Bücher mit dem Tag "surinam"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "surinam" gekennzeichnet haben.

19 Bücher

  1. Cover des Buches Die abenteuerliche Reise des Pieter van Ackeren in die neue Welt (ISBN: 9783740801670)
    Meinrad Braun

    Die abenteuerliche Reise des Pieter van Ackeren in die neue Welt

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    Im Jahr 1701 muss der junge Pieter van Ackeren aus Amsterdam fortgehen, um einer Anklage als Ketzer zu entgehen. Er macht sich auf in die niederländische Kolonie Surinam, um dort in der religiösen Gemeinschaft der Pietisten zu leben. Schon auf dem Schiff macht er Bekanntschaft mit der Sklaverei, mit der er in der neuen Welt ständig konfrontiert werden wird. Und er begegnet der stummen Anna, die seine keusche religiöse Haltung nachhaltig erschüttert.

    In Surinam begegnet er Maria Sybilla und Dorothea Merian und macht sich auf den Weg zur Pietisten-Gemeinde im Dschungel. Doch er wird nie dort ankommen. Nach einer Odyssee durch die Hände von Sklaven und Sklavenjägern, Söldnern, Indianern, Jesuiten und spanischen Plantagenbesitzern wird Pieter van Ackeren als veränderter Mann aus dem Dschungel zurückkehren.


    Gleich zu Beginn fällt etwas an diesem historischen Roman auf: der detailreiche, opulente Sprachstil des Autors. Meinrad Braun scheut sich nicht davor, sämtliche nautischen Begriffe während einer Schiffsreise zu verwenden oder die Gerüche, Tiere und oftmals blutigen Vorgänge im Dschungel für den Leser lebendig zu machen und dabei alte oder fremde Begriffe einzusetzen. Das Glossar am Ende des Romans ist lang, doch ich habe mich nicht lange mit dem Nachschlagen der Begriffe aufgehalten, es hätte schlicht zu lange gedauert. Anfangs war ich fasziniert und angenehm überrascht von Brauns anspruchsvollem Sprachstil, doch mit der Zeit hat er mich auch ermüdet und ich wollte nur noch das Ende dieses 600 Seiten langen Abenteuers erreichen. Daher meine eher niedrige Bewertung mit 3-3,5 Sternen.


    Es war eine farbenprächtige, gefährliche und grausame Welt, vor allem im tropischen Dschungel Surinams. Ob blutrünstige Kaimane, Schlangen oder Piranhas, indianische Giftpfeile, eiternde Geschwüre oder der brutale Umgang mit afrikanischen Sklaven, als Leser ist man hautnah bei den Abenteuern des Protagonisten dabei.

    Was Meinrad Braun meiner Meinung nach geschaffen hat, ist ein anspruchsvoller Abenteuerroman für Erwachsene, der uns noch einmal in unentdeckte Länder reisen lässt, wie einst in der Jugend mit Karl Mays Romanen oder der „Schatzinsel“. Dabei schafft er ein farbenprächtiges und umfassendes Bild von Surinam mit den Menschen, die es dort hingezogen hat.

    Von Pieter van Ackerens Charakterentwicklung habe ich bei der ganzen sprachlichen Opulenz allerdings kaum etwas mitbekommen und auch manche Handlungsaspekte verschwanden hinter fremdwortgespickten Satzkonstrukten. Am Ende ist dies aber egal, denn der Fokus liegt hier klar auf dem „Abenteuer“.


    Im Nachhinein habe ich gehofft, dass man noch etwas mehr über Anna erfährt, als nur die paar Kapitel, wo sie van Ackeren begegnet. In einem Kapitel erfährt man etwas aus ihrer Vergangenheit, es bleibt aber kryptisch. Es hätte mich sehr gereizt, mehr aus ihrer Sicht und von ihren Erlebnissen zu lesen, als nur von dem einzigen wahrhaftigen Protagonisten Pieter van Ackeren. Das fand ich etwas schade und hätte dafür auch ein Abenteuer weniger ertragen. Das Wiedersehen zwischen Pieter und Anna wurde dann auch nur im letzten Kapitel abgehandelt.


    Fazit: In meiner Bewertung schwankte ich zwischen 3 und 4 Sternen, mit der stärkeren Tendenz zu 3 bzw. 3,5 am Ende. „Die abenteuerliche Reise des Pieter van Ackeren in die neue Welt“ ist ein anspruchsvoller historischer Roman mit Fokus auf die Abenteuer des Protagonisten, der vor allem sprachlich aus der Masse heraussticht, was für mich aber nicht immer einfach zu lesen war.


