Bücher mit dem Tag "tankstelle"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "tankstelle" gekennzeichnet haben.

72 Bücher

  1. Cover des Buches Tschick (ISBN: 9783499256356)
    Wolfgang Herrndorf

    Tschick

     (2.797)
    Aktuelle Rezension von: Freedom4me

    Ich hab das Buch schon einmal in der Schule gelesen und fand es da nicht so gut. Weil ein Freund von mir so begeistert von dem Roman ist, habe ich ihm jetzt noch mal eine zweite Chance gegeben. Allerdings wusste ich dadurch schon, was passiert.

    Geschrieben wird das ganze in der Ich-Form. Vom Stil her ist es betont umgangssprachlich und jugendlich. Gleichzeitig kommen öfter mal Beschreibungen und Referenzen vor, die man als Jugendlicher eigentlich gar nicht versteht und die eben auch nicht der Altersgruppe entsprechen. Man merkt hier einfach, dass der Autor ein Kunstwerk schaffen wollte und keinen 'normalen' Jugendroman.
    Durch diesen komischen Schreibstil wirkte mir der Protagonist sehr fremd. Zusätzlich fehlen ihm oftmals 'normale' Gedanken. Wer mit einem geklauten Wagen durch die Gegend fährt, macht sich doch viel mehr Sorgen und was-passiert-wenn-...Gedanken. Das hat mir einfach gefehlt und dadurch wirkte der Protagonist unwirklich. Generell fühlen sich seine Gedanken einfach nicht wie die von einem Jugendlichen an.

    Die Handlung ist total skurril und abgedreht. Es ist ein Road-Trip, aber bei fast allen Sachen, die passieren, hat man das Gefühl, dass sie total unrealistisch sind und so etwas in der Realität niemals passieren würde. Besonders die erwachsenen Charaktere, die auftauchen, handeln einfach nicht wie echte Erwachsene. Ein Ereignis jagt das nächste und dabei ist eins unglaubwürdiger und abgedrehter als das vorherige..

    Trotzdem gelingt es dem Buch, eine schöne Stimmung zu erzeugen und einige Gedankengänge vom Protagonisten treffen dann doch ins Schwarze. Aber der Großteil der Charaktere und Ereignisse bleibt einfach unrealistisch-unwirklich.

    Was mir gut gefallen hat: Es gibt in dem Buch quasi ein Danach und ein Wie-es-dazu-kam. Das wird zwar nicht so benannt, aber diese beiden Zeitebenen haben es etwas interessanter gemacht.


    Fazit: Überzeugen kann mich dieser Jugendroman immer noch nicht. Man merkt einfach, dass es so ein typisches Buch ist, das in der Schule gelesen wird. Es fehlen glaubwürdige Charaktere, in die man sich hineinversetzen kann und die Handlung ist skurril und unglaubwürdig.
    Stattdessen wird mit der Sprache gespielt und das ganze ist literarisch angehaucht. Charakterentwicklung wie in anderen Jugendromanen gibt es nicht und es war auch keine Geschichte, die mich wirklich in ihren Bann zieht.

    Tschick bekommt von mir 3,4 (also gerundet 3) / 5 Sterne.

  2. Cover des Buches Never Doubt (ISBN: 9783736312807)
    Emma Scott

    Never Doubt

     (361)
    Aktuelle Rezension von: KristinaxSo

    Ich hatte anfangs etwas bedenken und lange überlegt ob ich mir dieses Buch kaufen sollte, weil das Buch so gehyped wurde, aber es hat mich von Anfang an bis zum Ende gefesselt. Die Geschichte von Willow und Isaac war mal etwas anderes und keine typische Liebesgeschichte. Ich denke nicht, dass dieses Buch das letzte gewesen ist das ich von der Autorin gelesen haben werde. 

  3. Cover des Buches HERKUNFT (ISBN: 9783630874739)
    Saša Stanišić

    HERKUNFT

     (204)
    Aktuelle Rezension von: BrittaRoeder

    Wie fühlt es sich an, wenn man auf seine Herkunft reduziert wird? Auf etwas, worauf man überhaupt keinen Einfluss hat? 

    Stanišić hat in seinem autobiografisch-gefärbten Roman seine eigenen sehr persönlichen Erfahrungen niedergeschrieben. Er zeigt: Auch wenn Herkunft ein Zufall ist – so der zentrale Gedanke des Buches – bestimmt sie trotzdem unser Leben. Herkunft ist Familiengeschichte. Sie ist daher immer etwas sehr persönliches, sehr individuelles und  - wie am Beispiel der Großmutter gezeigt wird – sie ist am Ende sogar etwas Unauslöschliches. 

    Stanišić ‘ Ton wechselt zwischen humorvoll  und melancholisch, zwischen poetisch und flappsig. Oft scheint es als ob der Autor den Ereignissen rückblickend ihre Schärfe nehmen will. „Herkunft“ ist dadurch ein überraschend leises Buch geworden. Aber genau darin liegt seine große Klugheit. 

    Der Autor lässt sich erst gar nicht hineinziehen in die politische Diskussion um die Herkunftsfrage. Stattdessen entlarvt er den nationalistischen Ansatz, Herkunft zu definieren, per se als diskriminierend. Herkunft alleine geografisch oder religiös zu verorten, zeigt Stanišić, raubt den so in eine Kategorie eingeteilten Menschen das Recht auf ihre Individualität.

    Herkunft, das wird hier sehr eindringlich klar, ist niemals eine Frage der Politik. Diese Frage ist von grundsätzlich menschlicher Natur. Und so ist dieses unpolitische Buch irgendwie auch sehr politisch, einfach, weil es so menschlich ist.

  4. Cover des Buches New Dreams (ISBN: 9783426525845)
    Lilly Lucas

    New Dreams

     (354)
    Aktuelle Rezension von: Vivi_Books

    Insgesamt 3,5 Sterne.

    Band 3 der Greenvalley Love Reihe.
    .
    Charaktere:
    Elara mochte ich eigentlich ganz gerne. Sie war nett und bodenständig und hat definitiv Sympathie rübergebracht.
    Mit Noah hatte ich wirklich ein Problem.
    Ich mochte seine Einstellung dem Ganzen gegenüber überhaupt nicht.

    Schreibstil:
    Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Alles war sehr locker und einfach gehalten.

    Handlung:
    Elara flüchtet vor ihrer Mutter in die Rocky Mountains zu ihrer Großmutter.
    Auf dem Weg dahin hat sie eine Panne und Noah ist ihr Retter in der Not.
    Und wie süß und hübsch er doch ist!
    Aber eine Sache lastet schwer auf ihm, denn seine Ex- Freundin und Liebling der Stadt liegt im Koma.

    Fazit:
    Puh also das war bisher der Schwächste Teil der Reihe.
    Ich war zwar auch wieder sehr gerne in Green Valley, aber das war dann auch schon irgendwie alles.
    Die Geschichte an sich hat mir leider nicht gefallen.
    So wirklich passiert ist nichts und das hat alles extrem in die Länge gezogen.
    Die Ex Freundin von Noah stand irgendwie immer im Raum und im Vordergrund. Das hat mich auch mega gestört, weil es ja eigentlich um Elara und Noah geht.
    Das Ende war irgendwie unnötig und unglaubwürdig. Ich kam damit leider überhaupt nicht zurecht und kann mich damit auch nicht anfreunden
    Ich hoffe Band 4 wird mir wieder besser gefallen...

  5. Cover des Buches Twisted Perfection – Ersehnt (ISBN: 9783492304825)
    Abbi Glines

    Twisted Perfection – Ersehnt

     (511)
    Aktuelle Rezension von: Lena_Thierbach

    Klappentext:

    Della ist endlich frei. Als sie ins Auto steigt und einfach losfährt, lässt sie nicht nur ihr Elternhaus, sondern auch ihre Vergangenheit hinter sich. Sie will unbeschwert leben und die Welt entdecken. Bei einem Zwischenstopp im sonnigen Rosemary Beach lernt sie an einer Tankstelle den unverschämt charmanten Woods kennen. Doch was für Della als heißer One-Night-Stand beginnt, wird ihr Leben für immer verändern.

     Nachdem ich die ersten vier Bücher um Blaire &‘ Rush verschlungen habe, musste ich natürlich unbedingt wissen, wie es mit Woods weitergeht, denn er ist mir in den ersten vier Büchern schon sehr ans Herz gewachsen. Woods ist ein toller Mann mit einer sehr liebevollen Art, der mich wirklich neugierig auf sich gemacht hat. Genauso wie Della, die zu Beginn des Buches nur einen kurzen Stopp in Rosemary Beach einlegt, bei dem sie Woods begegnet, doch wie das Schicksal so spielt, Kreuzen sich die Wege der beiden wieder. 

    Auch im fünften Buch der Rosemary Beach – Reihe ist der Schreibstil wieder angenehm locker &‘ sehr flüssig, was mir den Einstieg sehr erleichtert hat. Die Geschichte wird auch in „Twisted Perfection – Ersehnt“ aus den Sichten der beiden Protagonisten erzählt, was mir sehr gut gefallen hat.

  6. Cover des Buches Anton hat kein Glück (ISBN: 9783805203876)
    Lars Vasa Johansson

    Anton hat kein Glück

     (103)
    Aktuelle Rezension von: FeFu

    Anton ist Zauberer. Schon seit seiner Kindheit fazinieren ihn die Zaubertricks und er hat viel trainiert um seine Künste immer weiter auszubauen und zu verbessern.
    Aber wenn er auf "echte Magie" trifft, wird er zum Ungläubigen. Erst so nach und nach glaubt er auch an Dinge die er weder sieht, noch begreifen / erklären kann.
    Zwischendurch hat man immer Rückblicke in Antons Vergangenheit.
    Gerne würde ich mich nun mehr mit Schwedens Mythologie befassen, also irgendwann. ^^
    Antons Charakterentwicklung ist auch sehr glaubwürdig und nachvollziehbar.

    Dieses Buch kann ich nur empfehlen 😃👍

  7. Cover des Buches Elchscheiße (ISBN: 9783423215084)
    Lars Simon

    Elchscheiße

     (131)
    Aktuelle Rezension von: Eggi1972

    Nun habe ich also endlich den ersten Band der Tierkot Trilogie von Lars Simon gelesen, und somit nun die ganze Reihe. Und irgendwie muss ich sagen, jetzt kann ich mir nun ein wirkliches Urteil bilden. Aber eines nach dem anderen.

    Lars Simon nimmt einen langsam mit und erklärt, wie das mit Torstens Ex Tanja passiert ist. Man lernt das erste Mal Torstens Freund Rainer kennen. Auch Gerd, der Vater von Torsten, und Renate dessen Freundin treten auf. Letztere ist auch die beste Freundin von Tanja, aber die ist ja mit dem „Therapeuten“ von Torsten und ursprünglich Renates Freund abgehauen. Kompliziert? Nein, nicht wirklich. Es kommt ja im Buch schrittweise. Daher ist es tatsächlich einfacher zu erst „Elchscheiße“ zu lesen, bevor man sich auf „Kaimankacke“ stürzt.

    Man lernt auch den Ort Gödseltorp mit all seinen Eigenheiten kennen und „lieben“.  Manchmal denkt man: „Mein Lieber Herr Simon, geht es nicht vielleicht ein wenig langsamer?“, denn die Ereignisse überschlagen sich teilweise in diesem Drecksnest, wie es der Autor des Öfteren nennt. Aber was will man von einem erfundenen Ort erwarten, der frei übersetzt so etwas wie „Misthausen“ heißt. 

    Lars Simon, bringt es fertig einen immer wieder zum Lachen zu bringen. Ich meine damit nicht dieses verschmitzte Lächeln während des Lesens, sondern eher dieses laute Lachen, was einem, wenn man schwarzen und sarkastischen Humor mag, immer wieder herausplatzt. Vielleicht auch zum Leidwesen der Nachbarn, wenn man eine sehr hellhörige Wohnung hat.

    Es gibt so manche Anspielung auf „Per Anhalter durch die  Galaxis“ von Douglas Adams. Wer das Buch nicht kennt, dem entgehen eventuell Nuancen. Gelegentlich ist es ein wenig zu überladen in meinen Augen. Lars Simon macht dies aber mit dem Humor einfach wieder weg.

    Elchscheiße ist für mich ein Buch, welches man lesen sollte, wenn die Welt, die einem umgibt nichts oder nur wenig zu lachen bietet. Oder einfach mal nur so für zwischendurch, wenn man keine Lust auf etwas Hochtrabendes hat oder etwas, was einem ein hohes Maß an Fantasie abfordert. Es ist eine gut gemachte Comedy Reihe, welche verdammt viel Situationskomik beinhaltet und gute Laune bringt. 

    http://literaturlounge.eu


  8. Cover des Buches Man muss auch mal loslassen können (ISBN: 9783426523230)
    Monika Bittl

    Man muss auch mal loslassen können

     (89)
    Aktuelle Rezension von: FeFu

    Ich hatte bei dem Buch auf etwas locker-amüsantes gehofft.
    Leider wurde ich enttäuscht. 😔

    Das Aufeinandertreffen der drei Damen ist noch recht amüsant.
    Jedes Kapitel ist immer aus der Sicht einer anderen Person geschrieben.
    Leider tendiert doch sehr bald alles in die Richtung "Politisch", "System", "Kapitalismus", "Linken", "Rechten", etc.

    Auch ist der Schreibstil teils etwas unangenehm. So abgehackt. Zu großer Deutsch-Englisch-Mix. Bei der Jessy passt es ja, also vom Charakterbild und ihrer Vergangenheit her. Aber es zieht sich leider durch alle Charaktere. Schöner wäre es, wenn jede/r so seine Eigenarten hätte.

    Das ganze Politik-Gefasel hat mir das Buch ziemlich vermiest. Ich hatte mir doch eher etwas zum Schmunzeln und mit dem ein und anderen Lacher erhofft.

  9. Cover des Buches Der große Gatsby (ISBN: 9783311220008)
    F. Scott Fitzgerald

    Der große Gatsby

     (1.052)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Alle kennen die großen Partys des großen Gatsbys. Die Leute kommen von überall her und nehmen sogar uneingeladen an den berühmten Feiern teil, aber keiner kennt den Gastgeber Gataby wirklich. Deswegen ranken sich viele Gerüchte um ihn. Als Nick sein neuer Nachbar wird, lernt er ihn auf eine ganz andere Weise kennen und merkt, dass hinter dem bekannten Mann ein ganz anderer steckt.


    Dieses Buch ist einfach großartig. Allein wie es schon anfängt und man in diese lebendige und doch nachdenkliche Stimmung hineingezogen wird. Ich konnte mir richtig gut vorstellen, wie Nick, der Protagonist, die Geschichte erzählt. Dabei lernt man die Personen immer besser kennen und sieht die Schichten ihrer Persönlichkeit tiefer werden und die komplexen Beziehungen untereinander bringen einen zum Nachdenken. Die Geschichte wirkt ziemlich einfach und simpel und doch schwingen so viele Themen des Lebens mit, die der Autor tragisch und auch zynisch beschreibt.

    Ich für meinen Teil liebe dieses Buch und da es so schnell durchgelesen ist, kann man es immer wieder lesen und stößt dabei immer auf neue Details. Außerdem hat es einen einfachen und schönen Schreibstil, sodass man perfekt für ein paar Stunden in der Geschichte abtauchen kann.

  10. Cover des Buches Eine wundersame Weihnachtsreise (ISBN: 9783548287744)
    Corina Bomann

    Eine wundersame Weihnachtsreise

     (249)
    Aktuelle Rezension von: Sanni

    ...das was ist oder war oder das was man fühlt oder denkt? Einige passagen zum Nachdenken. Hat mir sehr gefallen. 

  11. Cover des Buches Seelen (ISBN: 9783551312495)
    Stephenie Meyer

    Seelen

     (5.284)
    Aktuelle Rezension von: maikengreimel

    Ich habe so eine leichte Hass-Liebe mit mehrteiligen Geschichten... weil sie dich einerseits extrem in den Bann ziehen, wenn sie gut sind, andererseits oft an Qualität des Storytellings ab Band 2 mangeln. Nicht immer, after öfters. Seelen ist für mich persönlich ein wunderbares Beispiel für eine Geschichte, die man auf viele Bücher aufblasen könnte, aber glücklicherweise die Tiefe der Details nur in eines gepackt hat. Daher ist das Buch gespickt voll mit Details und spannenden Wendungen. Von meiner Seite eine Empfehlung! 

  12. Cover des Buches Winterkartoffelknödel (ISBN: 9783423253918)
    Rita Falk

    Winterkartoffelknödel

     (1.013)
    Aktuelle Rezension von: eletroe

    An dieses Buch hatte ich recht große Erwartungen, an jeder Ecke hört und sieht man Bücher von Rita Falk. Leider bin ich etwas enttäuscht worden, oder meine Erwartungen waren zu hoch, Es liest sich gut und schnell, durch den einfachen Schreibstil. Leider im Dialekt, so das ich immer blättern musste, was die Worte bedeuten.  Die  Rezepte gefallen mir gut, aber ich hätte mehr erwartet. Recht humorvoll geschrieben. Nur 3 von 5 Sternen von mir

  13. Cover des Buches Das Haus des Windes (ISBN: 9783351035792)
    Louise Erdrich

    Das Haus des Windes

     (103)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    „Und wie seltsam, wie merkwürdig, dass etwas so mächtig werden kann, wenn es am falschen Ort Wurzeln schlägt. Ideen auch, murmelte ich. Ideen.“

    Inhalt

    Joe Coutts steht an der Schwelle zur Pubertät und verbringt seine Nachmittage gerne draußen im Indianerreservat in Gesellschaft seiner Freunde, mit denen er alle Gedanken teilt, die sich ihm aufdrängen. Bis eines Tages seine Mutter Opfer einer Vergewaltigung wird und sich wie ein Häufchen Elend in ihr Zimmer verzieht und fortan weder für den Vater, noch den Sohn ansprechbar ist. Für Joe bricht eine Welt zusammen, nicht nur weil die Erwachsenen mehr zu wissen scheinen als er, sondern vor allem weil sein geordneter, friedvoller Familienalltag vollkommen auf den Kopf gestellt wurde. Langsam nähert sich der Heranwachsende einer Wahrheit, die er zwar eigentlich nicht kennen möchte, die ihm aber hoffentlich die Mutter zurückbringt, deren körperliche Hülle mittlerweile wieder durchs Haus eilt, die aber dennoch eine gebrochene Frau ist. Als der mutmaßliche Vergewaltiger wieder ganz in der Nähe auftaucht, reift in Joe ein mörderischer Plan, denn Gerechtigkeit, die nicht vollzogen wird, macht nichts ungeschehen und wenn kein anderer dazu fähig ist, Rache zu üben, dann wird er eben selbst die Dinge, die getan werden müssen, in die Hand nehmen …

    Meinung

    Der vorliegende Roman der amerikanischen Bestsellerautorin, die hiermit den National Book Award für den besten Roman des Jahres erhielt, thematisiert nicht nur die Vergewaltigung und Selbstjustiz, sondern zeigt ein buntes Leben zwischen der Tradition und der Moderne in den Indianerreservaten von North Dakota. Während die Handlung des Buches im Jahre 1988 angesiedelt ist, schildert der Erzähler die Dinge aus seiner Erinnerung, die durchsetzt ist mit zahlreichen Momentaufnahmen, zwischen dem ganz normalen Leben als Teenager, seiner Identität und Herkunft im Reservat und den Handlungen, denen er sich schuldig gemacht hat. Es sind also eine Menge Hintergründe und viele Jahre des Lebens, die sich hier auf eine relativ kurze Zeitspanne erstrecken und an deren Ende ein abgeschlossener Reifungsprozess steht, bei dem ein Junge zum Mann geworden ist.

    Das Buch stand nun schon etliche Jahre ungelesen im Regal, da ich aber nach dem Werk „Der Gott am Ende der Straße“, welches ich im Erscheinungsjahr gelesen habe, unbedingt noch ein weiteres Buch der Autorin kennenlernen wollte, habe ich nun dieses hier in Angriff genommen und bin mit einer bestimmten Erwartungshaltung an die Lektüre herangegangen. Erhofft habe ich mir einen emotional-intensiven Roman über die Frage der Schuld und die Fallen der Entscheidungsgewalt in Verbindung mit dem Leben eines Jungen, der Rache üben möchte und dem es auch gelingt – jedoch mit der Ambivalenz widerstreitender Gefühle, die die Grenzen zwischen Recht und Gerechtigkeit verwischen lassen. Und dieser Sachverhalt wird im vorliegenden Text stiefmütterlich behandelt, weil er eigentlich nur der Aufhänger für die Story ist und das eigentliche Setting ganz andere Prioritäten setzt.

    Viel intensiver und konkreter wird das alltägliche Leben im Reservat beleuchtet, ebenso wie die Gefühlswelt heranwachsender Jungen, die sich plötzlich fürs weibliche Geschlecht interessieren und heimlich Bier trinken. Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt, um ein Leben in einem Grenzgebiet, wo es klare Richtlinien und unterschiedliche Gesetze gibt und die Menschen sehr genau darauf achten, wer mit wem Umgang pflegt. Tatsächlich hat mir dieser ausufernde, umfassende Stil, der so viele Aspekte aufgreift am allerwenigsten gefallen, denn der Text mäandert und kommt vom Hundertsten ins Tausendste, ohne eine klar erkennbare Linie, eine zielgerichtete Struktur. Die Inhalte, die der Klappentext verspricht, sind dabei eher Nebensächlichkeiten und gehen irgendwo zwischen der Stimmung und den Menschen der Geschichte verloren.

    Sprachlich hingegen habe ich kaum etwas zu meckern. Louise Erdrich schreibt formschön, lässt Bilder lebendig werden und bündelt Gefühle an der richtigen Stelle, dass die Inhalte dabei schwanken, ist für die Geschichte rund um Joe Coutts nicht störend, wohl aber für die Gesamtausrichtung des Romans. Für mich war das Lesen ein ständiges Auf und Ab, ein Wechsel zwischen langatmigen, uninteressanten Passagen und dann wieder dem Aufblitzen genialer Gedankengänge, denen ich voller Eifer folgen konnte. Die Story ist also weder langweilig noch absolut spannend, sie entspricht nur nicht meinen persönlichen Ansprüchen.

    Fazit

    Ich vergebe 3 Lesesterne für diesen Roman über das Erwachsenwerden eines jungen Mannes, der von Rachegelüsten gequält wird und der in einer Welt aufwächst, die sehr genau zwischen Gut und Böse unterscheidet. Leider konzentriert sich das Buch vielmehr auf das Leben im Indianerreservat als auf die tatsächlichen Ereignisse zwischen Vergewaltigung, Rachegedanken und Mord und dadurch hat es mir diesbezüglich eindeutig zu wenig Input geliefert. Die fehlende Ausrichtung und die verschwimmenden Konturen sind Kritikpunkte, die mich ebenfalls sehr gestört haben, so dass ich ein im Kern gutes Buch eher als enttäuschend empfand und es nur bedingt weiterempfehlen kann. 

    Zunächst dachte ich, dass ich mit „Der Gott am Ende der Straße“ ein inhaltlich schwächeres Buch der Autorin erwischt hätte, doch nun merke ich, dass auch dieses hier nicht ganz meinen Geschmack trifft. Im Regal wartet nun noch „Ein Lied für die Geister“ auf mich, sollte auch dieses nur eine mittelmäßige Bewertung schaffen, dann werde ich die Autorin von meiner Liste streichen, nicht weil sie schlecht schreibt, sondern weil mir die Bücher zu wenig Gedankenfutter liefern und mich emotional nicht erreichen können. 

     

  14. Cover des Buches Nur wer die Hölle kennt (ISBN: 9783492313049)
    Barbara Wendelken

    Nur wer die Hölle kennt

     (44)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Der bereits vierte Teil der ostfriesischen Krimireihe von Barbara Wendelken entführte mich mal wieder nach Martinsfehn, wo ich mich schon ganz zu Hause fühle. Auf zwei Zweitebenen litt ich mit Melody, der unglücklichen Frau, der keiner zu glauben scheint. Was genau war damals passiert im Jahr 1997 als der Reiterhof ihrer Mutter in Flammen aufging und drei Menschen in den Tod riss? Und warum scheint sich die Geschichte zu wiederholen just als Melody nach langer Abwesenheit wieder in ihrer Heimatstadt auftaucht?

    Die beiden Ermittler Nola von Heerden und Renke Nordmann haben es nicht leicht. Schnell verstricken sich vermeintliche Täter in Widersprüche und so müssen sie immer kreativer werden, um der Wahrheit ein Stück näher zu kommen. Bis zum Schluss tappt man als Leser mehr oder weniger im Dunkeln. Natürlich kommt auch das Privatleben der Beiden nicht zu kurz. Ich hatte mich sehr gefreut, dass sich das allmählich etwas harmonischer gestaltete und forstete mich nach Beendigung dieser Lektüre schnell durch das Internet, um zu sehen, wie und wann es weitergeht. Groß war meine Enttäuschung als ich lesen musste, dass dieser Band, der zu allem Unglück auch noch mit einem Cliffhanger endet, der letzte dieser Reihe ist. Der Verlag wollte nicht mehr weitermachen, sehr, sehr schade. Ich vergebe an dieser Stelle vier von fünf möglichen Sternen. 

  15. Cover des Buches Die Wunschliste (ISBN: 9783426508428)
    Jill Smolinski

    Die Wunschliste

     (1.212)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Inhaltsangabe:

    June Parker, eine eher farblose Mittdreißigerin, die in einer Agentur für Fahrgemeinschaften als Texterin tätig ist, hat die Wunschliste von Marissa ansich genommen.

    Marissa ist bei dem Unfall verstorben, wo June das Auto gefahren hatte. June fühlt sich schuldig für den Tod der Frau, die offensichtlich noch viel vorhatte. Gerade hatte sie 50 kg abgenommen und wollte noch viele Dinge bis zum 25. Geburtstag erleben. Aus reinem Schuldgefühl heraus übernimmt June die Liste und arbeitet sie Stück für Stück ab.

    Doch die Dinge entwickeln sich nicht immer so einfach, wie es sollte. Vor allen Dingen scheint es so auszusehen, als ob sie es tatsächlich nicht schafft. Aber mit Hilfe ihrer tatkräftigen Freunde und Familie ändert sie nicht nur die Leben anderer, sondern entwickelt sich plötzlich auch selbst. Und dann scheint sie auch Troy, Marissas Bruder, für sich gewinnen zu können. Wird sie es vielleicht doch noch schaffen?

    Mein Fazit: 

    Ich habe an dem Roman ziemlich lange zu lesen gehabt. Komödien lese ich zwischendurch ganz gern, vor allen Dingen, wenn da auch ein Spritzer Romantik mit drin ist.

    Die Wendungen in diesem Roman sind glaubhaft und auch ehrlich. Da ist nichts Schnulziges oder so dran. Das ist erfrischend und macht es eigentlich sehr sympathisch. Die letzten Seiten habe ich sehr genossen, da June selbst ein Resumée zieht!

    Allerdings hat es mich sehr gestört, das die Autorin noch Hinweise setzte, das es an dieser Stelle lustig ist! Desweiteren hat die Autorin die Geschichte mit Troy sehr unglücklich gestaltet. Es hat sich einfach zu sehr in die Länge gezogen. Er wurde mir auch unsymphatisch! Nun denn …

    Alles in allem eine nette Sommerlektüre, die mir aber nicht unbedingt im Gedächtnis bleiben wird.

    Anmerkung: Die Rezension stammt aus August 2007.

  16. Cover des Buches Tankstellenchips (ISBN: 9783789109188)
    Antonia Michaelis

    Tankstellenchips

     (34)
    Aktuelle Rezension von: miah

    Inhalt:
    Als Shayan abends am Strand seine Schlüssel sucht, beobachtet er zufällig einen Einbruch. Die Täter werden allerdings vom Hausbesitzer erwischt. Sie schießen auf ihn und flüchten. Shayan will helfen. Doch dann taucht ein kleiner Junge auf, der ihn zur Flucht überredet. Es beginnt eine wilde Reise quer durch Deutschland.

    Meine Meinung:
    Dieses Buch war ein Überraschungsbuch. Als ich den Klappentext gelesen hatte, dachte ich zunächst nicht, dass dieses Buch etwas für mich ist. Es landete auf meinem SuB. Beim Aufräumen fiel es mir wieder in die Hände und ich begann zu lesen.

    Der Anfang ist recht vielversprechend. Shayan, der sich hier Sean nennt, ist ein sympathischer junger Mann aus dem Iran. Er kam als Flüchtling nach Deutschland und wohnt jetzt in einem Flüchtlingsheim. Vermutlich wartet dort in seinem Spindschrank sein Abschiedebescheid, weil er im Interview gelogen hat. Seine wahre Geschichte kommt im Laufe der Handlung ans Licht. Es zeigt sich, dass nicht immer alles ist, wie es auf den ersten Blick erscheint.

    Sean wird von Davy begleitet. Davy ist etwa 8 oder 9 Jahre alt und wohnt in einem Kinderheim. Von dort ist er abgehauen, weil er von den anderen Kindern schikaniert wird.

    Die beiden ungleichen Charaktere flüchten aus dem Ferienhaus, in dem eingebrochen worden war. Beide hatte den Einbruch gesehen. Sean wollte dem angeschossenen Mann helfen und rief einen Krankenwagen. Doch Davy erschreckt ihn, sodass Sean nach der Waffe greift, die die Täter liegengelassen hatten. Aus Angst selbst für den Täter gehalten zu werden, hauen die beiden ab.

    Sean hofft auf Hilfe von einer Internetbekanntschaft aus Köln. Deshalb machen sie sich auf den Weg dorthin. Auf ihrer Reise erleben die beiden so einige Abenteuer. Immer, wenn es brenzlig wird, flüchten sie weiter. Schnell merken sie, dass sie von den wirklichen Tätern verfolgt werden. Schon bald sucht auch die Polizei nach Sean.

    Das Buch beinhaltet jede Menge Klischees. Das nervte manchmal schon fast, weil wirklich keine Gelegenheit ausgelassen wurde, um ein Klischee zu bedienen. Dadurch wurde vieles sehr vorhersehbar. Für mich war es offensichtlich, warum die Täter Sean und Davy immer wieder finden konnten. Natürlich endet ihre Reise irgendwann. Auch das war vorhersehbar. Das Ende hat mich letztlich ebenfalls wenig überrascht.

    Sprachlich könnte es für einige Leser schwierig werden. Sean spricht zwar Deutsch, aber natürlich noch nicht so gut. Er macht einige Fehler (auch hier bedient er wieder sämtliche Klischees, die die deutsche Sprache an Wortwitzen und Missverständnissen bietet). Hin und wieder rutschen ihm ein paar sehr perfekte deutsche Sätze raus. Manchmal steht dann dazu, dass er das eben auf Farsi gesagt hat, aber zwischendurch fehlt diese Information. Das wirkt dann merkwürdig.

    Auch Davy hat Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Er macht ebenfalls viele Fehler, verschlimmbessert Seans Sprachkenntnisse teilweise sogar. Es könnte für manche Leser etwas anstrengend sein, die Dialoge der beiden zu lesen. Ich fand es aber nicht schlimm. Man gewöhnt sich schnell daran.

    Für mich waren eher die Passagen schwierig, in denen Sean sich mit Bayern unterhält. Der Dialekt wird komplett abgebildet. Ich komme nicht aus Bayern und brauchte daher manchmal etwas länger, um diese Sätze zu verstehen.

    Immer wieder gibt es ganz lustige Momente und Passagen. Seans Ansichten über Deutschland sind zwar häufig von Vorurteilen begleitet, aber dennoch amüsant zu lesen. Auch die Beschreibungen ihrer Umgebung fand ich sehr schön. Es war nett, die beiden an Orten zu begleiten, die ich selbst kenne.

    Insgesamt flaute meine anfängliche Begeisterung ab. Die vielen Klischees waren irgendwann nervig. Auch die Tatsache, dass die beiden immer abhauten, wenn etwas vorfiel. Sean vertraut lieber einen Internetbekanntschaft als den Menschen, die er auf seinem Weg kennen lernt. Das fand ich ein bisschen schade.

  17. Cover des Buches Carrie (ISBN: 9783404180066)
    Stephen King

    Carrie

     (1.462)
    Aktuelle Rezension von: jensendlesstbr

    Kings Debütroman hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere, wie typisch, detailliert und einzigartig beschrieben, plus  extrem starke, nachvollziehbare Charakterentwicklungen. Was King bei mir immer schafft ist, dass ich für Personen, in diesem Fall Carrie's Mitmenschen, richtigen Hass empfinde. Wer das Buch gelesen hat, weiß was ich meine. 

    Ich kann es für King Fans empfehlen, aber auch für die, die noch nie ein Buch von King gelesen haben. Mit knapp 300 Seiten ist es eins seiner dünneren Bücher und man bekommt ein Gefühl für seinen besonderen Schreibstil. 

  18. Cover des Buches Das Versprechen (ISBN: 9783866152298)
    Friedrich Dürrenmatt

    Das Versprechen

     (440)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte
    „Wir könnten nur das Mögliche tun, und das hätten wir getan. Kinder seien immer in Gefahr. Man zähle über zweihundert Sittlichkeitsverbrechen im Jahr. Allein im Kanton. Wir könnten die Eltern aufklären, die Kinder warnen, das hätten wir alles getan, aber wir könnten nicht das Polizeinetz so dicht knüpfen, daß keine Verbrechen mehr geschähen. Verbrechen geschähen immer, nicht weil es zu wenig Polizisten, sondern weil es überhaupt Polizisten gebe. Wenn wir nicht nötig wären, gäbe es auch keine Verbrechen. Das müßten wir uns vor Augen halten. Wir müßten unsere Pflicht tun, da habe Matthäi recht, aber unsere erste Pflicht sei es, in unseren Grenzen zu bleiben, sonst würden wir nur einen Polizeistaat errichten.“ (K 18; S.71)

    Rahmenhandlung

    Nach einem Vortrag des Ich-Erzählers in Chur über seine Arbeit als Kriminalbuchautor kommt ein ehemaliger Polizeikommandant der Kantonspolizei Zürich auf ihn zu und kritisiert seine Realitätsferne. Im wahren Leben würden Täter nicht immer gefasst und der Zufall käme in Kriminalromanen allzu oft vor. Um seine Kritik zu untermauern, nimmt dieser den Autor in seinem Wagen mit nach Zürich und erzählt ihm vom Schicksal des ehemaligen Kommissar Matthäi, einstmals sein >fähigster Mann<.

    Ausgangslage Binnenhandlung

    Mägendorf (fiktiver Ort im Kanton Zürich, Schweiz), 1950er: Die 8 jährige Girtli Moser wird tot in einem Wald aufgefunden. Die Menschen im Dorf beschuldigen schnell den Mann, der sie aufgefunden hat -ein Hausierer namens ‚von Gunten‘. Der Kommissar Matthäi hat seine Zweifel an dessen Schuld und verspricht der Mutter von Girtli, den wahren Mörder zu fassen. Es beginnt eine aufwendige Jagd, die Matthäi alle Nerven kosten wird. Am Ende ist ihm jedes Mittel recht, um den Kindermörder seiner gerechten Strafe zu unterziehen.

    Kann ein Zweck die Mittel heiligen?

    Der Roman DAS VERSPRECHEN von Friedrich Dürrenmatt wirft viele Fragen auf. Am eindringlichsten: Wo liegen die Paarallelen und Unterschiede zwischen realer Polizeiarbeit und künstlerischer Fiktion in Romanen sowie Filmen? Der Roman entstand 1958 nach dem Film „Es geschah am hellichten Tag“ mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe in den Hauptrollen. Im Mai 1957 erhielt Dürrenmatt vom Schweizer Filmproduzenten Lazar Wechsler den Auftrag, das Drehbuch für einen Kinofilm zu schreiben. Es sollte darin um Sexualverbrechen an Kindern gehen. Dürrenmatt nahm den Auftrag an und verfasste die Vorlage zum späteren Filmdrehbuch. Dürrenmatt schrieb zusammen mit Ladislao Vajda und Hans Jacoby das Filmskript, war aber nicht zufrieden mit dem Filmende. Es sei nicht realitätsnah, urteilte der Schriftsteller. So veröffentlichte er im selben Jahr DAS VERBRECHEN, ein „Requiem auf den Kriminalroman“ wie er ihn selbst bezeichnete.

    Der Roman regt zum Nachdenken an & bleibt lange im Gedächtnis.

    Ich selbst habe den Film (noch) nicht gesehen und enthalte mich daher jedes Vergleichs. Ich kann nur über Dürrenmatts schriftliche Umsetzung des ernsten, beklemmenden & grausamen Themas urteilen. Dürrenmatt entwürft, meiner Meinung nach, ein realitätsnahes Bild einer Ermittlung. Die Polizei möchte immer schnell Verbrechen aufklären, gerade bei Mord kann der öffentliche Druck die Ermittler schnell zu Aussagen wie „Wir werden den Täter kriegen!“ oder „Der wird uns in die Falle laufen!“ verleiten. Dass diese Versprechen allerdings nicht immer eingehalten werden können, zeigt dieser Roman auf eindringliche Weise. Auch die Ursachen und Folgen von Suggestion werden beleuchtet -ein großes Problem bei der Aufklärung von Straftaten zur damaligen Zeit.

    Sehr gut finde ich, dass Dürrenmatt, wenn es um die Darstellung des Verbrechens an sich geht, sehr umschreibend vorgeht. Er metaphorisiert die sexuelle Gewalt an den Mädchen mittels der Beschreibung eines Kleidungsstücks. Der Mörder habe es auf Mädchen mit roten Röcklein abgesehen. Es ist im ganzen Roman nie direkt die Rede von Schändung, alle Protagonisten sprechen von Mord bzw. „Lustmord“. Dadurch ist die Interpretation der Metaphern dem Rezipienten überlassen.

    Der Roman lässt sich in einem Rutsch durchlesen, ist spannend und erschütternd zugleich. Ich musste den Roman nach der Lektüre erstmal zur Seite legen und verdauen. Das Thema Sexualverbrechen an Kindern ist leider auch heute, fast 70 Jahre nach Erscheinen von DAS VERSPRECHEN traurige Realität.

    Fazit

    DAS VERSPRECHEN von Friedrich Dürrenmatt ist ein Klassiker des Kriminalromans mit trauriger Aktualität. Der Roman ist kurzweilig und spannend, wirft aber auch ethische Fragen auf: Kann ein Zweck die Mittel heiligen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Ich empfehle die Lektüre jedem Polizisten und jedem Psychologen. Auch als Schullektüre kann es gut neben DIE PHYSIKER und DER BESUCH DER ALTEN DAME in den Kanon aufgenommen werden.

     

    Das Versprechen| Friedrich Dürrenmatt| Diogenes Taschenbuch Verlag| 1985| 158 Seiten| 10,00€

  19. Cover des Buches Auferstehung der Toten (ISBN: 9783499228315)
    Wolf Haas

    Auferstehung der Toten

     (184)
    Aktuelle Rezension von: Gulan

    Den Brenner, den hast du doch bestimmt schon vermisst? Weil ein Spezial mit Krimis aus Österreich ohne den Brenner, das wäre schon merkwürdig. Um den kommst du nicht herum. Der Brenner ist ja quasi eine Instanz in Österreich. Obwohl man ja schon länger nichts mehr von dem gehört hat. Deshalb an dieser Stelle vielleicht mal ein Rückblick. Wie das damals angefangen hat mit dem Brenner. In Zell.

    Von Amerika aus betrachtet, ist Zell ein winziger Punkt. Aber vom Pinzgau aus gesehen: vierzig Hotels, neun Schulen, dreißig Dreitausender, achtundfünfzig Lifte, ein See, ein Detektiv. (Auszug Seite 12)

    In Zell am See wird kurz vor Weihnachten ein älteres, amerikanisches Ehepaar erfroren im Sessellift aufgefunden. Simon Brenner ist der Polizeibeamte, der die Ermittlungen leitet, aber ohne Erfolg. Die Person mit dem größten Motiv, der Schwiegersohn des Ehepaars, hat ein Alibi. Nachdem er sich mit seinem neuen Chef überworfen hat, kündigt Brenner und heuert bei einer Detektei an. Diese wird von der Versicherung der Toten beauftragt, die Hintergründe weiter zu ermitteln und so kommt es, dass Brenner nach Zell fährt und dort seine Ermittlungen wieder aufnimmt.

    Wolf Haas ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten österreichischen Schriftsteller. Zwar veröffentlicht er inzwischen auch Romane abseits des Krimigenres (zuletzt Junger Mann in 2018), aber am bekanntesten ist er noch immer für seine Krimis mit dem Brenner. Die Reihe begann 1996 mit Auferstehung der Toten, als letztes bislang erschien 2014 Brennerova. Innerhalb der Reihe sind die Bände jedoch ziemlich eigenständig, was Handlung und Figuren betrifft. Protagonist ist Simon Brenner, der im ersten Roman gerade bei der Polizei aufgehört hat und sein Heil als Detektiv versucht (zwischendurch probiert er in der Reihe aber noch andere Jobs aus). Brenner ist (in Auferstehung der Toten) Mitte 40, Junggeselle, lernt aber durchaus leicht Frauen kennen. Er ist ein eher ruhiger, langsamer Typ, äußerlich auch eher durchschnittlich, beruflich nicht übermäßig ehrgeizig und nicht entschlussfreudig. Eher hartnäckig als scharfsinnig. Aber gerade dadurch vielleicht beim Leser beliebt. Die Popularität des Brenner hat auch vor der Kinoleinwand nicht Halt gemacht. Vier Romane wurden mit Joseph Hader in der Hauptrolle verfilmt und zählen zu den erfolgreichsten österreichischen Kinofilmen.


    „Hier darf alles ein bisserl langsamer gehen.“
    Da sind natürlich bei uns alle Leute gleich. Wir mögen es nicht, wenn ein Deutscher unseren Dialekt nachmacht. Dem Brenner ist es da nicht anders gegangen. Und dann noch das „langsam“, praktisch, also es stimmt natürlich, aber wir hören es nicht gern. (Seite 54)


    Das eigentlich Originelle an dieser Reihe ist aber das allwissende Erzähler-Ich. Es trägt zwar in Hochdeutsch, aber ziemlich flapsig in einer österreichischen Sprachcharakteristik vor. Es werden Nebensätze als ganze Sätze verwendet, Satzbestandteile umgestellt, Hilfsverben unterschlagen und ähnliches. Ein wenig so wie ich es etwas plump im ersten Absatz versucht habe. Außerdem verlässt der Erzähler immer wieder für Nebensächlichkeiten den eigentlichen Handlungsstrang und lenkt ab. Müsste ich mir das Erzähler-Ich als reale Person vorstellen, käme mir ein älterer Mann im Wirtshaus in den Sinn, der einem auf die Schulter klopft und fragt, ob man die Geschichte vom Brenner kennt und diese dann ausschmückend erzählt. Mir gefällt das, könnte mir aber vorstellen, dass das nicht bei jedem Leser verfängt.


    „…Das Vergessen ist eine Gnade, müssen sie wissen. Und diese Gnade hat der liebe Gott den Zellern im Übermaß erwiesen.“ (Seite 141)


    Der Roman ist ziemlich kurz, nur knapp 150 Seiten, so dass der eigentliche Krimiplot nicht zu sehr in den Hintergrund rückt (dies ist bei den späteren Brenner-Krimis schon anders). Im provinziellen Zell am See geht es um eine Rachegeschichte, um alte, verdrängte (Familien-)Geheimnisse, was Brenner aber erst nach und nach klar wird. Dazu beerdigt Haas ganz nebenbei auch den Mythos von den Kapruner Stauseen als Symbol der jungen Republik Österreich nach dem 2.Weltkrieg, in dem er die Zwangsarbeiterthematik anspricht. Garniert wird das Ganze mit merkwürdigen Figuren und erzählt in lakonisch-spöttischer Manier mit einigem Schmäh. Haas war damit Vorbild für eine Reihe weitere Autoren aus seiner Heimat, doch im Original verfängt dieser amüsant-satirisch-kritische Stil immer noch am besten.

  20. Cover des Buches Ein ungezähmtes Leben (ISBN: 9783453355620)
    Jeannette Walls

    Ein ungezähmtes Leben

     (134)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Jeannette Walls ist eine fabelhafte Geschichten-Erzählerin. In diesem Buch erzählt sie das Leben ihrer Grosseltern mütterlicherseits und ebenso wie in ihrem Roman „Schloss aus Glas“ ist man bereits nach wenigen Zeilen gefangen von dieser mitreissenden Story. Ob dabei alles immer hundertprozentig wahrheitsgetreu ist, bleibt unwichtig. Ihre Grossmutter ist eine kluge Frau, die sich im Leben durchsetzt, es burschikos mit jedem Cowboy aufnimmt. Trotz ihrer kessen und jungenhaften Art ist sie eine gute und fürsorgliche Mutter mit viel Rückgrat.

    Das Buch liest sich sehr leicht und ist trotzdem sehr ausdrucksstark. Meine Leseempfehlung bekommt es auf jeden Fall.

  21. Cover des Buches Aktenzeichen Tod (ISBN: B00WTDKY34)
    René Junge

    Aktenzeichen Tod

     (16)
    Aktuelle Rezension von: annlu

    „Geschichte wiederholt sich nicht? Wer sagt das? ICH wiederhole die Geschichte.“


    Der ehemalige Soldat Simon Stark lebt auf der Straße und verdrängt mit Alkohol seine Erinnerungen. Als Obdachlose verschwinden und seine neue Bekannte Sophie Palmer vom Hilfe-Bus in Schwierigkeiten gerät, muss er sich an seine Ausbildung erinnern und den Soldaten in ihm wieder zum Leben erwecken. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.



    Selten wurde ich mit einem Hauptcharakter wie Simon Stark konfrontiert: traumatisch Erlebnisse aus Afghanistan verfolgen ihn, er wird von seinem Alkoholismus – inklusive einer destruktiven Stimme in seinem Inneren – verführt und lebt unter der Brücke. Sophie bringt zwar einen Gegenpunkt dazu, schließlich ist sie in einer gutsituierten Familie aufgewachsen und hat eine Hilfsorganisation aufgebaut, ihr Charakter bleibt aber etwas farblos und geht in den actiongeladenen Szenen unter.


    Schon bald werden auch die Gegenspieler vorgestellt, sodass der Leser gleich schon in die hochtrabenden Pläne eingeweiht wird. Diese basieren auf die Naziideologie und den Euthanasiegedanken, was ein schweres Thema darstellte. Allerdings wurden damit die Gegner auch gleich als die „Bösen“ dargestellt. Für mich war das fast zu klischeehaft, da man nur ihre schlechten Absichten erfuhr, aber wenig über ihre Psyche.


    Manche der Themen haben mich sehr angesprochen. So fand ich es interessant die Obdachlosen hier in den Mittelpunkt zu stellen und mit Simon auch einen unter ihnen kennenzulernen. In anderen Krimis sind sie öfters Opfer, nie aber Hauptcharakter. Erwähnt wurde auch, wie schnell und wie unverschuldet man selbst alles verlieren kann. Besonders interessant fand ich auch, wie unterschiedliche Begegnungen mit den auf der Straße lebenden verlaufen konnten – von Hooliganangriffen über Nichtbeachtung bis zu netten Plaudereien war alles mit dabei. Auch die Themen Traumabelastung bei Soldaten und Alkoholismus empfand ich als schwierig aber durchaus interessant.


    Die Umsetzung der Geschichte konnte mich leider nicht immer erreichen. Dafür basierte sie zu sehr auf Action und erinnerte viel zu oft an einen Hollywood – Streifen. Simon als ehemaligen Soldaten konnte ich seinen Kampf ja noch abkaufen, aber bisher friedliebende Zivilisten mit Waffen auf eine Geheimagentenmission zu schicken war mir doch zu übertrieben. Ebenso musste ich die rasante Verfolgungsjagd mit der Polizei und die vielen Schusswechsel inklusive jeder Menge Toter waren mir doch zu unrealistisch.


    Fazit: Viele interessante Themen wurden aufgegriffen – für mich war aber zu viel Hollywood-Action-Streifen-Feeling mit dabei.

  22. Cover des Buches Winterkartoffelknödel (ISBN: 9783862313600)
    Rita Falk

    Winterkartoffelknödel

     (137)
    Aktuelle Rezension von: MariePu
    Welt: Die Geschichte spielt in einem bayrische Dorf. Das Dorf war mit sehr sympathisch und es war gut ausgewählt. 

    Charaktere: Bis auf die Oma hat mir eigentlich kein Charakter so richtig zugesagt und mich in seinen Bann gezogen.

    Geschichte: Ich habe das habe Buch gewartet,dass etwas passiert. aber es mag nicht so recht spannend werden. Dazu kommen Zeitsprünge und Dinge aus der Vergangenheit, die ich nicht nachvollziehen konnte. 

    Fazit: Ich bin wahrscheinlich einfach eher der nordische Typ. Trotzdem habe ich mich wohlgefühlt im Buch und an einigen Stellen gelacht. Die Morde waren kreativ.  2,5 von 5 Sternen
  23. Cover des Buches Pampa Blues (ISBN: 9783423625647)
    Rolf Lappert

    Pampa Blues

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Jica
    Von "Pampa Blues" habe ich nicht viel erwartet. Das Cover und der Titel waren okay, aber auch nicht herausragend und der Autor Rolf Lappert war mir bis dahin unbekannt. Die Geschichte generell war auch nichts besonderes, doch die Figuren haben mich komplett überzeugt. Ich habe selten ein Buch gelesen, in dem die Charaktere, vor allem Ben, mir so nah waren. Sie waren mehr als authentisch, ich konnte schon vor mir sehen, dass sie wirklich in ihrem Dorf leben und man sie besuchen kann.
  24. Cover des Buches Die weiteren Aussichten (ISBN: 9783036959474)
    Robert Seethaler

    Die weiteren Aussichten

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Johanna_Paulina

    Das Buch ist sehr gut geschrieben. Typische Österreichische Sachen und Landschaften sind drin. Es ist ein Art Roadmovie. Aber auch eine Bildungsroman. Es ist eigentlich alles und genau das war für mich das Problem. Es ist zu viel von allem. In der Mitte hatte ich deswegen wirklich mühe weiter zu lesen.

    Es ist sprachlich klar ein der besseren Romane von Seethaler. Also deswegen lesenswert, aber man muss wirklich eine hilarische Geschichte mögen. Die 4 Sternen basieren sich hauptsächlich auf die Sprache und auf bestimmte sehr gute Abschnitte. Für 5 hat es nicht gereicht.

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