Bücher mit dem Tag "surinam"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "surinam" gekennzeichnet haben.

7 Bücher

  1. Cover des Buches Frau Merian und die Wunder der Welt (ISBN: 9783328106777)
    Ruth Kornberger

    Frau Merian und die Wunder der Welt

    (69)
    Aktuelle Rezension von: Sybil

    Der Buchumschlag ist wunderschön und löste inhaltlich falsche oder zu grosse Erwartungen bei mir aus. 

    Es ist sicherlich eine schwierige Aufgabe, sich in die Zeit des 17. Jahrhunderts zu versetzen und das Leben aus der Sicht einer Forscherin und Künstlerin zu beschreiben. Nichtsdestotrotz fehlte es mir in der gesamten Geschichte an Spannungsbögen. 

    Maria Sibylla Merian war aussergewöhnlich in ihrer Art und diese Persönlichkeit hätte man mehr in den Fokus stellen können. Mir fehlten die Ecken und Kanten, welche sie mit Bestimmtheit hatte.

    Die einzigen Personen, die etwas Dramatik in die Geschichte mit einbringen sollten, waren erfunden, wie zum Beispiel die Liebesgeschichte rund um Jan de Jong.

    Besonders erstaunlich empfand ich die Dialoge, welche meiner Meinung nach oft irrelevant waren.

    Die Beschreibung von Merians Insekten- und Schmetterlingsbilder wirkt gut recherchiert, aber aus der Distanz betrachtet. Leider erinnert mich das Schmetterlingsmassaker ein wenig an "Die Insel des Dr. Moreau"...

  2. Cover des Buches Die Entdeckerin der Welt (ISBN: 9783746638812)
    Alexander Schwarz

    Die Entdeckerin der Welt

    (17)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    1691 zieht Maria Sibylla Merian mit ihren beiden Töchtern nach Amsterdam. Sie ist da schon keine Unbekannte mehr, hat mehrere Bücher veröffentlicht und sich mit der Metamorphose der Schmetterlinge beschäftigt. Ihre künstlerische Tätigkeit und ihre naturkundlichen Arbeiten will sie nun wieder aufnehmen und vertiefen, vor allem aber will sie sich endlich ihren größten Wunsch erfüllen und eine Forschungsreise nach Suriname machen.

    Die letzten Jahre hat sie, nach der Trennung von ihrem Ehemann, bei der Labadistensekte verbracht, doch nun will sie endlich wieder auf eigenen Beinen stehen und ihre Profession und Berufung nachgehen. Ein bisschen Angst, ob sie alles schaffen wird, ob man sie und ihr Können auch in Amsterdam zu schätzen weiß, ob sie das eigene Leben und das ihrer Kinder sicherstellen kann, ist natürlich auch da. Doch bald zeigt sich, dass Amsterdam eine gute Wahl war.

    Der Roman setzt ein als die Protagonistin schon eine gestandene Frau ist, die weiß, was sie will, und die vor allem ein großes künstlerisches Können und ein fast ebenso großes Faible für die Erforschung der Natur mitbringt. Beides zu verbinden, und der Welt zu zeigen, wie zum Beispiel eine Raupe mit einem Schmetterling zusammenhängt, und das im tatsächlichen Umfeld, in dem beide leben, ist das Einzigartige, das sie nicht nur ihren Zeitgenossen, sondern auch der Nachwelt gegeben hat, sie war auch die erste, die die Natur Surinames in Wort und Bild erfasst hat. Neben der Protagonistin und ihrer Familie trifft man hier eine ganze Reihe weiterer historischer Persönlichkeiten.

    Maria Sibylla Merians Leben vor ihrem Umzug nach Amsterdam wird immer wieder rückblickend aufgegriffen. Der Roman endet zwei Jahre vor ihrem Tod, als sie schon von Krankheit gezeichnet ist, so dass man am Ende einen guten Eindruck ihres gesamten Lebens erhalten hat.

    Dem Roman gelingt es gut, den Leser:innen diese faszinierende Frau nahezubringen. Ihre Sorgen und Nöte, aber auch ihr Wissen und ihr Wollen kann man fühlen, der Autor hat dazu noch die verschiedenen Techniken, die sie nutzte, um ihre Bücher zu gestalten und zu veröffentlichen, recherchiert und lässt sie mit in den Roman einfließen, das Sammeln und Züchten der Exponate, das Präparieren, das naturnahe Zeichnen, das Kupferstechen, das Drucken. Das las sich für mich alles sehr interessant, und die Protagonistin und ihr Umfeld kamen mir dabei sehr nahe. Im Nachwort erläutert der Autor einiges zur Datenlage und zu Fakten und Fiktion.