  2. Cover des Buches Im Land der Orangenblüten (ISBN: 9783732562824)
    Linda Belago

    Im Land der Orangenblüten

     (71)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Der Roman hat mir recht gut gefallen und las ihn unbewusst zum 2. Mal. Er war flüssig geschrieben mit wunderschönen Landschaftsbeschreibungen. Zum abschalten ideal und angenehm zu lesen. Der Roman hat mich gut unterhalten und gebe 4 Sterne. 


  3. Cover des Buches Das Schiff (ISBN: 9783548609461)
    Stefán Máni

    Das Schiff

     (44)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010
    Ein Schiff auf Abwegen. Weit und verab der Heimat sind auf einem Frachter neun verschiedene Menschen ab Bord. Das es keine einfache Überfahrt wird, zeigt bereits die Wettervorhersage. Hinzu kommt, dass sich die Männer alle fremd sind und jeder scheinbar etwas zu verbergen hat oder auf der Flucht vor sich selbst oder vor anderen Dämonen ist.

    Als wäre das nicht schon genug Stress für die Besatzung, wird mehrfach Sabotage ausgeübt und niemand kann derer überführt werden. Erst als das Schiff von Seeräubern angegriffen wird, zeigt sich das erste Mal so etwas wie Teamarbeit....

    Ein unruhiger Roman bei dem man sich den Wellengang und die unglaublichen Launen der unterschiedlichen Charaktere herauslesen kann. Keine leichte Kost!
  4. Cover des Buches Der Assistent der Sterne (ISBN: 9783462042320)
    Linus Reichlin

    Der Assistent der Sterne

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Monsignore
    Einen guten Krimi will man lesen. Nicht irgendeinen. Story und Tiefgang soll er haben. Gedanken, denen man nachschnüffeln kann. Und dann das: Quantenphysik. Horror jedes Schülers, der noch einigermaßen seine Jugendsinne beisammen hat.
    Doch was muss ich sagen: Hochspannend! Eine ungewöhnlich und raffiniert gesponnene Story. Und das geschah mir noch nie: Bis zu Schluss war es mir geradezu gleichgültig, wer der Täter war. Zugegeben, ein Täter kam sowieso erst ab Mitte des Buches in Betracht.
    Und dann liest man Sätze wie die: "Fleisch war eines der verletzlichsten Materialien im Universum, nur schon einem Holzsplitter hielt es nicht stand. Ein immenser Energieaufwand war nötig, um Fleisch daran zu hindern, das zu tun, was es am besten konnte: zu zerfallen. Fleisch war eine Ideotie der Natur."

    Das Buch ist voll mit Sätzen wie diesen. So ganz nebenbei. Neben einer  hochspannenden Story mit gelungenen Charakteren und einer Grundstimmung, die dem Menschsein nichts Gutes verheißt ...
  5. Cover des Buches Könnte Liebe sein (ISBN: 9783827002884)
    Astrid H. Roemer

    Könnte Liebe sein

     (1)
    Aktuelle Rezension von: krimtango
    Die Autorin erhielt für dieses Buch den LiBeraturpreis 1999.
  6. Cover des Buches Das Insektenbuch (ISBN: 9783458345701)
    Maria Sibylla Merian

    Das Insektenbuch

     (3)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer
    „…nach dem Leben und in natürlicher Größe gemalt und beschrieben von Maria Sibylla Merian“ (S.7)

