Bücher mit dem Tag "tabor süden"

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25 Bücher

  1. Cover des Buches Der Narr und seine Maschine (ISBN: 9783518428207)
    Friedrich Ani

    Der Narr und seine Maschine

     (46)
    Aktuelle Rezension von: mapefue
    Ani sucht sich selbst, findet sich und verliert sich wieder. Werden wir ihn finden?
  2. Cover des Buches Die Erfindung des Abschieds (ISBN: 9783426511749)
    Friedrich Ani

    Die Erfindung des Abschieds

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Tefelz

    Ich hatte mich nie mit diesem Autor befasst und hatte sein letztes Buch zur Rezension da und war begeistert. Also schauen wir einfach was der alles in seinem Leben schon angestellt hat.1998 schuf Ani mit Tabor Süden einen speziellen Ermittler der Münchner Polizei der sich auf vermisste Personen spezialisiert hat. Süden ist alles andere als normal und das  macht den Reiz dieser Serie aus, deren Anfangsband " Die Erfindung des Abschieds " zu seiner Zeit schon sehr gelungen und fernab jeglichen Mainstreams ist.

    Raphael Vogel ist 9 Jahre alt und verbringt seine ganze Zeit mit seinem Großvater und seiner Modelleisenbahn. Als der Großvater stirbt, ist die Welt von Raphael, wie er sie kennt und liebt, beendet und er möchte von zu Hause abhauen. Seine Eltern, beide getrennt und jeder mit seinen eigenen Problemen behaftet, setzen die Polizei ein um Raphael zu finden. Das Dezernat 11 der Münchner Polizei gibt alles, doch Raphael bleibt verschwunden....

    Auch wenn der erste Band bereits 1998 erschienen ist, liest er sich überhaupt nicht altbacken. Ani hat einen sehr besonderen Stil, seine Akteure zur Geltung zu kommen. Keiner ist Perfekt und blitzartig hat sich der Leser an die Kommissare und an die immer etwas düstere Stimmung gewöhnt. 460 Seiten, die einfach verflogen sind und ein Gefühl, immer weiter lesen zu wollen.

    Das Thema ist auch heute noch sehr aktuell und unter Mißhandlung leidende Kinder sind noch immer nicht so selten. Doch was den Unterschied macht, ist der Auftritt eines sehr exzentrisch, teilweise sehr egoistischen Menschen, der ein sehr starkes Gefühl für menschliche Stimmungen und Gefühle erkennt und viel Geduld mitbringt.

    Obwohl selbst von zweifeln und fast schon einer Art Todessehnsuch beseelt, ist er einer der besten Polizisten die verschwundene Menschen aufspüren können.

    Für mich eine klare Empfehlung an alle Krimifans, die mit dieser Serie vielleicht einsteigen wollen um einen ungewöhnlichen Schreibstil und auch einen ungewöhnlichen Ermittler als gute Abwechslung des Altbekannten verstehen. Auch heute noch für mich 5 Sterne !


  3. Cover des Buches German Angst (ISBN: 9783426620540)
    Friedrich Ani

    German Angst

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Tefelz

    Nachdem ich Friedrich Ani mit der "Erfindung des Abschieds" für mich entdeckt habe, liegt mir der 2.Teil der Tabor Süden Reihe  vor und damit ein weiterer Band , der mich total überzeugen konnte.

    Nach dem Tod seiner Frau durch ein Zimmerbrand, kommt die die 13 Jährige Tochter von Christoph Narano, einem Nigerianischen Flüchtling, den die deutschen mit 6 Jahren vor einem Blutbad in Nigeria beschützen konnten, mit der Welt nicht mehr klar. Vom Aussehen und der Größe erscheint sie eher wie eine 16 Jährige und verbreitet Angst und Schrecken unter ihren Mitschülerin aber auch viele kriminelle Sachen wie Raub, Erpressung und Körperverletzung in 68 Fällen. Da unter 14 ist sie noch nicht strafmündig und kommt ungeschoren davon. Doch bald ist ihr 14. Geburtstag und viele warten darauf, dass sie wieder etwas anstellt, denn dann kann sie verurteilt werden. Als die deutsche Lebensgefährtin ihres Vaters entführt wird, um eine Ausweisung der Tochter und des "unfähigen" Vaters zu erwirken, eskaliert die Situation....

    Bereits vor 20 Jahren in München erleben wir eine Charakterstudie, die Rassismus auf der einen Seite, als auch den Schutz des eigenen Volkes auf der anderen Seite gegenüber gestellt wird. Natürlich überzeichnet, aber immer noch genauso aktuell in der heutigen Zeit, wobei eine Ausweisung nicht ganz so schnell vonstatten geht.

    Ich bin fasziniert vom Schreibstil, der in keine richtige Schublade passt und der trotz der 557 Seiten sehr unterhaltsam ist. Tabor Süden ist zudem sehr speziell und gefällt mir extrem gut, auch wenn seine Rolle hier eher kurz gehalten ist und das Kernthema viel Platz braucht.

    Ani lässt den Leser jeden Gedankengang nachvollziehen, so auch das Hin-und Hergerissene zwischen den Kulturen. Ertappt auf der einen Seite, weil ich ebenso dazu neige, der schnelleren Lösung den Vorzug zu geben, fasziniert auf der anderen Seite, weil man langsam den Gedanken der 14 Jährigen Lucy folgen kann. Man kann es nicht gutheißen und will es auch nicht. So ist die Geschichte detailreich und geht an die Psyche, ohne die Spannung zu vergessen.

    Wer die Tabor Süden Reihe noch nicht kennt, fängt mit der Erfindung des Abschieds an . Der hier vorliegende Teil ist eine klare Empfehlung für jeden Krimi-Fan, der gerne mit Psyche und Zeitgeschehen konfrontiert wird.


  4. Cover des Buches Süden und die Stimme der Angst (ISBN: 9783426513637)
    Friedrich Ani

    Süden und die Stimme der Angst

     (4)
    Aktuelle Rezension von: eskimo81
    VORSICHT: Dies ist der neu aufgelegte 3. Teil von Friedrich Ani - Original heisst der Titel Verzeihen

    Ariane, früher Prostituierte, versucht in ihrem neuen Leben zurecht zu kommen. Als sie Niklas kennen lernt, ein ehemaliger Starreporter, gerät ihr Leben komplett aus den Fugen.

    Friedrich Ani hat mich mit dem ersten Band über Süden überzeugt und als neuer Leser gewonnen. Sofort griff ich zum nächsten Band und was soll ich nun sagen, wurde enttäuscht, verarscht? Wie kann jemand so viele Preise gewinnen? Hat überhaupt jemand den ersten und zweiten Band gelesen? Ich leide immer mit dem Team, den Ermittlern, erfahre gerne mehr über ihrer Leben etc. Aber wenn im ersten Band einer vom Team stirbt und schwupps im zweiten einfach wieder quicklebendig ist (mehr möchte ich nicht verraten, da dies schon genug gespoilert ist) fühle ich mich einfach verarscht, nicht ernst genommen... Was auch immer, aber DAS kann nicht sein. Sicherlich, jemand der den ersten Band nicht kennt, wird vielleicht begeistert sein aber wenn man die Serie lesen und geniessen möchte geht das überhaupt nicht auf.
    Auch hat hier Friedrich Ani mit den Andeutungen etwas übertrieben. Hat es mir noch gefallen im ersten Band (viel dezenter) ist es hier sehr übertrieben. Sehr wenig wurde wirklich geschrieben, sehr viel musste selber ausgedacht im Kopfkino erlebt werden.

