Bücher mit dem Tag "tatsachenroman"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "tatsachenroman" gekennzeichnet haben.

27 Bücher

  1. Cover des Buches In die Wildnis (ISBN: 9783492957779)
    Jon Krakauer

    In die Wildnis

    (410)
    Aktuelle Rezension von: Aukje

    Im August 1992 wurde die Leiche von Chris McCandless AKA Alexander Supertramp, in einem Bus in der Wildnis von Alaska gefunden. Der Journalist Jon Krakauer rekonstruiert sein Leben und seinen Wunsch die Zivilisation hinter sich zu lassen und ein Leben in der Natur, ohne Zivilisation und Konsum zu leben. Krakauer recherchierte ab Chris' Abschluss an der Uni im Sommer 1990 und dem Beginn seines Ausstiegs aus seinem bisherigen Leben bis zu seinem Tod 1992. Er interviewt dafür unter anderem seine Familie und auch Menschen die ihm während seiner Reise begegnet sind.

    Obwohl man von Beginn Buches an eigentlich schon weiss wie es enden wird, rührt die Story einen zu Herzen. Ein wirklich wunderbares traurig-schönes Buch.

  2. Cover des Buches Kaltblütig (ISBN: 9783036959030)
    Truman Capote

    Kaltblütig

    (351)
    Aktuelle Rezension von: FranGoldsmith

    Kaltblütig von Truman Capote ist ein Tatsachenroman über den Mehrfachmord an der Familie Clutter, begangen von dem Verbrecher-Duo Dick und Perry. Kaltblütig trifft das Handeln der beiden Täter genau - ohne Reue und ohne mit der Wimper zu zucken wird eine ganze Familie ausgelöscht. Auch wenn man bereits weis, was geschehen wird und wie alles aus geht, ist der Roman fesselnd und das Geschehene ging mir richtig nahe. Nichts für schwache Nerven. 

    Der sachliche, etwas distanzierte Schreibstil von Capote macht das ganze irgendwie noch realer. 

    Von mir klare 5/5 Sterne. 

  3. Cover des Buches In eisige Höhen (ISBN: 9783492407502)
    Jon Krakauer

    In eisige Höhen

    (221)
    Aktuelle Rezension von: mollsi

    Jon nimmt als Reporter an einer geführten Expedition auf den Everest teil. Er nimmt uns mit auf seiner Reise, stellt uns Reisebegleitungen und Ausrüstung vor, beschreibt seine Herausforderungen und Rückschläge. Das allein ist schon unglaublich spannend zu lesen - auch für eingefleischte Flachlandbewohner wie mich. Aber dann kommt es zu einer dramatischen Verkettung von Ereignissen die zu einem der schwersten Unglücke und vielen Todesopfern führt. 

    Obwohl ich die Ereignisse am Berg schon aus Podcasts und Dokus kannte, hat mich der Bericht von Jon Krakauer noch einmal auf eine ganz eigene Weise berührt.

  4. Cover des Buches Der goldene Handschuh (ISBN: 9783499271274)
    Heinz Strunk

    Der goldene Handschuh

    (312)
    Aktuelle Rezension von: Danny0812

    Der Roman beschreibt das Leben und die Taten des Serienmörders Fritz Honka der mehrere Frauen bestialisch ermordet hat.Ein wunderbar geschriebenes Buch über menschliche Abgründe die selbst eingefleischte Fans von Krimis und dergleichen an Ihre Grenzen bringen dürfte. Ich selber hab viele Bücher gelesen die durchaus blutig und brutal waren aber das hier ist dann doch nochmal eine andere Dimension die dem Magen einiges abverlangt beim Lesen. Hier kommt natürlich noch hinzu das die Geschichte auf einem realen Fall beruht.

    Tiefer kann man wohl kaum in Perversionen und abartige Phantasien eintauchen. Die Schilderung der Morde und auch der Beseitigung der Leichen ist mehr als plastisch und lässt wenig Raum für Interpretationen.

    Was man aber definitiv sagen kann ist, dass das Buch deutlich besser ist als der daraus resultierende Film, auch wenn der Ekelfaktor im Buch deutlich höher ist.

    Es wirft einen ungeschönten Blick auf das innerste eines schwer gestörten Menschen und sollte meiner Ansicht nach mit Vorsicht genossen werden.