    Zum Inhalt: Eine der Zielsetzungen des vorliegenden Bandes ist die Präsentation, jenes Teils des Lebenswerks der Merian herauszustreichen, dessen künstlerisch und naturwissenschaftlich prägenden Aspekt nicht nur in kunstschaffenden Kreisen, sondern auch unter Entomologen Wellen schlug. Über 130 Seiten stellen farbigen Bildtafeln und deren Beschreibungen aus der „Metamorphosis insectorum Surinamensis“ dar, wobei – ebenso wie im Begleittext von Helmut Deckert – akribisch auf detailierte Quellenachweise und historisch korrekte Wiedergabe Wert gelegt wird.
    Eben dieser Text Deckerts, einem Kenner in Sachen Merian, vermittelt geschichtliche Hintergrundinformationen, die Maria Sibylla Merians Lebensweg und Werkleistung nicht abgehoben unnahbar darstellen, sondern vielmehr das Bild einer Künstlerin entwerfen, deren Kunst einer bewegten Lebenslinie entspringt, wo glaubensinhaltliche Prägung und handwerklicher Fleiß gepaart mit einem hohen Grad an Resilienz im handwerklichen Schaffen ihren Niederschlag finden. Deckert formuliert dies u.a. wie folgt: „Alles, was sie erreichte, verdankte sie ihrem eigenen unermüdlichen Fleiß, ihrer Energie, ihrem Unternehmungsgeist und der Konsequenz ihrer künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeit.“ (S.135)
    Das Nachwort gliedert sich unter dem Titel „Zwischen Kunst und Wissenschaft“ dabei in die Teile „Leben und Werk Maria Sibylla Merians“, „Das surinamische Insektenwerk“, „Nachdrucke unseres Jahrhunderts“, sowie „Anmerkungen“ und deckt – soweit in der Kürze des Textes möglich –  ein breites Spektrum der biografischen und literatur- resp. kunsthistorischen Wissenslage rund um die surinamische Reise der Merian ab, ohne sich dabei in simpler Aufzählung chronologischer Fakten zu ergehen.

    Fazit: Mit dem Insektenbuch der Merian in der aktuellen Auflage hält der Leser erneut ein bibliophiles Kleinod aus dem Verlagswerk des Insel Verlages in Händen, welches u.a. an das „Neue Blumenbuch“ anschließt. Die Farbtafeln sind eine Augenweide und der erläuternde Text von Helmut Deckert ein ungemein komprimierter Quell an Wissen aus und zum Leben und der Zeit einer bewundernswerten Künstlerin und Gelehrten. Auf jeden Fall ein Buch, das eine Empfehlung mehr als nur verdient.

    Zum Buch: Gebunden in Fadenheftung von der Buchbinderei Spinner präsentiert sich der Buchblock solide verarbeitet zwischen den stabilen Buchdeckeln, deren Bezugspapier mit Motiven aus der Feder der Künstlerin einen ästhetisch ansprechenden Rahmen schaffen. Die typografische Ausformung hält sich unter Verwendung der Adobe Garamond bewusst zurück und lässt der künstlerischen Wirkung der 60 Farbtafeln genügend Wirkungsfreiraum. Dem hohen Standard des Insel Verlages folgend ist auch der Druck sauber auf dem sehr glatten Seitenbedruckstoff ausgeführt.

    Leider ist hier das falsche Cover velinkt. Das richtige findet man unter dem ISBN-Stichwort: ISBN-13: 978-3-458-20012-3 oder auf meinem Blog ;-)


  7. Cover des Buches Reisen mit mir und einem Anderen (ISBN: 9783596907045)
    Martha Gellhorn

    Reisen mit mir und einem Anderen

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Clari
    Als Reisen noch Abenteuer versprachen. Martha Gellhorn war Kriegsberichtserstatterin und zu ihrer Zeit eine bekannte Schriftstellerin. Sie wurde zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in St.Louis geboren. Abenteuerlustig, gewitzt und ein wenig exzentrisch wie so viele ihresgleichen aus den „Roaring Twenties“ führte sie ein aufregendes Leben, das sie in die wichtigsten Kriegs- und Krisengebiete Mitte des letzten Jahrhunderts führte. Sie nennt ihre Reisen auch „Höllenfahrten,“ und das waren sie wohl auch. Von 1940 -1945 war sie mit dem ebenso das Reiseabenteuer suchenden Ernest Hemingway verheiratet, dessen erste Frau ebenfalls aus St.Louis/ USA( s. „Madame Hemingway“) stammte. 1941 reiste Martha Gellhorn nach China. Die zivilisationsverwöhnte Frau konnte dem Dreck, den Menschenmassen und der Fremdartigkeit dieser fernen Welt kaum standhalten. Ihren Begleiter nennt sie „UB“, was für unwilligen Begleiter steht. Unter diesem Namen verbirgt sich ihr Mann E. Hemingway, der ihr mit großer Geduld zur Seite stand. Ihre Launen und Verzweiflungen in dem völkerreichen Staat sind eine wahre Zumutung. Doch unermüdlich sucht Martha Gellhorn den Reiz des Neuen, der sie durch das Riesenreich der Chinesen führt. Vom Krieg zwischen Japan und China berichtet sie dem Chefredakteur der Zeitschrift „Collier,“ den sie als charmant und liebenswürdig beschreibt. Man folgt der Autorin auf ihren Reisen, erleidet mit ihr die Unbilden und kann sich dem Charme der schmissig geschriebenen Erzählungen nicht entziehen. Immer neue Kriegsgebiete gilt es zu erkunden und ihre Erzählweise ist eruptiv, ehrlich und vermittelt hautnah ihre schmerzhaften Erfahrungen. Sie fühlt sich verführt, immer neue Abenteuer zu suchen. Naturschönheiten kann sie mit großem Entzücken beschreiben und gibt doch zugleich ihrer Verzweiflung über die kargen und entbehrungsreichen Unterkünfte Ausdruck. In einem Nachwort von Sigrid Löffler hört man, wie sehr sie die Natur genoss, sofern sie noch unbeleckt vom Tourismus Einsamkeit und Stille bot. Wer Ruhe und Zeit hat, wird sich mit Martha Gellhorn auf die Reise begeben und erstaunt sein, was man alles bei der Lektüre durch ihre Augen erlebt. Dem Dörlemann Verlag ist es zu verdanken, dass wieder einmal ein schon fast vergessenes Werk, das zum ersten Mal 1978 erschienen ist, neu entdeckt werden kann.
  8. Cover des Buches Was einst geliebt und dann verloren (ISBN: 9783956496097)
    Linda Belago

