Pooja nun so handelt.

    Die Storys selbst sind im Einzelnen betrachtet jedoch ziemlich gut. Im Sammelband wäre das Einzelband besser.

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