    Der Roman hat mir eine interessante und beeindruckende Frau und ihr Werk nahe gebracht, und mir zugleich eine spannende Geschichte erzählt.

  3. Cover des Buches Der blauäugige Oktopus (ISBN: 9783763803668)
    Rainer Kersten

    Der blauäugige Oktopus

    (1)
    Aktuelle Rezension von: parden

    ERZÄHLUNGEN AUS SURINAM...

    Diese Anthologie versammelt Erzählungen aus einem "südamerikanischen Land mit einer europäisch-afrikanischen Hauptstadt und einem asiatischen Hinterland", wie die Bewohner Surinams ihr Land selbst zu bezeichnen pflegen. Surinam, mit nur 400.000 Einwohnern und einer Vielfalt von Sprachen und ethnischen Gruppen - indianische Ureinwohner, als Sklaven hierhin verschleppte Schwarzafrikaner, Ende des 19. Jahrhunderts als Vertragsarbeiter angeheuerte Inder und Javaner, Niederländer als ehemalige Kolonialherren, Chinesen und Libanesen -, weist eine sehr bunten und facettenreichen Literatur auf. Mit deutlichen Anklängen an Formen mündlichen Erzählens künden diese Geschichten von den Sorgen und Nöten der Menschen, von Politik, vom Leben begüterter Weißer, von ethnischen Gegensätzen, von Entwurzelung, Nauturreligionen und Kulten bis hinzu den Problemen der Surinamer in der Diaspora.  Diese Texte sind jedoch keine "Ethno-Folklore" und verweigern sich dem voyeuristischen Blick auf eine uns wenig bekannte südamerikanische Welt. Poetische Phantasie und realistisches Erzählen stehen nebeneinander. In der Rückbesinnung auf die eigene geschichtliche und kulturelle Identität entfaltet sich ein Kaleidoskop der kleinen Dramen des Alltags. (Verlagsbeschreibung)

    Herausgegeben wurde dieses Buch im Jahr 1996, was auch erklärt, dass sich hier noch Begriffe wie "Indianer" oder auch "Buschneger" wie selbstverständlich finden. Das informative Nachwort erklärt die doch recht verwirrend erscheinende ethnische Vielfalt in dem Staat an der Ostküste Südamerikas. Ursache dafür ist die koloniale Geschichte, hier mit den Niederlanden als Kolonialmacht. Die "Indianer" als Ureinwohner leben hier ebenso wie die als Sklaven nach Surinam verschleppten Schwarzafrikaner - zum einen die Kreolen, die sich als Nachfahren der Plantagensklaven schnell assimilierten, zum anderen die Nachfahren der entlaufenen Sklaven, die sich als sog. "Buschneger" in den Urwald zurückzogen und eigene Stämme gründeten. Nach der Beendigung der Sklaverei 1863 kamen Vertragsarbeiter nach Surinam, die die Arbeit auf den Plantagen übernahmen: Inder und Javaner. Die Niederländer als Europäer und die Chinesen und Libanesen als Geschäftsleute komplettieren das Potpourri an Nationen.

    Dementsprechend vielfältig erscheint auch die Auswahl der 15 Geschichten - Texte von sieben Autorinnen und acht Autoren unterschiedlicher ethnischer Herkunft. In Surinam heißt Geschichten erzählen immer auch, von der Geschichte des Landes zu erzählen. Die Erzählungen sind vage chronologisch nach der Zeit der in ihnen beschriebenen Handlung geordnet. Bei einigen Texten gibt es einen deutlichen politischen Bezug, andere bieten einen Einblick in die Mystik und Glaubenswelt einzelner Ethnien, wieder andere berichten vom Alltag der verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Damit bietet diese Anthologie eine interessante Auswahl an Kurzgeschichten und zeigt das Bemühen, die ethnische und kulturelle Vielfalt des Landes widerzuspiegeln. 

    Solche Einblicke finde ich immer sehr interessant, auch wenn mich nicht jede Erzählung angesprochen hat. Zu manchen Geschichten habe ich einfach keinen Zugang gefunden, beispielsweise wenn die Handlung sehr in die Mystik abdriftete. Insgesamt jedoch hat mir die Auswahl recht gut gefallen - der Blick über den Tellerrand hat sich gelohnt!