    Fazit: Für mich eine absolute Verarschung des Lesers - sofern man die Serie lesen möchte. Ansonsten ist es ein undurchsichtiger und sehr komplexer Krimi bei dem man den Kopf mehr als nur bei der Sache haben muss.
  5. Cover des Buches Verzeihen (ISBN: 9783426195284)
    Friedrich Ani

    Verzeihen

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  6. Cover des Buches Süden (ISBN: 9783426509357)
    Friedrich Ani

    Süden

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Bluesky_13

    INHALT

    Tabor Süden war früher Polizist und er wollte nie mehr vermisste Personen suchen müssen.

    Er zog nach Köln um sich etwas neues aufzubauen.


    Doch dann war er wieder in München, in der Sendlingerstraße bei Edith Liebergesell. Sie kannten sich von früher und sie bot ihm Arbeit an, denn sie hatte eine Detektei.

    Sie wünschte sich, dass Süden bei ihr anfängt, denn sie kannte ihn und wusste, dass er gut war.

    Als er da so in dem Büro stand, bekam Frau Liebergesell einen Anruf von Frau Zacherl.

    Der Mann, ein beliebter Wirt, verschwand plötzlich und die Detektei hatte den Auftrag ihn zu finden.


    Er kam nach München, weil sein Vater ihn angerufen hatte. Doch dann brach die Verbindung ab und er meldete sich nicht mehr. Jetzt wollte er seinen Vater suchen, er wollte ihn sehen, sich mit ihm treffen, nach all den Jahren.


    Süden unterhielt sich, wenn er allein war mit seinem toten Freund Martin Heuer. Martin gab ihm den Rat, er soll hier bleiben in München und er soll den verschwundenen Wird Zacherl und seinen Vater suchen.

    Er würde die beiden bestimmt finden, da war Martin sich sicher, oder war sich gar Süden sicher?

    Nach längerem Überlegen, willigte Süden dann doch ein und er stieg bei der Detektei ein.


    Süden nimmt den Fall Zacherl wieder auf, Er ist gut in dem war er tut und er erfährt viel neue Sachen, die nicht in der Akte stehen. Er hat so seine eigene Art, die Leute zu befragen und genau das macht Süden aus.



    MEINE MEINUNG

    Dieses Buch ist eine Eigenart an sich. Mich hat es am Anfang etwas irritiert und ich bin sehr schlecht und schleppend in die Geschichte gekommen. Ich habe dann erst mal eine Pause eingelegt und es noch mal angefangen.

    Aber das Ergebnis war das gleiche, ich kam schleppend in die Geschichte.


    Es wird uns hier die Geschichte von Süden erzählt und plötzlich taucht da ein Junge auf, Namens Benedikt 12 Jahre alt, der seine Mutter vermisst. Das wird dann immer wieder in die Geschichte eingestreut und zu Beginn weiß man nicht, was es zu bedeuten hat. Es ist schon leicht verwirrend, weil auch die Geschichte von Bene sehr detailliert beschrieben wird.

    Mitten in der Geschichte fügt sich dann alles langsam zusammen und Benedikt ist der Sohn eines Zeugen von Süden.


    Das Buch ist insofern interessant, weil wir die Art der Befragung von Süden mitbekommen.

    Ich finde die Geschichte aber etwas zu langatmig und dadurch schleppt man sich eher mühselig durch dieses Buch.

    Süden ist ein fantastischer Mensch und ein super Ermittler, das merkt man sehr schnell.

    Er will Leuten helfen und er hat so seine eigene Art und Weise das durchzusetzen. Dieses Buch ist nicht schlecht, aber für mich jetzt auch nicht so interessant.

    Es ist einfach unter der Rubrik Roman einzuordnen. Ich wüsste jetzt nicht, welcher Leserschaft ich dieses Buch empfehlen sollte, da ich es nicht wirklich empfehlen kann.

    Ich denke mal es ist eher was für Leute, die nicht allzu viel Spannung wollen und doch eine Geschichte lesen wollen, die nicht nur so vor Liebe trieft.

    In diesem Buch geht es um das Schicksal und das Leben eines Mannes, der mit 51 Jahren alles noch mal überdenkt und scheinbar unzufrieden mit seinem bisherigen Leben ist.

    Ich kann dieses Buch leider nicht wirklich weiterempfehlen.



    Eure Bluesky_13

    Rosi     

  7. Cover des Buches Süden und die Schlüsselkinder (ISBN: 9783426509364)
    Friedrich Ani

    Süden und die Schlüsselkinder

     (11)
    Noch keine Rezension vorhanden
  8. Cover des Buches Süden und der Luftgitarrist (ISBN: 9783426512005)
    Friedrich Ani

    Süden und der Luftgitarrist

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Taschenbuch: 192 Seiten

    Verlag: Knaur TB (26. September 2011)

    ISBN-13: 978-3426512005

    Preis: 8,99 €

    auch als E-Book erhältlich


    Ein sehr leiser Krimi


    Inhalt:

    In München findet die Stadtmeisterschaft im Luftgitarrespielen statt. Auch Tabor Südens Kollege Martin Heuer nimmt daran teil und schafft es in die Endrunde. Doch plötzlich ist sein härtester Konkurrent, Edward Loos, unauffindbar. Süden und Heuer suchen den Mann und finden schließlich einen anderen … 


    Meine Meinung:

    Dies ist bereits der 10. Band um den Münchner Kommissar Tabor Süden. Er kann aber problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen werden. 


    Zugegeben, Friedrich Anis Krimis werden nicht jedermanns Herz erobern können. Gerade der vorliegende Fall gehört zu den extrem leisen Krimis. Überbordende Spannung und brutale Verbrechen sucht man hier vergebens. Der Autor lenkt den Fokus stattdessen auf das Zwischenmenschliche und auch zwischen die Zeilen. 


    Dabei ist die Story trotzdem fesselnd, und der Schreibstil ist für einen Krimi eher gehoben, lässt sich aber sehr einfach und angenehm lesen. Wer etwas Besonderes sucht und es unaufgeregt, aber interessant mag, ist hier genau richtig.


    ★★★★☆


  9. Cover des Buches Süden und das heimliche Leben (ISBN: 9783426509371)
    Friedrich Ani

    Süden und das heimliche Leben

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Girl56
    Ein ganz besonderer Krimi! Der ehemalige Kommissar der Münchener Vermißtenstelle Tabor Süden ist nun also Angestellter der Detektei von Edith Liebergesell. und nur er bekommt von ihr die Aufträge, vermißte Personen aufzuspüren. Sein neuester Fall ist die Suche nach der Kellnerin Ilka Senner. Ihr Chef und ihre Chefin haben mit den Stammgästen ihres Lokals für die Kosten der Suche zusammengelegt und haben Tabor Süden engagiert, um Ilka aufzuspüren, die von einem Tag auf den anderen verschwunden ist. Auf seine unnachahmliche Weise macht sich Süden auf die Suche nach der Kellnerin, bringt alle, die er zu ihrer Person befragt, dazu, ihm mehr zu verraten, als sie eigentlich wollten und findet Ilka natürlich. Dabei liefert er uns das Portrait eines vom Leben geschlagenen Menschen, und je näher Süden Ilka kommt, je mehr will er ihr helfen Auf der Suche nach der Kellnerin läuft Süden kreuz und quer duch ganz München, erinnerts sich an seine Zeit bei der Polizei und an seinen Freund. der lange Jahre an seiner Seite gearbeitet hat, bis er sich, an der Welt zerbrochen, das Leben nahm. Staunend erlebe ich beim Lesen wie Tabor Süden unverdrossen seine Leber, Gesundheit, strapaziert und, oft wegen der Erinnerung an alte Zeiten, schnell noch ein Weißbier oder Helles zu sich nimmt. Seine mitunter schwankende Person kann dabei erstaunlich klar und hellsichtig denken und kombinieren. Ich mußte beim Lesen oft schmunzeln, obwohl über der ganzen Geschichte ein Schleier von Melancholie und Trauer lag und die Wahrheit über das geheime Leben von Ilka Renner herzergreifend war. Die Romane um Tabor Süden sind innerhalt des Genres Kriminalliteratur etwas ganz besonderes und ich bin froh, dass ich Friedrich Ani als Autor zwar spät aber doch noch rechtzeitig für mich entdeckt habe.
  10. Cover des Buches Gottes Tochter (ISBN: 9783426627686)
    Friedrich Ani

    Gottes Tochter

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Janine2610
    Die Buchrückseite:

    Romeo und Julia im heutigen Deutschland: Rico aus Rostock und Julika aus München - bei einem nächtlichen Fest lernen sie sich kennen und kommen nicht mehr voneinander los. Doch wie in Shakespeares Stück droht die Liebe an persönlicher Schuld und der gesellschaftlichen Realität zu scheitern. Zwei Verbrechen und die Vergangenheit Ricos im Dunstkreis politisch fragwürdiger Freunde lösen eine Katastrophe aus ...

    Meine Meinung:


    » Romeo und Julia im heutigen Deutschland« verspricht gleich der erste Satz des Klappentextes von » Gottes Tochter« und war auch der Grund, weswegen ich sehr neugierig auf diesen Roman war. Die genaue Geschichte von » Romeo und Julia« kenne ich noch gar nicht und ich dachte mir, dass ich so vielleicht schon mal einen kleinen Vorgeschmack darauf bekomme. Und dass mein Lieblings-Vermisstenfahnder Tabor Süden darin auch eine tragende Rolle spielt, war noch ein zusätzlicher Anreiz, um zum Buch zu greifen.

    Der Handlung, obwohl sie irgendwo zu beginnen scheint, konnte ich von Anfang an gut folgen, ich bin schnell in der Geschichte gelandet, war froh darüber, die altbekannten Buchfiguren Tabor Süden und seine Kollegin Sonja Feyerabend wieder zu treffen und habe auch die anderen Hauptcharaktere schnell erfasst.

    ~ »Manchmal glaub ich, du lebst gar nicht in der Wirklichkeit.«
    »Wo denn sonst?«
    »Irgendwo daneben. Wo es nur dich gibt.« ~

    (S. 152/153)

    Man merkt ganz schnell wieder diesen ganz eigenen melancholischen Ton im Geschriebenen, der schon fast gang und gäbe in Anis Büchern ist.
    Auch eine gewisse Verzweiflung und Angst, aber irgendwie auch Apathie und Hoffnungslosigkeit, vor allem die jungen Protagonisten Julika und Rico betreffend, findet man hier zur Genüge.

    Der Schreibstil, wenn nicht gerade Konversation geführt wurde, kam mir sehr poetisch vor. Zu den Charakteren selbst habe ich leider gar keinen Zugang gefunden und auch kein Mitleid mit ihnen gehabt. Warum? - Weil sie mir gefühllos erschienen sind. Der Fokus lag mehr auf ihren (sehr melancholischen) Gedanken und Handlungen. Und der Umgang zwischen Julika und Rico ist mir auch nicht sehr liebevoll vorgekommen - was ich persönlich eigentlich schon voraussetzen würde, wenn man gemeinsam vorhat, seine Familien zu verlassen und sich irgendwo ein neues Leben aufzubauen ...

    ~ »Was willst du?«, stieß er hervor.
    »Nicht mehr dort sein, wo ich herkomm«, sagte sie. »Nie mehr wieder.« ~

    (S. 31)

    Tabor Süden ist mir diesmal leider nicht immer sehr sympathisch gewesen, manchmal sogar etwas nervig. Normalerweise schätze ich seine Ermittlungsmethoden und seine wortkarge Art, aber hier habe ich einfach nicht verstanden, warum er sich unbedingt in den Fall der verschwundenen Julika einmischen will, wenn er eh schon weiß, dass sie aus freien Stücken heraus von ihren Eltern am Tag ihrer Volljährigkeit abgehauen ist. Ich habe bis zum Schluss nicht genau verstanden, warum er Julika unbedingt finden wollte.
    Auch die Konversationen mit Süden, aber auch die zwischen Julika und Rico, fand ich sehr mühsam zu lesen. Oftmals wurde schlicht und einfach nur mit » Ja.« oder » Nein.« geantwortet und dann kam irgendwie nichts mehr oder nur mehr Gedanken. So richtig weitergebracht hat das gewisse Gespräche nicht.

    ~ Ich bilde mir das selbstbestimmte, unzerstörbare Leben ein. Und in diesem Leben gibt es einen Menschen, mit dem ich aus meiner Einbildung hinaus in die Welt trete, und zwar in Schönheit. Gerade habe ich wieder einen Schritt geschafft. Von unserem Anfang kann uns niemand vertreiben. ~
    (S. 206)

    Band 9 der Tabor Süden - Reihe war in meinen Augen leider der schwächste, weil langweiligste, Teil der bisher 20-bändigen Reihe. Die durchgehende Melancholie fand ich diesmal etwas deprimierend und die Art so mancher Charaktere einfach nur herz- bzw. gefühllos, weswegen ich zu keiner Figur einen positiven Zugang gefunden habe. Was mich auch genervt oder gelangweilt hat, waren unter anderem die vielen einsilbigen Gespräche.
    So recht weiterempfehlen will ich » Gottes Tochter« an dieser Stelle also nicht. Wer allerdings kein Problem mit meinen Kritikpunkten hat und einem poetischen Schreibstil nicht widerstehen kann, der könnte bestimmt seine Freude mit diesem Buch haben.
  11. Cover des Buches Süden und das Geheimnis der Königin (ISBN: 9783426620731)
    Friedrich Ani

    Süden und das Geheimnis der Königin

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Janine2610

    Die Buchrückseite:

    In einem Haus, von dem jeder dachte, es stehe seit Jahren leer, wird die Leiche eines Mannes gefunden. Er hat hier unbemerkt gelebt und ist verhungert. Niemand meldet sich, als die Polizei der Öffentlichkeit seinen Namen und sein Bild präsentiert. Doch unter den wenigen Habseligkeiten des Mannes entdeckt die Kripo den Namen einer Frau, die seit mehr als zehn Jahren vermisst wird. Hauptkommissar Tabor Süden kramt die alte Akte heraus und beginnt erneut mit der Suche ...

    Meine Meinung:

    Teil 7 der Süden - Reihe startet nicht wie gewohnt in Deutschland/München, sondern in Italien. Nicht lange und es gibt einen Zeitsprung ein paar Wochen zurück, kurz darauf gehen wir noch einmal in der Zeit zurück, diesmal etwa 10 Jahre. - Diese Zeitsprünge habe ich gut überstanden, es gab keine Verwirrung oder dergleichen.

    Südens neuen Fall fand ich wieder sehr interessant. Es wird zwar immer jemand vermisst und gesucht, aber der Autor schafft es trotzdem, durch seine detailgetreuen Beschreibungen der Charaktere und Situationen, Abwechslung und Spannung in die ganze Sache zu bringen. Obwohl ich hier leider gestehen muss, dass ich vergleichsweise lange gebraucht habe, mir die Buchfiguren zu merken.

    Genial war hier aber, dass Tabor Süden einen Fall, der vor 10 Jahren aktuell war, durch eine verhungerte Männerleiche in der Gegenwart, wieder aufrollen und sogar erfolgreich abschließen konnte. - Das war wirklich gut umgesetzt!
    Soraya, die "Königin", die dem Buch seinen Titel gibt, hat ein Geheimnis auf Lager, das äußerst bestürzend und abartig ist. Das Geheimnis für sich herauszufinden lohnt sich allemal.

    Die Atmosphäre ist wie in jedem Süden sehr ruhig, wortkarg. Die stillschweigende Klarheit und Gewissheit Südens, gespickt mit außerordentlich genau und einzigartig skizzierten Charakteren, verleihen dem Ganzen ein unheimlich gutes Flair, in das man gerne eintaucht.

    Blöderweise haben mich die ersten Sätze des Buches so neugierig gemacht und ziemlich hohe Erwartungen geweckt, weil da die Rede von einem Blutbad, Massaker ist, leider aber, war die Aufklärung dieser "Sache" dann aber eine klitzekleine Enttäuschung.

    Nichtsdestotrotz ein ganz gut gelungener, Spannung aufbauender, neuer Fall für Süden und sein Team, der es wieder mal wert war zu lesen. Einen Stern ziehe ich aber trotzdem ab, weil ich diesmal mit dem merken der Buchfiguren, beinahe bis zum Schluss, erhebliche Probleme hatte.

  12. Cover des Buches All die unbewohnten Zimmer (ISBN: 9783518470596)
    Friedrich Ani

    All die unbewohnten Zimmer

     (68)
    Aktuelle Rezension von: Federfee

    Am Anfang dachte ich: was für ein großartiger Krimi! Eine Frau wurde erschossen, ein Polizist dabei verletzt und einer außergewöhnlichen Ermittlerin mit großen Problemen, die 'Lieblingssyrerin' eines Kollegen, Fariza Nasri, halbe Bayerin, gelingt es unter Missachtung dienstlicher Vorschriften, Licht in den Fall zu bringen. Gut und spannend beschrieben.

    Doch dann reißt dieser Handlungsfaden ab und ich vermisste Fariza. Plötzlich sind wir in Syrien, mitten im Bombenkrieg, ohne Zweifel gut und eindringlich geschildert, die Flucht zweier Kinder, die später mit ihrem Vater als Asylsuchende in München auftauchen, aber so ohne Zusammenhang mit dem bisherigen.

    Und so geht das weiter: außer Fariza nehmen wir detailliert an der Gedankenwelt und den Problemen dreier anderer Ermittler oder ehemaliger Kriminalbeamter teil, darunter der wohl bekannteste 'Held' des Autors, der schweigsame Tabor Süden, jetzt Detektiv, der sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt. Das war mir – zusammen mit den anderen vorkommenden Personen – zu viel an kaputten gestörten Menschen.

    Dennoch hat mir die psychologisch ausgefeilte Charakterisierung der Personen gut gefallen. Kein Zweifel, Friedrich Ani kann schreiben. Aber leider fand ich den Plot verwirrend. Es war von allem zu viel. Zu den vielen kaputten Leben gesellte sich viel Gesellschaftskritik, was ich eigentlich sehr schätze, aber nicht in diesem Übermaß und dann wieder fallen gelassen. Die Handlung wurde zunehmend verworrener und es erforderte ganz schön viel Aufmerksamkeit und Konzentration, die vielen Personen und Handlungsstränge im Kopf zu behalten. Alles hat mit allem zu tun und fügt sich irgendwann zusammen.

    Allzu detaillierte Szenen, z.B. Vernehmungsgespräche, wechselten mit gerafften Berichten über vergangene Vorkommnisse. So fragt sich der Leser z.B., was es mit Farizas Problemen auf sich hat, die mehrfach angedeutet werden. Es kommt mir so vor, als ob der Autor irgendwann feststellte: oh, so viele Seiten schon, ich muss zum Ende kommen, aber dem Leser noch schnell erklären, was da mit Fariza los war. Und einige Handlungsstränge müssen noch zum Ende kommen... Das führt dann leicht zu unglaubwürdigen Vorfällen zum Schluss.

    Kurz und gut: meine anfängliche Begeisterung für diesen Krimi – oder sollte man es eher als Gesellschaftsroman bezeichnen – schwand immer mehr. Ich war sogar versucht, nur zwei Punkte zu geben, aber das würde dem sprachlichen Vermögen des Autors und seinen Charakterstudien nicht gerecht.

  13. Cover des Buches Süden und der glückliche Winkel (ISBN: 9783426510339)
    Friedrich Ani

    Süden und der glückliche Winkel

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Janine2610
    Die Buchrückseite:

    »Sie sind gern allein.«
    »Gibt es eine andere Lebensform?«, sagte er.


    Nach 31 Jahren Dienst am Schalter ist der Postbeamte Cölestin Korbinian plötzlich verschwunden. Er sei wie immer gewesen, sagt seine völlig verwirrte Frau. Doch wie ist einer, der wie immer ist und dann ganz anders handelt? Entgegen allen Regeln seines Lebens? Süden stößt schließlich auf eine Spur, die so unglaublich erscheint, dass er nicht einmal seinen engsten Vertrauten davon zu erzählen wagt.

    Meine Meinung:

    Von Anfang an macht Süden ein Geheimnis daraus: er könne es niemandem erzählen, warum Cölestin Korbinian tagelang unauffindbar war. Diese Geheimniskrämerei macht den Leser natürlich erst mal sehr neugierig auf die Motive des untergetauchten Postangestellten. Eigenartig ist auch, dass Korbinian Süden nach seinem Auftauchen gesagt hat, »er sei nicht dazu gekommen«, sich in dem einen Monat bei seiner Frau, die ihn vermisst gemeldet hat, zu melden, dann aber auch nicht damit gerechnet hat, dass diese die Polizei informieren könnte, und dann vor Süden zusätzlich noch auf »alles okay und ganz normal« tut. - Eine sehr rätselhafte Einleitung jedenfalls!

    ~ Wie ist jemand, der wie immer ist? Wann fängt das »immer« an? Mit dem ersten Kuss? Mit der Hochzeit? Mit dem Eintritt ins Berufsleben? Mit dem dreißigsten Geburtstag? Und endet es mit einer neuen Frisur? Mit einer heimlichen Geliebten? Mit dem Tod der Partnerin? Mit dem eigenen Tod? Und was wäre dann am offenen Grab zu sagen? Er lebte wie immer und starb ganz anders? ~
    (S. 14/15)

    So erzählt Süden nun also nach und nach, wie seine Ermittlungen verlaufen sind, mit wem er gesprochen hat und was er alles ausprobiert hat, um auf eine Spur von Cölestin zu kommen. Vor allem erfahren wir währenddessen viel über das Wesen von Cölestin, um uns besser in ihn hineinversetzen zu können. Wenn ich ihn kurz mit ein paar Worten beschreiben müsste, würde das so ausfallen: Er war wie immer. - Sein bisheriges Leben wirkte auf mich so langweilig, sein Alltag so belanglos. Ein ganz und gar unaufgeregter Typ Mann, der alles wie immer gemacht hat. Sein plötzliches Verschwinden wirkte wie ein Ausbrechen und war für Cölestin so abnormal, dass es als wirklich besorgniserregend galt. Dann fand Süden Tatsachen heraus, die man von dem Postler niemals erwartet hätte: unter anderem hat das mit zwei Frauen zu tun, einem alten blinden Hund, den Süden sogar spontan in die Ermittlungen miteinbezogen hat und nicht zuletzt spielt noch eine Kunstausstellung, genauer gesagt die Gemälde von Spitzweg eine tragende Rolle in der ganzen Geschichte.

