Bücher mit dem Tag "syrien"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "syrien" gekennzeichnet haben.

318 Bücher

  1. Cover des Buches Bring Down the Stars (ISBN: 9783736311282)
    Emma Scott

    Bring Down the Stars

     (543)
    Aktuelle Rezension von: Sabrysbluntbooks

    Autumn ist College Studentin, sie lernt den charmanten Connor und seinen besten Freund Weston kennen, sie fängt an mit Connor auszugehen und dieser schreibt ihr Gedichte und Liebesbriefe und sie verliebt sich dadurch jeden Tag mehr ihn ihn, was sie nicht weiss die Gedichte stammen von Weston, nur haben die beiden Freunde beschlossen ihr darüber nichts zu sagen...

    Es fängt als gewöhnliche Dreiecks College Geschichte an und endet als gefühlvolle und berührende Geschichte mit einem Ende das ich so niemals hätte erahnen können. Der Schreibstil ist sehr fliessend und man fliegt regelrecht über die Seiten, dadurch das die Geschichte eine Wendung bekommt die mich fast geschockt hat, habe ich das Buch fast an einem Stück durchgelesen. 

    Ich habe mich blind in die Geschichte fallen lassen und würde das auch jedem so empfehlen, wenn man ihre Bücher mag dann wird man auch dieses lieben...


  2. Cover des Buches Erbarmen (ISBN: 9783423212625)
    Jussi Adler-Olsen

    Erbarmen

     (4.084)
    Aktuelle Rezension von: Daniela_Beilner

    ERBARMEN - der erste Teil der Reihe rund um Carl Mørck und das neu gegründete Sonderdezernat Q ist ein wirklich toller Reihenauftakt

     Bevor der eigentliche Fall so richtig ins Laufen kommt erfahren wir die Hintergründe warum das Sonderdezernat gegründet wird und Carl Mørck dieses als one man Show „übernimmt“ wobei ... so ganz stimmt das ja nicht ... ihm zur Seite steht Assad der sich vom Hausmeister zum heimlichen Assistenten von Carl entwickelt

     Assad ist auch meine Lieblingsfigur in diesem Thriller und ich bin schon sehr gespannt mehr über ihn und vor allem über seine Hintergründe zu erfahren - denn da gibt’s einiges was es aufzudecken gilt 🤩

     Die Szenen aus der Sicht von Merete gehen wirklich unter die Haut - sind bedrückend und gleichzeitig war ich fasziniert von der Stärke dieser Frau ...

     Einen kleinen Abzug gibt’s von mir für das Ende das für mich nicht so Mainstream hätte sein müssen - da hätte ich mir mehr Mut vom Autor gewünscht

  3. Cover des Buches Am Ende bleiben die Zedern (ISBN: 9783827013026)
    Pierre Jarawan

    Am Ende bleiben die Zedern

     (124)
    Aktuelle Rezension von: Janine_Napirca

    „Und am Ende? Am Ende bleiben die Zedern. Sie werden dicht beieinanderstehen und auf den Libanon herabblicken. Und vielleicht, wenn der Wind günstig steht und vom Meer heraufseht, wird man es hören. Man wird hören, wie sie einander zuflüstern, dass ich einst in ihrem Schatten saß. Und wie ich hier entlangging, um Vater zu suchen.“


    Auch in ‚Am Ende bleiben die Zedern‘ von Pierre Jarawan haben wie bereits in ‚Ein Lied für die Vermissten‘ Worte und Erzählungen einen so hohen Stellenwert und die Liebe zum Libanon - trotz seiner Imperfektion - wurde erneut sehr magisch und authentisch gezeichnet. 


    Samir lebt mit seinem Vater Brahim, seiner Mutter Rana, seiner Schwester Alina und dem Freund der Familie Hakim und dessen Tochter Yasmin in Deutschland, nachdem die Erwachsenen aus dem Libanon geflohen sind. Als Brahim eines Tages verschwindet, ist nichts mehr so idyllisch und heimelig wie es war. Samir beginnt seinen Vater auf das höchste Podest zu idealisieren und mit ihm seine Vorstellung vom Leben im Libanon, den er jedoch nie betreten hat, während seine Mutter und seine Schwester, die sich kaum noch an ihren Vater erinnern kann, versuchen ihr Leben weiter zu leben. Samirs einzige Chance, mit seinem Schicksal fertig zu werden, ist, auf den Spuren der Vergangenheit seines Vaters in den Libanon zu reisen und möglicherweise dort Antworten auf all seine Fragen zu finden.


    Ich kann mit meiner Rezension dem Roman gar nicht gerecht werden, weil man all die Schönheit, Zerrissenheit und Sehnsucht gar nicht in Worte fassen kann. Es hat mich so sehr berührt und erschüttert, Jarawans Schreibstil ist einfach einzigartig und nebenbei lernt man noch so viel über die Geschichte des Libanons, die Rivalitäten der drei großen Weltreligionen, die verantwortlich für die Spaltung der Gesellschaft sind, ohne dass man das Gefühl hat, die eine oder andere wäre „besser“ oder eher gesagt weniger schlimm, als die andere. Man könnte sich wirklich nur wünschen, dass sämtliche Politiker*innen und Fundamentalist*innen diesen Roman lesen. Vielen Dank für diese so wichtige Aufklärungsarbeit, die Pierre Jarawan auch zusätzlich zu seinen Romanen leistet.

  4. Cover des Buches Während die Welt schlief (ISBN: 9783453356627)
    Susan Abulhawa

    Während die Welt schlief

     (222)
    Aktuelle Rezension von: zeilenrauschen

    Das Buch erzählt über mehrere Generationen die Geschichte einer palestinänsischen Familie, die aus ihrer Heimat vertrieben wurde. Die Autorin berichtet sehr detailliert von den Schrecken des Krieges, Trauer, sehr viel Grausamkeit, militärischen Angriffen des israelischen Militärs und dem Leben im Flüchtlingslager. Ich musste das Buch immer mal wieder beiseite legen, denn natürlich geht das nicht spurlos an mir vorbei. Habe ich aber auch nicht erwartet.

    Ich habe sehr viel über die Kultur und das Leben in Palästina erfahren. Wer sich dafür interessiert, dem kann ich das Buch empfehlen. Ich fand es sehr spannend geschrieben. Die poetischen, lebensechten Schilderungen und die intensiven Freundschaften haben mich sehr berührt.

    Im Buch steht die palestinänsische Perspektive im Vordergrund und die Autorin verarbeitet hier Own-Voice auch ihre eigenen Ansichten und Gedanken. Ich kann mich nicht zur historischen Korrektheit äußern. Im Nachwort werden jedoch alle verwendeten Quellen aufgelistet. Manchmal hätte ich mir mehr Sensibilität im Umgang mit gewissen Begriffen gewünscht.

    Eine Stelle sehe ich als problematisch, da heißt es: „Ich ergötze mich an den Opfern, die sie für unsere Liebe bringt, an ihrer Unterwerfung.“ Das fand ich schon arg frauenfeindlich. Es ist zwar nur ein kurzer Abschnitt und er wird aus der Innensicht eines Charakters geschildert. Aber ich kann und will ihn nicht unkommentiert lassen, da er nicht reflektiert wird und ich ihn unangenehm zu lesen fand. Zumal das Buch ansonsten keine Tendenzen in diese Richtung aufweist.

    Ungewöhnlich sind die sehr häufigen Perspektivwechsel. Diese haben mich oft irritiert, weil sie ohne Vorwarnung kommen. Es hätte mir geholfen, wenn sie stärker angezeigt worden wären.

    Nichtsdestotrotz war es eine sehr intensive Leseerfahrung für mich - allein aufgrund der erzählerischen Eindringlichkeit.

  5. Cover des Buches Sommer unter schwarzen Flügeln (ISBN: 9783789142970)
    Peer Martin

    Sommer unter schwarzen Flügeln

     (132)
    Aktuelle Rezension von: book1
    WOW. Ich hatte Gänsehaut und es hat mich mega mitgenommen, das was dort im Buch steht ist pure Wahrheit. Die Menschheit heute ist unglaublich. Ich freue mich die zwei andere Bücher zu lesen. In der Schule wird das Thema in diesem Buch täglich angesprochen und umso mehr finde ich das sehr wichtig. Ich liebe kitschige Bücher und das ist auch kitschig, ich Liebs.. Aber sie sind nicht gestorben?? 
    Bei mir war nicht alles klar... Aber mein Lieblings Buch....
  6. Cover des Buches Sophia oder Der Anfang aller Geschichten (ISBN: 9783446249417)
    Rafik Schami

    Sophia oder Der Anfang aller Geschichten

     (107)
    Aktuelle Rezension von: elsterpopelster

    Zwei Handlungsstränge ziehen sich durch den Roman, die durch kleine Verästelungen bis zum endgültigen Kreuzungspunkt ein feines Netz der Erzählkunst abbilden. Zum einen ist da Salman, ein junger Rebell, gezwungen zur Flucht aus seiner Heimatstadt Damaskus. Er führt in Rom mit Frau und Sohn ein glückliches Leben, doch wächst seine Sehnsucht nach den Orten der Kindheit und lässt ihn vierzig Jahre später dorthin zurück kehren. 🧳


    Wie sehr hatte er die kleinen Gassen der Stadt, die Gastfreundschaft der Syrer und seine Verwandten vermisst. In seinem Herzen war ein Teil für Damaskus reserviert, dessen Erinnerungen er im Exil sorgsam pflegte. Doch hat sich in seiner Abwesenheit viel verändert und seine Erinnerungen werden zur Fata Morgana. Sein im Ausland aufgebauter Wohlstand soll ihm in Syrien zum Verhängnis werden. Umzingelt von Spitzeln begibt er sich erneut auf die Flucht. 🌦


    Der zweite Handlungsstrang erzählt von der Liebe und bildet damit ein Gegengewicht. ⚖️


    Beim Lesen habe ich deutlich Rafik Schamis gespaltenen Gefühle zu seinem Heimatland gespürt. Aus seinen geschriebenen Worten spricht seine Liebe für die syrische Kultur, doch auch sein Zorn auf das Regime, die Überwachung und Willkür des Staates. Der Roman wird durch sie sehr lebendig und vermitteln ein Verständnis für die komplizierten Gründe, die Menschen zur Flucht treiben. Zeitlich endet das Buch noch vor dem 2011 begonnenen Bürgerkrieg. Der Roman gibt aber auch Hoffnung, denn so sehr die Gesellschaft auch unterdrückt wird, findet sie in ihrer Unterdrückung auch Zusammenhalt. Ein sehr lesenswerter Roman, den ich mit Freude endlich verschlungen habe. 💙

  7. Cover des Buches Die Wildrose (ISBN: 9783492300384)
    Jennifer Donnelly

    Die Wildrose

     (324)
    Aktuelle Rezension von: Daphne1962

    Klappentext:

    Die Herzen von Willa Alden und Seamus Finnegan schlagen für die Gipfel der Welt – und füreinander. Doch auf einer schicksalhaften Bergtour erleidet Willa einen Unfall und ist fortan für ihr Leben körperlich gezeichnet. Voller Vorwürfe wendet sie sich von Seamus ab – die Trennung bricht ihm das Herz. Jahre später kreuzen sich ihre Wege ein zweites Mal, und ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt.

    Das es ein doch etwas kitschiges Buch werden würde, hätte man sich denken können. Aber ich wollte es dennoch mal lesen, denn die ersten beiden Bände der Autorin hatten mir recht gut gefallen. Bei diesem Buch kann ich sagen, es war ein Fehlgriff. Vorhersehbar, in die Länge gezogen, zu viele Zufälle. Es war einfach nicht für mich gemacht und ich habe mich da durchgequält. Vielleicht hat sich im Laufe der Jahre ja auch mein Anspruch verändert.

  8. Cover des Buches Die geheime Mission des Kardinals (ISBN: 9783446263796)
    Rafik Schami

    Die geheime Mission des Kardinals

     (113)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Rafik Schamis Erzählung ist nur vordergründig ein Krimi. ... Zwischen den Zeilen analysiert der Autor die Mechanismen von Diktatur und wie ein System die Menschen verändert. Die Handlung ist zweigeteilt. Einerseits ermittelt die Hauptperson, Kommissar Barudi gemeinsam mit seinem italienischen Kollegen Mancini. Unterbrochen wird die Handlung immer wieder durch Tagebucheinträge des syrischen Kommissars. Hier blüht der Autor auf und lässt sein aufgeklärtes Alter Ego in Tagebuchnotizen und Dialogen Kritik am autoritären Islam üben ebenso wie am Pakt der Alawiten mit der Macht und an der Überheblichkeit des römischen Klerus.

    Wir erfahren, wie hochkomplex und explosiv die politische Situation 2010 war. Das Jahr ind er die Handlung spielt.  Der aufrechte, kurz vor der Pensionierung stehende Kommissar verrät in seinem Tagebuch, was öffentlich nicht gesagt werden darf. 

    Kommissar Barudi, ein Christ, soll kurz vor seiner Pensionierung den brutalen Mord an einem italienischen Kardinal aufklären. Dazu muss er erst einmal wichtige Verbündete finden, um in einem Land mit nahezu allmächtigem, raffiniertem Geheimdienst überhaupt ermitteln zu dürfen. Das gelingt ihm, indem er die Botschaften Italiens und des Vatikans mit ins Boot holt. Bald gilt die Aufklärung der Tat als Staatsaktion, schließlich braucht Syrien gute Beziehungen nach Westen. Berlusconis Italien schickt zur Verstärkung (und Absicherung) einen eigenen Kommissar nach Damaskus, den perfekt Arabisch sprechenden Marco Mancini.

    Auch wenn der Plot in Form eines Kriminalromans daherkommt, handelt es sich in erster Linie um einen Roman über das Leben in Damaskus. Rafik Schami lässt es sich nicht nehmen, Syriens Kultur und Lebensweise einfließen zu lassen. Den Gewürzmarkt, der beim Lesen den Geruch von Koriander und Kardamon entwickelt. Der Geschmack der Nachtigallennester, ein Pistaziengebäck, das Leben der verschiedenen Religionen zueinander und die christliche Religion als Minderheit im Land, die ärmlichen Marktgassen, wo keine Touristen hinkommen und vieles mehr. 

    Kommissar Barudi selbst, ist ein melancholischer, unangepasster Typ, der nie in die Partei der Machthaber eingetreten war und daher nie aufstieg, aber er ist damit zufrieden. Er mischt sich politisch nie ein, das würde bedeuten, entweder das Lied der herrschenden zu singen oder im Gefängnis zu verfaulen. So kann er wenigstens gute Polizeiarbeit leisten.

    Kurz vor seinem Ruhestand muss Kommissar Barudi einen brisanten Fall lösen: In einem Fass mit Olivenöl, das an die italienische Botschaft in Damaskus geliefert wurde, befindet sich die Leiche eines italienischen Kardinals, der auf einer geheimen Mission in Syrien unterwegs war. Verdächtige gibt es mehr als genug: 'einfache' Kriminelle, Islamisten, der Geheimdienst, Widersacher in den eigenen Reihen. Und wem kann man vertrauen? Der Geheimdienst hat seine Ohren überall.

    Ein weiteres Thema des Buches behandelt den Aberglauben und die Religion und wie diese Menschen dazu bringen können, die unglaublichsten Dinge zu tun und zu ertragen. Und dies nicht nur im positiven Sinne. Wer nun denkt: 'Na klar, diese zurückgebliebenen Bewohner entfernt liegender Bergdörfer, kein Wunder, dass die Alles glauben.', der irrt. Hierzu ein schöner Satz, weshalb der Aberglaube auch in übersättigten Gesellschaften gedeiht (wenn auch in anderer Form): "Weil die Menschen dort durch nichts mehr Befriedigung finden. Unerträgliche Leere breitet sich in ihrer Seele aus. Deshalb suchen die Menschen in fernen Welten oder Sphären Befriedigung." 

    Das hört sich nun vielleicht Alles ziemlich trist an - ist es aber überhaupt nicht. Rafik Schami schreibt sehr unterhaltsam, wenn auch für meinen Geschmack gelegentlich etwas weitschweifig, was aber wohl den orientalischen Gegebenheiten entspricht. Zudem kommt auch der Humor nicht zu kurz, denn trotz des allgegenwärtigen Geheimdienstes können sich Barudi sowie sein Freund, der Chef der Spurensicherung, ihre spitzen Kommentare nicht verkneifen und der hinzugezogene italienische Kollege hält sich ebenfalls nicht zurück.

    Wer klare, stringente Handlungen mag, tut sich mit diesem Buch vermutlich keinen Gefallen. Denn der Autor nutzt bei jeder Gelegenheit die Chance etwas zu erzählen, was mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun hat. Und so erfährt der Leser irgendwie nebenbei die Lebensläufe fast aller Beteiligten und etliche weitere Anekdoten. Mir hat es gefallen.

  9. Cover des Buches Mord im Orientexpress (ISBN: 9783455001914)
    Agatha Christie

    Mord im Orientexpress

     (771)
    Aktuelle Rezension von: Surari
    Ich wusste mal wieder nicht viel über die Geschichte und habe bisher auch keine Verfilmung gesehen. 

    Detektiv Poirot ist eigentlich nur ein Reisender im berühmten Orientexpress. Als der Zug allerdings in einem Schneesturm stecken bleibt und in seinem Nachbarabteil eine Leiche gefunden wird fängt er an zu ermitteln. Warum ist der Schlafwagen in dem er reist komplett belegt und die beiden anderen angehängten Waggons so gut wie leer? Wieso hatte der ermordete ihn um Schutz gebeten und war sich sicher auf dieser Reise zu sterben?

    Ich habe bisher noch nie einen Agatha Christie gelesen und weiss auch nicht ob es einen noch bekannteren gibt als diesen hier. Das Buch ist recht kurz aber es war ein wirklich guter Krimi. Vor allem mit dem Ende habe ich nicht gerechnet, wer denn jetzt der Mörder ist und auf was man sich am Schluss einigt. Einfach ein grandioses Ende!
  10. Cover des Buches Zorn und Morgenröte (ISBN: 9783846600641)
    Renée Ahdieh

    Zorn und Morgenröte

     (883)
    Aktuelle Rezension von: Thunderdreamer

    Eine wundervolle, fantasievolle Geschichte, in der Renée Ahdieh die alte Rahmenhandlung zu den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht aufgreift:

    Jeden Tag erwählt der Kalif ein Mädchen.

    Jeden Abend nimmt er sie zur Frau.

    Jeden Morgen lässt er seine Braut hinrichten.

    Shahrzad al-Haizuran verliert ihre beste Freundin Shiva an den Kalifen, sie sinnt auf Rache, als sie ihre Familie und Freunde zurücklässt und sich freiwillig meldet, die Ehe mit ihm einzugehen.

    Doch dann entwickelt sich die Sache ein wenig anders als gedacht und sie überlebt unerwartet den ersten Morgen im Palast … Weil sie den Kalifen mit einer Geschichte unterhält, deren Ende zu diesem Zeitpunkt noch nicht erreicht ist. So wird ihr eine Gnadenfrist gewährt …

    Die Handlung der Geschichte um Shahrzad und Chalid Ibn al-Rashid nimmt uns mit in die Welt des alten Morgenlandes, als Rahmen dient ohne jeden Zweifel die Geschichte von Sheherazade, die ihr Leben rettet, weil sie dem Kalifen von Baghdad Geschichten erzählt, nämlich die aus Tausendundeiner Nacht.  Mit Leichtigkeit gelingt es der Autorin den Leser/die Leserin in ihren Bann zu ziehen, ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen und Empfand am Ende des Buches einerseits Enttäuschung (weil es kein richtiges Ende ist) , andererseits gespannte Erwartung (weil es einen zweiten Band mit dem Titel Rache und Rosenblüte gibt). Daher beende ich hier meine Bewertung des Buches … weil ich dringend wissen muss wie es weitergeht … Viel Vergnügen und meine unbedingte Empfehlung!

  11. Cover des Buches Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer (ISBN: 9783492313636)
    Jenny Colgan

    Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer

     (91)
    Aktuelle Rezension von: PiratenLilly

    Meinung/Fazit:

    „Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer“ ist der zweite Band der Autorin Jenny Colgan, welcher uns zurück auf die Insel Mure entführt. Die Autorin nennt im Vorwort die wichtigsten Charaktere und ermöglicht uns auch ohne das benötigte Vorwissen des ersten Bands ein sehr schnelles eintauchen in die Handlung. Jedoch muss man sich zunächst erst mal auf den Schreibstil einlassen, denn er wurde hier aus der dritten Sicht beschrieben, was aber für die sehr greifbare emotionale Ebene nichts ändert. Mit dem Lesen fehlen aber immer mal Hintergrundinfos aus Band 1, weshalb ich jedem empfehlen würde, erst diesen zu lesen. Mit den sehr realistischen Handlungsstrang und den Charakteren schafft die Autorin eine starke Verbindung auf Empathieebene, die uns die Geschichte im Ganzen mitfühlen lässt. Am Ende lässt sich nur sagen, dass die Geschichte eine tolle Sommeratmosphäre erschafft, die jedoch durch den überladenen Schreibstil an Konzentration auf das Wesentliche verliert.

  12. Cover des Buches Mord im Pfarrhaus (ISBN: 9783455650075)
    Agatha Christie

    Mord im Pfarrhaus

     (235)
    Aktuelle Rezension von: zickzack

    Inhalt: Colonel Protheroe ist die meistgehasste Person in der beschaulichen Gemeinde St. Mary Mead. Daher kommt es nicht überraschend, als er umgebracht wird. Der Ort ist überraschend, denn es passierte im Pfarrhaus, im Arbeitszimmer des Pfarrers Leonard Clement. Kurz darauf gibt es ein Geständnis und zu diesem folgt ein zweites. Doch beide werden mit Indizien widerlegt. Es gibt viele Geheimnisse und Widersprüchlichkeiten. Clement versucht mit der Hilfe des Kommissars Slack und seiner Nachbarin Miss Marple den Fall zu lösen.

     

    Dadurch, dass ich ja vor kurzem „Alibi“ von Agathe Christie gelesen habe, hatte ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass am Ende wieder so eine Überraschung auf mich wartet. Aber letzten Endes war es für mich ziemlich unspektakulär, wie das ganze Buch – leider.

     

    Vom Schreibstil fand ich es wieder ausgesprochen gut. Es wird aus der Ich-Perspektive des Pfarrers erzählt. Obwohl mich das die ganze Zeit verwirrt hat. Klar, in seinem Haus ist der Mord passiert, als er nicht da gewesen war, aber ich habe mich gefragt, warum er bei allen Befragungen der Polizei dabei sein musste. Ist es so ein Ding, dass die Personen gesprächiger sind bzw. wahrheitsgetreuer, wenn ein Pfarrer in der Nähe ist? Ich weiß, ich fand das irgendwie merkwürdig.

    Mit dem Pfarrer an sich bin ich auch nicht so richtig warm geworden. Ich fand ihn als Person einfach nicht interessant genug und er hatte auch so eine naive Sicht auf die anderen Personen, weil er sich wohl von keines seiner Lämmer vorstellen konnte, dass es einen Mord beging.

     

    Das Buch hat ziemlich lang gebraucht, bis es überhaupt losgegangen ist. Trotzdem war ziemlich schnell klar, wer am Ende das Opfer sein wird (ich habe den Klappentext zuvor nicht gelesen). Am Anfang war es für mich zu viel Palaver, dass ich mich gefragt habe, ob ich überhaupt einen Krimi in den Händen halte. Aber das zog sich auch Konsequent durch das ganze Buch.

    Es waren weniger Ermittlungen, sowie ich es kenne, sondern mehr Vermutungen und Gerüchte. Miss Marple hat sich immer wieder in die Geschichte mit wichtigen Hinweisen eingebracht, aber dadurch das sie um ihr Wissen so ein großes Geheimnis gemacht hat und immer nur die Hälfe angedeutet hat, fand ich das irgendwie nicht so toll.

    Das Buch hat ja in einem fiktiven Dorf gespielt und da gab es viel Klatsch und Tratsch. Es hat mich an regionale Krimis (nennt man die so?) erinnert und da muss ich wohl sagen, dass diese mir nicht wirklich gefallen. Mir persönlichen gefallen die Krimis, die in eine amerikanische Richtung gehen, mit markanten Ermittlern als alten Klatschweibern.

     

    Es kamen so viele Personen vor, dass ich diese bis zum Ende nicht auseinander halten konnte und es wurden neben dem Mord auch noch andere Dinge aufgedeckt, die ich nicht wirklich zuordnen kann. Für mich blieben ein paar Namen einfach nur Namen, ohne wirklich eine Person dahinter zu sehen.

     

    Und das Ende bestand darin, dass Miss Marple ihre ganzen Überlegungen doch mal mitgeteilt hat und das war es eigentlich. Täter überfordert, fertig. Und dann war der Täter nicht einmal eine große Überraschung. Mir hat an dem Buch irgendwie das Quäntchen Finesse gefehlt. Es hat mich nicht mitgerissen.

     

    Fazit: Leider hat mich dieser Band nicht überzeugt, was am Setting, den vielen undurchsichtigen Personen und den vielen Klatsch und Tratsch lag. Zwei Sterne von mir. 

  13. Cover des Buches Die Tote in der Bibliothek (ISBN: 9783455650051)
    Agatha Christie

    Die Tote in der Bibliothek

     (264)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    Agatha Christie stellt ihrem Krimi "Die Tote in der Bibliothek" ein kleines Vorwort voran. Darin teilt sie mit den Leser*innen, dass ihr Kriminalromane, in denen eine Tote in der Bibliothek gefunden wird, immer zu klischeebehaftet und albern vorkamen. Dann keimte aber eine Idee in ihr auf - und diese setzte sie in gekonnter Christie-Manier in diesem wunderbar ausgetüftelten Roman um.


    Um 7 Uhr morgens wird in der Bibliothek der Bantrys eine Leiche gefunden: eine junge Frau im pailettenbesetzten Abendkleid. Weder Mr., noch Mrs Bantry wissen, wer die Frau ist oder was sie in ihrer Bibliothek zu suchen hat. Die örtliche Polizei beginnt mit ihren Ermittlungen - doch Mrs. Bantry begnügt sich nicht damit und schaltet ihre Freundin Jane Marple ein. Die beiden Frauen quartieren sich kurzerhand in das Majestic Hotel in Danemouth ein, wo Miss Marple den Ursprung des Verbrechens vermutet...


    Agatha Christie konnte mich mit diesem Kriminalroman wieder sehr begeistern. Ich habe bisher nur ihre Krimis mit Poirot gelesen und Miss Marple vorher nur in den alten (und sehr guten) schwarz-weiß Filmen erlebt - und jetzt endlich auch in Buchform! Jane Marple ist skurril, lustig und besitzt eine wirklich außergewöhnliche Gabe dazu, Situationen zu erfassen und zu analysieren. Ihr entgeht nicht das kleinste Detail - was das Buch für die Lesenden umso spannender macht. Man ist die ganze Zeit dazu eingeladen, mit zu rätseln und selbst als Spürnase tätig zu werden. So etwas liebe ich!


    Ich kann "Die Tote in der Bibliothek" sehr empfehlen. Das Hotel ist ein toller Schauplatz für den Kriminalroman und die Figuren von Agatha Christie sind gewohnt gut gezeichnet (und sehr zahlreich). Wer auf klug konstruierte Fälle steht, kommt hier voll auf ihre*seine Kosten 🕵🏼‍♀️

  14. Cover des Buches Als der Teufel erwachte (ISBN: 9783954519804)
    Jennifer B. Wind

    Als der Teufel erwachte

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Alexa_Koser

    Zum Buch: In einer Werkstatt wird im Kofferraum eines Wagens ein grausiger Fund gemacht: dort liegen zwei Leichen ineinander verschlungen. Wer sind die jungen Männer und wer hat sie dort deponiert? Es stellt sich heraus, dass es sich bei den beiden wohl um Flüchtlinge handelt. Die Ermittler vom LKA Georg Kunze, Tom Neumann und der Kollege Maier beginnen ihre Nachforschungen. Und treten dabei so ganz zufällig zwei Mafia-Bossen auf die Füße…

    Meine Meinung: Im zweiten Teil mit den Ermittlern geht es gleich richtig zur Sache. Schnell wird klar, dass es hierbei um groß angelegte Schlepperbanden handelt, die sich eine goldene Nase damit verdienen, die Flüchtlinge zu transportieren. Die Trickkiste, um diese zu verstecken, wird immer größer. Und dabei ist es denen auch egal, wenn den Transport nicht alle überleben. 

    Erschreckend wird hier aus Sicht eines jungen Arztes aus Syrien dargestellt, wie so eine Flucht abläuft. Und wie gefährlich nur alleine die Überfahrt über das Mittelmeer ist. Natürlich kennen wir alle die Bilder aus dem Fernsehen, aber hier so ein Einzelschicksal im Genauen nachzulesen, hat mich zumindest sehr erschüttert. Das sind Menschen, die alles verloren haben und ihr letztes Geld den Schleppern in den Rachen werfen, um irgendwo in Frieden leben zu können.

    Die Ermittler müssen am Anfang ohne Jutta Stern auskommen, die sich noch in Indien aufhält, da sie ihren Vater sucht. Kurz vor dem Heimflug nach Österreich passiert ihr aber auch noch etwas Schlimmes. Die Geschichte von Jutta, die im ersten Teil „Als Gott schlief“ schon ein wenig erzählt wird, ist mir in diesem Band besonders ans Herz gegangen. Auch die Beziehung zwischen Tom und ihr verkompliziert sich. Manche mögen das ja nicht so gern, wenn viel aus dem Privatleben der Ermittler berichtet wird, aber in diesem Fall gefällt mir das, weil mir Jutta, Tom und Georg mittlerweile sehr ans Herz gewachsen sind. Insgesamt eine „runde Sache“.

    Der Schreibstil ist sehr schön und ausführlich. Die Kapitel werden immer aus anderen Perspektiven erzählt, das macht die Geschichte wirklich spannend. Die Autorin beschreibt die Flucht des Syrers Samir und später auch die seiner Mutter Nesrin so authentisch, dass ich wirklich mitgelitten habe. Man merkt, dass Jennifer B. Wind hier gut recherchiert hat. Die Flüchtlingsproblematik ist nicht neu, aber leider auch noch nicht Geschichte und das macht das Buch für mich, auch wenn es bereits 2016 erschienen ist, hochaktuell.

    Das Ende hat mir sehr gut gefallen, weil es Hoffnung macht. Auf ein besseres Leben für alle. Irgendwie schafft Jennifer es immer wieder, dass ich mir zum Schluss die Tränen verdrücken muss, da mich das emotional total mitnimmt. Und das macht für mich den besonderen Stil dieser tollen Autorin aus, danke sehr für ein tolles Lese-Erlebnis! 

    Mein Fazit: Auch der zweite Band um die Ermittler Jutta Stern, Tom Neumann und Georg Kunze konnte mich wieder total fesseln! Fast atemlos und immer mit Tränen in den Augenwinkeln bin ich durch das Buch geflogen. Gut recherchiert und spannend zu Papier gebracht, das Buch muss unbedingt gelesen werden! 

  15. Cover des Buches Das fehlende Glied in der Kette (ISBN: 9783455650525)
    Agatha Christie

    Das fehlende Glied in der Kette

     (192)
    Aktuelle Rezension von: -Anett-

    Wer hat die wohlhabende Mrs Emily Inglethorp auf ihrem Landgut Styles Court vergiftet? Ihr Ehemann Alfred, der es scheinbar auf das Erbe abgesehen hat? Doch auch ihre Stiefsöhne oder die launische Haushälterin könnten die Mörder sein. In seinem ersten Fall nimmt Hercule Poirot alle Bewohner von Styles gründlich unter die Lupe, bis er das fehlende Glied in der Kette gefunden hat.


    Schon dieses Debüt von Agatha Christie hat es total in sich! Es war für mich sofort ein Highlight ihrer Schreibkunst. Die Autorin hat geschickt mehrere Personen verwoben, hat den Leser auf eine falsche Fährte geführt und mit geschickten Wendungen der Detektivgeschichte den richtigen Pfiff gegeben. Ein großartiges Buch, mit einem Ermittler, der einfach nur genial ist.

    Nein, ich habe nicht vor Hercule Poirot den Mörder entlarvt, ich war wirklich total auf dem Holzweg. Das macht für mich die Bücher der Autorin aus. Die Geschichte ist auf einem hohen Niveau geschrieben, hat tolle Charaktere und hat eine überraschende Auflösung.

  16. Cover des Buches Sprichst du Schokolade? (ISBN: 9783845827353)
    Cas Lester

    Sprichst du Schokolade?

     (82)
    Aktuelle Rezension von: Ellaa_

    Inhaltsangabe:
    Schokolade gegen Nougat.
    Was tun, wenn man nicht dieselbe Sprache spricht und aus unterschiedlichen Kulturen kommt? Die rebellische und selbstbewusste Josie und ihre neue Mitschülerin Nadima machen es vor: Sie tauschen Süßigkeiten aus und verständigen sich mithilfe von Emojis. Und so wird schnell klar, dass sie mehr Gemeinsamkeiten haben, als sie je gedacht hätten. Der Anfang einer ganz besonderen Freundschaft! Doch wie jede Freundschft wird auch diese auf die Probe gestellt..

    Meine Meinung:
    Dieses Buch hat mich wirklich tief berührt und ist einfach unglaublich toll umgesetzt worden: Wichtige Thematiken wie beispielsweise LRS (Leserechtschreibschwäche) werden hier aufgegriffen- unbedingt lesen! ♡
    Eines meiner Jahreshighlights. 📚

    Cover: Das Cover des Buches ist einfach ein absoluter Hingucker mit vielen Details. 🤗
    Der Hintergrund ist in einem sehr dunklen rotbraun gehalten. :)
    In der Mitte des Covers springt einen sofort der Buchtitel in cremefarbener Schrift entgegen. Jedoch ist alles was um den Buchtitel drum herum ist wirklich ein Eyecatcher. *-*
    Das Ganze ist wie ein Rahmen aufgebaut- man kann viele Verschnörkelungen in einem satten hellen rot bestaunen und dazwischen sind viele kleine Dinge liebevoll abgebildet worden, die perfekt zum Buch passen. ♡
    Beispielsweise eine weiße Taube, ein türkiser Topf oder Essen, ein Schulbus etc. :)
    Als Highlight sieht man oben noch zwei Mädchen, die Nadima und Josie darstellen sollen. ♡

    Schreibstil: Der Schreibstil des Autors ist locker, leicht und sehr angenehm gewesen. :)
    Ich kann gar nicht sagen, wie begeistert ich bin. :D Nicht nur wegen des äußerst wichtigen Themas, sondern auch weil sich das Buch in einem Rutsch weglesen lässt- man ist so schnell in der Geschichte gefangen, dass man auch ehrlich gesagt gar nicht aufhören will es zu lesen. :)
    Das Ganze ist so natürlich und echt aufgebaut und absolut realistisch, dass man meinen könnte es handelt sich um eine wahre Geschichte, was dem Buch weitere Pluspünktchen beschert. :3
    Alles in einem wirklich ein Buch, welches sich lohnt zu lesen!

    Idee: Die Idee des Buches ist wirklich absolut toll! :)
    Josie ist gewiss keine Außenseiterin in der Schule- sie hat dort ein paar Freunde.
    Trotzdem wird sie ab und an geärgert, weil Josie nicht richtig lesen und schreiben kann.
    Denn Josie leidet unter LRS (Leserechtschreibschwäche), ich fande es einfach mal soo schön, dass jemand dieses Problem in einem Buch aufgreift. :3
    Als dann noch Nadima in die Klasse kommt, die einfach überhaupt kein Deutsch kann ist Josie leicht verzweifelt- sie ist nicht gerade eine gute Lehrerin mit ihrem Problem!
    Allerdings finden die beiden schnell eine Möglichkeit der Kommunikation: Süßigkeiten.. und Emojis! ♡
    Die Geschichte der Beiden ist wirklich sehr süß, schnell sind die beiden unzertrennlich.
    Jedoch hat jede Geschichte auch Schattenseiten: Gerade weil Nadima Flüchtling ist, gibt es viele traurige Rückblicke auf ihre letzten Tage in Syrien, die wirklich sehr bewegend sind..
    Josie will Nadima helfen.. doch leider geht das vollkommen nach hinten los.. Nadima ist in ihrer Ehre verletzt und gibt Josie ihr Freundschaftsband zurück.. ob sich die beiden wieder zusammenraufen können?

    Kapitel: Ich muss sagen, dass mich jeder einzelne Kapitelname zum Schmunzeln gebracht hat. :) Und auch Josies absolute Schulbegeisterung war einfach so motivierend. :D *schnarch*
    Das Ende des Buches hat mir sehr Gut gefallen. Es ist schon ein Happy End aber auf eine vorausdenkende Weise.. "Das weiß ich einfach!" ♡ Unbedingt lesen! *-*
     

    Charaktere: Alle Charaktere wurden wirklich super ausgearbeitet- besonders unsere Hauptcharaktere Josie und Nadima. :)
    Josie ist wirklich ein herrlicher Mensch- sie ist rebellisch, hat ihren ganz eigenen Kopf und man mag sie einfach durch ihre tollpatschige, unperfekte Art von der ersten Sekunde an! :)
    Jedoch hat Josie auch LRS, was für sie merklich nicht einfach ist- nicht nur das sie von ihren Brüdern und manchmal den Klassenkameraden gemobbt wird, sie hat auch im Alltag schwer damit zu kämpfen.
    Jedoch kommt Nadima in ihr Leben- ein Flüchtlingsmädchen aus Syrien.
    Nadima kann kein Deutsch- was für sie sehr schwer ist, aber sie ist eine Kämpferin, was man sofort merkt. Sie boxt sich durch die ersten Tage gekonnt durch- und sie hat dabei Hilfe: Josie.
    Allerdings hat Nadima auch ihre eigenen Werte und Traditionen, was wirklich sehr spannend mitzuverfolgen war.

    Mein Fazit: Ich kann einfach nicht anders und volle vollkommen verdiente 5 Sternchen verteilen! ♡ In diesem Buch geht es um eine Freundschaft, die anscheinend jede Barriere überwinden kann- um Verlust, Toleranz, aber auch um Traditionen. Wirklich total schön umgesetzt. Hat es mir gefallen? Meine Antwort: 😊👍


  17. Cover des Buches Alibi (ISBN: 9783455650044)
    Agatha Christie

    Alibi

     (172)
    Aktuelle Rezension von: HMo

    Es ist ein Fall des Detektivs Hercule Poirot. Er will eigentlich nur seinen Ruhestand in Englands Countryside verbringen. Er wird jedoch zu einer Mordermittlung herangezogen und geht noch einmal seiner Passion nach. Mrs Ferrars wird bezichtigt ihren ersten Ehemann ermordet zu haben, dies kann ihr jedoch niemand nachweisen. Als sie kurz darauf selbst tot aufgefunden wird, geht jeder davon aus das es Selbstmord war. Ihr Liebhaber, Roger Ackroyd, glaubt Beweise für ihren Tod gefunden zu haben. Bevor er seine Hinweise teilen kann, wird auch er tot aufgefunden.

    Das Buch ist, wie die anderen Geschichten von Agatha Christie, eine Whodunnit-Story, das heißt, es dreht sich alles darum wer denn am Ende nun der Mörder/die Mörderin ist. Ich finde ihre Krimis immer super spannend und bei den Plottwists und Aufklärungen denke ich mir immer nur wtf?.

    Speziell hier, bei Alibi, habe ich das Ende wirklich nicht kommen sehen und war einfach nur beeindruckt von Agatha Christies Ideen und Schreibtalent. 🕵🏻‍♀️

  18. Cover des Buches 16 Uhr 50 ab Paddington (ISBN: 9783455650068)
    Agatha Christie

    16 Uhr 50 ab Paddington

     (285)
    Aktuelle Rezension von: Bookstar

    Mrs McGuilicuddy will eigentlich nur ihre alte Freundin Miss Marple besuchen, doch die Zugfahrt endet im Schrecken: Als ein Zug auf dem anderen Gleis vorbeifährt, beobachtet die arme Mrs McGuilicuddy zufällig, wie ein Mann eine Frau erwürgt. Was der alten, schrulligen Dame natürlich niemand glauben will...außer ihre alte Freundin Miss Marple. Diese führt eine Spur zum Anwesen Rutherford Hall der mehr als dysfunktionalen Industriellen-Familie Crackenthorpe. Hilfe erhält die geniale Hobby-Ermittlerin dieses Mal erneut von Inspector Dermot Craddock und auch von Miss Lucy Eyelesbarrow, die sie auf Rutherford Hall einschleust...

    Ein englischer Krimi wie er im Buche steht: Ein scheinbar simpler Mord, eine reiche Familie voller Exzentriker mit dunklen Abgründen, ein herrschaftliches, altes Haus auf dem Lande...und ganz viel Arsen. Agatha Christie fängt diese Welt geschickt mit einem leicht zu lesenden Schreibstil und undurchschaubaren Charakteren geschickt ein und schickt mit Miss Marple und ihren Assistenten Craddock, Lucy und auch Mrs Guilicuddy ein sehr sympathisches "Team" ins Rennen. 

    Was den Fall angeht, kann man nun natürlich sagen, dass Kommissar Zufall relativ häufig zur Hilfe eilt. Dafür punktet der Roman aber mit einer äußerst geschickten Auflösung. Zwar hatte ich schon so eine Ahnung, wer der Mörder sein könnte, ja, aber dafür wurde mir daraufhin eine so gute Erklärung für alles geliefert, dass ich trotz bestätigter Vorahnung am Ende doch gestaunt habe. 

    Alles in allem kann ich den Roman sehr gut weiterempfehlen. Man kommt trotz vieler Spuren sehr gut bei den Ermittlungen und den zahlreichen Charakteren mit und hat selbst Spaß am Verfolgen dieser Rätseljagd. 

    Ein guter Roman für lange Regentage. 

  19. Cover des Buches Die Sommer (ISBN: 9783446267602)
    Ronya Othmann

    Die Sommer

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Runenmädchen

    In Ronya Othmanns Roman geht es um die in Deutschland lebende Leyla und ihre Sommer, die sie mit ihren Eltern (zumeist) bei ihrer Familie väterlicherseits verbracht hat. Ihr Vater ist jesidischer Kurde, aufgewachsen im nördlichen Syrien. 

    Zunächst lernt man Leylas Familie in Syrien kennen und erfährt, welche Beziehungen sie untereinander pflegen. Eigentlich passiert nichts Besonderes, aber Leylas Familie ist sehr facettenreich und man kann als Leser einerseits sehr schnell die Verbundenheit innerhalb der Familie spüren (besonders das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Leyla und ihrer Großmutter hat mich berührt) und andererseits selbst mit Leichtigkeit eine Verbindung zu den Figuren aufbauen. Ganz nebenbei lernt man zudem etwas über den jesidischen Glauben. 

    Im fortgeschrittenen Teil des Buches wird es kurz historisch und schließlich politisch. Der Schwerpunkt wurde hier auf die Entstehung und den Fortgang des Syrienkriegs gelegt. Der Krieg an sich wurde eher rudimentär behandelt: Es wurde vielmehr vorrangig Bezug auf Leylas Familie genommen, inwieweit sie unmittelbar betroffen waren und welche Folgen das für die Familie hatte. Diese gewählte Perspektive in Bezug auf den Syrienkrieg wirkte sich positiv auf den Roman aus. 

    Ronya Othmann hat einen ruhigen Schreibstil, was ich generell sehr schätze. Sie hält viele Anekdoten bereit und springt in den Sommern respektive Zeiten hin und her. Die Anekdoten kann man demzufolge keinem genauen Jahr zuordnen. Dass die Geschichten und Sommer ineinander übergehen, fand ich persönlich sehr gut. Denn um die Chronologie geht es in diesem Roman nicht wirklich. 

    Zudem werden auch schwerwiegende Themen wie Mord, Folter und Staatenlosigkeit behandelt, was dem Roman eine gewisse Tiefe verleiht.

    Insbesondere möchte ich hervorheben, dass mir die emphatische Herangehensweise der Autorin, wie sie die innere Zerrissenheit Leylas im letzten Abschnitt darstellte, ausgesprochen gut gefallen hat. Denn nicht zuletzt geht es bei Leyla um Zugehörigkeit, Heimatlosigkeit, Identität und um auszustehende Ängste. 

    Allerdings übe ich hier gleichzeitig auch Kritik aus. Leider ist es schwer, meine Kritik zu begründen ohne zu verraten, worum es geht. Nur soviel: Für die Folge von Leylas Zerrissenheit fehlen mir einfach gewisse weitere Parameter. Othmanns Intension verstehe ich sehr gut, aber sie hätte es meiner Ansicht nach nicht in dieser Kürze abhandeln sollen, da die Thematik wesentlich komplexer ist und so viel mehr Information braucht als das, was wir Leser über Leyla und ihre Familie wissen. 

    Ferner hätte ich gerne etwas über Leylas Mutter erfahren oder über die Ehe der Eltern, was auch für den zweiten Teil sinnvoll gewesen wäre. Dies war mir insgesamt zu blass. Außerdem wurde die Vergangenheit des Vaters im Ausland relativ ausführlich dargestellt. Hier fehlte mir der Kontrast zu seinen Erfahrungen in Deutschland. Denn auch dies ist einer der o.g. fehlenden Parameter. Das Buch ist ja nicht sonderlich lang, es hätte sich meiner Ansicht nach gewinnbringend ausgewirkt. 


    Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn es nicht perfekt war. Ich kann es trotz meiner negativen Kritik absolut empfehlen und denke, dass das Buch zu Unrecht so wenig Aufmerksamkeit erhält.

  20. Cover des Buches Die Karte der zerbrochenen Träume (ISBN: 9783453271517)
    Zeyn Joukhadar

    Die Karte der zerbrochenen Träume

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    Es gibt Bücher, die man sich schon allein wegen des Covers ins Regal stellen kann - dieses gehört definitiv dazu, denn in der Hardcoverversion sind die Mosaike etwas hervorgehoben und mit den Fingern fühlbar. Trotzdem lohnt sich das Buch aber auch wegen des Inhalts. 

    Zeyn Joukhadar beschreibt in diesem Buch die Geschichte des Mädchens Nour, die in den USA geboren ist und deren Mutter sie und ihre beiden Schwestern nach dem Tod des Vaters mit nach Syrien nimmt, um mehr über ihre Herkunft zu lernen, denn die syrische Familie emigierte vor Nours Geburt in die USA. Dadurch hat Nour eine Sonderrolle inne, denn im Gegensatz zum Rest ihrer Familie war sie noch nie in Syrien, spricht arabisch nur in Bruchstücken und begreift die USA noch sehr viel stärker als ihr einziges Zuhause. Deshalb werden im Roman immer wieder Gefühle des Fremdseins thematisiert. Dieses Fremdheitsgefühl wird jedoch noch stärker, als das Haus der Familie in Homs im beginnenden Bürgerkrieg zerstört wird und die Familie fliehen muss. Es ist egal, dass sie eigentlich aus den USA gekommen sind, die Grenzen sind dicht und auch sie müssen auf Fluchthelfer zurückgreifen und sind der Gefahr des Kriegs ausgesetzt. Auf der beschwerlichen FLucht erzählt Nour sich selbst und ihrer Familie die Geschichte von Rawiya, die im 12. Jahrhundert mit dem berühmten Geografen al-Idrisi durch die arabische Welt gezogen sein soll, um dessen Handwerk zu lernen. 


    Das Buch besteht aus zwei sich abwechselnden Handlungssträngen, der Situation von Nours Familie im Jahr 2011 und der teilweise auf historischen Tatsachen beruhenden, aber mit Fabel- und fiktionalen Elementen ausgeschmückten Erzählung über Rawiya und al-Idrisi. Eine enge Verbindung besteht nicht zuletzt, weil Nours Mutter selbst Kartografin ist. Neben einer reichen Geschichte islamischen Gelehrtentums erzählt der Roman eine Geschichte der Suche nach sich selbst, danach, was Heimat bedeuten kann, wie dramatische Erlebnisse besondere Bindungen zwischen Menschen entstehen lassen und welche Verzweiflung mit dem scheinbaren oder tatsächlichen Verlust der eigenen Identität einhergeht. Dabei liegt der Fokus vor allem auch darauf, wie man Karten lesen und verstehen kann und dass es bestimmte Dinge gibt, die auf Karten gar nicht verzeichnet sein können.

    Ich gebe "nur" vier Sterne und das aus mehreren Gründen: Ich kann mir vorstellen, dass es für Leser*innen ohne historische Vorkenntnisse über die Region manchmal schwierig ist, alles zu verstehen.  Außerdem, das ist aber mein persönlicher Geschmack, war mir an ein paar Stellen zu viel Zufall enthalten, wenn Menschen, die auf der Flucht auseinandergerissen wurden, plötzlich und zufällig im gleichen Dorf wieder aufeinandertrafen. Das ist aber wohl eher der märchenhaften Erzählweise zuzuschreiben und heißt trotzdem nicht, dass die Erzählung deshalb leicht oder gänzlich fantastisch ist. Außerdem hatte ich aber an manchen Stellen das gleiche Gefühl, das auch in einer anderen Rezension genannt wurde: irgendetwas "fehlt", auch wenn nicht genau greifbar ist, was. Das schmälert aber nicht den bleibenden Eindruck, den dieses tolle Buch auf mich hinterlassen hat.

  21. Cover des Buches Der Raub (ISBN: 9783959670005)
    Daniel Silva

    Der Raub

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Sonnenwind

    Dies war mein erstes Buch des Autors, und es werden vermutlich auch keine weiteren folgen. Ich interessiere mich zwar für alle möglichen Themen, aber dann lieber knapp und präzise. Kunstgeschichte in der Schule fand ich zwar interessant, aber ich hätte mich nie näher damit befassen mögen.
    In diesem Buch hat mich die Beschreibung fasziniert, wie Bilder übermalt werden, um geschmuggelt zu werden, und besonders, wie dann die oberste Schicht wieder entfernt wird. Das war für mich mal etwas ganz Neues.
    Ansonsten hat mich die Spionagegeschichte eher weniger tangiert. Aber wenigstens ist sie nicht so brutal wie ansonsten gerade in Mode.

  22. Cover des Buches Und dann gab's keines mehr (ISBN: 9783596511143)
    Agatha Christie

    Und dann gab's keines mehr

     (281)
    Aktuelle Rezension von: dieNachteule

    Inhalt

    Der mysteriöse U.N. Owen bittet zehn Personen zu Gast auf seine Privatinsel. Dahingegen lässt der Gastgeber auf sich warten, während sich die Gesellschaft bereits auf der abgeschiedenen ,,Nigger Island" befindet und darüber sinniert, welchen Ursprung die ominöse Einladung eigentlich hat. Eines Abends werden die Männer und Frauen sowohl kurz und knapp als auch geheimnisumwittert darüber aufgeklärt, was ihnen bevorsteht. Peu à peu kommen die Gäste einer nach dem anderen zu Tode. Paranoia macht sich breit und der Wettlauf gegen die Zeit beginnt, um den Mörder ausfindig zu machen ...

    Informationen zum Buch

    Agatha Christie fußt den Roman auf Basis des Kinderreims ,,Zehn kleine Negerlein". In einem Vorwort greift der Verlag diesen delikaten Aspekt kurz auf. Jeder muss mit sich selbst ausmachen, wie er zum Thema politische Fairness steht. Der gesamte Roman hätte seinen Sinn verloren, wenn genau diese Basis abgeändert worden wäre.

    Charaktere

    Miss Emily Brent, Miss Vera Claythorne, Mr. und Mrs. Rogers, Mr. Blore, Richter Wargrave, Dr. Armstrong, General Macarthur, Anthony Marston und Philip Lombard haben mich allesamt entsetzt. Agatha Christie hat bestimmte Figuren deutlich detaillierter ausgearbeitet, weshalb der ein oder andere etwas unter den Tisch fällt. Nichtsdestoweniger ist die Personage grundsätzlich authentisch. Nur hin und wieder kommt die Frage auf, weshalb äußerst unlogische und vor allem blauäugige Gedanken zustande gebracht werden.

    Resümee

    Vorab musste ich an das Gesellschaftsspiel Cluedo denken, denn es gibt gewisse Strukturen, die geringfügig ähnlich sind. Davon abgesehen hat mich das Buch derartig gefesselt, dass ich es beinahe nonstop von spätnachmittags bis mitternachts durchgelesen habe. Meiner Meinung nach macht das ein Meisterwerk aus, im Zusammenspiel mit der Plausibilität der Geschichte, der Au­then­ti­zi­tät der Figuren, allgemein dem Grundkonzept und dem Schreib- und Sprachstil seitens der Autorin. Die Wendung, die die Geschichte zum Ende hin nahm, hat mich erstaunt, zumal ich bis dato vollkommen im Dunkeln tappte hinsichtlich des Mörders und seinen Beweggründen. Letztere fand ich sehr spannend, weil ich damit absolut nicht gerechnet habe.
    Auf alle Fälle ein empfehlenswerter Lesegenuss!

  23. Cover des Buches Die Morde des Herrn ABC (ISBN: 9783455650037)
    Agatha Christie

    Die Morde des Herrn ABC

     (146)
    Aktuelle Rezension von: Aleshanee

    Hier hat mich Agatha Christie wieder sehr begeistern können!
    Hastings kommt nach einem Auslandsaufenthalt nach längerer Zeit wieder nach England zurück und besucht als erstes natürlich seinen alten Freund Hercule Poirot. Dieser, eigentlich im Ruhestand, wäre entzückt, zusammen mit Hastings wieder einmal in einem Fall zu ermitteln.
    Prompt flattert ein anonymer Brief ins Haus, der ein Ereignis ankündigt; eine Art Herausforderung an Poirot, der sofort ahnt, das ein Verbrechen bevorsteht.

    Wie der Titel schon sagt gibt es wieder eine Mörderjagd und die beiden Spürnasen kommen dem Täter nicht hinterher - denn es scheint kein Motiv für die Morde zu geben! Während Hastings zur Tat schreiten möchte, strengt Poirot seine kleinen grauen Zellen an und möchte zu den Hintergründen vordringen. Gleichzeitig hat er auch noch mit einem hochnäsigen Inspector zu tun, der seine Methoden anzweifelt und bei den Ermittlungen sein eigenes Süppchen kocht.

    Interessant war vor allem, dass die Perspektive des Mörders hier immer wieder kurz eingeblendet wurde und man trotzdem ständig um Dunkeln getappt ist. Der Fall ist sehr verzwickt aufgebaut und die Spannung bis zum Ende hoch gehalten.
    Die Auflösung war definitiv überraschend! Und auch wenn ich ein Detail nicht ganz so gut gelöst fand, war es insgesamt definitiv ein wirklich fesselnder Krimi, den ich nicht aus der Hand legen mochte.

    Ich mag auch den Flair der damaligen Zeit, der hier immer wieder durchdringt. Die Rolle der Frau, von der sie sich freikämpfen, aber auch die Männer, die in ihren festgefahrenen Prinzipien es auch nicht immer leicht hatten.
    Hastings bemerkt einmal zu einer Zeugin, dass sie intelligent und "dekorativ" aussieht - da musste ich schon sehr schmunzeln :D

    Ein sehr verstrickter und spannender Fall - nur die Auflösung fand ich etwas weit hergeholt, deshalb 4.5 Sterne :)

  24. Cover des Buches Gehen, ging, gegangen (ISBN: 9783328101185)
    Jenny Erpenbeck

    Gehen, ging, gegangen

     (117)
    Aktuelle Rezension von: Knigaljub

    Da macht sich eine knapp 50jährige weiße Schriftstellerin auf, Geflüchtete zu interviewen. Sie lernt, was es heißt, der deutschen Bürokratie auf Gedeih und Verderb ausgesetzt zu sein: Keine Arbeitserlaubnis bekommt man (oder wenn dann nur sehr schwer) beispielsweise und bei Fingerabdrücken in Italien oder anderswo aufgrund des Schengen-Abkommens nicht einmal einen fairen Asylprozess. Ach Mensch, ich bin doch Schriftstellerin, und diese Ungeheuerlichkeiten gehören niedergeschrieben, denkt sie sich. Aber einfach so die Geschichten von Geflüchteten erzählen? Nein, da muss noch literarischer Gehalt hinter: Ich mache einen alten weißen Mann, einen frisch emeritierten Professor der Altphilologie, zum Protagonisten, dann habe ich einen guten Grund für möglichst viele intertextuelle Anspielungen und eine Chance, Abi-Lektüre zu werden…

    Zugegeben: Ich weiß natürlich nicht, was die Beweggründe dafür waren, Gehen, ging, gegangen so zu schreiben, wie es geschrieben wurde, aber was ich weiß, ist, dass ich anfangs noch neugierig war, wohin die Reise mit solch einem Protagonisten wohl geht, und dass ich es ganz gut gemacht fand, Richard, den hochgebildeten, angesehenen, wohlverdienenden Egozentriker entlarvt zu sehen. Richard kennt gefühlt die gesamte europäische Literatur in sämtlichen Epochen, zitiert aus Faust und denkt in Brechtschen Versen, aber welche Länder mit welchen Hauptstädten zu Afrika gehören – das weiß er nicht. Und dieser Richard geht nun, verwitwet und seit Kurzem emeritiert, aus einer Art Forschungsinteresse heraus zu einer Flüchtlingsunterkunft und befragt die dort wohnenden Menschen. 

    Woher kommst du? Warum bist du hier? Warum hast du ein Handy?

    Und die Geflüchteten erzählen, denn Erpenbeck lässt nicht nur den alten weißen Egozentriker, nennen wir ihn Akono (dazu später mehr), einen ganz selbstverständlichen Anspruch auf die Geschichten der Geflüchteten erheben, sondern lässt den einen Interviewten mehrfach äußern, dass er den Menschen hier seine Geschichte schulde. Und damit sind wir auch schon bei einem wesentlichen Kritikpunkt an dem Buch: Es reproduziert White Supremacy in einem derart hohen Maß und auf teilweise so subtile Weise, dass ich es irgendwann immer unerträglicher fand, es zu lesen. (Hier: der Schwarze schuldet dem Weißen seine Geschichte). Warum ¾ dieses Buches dem Wurstbrot-und-Tagesschau-Alltag Richards gewidmet sind, mag ja gute Gründe haben, genervt hat es irgendwann dennoch ganz schön. Aber schlimmer ist, wie die Teile, die den Geschichten der Geflüchteten gewidmet sind, erzählt werden. Drei Beispiele:

    1. Raschid erzählt:

    Wir versuchten wegzukommen. Meine Brüder, meine Neffen, meine Onkel, die Nachbarn. Alle rannten und schrien. Überall lagen Leute herum, alles war voller Blut. Einer meiner jüngeren Brüder hatte sich zuerst in einem Mangobaum am Rand des Platzes versteckt. (S. 112)

    --> Raschid erinnert sich also daran, dass es nicht irgendein Baum, sondern ein MANGObaum war, unter dem sich sein Bruder versteckt, nennt aber diesen Bruder nicht beim Namen. Ist das eine realistische Figurenrede oder doch eher eine implizite Exotisierung?

    2. Richard erhält ein „Geschenk“ (S. 257) von Raschid, nämlich einen weiteren Teil von dessen Geschichte:

    Ich wusste nicht, dass sie das Viertel, in dem meine Firma war, auch schon blockweise abgesperrt hatten. Wir kamen nicht mehr durch. Die Soldaten brachten mich, meine Kinder und auch drei schwarze Angestellte von mir in ihr Lager. (S. 237f.)

    --> Raschid charakterisiert seine drei Angestellten also einzig dadurch, dass sie (wie er) „schwarz“ sind. Warum erwähnt er das? Ist das eine realistische Figurenrede oder doch eher eine ziemlich weiße Perspektive, die da durchschimmert? 

    3. Ein Fest bei Richard.

    Als es zu dämmern beginnt, und Richard die Spirituslaternen anzündet, ruft Raschid: Wie in Afrika! Er nimmt eine Laterne und schwenkt sie begeistert. (S. 342)

    --> Ja, Raschid sagt „wie in Afrika“. Ist es realistisch, dass er – wie Richard – den ganzen Kontinent über einen Kamm schert? 

    An dieser Textstelle wird auch deutlich, wie die Geflüchteten, wenn nicht gerade das Opfernarrativ gefüttert wird, gewissen Stereotypen entsprechen (hier: kindlich-fröhlicher Afrikaner). Es scheint, hier wurde versucht, einen gewissen komödiantischen Aspekt einfließen zu lassen. Den Höhepunkt dessen bildet eine Szene im Auto:

    Während die drei Nigerianer sich lachend und schubsend hinten hineinzwängen, sitzt Rufu, der Mond von Wismar, schon ernst und still vorn auf seinem Platz neben Richard. […]. Abdusalam beginnt zu singen, und Richard erzählt, dass es über solche Fuhren, wie es diese gerade ist, auch ein deutsches Lied gibt, und beginnt seinerseits: Hab mein Wagen vollgeladen, voll mit Afrikanern! Er weiß natürlich, dass in der Urfassung nicht von Afrikanern die Rede ist, sondern von alten, beziehungsweise jungen Weibern – aber was die Silbenzahl angeht, sind die Afrikaner perfekt. An einer roten Ampel blickt Richard, der noch aus voller Kehle singt, während die Männer hinten klatschen und johlen, und sogar Rufu im Rhythmus mit dem Kopf nickt, zufällig in ein Nachbarauto hinein, darin sitzt eine junge Familie: Vater, Mutter, zwei Kinder – alle die Köpfe zu Richards Auto gedreht, stumm und fassungslos angesichts so vieler ausgelassener Mohren und eines offensichtlich verrücktgewordenen Weißen. Als er mit einem Hüh, Schimmel! Bei Grün wieder anfährt, hört Richard noch, wie hinter der in ihrem Staunen festgefrorenen Familie ein Hupkonzert einsetzt. (S. 198)

    --> Stereotyp singende, fröhliche Afrikaner, hier von der Erzählinstanz als M*** bezeichnet, rufen eine dermaßen große „Fassungslosigkeit“ bei einer jungen Familie (vermutlich weiß, denn Hautfarben werden im Buch nur in den unterschiedlichsten Nuancen bei den Schwarzen Geflüchteten beschrieben) hervor, dass sie stehenbleiben und ein Hupkonzert verursachen (übrigens in Berlin, als ob man da nie Schwarze sähe) – spätestens hier hatte Erpenbeck mich verloren. Schön ein bisschen rassistischen Slapstick-Humor einbauen, damit dem weißen Leser die Beschäftigung mit diesem Buch nicht allzu sehr auf den Magen schlägt, oder was war die Intention hinter dieser Szene?

    Aber nicht nur fremde Menschen lässt Erpenbeck staunen, auch Richard selbst ist ganz verwundert, dass ein Weihnachtsbild mit einem Schwarzen Geflüchteten „genauso friedlich wie all die Fotos reinrassig deutscher Weihnachtsfeste“ (S. 242) aussehe. Ja, „reinrassig deutsch“ steht da – was auch immer das sein soll, die „reine deutsche Rasse“. Klar, Richard als Protagonist denkt so, aber so unsympathisch und ignorant er auch gezeichnet sein mag, dass er wirklich eine Nationalität (deutsch) als „Rasse“ definiert, finde ich unglaubwürdig. (Übrigens ebenso wie die Tatsache, dass er für einen Arzt dolmetscht (vgl. S. 288) – auf Englisch, denn das ist offensichtlich die Sprache, in der er sich mit den Geflüchteten verständigt. Kann der Arzt wirklich kein Englisch?)

    Bleiben wir bei Akono aka Richard: Dieser kann sich nämlich nicht nur die Hauptstädte der afrikanischen Länder nicht merken, sondern kommt auch mit diesen ganzen afrikanischen Eigennamen durcheinander. Also benennt er kurzerhand manche der Geflüchteten um. Immerhin benennt er sie nicht nach sich selbst, sondern nach griechischen Göttern, dennoch benennt hier ein Weißer Schwarze um, was unangenehm an den Umgang mit Sklaven erinnert. Gerade, weil Richard am Ende doch zum White Savior in diesem Buch mutiert, stößt es besonders bitter auf, dass er die Verwendung dieser "Spitznamen" bis zum Schluss durchzieht.

    Apropos Schluss: Konsequenterweise ist der natürlich nochmal ganz Richard gewidmet. Konsequenterweise kommt heraus, dass er schon immer ein ignorantes, egozentrisches Arschloch war, auch in Bezug auf seine Frau. Bereits im gesamten Roman hatte sich gezeigt, dass Richard Frauen objektiviert – die Deutschlehrerin der Geflüchteten beispielsweise ist ihm nicht mal einen Namen wert. Stattdessen überlegt er (alter Sack) sich, wie es wäre, etwas mit ihr (junge Frau) zu haben.

    Zu dem unsympathischen Protagonisten gesellen sich andere Figuren, die ebenfalls reichlich überzeichnet wirken: der Hölderlinleser Andreas zum Beispiel oder Monika und Jörg, die „ein Restaurant mit vierzig verschiedenen Sorten Büffelmozzarella“ (S. 242) in Italien besuchten, sich aber an dem Anblick von „Afrikanerinnen […] am Straßenrand“ (S. 243) in der Toskana störten und Richard warnen: „Da musst du aufpassen, die schleppen oft Krankheiten ein, Hepatitis, Typhus und Aids. Hab ich zumindest gehört.“ (ebd.) 

    Auch mitten aus dem Leben gegriffen ist der Tacitus rezitierende Anwalt:

    Sie kennen doch sicher den schönen Abschnitt in Tacitus‘ „Germania“ über die Gastfreundschaft unserer Vorfahren? Ja, sagt Richard und nickt. Wenn ich Ihnen die Passage kurz noch einmal in Erinnerung rufen darf? Sie dürfen. Der Anwalt steht auf, geht zu seinem Bücherregal, die Rockschöße wehen im unerklärlichen Bürowind, zieht den Tacitus aus dem Regal und schlägt das kleine Buch an einer Stelle, an der ein Zettel eingelegt ist, auf. […] Und nun beginnt der Anwalt zu rezitieren: Es gilt bei den Germanen als Sünde, einem Menschen sein Haus zu verschließen, wer es auch sei; … (S. 309)

    Mit besonders viel Weisheit kann auch Anne, die Fotografin, um sich werfen. Bei Richard ist eingebrochen und Schmuck gestohlen worden, „der Klavierspieler“, dem Richard seit einiger Zeit das Klavierspielen beigebracht hat, steht direkt im Verdacht, denn er habe ja gewusst, dass Richard nicht Zuhause sei. Anne weiß Rat:

    Du musst einfach herauszufinden versuchen, ob es dein Klavierspieler war. […] Du denkst also, dass er es war. Du verurteilst ihn, ohne dass er eine Chance hatte, sich zu äußern. Das ist nicht schön. […] Frag ihn, ob er es war. […] Wenn er es wirklich gewesen sein sollte, der dir den Ring geklaut hat, dann schrei ihn an! Sag ihm, dass du, verdammt nochmal, den Ring zurückhaben willst! Mach ihm eine Szene! […] Weil du ihn ernst nehmen musst. Wenn du seinen Verrat entschuldigst, bist und bleibst du der großkotzige Europäer. (S. 316f.)

    Weißte Bescheid? Schrei die Leute an, nur dadurch zeigst du ihnen, dass du dich nicht über sie stellst. Was sind das für Figuren in dem Roman? Wo leben die alle? Warum sind die so dermaßen überzeichnet, dass man keinerlei Identifikationspotential geboten, aber permanent Kotzreiz bekommt?

    Insgesamt habe ich das Gefühl, dass Erpenbeck irgendwie schon gute Absichten hatte, aber gut gemeint ist eben nicht automatisch gut gemacht. Neben der oben ausführlich skizzierten (für mich sehr fragwürdigen) Figurenzeichnung war es insbesondere der insgesamt belehrende Ton, der mir missfiel: Nicht nur wurde dem Leser beispielsweise mindestens drei Mal erklärt, was es mit dem Schengen-Abkommen auf sich hat, nicht nur wurde permanent wiederholt, dass die Geflüchteten doch nur arbeiten wollen und nicht können, sondern auch die Einschübe von Elementen klassischer Schullektüre und die rechtlichen Grundlagen von Asylprozessen kamen mir des Öfteren künstlich eingebaut vor. 

    Mag ja sein, dass Erpenbeck mit der Wahl ihres Protagonisten und dem Raum, den er im Roman im Vergleich zu den Geflüchteten einnimmt, gerade darüber zum Nachdenken anregen wollte, wer eigentlich Geschichte(n) schreibt, wer stets im Fokus steht und wer nicht – für mich ging das vollkommen nach hinten los. Weder schafft sie es, dass man sich mit dem Protagonisten (oder irgendeiner anderen Figur) identifiziert (und dadurch zum Nachdenken angeregt wird), noch erhalten die Schicksale der Geflüchteten genügend Raum, im Gegenteil bleiben die Geflüchteten gesichts- und teilweise namenlose exotisierte „Randphänomene“ in dieser gefühlt schnell niedergeschriebenen und mit möglichst viel Wissen zusammengeworfenen, aber fragwürdige Narrative bedienenden Geschichte. Dass nicht auf Selbstreflexion, sondern Systemkritik, auf der man sich dann ausruhen kann, abgezielt wurde, zeigt auch die provokante Anspielung, die einen fragwürdigen Vergleich zu Judendeportationen zieht:

    Jetzt entsteigen den vorderen Mannschaftswagen Polizisten in voller Montur: Kampfanzüge, Helme mit heruntergeklapptem Visier, Knüppel, Pistole. [...] Richard fragt sich, ob tatsächlich 40 schwerbewaffnete Männer notwendig sind, um 12 afrikanische Flüchtlinge aus so einem Heim zu tragen, ganz zu schweigen von den übrigen rund 150 Polizisten, die in den anderen Wagen auf ihr Startsignal warten. Morgen, das weiß er jetzt schon, wird in der Zeitung stehen, wieviel der Einsatz gekostet hat, und die Kosten werden vom Volk der Buchhalter den Objekten des Abtransports als Schuld zugeschrieben werden, wie das auch in anderen Zeiten, wenn Deutschland irgendwen hat abtransportieren lassen, üblich gewesen ist. (S. 258f.)

    Was mir am Ende der Lektüre nur bleibt, ist folgende Frage: Warum genau wird/wurde dieses Buch so gefeiert?

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