    © Parden

  4. Cover des Buches Das Insektenbuch (ISBN: 9783458200123)
    Maria Sibylla Merian

    Das Insektenbuch

    (3)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer
    „…nach dem Leben und in natürlicher Größe gemalt und beschrieben von Maria Sibylla Merian“ (S.7)

    Zum Inhalt: Eine der Zielsetzungen des vorliegenden Bandes ist die Präsentation, jenes Teils des Lebenswerks der Merian herauszustreichen, dessen künstlerisch und naturwissenschaftlich prägenden Aspekt nicht nur in kunstschaffenden Kreisen, sondern auch unter Entomologen Wellen schlug. Über 130 Seiten stellen farbigen Bildtafeln und deren Beschreibungen aus der „Metamorphosis insectorum Surinamensis“ dar, wobei – ebenso wie im Begleittext von Helmut Deckert – akribisch auf detailierte Quellenachweise und historisch korrekte Wiedergabe Wert gelegt wird.
    Eben dieser Text Deckerts, einem Kenner in Sachen Merian, vermittelt geschichtliche Hintergrundinformationen, die Maria Sibylla Merians Lebensweg und Werkleistung nicht abgehoben unnahbar darstellen, sondern vielmehr das Bild einer Künstlerin entwerfen, deren Kunst einer bewegten Lebenslinie entspringt, wo glaubensinhaltliche Prägung und handwerklicher Fleiß gepaart mit einem hohen Grad an Resilienz im handwerklichen Schaffen ihren Niederschlag finden. Deckert formuliert dies u.a. wie folgt: „Alles, was sie erreichte, verdankte sie ihrem eigenen unermüdlichen Fleiß, ihrer Energie, ihrem Unternehmungsgeist und der Konsequenz ihrer künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeit.“ (S.135)
    Das Nachwort gliedert sich unter dem Titel „Zwischen Kunst und Wissenschaft“ dabei in die Teile „Leben und Werk Maria Sibylla Merians“, „Das surinamische Insektenwerk“, „Nachdrucke unseres Jahrhunderts“, sowie „Anmerkungen“ und deckt – soweit in der Kürze des Textes möglich –  ein breites Spektrum der biografischen und literatur- resp. kunsthistorischen Wissenslage rund um die surinamische Reise der Merian ab, ohne sich dabei in simpler Aufzählung chronologischer Fakten zu ergehen.

    Fazit: Mit dem Insektenbuch der Merian in der aktuellen Auflage hält der Leser erneut ein bibliophiles Kleinod aus dem Verlagswerk des Insel Verlages in Händen, welches u.a. an das „Neue Blumenbuch“ anschließt. Die Farbtafeln sind eine Augenweide und der erläuternde Text von Helmut Deckert ein ungemein komprimierter Quell an Wissen aus und zum Leben und der Zeit einer bewundernswerten Künstlerin und Gelehrten. Auf jeden Fall ein Buch, das eine Empfehlung mehr als nur verdient.

    Zum Buch: Gebunden in Fadenheftung von der Buchbinderei Spinner präsentiert sich der Buchblock solide verarbeitet zwischen den stabilen Buchdeckeln, deren Bezugspapier mit Motiven aus der Feder der Künstlerin einen ästhetisch ansprechenden Rahmen schaffen. Die typografische Ausformung hält sich unter Verwendung der Adobe Garamond bewusst zurück und lässt der künstlerischen Wirkung der 60 Farbtafeln genügend Wirkungsfreiraum. Dem hohen Standard des Insel Verlages folgend ist auch der Druck sauber auf dem sehr glatten Seitenbedruckstoff ausgeführt.

    Leider ist hier das falsche Cover velinkt. Das richtige findet man unter dem ISBN-Stichwort: ISBN-13: 978-3-458-20012-3 oder auf meinem Blog ;-)


  5. Cover des Buches Die abenteuerliche Reise des Pieter van Ackeren in die neue Welt (ISBN: 9783740801670)
    Meinrad Braun

    Die abenteuerliche Reise des Pieter van Ackeren in die neue Welt

    (12)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Man schreibt das Jahr 1701. Der junge Geistliche Pieter van Ackeren, Kaufmannssohn und Rebell gegen das Elternhaus, muss Amsterdam verlassen, da er Sympathien für die Sekte der Labadisten empfindet und deswegen als Ketzer angeklagt werden soll. Er flieht auf einem Auswandererschiff nach Suriname, einer niederländischen Kolonie. Schon unterwegs lernt er eine völlig andere Welt kennen. Das Segelschiff ist ein Mikrokosmos für sich. Der Kapitän herrscht absolutistisch. Mit an Bord sind schwarze Sklaven für die Plantagen sowie heiratswillige Frauen, die in der Neuen Welt eine bessere Zukunft suchen. Eine dieser Frauen ist die junge Anna, die auf hoher See einen toten Sohn zur Welt bringt. Dass sich Annas Schicksal wird sich mit dem von Pieter verknüpfen wird, weiß noch niemand. Pieter will als Missionar arbeiten, gerät aber mehrmals in Gefangenschaft. Er wird vom jeweiligen Machthaber für seine eigenen Zwecke missbraucht. Er flieht und wird erneut gefangen genommen. So lernt der junge Mann die Peitsche von Sklavenhaltern ebenso kennen wie die Fürsorge von Jesuiten, die für ihn eigentlich der Inbegriff der Intoleranz sind. Neben Niedertracht begegnet er auch manchem freundlich gesinnten Weggefährten.  Meine Meinung: Mit diesem historischen Roman hat Meinrad Braun ein Meisterwerk der literarischen Sprache geschaffen. Sowohl die Beschreibung der Umstände als auch die Dialoge sind der erzählten Zeit angepasst. Der Leser findet die entsprechende Wortwahl vor, die man sich heute so nicht mehr vorstellen kann. Doch genau dies sorgt entsprechende Flair. Der Leser leidet ebenso wie Pieter. Man kann die tropischen Nächte, voll ungewohnter Geräusche förmlich hören. Die Gefahren des Dschungels, der Flüsse – alles ist so prägnant und präzise beschrieben, als wäre man selbst mit Pieter auf der Flucht. Wunderbar sind die vielen seemännischen Ausdrücke in die Dialoge eingeflochten. Niemals wirken die Dialoge aufgesetzt oder deplatziert. Der Roman ist aus der Sicht der Unterlegenen geschrieben. Ist Pieter zu Beginn noch ein zorniger junger Mann, der voller Eifer zu neuen Ufern aufbricht und seine Mission erfüllen will, so verändert ihn das Schicksal nachhaltig. Er lernt Demut kennen und ist um jede noch so kleine Wohltat dankbar.  Sehr interessant sind auch die Schilderungen des herrschenden Feudalsystems und der Ausbeutung von Mensch und Tier auf den großen Plantagen. Wir begegnen brutalen Despoten und der Malerin Sybilla Maria Merian. Gemeinsam mit ihrer Tochter Dorothea befindet sie sich auf einer Forschungsreise. Die historischen Gegebenheiten sind genau recherchiert und werden dem Leser unaufgeregt und subtil dargeboten. Diese Informationen sind Teil des Romans, der so voller überraschender Wendungen, so abenteuerlich und spannend ist, dass man dieses Buch kaum aus der Hand legen kann. Fazit: Ein abenteuerlicher historischer Roman, der einem mit seiner wunderschönen Erzählkunst in den Bann zieht. Eine klare Leseempfehlung.

  6. Cover des Buches Wir Sklaven von Suriname (ISBN: 9783887473839)
  7. Cover des Buches Was einst geliebt und dann verloren (ISBN: 9783956496097)
    Linda Belago

    Was einst geliebt und dann verloren

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Ninasan86
    Zum Inhalt

    Ihre Ehe steckt in der Krise, ihre pubertierenden Kinder fordern sie täglich heraus. Wie ein Wink des Schicksals erscheint es Anna, als sie überraschend ein Grundstück im fernen Surinam erbt. Spontan nimmt sie sich eine Auszeit vom Alltag in Deutschland und reist in das exotische Paradies. Dort trifft sie auf jemanden, der die Erblasserin kannte. Fassungslos lauscht Anna den Erzählungen über einen dunklen Teil ihrer Familiengeschichte, der auch ihr Leben für immer verändern wird …



    Über die Autorin

    Die Autorin Linda Belago interessiert sich besonders für die Geschichte der Niederlande. Durch ihre Familie hatte sie bereits als Kind eine besondere Beziehung zu diesem Land. Später führte sie ihr Beruf zunächst quer durch Europa und dann nach Übersee. Heute lebt Linda Belago mit ihrem Mann nahe der deutsch-niederländischen Grenze.



    Mein Fazit und meine Rezension

    Anna steckt fest. Ihre Kinder sind erwachsen und brauchen sie nur noch für das Essen, die Wäsche und als Fahrdienst, ihr Ehemann ist ständig unterwegs und Anna selbst ist Zuhause und macht den Haushalt. Ein erfülltes Leben sieht da anders auch. Zu allem Übel findet sie auch noch heraus, dass ihr Mann eine Affäre hatte. Was kann jetzt noch kommen? Eigentlich nichts mehr, denkt man sich, doch schon flattert ein Brief ihrer Großmutter Rijke ins Haus. Vor lauter Trubel vergisst Anna ihn, bis wenige Wochen später ein amtlich anmutender Brief in ihre Hände fällt und ihr mitteilt, dass ihre Großmutter verstorben ist. Sie soll zur Testamentseröffnung kommen. Als einzige Erbin reist sie zur Testamentseröffnung an, um dort zu erfahren, dass ihr Großmutter - eine Niederländerin - nicht den Beginn ihres Lebens dort verbracht hat, sondern in einer niederländischen Kolonie in Südamerika, namens Surinam. Auch dort hat sie ein Stück Land geerbt. Um all dem Frust und den vielen Fragen (und Entscheidungen) zu entkommen, beschließt Anna kurzer Hand, mit ihrer Tochter nach Surinam zu fliegen, um dort der Familie ihrer Großmutter näher zu kommen. Doch was sie dort erlebt, hätte sie niemals für möglich gehalten ... 