    ~ »Der Cölestin braucht immer ewig, bis der was verändert.« ~
    (S. 40)

    Das Innenleben von Süden und seinem besten Freund und Kollegen Martin Heuer nehmen in diesem Buch auch wieder einen wesentlichen Raum ein. Ganz besonders Martin fällt hier auf: seine zunehmende Veränderung ins Negative. Man merkt deutlich seine depressiven Anwandlungen, sein verwahrlostes Aussehen, seinen schlechten körperlichen Zustand, seinen Alkoholkonsum. Man sorgt sich um ihn - nicht nur ich, sondern auch Süden tut das. Aber Martin ist ein harter Brocken ...

    Süden und Martin sind sich eigentlich recht ähnlich: Zwei Männer jenseits der 40, wortkarg und ein eigensinniges Verhalten an den Tag legend. Je mehr man die beiden von Buch zu Buch kennenlernt, wird einem klar, dass sie eigentlich voller Sehnsucht sind. Einer Sehnsucht nach einem freien, einmaligen Leben, in dem sie nichts tun müssen, was von ihnen erwartet wird, in dem sie leibhaftige und lebhafte Wesen sein können, die sich nicht einfangen, einengen und am Ende töten lassen.
    Irgendwann in jungen Jahren hatten sie den Zeitpunkt verpasst, sich für das »wirkliche« Leben zu entscheiden und sind Polizeibeamte geworden ... Und Süden, der kommt scheinbar besser damit klar, als sein bester Freund Martin ...

    ~ »Für einen Polizisten sind Sie auf jeden Fall reichlich normal.«
    »Ich bin nicht normal«, sagte ich. »Fragen Sie meinen Vorgesetzten.« ~

    (S. 147)

    Ani schreibt seine Geschichten immer recht melancholisch und trüb. Süden ist Einzelgänger, ein Beobachter, jemand, der nicht wertet und lieber zu verstehen versucht. In gewisser Weise hat er auch Ähnlichkeit mit dem verschwundenen Cölestin, der ebenso sehr von einem Alleinsein erfasst ist, wie unser einfühlsamer Vermisstenfahnder.

    Besonders spektakulär ist und endet dieser Fall zwar nicht, aber er erzählt eine teilweise sehr schöne poetische Geschichte von Stille, Einsamkeit und Anderssein, die es für aufmerksame Leser herauszulesen gilt.
    Ich mochte das Ende sehr gerne. Auch wenn man nicht mehr explizit erfährt, warum Süden über das Verschwinden Cölestins nichts verraten kann, wusste ich dennoch irgendwie, warum: möglicherweise, weil es niemand nachvollziehen hätte können, warum Cölestin in seinem Winkel der Einsamkeit glücklich ist.

    ~ »Ich hatt den Eindruck, Cölestin wollt mit jemand reden, er hat gesagt, er geht jede Woche in die Spitzwegausstellung, und das wär für ihn wie nach Hause kommen. « ~
    (S. 151)
  14. Cover des Buches Süden und das Lächeln des Windes (ISBN: 9783426620748)
    Friedrich Ani

    Süden und das Lächeln des Windes

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Janine2610
    Worum geht's?

    Ein neunjähriger Junge verliebt sich in ein kleines Mädchen und ist so besessen von seiner Liebe, dass die Eltern beider Kinder beschließen, sie streng getrennt zu halten, ehe Schlimmeres passiert. Aus Verzweiflung läuft der Junge von zu Hause weg. Doch zur Verblüffung von Kommissar Tabor Süden scheint das Verschwinden ihres Kindes die Eltern wenig zu beunruhigen ...

    Meine Meinung:

    Süden und das Lächeln des Windes ist Band acht der Krimireihe um den Vermisstenfahnder Tabor Süden. Sein Kollege und gleichzeitig bester Freund Martin Heuer und seine Kollegin Sonja Feyerabend begleiten uns hier auch wieder durchs Buch.
    Es geht um den 9-jährigen vermissten Jungen Timo, dessen Eltern in meinen Augen recht eigenartige Menschen sind, und mit eigenartig meine ich, dass die Mutter von Zeit zu Zeit scheinbar aus einer Überforderung oder Verzweiflung heraus auf ihren Sohn einprügelt und der Vater so gut wie nie Zuhause ist und sich auch sonst einen Dreck um Timo kümmert. Von Nachbarn wird die Mutter als "ein wenig daneben" beschrieben, was ich persönlich, während ich sie beim Lesen kennengelernt habe, auch absolut so unterschreiben kann. Der Vater wird als jemand dargestellt, der nur aufgrund seiner zukünftigen Arbeitsstelle bzw. der damit verbundenen Praktika, sich fast nie Zuhause blicken lässt.
    Ganz allgemein dürfte es für Timo wohl ein schreckliches Familienleben gewesen sein, verwundert hat es mich also keineswegs, dass er einfach nur weg wollte. Denn von mütterlicher Fürsorge und Liebe ist bei denen Daheim weit und breit nichts zu entdecken ...

    ~ Noch in derselben Nacht begann unsere Fahndung, die ich bald als so vergeblich empfand, als suchte ich nach einer Träne im Schnee. ~
    (S. 98)

    Immer wieder bin ich vom Schreibstil des Autors ganz begeistert, man sieht es an obigem Zitat: solche Sätze finde ich nicht nur wahnsinnig kreativ, nein, sie zeigen mir auch jedes Mal aufs Neue, welche Schönheit man mit "kunstvoll" aneinandergereihten Worten hervorbringen kann. - Das ist mit ein Grund dafür, warum ich Lesen so liebe!

    ~ Es stimmte, zuhören fiel mir leichter als reden, ich übte Schweigen seit meiner frühen Jugend, und während der zwölf Jahre meiner Arbeit in der Vermisstenstelle hatte ich gelernt, Stunde um Stunde Lügnern zuzuhören. ~
    (S. 22)

    Tabor Südens Menschenkenntnis und seine teilweise ungewöhnlichen Methoden, Leute zu vernehmen, pardon, mit ihnen zu sprechen, wirken auch hier wieder ganz faszinierend auf mich. Süden, der eigensinnige Kauz, sagt von sich selbst, dass er lieber Zuhörer als Sprecher ist, dass er sich lieber als Eremit denn als Teamplayer sieht. In einem Beruf, wie er ihn hat, stelle ich mir diese Wesensart gar nicht so leicht zu händeln vor, schließlich sind Polizisten auf Teamwork angewiesen. Aber nicht nur das, auch die Tatsache, dass Süden sich in so einem Posten weigert, sich ein Handy zuzulegen und Auto zu fahren, finde ich ... mutig. Schwer zu glauben, aber Süden schafft es dennoch irgendwie, ohne all diesem Kram ordentlich und erfolgreich seinen Job zu machen, was natürlich nicht ganz unbeeindruckend ist.

    ~ Und das war mein Ziel: Ein mir angemessener Einzelner zu bleiben, in einem Beruf, der auf Teamgeist und ständiger Kommunikation basiert. ~
    (S. 43)

    Ein ausgerissener Junge, jede Menge Fragen, was denn der Grund dafür sein könnte (Ist er bei seiner Tante, bei der er sich immer mal wieder aufhält? Warum reden die Eltern keinen Klartext? Was haben die beiden zu verbergen? Was geht hier eigentlich vor sich?) und ein Vermisstenfahnder, der zwar sehr schweigsam und einsilbig ist, in diesem Fall aber trotzdem ein wenig aus seiner Melancholie herauskommt und sogar aus seiner höchst interessanten Vergangenheit erzählt, machen diese 200 Seiten zu einem lesenswerten Vergnügen!
  15. Cover des Buches Krimi to go: Der verschwundene Gast (ISBN: 9783869090528)
    Friedrich Ani

    Krimi to go: Der verschwundene Gast

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Wedma

    Dieser Kurzkrimi von Friedrich Ani hat mich in vielerlei Hinsicht sehr beeindruckt.

     

    Klappentext beschreibt den Fall ganz gut: „Richard Leimer ist eines Tages nicht mehr aufzufinden. Vor Jahren ist er mit seinem Geschäft pleitegegangen und seine Ehe gleicht einem Trümmerfeld. Seine Frau, die ihn als vermisst meldet, verdächtigt ihn, eine Menge Schwarzgeld beiseitegeschafft zu haben. Wollte da ein Mann einfach nur abtauchen aus seinem alten Leben? Oder wollte ihn jemand verschwinden lassen?

    Friedrich Ani lässt den großen Schweiger unter den Kommissaren in der deutschsprachigen Kriminalliteratur, Tabor Süden, hier noch einmal auf Spurensuche gehen.“

     

    Ich wollte schon immer mal Friedrich Ani kennenlernen. Nach dieser Geschichte werde ich nach seinen Krimis Ausschau halten. Im Grunde wundert es mich nicht, dass diese bei Suhrkamp Verlag erscheinen.

    Seine Art zu erzählen ist großartig wie meisterhaft. Mir wenigen Worten vermag er das Kopfkino sofort zu starten, das bis zur letzten Minute andauert. Friedrich Ani erzählt nicht nur die Geschichte der gescheiterten Existenz, gleich von mehreren der darin vorkommenden Figuren. Er zeichnet somit den beunruhigenden Zustand der Gesellschaft, in der egal wie gut man ist, egal wie man sich anstrengt und alles dem Beruf gibt, am Ende zum Scheitern verurteilt, insb. wenn man ein kleiner Einzelkämpfer ist. Ani zeigt wie beiläufig diese unerträglichen Rahmenbedingungen, die einen ehemals rechtschaffenden Bürger dazu bringen, aus diesem scheinheiligen Leben bloß nur verschwinden zu wollen.

    Es ist eher eine sehr realistische Geschichte, wie just dem wahren Leben entsprungen.

    Ulrich Noethen hat kongenial gelesen. Es wäre toll, in seiner Interpretation auch weitere Werke von Ani zu hören zu bekommen.

     

  16. Cover des Buches Kaliber .64: Der verschwundene Gast (ISBN: 9783960541011)
  17. Cover des Buches Süden und der Straßenbahntrinker (ISBN: 9783866156302)
    Friedrich Ani

    Süden und der Straßenbahntrinker

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Pongokater
    Die Titelformulierung des Krimis, für den Ani das erste Mal den Deutschen Krimipreis bekommen hat, erinnert wohl nicht zufällig an den Großmeister der düster-melancholischen Kriminalschriftstellerei, Georges Simenon. Und dieser Massenschreiber hat bestimmt einige Krimis geschrieben, die schlechter sind als die von Ani. Aber auch einige bessere. Ich werde auf jeden Fall noch ein paar weitere Ani-Krimis lesen. Der "Straßenbahntrinker" ist mit seiner originellen Fall-Konstellation auf jeden Fall ein guter Appetizer, aber eben kein Sprachkunstwerk wie die besten Simenon-Krimis.
  18. Cover des Buches M (ISBN: 9783426304174)
    Friedrich Ani

    M

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar
    Klappentext: „Er war irgendwie anders in letzter Zeit. « Mit diesen Worten beauftragt die Redakteurin Mia Bischof die Detektei Liebergesell, nach ihrem vermissten Freund zu suchen. Süden und seine Kollegen kommt die Frau von Anfang an seltsam vor. Sie sehen sich in ihrem unguten Gefühl bestätigt, als irritierende Hinweise im Arbeitsumfeld des Vermissten auftauchen. Er habe Kontakt zu Neonazis, heißt es. Doch Mia bestreitet das vehement. Süden schiebt seine persönlichen Bedenken beiseite – bis seine Kollegen in höchste Gefahr geraten und er um ihr Leben fürchten muss.“

    München, Mia, Martin, Macht, Mord … das M steht im Vordergrund. Das Buch spielt im kleinbürgerlichen Niveau, einschließlich im Dunst billiger Bürgerkneipen. Und es macht den Eindruck, dass jeder Akteur dieser Geschichte ein Looser ist, gescheitert an sich selbst, an seiner Unfähigkeit, zum richtigen Zeitpunkt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Jeder hat eine Person verloren, um die er heftig trauert.
    Mia Bischof beauftragt das Detektivbüro Liebergesell nach ihrem Freund Siegfried Denning zu suchen, einem Taxifahrer. Tabor Süden, ehemaliger Polizist, arbeitet in diesem Büro, eine Dreipersonengesellschaft voller Kauze.

    Die Spuren führen in das rechtsextreme Milieu von München, der Denning angehören soll. Kein Klischee, keinesfalls plakativ, eine Geschichte, die sich immer weiter atmosphärisch verdichtet. Jeder Akteur hat Angst und ist von Zweifel geplagt. Plötzlich ist das Detektivtrio im Visier der Rechten Szene, kommt auch noch dem Verfassungsschutz zu nahe, ein Detektiv wird brutal zusammengeschlagen.

    Ein düsterer Roman, den keine Schnelligkeit treibt, auch keine aktionreichen Plots. Eine exzellente Erzählung hält den Leser dabei. Die Kunst des Dialoges, mit ein wenig Poesie, Philosophie und Spott gespickt, „mehr“ braucht es nicht, um ein gutes Buch zu schreiben.
    Allerdings ist mir die Story inhaltlich zu wenig ausgereizt, zu weit entfernt von der Realität. Angekündigt als Roman über die rechte Szene, kam hier zu wenig. Ein paar Altnazis, die an sich politisch untätig sind, übriggebliebene Fragmente aus dem letzten Weltkrieg. Das einzige was sie handeln lässt, ist es, sich lästiger Mitwisser zu entledigen. Und dann taucht ein LKA-Beamter auf, der sich locker mit Süden über Staatsgeheimnisse austauscht, obwohl sie sich nicht kennen? Nicht glaubhaft, beim besten Willen.

    Ein lesenswertes Buch, ganz sicher. Wer aber etwas über die Rechte Szene erfahren möchte, sollte zu anderer Literatur greifen.
  19. Cover des Buches Der einsame Engel (ISBN: 9783426304488)
    Friedrich Ani

    Der einsame Engel

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Inhalt:
    „Denn“, sagte ich zu Patrizia, „das Glück, das haben wir doch gelernt, es existiert.“ Nach dem Brandanschlag auf die Detektei Liebergesell ist deren Zukunft ungewiss. Dennoch nimmt Tabor Süden den Auftrag an, einen Geschäftsmann zu suchen. Aus Sorge, so seine Mitarbeiterin, habe sie sein Verschwinden gemeldet. Bei seinen Ermittlungen stößt Süden schließlich auf eine Wahrheit, die jedes Glück unmöglich macht. (Klappentext)

    Leseerlebnis:
    Im sehr besonderen Stadtcafé in München prallt der Leser unversehens auf Tabor Süden. Besonders, wer ihn (wie ich) noch nicht kennt, erhält auf der Stelle einen starken Eindruck. Zitat Seite 7:
    „Wie war dein Wochenende“, fragte sie, und obwohl sie keine Antwort erwartete, schaute sie mich an wie jemand, der am Wortetropf hing. Ich sagte: „Ich war monumental bebiert.“
    Oha, was ist das denn für einer, formt sich der Leserin Gedanke. Das kommst du nicht umhin und liest weiter. Unbedingt.
    Der ehemalige Kriminalbeamte Tabor Süden, nun Privatdetektiv, versteht die Kunst des Fragens, in die Leute zu dringen und sie zum Reden zu bringen. Ob diese dabei die Wahrheit sagen, das steht auf einem anderen Blatt. Die Kraft der Gespräche findet sich in treffsicher gesetzten Worten, in der Macht Tabor Südens unbarmherzigen Schweigens den Gesprächspartnerinnen gegenüber. Was diese wiederum zum Weiterplappern animiert, sodass sie sich tiefer in seinen Lügen verstricken. Tabor Süden ist ein Zuhörer, dem nichts entgeht, auch nicht der leiseste Zwischenton.
    Der Roman ist in der Ich-Form erzählt, weshalb die Figur des Tabor Süden den Roman zu hundert Prozent trägt. Süden ist ein sehr viriler Typ mit harter Schale und einer weichen Seele, mit vielen Gefühlen. Die er lieber mit Bier zukippt, als sie zu zeigen. Die Gefühle aber wollen raus – sie finden einen Weg. In „Der Einsame Engel“ zeigt sich Südens weiche Seele durch Einwirkung einer Frau. Zurück zum Fall: Wort um Wort geht er erlogenen Wahrheiten auf den Grund und greift, als es nottut, ungeniert zur List.
    Auch politische Münchener Wahrheiten fließen in die Gespräche und Tabor Südens Gedanken ein. Der Krimi ist damit ein starker München-Roman, ein Soziogramm der Stadt.

    Lieblingspassage: Heißer Kräutertee
    Tabor Süden im Gespräch mit der Frau Kargus an einem Stehtisch am Hauptbahnhof. So viel Wärme so ur-münchnerisch zu vermitteln, das kann, glaube ich, nur ein Friedrich Ani.
    Zitat Seite 66: … Darf ich Sie was fragen? Wie heißen Sie? Sie müssen nicht antworten.“ – „Tabor Süden.“ – „Wie?“ – „Tabor Süden.“ – „Ist das ein Wort?“ – „Tabor ist der Vorname.“ – „Und Süden der Nachname?“ – „Ja.“ – „Sie schwindeln mich an.“ – „Ich schwindele Sie doch nicht an.“ – „Doch.“ – „Ich heiße so.“ – „So heißt niemand.“…
    Nicht nur ist dieser Dialog mein Highlight, auch die Wärme, mit der Tabor Süden der Frau Kargus begegnet, ist einzigartig.

    Whodunnit der subtilen Art:
    Diesen Krimi tragen die handelnden Figuren, nicht eine von Cliffhanger zu Cliffhanger rasende Handlung. Womit sich ein an Letzteres gewöhnte Leser anfreunden wollen muss. Obwohl sich im Roman selbst keiner umbringt, erschießt, gefoltert und so weiter wird, lässt der Text nicht los. Faszination und Sog entstehen durch die Kraft der Dialoge, mit denen sich die Figuren in ihren falschen Wahrheiten verheddern. Bis bloßliegt, wer’s war und warum.

    Zwei Dinge haben mich an diesem Roman ein wenig gestört: An manchen Stellen wird die Figur Tabor Süden zu groß und vergisst die Mündigkeit des Lesers. Das führt zum zweiten kleinen Störfaktor, der sachlich nicht korrekten juristischen Einschätzung der begangenen Tat. Das hätte getrost unterbleiben können und erinnert an so manchen schalen deutschen Fernsehkrimi.

    Der Autor:
    Friedrich Ani wurde 1959 in Kochel am See geboren. Er schreibt Romane, Kinderbücher, Gedichte, Hörspiele, Drehbücher und Kurzgeschichten. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet: Als bisher einziger Autor erhielt Ani den Deutschen Krimipreis in einem Jahr für drei Süden-Titel gleichzeitig. 2010 folgte der Adolf-Grimme-Preis für das Drehbuch nach seinem Roman "Süden und der Luftgitarrist". 2011 wurde der Roman "Süden" mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet, ebenso wie 2014 sein Roman "M", der wochenlang auf der KrimiZEIT-Bestenliste stand. Friedrich Ani ist Mitglied des Internationalen PEN-Clubs und lebt in München. (von der Website des Droemer Knaur Verlags)

    Gesamtbewertung:
    4,5 Sterne von 5
    Friedrich Anis Tabor-Süden-Romane sind allein wegen der Sprache und Figuren etwas Besonderes. Einen sollte man zumindest gelesen haben. (Ich selbst habe nach dem neuesten jetzt den erstenTabor-Süden-Krimi begonnen).
  20. Cover des Buches Süden und das verkehrte Kind (ISBN: 9783426510414)
    Friedrich Ani

    Süden und das verkehrte Kind

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Janine2610

    Buchrückseite:

    »Glauben Sie, mit sechs ist man zu klein, um abzuhauen? Man kann immer abhauen, wenn man kapiert hat, dass man wegmuss.«

    Nastassja Kolb ist verschwunden. Die verzweifelten Eltern behaupten, ihre Tochter sei entführt worden. Die Suche nach dem sechsjährigen Mädchen verläuft zunächst erfolglos. Bis Tabor Süden begreift, welch perfides Spiel die Familienangehörigen mit ihm treiben ...

    Meine Meinung:

    Hierbei handelt es sich um den 12. Band mit dem Vermisstenfahnder Tabor Süden. Die Bände davor habe ich bereits gelesen und sehr gemocht. Da in jedem Buch ein Fall behandelt und abgeschlossen wird, kann man "Süden und das verkehrte Kind" selbstverständlich auch lesen, ohne die Vorgänger zu kennen. Das Privatleben von Tabor Süden und seinen Kollegen nimmt in Anis Krimis einen relativ großen Platz ein, nichtsdestotrotz verpasst man nicht viel, wenn man mit irgendeinem Band zu lesen beginnt, da sich Privates immer wiederholt und sich eigentlich kaum verändert.

    Tabor Süden ist ein unkonventioneller Ermittler, der sich ungern was vorschreiben lässt und bei Vernehmungen lieber steht als sitzt. Sein Kollege und Freund Martin Heuer ist, noch um ein Eck mehr als Süden, ein Melancholiker, ein Trinker, ein Depressiver. Die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit, sie sind zusammen groß geworden ... Friedrich Ani erzählt uns, wie es dazu kam, dass Tabor und Martin Polizisten und schließlich Ermittler geworden sind. Südens und Martins Privatleben ist so eng verwoben mit ihrem Beruf, dass es den Leser nicht verwundert, wie die beiden beschrieben werden: als psychische Wracks. - Der eine mehr als der andere. Menschen zu suchen, besonders, wenn es um Kinder geht, und diese dann nicht oder nur mehr tot zu finden, ist belastend. Sehr belastend. Man kann es sich so vorstellen: für jedes tot aufgefundene oder verschwunden gebliebene Kind, legt sich ein weiterer schwerer Mantel um einen, den man nicht wieder ablegen kann. Für feinfühlige bzw. emotional labile Menschen ist so ein Beruf nichts, wenn man sich nicht selbst eines Tages komplett verlieren will. Der Autor bringt uns in seinem Buch genau das näher: wie es einem gehen kann, wenn man mit all den Vermissungen nicht umgehen kann und privat wenig bis gar keinen Rückhalt hat.

    Ani gewährt uns auch wieder einen Einblick in ein Familienleben, das eigentlich keins ist. Geprägt von Lügen, Gewalt und Schweigen sind die Kolbs - der Familie von der vermissten 6-jährigen Nastassja. Man kommt als Leser nicht umhin, sich zu fragen, warum die Leute eigentlich nicht kooperieren und anfangen zu reden. Der erfahrene Süden als wandelnder Lügendetektor weiß genau, wer was weiß und wer lügt. Schon frustrierend das Ganze, nicht nur für Süden. Auch ich kann hier natürlich die Schwere fühlen, die auf der ganzen Geschichte lastet. Ich liebe zwar Anis Schreibweise mit seinen oftmals vorkommenden Wortschöpfungen, aber wer dieses Buch lesen mag, muss sich auf viel Melancholie und belastenden Inhalt einstellen. Dass man sich über die eine oder andere Buchfigur ärgern muss, wird ebenfalls nicht ausbleiben. Die Buchfiguren schaffen es nämlich mit Bravour, die Ermittlungen nur schleppend vorangehen zu lassen, was auch anstrengend sein kann, wenn man als Leser keine Geduld hat.

    Empfehlenswert ist "Süden und das verkehrte Kind" vor allem jenen, die Authentizität schätzen, gerne über familiäre Abgründe lesen und mit schwerer, eher tragischer Handlung, aber lebensnaher Art zu schreiben, zurecht kommen. Freude wird man mit dem melancholischen Inhalt zwar keine haben, aber auch schwerer Inhalt kann gut sein und das ist dieser allemal.

  21. Cover des Buches Süden und das grüne Haar des Todes (ISBN: 9783426623862)
    Friedrich Ani

    Süden und das grüne Haar des Todes

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Ritja
    Frau Halmar wird vermisst, aber eigentlich heißt sie Ruth Kron. Wer ist diese Frau? Hat sie sich versteckt oder warum hat sie einen neuen Namen? Ruth Kron wurde von der Polizei per Foto in einer Tageszeitung gesucht und ihre Schwester erkennt sie wieder. Sie glaubte jedoch, dass Ruth bei einem Bombenangriff ums Leben kam. Was ist passiert? Tabor Süden muss sich viele Geschichten und Lügen anhören, wird auf falsche Fährten geschickt und puzzelt am Ende doch alles zusammen.
  22. Cover des Buches Süden und die Frau mit dem harten Kleid (ISBN: 9783426510322)
    Friedrich Ani

    Süden und die Frau mit dem harten Kleid

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Janine2610

    Die Buchrückseite:

    "Übe zu verstehen, immer wieder von neuem. Dass du aufhören mögest zu verurteilen."
     
    Als Johann Farak, Sohn eines Ägypters, verschwindet, scheint ihn außer seiner Schwester niemand zu vermissen. Er war ein Trinker, heißt es, er hat Bilder auf Holzbretter gemalt, die nichts taugen, sagen die Leute.
    Dann taucht eine junge Frau auf - und Tabor Süden begreift plötzlich, dass Johann Farak vielleicht nur eine Möglichkeit hatte, seinem bisherigen Leben zu entkommen.

    Meine Meinung:

    Anis 7. Süden - Roman ist in Briefform geschrieben. Das heißt, dass der Vermisstenfahnder Tabor Süden, vom Anfang weg, der Tochter des gesuchten Johann Farak, in einem Brief die Geschichte von der Suche nach ihrem Vater und all der Hintergründe, erzählt hat.
     
    Für mich war diese Form neu und anders, letztlich hat sie mir aber nicht so gut gefallen, wie die herkömmliche Art in den bisherigen Süden - Büchern. Auch die Sätze kamen mir hier sehr oft abgehackt und enorm kurz vor, weswegen mein Lesefluss sehr gelitten hat, und was dann wahrscheinlich auch der Grund dafür war, warum ich mehrmals abgeschweift bin.

    Anis Stil ist für mich aber einfach genial und unverwechselbar, das kann ich gar nicht oft genug sagen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie lebensnah und authentisch er seine Charaktere skizziert.
    In Anis Geschichten findet man aber ebenso immer Melancholie, Trübsinnigkeit, Schwermut, Gewalt und Negativität. Ach ja, und Alkohol. - Das muss auf jeden Fall erwähnt werden.^^
    Das alles hat meine Stimmung natürlich gedrückt. Aber dennoch sind das eben Themen, die die Bücher des Autors vorwiegend beherrschen und auch ausmachen. Dinge, über die die Menschen ungern reden oder nachdenken, was aber trotzdem in jeder x-beliebigen Familie zum Alltag gehören kann. Auf eine gewisse Weise bin ich also schon froh darüber, dass ich einen Autor gefunden habe, der diese unguten Themen, ganz offen und kein Blatt vor den Mund nehmend, behandelt.
     
    Süden ist mir in diesem Buch äußerst still und einsilbig (noch wortkarger als sonst^^) vorgekommen. Der freche Humor, der in den anderen Büchern doch immer wieder zwischen den Zeilen zu finden war, ist mir hier leider ebenfalls sehr abgegangen... :-/

    So, und das Ende der Geschichte? Endet ohne Ende. - Naja, nicht direkt aber irgendwie auch schon... Der Schluss hat mir wieder mal ausgesprochen gut gefallen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mit einem anderen Ausgang der Geschichte nicht so zufrieden gewesen wäre. ;-)

  23. Cover des Buches Süden und der Mann im langen schwarzen Mantel (ISBN: 9783426510346)
    Friedrich Ani

    Süden und der Mann im langen schwarzen Mantel

     (7)
    Aktuelle Rezension von: beowulf
    Wenn jemand Friederich Ani als den besten deutschen Krimiautor bezeichnet, so verrät das mehr über den Kritiker, als über den Autor. Ani schreibt keine Psychothriller, da thrillt nichts, aber mächtig Psycho ist da schon drin. Hier die Psychologie eines kleinen bayrischen Dorfes, indem das unfassbare geschehen ist- am hellichten Tag bei strahlendem Sonnenscheint verschwindet ein zehnjähriges Mädchen ohne das irgendwer etwas bemerkt haben will. Alle sind sich einig, es muß wer aus dem Dorf gewesen sein, ein Fremder wäre aufgefallen. Die SOKO arbeitet fieberhaft, der Frisör des Dorfes, auch hier sind sich eigentlich alle sicher, dass er es nicht war- aber weil die Presse ihn so nieder gemacht hat, geht man halt zu dem Schwein nicht mehr hin. Süden, Freidrich Anis Ermittler kommt aus diesem Dorf, er ist zufällig dort, er besucht das Grab seiner Mutter an deren siebzigsten Geburtstag, aber er besucht ganz unabsichtlich damit auch sich selbst, er bespiegelt seine Realität mit den Wünschen des 19 jährigen, der das Dorf damals verleiß. 25 Jahre Polizeiarbeit beim Kommissariat 11 in München, Vermisstenfälle bearbeiten. Sein Leben. Das wird mindestens genauso breit und intensiv vor dem Leser ausgebreitet wie der Fall des vermissten Kindes. Kein actionreiches Buch, kein klassischer Whodunit, die Lösung des Falles hat eher zufällig etwas mit Süden selbst zu tun. Wer also Ani´s Krimis mag, der liebts nicht aufgeladen mit Spannung, sondern der leibt die genaue Beobachtung, die klare Sprache und die Ruhe.
  24. Cover des Buches Süden (ISBN: 9783869090955)
    Friedrich Ani

    Süden

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Rose75
    Das war meine erste Geschichte mit Tabor Süden und ich finde, dass das Genre Krimi nicht wirklich passt.  Trotzdem hat mir die Handlung gut gefallen. Sie war nicht wirklich spannend aber sehr berührend.
    Die Autorenlesung und mit den musikalischen Einlagen fand ich sehr gelungen und stimmungsvoll. 

    Da es sich um eine gekürzte Fassung handelt, sind für mich manche Hintergründe  und Sprünge nicht ganz nachvollziehbar gewesen. Ich bin aber trotzdem gut mitgekommen.

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