    Was einst geliebt und dann verloren

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Ninasan86
    Zum Inhalt

    Ihre Ehe steckt in der Krise, ihre pubertierenden Kinder fordern sie täglich heraus. Wie ein Wink des Schicksals erscheint es Anna, als sie überraschend ein Grundstück im fernen Surinam erbt. Spontan nimmt sie sich eine Auszeit vom Alltag in Deutschland und reist in das exotische Paradies. Dort trifft sie auf jemanden, der die Erblasserin kannte. Fassungslos lauscht Anna den Erzählungen über einen dunklen Teil ihrer Familiengeschichte, der auch ihr Leben für immer verändern wird …



    Über die Autorin

    Die Autorin Linda Belago interessiert sich besonders für die Geschichte der Niederlande. Durch ihre Familie hatte sie bereits als Kind eine besondere Beziehung zu diesem Land. Später führte sie ihr Beruf zunächst quer durch Europa und dann nach Übersee. Heute lebt Linda Belago mit ihrem Mann nahe der deutsch-niederländischen Grenze.



    Mein Fazit und meine Rezension

    Anna steckt fest. Ihre Kinder sind erwachsen und brauchen sie nur noch für das Essen, die Wäsche und als Fahrdienst, ihr Ehemann ist ständig unterwegs und Anna selbst ist Zuhause und macht den Haushalt. Ein erfülltes Leben sieht da anders auch. Zu allem Übel findet sie auch noch heraus, dass ihr Mann eine Affäre hatte. Was kann jetzt noch kommen? Eigentlich nichts mehr, denkt man sich, doch schon flattert ein Brief ihrer Großmutter Rijke ins Haus. Vor lauter Trubel vergisst Anna ihn, bis wenige Wochen später ein amtlich anmutender Brief in ihre Hände fällt und ihr mitteilt, dass ihre Großmutter verstorben ist. Sie soll zur Testamentseröffnung kommen. Als einzige Erbin reist sie zur Testamentseröffnung an, um dort zu erfahren, dass ihr Großmutter - eine Niederländerin - nicht den Beginn ihres Lebens dort verbracht hat, sondern in einer niederländischen Kolonie in Südamerika, namens Surinam. Auch dort hat sie ein Stück Land geerbt. Um all dem Frust und den vielen Fragen (und Entscheidungen) zu entkommen, beschließt Anna kurzer Hand, mit ihrer Tochter nach Surinam zu fliegen, um dort der Familie ihrer Großmutter näher zu kommen. Doch was sie dort erlebt, hätte sie niemals für möglich gehalten ... 

    Anna ist eine Frau in der Mitte ihres Lebens  und Anfang vierzig. Mit der Geburt ihrer beiden Kinder hat sie ihren Beruf aufgegeben und sich ganz der Mutterrolle hingegeben. Doch da ihre Beiden jetzt erwachsen werden, merkt sie, dass sie nicht mehr die erste Rolle in ihren Leben spielt und fühlt sich allein. Auch ihr Mann Rüdiger lässt sie immer öfter allein - unter dem Mantel der vielen Arbeit im Büro macht er sich aus dem Staub, doch leider steckt dahinter ein jüngeres Exemplar Frau. Anna ist nicht nur gekränkt, sie ist zutiefst verletzt. Ihre Verzweiflung kann auch der Leser regelrecht spüren. Was soll sie aber auch tun? Als dann der rettende Brief (mit einer eigentlich nicht so frohen Botschaft) ins Haus flattert, ist die Reise (oder die Flucht) nach Surinam eine willkommene Abwechslung. Doch wie soll man sich in der Fremde verhalten, wenn man eigentlich weiß, dass man der rechtmäßige Eigentümer ist? 

    Mir war schon zu Beginn klar, dass da noch einiges auf Anna zukommen wird, insbesondere, da sie unter dem Mantel der Verschwiegenheit anreist und doch noch ziemlich schnell Anschluss und neue Freunde findet. Alle behandeln sie freundlich und zuvorkommend (das ist sie schon gar nicht mehr gewohnt) und sie fühlt sich schon bald wie ein Teil der Familie. 

    Dass ihre Großmutter in dem fernen Land aufgewachsen ist, war Anna nicht bewusst. Über ihre Großmutter hat sie nie viel erfahren und auch ihre Mutter scheint nicht sonderlich traurig über deren plötzliches Ableben zu sein. Doch Anna fühlt mehr und für sie steckt mehr hinter all dem. Sie versucht das Geheimnis ihrer Familie zu ergründen: sie möchte wissen, warum ihre Großmutter so war und wieso sie und ihre Tochter (Annas Mutter) sich so auseinander gelebt haben. Dort, in Surinam scheint sie endlich die Antwort auf all ihre Fragen zu finden, als sie auf die alte Makebo trifft, die einst in jungen Jahren die beste Freundin von Rijke war. 

    Mich hat das Leben von Anna, aber auch das Schicksal ihrer Großmutter Rijke sehr berührt und tief getroffen. Auch ich habe vor einiger Zeit meine geliebte Großmutter verloren, hatte zwar einen guten Kontakt zu ihr, doch weiß ich, dass ich nicht alles über sie wusste. Nichts über ihre Kindheit, noch über ihre Vergangenheit mit meinem Großvater. Nun sind beide tot und niemand kann mir mehr ihre Geschichte erzählen - doch zum Glück habe ich eine Mutter, die mit ihrer Mutter einen sehr guten Kontakt hatte und so bleibt mir unsere Familiengeschichte nicht ganz verschlossen. 

    Anna trifft also in der Ferne nicht nur auf die Geschichte ihrer Großmutter, sondern auf ihr eigenes Schicksal. Sie lernt ihre eigene Familie erst an dem fremden und doch tropischen Ort Surinam kennen und lieben. 

    Dies war bisher mein erstes Buch von Linda Belago, doch es wird wohl nicht mein letztes gewesen sein. Mit ihrem flüssigen Schreibstil hat sie mich direkt gefangen genommen und in das Leben von Anna und Rijke entführt. Zu keinem Zeitpunkt der Geschichte war ich gelangweilt oder wollte Passagen einfach so überspringen und mir war es schier unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Kein Wunder also, dass ich es binnen weniger Stunden beendet habe. Eine große Leseempfehlung für Leser von Schicksalsromanen, Familienromanen und historischen Romanen - und natürlich auch für diejenigen, die ich mit meiner Rezension neugierig gemacht habe. 
  9. Cover des Buches Der blauäugige Oktopus (ISBN: 9783763803668)
    Rainer Kersten

    Der blauäugige Oktopus

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Heilung aus dem Regenwald (ISBN: 9783426771440)
    Mark J. Plotkin

    Heilung aus dem Regenwald

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Wie schön weiß ich bin (ISBN: 9783939375043)
    Dolf Verroen

    Wie schön weiß ich bin

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Hoercompany_Verlag
    "Der literarische Stil der Verknappung und unsentimalen Beobachtung schafft eine Intensität und Atemlosigkeit, die dem Geschehen eine besondere Dramatik gibt." Süddeutsche Zeitung
  12. Cover des Buches Die Blumenkönigin (ISBN: 9783746619132)
    Inez van Dullemen

    Die Blumenkönigin

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Das kleine Buch der Tropenwunder. Kolorierte Stiche von Maria Sibylla Merian. (ISBN: B005E3P274)
    Friedrich. SCHNACK

    Das kleine Buch der Tropenwunder. Kolorierte Stiche von Maria Sibylla Merian.

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Nadezhda

    Maria Sibylla Merian war nicht nur eine begnadete Künstlerin und Naturforscherin, sondern sie konnte ihre Eindrücke aus Surinam auch ganz wunderbar in Worte fassen. Anschaulich und bewegend schildert sie die Natur, die Landschaft, die Pflanzen und die Tiere, vor allem ihre geliebten Insekten, die sie gemeinsam mit ihrer Tochter Dorothea zwei Jahre lang mit großem Fleiß beobachtete, sammelte und zeichnete, dabei stets belächelt und verspottet von den ignoranten Kolonisten. Zurück in Amsterdam, mehrten die entstandenen Zeichnungen und Stiche den Respekt vor dieser bereits berühmten und außergewöhnlichen Frau.


    Sowohl die Beschreibungen aus der Feder Merians als auch die Einordnung ihres Lebens und Werks durch Friedrich Schnack aus dem Jahr 1935 habe ich gern gelesen - letzteres jedoch mit einigen Abstrichen wegen der doch sehr kolonialistischen Perspektive auf die indigenen Völker Südamerikas, die vom Verlag in der Neuausgabe auch leider nicht kommentiert wird.


    Den Kern dieses Büchleins bilden jedoch unbestreitbar die grandiosen, wunderschönen Tafeln mit Gewächsen und Getier aus tropischen und subtropischen Regionen, die Merian höchst kunstvoll zu Papier gebracht oder in Kupfer gestochen bzw. stechen lassen hat. Ich liebe diese Bilder (einschließlich der leichten Gruseleffekte bei all dem Krabbelviehzeug  ) und wollte mich schon seit langem etwas intensiver mit Merian und ihrem Werk befassen. Die Lektüre der beiden Romane um die junge Naturforscherin Calpurnia Tate gab nun den entscheidenden Anstoß, es endlich zu tun: Ich habe mir mehrere Bücher mit Stichen und Zeichnungen Merians besorgt; dieser kleine Band war der erste davon, den ich gelesen und betrachtet habe, und ich freue mich schon sehr auf die anderen.

  14. Cover des Buches Frau Merian und die Wunder der Welt (ISBN: 9783328106777)
    Ruth Kornberger

    Frau Merian und die Wunder der Welt

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Nierla

    Maria Sybilla Merian ist eine der interessantesten Künstlerinnen und frühen Wissenschaftlerinnen im modernen Sinne. Ich hatte zufälligerweise vor ein paar Monaten einen Artikel mit einer Kurzbiografie in einem Buch über Künstlerinnen und Mäzeninnen des Goldenen Zeitalters der Niederlande gelesen, weshalb mich dieser biografische Roman besonders interessiert hat.
    Merian ist vor allem durch ihre Abbildungen von Blumen und insbesondere Insekten bekannt geworden, ihre Werke sind als das Blumenbuch, Raupenbuch sowie Insektenbuch bekannt geworden - ersteres als Sammlung von Malvorlagen für den Malunterricht bürgerlicher Töchter entstanden, letzteres als Folge ihrer wagemutigen Reise nach Surinam, damals niederländische Kolonie, in der sich für die biologisch interessierte Künstlerin die Chance bot, die für Europäer des ausgehenden 17. bzw. beginnenden 18. Jahrhunderts aufregende und unbekannte Flora und Fauna zu malen und zu beschreiben.

    Dort beginnt denn auch dieser Roman, bevor er zeitlich zurückspringt in Frau Merians Jahre bei den Labadisten, einer papistischen Gruppe, zu der sie "geflohen" ist, nachdem sie sich von ihrem Mann getrennt hatte, um einen Neuanfang zu wagen. Dort trifft sie auf Jan de Jong, und zwischen beiden funkt es sofort. Lange geht die Verbindung mit den Labadisten nicht gut, weshalb sie mit ihren beiden Töchtern nach Amsterdam übersiedelt.
    Es ist bei historischen Romanen für mich immer am spannendsten zu lesen, wie die Menschen in damaliger Zeit gelebt haben, und Amsterdam war eine der größten und wichtigsten Städte dieser Zeit.
    Merian braucht einige Zeit, um sich einzuleben. Sie sucht Malschülerinnen und Abnehmer für ihre Bilder, wird aber bei den reich gewordenen Amsterdamer Händlern nicht so recht fündig. Auch de Jong verschwindet immer wieder und taucht unvermittelt wieder auf, will aber nicht verraten, womit er sein Geld verdient und wovor er - offensichtlich - auf der Flucht ist.