  5. Cover des Buches Das einzige Kind (ISBN: 9783426528365)
    Hera Lind

    Das einzige Kind

    (303)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Anni ist erst fünf Jahre alt, als sie Weihnachten 1944 von ihrer Mutter getrennt und in ein jugoslawisches Kinderheim verfrachtet wird. Annis Mutter Amalie wird in ein Arbeitslager nach Sibirien gebracht. Anni hat noch Glück im Unglück - ihre Großeltern sind bei ihr und ermöglichen ihr die Flucht aus dem Heim. 

    Der Roman erzählt die Geschichten von Amalie, Anni und ihren Großeltern über viele Jahre hinweg. 

    Es ist zwar ein Roman, er basiert aber auf wahren Begebenheiten, was die Geschichte nur noch berührender macht. Mich hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Unglaublich, was diese Menschen durchgemacht haben. 

    Das ist eines dieser Bücher, das auch nach dem Beenden der Lektüre nachhallt. 

    20.01.2026

  6. Cover des Buches Der Untergang der "Wager" (ISBN: 9783328113324)
    David Grann

    Der Untergang der "Wager"

    (45)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Klappentext:

    „Januar 1742. Ein windschiefes Segelboot strandet an der Küste Brasiliens, an Bord 30 Männer, die einzigen Überlebenden des königlichen Eroberungsschiffs »The Wager«, das in einem Sturm zerschellt ist. Sechs Monate später: Drei Schiffbrüchige werden in Chile an Land gespült und erklären die 30 Männer zu Meuterern, die skrupellos gemordet hätten … 

    Wer lügt, wer sagt die Wahrheit? Das soll ein britisches Kriegsgericht entscheiden. Es geht um Leben oder Tod. David Grann spinnt aus dem Archivmaterial eines historischen Kriminalfalls eine packende und atmosphärisch dichte Abenteuererzählung. Schuld und Unschuld, Treue und Verrat liegen eng beieinander, und am Ende kommt eine schockierende Wahrheit zutage …“

    Anhand von Tagebücher, Logbüchern sowie den Gerichtsakten hat David Grann die Geschichte des Untergangs der HMS Wager für uns Leser erzählt. Zwischen den Fakten hat er Fiktives, wie Dialoge, eingeflochten. Die Mischung ist ihm sehr gut gelungen. 

     Wie es sich für ein Sachbuch geziemt, erfahren wir Leser unzählige Details über die Schrecken der Seefahrt des 19. Jahrhunderts sowie über Befehle der Admiralität, für die eine Schiffsbesatzung nur Kosten auf zwei Beinen darstellt, die möglichst gering gehalten werden sollen. Gespart wird vor allem an der Verpflegung. Obwohl Zitronen und Sauerkraut als Vorbeugung gegen Skorbut bekannt sind, wird der Ankauf „vergessen“.  

    Interessantes ist über Seegefechte zu lesen. Einiges kenne ich ja schon, denn ich bin schon mit Horatio Nelson in der Karibik gesegelt und habe mit ihm bei Trafalgar Kleinholz aus der Napoleonischen Flotte gemacht.  

    Als die Wager letztendlich an den Felsen bei Cap Hoorn zerschellt und sich die Crew auf eine kahle Insel retten kann, zerbricht das hierarchische Gefüge der Mannschaft in zwei Gruppen. Letztendlich gelingt es wenigen Überlebenden aus beiden Gruppen in viel zu kleinen Booten rettende Ufer in Brasilien bzw. Chile zu erreichen. Zurück in England, beginnt der Kampf um die Wahrheit. Denn eines ist klar: Denjenigen, denen das Kriegsgericht weniger glaubt, droht das Todesurteil.   

    Wer sich für die Seefahrt und die sozialen Verhältnisse des 18. Jahrhunderts, sowie für die Geschichte des Kolonialismus und Imperialismus interessiert, ist hier richtig. Obwohl ein Sachbuch, liest sich dieses Werk von David Grann, trotz der vielen nautischen Fachbegriffe, wie ein historischer Roman.  

     Seeschlachten und Entdeckungsreisen haben von je her große Faszination auf Seeleute und Leser ausgeübt. Dass das Leben an Bord kein Zuckerschlecken gewesen ist und wenig mit der romantischen Vorstellung, mit windgeblähten weißen Segeln durch die Weltmeere zu pflügen, gemeinsam hat, beweist dieses Buch.  

    Fazit: 

    Wer sich vom rauen Alltag auf hoher See, den Qualen der Männer nach dem Schiffbruch und dem Zerbrechen des fragilen Zusammenhaltes nicht abschrecken lässt, sondern die Geschichte des Untergangs der Wager abseits aller Seefahrerromantik lesen will, ist hier richtig. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

     

  7. Cover des Buches Der Nirgendsmann: Partys, Smartphones und Nazis (ISBN: 9781731137838)
    Markus Szaszka

    Der Nirgendsmann: Partys, Smartphones und Nazis

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Katrin87
    "Der Nirgendsmann" von Markus Szaszka erzählt die Geschichte von Jan, der vom kleinen Dörfchen an der Ostsee ohne Job und Perspektive nach Berlin zieht. Dort schreibt als Ghostwriter ohne Fachkenntnisse und mit geschönten Abschlüssen bald Haus- und Diplomarbeiten - für gutes Geld. Der Leser lernt Olli mit Hund kennen und die handysüchtige Anastasia. 
    Begeistert hat mich in diesem Buch die tolle und detailverliebte Schilderung von alltäglichen Szenen, die dem Autor wirklich super gelingt. Der Blick aus dem Fenster, der Barbesuch, der Spaziergang durch Berlin - das alles kann der Leser sehr genau mitverfolgen und durch kleinste Details noch näher miterleben. Auch zwischen den Zeilen kann man viel aus dem Buch mitnehmen.
    Leider hat das Buch für mich keine spannende Geschichte. Es wird aus dem Leben erzählt, aber einen richtigen Höhepunkt konnte ich für mich nicht erkennen. 
  8. Cover des Buches Ich war ein Glückskind (ISBN: 9783570402221)
    Marion Charles

    Ich war ein Glückskind

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Juli 1939: Die 11- jährige Marion flieht aus Nazideutschland alleine mit dem Kindertransport nach England. Dort lebt sie bei verschiedenen Pflegefamilien, die ihr das Leben nicht immer leicht machen. Sie muss eine neue Sprache erlernen, sich in der neuen Umgebung zurechtfinden und mit ihrem Heimweh und der Angst um ihre Familie in Deutschland umgehen. Doch sie verliert nie ihren Lebensmut, sie ist eine gute Schülerin und kann später sogar studieren. Dieser Roman, der auf Erinnerungen von Marion Charles beruht, hat mich sehr beeindruckt. Die Autorin hat mit ihren eindringlichen Schilderungen beschrieben, welches Glück sie hatte nach England fliehen zu können. Gleichzeitig zeigt sie aber auch, wie schwer es für eine Heranwachsende war sich in einem fremden Land alleine zu behaupten. Die Autorin hat durch ihre flüssig geschriebene Geschichte, die gut ergänzt wurde durch Bilddokumente und Auszügen aus ihren Tagebüchern, dafür gesorgt, dass ich das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen konnte. Fazit: Ein sehr informatives, aber auch anrührendes Buch. Für alle Geschichtsinteressierte sehr zu empfehlen!
  9. Cover des Buches Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife (ISBN: 9783423625630)
    Elisabeth Zöller

    Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife

    (33)
    Aktuelle Rezension von: Tintenklecks98

    Paul ist 17 und nach den Nazigesetzen Halbjude. Als er in ein Sammellager gebracht werden soll, taucht er im Chaos des zerbombten Kölns unter. Niemals hätte er damit gerechnet, sich gerade dort zu verlieben. Doch plötzlich steht Franzi neben ihm und stellt ihn ihrem Bruder und seinen Freunden vor. Die Edelweißpiraten rauchen, erzählen Naziwitze, prügeln sich mit der HJ und überfallen Lebensmitteltransporte. Sie tun also alles, um Sand in das Getriebe der Nazis zu streuen. Bei einem dieser Überfälle wird Zack erschossen. Ab da nimmt das Leben der Edelweißpiraten eine dramatische Wendung: Sie geraten ins Visier der Gestapo...

    Ich gebe offen zu, dass ich noch nie zuvor einen Historienroman gelesen habe und mich auch generell nicht sonderlich für Geschichte interessiere...

    Doch dann lag das Buch vor mir und ich dachte mir: "Warum nicht, irgendwann ist immer das 1, Mal." Und ich bin positiv überrascht. Es war mitreißend, die Unternehmungen und zumeist brenzligen Situationen der Edelweißpiraten zu verfolgen.

    Obwohl Schreibstil und Figuren eher neutral gehalten sind, überzeugte mich das Buch durch Handlung und (man sehe, man staune) durch den geschichtlichen Hintergrund.

    Vielleicht gefiel es mir auch so gut, weil wir in der Schule gerade den 2. Weltkrieg behandeln und ich mir dadurch schon etwas Hintergrundwissen angeeignet habe.

    Leider erfährt man zum Ende nicht, wie es mit allen Edelweißpiraten weiterging. Als Leser hat man schließlich eine Bindung zu den Figuren aufgebaut und diese reißt damit plötzlich ab...

    Trotzdem empfehle ich das Buch, gerade an Geschichtsmuffel, weiter.

  10. Cover des Buches Mit dem Mut zur Liebe (ISBN: 9783426528402)
    Hera Lind

    Mit dem Mut zur Liebe

    (105)
    Aktuelle Rezension von: Andrea_M

    Man mag über Hera Lind denken was man will- aber seitdem sie sich mit Lebensgeschichten echter Menschen, Flucht , Vertreibung, den aller dunkelsten Seiten der Menschen beschäftigt, zolle ich ihr Respekt!

    Ja, ihre "alten" Bücher waren einfach nur auf locker und lustig, teils mit etwas schwarzem Humor getrimmt und oft überzogen. Aber schreiben kann sie. 

    Klar vom Stil, flüssig und deutlich in der Aussage ohne ein zu viel und den Leser mit all dem, was in so ein langes Leben herein passt zu überfordern. Sprachlich gute Mischung zwischen der damals üblichen Sprache mit Begriffen wie Muttel und Vaterl und der lesbaren "neuen" Variante. Ein wenig lange verweilt die Geschichte im hin und her zwischen Artist werden wollen und noch nicht sein- aber: wer hat sich noch nicht zu lange gequält und brauchte einen Schubs? Muss man nicht mögen, war aber schlüssig. 

    Ich als Leserin habe den Beiden auf jeden Fall alles Glück gegönnt, die Starts, die Weltreisen. Gut zusammengefasst und auf die wirklich wichtigen Punkte, Verlust und Neuanfang, Beziehungsebene und erstaunliche Freundschaften beschränkt. 

    Der Nachtrag von Dieto persönlich ein echter Augenöffner...

    Viel Spaß beim Lesen 

  11. Cover des Buches Licht (ISBN: 9783257244335)
    Anthony McCarten

    Licht

    (45)
    Aktuelle Rezension von: wanderer-of-words

    Ein super spannendes Thema, bei dem mich die Umsetzung leider nicht wirklich überzeugen konnte.

    Zwar schreibt der Autor im Nachwort, dass er den etwas konfusen Aufbau der Handlung absichtlich so gewählt hat, mich konnte er damit trotzdem nicht überzeugen. Die Zeitsprünge lassen keine spannende Handlung entstehen, stattdessen wirkte die Geschichte auf mich zu sperrig. Irgendwie schafft es das Buch immer nur an der Oberfläche zu kratzen, auch wenn sich dahinter eine super spannende Geschichte verbergen würde. In der Folge blieben auch die Figuren zu blass, wirklich näher ist mir bis zum Ende keine von ihnen gekommen.

    Fazit
    Leider keine Umsetzung die mich überzeugen konnte, da habe ich von McCarten schon besseres gelesen.




  12. Cover des Buches Jahre ohne Namen: Tatsachenroman (ISBN: B01LC9WGHC)
    Linda Arndt

    Jahre ohne Namen: Tatsachenroman

    (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Jahre ohne Namen (ISBN: 9783746091754)
    Linda Arndt

    Jahre ohne Namen

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Vorab: ich habe das Buch als kostenloses Rezensionsexemplar über "ebookwatcher" erhalten. Erst war ich wenig begeistert von dem Thema. Der Anfang des Buches war auch etwas "trocken", das hat sich aber bald gegeben. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, das Buch ist leicht und flüssig zu lesen, obwohl es "schwere Kost" ist! Linda Arndt erzählt das Leben ihrer Großmutter Klara Petz, das sie aus Erzählungen und Tagebüchern kennt. Klara wurde 1889 in Nowominsk geboren. Sie ist aus "gutem Hause" und wächst behütet auf. Was sie alles erlebt und mitmachen muss, ist einfach nur grausam. Sie er- und überlebt zwei Weltkriege. Die Erzählung in diesem Buch endet 1932. Klara ist eine bewundernswerte, starke Frau, die über sich selbst hinauswächst in der Liebe für ihr Kinder. Ich kann nur jedem empfehlen, diese bedrückende, aber wunderbar geschriebene Buch zu lesen! Nach der Lektüre ist man dankbar, in der heutigen Zeit zu leben!
  14. Cover des Buches Haarmann (ISBN: 9783328107439)
    Dirk Kurbjuweit

    Haarmann

    (79)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Im Hannover des Jahres 1920 verschwinden immer wieder männliche Jugendliche. Robert Lahnstein wird nach Hannover geholt, um die Verbrechen aufzuklären. Womit er nicht rechnet ist, dass die örtliche Kriminalabteilung ihren eigenen Interessen nachgeht und wenig von seinen Ermittlungen hält. Als Lahnstein die ersten halbwegs brauchbaren Hinweise bzw. Indizien erhält, sind schon mehr als zehn Jungs verschwunden. Recht schnell gerät Fritz Haarmann in das Visier von Robert Lahnstein. Doch der Verdächtige spielt Katz-und-Maus mit dem Ermittler, da er sich durch seine Spitzeldienste für die örtliche Polizei sicher wähnt.  

    Dass Lahnstein dem Serientäter letztendlich doch das Handwerk legen kann, ist nicht nur seinen akribischen Ermittlungen geschuldet, sondern auch deswegen, weil Haarmann nun als Spitzel „verbrannt“ ist und die Polizei ihn fallen lässt.  

    Meine Meinung: 

    Fritz Haarmann war der erste bekannte Massenmörder in Deutschland, der ausschließlich männliche Jugendliche ermordete. 24 Opfer werden ihm zugeschrieben, die in den Jahren 1918 bis 1924 in Hannover ermordet wurden. Nur neun Morde hat Haarmann gestanden. Die landesweite Bekanntheit des Täters beruht neben der großen Zahl der Getöteten auf dem Umgang mit seinen Opfern, die er zerlegt und deren Fleisch er wahrscheinlich verkauft hat. 

    Autor Dirk Kurbjuweit hat tief in den Ermittlungs- und Prozessakten gegraben und einen für mich fesselnden True-Crime-Krimi geschrieben. Aufgrund der großen Anzahl von Opfer kann der Autor gar nicht anders als distanziert über diese Verbrechensserie schreiben. Zu monströs sind diese Verbrechen, zumal die Kriminalpolizei von Hannover sich nicht unbedingt durch objektive Ermittlungsarbeit auszeichnet. 

    Gut gelungen ist die Darstellung der Zeit, in der die Morde verübt werden. Es ist die Zwischenkriegszeit. Das Alte (die Monarchie) ist unwiederbringlich verloren, das Neue (die Weimarer Republik) steht auf tönernen Füßen. Politisches Ränkespiel von Links und Rechts verunsichern die Menschen. Die Reparationszahlungen an Frankreich, die Geldentwertung und die Lebensmittelknappheit lassen die Menschen verrohen. So wird alles Fleisch, dessen man habhaft wird, verkocht, auch wenn es zweifelhafter Herkunft ist. Ob Haarmann wirklich den Gasthäusern das Fleisch der Ermordeten verkauft hat oder nicht, ist bis heute nicht zweifelsfrei erwiesen. In den Protokollen ist mehrmals von einem eigentümlichen süßlichen Geschmack die Rede. 

    Interessant ist auch das Psychogramm von Haarmann, das Lahnstein zeichnet als er zufällig Haarmanns Schwester kennenlernt. Gut getroffen sind auch Robert Lahnsteins (Selbst)Zweifel, die ihn manchmal schon ans Aufgeben denken lassen. 

    Der Autor zeichnet ein beklemmendes Bild der sogenannten „Goldenen Zwanziger Jahre“, die nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung „golden“ waren. Für die Mehrheit waren sie eine Zeit der traumatisierten Kriegsrückkehrer, der Armut, des Alkoholismus und der Prostitution. 

    Mit hat die Aufarbeitung der „Haarmann-Protokolle“ in einem Krimi gut gefallen. Einzig diese Unsitte bei der direkten Rede auf Satzzeichen zu verzichten geht mir wirklich auf die Nerven. Das kostet den 5. Stern. 

    Um einen anderen Blick auf Fritz Haarmann zu bekommen, werde ich noch „Der Werwolf von Hannover“ von Franziska Steinhauer lesen.  

    Fazit: 

    Eine gelungene Modifizierung von Gerichtsakten zu einem Krimi. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

     

     

  15. Cover des Buches Über alle Grenzen (ISBN: 9783453428249)
    Hera Lind

    Über alle Grenzen

    (47)
    Aktuelle Rezension von: Schneeflocke82

    Die wahren Geschichten von Hera Lind sind einfach toll. Diese Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Ich könnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Schockierend, mitreißend und vor allem auch informative Hintergrunddetails. Vieles aus der DDR wurde verschwiegen und selbst die DDRler wussten nichts von den Machenschaften, welche erst im Nachhinein herauskamen. Ein toller Einblick ins Leben, viel Leid und unsagbare Hoffnung.


    Grandios geschrieben.

  16. Cover des Buches Mein Mann, seine Frauen und ich (ISBN: 9783453428232)
    Hera Lind

    Mein Mann, seine Frauen und ich

    (42)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Es geht um eine Frau, Nadia, die schon eine Ehe hinter sich hat, und ein unabhängiges Leben führt, lernt durch Hinzutun von Freunden einen Moslem, Karim, kennen. Sie verlieben sich. Was dann passiert, ist fast unvorstellbar! Karim trägt sie auf Händen. Als Nadia erfährt, dass er schon verheiratet ist und Kinder hat und heiratet sie ihn trotzdem, weil im Islam die Liebe ohne Ehe verboten ist, wie ihr Mann zu verstehen gebt. Die Liebe ist zu starkt. Sie gibt sogar alles auf: Heimatort, Familiennähe, Beruf, Selbstständigkeit... und zieht mit ihm in den Oman. Die erste Frau bleibt mit Kindern in Deutschland. Im Oman darf Nadia  nur noch verschleiert aus dem Haus. Und dann zieht die erste Frau auch noch in die Nähe. Und weil das noch nicht genug ist, bringt ihr Mann plötlzich eine neue, dritte Ehefrau ins Haus. Wie Nadia wohl nun reagiert und wie es mit ihr und Karim weitergeht, sollte man selbst lesen.

  17. Cover des Buches Narzisst in the City - Ein Tatsachenroman über Narzissmus und toxische Beziehungen, basierend auf wahren Begebenheiten mit praktischen Lösungsansätzen, um loslassen und heilen zu können. (ISBN: 9783384350541)
    Lilly Fröhlich

    Narzisst in the City - Ein Tatsachenroman über Narzissmus und toxische Beziehungen, basierend auf wahren Begebenheiten mit praktischen Lösungsansätzen, um loslassen und heilen zu können.

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Andrea-lesemaus

    Vier Paare - vier unterschiedliche Beziehungen - und doch haben sie alle etwas gemeinsam. Einer von ihnen hat leider eine Eigenschaft, welche für den Partner wirklich sehr unangenehm werden kann.

    Aber was soll man machen, wenn man blind vor Liebe ist? Viele Personen glauben ja auch oftmals an das Gute im Menschen.

    Wie die Hauptprotagonisten in diesem Buch damit umgehen, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. Das Autorenduo Lilly Fröhlich und Michaela Leipnitz erzählt aufgrund von Tatsachen, wie sich Narzismus äußern kann, wie daran erkrankte sich nach außen hin geben, und auch, wie sich deren Partner verhalten.

    Die Beiden haben dieses doch sehr schwere und komplexe Thema toll behandelt und auch ziemlich gut beschrieben, wie man einen Narzisten erkennen kann. Dennoch wundert es mich immer wieder, welch "schauspielerisches" Talent ebensolche Personen zutage legen können.

    Da sind wir auch schon wieder bei "Wenn Liebe blind macht" 

    Ein Buch, welches durchaus auch als kleiner Ratgeber im Umgang mit psychisch erkrankten Menschen durchgehen könnte. Es ist nicht umsonst ein Tatsachenroman, der aufklärt

  18. Cover des Buches Anna Göldin. Die letzte Hexe (ISBN: 9783312014019)
    Eveline Hasler

    Anna Göldin. Die letzte Hexe

    (54)
    Aktuelle Rezension von: shilo

    In diesem Buch geht es um Anna Göldin, die im Jahr 1782 in der Schweiz, als letzte Hexe in Europa, hingerichtet wird. Durch Folter gesteht sie, mit dem Teufel im Bund zu sein. Es ist die Geschichte über eine außergewöhnliche und innerlich starke Frau.

    Eigentlich ein spannendes und hochinteressantes Thema. Es ist eine ergreifende und fesselnde Lektüre, doch der anstrengende Schreibstil machte meine hohen Erwartungen schnell zunichte. Denn es war nie ganz offensichtlich, in welchem Zeitraum ich mich gerade bewegte. Scheinbar wahllos springt die Autorin durch die verschiedenen Zeiten. Und so war es immer ein Rätselraten, ob ich mich gerade im Präsens, im Perfekt oder gar im Plusquamperfekt befand. Dieses hat den Lesefluss erheblich getrübt. Ebenso wie die vielen heute nicht mehr üblichen Fremdwörter, die immer wieder ein flüssiges Lesen zunichtemachten.

    Sieht man von diesen Kriterien ab, bleibt ein fesselnder Roman über eine vom Pech verfolgte und schließlich in Ungnade gefallene Magd. Ein Schicksal, das im Mittelalter nicht alleine stand.

    3 Sterne


  19. Cover des Buches 21, Film-Tie-In (ISBN: 9783453405837)
    Ben Mezrich

    21, Film-Tie-In

    (11)
    Aktuelle Rezension von: ThorS
    Natürlich muss man berücksichtigen,dass das Buch die tatsächliche Geschichte wiedergibt und daher nicht hollywoodmäßige Spannungsbögen aufweisen kann. 21 ist einer meiner Lieblingsfilme, weshalb ich das Buch gern lesen wollte. Ich wurde aber enttäuscht - es ist sehr zäh zu lesen und nach dem Film hatte ich mir echt mehr davon versprochen. Einer der seltenen Fälle, in denen der Film echt deutlich besser ist als das Buch; in 99% der Fälle ist es ja umgekehrt...
  20. Cover des Buches Der Mörder heißt Sranelli (ISBN: 9783981787078)
    Erik Kiwitter

    Der Mörder heißt Sranelli

    (16)
    Aktuelle Rezension von: Almeri

    Das Wannenbuch “Der Mörder von Sranelli” wurde von dem Zeitungsreporter Erik Kiwitter geschrieben. Der 15minütige Wannenbuch Krimi wurde in sieben Akten mit Spannung bis hin zu dem bizarren Ereignis literarisch zusammengefasst. Ich wurde gut unterhalten. Die gut recherchierte Geschichte spielt 1931 und ist nach einer wahren Begebenheit geschrieben worden. Ab in die Wanne und abtauchen. Toll auch als Geschenkidee. Krimis gehen immer.

  21. Cover des Buches Arthur & George (ISBN: 9783462050301)
    Julian Barnes

    Arthur & George

    (27)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint
    Julian Barnes erzählt mit diesem Roman eine wahre Geschichte aus dem Leben von Sir Arthur Conan Doyle, dem Schöpfer des beratenden Meisterdetektivs Sherlock Holmes.

    1903 werden in der Grafschaft Staffordshire mehrere Tiere gewaltsam verstümmelt und in auftauchenden anonymen Briefen an die Polizei wird der Sohn des lokalen Pfarrers, der Inder ist, dieser Taten bezichtigt. George Edalji, Mischlingskind und angehender beratender Rechtsanwalt, gerät dadurch ins Zwielicht und wird trotz fadenscheiniger und nicht stichhaltiger Beweise von der Justiz zu drei Jahren Haft verurteilt.

    1906 wird der Schriftsteller A. C. Doyle auf den Fall aufmerksam und beginnt selbst hartnäckig zu recherchieren und sieht bald all die Versäumnisse und Vorurteile der Polizei und Bevölkerung bestätigt.
    Seiner Berühmtheit und Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass Edalji's Fall immer wieder aufgegriffen und schlußendlich auch durch das Innenministerium neu behandelt werden muss.

    Der Roman schildert das Leben des Schriftstellers und der Familie Edalji sowie die ganze Geschichte der anonymen Drohbriefe und der schrecklichen Tiermorde sehr genau. All die kleinen Erfolge und auch heftigen Rückschläge in diesem Kampf der beiden Protagonisten gegen die Justiz und gegen vermeintliche Vorurteile sind sehr dicht erzählt... und ermatten beim Lesen.

    Hervorzuheben ist die Idee des Autors, die Biographien der beiden Männer abwechselnd und nicht parallel in einzelnen Kapiteln zu erzählen. So gestaltet sich bis zur Mitte des Buches ein herrlicher biographischer Handlungsbogen, welcher dann im Zusammentreffen der beiden Herren in einem Londoner Hotel kulminiert.
    Der Roman ist vielmehr eine Biographie des Mannes Doyle als ein Kriminalfall, der den Anwalt Edalji betrifft.

    So gerät die Erzählung selbst um Doyle's Recherche, seine Lösungen und seinen Kampf mit der Obrigkeit um die Rehabilitierung des Halbinders George zu einem zähen zweiten Teil des Buches.

    Der Schreibstil und die akribische Aufbereitung sind hier zu loben und wohl auch die Tatsache, dass Doyle dank seiner Berühmtheit durch seinen Detektiv in England mit diesem Fall zur Einrichtung des britischen Berufungsgerichts beitrug.


  22. Cover des Buches Ich bin voller Hass - und das liebe ich (ISBN: 9783442473885)
    Joachim Gaertner

    Ich bin voller Hass - und das liebe ich

    (29)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Ein Wust an Aufzeichnungen, Notizen und Aussagen zu den Columbine-Attentätern, erstaunlich was für ein vielseitiges abwechslungsreiches Leben die späteren Mörder hatten. Keineswegs die armen Prügelknaben, als die sie in Erinnerung blieben. Die Tagebuchaufzeichnungen zu ihren perfiden Gedanken und die Naziverehrung sind natürlich inakzeptabel, und den schrecklichen Taten kann man sich am besten über das Nachwort nähern. Auf ntv oder n24 läuft manchmal eine Dokumentation über den genauen Ablauf der tragischen Ereignisse. Die Opfer sind unvergessen!

  23. Cover des Buches Um jeden Preis (ISBN: 9783426528396)
    Hera Lind

    Um jeden Preis

    (148)
    Aktuelle Rezension von: Engelchen07

    Was für ein Buch! 

    Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und berührt. Ich habe selten ein Buch gelesen, welches mich so in den Bann gezogen hat und mich mit der Hauptfigur hat mit leiden lassen. Dabei immer im Hintergedanken: Es ist eine wahre Geschichte und die wird hier sehr detailliert und unverblümt dargestellt. Es ist eine wirklich sehr ergreifende und berührende Geschichte aus dem Leben einer jungen Frau welche in der (Nach-) kriegszeit ihre Geschichte erzählt.

    Ich habe selten eine so willensstarke, mutige und herzliche Frau erlebt bzw. gelesen. 

    Lydia und ihre 4 Geschwister und Ihre Mutter werden 1944 nach Sibirien verschleppt, der Vater wurde zuvor in die Armee eingezogen. Lydia und ihre Familie  kämpfen sich bei -50 Grad und unter sehr unmenschlichen Bedingungen durchs Leben. Doch es ist und bleibt nicht die einzige Vertreibung. Die Familie lebt nach dem Motto Ihres Vaters: Zusammen bleiben, um jeden Preis! 

    Man begleitet Lydia durch ihr sehr hartes und unmenschliches Leben. Es ist unglaublich was diese Familie mitgemacht, durchlebt haben muss und was sie für einen Lebenswillen hat. 

    Mich hat dieses Buch so sehr berührt, ich konnte es nicht aus den Händen legen. 

    Das Buch gehört als Pflichtlektüre an jede Schule, besonders in der heutigen Zeit. 


  24. Cover des Buches Der Fuchsbau (ISBN: 9783848221714)
    Markus Szaszka

    Der Fuchsbau

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Olli20000
    Hier wird toll rübergebracht, welche verschiedenen Arten es gibt, ein Künstler zu sein. Welche Herangehensweisen es gibt, von "es verkrampft schaffen wollen", bis "auf den Erfolg spucken"... ja, Künstler sein ist nicht gleich Künstler sein - da gibt es meilenweite Unterschiede!

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