Bücher mit dem Tag "surreal"
53 Bücher
- Cornelia Funke
Tintenwelt 1. Tintenherz
(10.899)Aktuelle Rezension von: lealiestzwischen_den_zeilenTintenherz war das erste etwas umfangreichere Buch, das ich als Kind von meiner Oma geschenkt bekommen habe. Anfangs war ich noch kritisch und weigerte mich, so einen für mein damaliges Empfinden "dicken Wälzer" zu lesen; aus Langeweile fing ich dann eines abends dann doch an und konnte das Buch danach kaum mehr aus den Händen legen.
Funkes Schreibstil, der einen förmlich in die Geschichte hineinsaugt, die düster-magische Atmosphäre, die wunderbar ausgearbeiteten Figuren - hier allen voran der Feuertänzer Staubfinger - begeistern mich auch noch heute nach wie vor. Die Beziehung zwischen Protagonistin Meggie und ihrem Vater Mo ist etwas ganz Besonderes und die Beschreibungen von Elinors Bibliothek lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Die Liebe zu Büchern wird auf jeder Seite spürbar - die Buch-Fürsorge von Buchbinder Mo, Elinors Büchersammlung, Fenoglio als Schöpfer der Tintenwelt und die magische Gabe des Lesens von Vater und Tochter.
Ein gelungener Auftakt für eine der besondersten Jugend-Fantasy-Reihen überhaupt. Ganz klare Lese-Empfehlung für Jung & Alt!
- Haruki Murakami
1Q84 (Buch 1, 2)
(764)Aktuelle Rezension von: Neytiri888Dieses Buch ist absolut unvergleichlich! Bin wie verzaubert von dieser Geschichte und der Art wie Murakami sie erzählt.
Abwechselnd wird aus den Perspektiven der zwei Hauptprotagonisten Aomame und Tengo berichtet. Allein die Namen der beiden sind mir äußerst sympathisch. Speziell, aber klangvoll. Die beiden haben sich im Alter von 10 Jahren ineinander verliebt und dann niemals mehr wieder gesehen. Trotzdem konnten sie beide niemals jemand anderen wirklich lieben.
Beide werden in eine ziemlich merkwürdige Welt hineingezogen, die scheinbar dadurch entstanden ist, dass Tengo gemeinsam mit der 17jährigen Fukaeri ein Buch darüber geschrieben hat. Die Geschichte allerdings beruht auf dem, was Fukaeri selbst erlebt hat, weswegen mysteriös bleibt, was zuerst da war: die Geschichte, oder die Parallelwelt.
Obwohl Tengo und Aomame beide in diese Welt geraten sind, begegnen sie sich auf bittersüße Weise im ganzen Buch nicht persönlich.
Die Charaktere sind wunderbar einzigartig, die Geschichte magisch mysteriös, der Schreibstil wunderbar flüssig zu lesen.
Ich habe absolut nichts zu bemängeln und werde sofort das zweite Buch verschlingen, um herauszufinden, wie die Geschichte weiter geht.
Absolute Leseempfehlung! Hier bekommt man großartige Literatur und Unterhaltung!
- Haruki Murakami
Kafka am Strand
(1.114)Aktuelle Rezension von: entspanntesLesenKafka Tamura verlässt Nakano und macht sich auf den Weg über die große Brücke. Er lässt zurück seinen Vater, mit Sack und Pack, hofft Abstand zu gewinnen und vielleicht seine Mutter und Schwester irgendwo da draußen zu finden. Währenddessen passieren in Nakano und rundherum surreale Dinge - mittendrin Nakata, ein Sechzigjähriger, der mit Katzen sprechen kann und anders denkt.
Meine Meinung:
Murakami erbaut Welten, die nebeneinander existieren. Ich kannte seinen Stil schon durch das zuletzt erschienene Buch "Die Stadt und ihre ungewisse Mauer".
Das Buch arbeitet tief mit Symbolik, erklärt nicht und lässt Zugang über die Gefühle des Lesers selbst.
Da Murakami zu fließend erzählt, entsteht dieser meditative Sog - ohne laut zu sein und Effekte zu provozieren.
Die Kapitel wechseln ab, es gibt 2 Wege und verschiedene Konstellationen, welche sich zum Teil spiegeln. Zu einem ist da der 15 jährige Kafka, Oshima als Leitfigur und Saeki, die Bibliotheksleiterin. Zum anderen Nakata auf seinem Weg mit Hoshino, um etwas zu tun, wofür es keine Zeit und keinen konkreten Rahmen gibt.
Der Roman war eine Wucht für mich und bewegte mich, weitere Murakami Romane auf meine Leseliste zu setzen.
Es kann bewegen, spiegeln, zeigen oder einfach eine Geschichte sein, die magisch anhaftet.
- Charlotte Roche
Feuchtgebiete
(2.338)Aktuelle Rezension von: susileseratteIch hatte über einige Jahre hinweg immer wieder gezögert diesen Roman endlich zu lesen... Es tut mir leid so negativ zu sein aber mein inneres Gefühl hat mich wenig überraschend nach dem Lesen dieser Lektüre total bestätigt. Dieser Roman ist wie andere Mega-Bestseller, die ich bereits gelesen habe. Einfach nur tief enttäuschend und ernüchternd! Ich denke, ich muss mich endlich einmal von der Vorstellung lösen, dass Bestseller nicht automatisch gut geschriebene Bücher sind. Ich kann mir allerdings auch nicht erklären, woher diese große Leserschaft bei solchen "Schundromanen" kommt. Das scheint für mich mittlerweile fast schon ein nerviges "Phänomen" zu sein. Das beste moderne deutschsprachige Beispiel ist für mich da eindeutig Caroline Wahl! Völlig unverständlich für mich, wie sich so etwas Schlechtes so gut verkaufen kann. Liegt es womöglich einfach daran, dass die renommierten Verlage einfach sehr gut darin sind ihre Autoren zu vermarkten? Anders kann ich es mir persönlich nämlich nicht erklären. Ich meine mit Schundroman in Bezug auf Feuchtgebiete übrigens die künstlerische Qualität und nicht den offenen Umgang mit Sexualität und/oder den beschriebenen Sexualpraktiken. Ich liebe es nämlich über Erotik in der Literatur zu lesen, aber auch nur, wenn ich dabei ein gewisses Niveau ermessen kann. Und dies kann ich bei Feuchtgebiete leider ebenso wenig wie beispielsweise bei Fifty Shades of Grey... und bei Fifty Shades of Grey habe ich bzw. konnte ich nebenbei bemerkt schlicht weg nicht über den ersten Teil hinaus weiterlesen weil ich es einfach so dermaßen schlecht fand. Ich lese viel lieber einen Hardcore-Porno als etwas so genanntes Erotisches, von dem man als Leser den Eindruck hat, als hätte es eine pubertierende Dreizehnjährige geschrieben. Charlotte Roche ist zwar auf alle Fälle um einige Längen besser als E. L. James (Shades of Grey) aber darauf darf man sich doch ehrlich gesagt auch nichts einbilden, oder? Im Endeffekt muss man auch Charlotte Roche schriftstellerisches Talent absprechen, so bitter und hart dies auch klingt.
Falls diese Rezension als despektierlich oder abwertend verstanden werden sollte, dann tut es mir leid. Ich versuche bei meinen Kritiken stets sachlich und objektiv zu bleiben und bin bemüht mich klar und ohne Vorurteile oder Emotionen auszudrücken. Letztlich handelt es sich dabei auch nur um meine persönliche Meinung und Literatur ist wie vieles andere am Ende des Tages doch einfach nur völlige Geschmackssache :-)
Ich würde dieses Buch also leider niemandem weiterempfehlen, weil mir weder die schlichte seichte Handlung noch der schwache wenig anspruchsvolle Schreibstil zusagen.
- Audrey Carlan
Trinity - Verzehrende Leidenschaft (Die Trinity-Serie 1)
(519)Aktuelle Rezension von: love1988Das Cover ist ein absoluter Blickfang – elegant, sinnlich und perfekt auf die emotionale Intensität der Geschichte abgestimmt. Es transportiert die Leidenschaft des Romans schon auf den ersten Blick.
Die Hauptfiguren sind unglaublich vielschichtig, authentisch und voller innerer Konflikte. Ihre Entwicklung ist emotional berührend, und die Chemie zwischen ihnen ist von der ersten Seite an spürbar.
Die Nebenfiguren geben der Geschichte zusätzliche Tiefe und wirken niemals blass oder austauschbar. Sie bringen Dynamik, Wärme und genau die richtige Portion Drama in die Handlung.
Der flüssige, gefühlvolle Schreibstil verbindet sich mit dem intensiven, atmosphärischen Setting zu einem Sog, dem man sich kaum entziehen kann.
Von mir eine klare Leseempfehlung!!!!!
- Neil Gaiman
Der Ozean am Ende der Straße
(510)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeEin erwachsener Mann kehrt in das Dorf seiner Kindheit zurück, zurück zu Nachbarn, zu deren Teich hinter dem Haus und erinnert sich. Er erinnert sich an deren Tochter Lettie und an eine große Tat, ein ganzes Universum und sein geschenktes Leben....
Fast kann man das Buch als erzählerische Perfektion bezeichnen. Poetisch, eine Sinfonie der Bilder, der Symbolik. Eine Komposition der Worte, ineinander verwoben, aufeinander aufbauend, eine Fülle an überreichen Akkorden, Allegorien für fast jedes erdenkliche Thema, eine Aneinanderreihung feinster Handwerkskunst eines begnadeten Schriftstellers. Eine Unzahl großer Themen, angerissen, abgehackt, große Töne in einem kleinen kurzen Buch, alles bis ins kleinste Detail durchdacht, geschliffen, feinpoliert. Aber insgesamt ist es einfach zu viel, alle Mysterien der Welt aus den Augen eines Siebenjährigen erzählt, erklärt, gelöst und umgehend vergessen. Ob es die Fülle ist die erschlägt, die Dichte an Sinnsprüchen, die für fünf Leben reichen oder einfach das Überbordende, dass den Leser erschlägt.... Einzig klar ist am Ende, dass es zu viel war, um sich die einzelnen Worte, die besonderen Zeilen, zu merken, sie lange nachklingen zu lassen.
Mein Fazit: ein wundervolles Buch zum Lesen, weglegen und vergessen. Der Nachhall, das Besondere, fehlt einfach. Ich blieb eher erschlagen zurück, ohne Lust mich noch weiter damit zu beschäftigen. Und obwohl es so viele wundervolle Aussagen gab, blieb ob der Masse nicht eine Einzige hängen. Definitiv ein lesenswertes Buch, ein zu erinnerndes Buch eher weniger.
- Franz Kafka
Das Schloss
(315)Aktuelle Rezension von: bookswithjacki3,5 Sterne. Für mich persönlich das "schlechteste" Buch von Franz Kafka. Man muss bedenken, dass seine Romane unvollendet sind und postum veröffentlicht wurden. Als Kafka-Fan schätze ich auch dieses Buch, aber es konnte mir von seinen Werken am wenigsten geben. Die Handlung ist sprunghaft und nicht ganz durchsichtig. Man sollte sich Zeit dafür lassen.
- Cecelia Ahern
Weihnachtsgeschichten
(1.263)Aktuelle Rezension von: Zahirah...ist ein modernes Märchen für Erwachsene. Elizabeths bedürftiges emotionales Inneres erwacht, als sie Ivan spürt und hört, was ihn zunächst erschreckt und seine Neugierde weckt, da dies noch nie geschehen ist. Für Ivan ist es normal, dass Kinder ihn sehen können und dass es dafür einen besonderen Grund gibt, aber was hier durch Elizabeth geschieht, ist ihm so noch nie passiert.
Ja, hier ist definitiv Magisches im Gange, aber die Autorin verpackt eben diese Magie so geschickt, dass es einfach Spaß macht Elizabeth und Ivan auf ihrer "Entdeckungsreise" zu begleiten.
Es ist definitiv ein sehr emotionales Buch, das zum Nachdenken über die wahre Bedeutung von selbstloser Liebe und Freundschaft anregt.
- Renate Silberer
Das Wetter hat viele Haare
(16)Aktuelle Rezension von: frauvormittagDiese Buch wurde mir von einer Freundin empfohlen, die bei der lovelybooks leserunde mitgemacht hat. Ich lese sehr gerne Kurzgeschichten und diese Erzählungen folgen in den einzelnen Geschichten wiederkehrenden Figuren, sie schreiben sich fort. Erzählt wird nie zu viel, was mir sehr gefällt, denn ich mag es nicht, wenn auch das offensichtliche noch nachzulesen ist. Einige Geschichten spielen mit dem Absurden, verzichten auf eine nachvollziehbare Handlung und gerade dieser Zugang zu Sprache und Literatur ist für mich sehr fesselnd. Bilder, die in meinem Kopf auftauchen und in mir etwas ansprechen oder mich anregen, sind genau das, was ich an Literatur mag. In diesem Buch geschieht dies auf sehr vielfältige Weise. Die Autorin mischt Alltagsgeschehen mit Traummomenten und stellt dadurch spannende Bezüge her, die Situationen in neuem Licht erscheinen lassen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und werde es demnächst wieder lesen. - Haruki Murakami
Die Ermordung des Commendatore Band 2
(341)Aktuelle Rezension von: rkuehneDer zweigeteilte Roman "Die Ermordung des Commendatore" - ist ein typischer, klassischer Murakami. Die Geschichte um den Portraitmaler, der nach der plötzlichen Trennung von seiner Frau und einem Roadtrip im verlassen Haus eines früheren Malers einzieht und sich dort mystischen oder übernatürlichen Begegnungen stellen muss. Die Sprache Murakamis ist und bleibt wunderbar und eine wahre Lesefreude. Ich persönlich mag mehr die realistischen als die phantastischen Murakami -Romane, weshalb ich hier nicht volle Punktzahl geben kann. Außerdem fand ich die fixierung auf die Oberweite eines dreizehnjährigen Mädchens am Ende des Buches etwas befremdlich.
- Han Kang
Die Vegetarierin
(604)Aktuelle Rezension von: Darcys_LesestuebchenEhrlich gesagt fällt es mir schwer, zu diesem Buch in meinen eigenen Worten eine Wiedergabe des Inhalts zu geben, denn es war ein absoluter Fiebertraum. Yong-Hye und ihr Ehemann sind schon einige Jahre verheiratet und haben einen festen Alltag, mit dem gerade der Mann durchaus zufrieden ist. Dies ändert sich schlagartig, als seine Frau weitreichende Entscheidungen trifft. Erst verkündigt sie, kein Fleisch mehr essen zu wollen, bis diese Überzeugung immer radikaler wird und sie sogar von einem Leben als Pflanze träumt. Und sie reißt nicht nur sich immer mehr dem Abgrund entgegen.
Meine Meinung:
Puh, selbst nach gut einem Monat weiß ich immer noch nicht so recht, was ich über dieses Buch schreiben soll. Es war definitiv ein Erlebnis, das selbst jetzt noch in mir nachhallt, aber nicht in positiver Weise. Selten habe ich ein Buch gelesen, das so schräg und absolut unvorhersehbar war und mich meistens sehr stark irritierte. Zwar konnte ich durchaus erkennen, was die Autorin einem erzählen wollte, gerade in Bezug auf die Kultur in Korea, aber dennoch las es sich wie ein absoluter Fiebertraum. Einzig wegen dem interessanten Anfang vergebe ich eine etwas bessere Bewertung, absonsten war es absolut kein Buch für mich.
Die ersten Kapitel mochte ich sogar recht gerne. Man erlebte die Geschichte aus der Sicht des Mannes von Yong-hye, die nach einem Traum radikal ihre Essgewohnheiten änderte und schließlich nach und nach auch ihr Leben und ihre Ansichten. Die Verwirrung, der Ärger und die Ratlosigkeit des Mannes waren sehr gut greifbar und obwohl er mir unsympathisch war, fand ich ihn authentisch. Nach und nach bekommt man kleinere Informationen und ihre Ehe, wie sie sich kennenlernten und wie ihre Beziehung sich veränderte. Das gefiel mir richtig gut und ich fand es interessant. Auch die Hilflosigkeit der Eltern und der restlichen Familie von Yong-hye fesselten mich. Es war sehr heftig, wie sie reagierten, aber die Autorin hielt eine gute Balance, trotz der großen Unsympathie, die ich gegenüber den Charakteren empfand.
Dies änderte sich aber, als nach ca. der Hälfte des Buches ein radikaler Sichtwechsel vorgenommen wurde und ich große Schwierigkeiten hatte, nicht nur der Geschichte weiter zu folgen, sondern auch absolut keine Ahnung, aus welcher Sicht ich nun las. Die Geschichte machte einen großen Sprung von mehreren Jahren und es war für mich nicht ersichtlich, warum dies geschah. Die Handlung wurde mittendrin unterbrochen und ich hatte das Gefühl, nun ein komplett anderes Buch zu lesen, was mich sehr störte. Zwar kam ich wieder leicht rein, als ich fesstellte, dass nun aus der Sicht des Schwager von der Hauptfigur erzählt wurde, aber die Geschehnisse wurde teils so absurd, so drüber, dass es sich wie ein Fiebertraum las und absolut keine Freude mehr machte. Gerade gewisse Aktionen der Figuren ließen mich völlig ratlos zurück und ich verstand es einfach nicht mehr.
Zum "Schluss" gab es noch einen weiteren Sichtwechsel und nun durfte die Schwester erzählen, was danach passierte. Hier war ich nun völlig raus und ehrlich gesagt auch froh, dass es "endete". Ich setze es bewusst in Anführungszeichen, weil es so etwas wie ein Ende bzw. Finale gar nicht gab und es mittendrin aufhörte. Mit offenen Ende habe ich persé keine Probleme, aber hier hörte es wirklich mittendrin und ohne Sinn auf, was mich ziemlich rastlos zurückließ. Was habe ich hier gelesen und was soll ich davon halten ? Es drehte sich um Gewalt, Wahnsinn, die eigene Identität, Missbrauch und Schuld, was eigentlich interessant und spannend hätte werden können, aber mit dieser Umsetzung harderte ich völlig.
Warum dieses Buch einen Nobelpreis erhielt verstehe ich nicht wirklich, vor allem wegen dem Schreibstils, der aus einfachen Sätzen und einer gewissen Nüchternheit bestand, die ebenfalls nicht gut eingesetzt wurde. Die Sprache war recht schlicht und die Figurenzeichnung kaum der Rede wert. Sie wirkten zwar authentisch, aber allesamt unsympathisch und manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie genauso wahnsinnig wie die Hauptfigur waren, die bis auf ein paar Traumsequenzen nie aus ihrer Sicht erzählen durfte. Ein interessanter Ansatz, aber dadurch konnte sich zu dieser Figur niemals auch nur den Ansatz einer Verbindung spüren.
Fazit:
Diese Rezi fällt mir definitiv nicht leicht, weil ich durchaus verstehe, was die Autorin einem erzählen will, aber die Umsetzung, die Wechsel und die Figuren irrtierten mich völlig. Nach dem guten Anfang wurde es immer schräger, bis es sich wie ein Fiebertraum anfühlte und mich völlig ratlos zurückließ. Die Figuren wirkten durchaus authentisch, waren aber allesamt sehr unsympathisch und wirkten teilweise genauso wahnsinnig wie Yong-hye, die leider nie aus ihrer Sicht erzählen durfte. Ein durchaus interessanter Ansatz, der mir aber nicht gefiel.
2 von 5 Sterne
- Anne Bishop
Dunkelheit
(183)Aktuelle Rezension von: Moelli116Der Aufbau ist eigentlich typisch für Fantasy-Geschichten: Es geht um ein junges Mädel, was insgeheim eine große Macht besitzt und damit in unterschiedlich schwierige Situationen gerät. Dennoch ist es nicht langweilig der Geschichte zu folgen.
Ich hatte anfangs ein paar Schwierigkeiten herauszufinden, welcher der Charaktere gut oder böse in der Geschichte sind. Insbesondere der Höllenfürst persönlich wird regelmäßig als sehr liebenswürdig dargestellt. Das ist zwar vielleicht manchmal etwas widersprüchlich, aber so kann man sich noch selbst ein Bild über die Charaktere machen.
Spannendes Ende, sodass man gleich mit dem nächsten Teil weiter machen möchte.
- Neil Gaiman
American Gods
(107)Aktuelle Rezension von: Henri3tt3In diesem Hörspiel geht es um einen Roadtrip kreuz und quer durch die USA, um alte und neue Götter, um Liebe, Freundschaft und Familie. Die Inszenierung als Hörspiel ist perfekt gelungen. Ich habe die vielen Stunden gebannt gelauscht und dabei im Garten gearbeitet, gestrickt oder Wäsche aufgehängt. Nur bei den letzten Stunden habe ich irgendwie den Faden verloren und die Story nicht mehr verstanden. Wer war jetzt tot und wer nicht bzw. doch nicht tot oder nicht mehr tot?
Insgesamt ist es auch eher eine Männergeschichte, denn obwohl es sehr viele Charaktere gibt, von denen einige sehr wichtig sind, spielen Frauen immer nur mehr oder weniger kleine Nebenrollen. Sie reden auch kaum miteinander. Diese Welt dreht sich nur um die Männer, dementsprechend kreisen auch die Frauen nur um die Männer. Das ist sehr schade, denn hier wurde viel Potential verschenkt. - Laura Purcell
Die stillen Gefährten
(147)Aktuelle Rezension von: GuinevereOriginalDas Buch "Die stillen Gefährten" von Laura Purcell handelt von einer jungen Dame namens Elsie, die nicht lange nach ihrer Hochzeit ihren Ehemann verliert und in ein Landhaus ihres Gatten verfrachtet wird, um dort ihre Trauerzeit abzusitzen. Nicht lang nach ihrer Ankunft schafft sie es in die Dachkammer zu kommen, die eigentlich verschlossen war. In diesem Raum entdeckt sie ein hölzernes Kunstwerk, das man als "Gefährte" bezeichnet. Doch kaum wurde der Gefährte aus der Dachkammer befreit, geschehen merkwürdige Dinge im Landhaus. Währenddessen findet sie Stück für Stück mehr über die Geschichte der Familie ihres Gatten raus, die düsterer ist als gedacht.
Die Geschichte wird in 3 verschiedenen, sich abwechselnden Sichten wiedergegeben - Die Gegenwart und die frühe Vergangenheit aus Elsies Sicht, wie auch eine noch weiter zurückliegende Vergangenheit aus der Sicht einer Vorfahrin der Familie Bainbridge.
Durch diese wechselnden Sichten wird man Stück für Stück an das Geheimnis der Bainbridge geführt, ohne das die Spannung weicht - und davon gibt es reichlich viel. Das Buch verpasst einem jedoch nicht nur eine Gänsehaut mit Schreckensmomenten, sondern ist gelegentlich auch etwas brutal und blutig.
Allgemein ist der Schreibstil sehr angenehm zu lesen und obwohl mir die meisten Charaktere eher unsympatisch waren, waren doch alle sehr nachvollziehbar und ich konnte perfekt mit ihnen mitfühlen. Dies hat mich nur noch neugieriger auf die Geschehnisse im Landhaus und seine Geschichte gemacht.
Insgesamt habe ich nur 1 1/2 Tage für dieses Buch gebraucht, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte - und sowas passiert nicht oft.
Ein Fan vom viktorianischen Zeitalter wie auch vom Horror mit Gruselmomenten und/oder blutigen Horror kann diesem Buch gewiss viel abgewinnen - ich zumindest war begeistert!
- Kirsty Logan
The Gracekeepers
(39)Aktuelle Rezension von: MareiaDer Schreibstil
Ihr wisst, dass ich gerne englische Bücher lese. Aber dieses hier war ein echt zäher Brocken, denn der Schreibstil von Kirsty ist einfach sehr poetisch und deswegen nicht gerade einfach... Ich muss sagen, teilweise habe ich Shakespeare (zumindest mit Übersetzungshilfe ;D) besser verstanden... Man kann auf jeden Fall sagen, dass der Schreibstil der Autorin unverwechselbar ist. Aber leider macht es das Verständnis eben teilweise sehr schwer... Vor allem in einer anderen Sprache. Ich denke, sollte es noch übersetzt werden, lese ich es noch einmal auf Deutsch.
Die Handlung
The Gracekeepers ist eine ziemlich ruhige Geschichte. Die magische Welt, die die Autorin konstruiert, ist wirklich beeindruckend und zeigt seine ganz eigene Atmosphäre. Dabei wird die Geschichte abwechselnd von North und Callanish erzählt. Das machte es mir aber auch wieder schwerer, bestimmte Aspekte zu verstehen. Außerdem finde ich, dass die Geschichte teilweise ein wenig vor sich hinplätschert, ohne dass groß was passiert...
Die Charaktere
Die beiden Protagonisten sind sympathisch, denke ich. Doch gerade zu Beginn empfand ich sie als relativ undurchschaubar und flach. Erst später konnte ich zu den beiden durchdringen...
Fazit
Die Welt und die Idee gefall mir ziemlich gut. Aber zum Einen ist es für mich auf Englisch einfach vieles nicht verständlich genug gewesen und auch die Charaktere waren teilweise schwer nachzuvollziehen. - Joseph Fink
Der lächelnde Gott
(27)Aktuelle Rezension von: kiwi811Skurril soll das Buch sein, witzig, gesellschaftskritisch, ein Pageturner.! Ich gestehe, ich habe es mehrfach versucht und einige Seite gelesen, habe das Buch dann aber beiseite gelegt. Weder ist die Story komisch noch ist sie so spannend, als das man das wirre, unzusammenhängende Geschehen in irgendeiner Form bemerkenswert nennen könnte. Gähnend langweilig wird von ein paar Forschern und einem von der Erde verschluckten Griesgram berichtet, ohne dass ein tieferer Sinn darin zu erkennen ist. Kurz: Kein Buch für mich.
- Barbara Gowdy
Kleine Schwester
(12)Aktuelle Rezension von: gstRose liebt Gewitter, seit sie entdeckt hat, was die in ihr verursachen. Sie kann es kaum erwarten, bis das nächste kommt und sie wieder in Harriets Haut schlüpfen kann. Wenn sie im Körper dieser fremden, schwangeren Frau ist, fühlt, hört und sieht sie, womit diese sich gerade beschäftigt. Neugierig geworden, sucht Rose nach Harriet und beginnt, sie zu stalken.
Zwischendurch blitzen Erinnerungen an ihre jüngere, bereits verstorbene Schwester Ava auf. Wir tauchen abwechselnd in die Jahre 1982 und 2005 ein und begleiten die Protagonistin durch ihre Arbeit im vom Vater geerbten Kino. Dabei werden ganz berühmte Filme erwähnt, so dass das Lesen auch bei mir viele Erinnerungen wach rief. Der beginnenden Demenz der Mutter nimmt die Autorin durch ihren Humor die Schärfe.
Ich habe das Buch der 1949 in in Windsor/Ontario geborenen, mit vielen Preisen ausgezeichneten Autorin sehr gern gelesen und gleich Informationen eingeholt, was sie noch alles geschrieben hat. Die Mischung aus Spannung, Fantasie und Humor gefällt mir sehr.
- Lucy Clarke
Das Haus am Rand der Klippen
(116)Aktuelle Rezension von: BitzkiNachdem ich die Castaways und den Hike nicht so doll fand, hat mich dieses Buch wieder überzeugen können. Hier zeigt die Autorin, dass sie eine wirklich gute Erzählerin ist. Die atmosphärische Geschichte rund um die Schriftstellerin Elle hat mir echt gut gefallen!
Das Buch ist in einem für mich wunderbaren Stil geschrieben, der sich in der Form immer der jeweiligen Situation anpasst - von hoch emotional über bedrohlich/unwirklich bis kurzatmig. Chapeau!
Genau so unsicher und im Dunkeln tappend wie Elle fühlt man sich auch als Leser. Lange Zeit weiß man nicht, wo die Reise hingeht, Vermutungen hat man jedoch die ganze Zeit.
Ich fand das Buch gut konstruiert, spannend und überraschend. Interessant fand ich nebenbei die Einblicke in den "Alltag" einer Schriftstellerin.
Wer nicht unbedingt Morde und Action braucht, wird hier gut unterhalten.
Von mir gibt's 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung! Einen halben Stern ziehe ich ab, weil mir der Schluss bzw. die Auflösung leider nicht ganz so gut gefallen hat.
- Ulrich Tukur
Der Ursprung der Welt
(28)Aktuelle Rezension von: LeserstimmeTukurs Idee Geschichte mit Zeitsprüngen zu verbinden ist zwar nicht schlecht gewesen, wäre aber vom Stil bei mir besser angekommen, hätte er Kapitel angelegt. So wären die relativ schnellen Zeitsprünge vom Jahr 2033 in den 2. Weltkrieg besser erkenntlich gewesen.
Paul Goullet lebt in naher Zukunft und findet sich dort nicht mehr zurecht. Durch Zufall stößt er auf ein Foto, dass ihm bis aufs Haar gleicht. Erstaunt stellt er fest, dass dieses Foto aus den 1920ern stammt und in Frankreich gemacht wurde. Da er das unmöglich selbst sein kann, macht er sich auf den Weg nach Südfrankreich und begibt sich auf die Suche nach diesem Mann und dessen Vergangenheit auf dem Bild.
Durch sogenannte Zeitsprünge und Visionen findet er sich immer wieder im Körper des abgebildeten Mannes in der Vergangenheit und sieht durch seine Augen die Gräueltaten, die dieser beging. Ein Doktor Prosper Genout, der aus den Flüchtenden aus Deutschland mitten im 2. Weltkrieg, Geld herauspresst, ihnen Versprechungen zur gelingenden Flucht macht und sie dann auf grauenhafte Art und Weise tötet.
Zurück im eigenen Körper als Paul Goullet macht er in der Pension von Francoise Simon ebenfalls eine Entdeckung - wieder ein Abbild seiner selbst - ist sich aber nicht sicher, ob er aufgrund seiner eigenartigen Zeitsprünge und Visionen sich etwas eingebildet hat.
Zusammen mit den Personen der Gegenwart und denen der Vergangenheit deckt er Schicht für Schicht den Charakter einer grauenhaften Person auf.
Manchmal von der Sprache her für mich sehr altertümlich. Auf S. 164 steht das Wort "erstorben", das ich überhaupt nicht mehr so kenne. Ich nehme an, das war gewollt so. Ich vergebe nur dreieinhalb Sterne. Es war nicht ganz mein Stil und manchmal habe ich mich wirklich durchgekämpft. Aber das ist wohl Geschmacksache. Da ich vor Kurzem etwas ähnliches las - "Das Verschwinden des Josef Mengele" - vielleicht auch nicht mein Renner.
- Thekla Kraußeneck
Cronos Cube 1
(49)Aktuelle Rezension von: TimeFliesAwayDas Buch ist eine Achterbahn mit Adrenalin, man fühlt sich wie in einem Actionfilm – nein, mehrere Actionfilme hintereinander –, es passiert immer wieder was und man weiß nie wirklich, wann Schluss ist, wann die Charaktere ausschnaufen dürfen.
Den Prolog fand ich aber verwirrend und hab das Buch auch fast schon aufgeben, wollte es weglegen, aber keine Ahnung was mich daran hinderte, doch ich habe es gekauft und bin mehr als froh über diese Entscheidung. Nach dem zweiten Kapitel hat es mich bereits in seinen Bann gelegt, mich gefesselt, ich wollte gar nicht mehr aufhören. Die Charaktere waren mir sehr interessant – ich wollte mehr erfahren. Mehr von dieser nahen Zukunft erfahren, die so erschreckend nah scheint.
Die Beziehungen der Charaktere mochte ich besonders. Immer wieder hab ich welche miteinander geshippt, dann aber gleich nicht mehr, als einer von ihnen eine Entscheidung traf, die mir unsympathisch war und mir der andere Charakter leid tat. Erst war es Lachlan, den ich sympathischer fand, derjenige, wegen dem ich das Buch weiterlas. Im Laufe des Buches hat sich das aber so ziemlich gewandelt und jetzt bin ich auf Zack’s Seite.
Echt ein Wunder, was die Autorin mit ihrem Schreibstil geschaffen hat. Jeder Charakter – auch Nebencharaktere – war wertvoll und hatte etwas an sich, über das man mehr erfahren wollte. Niemand war so wirklich überflüssig und jeder hatte nachvollziehbare Schwächen.
Die virtuelle Welt war sehr präzise durchdacht und ich würde das jetzt gerne am liebsten auch spielen. Die Wesen waren in meiner Vorstellung erschreckend, aber irgendwie auch süß. Ich hatte schon immer was für Fantasy-Tiere.
Um zum Punkt zu kommen: ich bin begeistert von dem Buch und kann es kaum erwarten, mit dem 2. Teil zu beginnen.-02.2020
- Emma Glass
Peach
(16)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEs gibt Bücher, die überzeugen mit einer spannenden, traurigen, fantastischen, liebevollen oder dramatischen Erzählung. Andere Bücher beeindrucken durch einen sprachgewaltigen Stil, sie zeigen auf, was alles mit Sprache möglich ist. Und dann gibt es Werke, die zeigen, dass Literatur nicht nur Geschichten erzählen kann, sondern zugleich auch Kunst ist. Emma Glass Debütroman Peach erzählt nicht nur eine schockierende Geschichte, die in ihrer Explizitheit stellenweise an Lize Spit erinnert, sie erschafft vielmehr eine Sprachwelt in der das Unaussprechliche seine Wörter findet.
Genau das ist die Kunst, die die großen Dichter und Literaten erfolgreich und berühmt hat werden lassen. Es ist die Fertigkeit das auszudrücken, was andere nicht verbalisieren können. Es ist die Fähigkeit Empfindungen, die jenseits der Vermittelbarkeit der meisten Menschen liegen, Ausdruck zu verleihen. So wird das Unkommunizierbare kommunizierbar, das vermeintlich Allerpersönlichste teilbar. Die Einsamkeit des „Niemand kann mich verstehen“ wird zum gemeinsam Erfahrbarem. Das individuelle wie kollektive Tabu wird aufgebrochen, so dass man plötzlich darüber sprechen kann. Und worüber man reden kann, das kann man auch verändern.
Man ahnt es natürlich schon, in Peach ist etwas Schreckliches passiert. Und da Emma Glass Debüt lediglich 125 Seiten umfasst, verliert sie auch keine Zeit und konfrontiert die Leser*innen sofort mit dem Trauma der Vergewaltigung. Wir werden unvermittelt in den Abgrund gezogen. Die Teenagerin Peach wurde gerade vergewaltigt und befindet sich, psychisch wie physisch schwer verletzt, auf dem Nachhauseweg. Dabei ist es keinesfalls ein Beitrag zur #metoo Debatte. Denn Emma Glass hat fast 10 Jahre von den ersten Sätzen bis zum fertigen Roman gebraucht. Und während man sich zunehmend erschüttert durch die Seiten liest, entsteht gleichzeitig Verwirrung. Denn der Roman entwickelt eine Surrealität, die einerseits Distanz zum Geschehen schafft und andererseits aber zum Deuten des Gelesenen zwingt. Denn Peach ist tatsächlich ein Peach, ein Pfirsich.
Das unaussprechlich Reale zum kommunizierbarem Surrealen machen
Emma Glass verlegt die Romanwelt in das Reich der Phantasie, in das Reich des Unbewussten. Peach’s Freund ist ein Baum, der Vergewaltiger eine Wurst, ein Lehrer ist ein Pudding. Sind es Metaphern, Allegorien, Wortspiele, freie Assoziation, Lautmalereien? Auch wenn die Gefahr besteht Peach schnell durch- und wegzulesen, aufgrund der Kürze des Debüts, so sollte man sich immer wieder ermahnen und zurücklehnen. Sich Zeit nehmen. Der Roman ist keine Pendler- oder Bettlektüre. Wer Peach einfach nur der Geschichte wegen liest, wird vermutlich enttäuscht werden. Denn räumt man die außergewöhnliche Sprache und die Fantastereien beiseite, bleibt eine, vielleicht nicht gewöhnliche aber doch gut bekannte, Geschichte übrig. Peach ist aber nicht nur der Inhalt, Peach ist vor allem die Form.
Luzide, halluzinierend, verstörend, betörend, gewalttätig, gewaltig, sprachgewaltig und dabei durchgängig assoziativ. Die Leser*innen werden gezwungen zu interpretieren, Sprachbilder zu deuten, Empfindungen nachzuempfinden, Emma Glass Spiel mit Sprache als Choreografie des Tanzes mit dem Teufel zu entdecken. Aufdecken, was die oft poetische Sprache im ersten Moment verschleiert. Hinabsteigen in die Abgründe des menschlichen Seins. Den Schmerz fühlen und aushalten, um zu verstehen.
Wiederholungen, Alliteration, Lautmalereien, Sprache die Sprachbilder durchbricht, sprachschöpfende Verweigerung des Gewöhnlichen. Und hier ist auch unbedingt die großartige Übersetzungsleistung von Sabine Kray zu nennen:
„Silbergeister schweben schweigend. Tanzen, sachte. Gesichter schüchtern schweigend gen Boden. Leichte Wellen, stille sanfte Schnörkel. Ausgestanzt vom grünen Glimmen der grimmigen Apparate: silberne Silhouetten. Glimmend schwimmen sie wie Silberfischchen in öligen Fluten. Schüchtern schweigend. Unaufdringlich wachend. Sie sehen alles. Segeln sanft durch das Zimmer. Sehen mich sitzen, stöhnen, weinen. Stille Spender von Trost. Sanfte Nähe.“
Für mich eines der bedeutendsten Bücher 2018 und definitiv mit dem Cover des Jahres.
- Holly Gramazio
Ehemänner
(122)Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedelsAls Lauren nach einem fröhlichen Singleabend heimkehrt, trifft sie auf einen fremden Mann in ihrer Wohnung. Er ist sichtlich erfreut, sie zu sehen und behauptet ihr Ehemann zu sein. Lauren ist zunächst sehr verwirrt, aber beginnt dennoch das unverhoffte Eheglück zu genießen, denn „ihr Mann“ umsorgt sie herzlich. Doch als er auf den Dachboden steigt, klettert anschließend ein anderer Mann herunter und behauptet wiederum ihr Ehemann zu sein. Lauren kommt auf den Geschmack und nützt das System aus, indem sie den jeweiligen Mann bei Nichtgefallen durch ein anderes Modell vom Dachboden austauscht. Das hat ebenfalls unterschiedliche Auswirkungen auf ihr Leben. Wohnungseinrichtung, Frisur, Figur und auch Freunde wechseln. Mal bleibt die Ehe über Wochen bestehen, mal wechselt Lauren nach kurzer Begutachtung bereits nach Sekunden aus und schickt ihn unter einem Vorwand wieder die Treppe hinauf. Doch mit der Zeit hinterlässt das rastlose Verhalten bei ihr Spuren und Lauren muss sich eingestehen, dass ihr Streben nach Perfektion eine tiefe Unzufriedenheit geweckt hat.
Eine amüsante und innovative Liebesgeschichte, die in Zeiten des Online-Datings mit dem Finger auf das oberflächliche Verhalten zeigt. - Martin Freund
Bernsteinjahre
(3)Aktuelle Rezension von: Eggi1972Kurzgeschichten und ich, dies sind so zwei Dinge, die nicht immer zusammenpassen. Es kann nämlich sein, dass diese mich psychisch mehr angreifen als mir lieb ist.
So auch diesmal. Ich hatte die Kurzgeschichten schon einmal immer so zwischendurch gelesen, aber irgendwie haben diese Geschichten damals nicht so wirklich ihr Potenzial bei mir entfalten können.
Da bewahrheitet sich einfach die Formel, nicht jedes Buch kann zu jedem Zeitpunkt erschlossen werden. Dies lag vielleicht auch daran, dass ich bei den beschriebenen Augen und Personen immer wieder an meine Exfreundinnen gedacht habe. Welche ich auch schon beerdigt habe, oder sonst wie in Positiver Erinnerung sind. Ja wirklich, ich kann meinen Exfreundinnen allen etwas Positives abgewinnen und dies ist egal bei welcher.
Bei mir sind Augen auch immer sehr wichtig, aber nie die Augenfarbe, sondern sie müssen das gewisse Etwas haben. Ein Strahlen, ein Funkeln, einfach das gewisse Etwas. Bei diesem Autor war es immer die Bernsteinfarbe, in der er sich verloren hat. Und ich sage, da muss ein gewisses Etwas in den Augen sein, denn die Augen sind der Spiegel der Seele.
Es geht in dem Buch immer wieder um das Ideal von Augen, aber auch um Liebe, das Vertrauen zum anderen und den kleinen Teufel, der in uns wohnt, aber auch um Verlust, nicht nur der geliebten Freundin, sondern allgemein um Dinge, die man verlieren kann, um Dinge die in einem zerbrochen sind. Dies zeigt sich am Beispiel des zurückkehrenden Kriegsgefangenen, der auf den Hof der Kindheit zurückkommt und dort ist alles anders geworden, da er der einzige ist, der zurückgekehrt ist.
Es geht aber auch um Rache. Menschen, die im 2. Weltkrieg ihre Familie verloren haben und sich wiederum an denen, die dies verbrochen haben, rächen wollen. Martin Freund zeigt aber immer wieder auf, dass dies alles nicht immer so einfach und klar ist. Alles hat immer zwei Seiten und man muss beide Seiten der Medaille betrachten.
Komme ich nun zum Ende und meinem Fazit, denn ansonsten verliere ich mich in den sechs Geschichten und schreibe noch stundenlang. Ja, die Geschichten haben in mir einiges angerührt, was vielleicht nicht unbedingt so ungefiltert ans Tageslicht kommen sollte. Aber genau dafür sind nun mal Kurzgeschichten auch da. Allerdings muss ich sagen, dass die sechs Geschichten eigentlich irgendwie zusammengehören, auch wenn es Kurzgeschichten sind und lose in den Jahreszahlen hängen. Trotzdem gehören sie zu den geschichtlichen Ereignissen, welche der Autor jedes Mal vor den Kurzgeschichten nennt. Alles in allem ist es ein Buch, das sich zu lesen lohnt und noch viel mehr lohnt es sich, über diese Geschichten nachzudenken. Ich bin mir sicher, jeder findet sich in mindestens einer der Geschichten irgendwie wieder.