    Anna ist eine Frau in der Mitte ihres Lebens  und Anfang vierzig. Mit der Geburt ihrer beiden Kinder hat sie ihren Beruf aufgegeben und sich ganz der Mutterrolle hingegeben. Doch da ihre Beiden jetzt erwachsen werden, merkt sie, dass sie nicht mehr die erste Rolle in ihren Leben spielt und fühlt sich allein. Auch ihr Mann Rüdiger lässt sie immer öfter allein - unter dem Mantel der vielen Arbeit im Büro macht er sich aus dem Staub, doch leider steckt dahinter ein jüngeres Exemplar Frau. Anna ist nicht nur gekränkt, sie ist zutiefst verletzt. Ihre Verzweiflung kann auch der Leser regelrecht spüren. Was soll sie aber auch tun? Als dann der rettende Brief (mit einer eigentlich nicht so frohen Botschaft) ins Haus flattert, ist die Reise (oder die Flucht) nach Surinam eine willkommene Abwechslung. Doch wie soll man sich in der Fremde verhalten, wenn man eigentlich weiß, dass man der rechtmäßige Eigentümer ist? 

    Mir war schon zu Beginn klar, dass da noch einiges auf Anna zukommen wird, insbesondere, da sie unter dem Mantel der Verschwiegenheit anreist und doch noch ziemlich schnell Anschluss und neue Freunde findet. Alle behandeln sie freundlich und zuvorkommend (das ist sie schon gar nicht mehr gewohnt) und sie fühlt sich schon bald wie ein Teil der Familie. 

    Dass ihre Großmutter in dem fernen Land aufgewachsen ist, war Anna nicht bewusst. Über ihre Großmutter hat sie nie viel erfahren und auch ihre Mutter scheint nicht sonderlich traurig über deren plötzliches Ableben zu sein. Doch Anna fühlt mehr und für sie steckt mehr hinter all dem. Sie versucht das Geheimnis ihrer Familie zu ergründen: sie möchte wissen, warum ihre Großmutter so war und wieso sie und ihre Tochter (Annas Mutter) sich so auseinander gelebt haben. Dort, in Surinam scheint sie endlich die Antwort auf all ihre Fragen zu finden, als sie auf die alte Makebo trifft, die einst in jungen Jahren die beste Freundin von Rijke war. 

    Mich hat das Leben von Anna, aber auch das Schicksal ihrer Großmutter Rijke sehr berührt und tief getroffen. Auch ich habe vor einiger Zeit meine geliebte Großmutter verloren, hatte zwar einen guten Kontakt zu ihr, doch weiß ich, dass ich nicht alles über sie wusste. Nichts über ihre Kindheit, noch über ihre Vergangenheit mit meinem Großvater. Nun sind beide tot und niemand kann mir mehr ihre Geschichte erzählen - doch zum Glück habe ich eine Mutter, die mit ihrer Mutter einen sehr guten Kontakt hatte und so bleibt mir unsere Familiengeschichte nicht ganz verschlossen. 

    Anna trifft also in der Ferne nicht nur auf die Geschichte ihrer Großmutter, sondern auf ihr eigenes Schicksal. Sie lernt ihre eigene Familie erst an dem fremden und doch tropischen Ort Surinam kennen und lieben. 

    Dies war bisher mein erstes Buch von Linda Belago, doch es wird wohl nicht mein letztes gewesen sein. Mit ihrem flüssigen Schreibstil hat sie mich direkt gefangen genommen und in das Leben von Anna und Rijke entführt. Zu keinem Zeitpunkt der Geschichte war ich gelangweilt oder wollte Passagen einfach so überspringen und mir war es schier unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Kein Wunder also, dass ich es binnen weniger Stunden beendet habe. Eine große Leseempfehlung für Leser von Schicksalsromanen, Familienromanen und historischen Romanen - und natürlich auch für diejenigen, die ich mit meiner Rezension neugierig gemacht habe. 

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks