Bücher mit dem Tag "tatsachenbericht"
38 Bücher
- Jonathan Littell
Die Wohlgesinnten
(160)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderNach der großen Ankündigung und dem großen Erfolg in Frankreich konnte man sehr gespannt sein. Der Autor hat wohl die nötige Distanz um dieses >Eisen< anzupacken. Leider passiert dann sehr wenig. Lobenswert ist die genaue Recherche und das Aufarbeiten von Zahlen und Orten, aber Ereignisse werden zum Teil nur gestreift und das Buch wird bald langweilig. Es ist sehr enttäuschend, man kann fast von einem Machwerk sprechen denn von all dem angekündigten, versprochenen ist nichts übrig. Es wird soviel angepackt, aber dann plötzlich fallen gelassen und der Autor nimmt seine Erzählfäden oft nicht mehr auf und so ist es nicht interessant, nicht brisant, nicht aufklärend oder aufrüttelnd, sondern einfach nur langatmig, langweilig und überhaupt nichts sensationelles.
- Christiane F.
Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
(2.333)Aktuelle Rezension von: SerasWorldEin Klasse Buch, wo nichts schön geredet wird und die Atmosphäre und die Realität sehr gut rüberkommt.
Christiane's Geschichte durch ihre Heroinsucht zu begleiten die traurig, interessant und brutal ist, ist wirklich ein Muss zum lesen. Wie schnell man zu einem 'nur mal probieren' in eine Sucht gerät wird hier sehr gut gezeigt. Genauso wie die Konsequenzen, die körperlichen Reaktionen auf das Gift und wie der Entzug durchlebt wird ist wirklich detailliert beschrieben worden.
- Truman Capote
Kaltblütig
(348)Aktuelle Rezension von: mattderEin Mordfall lässt Truman Capote ein Bericht schreiben. Herausgekommen ist ein Buch das sehr gut zu lesen ist. Die Studie über den Mensch und zu was er fähig ist. Der Mord der Familie ist so einfach. Aber auch brutal und sinnlos, er reget zu nachdenken an. Macht einen sprachlos. Weg ein paar Dollar Leute umzubringen.
- Mark Benecke
Aus der Dunkelkammer des Bösen
(136)Aktuelle Rezension von: käutzchenWer gerne true crime bücher liest kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen, Mark Benecke und seine Ex Frau nehmen in diesen Buch verschiedene Taten und Tätertypen aufs Korn... Sie klären zb auf was Pädophile und nekrophile sind , wo ich selbst ein völlig anders Bild von hatte ... Es werden Morde unter die Lupe genommen , die gelöst aber auch ungelöst sind .
Es kommen fälle vor die man mehr gehört hat wie zb der von Natascha Kampusch, dieser Fall nehmen wie auch wie bereits andere fälle von Mark und Lydia auseinander genommen , was Recht interessant ist ..das man selbst bei täter eine Vergangenheit aufzufinden ist die selbst nicht einfach wahr , aber trotzdem keine Entschuldigung wert ist ..
Recht interessant fand ich das erste Kapitel um Hitlers zähnen wo ich einiges erfahren habe , was auch die meisten nicht wissen werden .. wo Mark Benecke mit an den Fall beteiligt wahr ...
Auch wenn das Buch mir zwischen durch Gänsehaut bereitet hatte , hatte es mich gut unterhalten...
- John Grisham
Der Gefangene
(160)Aktuelle Rezension von: itwt69Eine fast unglaubliche Geschichte - und dennoch, "Der Gefangene" ist kein Roman, sondern ein schockierender Tatsachenbericht. Wenn man als Mittelloser in die Fänge der amerikanischen Gerichtsbarkeit kommt, kann das tödlich enden. Selbst ohne Beweise, nur mit erpressten "Geständnissen" und Denunziationen - die Giftspritze droht trotzdem. Mit der DNA-Analyse ist das Ganze mit Sicherheit deutlich besser geworden, aber die Ursache nicht ausgemerzt.
- Amelie Sander
Als hätte der Himmel mich vergessen
(107)Aktuelle Rezension von: Lynn11In Amelie Sanders Biographie, konnte ich deutlich ihren Charakter spüren. Sie ist wahrlich eine Dulderin, letztendlich auch eine Kämpferin! Mich beeindruckte Ihre Bescheidenheit. Sie musste so viele Demütigungen über sich ergehen lassen, wurde gebrochen und trotzdem schreibt sie über ihre Schwiegermutter, für mein Empfinden, sehr sachlich. Amelie konnte sich, auch mit Hilfe von anderen Menschen, endlich zu einer jungen, starken, eigenständigen und schönen Frau entwickeln. Ihr Martyrium dauerte viel zu lange, weil wir, die wir in ihrer direkten Umgebung wohnten, die Urinstinkte vom Sehen und Verstehen verloren hatten. Dementsprechend ist ihr Buch auch einen Weckruf an uns alle. Wir sollten die Augen und unser Herz stets offen halten.
- Sam Pivnik
Der letzte Überlebende
(109)Aktuelle Rezension von: aus-erlesenÜber die Bedeutung von Büchern wie diesem gibt es keine zwei Meinungen. Sie sind wichtig! Und es genauso wichtig, dass sie verlegt und gelesen werden. Was diesem Buch einen zusätzlichen Pluspunkt verleiht, ist die nüchterne Schreibweise einer aufwühlenden Zeit.
Die ersten Erinnerungen an seine Kindheit verbindet Sam Pivnik mit Leckereien in den Sommermonaten. In einer kleinen Stadt im späteren Gau Oberschlesien wächst er mit seinen Geschwistern und seinen Eltern auf. Der Vater ist angesehener Schneider. Doch schon im Jugendalter sind allesamt Fabrikarbeiter. Kriegswichtig. Was zum Einem ein Glücksfall ist, zum Anderen die Perfidität der neuen Herrscher so grausam darstellt. Denn nur wer kriegswichtig ist, darf überleben. Führt man sich dies vor Augen, steigt die Wut automatisch in einem hoch.
Sam Pivnik ereilt dasselbe Schicksal wie die meisten Juden in den Dreißiger- und Vierzigerjahren. Bis er in Auschwitz landet. Er sieht wie mit einem Fingerzeig das Schicksal entschieden wird. Rechts ins Lager, links in die Gaskammer. Binnen Sekunden ist das Leben entschieden, sind Familien zerrissen, beginnt die Hölle aufs Neuerliche. In Będzin, wo er aufwuchs, wo er den Garten Eden erlebte, wie er schreibt, wurde mit der Machtübernahme der Nazis per Aushänge über die Veränderungen informiert. Rechte wurde beschnitten, Verbote übernahmen den Alltag. Doch man lebte. Konnte fast einen Alltag gestalten.
Im vom Stacheldraht umzäunten Auschwitz war nichts mehr wie zuvor. Er zerrt Leichen aus den Waggons. Zuvor stiegen Menschen aus Zügen, um anzukommen, oder bestiegen sie beschwingt, um zu verreisen. Sam sieht schreiende Kinder, die ihren Müttern entrissen werden. Zuvor trocknete die Mutter die Tränen ihrer Kleinen. Er verschleppt nun lieber eine Krankheit als Mengele über den Weg zu laufen. Denn Hauptkrankenbau heißt Tod. Zuvor ging man zum Arzt oder verkoch sich unter der Bettdecke und nahm eine Aspirin.
Würde es diese Aufzeichnungen nicht geben, man würde es nicht glauben können, was an Unmöglichem möglich ist. Ein Durchlesen ohne Absetzen ist nicht möglich. Stoisch, unverhohlen, zielstrebig berichtet Sam Pivnik von seinem Leben, besonders des Teils seines Lebens, der ihn und seine Generation prägte. Auschwitz als Hölle auf Erden, der man nur durch unerschütterlichen Hoffnungszwang entgehen kann. Oft, zu oft stand er am Abgrund. Er ließ sich nicht in die Schlucht stürzen, ging niemals zu weit, um allem ein Ende zu machen. Das zu lesen, es lesen zu könne, macht auf eine Art auch wieder Mut. Gerade wenn die Welt sich momentan wieder in eine Richtung zu entwickeln droht, die man schon hinter sich zu lassen geglaubt hatte.
- Christina Baker Kline
Der Zug der Waisen
(195)Aktuelle Rezension von: Simone_081"Der Zug der Waisen" ist eine schnelle und schmerzlose Lektüre.
Sie beleuchtet ein wichtiges und schändliches Thema der US-amerikanischen Vergangenheit, aber das leider auf sehr oberflächliche und klischeehafte Weise.
Die Geschichte hat wirklich Potenzial, wurde aber von der Autorin nicht gut gehandhabt. Die Handlung hat keinerlei Tiefe, alles wird sehr schnell und auch sehr vorhersehbar abgehandelt. Man weiß genau, was als Nächstes passieren wird. Das macht es langweilig.
Ähnlich verhält es sich mit den Figuren. Diese sind so klischeehaft und auf ein, zwei stereotypische Eigenschaften reduziert, dass sie einem einfach egal sind.
Schade, dass dieses Thema so schnulzig und oberflächlich behandelt wurde, denn so kann man es nicht ernst nehmen. - Walter Lord
Die letzte Nacht der Titanic
(63)Aktuelle Rezension von: daisys_libraryDieses Buch basiert auf Zeugenaussagen von Überlebenden, die dazu beigetragen haben, dass Walter Lord dieses Buch in die Welt tragen konnte und somit den Mythos dieses Schiffes und die verlorenden Seelen am Leben zu halten und sie unvergessen zu machen. Zudem diente es zur Inspiration der James Cameron Version aus dem Jahre 1997, der dem Schiff eine neue Welle an nicht enden wollender Faszination und Bewunderung erbrachte.
- Stephan Harbort
Killerfrauen
(55)Aktuelle Rezension von: Miss-Tarantulas-Netzwerk🕷 Cover 🕷
Wie für ein Sachbuch üblich ist das Cover eher schlicht gehalten. Rechts oben ist, passenderweise, das Portrait des Autors zu sehen und es sind außerdem zwei Hände bzw. deren Schatten zu erkennen. Die obere Hand scheint ein Messer zu halten. Auch wenn es nicht eindeutig zu erkennen ist, so soll es sich hierbei sicherlich um weibliche Hände handeln. Dies schließe ich aus dem Titel und den Inhalt des Buches. Das Cover ist damit passend zur Thematik gestaltet.- - - - - - - - - - 🕷🕸🕷 - - - - - - - - - -
🕷 Aufbau & Schreibstil 🕷
~ Erzähler Perspektive ~
Kapitel
Das Buch enthält 7 Kapitel (+ Vorwort, Nachwort, Kriminologie der Serienmörderin, Literatur).
Die Kapitel werden nicht mit Zahlen, sondern mit passenden Überschriften eröffnet. Bevor dann mit der sachlichen Erzählung begonnen wird, finden wir noch einige aussagekräftige Textstellen.Atmosphäre
Wie für ein Buch aus der True Crime Szene üblich, ist die Atmosphäre hier sehr sachlich und dennoch durch die Ereignisse auch ergreifend.Schreibstil
Gewöhnlich sachlich und fundiert.
- - - - - - - - - - 🕷🕸🕷 - - - - - - - - - -
🕷 Mein Fazit & Bewertung 🕷
Stephan Harbort.
Nicht mein erstes Buch von diesem großartigen Autor und sicherlich auch nicht mein letztes.
Wie üblich geht der Autor bei der Analyse der Täterinnen und dem damit verbundenen Tathergang äußert genau und nach einem zeitlichen Ablauf vor. Dadurch erfahren wir sowohl etwas über die Vergangenheit der Täterinnen, als auch über deren Gegenwart und das abschließende Urteil vor Gericht. Außerdem wird auch deren Psyche genaustens durchleuchtet. Studien untermauern seine Aussagen. Wenn Fachbegriffe aufkommen, werden diese vom Autor selbstverständlich erläutert. Abschließen bleibt keine Frage mehr offen.Das Buch zeigt den Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Tätern auf. Ja, hierbei gibt es tatsächlich einige Unterschiede. Auch wenn es selbstverständlich erschreckend ist, so ist es dennoch auch sehr interessant, wenn man einmal tief in die Psyche einer Täterin vordringen kann.
Aus Respekt vor Opfer, Hinterbliebenen, Ermittlern und Autor gebe ich, wie immer, eine Bewertung von 5 von 5.
- Lawrence Beesley
Titanic. Wie ich den Untergang überlebte.
(11)Aktuelle Rezension von: TanteGhost… und doch gerät die Katastrophe nicht in Vergessenheit. - Die Rede ist vom Untergang der Titanic.
Lawrence Beesley, der Autor des Buches, war selber auf der Jungfernfahrt dabei. Er schildert seine Erlebnisse so, wie sie wirklich waren. - Auf diese Weise erfährt man etwas vom Leben an Bord, von den unterschiedlichsten Komforts der Klassen und ein paar Begegnungen, welche Herr Beesley gemacht hat.
Als es dann zum Zusammenstoß kam, erfährt man, dass es gar nicht so laut war, wie es der Hollywoodfilm schildert. Da war kein lauter Knall...
Lawrence Beesley redet darüber, wie er auf das Rettungsboot kam und wie es war, die Schreie derer zu hören, die im Wasser schwimmend nach Retten riefen.
Der Leser erfährt auch von der fehlerhaften Berichterstattung der damaligen Sensationspresse. Die standen denen von heute in nichts nach!
Das Buch hat mir bei seiner Lektüre mehrfach Schauer über den Rücken gejagt. Gerade die Szenen des Untergangs haben mich total gefesselt. Ich habe rein gar nichts von der Panik gelesen,d ie laut Film geherrscht haben soll.
Die technischen Kapitel am Ende waren dann für mich schon wieder gar nicht mehr so interessant. Da ging es um die technischen Details des Schiffes und um die Vermeidbarkeit dieses Unglücks.
Das Buch war einfach nur kurz und gut. Wenn ihr es irgendwie bekommen könnten, dann tut euch die Lektüre ruhig mal an. Das hier ist die reine Wahrheit ohne Ausschmückungen von Hollywood!
- Stewart O’Nan
Der Zirkusbrand
(15)Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeowDurch einen Zufall bin ich auf dieses Buch gestoßen. Eigentlich hatte ich nach einem Hotelbrand gesucht, über den ich mal gelesen hatte. Stattdessen fand ich einen langen Bericht zu dem verheerenden Zirkusfeuer in Hartford 1944. Den Artikel hatte man im Rahmen der Veröffentlichung von „Der Zirkusbrand“ von Stewart O‘Nan gebracht und weil mich die Geschichte gleichermaßen schockierte und bewegte, beschloss ich das Buch auf meine Liste zu setzen.
„Der Zirkusbrand“ ist kein Roman, sondern ein Sachbuch. Dennoch ließt es sich zuweilen wie einer, wenn Zeugen und Opfer des Brandes detailliert von den Geschehnissen und Nachwirkungen jenen Tages berichten. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass der Autor normalerweise Romane schreibt, sich aber in diesem Fall nicht dafür entschieden hat. Der Grund? „Weil die Wahrheit oft seltsamer ist als jeder Roman.“ so wie er es im Vorwort schreibt. Und das stimmt. Lässt man das Grauen des Feuers beiseite, bleiben immer noch genug Ungereimtheiten und Rätsel, die bis heute nicht gelöst wurden. Wer braucht da schon einen Roman.
Natürlich habe ich mich vor dem Kauf gefragt, warum ich das eigentlich lesen will. Immerhin geht es hier um ein tragisches Unglück, dem vor allem viele Kinder zum Opfer gefallen sind. Wer will das schon bis ins kleinste Detail lesen? Letztendlich ist es doch aber die Frage nach dem Warum, die uns dazu antreibt, solche Bücher zu lesen. Außerdem haben mich die lobenden Kritiken davon überzeugt, dass der Autor hier mit dem nötigen Feingefühl vorgegangen ist und so war ich doch sehr gespannt auf das als „Meisterwerk“ betitelte Buch.
Aber schon gleich am Anfang rutschte mir das Herz in die Hose, als es zunächst um einen Brand ging, der sich zwei Jahr zuvor im selben Zirkus ereignete und einen Großteil der Tiere betraf. Allein davon zu lesen, hat mir schon das Herz gebrochen. Ein Ereignis was jedoch wichtig war war, für das was noch kommen sollte.
Der Tag rund um den titelgebenden Brand wird aus so vielen Sichtweisen und in so vielen noch so kleinen, scheinbar unbedeutenden Details beschrieben, dass man förmlich in die Geschichte hineingezogen wird. Plötzlich ist man mittendrin, an diesem heißen Junitag. Man spürt die Hitze, riecht die stickige Zirkusluft, hört die fröhliche Musik. Und während man fast ein Teil des unbeschwerten Publikums ist, das doch nur einen schönen Nachmittag mit seinen Kindern und Enkelkindern verbringen wollte, wird man dieses schrecklich beklemmende Gefühl nicht los. Denn man weiß ja schon, was passieren wird. Wie das alles enden wird. Ich habe schon viele Bücher gelesen, deren Autoren Orte und Gefühle fantastisch beschreiben konnten, doch keinem ist es bisher so gut gelungen wie Stewart O‘Nan. In dem Fall ist es natürlich geradezu unheimlich wie sich der Ort des Vergnügens in eine Hölle auf Erden verwandelt und ja, auch die Momente in dem brennenden Zelt wo mehr und mehr die Panik Überhand nimmt, wird brutal realistisch wiedergegeben. Die längste Zeit, in der ich das Buch am Stück gelesen habe, betrug 1 ½ Stunden und ich habe mich den ganzen restlichen Tag mies gefühlt. Ich empfehle daher allen sensibleren Personen, sich das Buch gut einzuteilen, weil es arg auf das Gemüt schlagen kann. Das betrifft vor allem die Passagen, in denen es direkt um den Brand und die Tage danach geht. Wenn sich das Grauen in schlimmen Verletzungen und bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Menschen widerspiegelt, wird einem erst einmal richtig klar, was so ein Feuer alles anrichten kann und wie vielfältig die Formen von Verwundeten sein können.
Das Buch begleitet nach dem Brand Retter, Überlebende und Hinterbliebene, sowie die Ermittler, die das ganze aufklären sollen. Man erhält einen wahnsinnig echten und emotionalen Einblick aus ganz verschiedenen Perspektiven und staunt, wie unterschiedlich und ja, auch tapfer die mit am schwersten Betroffenen mit der Situation umgehen. Bis Mitte der 90er Jahre behandelt das Buch die Nachwirkungen des Brandes, der bis heute nicht vergessen ist. Zumindest in Hartford oder vielleicht noch in Connecticut und Amerika im Ganzen. Im Rest der Welt scheint das Unglück nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen zu haben. Nicht mal einen deutschen Wikipedia Artikel gibt es dazu. Deswegen finde ich diese schonungslose Zusammenfassung als Buch umso wichtiger. Natürlich gab es gerade zu der damaligen Zeit noch viel schwerere Unglücke mit mehr Toten. Der Krieg, Tote bei Theater- oder Schulbränden mit weitaus größeren Opferzahlen als 167, die im Vergleich zu den Tausenden Besuchern an jenen Tag vergleichsweise gering wirken. Wie kann es sein, dass uns eine Tragödie wie ein Zirkusbrand näher geht. Vielleicht, weil man im Krieg mit vielen Toten rechnet. Aber bei einem Zirkusbesuch? An einem Ort des Vergnügens wirkt ein solches Unglück umso tragischer.
So schlimm es teilweise zu lesen war, so hinterließen die letzten Seiten bei mir trotzdem ein wenig Abschiedsschmerz, wie man es manchmal von Büchern kennt. Man hat die Beteiligten durch Vorfreude, Schmerz und Genesung, insgesamt durch sehr emotionale Momente begleitet, dass man bestürzt auf das Jahr 1944 zurückblickt. 76 Jahre. Das ist schon so lange her, dass viele der Überlebenden bereits tot sind, deren Schicksale einen so bewegt haben.
Für mich ist „Der Zirkusbrand“ ein beeindruckendes Werk der Literatur. Etwas ganz anderes, als das was ich sonst lese. Ein Buch, wo man von Anfang an weiß, dass es kein Happy End gibt und das einem doch immer wieder zum weiterlesen antreibt. Sicher würde ich das Buch irgendwann auch noch einmal lesen, aber es ist nun mal nichts, was man sich ständig zu Gemüte führen kann. Auf jeden Fall werde ich mir die Romane des Autors jetzt mal genauer ansehen, ohne dessen Schreibstil es mit Sicherheit kein so gutes Buch geworden wäre. - Herbert Bauernebel
Und die Luft war voller Asche
(8)Aktuelle Rezension von: PhinaDie Geschichte eines österreichischen Korrespondenten, der zum Zeitpunkt von 9/11 mit seiner schwangeren Frau sehr nah an den Zwillingstürmen lebt und die Anschläge sehr detailiert beschreibt.
Auch diese Beschreibungen sind so unglaublich und unfassbar, dass man gar nicht glauben mag, dass dies wirklich passiert ist. Der Schwerpunkt liegt hier sehr deutlich auch auf Fakten und Hintergründen, die ich so noch nicht kannte und mich noch mehr schockiert haben. Aber auch die persönlichen Hintergründe kommen nicht zu kurz und so wird einem auch klar, wie viele Menschen in solch einer gravierenden Form betroffen waren und sind.
Ein sehr bewegendes Buch. Vielleicht auch, weil ich kurz zuvor in NY war und ein wenig die Orte und die Atmosphäre dort nachvollziehen konnte. Ganz sicher aber, weil man sich so sehr an den Tag erinnern kann, wie man ihn selbst erlebt hat. Und hier liest man die Geschichte von Personen, die ganz nah dabei waren. - Joel F. Harrington
Die Ehre des Scharfrichters
(10)Aktuelle Rezension von: Nicholas-JamesEin Buch, das mich unerwartet gefesselt hat. Historisch fundiert, sprachlich klar und doch voller Menschlichkeit – Harrington gelingt es, das Leben eines Scharfrichters mit einer Ernsthaftigkeit darzustellen, die weder moralisierend noch sensationsheischend wirkt. Besonders beeindruckt hat mich die Perspektive: Hier schreibt jemand nicht über Gewalt, sondern über Verantwortung, Gewissen und ein Leben im Schatten der Gesellschaft.
Phasenweise war das Buch für meinen Geschmack etwas langatmig, vor allem in den tiefer gehenden Beschreibungen von Rechtsstrukturen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Doch gerade diese Passagen zeigen auch, wie gut recherchiert und detailreich das Werk ist. Und je weiter man liest, desto mehr zieht es einen hinein – bis man sich schließlich selbst mit den Fragen von Ehre, Schuld und Gerechtigkeit konfrontiert sieht.
- Rüdiger Marmulla
Das Himmelsschiff
(19)Aktuelle Rezension von: Lesefreundin88Ich fühlte mich, als wäre ich mit dabei - auf der Reise mit dem Zeppelin-Giganten nach Rio de Janeiro. Das Buch ist für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen gut geeignet. Das Vorwort des Urenkels von Graf Zeppelin drückt es sehr gut aus: es ist ein entzückendes Buch. Ich empfehle es sehr weiter.
100 Menschen, die inspirieren und ohne die unsere Welt nicht unsere wäre
(3)Aktuelle Rezension von: VoiPerkele"100 Menschen, die inspirieren" ist eine Sammlung von Tatsachenberichten von 100 Persönlichkeiten.
Die Idee und die Auswahl der Personenfinde ich sehr gut. Es sind viele Persönlichkeiten dabei, die ich vorher noch nicht kannte. Allerdings lässt die Umsetzung sehr zu wünschen übrig. Das Buch liest sich eher wie ein gekürzter Wikipediaeintrag und hat eigentlich nichts inspirierendes an sich. Sehr leidenschaftslos und trocken wird der Lebenslauf der Menschen erzählt.
Ich habe mir von dem Buch wirklich mehr erwartet.
- Winnie M Li
Nein
(32)Aktuelle Rezension von: buch_klatschWinnie M Li verarbeitet in ihrem Buch „Nein“ nicht nur ihre eigenen Erlebnisse, sie versetzt sich in die Lage des Täters. Das macht das Buch für mich besonders. Sie gibt damit nicht nur Vivian, der Protagonistin im Buch, eine Stimme, sondern auch Johnny, dem Jungen, der ihr Leben verändert hat.
Zunächst aber lässt die Autorin Dich in die Welt von Johnny und Vivian eintauchen. Schonungslos berichtet Winnie M Li über die Tat, die einen regelrechten Schock bei mir hervorgerufen hat. Die Darstellung von Johnny und Vivian hat sich allerdings teilweise wie „Schubladendenken“ für mich angefühlt, ohne das ich hier der Autorin zu nah treten möchte.
Allerdings stellt die Autorin authentisch und einfühlsam dar, welchen Weg ein Opfer gehen muss, um Gerechtigkeit zu erhalten. Ich habe allergrößten Respekt vor diesem Weg und kann mir kaum vorstellen, welche Überwindungen es kosten muss.
Auch wenn das Buch sehr authentisch erzählt wird und die Autorin beide Sichtweisen einnimmt, konnte mich das Buch nicht gänzlich erreichen. So richtig greifen kann ich es nicht, warum sich dieses Gefühl eingeschlichen hat.
Es ist allerdings eine bewegende Lektüre, die dazu beiträgt, das Bewusstsein für 6exulaisierte Gewalt zu schärfen.
• 𝖥𝖠𝖹𝖨𝖳 •
Ein schonungsloser Roman mit autobiographischem Hintergrund, der die Erfahrungen einer Vergewaltigungsüberlebenden schildert.
3,5 | 5 Sterne 🌟
________________________
Buchige Grüße 📚📖,
Jeanette.
- Mark Benecke
Mordmethoden: Neue spektakuläre Kriminalfälle - erzählt vom bekanntesten Kriminalbiologen der Welt: Ermittlungen der bekanntesten Kriminalbiologen der Welt
(24)Aktuelle Rezension von: AmbermoonJeder der die Serien "Medical Detectives" und "Autopsie" kennt, kennt auch Mark Benecke. Den Kriminalbiologen der auf verständlicher Weise forensische Methoden erläutert.
Auf genau dieser verständlichen, lockeren und auch humorvollen Art werden verschiedene historische Kriminalfälle und deren Aufklärung beschrieben, wie vor 100 Jahren ermittelt wurde und auch skurrile Geschichten erzählt.
Es werden amerikanische wie deutsche Verbrechen aufgeführt.
Habt Ihr Euch z.B. auch schon gefragt wie die Kriminalistiker es schaffen, aus einem Skelettschädel eine Gesichtsnachbildung zu konstruieren, die dem/der Gesuchten auch noch verdammt ähnlich sieht?
Wie die das mit den knorpeligen und weichen Teilen hinbekommen (Nase,Ohren,..) die doch bei jedem individuell sind?
Durch einfache Berechnungen - reinste Mathematik.
Z.B.: "Eine Nase ist oft gut 2/3 so breit wie die breiteste Stelle der Nasenöffnung im Schädel" Ahaaaa!!
"...die Größe der Ohrmuschel wird von der Länge der Nase abgeleitet"
Ne, ist nicht wahr!! Da musste ich doch direkt nachmessen und ich wette manche von Euch machen das gerade auch *g*
Wenns nicht passen sollte, macht Euch nichts daraus. Die Gesichtsnachbildung ist eine unzuverlässige Identifikationsmethode und wird hauptsächlich von den Medien hochgepusht *g*
Mark Benecke schafft es wie ein Thrillerautor den Leser gekonnt auf die falsche Spur zu führen, um diese dann bei der Auflösung zu widerlegen.
Dieses Buch liest sich wie ein Thriller und lässt einem des Öfteren schockiert die Luft anhalten - denn nichts ist grausamer als die Realität!
Fazit:
Für alle die sich für Kriminalfälle und deren Methoden der Aufklärung interessieren, ohne dabei mit Fremdwörtern und Fachchinesisch erschlagen werden zu wollen.
Wie der Titel schon sagt werden hier Kriminalfälle betrachtet und nicht die Kriminalbiologie erklärt und erläutert. Nur weil Mark Benecke Kriminalbiologe ist, muss er nicht zwingend darüber referieren. Dazu gibt es ein eigenständiges Buch von ihm.
Für mich war dieses Buch absolut lesenswert!
- Sonja Vukovic
Gegessen
(26)Aktuelle Rezension von: Lobpreisfreak13 Jahre - mehr als ein Drittel ihres Lebens litt die heute 32-jährige Journalistin und Mitgründerin der F.-Foundation, Sonja Vukovic, an Anorexie und Bulimie. In ihrer Autobiographie "Gegessen" gibt die Autorin dem Leser einen tiefen Einblick in ihr Seelenleben, die persönlichen Hintergründe der Krankheit, ihren Kampf mit ihr und schließlich denSieg über sie.
Dabei schafft sie es, eine nahezu unmittelbare Nähe zwischen dem Leser und dem Geschilderten zu erzeugen, was eine unglaubliche Sogwirkung entwickelt. Oft entsteht kaum noch das Gefühl, ein Buch zu lesen, sondern viel mehr dabei gewesen zu sein. Die Tatsache, dass dies bewerkstelligt wird, ohne dass es gekünzelt literarisiert erscheint, ist ein Testament für Sonja Vukovics sprachliche Fertigkeit. Es ist spürbar, dass hier jemand hinter dem Werk steht, der mit Worten umzugehen weiß und es schafft, sprachliche Präzision und Authentizität zu vereinen. Obgleich dies nicht immer gelingt, möchte man doch die kleine Sunny nicht selten in den Arm nehmen, wenn sie nicht mehr weiter weiß, ihr helfen und ihr sagen, dass alles gut wird. Der Leser leidet mit der Protagonistin und es ist manchmal schwer vorstellbar, dass das Geschilderte tatsächlich passiert ist.
Umso beeindruckender ist es, zu sehen, was heute daraus geworden ist:
Durch die biographische Arbeit, aus der Vukovics erster Bestseller "Christiane F. - Mein zweites Leben" entsprungen ist, entsteht die F.-Foundation, eine Organisation mit dem Ziel der Suchtprävention und - aufklärung, für die Sonja Vukovic bis heute als Rednerin aktiv ist.
Es ist ein erstaunlicher Weg, den diese mutige Frau gegangen ist. Alleine, diesen Weg nachzuvollziehen, wäre es wert, ihre Biographie zu lesen. Doch durch die oft schonungslose Distanzlosigkeit, mit der die Autorin den Leser in ihre eigene Geschichte hinein nimmt, hat er nie das Gefühl, bloßer Beobachter zu sein, sondern viel mehr ihn mit ihr zu gehen. - Zlata Filipovic
Ich bin ein Mädchen aus Sarajevo
(21)Aktuelle Rezension von: Lottie1Im Frühling 1992 wurde Sarajevo von Truppen der bosnisch-serbischen Armee umzingelt. Geschütze und Panzer wurden auf den Hügeln rund um die Stadt stationiert, der internationale Flughafen in Ilidža eingenommen. Damit begann die längste Stadtbelagerung des 20. Jahrhunderts mit dramatischen Folgen für ihre Bevölkernung. Ohne Heizung, Strom und Nahrungsmittel, abgeschottet von der Außenwelt und unter ständiger Bedrohung durch Bombenangriffe, Scharfschützen auf den Hügeln und Heckenschützen in der Stadt wurde das Leben in der Stadt zu einem zähen Überlebenskampf.
Die junge Zlata Filipović begann ihr Tagebuch in einer Zeit, als ihre Welt noch von den Freuden und Sorgen eines normalen Mädchens geprägt war – Sommerferien, Schulbeginn, Geburtstagspartys. Doch als die Belagerung von Sarajevo begann, wandelte sich das Tagebuch schnell von einem gewöhnlichen Kindheitserlebnis zu einem erschütternden Zeugnis des Krieges.
Was das Tagebuch so besonders macht, ist die Art und Weise, wie Zlata das Grauen um sie herum in einfachen, aber eindringlichen Worten beschreibt. Die Veränderung in ihren Einträgen spiegelt den plötzlichen und brutalen Bruch mit der Kindheit wider. Die heile Welt eines elfjährigen Mädchens wird durch die Realität des Krieges ersetzt: Bombenangriffe, der Verlust von Freunden und Familie, ständige Angst und der tägliche Kampf ums Überleben.
Trotz des allgegenwärtigen Leids zeigt Zlata eine beeindruckende innere Stärke und eine Reife. Ihr Tagebuch ist nicht nur ein Bericht über die Schrecken des Krieges, sondern auch ein Zeugnis der Widerstandskraft des menschlichen Geistes. Trotz der andauernden Gewalt hält Zlata an ihrer Hoffnung und dem Wunsch nach Normalität fest. Immer wieder findet sie kleine Lichtblicke im Alltag: wenn der Strom für ein paar Stunden zurückkehrt, ein Geburtstag ohne Bombenangriffe gefeiert werden kann, oder ein seltenes Lebenszeichen von Freunden, die ins Ausland geflohen sind, durchkommt.
Das Tagebuch endet kurz vor der Flucht der Familie nach Paris im Jahr 1993, die Zlata schließlich vor dem anhaltenden Horror bewahrt – die Belagerung wird noch zwei weitere Jahre dauern und insgesamt 11.000 Menschen das Leben kosten. Doch Zlatas Aufzeichnungen bleiben ein wichtiger Mahnruf gegen die Grausamkeit des Krieges und erinnern an die Zerbrechlichkeit und den unschätzbaren Wert des Friedens.