    So viel zur Geschichte, ohne zuviel zu verraten. Hier nun einige Gedanken zum Buch:
    - Der Text an sich lässt sich angenehm lesen, nur die eingestreuten Gedanken Frau Merians fand ich irgendwie unelegant und unpassend - sie haben mich sehr an meine eigenen Schreib- und RPG-Versuche als Teenager erinnert (und die Texte waren nicht sonderlich gut!)
    - Mich hat Frau Merians Insektomanie manchmal arg irritiert, aber so ging es wohl auch vielen Zeitgenossen! Zugleich waren ihre Gedanken biologisch gesehen etwas oberflächlich, das merkt man selbst als Laie auf diesem Gebiet, aber andererseits war sie selbst ja auch eher ein interessierter Laie.
    - Der Funke zwischen Merian und de Jong wollte leider auf mich als Leser nicht so recht überspringen. Warum sie manchmal jahrelang auf ihn wartet (das Buch deckt eine Zeitspanne von knapp zehn Jahren ab), ohne in ihn zu dringen, ist mir ein Rätsel. Wenn man jemanden liebt, will man doch wissen, wo sich diese Person aufhält, wann man sie wiedersieht, oder was diese Person in ihrem Leben so tut. "Liebe macht blind" ist da für mich keine Antwort. Sie selbst fasst meine Meinung ironischerweise ganz gut zusammen: "Über Herzschmerz zu lesen, finde ich müßig."
    - Das Namedropping ist für jeden Amsterdam-, Kunst- und Geschichtsfan ein gefundenes Fressen: ist die "Ansicht von Delft", die bei einer Person im Haus hängt, etwa die von Vermeer gefertigte? - Auch Rachel Ruysch, natürlich Rembrandt, die "Ananaskönigin" Agnes Block sowie architektonische Besonderheiten der Stadt wie die Bilder über den Portalen vieler Häuser sowie die Erwähnung des Rathauses und des (mittlerweile zugeschütteten) Rokin sind spannend und erhellend.
    - Grundsätzlich habe ich ein Problem damit, wenn die Hauptperson eines Romans, vor allem eines historischen, allgemein als schlauer, vernünftiger und fortschrittlicher dargestellt wird als ihre Zeitgenossen. So ist Frau Merian arg verdrossen über die ach so tumben Händler, die ihre Kunst nicht zu würdigen wissen, wobei sie aber übersieht, dass eben diese Händler den Grundstein für den Wohlstand des Landes gelegt und damit überhaupt die Möglichkeit (und den Erfolg) so vieler Künstlerexistenzen geschaffen haben.
    Platt gesagt: Ohne Jan Six kein Rembrandt.
    Wie dem auch sei, Frau Merian scheint wirklich fortschrittlich gewesen zu sein, nicht nur als eine Frau in einer Männerdomäne und als Forschungsreisende, sondern auch in ihrer Behandlung der Sklaven in Surinam. Wer ihr Insektenbuch liest, findet mehrere Stellen, an denen sie ihre Empörung über deren brutale Behandlung seitens ihrer "Besitzer" ausdrückt. Sie offenbart außerdem Interesse an den Gebräuchen der INDIANISCHEN BEVÖLKERUNG SURINAMS.
    - Manche Details und Handlungsstränge wurden zugunsten der Geschichte verändert. So taucht hier Zar Peter der Große sehr viel früher in den Niederlanden auf, als es in der Realität der Fall gewesen ist - Frau Merian und er sind sich wohl nie persönlich begegnet (fun fact: dafür hat ihre jüngere Tochter den späteren Hofmaler Peters geheiratet und ist selbst in St. Petersburg gesellschaftlich aufgestiegen).

    Trotz der einzelnen Kritikpunkte lässt sich das Buch gut lesen und erlaubt es dem Leser, gemeinsam mit der Protagonistin in diese fremde Zeit sowie Welt einzutauchen.

    Wessen Interesse geweckt wurde, dem bieten sich neben diesem Roman zum Weiterlesen die erwähnten Werke Merians an: das Neue Blumenbuch (umfasst alle drei einzelnen "Blumenbücher"), Der Raupen wunderbare Verwandelung und sonderbare Blumennahrung (das "Raupenbuch) sowie Metamorphosis insectorum Surinamensium das "Insektenbuch", entstanden als Resultat ihrer Surinam-Reise).
    Wer des Niederländischen mächtig ist, dem sei Gouden Vrouwen van de 17de eeuw: van kunstenaars tot verzamelaars ans Herz gelegt. Es bietet nicht nur ein Porträt Maria Sybilla Merians und ihrer Tochter Dorothea Maria Graff, sondern auch der Rachel Ruysch sowie von Agnes Block.


    (Hinweis: Ich habe dieses Buch bei einer Leserunde gewonnen.)

  15. Cover des Buches Könnte Liebe sein (ISBN: 9783442725625)
    Astrid H. Roemer

    Könnte Liebe sein

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Die Königin von Surinam (ISBN: 9783426620601)
    Clark Accord

    Die Königin von Surinam

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Die Blume von Surinam (ISBN: 9783732562817)
    Linda Belago

    Die Blume von Surinam

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Krimifee86

    Bei „Die Blume von Surinam“ handelt es sich nach „Im Land der Orangenblüten“ um Teil 2 der Reihe rund um die Plantagenbesitzerin Julie. Wie der Name schon sagt spielt das Buch in Surinam, kurz nachdem die Sklaverei in dem südamerikanischen Land abgeschafft wurde. Das merken auch Julie und ihr Mann. Denn obwohl sie ihre Sklaven immer sehr gut behandelt haben, fällt es ihnen immer schwerer, Arbeiter für ihre Zuckerrohrplantage zu finden. Deshalb heuern auch sie indische Kontraktarbeiter an. Doch nicht nur ist die Zusammenarbeit zwischen ihnen und den ehemaligen Sklaven schwierig, auch sind die indischen Traditionen und die Kultur nichts, was Julie tolerieren kann. Entsprechend bahnt sich eine Katastrophe an, die noch dadurch verstärkt wird, dass ein alter Feind auf der Bildfläche erscheint.


    Ich mochte das Buch und mochte es auch irgendwie nicht. Das liegt vor allem daran, dass ich Julie irgendwie als Person nicht mehr so sehr mochte. Da sie die Protagonistin ist, ist das entsprechend schwer. Sie war mir zu steif, zu schwerfällig, zu wehleidig, stellenweise sogar zu arrogant. Nichts mehr über von der energiegeladenen Frau, die wir noch aus dem ersten Band kennen. Dafür mochte ich ihren Sohn Henry umso mehr, auch wenn er sich ebenfalls (jedenfalls in Teilen) sehr dumm verhält. Ich mochte seine Freundschaft mit Karini, die im Übrigen mein Lieblingscharakter ist. Ebenfalls nicht mochte ich leider die Kontraktarbeiter, allen voran Inika. Ja, sie tat mir leid, aber trotzdem ist sie in meinen Augen einfach eine falsche Schlange. Und zwar die ganze Zeit und ihr Verhalten denjenigen gegenüber, die ihr Gutes wollen, ist einfach nur grauenhaft.

    Zur Geschichte an sich muss ich sagen, dass es mir zu viel war. Es gab vielleicht auch einfach zu viele Charaktere, denen zu viel widerfahren ist. Das hat mich persönlich sehr gestört. Hier wäre definitiv weniger mehr gewesen, damit man sich auf einen Strang der Erzählung fokussieren kann. Nichtsdestotrotz haben mir einige Handlungsstränge richtig gut gefallen, insbesondere natürlich Henry und Karini, aber auch die Geschichte rund um Martins Vater war interessant. Die indischen Kontraktarbeiter hätte es für meinen Geschmack aber nicht gebraucht.


    Fazit: Ich fand das Buch ganz gut und vergebe auch immerhin 6 von 10 Punkten. Nichtsdestotrotz – sollte er jemals erscheinen – ich brauche keinen weiteren Teil aus Surinam.



    Mehr von mir zu den Themen Bücher, Bullet Journal, Essen, Reisen, Fotos, Disney, Harry Potter und noch vieles mehr gibt es unter: https://www.facebook.com/TaesschenTee/

  18. Cover des Buches Königin der Huren (ISBN: 9783795117481)
    Clark Accord

    Königin der Huren

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Historica (ISBN: 9781445429441)
    Ludwig Könemann

    Historica

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Zeige:
    • 8
    • 12
    • 24

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks