Bücher mit dem Tag "system"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "system" gekennzeichnet haben.

68 Bücher

  1. Cover des Buches 1984 (ISBN: 9783328111368)
    George Orwell

    1984

    (4.290)
    Aktuelle Rezension von: KlaraWg

    Der Roman 1984 ist für mich eines dieser seltenen Bücher, die nicht nur gelesen, sondern regelrecht erlebt werden. Die düstere Welt, die George Orwell entwirft, wirkt erschreckend klar und beklemmend real – gerade weil sie so konsequent durchdacht ist.

    Besonders beeindruckt hat mich, wie subtil und gleichzeitig gnadenlos das Thema Kontrolle dargestellt wird: nicht nur durch Überwachung, sondern durch Sprache, Denken und sogar Erinnerung. Die Idee, dass Realität formbar ist, wenn man sie nur oft genug neu definiert, hat mich beim Lesen immer wieder innehalten lassen.

    Der Protagonist Winston ist dabei keine klassische Heldenfigur, sondern eher ein stiller Beobachter – genau das macht ihn so greifbar. Seine innere Zerrissenheit und sein vorsichtiger Widerstand spiegeln sehr gut wider, wie schwierig es ist, in einem totalitären System überhaupt noch „man selbst“ zu bleiben.

    Was das Buch für mich besonders stark macht, ist seine Zeitlosigkeit. Obwohl es 1949 erschienen ist, fühlt sich vieles erschreckend aktuell an. Gerade in einer Welt, in der Information, Wahrheit und Medien eine immer größere Rolle spielen, wirkt Orwells Warnung fast schon prophetisch.

    Für mich ist „1984“ kein leichtes Buch, aber ein unglaublich wichtiges. Es regt zum Nachdenken an, bleibt lange im Kopf – und verändert den Blick auf die Realität ein Stück weit. Klare Leseempfehlung.

  2. Cover des Buches Cassia & Ky - Die Auswahl (ISBN: 9783596188352)
    Ally Condie

    Cassia & Ky - Die Auswahl

    (4.535)
    Aktuelle Rezension von: Kayuri

    Cassia bekommt ihren Lebenspartner vermittelt. Als sie sich den Chip ansieht passiert etwas ungewöhnliches, ein zweites Gesicht taucht auf. Was ist da schief gelaufen in dieser eigentlich perfekt durchgeplanten Welt?  

    Das Buch zeichnet erstmal langsam ein Bild von dieser dystopischen Welt. Leider bleibt das Buch überlange Strecken auch langsam und manches fühlte sich gezogen an. Dennoch hatte ich Spaß an diesem Buch, vor allem das Ende schürt eine Erwartung auf Spannung.  

  3. Cover des Buches Cassia & Ky – Die Flucht (ISBN: 9783596194988)
    Ally Condie

    Cassia & Ky – Die Flucht

    (2.304)
    Aktuelle Rezension von: Kayuri

    In diesem Buch geht die Geschichte um die Liebe die nicht sein soll weiter. Wir bekommen zwei Perspektiven präsentiert, dabei klappt der Übergang für mich nicht immer sauber. Dennoch fand ich es interessant diese Suche und Flucht aus beiden Perspektiven zu erleben.

    Die Geschichte an sich hatte ein paar Längen. Es fühlte sich manchmal so an als wurde recht wenig passieren. Dafür bekamen aber auch die anderen Figuren etwas mehr Tiefe verpasst. Daher war es für mich verständlich wieso es die lägen gab.

    Ich freue mich auf den letzten Teil, dieser endet mit einem Cliffhanger. 

  4. Cover des Buches Flawed – Wie perfekt willst du sein? (ISBN: 9783596033836)
    Cecelia Ahern

    Flawed – Wie perfekt willst du sein?

    (1.199)
    Aktuelle Rezension von: Books_of_san

    Mir hat der erste Teil dieser Dystopie sehr gefallen und ich freue mich auf Band zwei. Das System, welches hier geschildert wurde, ist gut durchdacht und die ganzen politischen Intrigen machen es umso spannender und unvorhersehbarer. Man hat jeden wegen irgendetwas im Verdacht und fragt sich welche Überraschung nun als nächstes folgt. Absolute Leseempfehlung!

  5. Cover des Buches Schöne neue Welt (ISBN: 9783957285782)
    Aldous Huxley

    Schöne neue Welt

    (1.214)
    Aktuelle Rezension von: HenriLMatos

    Brave New World ist erschreckender als 1984, weil niemand zwingt. Die Menschen wählen ihre eigene Konditionierung, weil sie sich dabei gut fühlen. Huxley beschreibt eine Gesellschaft, in der Identität von Geburt an zugewiesen wird und niemand protestiert, weil der Protest selbst weggezüchtet wurde. Die Frage, die das Buch stellt und nie beantwortet: Was ist Freiheit wert, wenn man gelernt hat, sie nicht zu vermissen?

  6. Cover des Buches Cassia & Ky – Die Ankunft (ISBN: 9783596195923)
    Ally Condie

    Cassia & Ky – Die Ankunft

    (1.569)
    Aktuelle Rezension von: Zarina

    📖 Inhaltsangabe:
    Cassia und Ky haben den Weg zur Erhebung gefunden, einer Bewegung, die das unterdrückende System stürzen will. Doch der gemeinsame Kampf fordert Opfer: Die beiden werden getrennt, Cassia kehrt in die Hauptstadt zurück, Ky wird Pilot. Währenddessen trifft Cassia auf Xander, dessen Rolle komplexer ist als erwartet. Als eine tödliche Seuche das Land bedroht, muss Cassia sich entscheiden, zwischen Vergangenheit, Wahrheit, Vertrauen und Zukunft. Ihr Mut könnte über das Schicksal aller entscheiden.

    📚 Meine Meinung:
    Ein würdiger Abschluss der Trilogie! Besonders spannend fand ich die moralischen Fragen, die sich durchziehen: Vertrauen, Verantwortung und Verlust. Cassia wird in diesem Band noch stärker, reflektierter, nicht mehr nur verliebt, sondern bereit, für mehr zu kämpfen. Auch Xander erhält endlich mehr Tiefe. Die Dreiecksbeziehung steht nicht mehr so stark im Fokus, was dem politischen und gesellschaftlichen Teil mehr Raum gibt. Man spürt den Wandel, der über allem liegt, sowohl in der Welt als auch in den Figuren.

    ✅ Fazit:
    Ein gelungener Abschluss, der die Geschichte konsequent weiterführt. Weniger Liebesdrama, mehr Weltveränderung *** spannend, emotional und befriedigend. Wer die ersten zwei Bände mochte, sollte diesen auf keinen Fall verpassen.

  7. Cover des Buches QualityLand (QualityLand 1) (ISBN: 9783548291871)
    Marc-Uwe Kling

    QualityLand (QualityLand 1)

    (887)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

    Stanislaw Lem wird der Satz zugeschrieben: "Ein Zukunftsroman hat entweder absolut nichts mit den bestehenden Verhältnissen zu tun oder er kritisiert sie." Wilhelm Busch, der unverbesserliche Spaßmacher, schrieb einmal: "Was man ernst meint, sagt man am besten im Scherz." Diese beiden Sätze fielen mir immer wieder ein, während ich "Qualityland" las. Erster aus simplen, zweiter aus komplexeren Gründen, die weiter unten noch einmal aufgegriffen werden.

    Ich habe, nach der erheiternden und teilweise inspirierenden Lektüre von Marc-Uwe Klings neustem Wurf, noch lange über diesen Roman nachgedacht. Irgendwie war ich trotz aller Freude, die ich beim Lesen empfunden hatte (hervorgerufen durch Gags, geniale Einfälle, wunderbare Spitzen und die hier und da eingestreuten Zitate und Verweise auf Popkultur, Geschichte und Wissenschaft, oft mit skurrilem Einschlag), nicht ganz sicher, wie ich das Buch verorten sollte. Sprachlich eher einfach und straight (wenn auch immer wieder mit gekonnten Stilwechseln und einer generellen Sicherheit im Ton, in der Darstellung), die Figurenzeichnung wunderbar komisch, aber nicht gerade tiefgründig und vielschichtig. Es wäre wohl auch unsinnig, solche Maßstäbe an ein Buch anzulegen, das seinen Fokus auf Themen und nicht auf Figuren legt.

    "Peter muss sich nicht die Mühe machen, relevante Informationen zu finden. Die relevanten Informationen machen sich die Mühe, Peter zu finden."

    "Qualityland" ist eine Zukunftsvision, doch ich zögere, es einen Sci-Fi Roman zu nennen, weil die darin beschrieben technischen Errungenschaften mit algorhytmischen Tendenzen im Prinzip nur die ausgewachsenen, (noch) totalsierteren Versionen der Einrichtungen und Systeme von heute darstellen. Natürlich hat Marc-Uwe Kling auch einige schöne Erfindungen erdacht – aber im Prinzip basiert die von ihm erschaffene Welt auf dem Weiterdenken und Zuspitzen derzeitiger Erscheinungen und Entwicklungen; knapp an der Übertreibung vorbei, aber eigentlich sehr realistisch, geradezu gegenwärtig, zeitgeistig; deswegen mein Zögern, „Qualityland“ einen Sci-Fi-Roman zu nennen. Aber auch Bezeichnungen wie „Satire“ würden zu kurz greifen.

    Wie einst George Orwell oder Aldous Huxley, gibt Kling seiner Welt zunächst den Anstrich einer utopischen Ausrichtung (wenn das Buch auch in zwei Versionen erhältlich ist, von denen eine mit utopischen Intermezzos, die andere mit dystopisch-zynisch-satirischen Intermezzos versehen ist; am Ende des Buches befinden sich ein QR-Code und ein Link, mit dem man sich die Inhalte des jeweils anderen Buches ansehen kann, sodass ein doppelter Kauf nicht nötig ist). In dieser Utopie ist personalisierte Digitalisierung in ihre Vervollkommnung eingetreten: jede/r findet den/die richtige/n Partner*in, die richtigen Freund*innen, bekommt die richtigen Gebrauchsgegenstände geliefert, ihm/ihr wird die passende Werbung angezeigt und es gibt eigentlich nichts, was der Mensch noch selbst machen muss, außer sich seiner Prägung entsprechend zu verhalten oder hier und da eine Aufstiegschance zu nutzen oder den potentiellen Abstieg zu verhindern, der ihn zur Nutzlosigkeit verdammen würde.

    Für diese durch-personalisierte Welt, die trotzdem von monopolistischen und totalitären Firmen und Dienstleistern quasi kontrolliert wird und in der es endgültig zu einer klar hervortretenden Klassengesellschaft gekommen ist, hat der Autor viele schöne Beispiele arrangiert, angefangen bei den Nachnahmen der Menschen, die den Berufen ihrer Eltern entsprechen, über einen Date-/Liebesdienst, der die Profile seiner Kund*innen einfach zusammenbringt & die angesprochenen Intermezzi, die meist aus absurd anmutenden Produktwerbungen und Nachrichtenmeldungen bestehen, bis hin zu vielen personalisierten Produkten:

    "In der Schule, sagt Peter, hatte ich mal eine Freundin, in deren Version von Game of Thrones keine einzige Figur gestorben ist. Die haben immer nur eine Sinnkrise bekommen und sind ausgewandert, oder so."

    Diese ganze Charade wirkt immer wieder aberwitzig, ist aber bei genauer Betrachtung selten weit von der Wirklichkeit entfernt, sodass es einen schon ein bisschen gruseln könnte, würde man es nicht gerade so witzig finden, was dem Protagonisten von seiner Umwelt alles zugemutet wird. Allerdings sollte man sich dann auch mal fragen, was einem selbst so alles zugemutet wird – und noch zugemutet werden könnte. Denn Peter Arbeitsloser ist eben nicht nur die Fortsetzung des Kleinkünstlers mit anderen Mitteln – er ist auch der Nachfahre einer Gesellschaft, die sich vom System übervorteilen ließ.

    "-Ich hab es einfach satt, dass immer keiner verantwortlich ist. Immer ist das System schuld. Aber es gibt eben doch auch Leute, die dafür verantwortlich sind, dass das System ist, wie es ist!-"

    Die Herren der Welt, wie Noam Chomsky sie nannte. Bei Marc-Uwe Kling treten sie als Witzfiguren auf, als selbstzufriedene und blöde Fatzkes (wie schon im Känguru, an der Stelle hat sich nix verändert), die entweder nicht den Intellekt haben, die Situation zu durchschauen oder nicht die moralische Integrität, sie zu ändern (manchmal erstaunlicherweise auch beides). Dass es vor allem der Stumpfsinn ist, der in den Köpfen dieser Herr*innen der Welt regiert, der blinde und unreflektierte Systemglaube, ist gleichsam entlarvend, aber hier und da wirkt dieses brachial-plumpe Pochen auf dieser Dummheit auch etwas vereinfacht. Natürlich: wer sich umsieht, wird merken, dass wir in einer teilweise ziemlich pervertierten Welt leben und viele Schriftsteller*innen haben den Fehler gemacht, ihren Charakteren nicht das übliche Maß an Dummheit zuzumuten, das nun mal durchaus in der Welt draußen floriert. Trotzdem: manches, was haarsträubend genug ist, wird so allzu sehr zur Karikatur, hinter der die beunruhigenden Facetten der Machtpositionen nicht mehr ganz hervorlugen.

    Wirklich beeindruckend an „Qualityland“ ist, wie Kling darin immer wieder Dialoge entspinnt, in denen ganz klar die Problematik und nicht nur die Komik des derzeitigen Systems und seiner Entwicklung hervorgehoben wird. Und nicht nur das: es werden konkrete philosophische und soziologische Dilemmata aufgeworfen und diskutiert, mit einer Leichtigkeit und Unwillkürlichkeit, die etwas leicht Gestelltes, aber auch etwas Geniales, Treffliches haben – vor allem wenn das Gespräch zwischen einem selbstfahrenden Auto und Peter Arbeitsloser stattfindet:

    "-Weißt du, was der entscheidende Unterschied zwischen euch und uns ist?-
    -Was denn?-
    -Wenn ein selbstfahrendes Auto einen Fehler macht, lernen alle anderen Autos durch diesen Fehler und machen ihn nicht wieder. Unterschiedliche Menschen machen immer wieder den gleichen Fehler. Ihr lernt nicht voneinander.
    - Ich verrate dir mal was-, sagt Peter. -Oft macht sogar derselbe Mensch den gleichen Fehler noch mal.-

    Diese Zusammenführung von komischer und kritischer Perspektive, von Witz und Nachdenklichkeit, von Lachen und Entsetzen manchmal, ist der bewundernswerteste Zug dieses Buches. Und ebenso erstaunlich ist, dass ich mir immer wieder gewünscht habe, dass es an der einen Stelle mehr ins Kritische, an der anderen mehr ins Komische, Anspielungsreiche geht und am Ende doch sagen muss: die Mischung macht’s. Nicht nur im Hinblick auf die Unterhaltung, sondern auch im Hinblick auf das Kritische. Vielleicht hatte Wilhelm Busch Recht.

    Wer in letzter Zeit wie ich Bücher wie „Was auf dem Spiel steht“ von Philipp Blom oder Noam Chomskys „Requiem auf den amerikanischen Traum“ gelesen hat, wird zweifellos ähnlich zweischneidig auf dieses Buch blicken, wo andere die entlarvende Komik einfach als eigenständige Erscheinung feiern werden – was ja auch wunderbar und vollkommen okay ist. Ich selbst komme, wie schon angedeutet, nicht umhin, eher die inspirierenden, kritischen Ansätze zu bemerken und mich zu fragen: wie ernst werden die Leute nehmen, was Kling hier präsentiert? Werden sie in der Komik das Entlarvende sehen oder doch eher das Überzeichnete? Werden sie in Passagen wie der folgenden (in denen der hyperintelligente Androide und Präsidentschaftskandidat John gerade von einer Wahlkampfveranstaltung fliehen musste) die Pointe genießen oder erkennen, dass sie die darin formulierte Problematik direkt und unausweichlich betrifft?

    "-Ich muss zugeben, es ist schwieriger als ich berechnet hatte-, sagt John.
    -Was genau?-, fragt Aisha.
    -Eine Antwort auf Betrand Russells Frage zu finden.-
    -Wer?-, fragt Tony.
    -Ein toter englischer Philosoph-, sagt Aisha. -Er hat gesagt: Die Frage heute ist, wie man die Menschheit überreden kann, in ihr eigenes Überleben einzuwilligen-"

  8. Cover des Buches Der Prozess (ISBN: 9783596709625)
    Franz Kafka

    Der Prozess

    (1.106)
    Aktuelle Rezension von: Soryan_Solahn

    Der Einstieg in Kafas "Der Prozess" ist anfangs herausfordernd. Dies liegt an den anspruchvolleren Formulierungen sowie schlicht am Inhalt selbst. Mit der Zeit wird die Wortwahl des Autors jedoch vertrauter.

    In Kafkas "Der Prozess" ist der Leser ständig darum bemüht,  die Geschichte und die Charaktere zu verstehen. Während des Lesens ist ständig zu hinterfragen,  was eigentlich im Text geschieht, was welche Aussage oder Handlung bedeutet und, ob K. tatsächlich unschuldig ist oder nicht. Wer tiefer in das Werk eintaucht, versteht, dass hier ein Machtkonstrukt vorliegt, dass nichts mit einem rechtschaffenen System zu tun hat. Dadurch eröffnen sich weitere Fragen nach den Motiven für die vermeintlich (?) ungerechtfertigte Anschuldigung Josef K's. Am Ende des Buchs geht der Leser mit vielen Fragen und Gedanken aus der Geschichte heraus. Somit hallt der Prozess noch lange nach.

    Kafkas Roman ist kein leichter, die Motive liegen nicht offen und der Sachverhalt wird nicht aufgeklärt.  So liegt es am Leser, die Handlungen zu hinterfragen und über die ungeschriebenen Zeilen und den geschrieben Worten nachzudenken. 

  9. Cover des Buches Perfect – Willst du die perfekte Welt? (ISBN: 9783596033843)
    Cecelia Ahern

    Perfect – Willst du die perfekte Welt?

    (858)
    Aktuelle Rezension von: Buchspinat

    Zum Inhalt:

    Celestine hat sich bei ihrem Großvater versteckt. Doch der oberste Richter Crevan gibt keine Ruhe. Er will Celestine unbedingt aufspüren, denn sie ist im Besitz von etwas, dass ihm sehr gefährlich werden und sogar das ganze Regime stürzen könnte. Das muss er unbedingt vereiteln.

    Eigentlich will Celestine nur, dass alles so wird wie früher, doch das wird nicht geschehen. Dessen ist sie sich sehr bewusst. Was bleibt, außer zu kämpfen? Und sie ist nicht allein. Carrick taucht wieder auf und überredet sie, nicht mehr zu fliehen, sondern für die Freiheit zu kämpfen…

    Meine Meinung:

    Ich kann Euch nicht zu viel verraten. Das würde die Spannung zerstören. Band Zwei der Dilogie geht genauso spannend und temporeich weiter, wie Band Eins angefangen hat. Von daher kann ich den zweiten Band genauso empfehlen, wie den ersten Teil dieser großartigen Geschichte. 

    Celestine beginnt, über sich hinauszuwachsen. Immer mehr Menschen stehen plötzlich hinter ihr und dem Wunsch nach Freiheit. Auch nicht fehlerhafte Menschen. Sie findet Verbündete, muss aber auch lernen, dass manche Verbündete nur ihren eigenen Vorteil suchen und bereit sind, Celestine danach über die Klinge springen zu lassen. Das macht Vertrauen schwer. Doch ohne Vertrauen geht es nicht.

    Celestine lernt schnell und steckt irgendwann mittendrin in einer Revolution, die sich sich Wochen zuvor niemals hätte vorstellen können. Als ihre Anführerin. Mit einer Courage, die mich stark beeindruckt hat.

    Und sie ist nicht allein. In Carrick hat sie einen Mitstreiter gefunden, der ebenso mutig ist wie sie. Der ähnliche Werte hat. Der Menschen überzeugen kann, ihr Vorhaben zu unterstützen. Und der ihr etwas bedeutet. Und sie ihm. Trotz aller Schwierigkeiten bahnt sich zwischen den Beiden etwas an, dass größer ist als das, was Celestine einst mit Art (Richter Crevans Sohn) geteilt hat…

    Manchmal hat man einfach keine andere Wahl. Dann muss man für das kämpfen, was einem wichtig ist. Für Freiheit. Für Demokratie. Für gleiche Rechte. Egal ob man „fehlerhaft“ ist oder nicht. Gemeinsam.

    Das gilt für uns alle. Gerade in Zeiten, wo die Rechte von Minderheiten beschränkt werden sollen. Wo finanziell schwache Menschen ausgegrenzt werden sollen. Wo die Reichen und Mächtigen für eine immer größere Schere zwischen Arm und Reich sorgen. Wo jeden Tag von Rassismus und Gewalt zu lesen ist. Von Femiziden. Von Rechtsextremismus. Von Kriegen. Von Menschen, die ihr Hab und Gut verlieren und aus Angst vor Ermordung ihr Heimatland verlassen müssen.

    Lasst uns füreinander einstehen. Für Demokratie. Für Freiheit. Für Rechtsstaatlichkeit.

    Solidarisch. Mit einem offenen Herzen. Füreinander. Denn wir sind alle gleich. Wir sind Menschen.

    Meine Rezension findet Ihr auch unter www.buchspinat.de

  10. Cover des Buches Diabolic / Diabolic (1). Vom Zorn geküsst (ISBN: 9783401511320)
    S.J. Kincaid

    Diabolic / Diabolic (1). Vom Zorn geküsst

    (406)
    Aktuelle Rezension von: AutorinLauraJane

    Der Anfang des Buches hat mir sehr gefallen. Man wird relativ ausführlich und ruhig in die Geschichte und den teilweise sehr komplexen Hintergrund der verschiedenen Familien eingeführt. Außerdem erfahren wir, wie Diabolics erschaffen werden und wie die Prägung funktioniert. Dadurch ist die Grunddynamik zwischen Nemesis und ihrer Schutzbefohlenen Sidonia von Anfang an klar und benötigte keinen Weiterren Hintergrund. Auch die Phase der Vorbereitung für Nemesis’ Aufenthalt am imperialen Hof fand ich sehr gut dargestellt.

    Ab dann flachte die Geschichte für mich leider sehr ab. Die am Hof erwarteten Intrigen blieben größtenteils aus, die Machtspiele sind eher schmückendes Beiwerk. Die Gefühle, die sie für Tyrus zu entwickeln beginnt, kamen für leider mich überhaupt nicht rüber und damit fiel die ganze Liebes-Thematik für mich weg.

    Meiner Meinung nach lag der Fokus tatsächlich noch zu wenig auf der Liebe, die Nemesis entwickelt - denn eine künstlich geschaffene Diabolic sollte nur einen Menschen lieben: ihre zu schützende Person, auf die sie geprägt wurde. Das, was hier passiert ist also in dieser Welt etwas noch nie da gewesenes und könnte generell zum Nachdenken anregen. Das tut es leider überhaupt nicht.

    Und dann kam das Ende. Dass es relativ offen gehalten ist, stört mich überhaupt nicht, es irritierte mich eher, dass keine offenen Fragen blieben. Im Nachhinein habe ich mich ein wenig erkundigt und erfahren, dass das Buch eigentlich erst als Einzelband gedacht war, und das merkt man. Das Ende kann genau so stehenbleiben.

    Für mich ist diese Trilogie also beendet, wie sie ursprünglich gedacht war.

  11. Cover des Buches Das Juwel - Die Weiße Rose (ISBN: 9783596036202)
    Amy Ewing

    Das Juwel - Die Weiße Rose

    (979)
    Aktuelle Rezension von: Applesreading

    Im zweiten Band der Das Juwel-Reihe setzt Amy Ewing die Geschichte von Violet Lasting fort. Nachdem sie von der Herzogin vom See enttarnt wurde, flieht Violet mit ihren Gefährten Ash und Raven aus dem Palast. Doch die Flucht ist alles andere als einfach. Das Juwel zu verlassen ist gefährlich, und die Verfolger des Adels sind ihnen ständig auf den Fersen. Auf ihrer Reise stößt Violet auf eine geheime Rebellengruppe, die ihr neue Hoffnung und Antworten auf ihre Fragen bietet. Dabei entdeckt sie, dass ihre Gabe weit mächtiger ist, als sie dachte.


    Wie schon im ersten Band bleibt der Schreibstil von Amy Ewing eine Herausforderung. Allerdings wird er im zweiten Band noch komplizierter. Beim ersten Band bereits wirkt der Stil schon kompliziert, aber in Die Weiße Rose noch schwerer und leider unnötig komplex. 


    Band 2 ist ein packender, aber sprachlich anstrengender zweiter Band. Die spannende Handlung und die Weiterentwicklung von Violet sind nach wie vor fesselnd, doch der immer komplexer werdende Schreibstil macht die Lektüre schwieriger als nötig. Wer den ersten Band mochte, wird auch diesen Band mögen, muss jedoch erneut Geduld mit dem Stil aufbringen.

  12. Cover des Buches Alles, was wir geben mussten (ISBN: 9783896676962)
    Kazuo Ishiguro

    Alles, was wir geben mussten

    (636)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Ein großer Sportplatz, freundliche Klassenzimmer und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches englisches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so engagiert und freundlich sie auch sind, heißen hier Aufseher, und sie lassen die Kinder früh spüren, dass sie für eine besondere Zukunft ausersehen sind. Dieses Gefühl hält Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe zusammen – bis es an der Zeit ist, ihrer wahren Bestimmung zu folgen. 

    Ein Buch, das an das Herz klopft und mit Tränen in den Augen, dieses unglaubliche grausame Szenario mitverfolgt, denn die Kinder sind Klone, die nur geschaffen wurden, um ihre Organe irgendwann zu spenden. 

    Die Protagonisten schließt man ins Herz, und man ist betrübt über ihr Schicksal. 

    Eine Welt, die hoffentlich in dieser Form niemals wahr wird.

    Das Nachwort von "Claire Messud" ist mehr als großartig, ich würde es gerne hier sichtbar machen, aber es zu lang!

    Vielleicht finde ich mal die Zeit für einige Passagen.......


  13. Cover des Buches Corpus Delicti: erweiterte Ausgabe (ISBN: 9783641269913)
    Juli Zeh

    Corpus Delicti: erweiterte Ausgabe

    (591)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Wenn ein Buch in den Canon „zu lesender Bücher“ an Schulen Eingang gefunden hat, so ist davon auszugehen, dass es nicht nur um ein diskursiv zu bewältigendes Thema geht, sondern zugleich den Anspruch eines pädagogischen Mehrwertes (man könnte es im klassischen Sinne auch als Literatur bezeichnen) beinhaltet. Insofern gäbe es an dieser Stelle wenig oder aber, im Sinne einer Textanalyse, sehr viel zu sagen. Im ersten Fall scheint alles gesagt bzw. geschrieben zu sein, im zweiten Fall wurden und werden vermutlich bereits Doktorarbeiten über diesen Themenkreis vergeben. Insofern bleibt eigentlich nur noch der Hinweis eines beeindruckten Lesers: lesen – denken – sich Notizen machen.

    Denn ohne Notizen, ohne An- und Unterstreichungen wird man diesem Buch nicht gerecht, oder, anders ausgedrückt, wird einem die Vielfalt möglicher Implikationen verborgen bleiben. Aber auch ohne diesen Anspruch kann man dieses Buch lesen, dann bleibt es allerdings blutleer auf der Strecke und spätestens am Ende wird man sich fragen: Was soll das denn jetzt? Wer also nur prickelnde Unterhaltung sucht, wird hier möglicherweise enttäuscht. Das heißt im Umkehrschluss allerdings nicht, dass es den nicht gäbe.

    Wie auch immer, es ist ein Buch, das viele Themen berührt, das Fragen provoziert und bei den Antworten eine beeindruckende Vorstellungswelt entstehen lässt. Es geht um das Menschsein in (vielleicht gar nicht so) ferner Zukunft, in denen dieses einem einzigen Thema untergeordnet ist: der Gesunderhaltung – und zwar um jeden Preis. Die sich daraus ergebenden politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen werden hier in Aufbau und Thematik mit eindrucksvollen Bildern wiedergegeben. Kurz gesprungen geht es sowohl um die Dialektik eines solchen Lebens, der Unterscheidung zwischen: passt oder passt nicht, gut oder schlecht/böse, als auch um ein Dazwischen, einem Schwanken, das solcherart mit der Metapher der auf einem Zaun sitzenden Hexe herausragend symbolisiert wird: 

    „‘Weißt du, was eine Hexe ist, Mia [ihr wird der „Prozess“ gewacht]?‘ 

    Überrascht hebt die Angesprochene den Kopf und muss sich anstrengen, um ihre Konzentration auf den neuen Begriff zu richten. 

    ‚Eine Hexe, mit Buckel und Besen? Die im Backofen oder auf dem Scheiterhaufen endet?‘ 

    ‚Das Wort kommt von Hagazussa. Die Hexe ist ein Heckengeist. Ein Wesen, das auf Zäunen lebt. Der Besen war ursprünglich eine gegabelte Zaunstange.‘ 

    ‚Was hat das mit mir zu tun?‘

    ‚Zäune und Hecken sind Grenzen, Mia. Die Zaunreiterin befindet sich zwischen Zivilisation und Wildnis. Zwischen Diesseits und Jenseits, Leben und Tod, Körper und Geist. Zwischen Ja und Nein, Glaube und Atheismus. Sie weiß nicht, zu welcher Seite sie gehört. Ihr Reich ist das Dazwischen.‘“

    Nach der Lektüre des Buches war ich froh wieder im Hier und Jetzt angekommen zu sein, in einem Leben, welches von Widersprüchen durchzogen ist, und es solcherart zu einer Entdeckungsreise macht – auch mit all dem immunologisch bedenklichen Schmutz, der einer umfassenden Gesundheit, wie sie hier dogmatisch gelebt wird, hin und wieder ein Bein stellt.

    (2.5.2023)

  14. Cover des Buches Die Verwandlung (ISBN: 9783150144336)
    Franz Kafka

    Die Verwandlung

    (1.844)
    Aktuelle Rezension von: Jordanbaker

    Franz Kafkas Die Verwandlung ist ein Werk, das mich nachhaltig erschüttert hat. Ich gebe volle 5 Sterne, weil diese Erzählung auf kaum mehr als 70 Seiten eine existenzielle Tiefe erreicht, die viele Romane nicht ansatzweise bieten.

    Die Ausgangssituation ist so simpel wie verstörend: Gregor Samsa erwacht eines Morgens als „ungeheures Ungeziefer“. Was folgt, ist keine phantastische Abenteuergeschichte, sondern die schonungslose Zergliederung einer Familie, die unter dem Druck des Andersseins zerbröckelt. Kafka zeigt, wie aus anfänglicher Fürsorge mit der Zeit Ekel, Gleichgültigkeit und schließlich Erleichterung über die Last der Pflege werden.

    Die Genialität liegt in der nüchternen, fast protokollarischen Sprache, mit der das Ungeheuerliche erzählt wird. Keine Erklärung für die Verwandlung, keine psychologische Auflösung – stattdessen die präzise Schilderung eines schleichenden Verlusts von Menschlichkeit, auf beiden Seiten. Die Verwandlung ist nicht nur die Gregors, sondern auch die seiner Familie: aus bürgerlicher Ehrbarkeit wird kalte Berechnung.

    Dieses Buch hat mich sprachlos zurückgelassen. Es ist ein Meisterwerk über Entfremdung, Schuld und die Fragilität familiärer Bindungen. Absolute Leseempfehlung für alle, die Literatur suchen, die nicht oberflächlich bleibt, sondern bis ins Mark vordringt.

  15. Cover des Buches Das Schloss (ISBN: 9783596523801)
    Franz Kafka

    Das Schloss

    (319)
    Aktuelle Rezension von: HenriLMatos

    K. kämpft nicht gegen ein böses System, sondern gegen eines, das schlicht keine Eingangstür für ihn vorgesehen hat. Kafka radikalisiert hier seinen eigenen Ansatz aus dem Prozess: Der Antagonist hat kein Gesicht, keinen Namen, keine Absicht. Er ist einfach da, unzugänglich, vollständig und uninteressiert. Das Schloss ist Kafkas reifste Untersuchung der Frage, was Identität bedeutet, wenn das System sie nicht anerkennt.

  16. Cover des Buches Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt (ISBN: 9783442713974)
    Haruki Murakami

    Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt

    (551)
    Aktuelle Rezension von: MEva

    Diese Frage stellt sich der Leser beim Genuss beider Welten, die Murakami wundersam miteinander verwebt. Unser Protagonist findet seinen Weg über verworrene Pfade durch die Unterwelt Tokios in sein Unterbewusstsein. Eine bemerkenswerte Geschichte mit einem Hauch "Matrix". Was wird es sein? Rot oder Blau?

  17. Cover des Buches Silo (ISBN: 9783492305037)
    Hugh Howey

    Silo

    (340)
    Aktuelle Rezension von: Drachenbuecherhort

    Hugh Howeys „Silo“ ist ein dystopischer Roman, der eine düstere, postapokalyptische Zukunft zeichnet, in der die Menschheit in einem unterirdischen Bauwerk, dem titelgebenden Silo, lebt – abgeschottet von der tödlichen Außenwelt. Das Buch wurde vielfach gelobt, unter anderem von Ridley Scott für eine Serienadaption aufgegriffen, und ist der erste Teil einer Trilogie. Nach dem Lesen bleibt jedoch ein durchwachsen positives Bild zurück.

    Zugegeben, „Silo“ braucht Zeit. Viel Zeit. Etwa 250 Seiten lang plätschert die Handlung vor sich hin, bevor sie richtig an Fahrt aufnimmt. Die ersten Kapitel widmen sich der Einführung in die abgeschlossene Gesellschaft des Silos, die streng hierarchisch organisiert ist. Man lernt mehrere Charaktere kennen, darunter den Sheriff Holston und später die Mechanikerin Juliette, die zum neuen Sheriff berufen wird. Es wird viel erklärt, angedeutet, verschwiegen. Für manche Leser mag das ein gekonntes Worldbuilding sein – für andere ein zäher Einstieg, der Geduld verlangt. Erst mit Juliettes Perspektive in fortschreitender Handlung bekommt das Buch spürbaren Drive, Spannung und emotionale Tiefe.

    Einer der erstaunlichsten Aspekte an „Silo“ ist der technologische Rückschritt, den diese Zukunftsgesellschaft gemacht hat. Man könnte erwarten, dass ein Silo, das in einer weit entfernten Zukunft erbaut wurde und die letzten Überreste der Menschheit beherbergt, hochmodern und effizient ausgestattet ist. Doch das Gegenteil ist der Fall: vieles wirkt analog, improvisiert und beinahe archaisch. Die Mechanik, die Art und Weise, wie Daten gespeichert werden, und sogar die Kommunikation wirken erstaunlich altmodisch. Nicht einmal ein Aufzug verbindet die vielen Stockwerke des Silos. Das wirkt besonders im Vergleich zum real existierenden „Survival Condo“ – einem Luxus-Atomschutzbunker in Kansas, der mit modernster Technologie ausgerüstet ist – seltsam. Wenn heutige Prepper es schaffen, ein mehrstöckiges Luxusrefugium mit Solarenergie, Waffenkammern, Hydrokulturen und Satelliteninternet auszustatten, warum lebt dann die Zukunftsgesellschaft in „Silo“ in einem technisch eher rückständigen Bauwerk? Diese Diskrepanz hinterlässt Fragen – und sie schwächt ein Stück weit die Glaubwürdigkeit der Welt.

    Trotz der Anlaufschwierigkeiten und der technischen Unstimmigkeiten überzeugt „Silo“ auf der Charakterebene. Die Figuren wirken glaubwürdig, menschlich, mit Ecken und Kanten. Juliette als weibliche Protagonistin ist stark, klug und unabhängig, ohne dabei in stereotype Muster zu verfallen. Auch Nebenfiguren wie der IT-Chef Bernard oder der Bürgermeisterin Jahns sind vielschichtig gezeichnet. Man versteht ihre Motive, auch wenn man nicht immer mit ihnen einverstanden ist. Besonders positiv: Es gibt keine künstlich aufgeblähte Romanze, keine plumpen Heldenerzählungen – stattdessen echte Menschen in Extremsituationen.

    Ein dystopischer Roman, der so stark auf sein Setting setzt, muss sich natürlich auch an seiner inneren Logik messen lassen. Und hier stolpert „Silo“ gelegentlich. Ein oft diskutierter Punkt: Warum werden verurteilte Personen dazu gezwungen – oder besser gesagt: manipuliert – vor ihrem sicheren Tod die Außenkameras des Silos zu reinigen?
    Die Handlung bietet zwar eine Erklärung – durch psychologische Manipulation sollen die Verbannten ein letztes Mal etwas Gutes für die Gemeinschaft tun. Aber wirklich plausibel wirkt das nicht. Wenn die Außenwelt wirklich so giftig ist, warum funktioniert dann die Reinigung mit einem simplen Tuch? Und warum verlassen sich die Bewohner auf eine Methode, die technisch unzuverlässig und moralisch fragwürdig ist? Diese Fragen schmälern nicht das Gesamterlebnis, aber sie nagen an der Konsistenz der Welt, die Howey so sorgfältig entwirft.

    „Silo“ ist ein ambivalenter Roman mit großem Konzept, glaubwürdigen Figuren und einer faszinierenden Prämisse – aber auch mit Schwächen im Tempo und in der Ausarbeitung der Welt. Leser, die Geduld mitbringen und sich auf die klaustrophobische Atmosphäre einlassen können, werden mit einer intensiven, beklemmenden Lektüre belohnt. Für alle anderen könnte der zähe Einstieg ein Stolperstein sein. Mit mehr technischem Feingefühl und einem besseren Erzähltempo hätte Silo das Potenzial für einen modernen Klassiker gehabt. So bleibt es ein gutes, aber nicht perfektes Buch – ein lesenswerter Auftakt zu einer dystopischen Trilogie.

  18. Cover des Buches Herr der Fliegen (ISBN: 9783104915715)
    William Golding

    Herr der Fliegen

    (903)
    Aktuelle Rezension von: HenriLMatos

    Herr der Fliegen ist kein Abenteuerroman. Es ist ein Experiment: Was passiert mit menschlicher Identität, wenn die sozialen Systeme entfernt werden, die ihr Form geben? Goldings Antwort ist keine optimistische. Die Jungen werden nicht böse — sie waren es vorher auch. Das System hatte es nur unter Kontrolle. Was das Buch so beunruhigend macht: Die Auflösung geht schnell. Viel schneller als man denkt. Und sie beginnt immer mit dem besten Willen.

  19. Cover des Buches Fahrenheit 451 (ISBN: 9783257247329)
    Ray Bradbury

    Fahrenheit 451

    (795)
    Aktuelle Rezension von: HenriLMatos

    Fahrenheit 451 wird oft als Bücherliebe-Roman missverstanden. Es ist ein Roman über Konformitätsdruck und die kollektive Entscheidung, Komplexität abzuschaffen. Montag ist kein Held, er ist jemand, der anfängt zu bemerken, dass etwas fehlt, ohne zunächst zu wissen was. Bradburys eigentliche Aussage ist beunruhigender als Orwells: Die Menschen wollen, dass ihre Gedanken vereinfacht werden. Niemand muss sie dazu zwingen.

  20. Cover des Buches Light & Darkness (ISBN: 9783551315946)
    Laura Kneidl

    Light & Darkness

    (921)
    Aktuelle Rezension von: viktoria162003

    Meinung

    Das Buch ist Klasse. Die Story ist für mich komplett neu denn ich habe noch nichts Vergleichbares gelesen und muss sagen ich Liebe es. Die Idee mit den Menschen als Delegierten mit einem passenden Wesen finde ich einfach toll. So lässt die Autorin die ganz normale Welt mit dem Paranormalen verschmelzen ohne dass es falsch klingt und man sich vorstellen kann, dass dies vielleicht wirklich in ein paar Jahren so passieren könnte.

    Wie ich schon sagte habe ich auch noch nichts Vergleichbares gelesen, so dass ich das Buch verschlungen habe. Denn man konnte sich das Ende, wie sonst bei dem einen oder anderen Roman, einfach nicht vorstellen. So bleiben im ganzen Buch die Spannung und das Lesevergnügen. Die Gesetzte der Delegierten zu lesen, die immer zu Anfang eines Kapitels zu lesen sind, fand  ich auch immer sehr spannend und es zeigt wie viel Liebe und Mühe in dem Buch der Autorin steckt.

    Die Charaktere sind alle sehr schön beschrieben und ich mochte sie auf Anhieb. Light´s Familie die aus Vater Ryan, Mutter Silvia, Bruder Jude und sein Wesen Kane besteht ist sehr Liebenswert. Ihre Eltern scheinen immer ein offenes Ohr für sie zu haben und Bruder Jude, nun ja ist eben ein Bruder. Kane fand ich einfach total Romantisch.

    Vom ersten Moment an merkt man, dass er eben doch mehr Gefühle gegenüber Light hegt und man leidet mit ihm, da er einfach ein Lieber Kerl ist und man ihm keinen Liebeskummer wünscht. Dann gibt es noch Anna, Light´s beste Freundin, die in der Geschichte ebenfalls ein Wesen erhält und dann natürlich noch Light´s Wesen Dante selbst. Zu Beginn des Buches ist er schwer zu durchschauen und man weiß noch nicht so recht was man von ihm halten soll.

    Auch von der  Beschreibung her erinnert er einen anfangs eher an einen Raudi. Später jedoch kann man auch hier erahnen wie sehr er an Light hängt und was er bereit ist zu tun um sie zu beschützen. Auch ändert sich sein Aussehen und man kann auch hier ins Schwärmen fallen. Die Geschichte ist an sich abgeschlossen, mit Happy End, so dass man sich die letzten offenen Situationen selbst ausmahlen kann. Allerdings kann die Autorin hier auch weiterschreiben was ich mir persönlich sehr wünschen würde da ich noch lange nicht genug von Light und ihrem Wesen Dante habe!

    Fazit

    Die Geschichte ist einfach mit nichts zu vergleichen. Sie ist Spannend, Romantisch und macht süchtig. Ich vergebe 5 Sterne, spreche eine absolute Leseempfehlung aus und wünsche mir mehr von Light und Dante lesen zu können.

  21. Cover des Buches Young Elites 1. Die Gemeinschaft der Dolche (ISBN: 9783841505767)
    Marie Lu

    Young Elites 1. Die Gemeinschaft der Dolche

    (652)
    Aktuelle Rezension von: Mike_Leseratte

    Es dreht sich um Adelina. Durch das Blutfieber gehörte sie zu eines der wenigen Kinder, die später besondere Kräfte entfalten. Diese zu bändigen soll sie bei der Revolutionistengruppe der Dolche lernen, wäre da nicht ihr Hang zur Dunkelheit.

    Es ist interessant und spannend geschrieben. Jedoch habe ich nie den richtigen Bezug zur Protagonistin gefunden, was hauptsächlich daran liegt, dass sie so von Hass, Angst und Wut sich beeinflussen lässt.

    Trotzdem passt die Charakterentwicklung sehr gut. Wie sie wegen dem Terror des Vaters und dem ganzen Schmerz als Folge sich so entwickelt.

  22. Cover des Buches Hamlet (ISBN: 9783872911308)
    William Shakespeare

    Hamlet

    (620)
    Aktuelle Rezension von: HenriLMatos

    Hamlet wird als Zögerlichkeitsdrama missverstanden. Es ist ein Drama über die Unmöglichkeit, in einer Welt zu handeln, in der jede Gewissheit korrumpiert ist. Hamlets sogenannter Wahnsinn ist keine psychische Störung, er ist die einzig rationale Antwort auf ein System, das ihn zur Lüge zwingt. Die Frage „Sein oder Nichtsein" ist nicht existenziell, sondern politisch: Kann man existieren, ohne sich dem System anzupassen? Shakespeare hat diese Frage vor 400 Jahren gestellt. Sie ist nicht beantwortet.

  23. Cover des Buches Die Perfekten (ISBN: 9783846600498)
    Caroline Brinkmann

    Die Perfekten

    (264)
    Aktuelle Rezension von: MayaB

    Ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich beim Lesen einlassen würde, weil ich das Buch einfach gefunden und nie vorher davon gehört habe, und war dann beim Lesen sowohl positiv als auch negativ überrascht. Es gibt eine Menge Klischees, bei denen ich das Gefühl hatte, dass Dinge eher typisch wären, und was auch immer da zwischen Rain und Lark abging kann ich so gar nicht nachvollziehen (also faktisch schon, aber auf der Beziehungsebene habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung, wo die beiden stehen/standen/stehen werden, und kann nicht ganz einordnen, inwiefern das gewollt ist oder nicht), gleichzeitig überrascht das Buch aber auch an vielen Stellen in Richtungen, mit denen ich gar nicht gerechnet hätte. Die nebenbei erwähnten queeren Figuren(konstellationen) zum Beispiel fand ich total ansprechend, Rains Art generell und wie sie an Dinge herangeht fand ich großteils recht erfrischend und hatte das Gefühl, dass man da sehr stark gemerkt hat, wie sie aufgewachsen ist, ohne dass es sie zu besonders gemacht hätte, weil eben auch andere Leute so aufwachsen, und die ganzen platonischen Beziehungen  waren in meinen Augen sehr lebendig und ansprechend geschrieben.
    Ein absolutes Highlight für mich war Rose, die ich einfach perfekt fand, Lark und Rain waren ganz nett, Hail fand ich ziemlich super, und die Beziehung zwischen Rain und Storm hat mir (wie so viele andere) auch gut gefallen. Ich muss aber auch zugeben, dass viele Figuren mir eher egal waren, und ich in vielen Momenten nicht wirklich interessiert daran war, wem was passiert ist.
    Das Setting hat mich oft an Tribute von Panem erinnert, gerade auch was Propaganda und Rebellen/Gesegnete anging, und TV/Zuschauer spielen auch eine recht große Rolle, gleichzeitig war das Buch mir an vielen Stellen auch etwas zu deutlich, und ich muss zugeben, dass ich gerade zum Ende hin den dritten Abschnitt nicht mehr mit so viel Begeisterung gelesen habe wie die ersten beiden. Das Ende-Ende fand ich dann wieder recht zufriedenstellend, wenn auch nicht großartig, und alles bis dahin war durchaus spannend, durch zwischendurch gab es eben immer mal wieder ein paar Strecken, die mich nicht so richtig abgeholt haben.
    Insgesamt handelte es sich für mich dennoch um ein sehr lesenswertes Buch, und ich bereue das Lesen auf keinen Fall und habe aktuell auch durchaus vor, die Fortsetzung noch zu lesen, es war nur in meinen Augen auch nicht komplett durchgehend solide und für mich hat doch noch ein bisschen was Gefehlt, damit das Buch wirklich fantastisch gewesen wäre. Spaß gemacht hat's trotzdem!

  24. Cover des Buches Der Widerstand geht weiter (ISBN: 9783843210812)
    Katie Kacvinsky

    Der Widerstand geht weiter

    (607)
    Aktuelle Rezension von: Zarina

    Inhalt und Thema des Buches: "Der Widerstand geht weiter" setzt die Geschichte der Maddie-Freeman-Trilogie in einer dystopischen Zukunft fort. Maddie befindet sich nun in einer Art Psychiatrie, wo die Menschen erneut in die Falle gelockt werden, ihr Leben vor dem Computer zu verbringen. Sie kämpft weiterhin gegen ein unterdrückendes System, das Technologie und Überwachung nutzt, um die Bevölkerung zu kontrollieren.

    Deine Meinung: Nachdem mich der erste Band bereits begeistert hat, war ich gespannt auf die Fortsetzung "Der Widerstand geht weiter". Das Buch vertieft die dystopische Welt und thematisiert weiterhin relevante gesellschaftliche Fragen. Besonders in einer Zeit, in der Technologie eine immer größere Rolle spielt, fand ich die Themen des Buches äußerst aktuell und nachdenklich stimmend.

    Allerdings empfand ich den Mittelteil des Buches als zäh, da Maddie sich in einer Art Psychiatrie befindet, in der die Menschen erneut in Versuchung geführt werden, ihr Leben vor dem Computer zu verbringen. Diese Passagen wirkten auf mich manchmal etwas langatmig und weniger packend.

    Maddie entwickelt sich in diesem Band weiter, zeigt aber auch weiterhin Schwächen, die sie menschlich und greifbar machen. Die Geschichte bietet dennoch spannende Wendungen und lässt die Leser tief in die Welt der Rebellen eintauchen, die um ihre Freiheit kämpfen.

    Schlüsselthemen: Ein zentrales Thema in "Der Widerstand geht weiter" ist die Fortführung des Kampfes gegen Unterdrückung und Überwachung, sowie die Frage nach persönlicher Freiheit und Verantwortung. Die Autorin schafft es erneut, eine atmosphärisch dichte Welt zu erschaffen, die zum Nachdenken anregt.

    Fazit: "Der Widerstand geht weiter" ist eine gelungene Fortsetzung, die die Leser tiefer in die Welt von Maddie Freeman einführt und sie weiterhin fesselt. Mit starken Themen und einer packenden Handlung ist dieses Buch eine Empfehlung für alle, die dystopische Geschichten und gesellschaftskritische Themen mögen.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks