Bücher mit dem Tag "teegesellschaft"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "teegesellschaft" gekennzeichnet haben.

7 Bücher

  1. Cover des Buches Deine Juliet (ISBN: 9783442713844)
    Mary Ann Shaffer

    Deine Juliet

     (307)
    Aktuelle Rezension von: Jessica-Lang

    Deine Juliet habe ich vorweg als Film gesehen und musste mir danach das Buch kaufen um noch einmal in den Genuss zu kommen. Es ist eine wunderbare Geschichte die einem zeigt wieviel Wert einem die Menschlichkeit gibt und wie unzufrieden man sein kann wenn man bereits alles hat.

    Als Frau im Journalismus hat man es schwer und noch schwerer wird es wenn man sich im Jahr nach dem 2. Weltkrieg befindet. Doch Juliet ist mit vollem Herzen bei der Sache und lässt sich nicht unterkriegen. Als sie auf einen Brief der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf stößt, macht sie sich auf den Weg genau diese Menschen kennenzulernen und ihre Geschichte in Erfahrung zu bringen. Doch dies gestaltet sich schwieriger als erwartet, den Juliet trifft auf eine Gruppe Menschen die teilweise tief verletzt und verstört sind und ein Interview oder ein einfacher Vier-Augen-Gespräch wird beinahe so gut wie unmöglich.

    Juliet verliert ihr Herz vollkommen an die kleine Gruppe und opfert ihr Herz und ihre wenige Zeit mit ihrem beinahe Verlobten um alles in Erfahrung zu bringen und den Menschen das Leid aus dieser Zeit zu nehmen, das sie gar nicht merk wie unglücklich sie in London ist und die Verbindung zu ihrem Verlobten reißt immer stärker ein. Der nette und attraktive Bauer Dawsey Adams tut dem Ganzen wirrwarr in ihrem Herzen gar nicht gut und beinahe ist sie soweit alles abzubrechen und ihr Leben als Journalistin aufzugeben.

  2. Cover des Buches Alice und ich (ISBN: 9783570100479)
    Melanie Benjamin

    Alice und ich

     (35)
    Aktuelle Rezension von: CocuriRuby

    Ich mag den Stil, der sich leicht und flüssig lesen lässt und einen doch gefangen nimmt.

    Man wird tatsächlich auch gleich in diese Zeit versetzt, In die Gepflogenheiten und Umgangsformen, ohne dass es gewollt oder gar aufgesetzt wirkt.

    Die Figuren die natürlich den echten Vorbildern nachempfunden sind, fand ich ebenfalls gut in Szene gesetzt. Gerade Mr. Dodgson (Lewis Carroll) und Alice Liddell fand ich gut eingefangen – besonders das Wesen von Alice, erinnerte mich an manchen Stellen tatsächlich etwas an die Alice aus dem Roman „Alice im Wunderland“.

    Aber auch alle anderen Charaktere wirkten mit all ihren Facetten sehr authentisch.  

    Besonders spannend fand ich die Verwebung von wirklich existierenden Fotos, Briefen oder Gerüchten bzw. nachweislichen Fakten mit der fiktiven Geschichte.

    Die Autorin muss sich sehr lange mit Recherchen aufgehalten haben und sich wirklich mit dem Leben der Personen auseinander gesetzt und hin eingefühlt haben. Dabei alleine ist es aber nicht geblieben, sondern es ist ihr auch gelungen diese zu einer Geschichte zusammen zu setzen und diese glaubwürdig aufs Papier zu bringen. Das wurde sehr geschickt gemacht und die Grenzen verschwimmen dort z.T. sehr unterhaltsam.

    Die Geschichte ist dabei ist im Prinzip in drei Teile untergliedert: Die Kindheit von Alice, Alice als junge Dame und als Erwachsene.

    Den ersten Teil fand ich wunderbar erzählt und gerade dort spürt man das Mädchen Alice aus dem Buch sehr deutlich.

    Der zweite Teil ist nach dem Bruch zwischen Mr. Dodgson und der Familie Liddell gesetzt, welches bis heute nicht aufgedeckt werden konnte, was wirklich geschah.

    Dieser Teil hat mir leider weniger zugesagt. Dort driftete die Geschichte leider zu einer recht banalen Unterhaltung ab. Herzschmerz, Ansehen und Drama domminieren die Geschichte. Lichtblick bietet jedoch das Spiel der inneren Alice und der jungen Dame, die sie nach außen hin geben muss.

    Der dritte Teil entschädigt einen jedoch, den ich von allen Teilen am meisten mochte.

    Dieser Abschnitt von Alices Leben ist auch am wenigsten dokumentiert und somit bot es der Autorin mehr erzählerischen Spielraum, den sie gut genutzt hat.

    Es zeigt die Erwachsene Alice bis hin zu alten Frau, die auf ihr Leben zurücksieht, das auch von tragischen Ereignissen nicht verschont blieb. Es gibt sehr berührende Szenen, die mich sehr mitgenommen haben. Trotzdem haftet dem Ganzen eine besondere Hoffnung an. Diese Mischung fand ich wirklich toll.

     

    Fazit

    Das Buch ist sehr schön erzählt – es ist berührend und unterhaltsam.

    Als Fan von „Alice im Wunderland“ sowieso sehr empfehlenswert, aber das hier ist auch ein Buch für jemanden, der mit dem Wunderland nicht viel am Hut hat.

    Ich kann es sehr empfehlen.

  3. Cover des Buches Lewis Carroll's Alice's Adventures in Wonderland (ISBN: 9780141197302)
    Lewis Carroll

    Lewis Carroll's Alice's Adventures in Wonderland

     (302)
    Aktuelle Rezension von: miah
    Inhalt:
    Als Alice an einem heißen Sommertag ein sprechendes, weißes Kaninchen vorbeilaufen sieht, folgt sie ihm einfach durch seinen Bau und landet in einer verrückten Welt voller Abenteuer.

    Meine Meinung:
    Ich habe dieses Buch nicht zum ersten Mal gelesen. Schon als Kind habe ich die Geschichte geliebt. Auf Deutsch besitze ich eine wundervoll illustrierte Ausgabe. Jetzt habe ich das Buch erstmals im Original gelesen.

    Da mir die Geschichte bekannt war, hatte ich keine Verständnisschwierigkeiten. Das das Englische aber recht anspruchsvoll ist, könnte ich mir vorstellen, dass einige Leser hier Probleme haben könnten, wenn ihr Englisch nicht so gut ist. Insbesondere für die vielen (wirklich großartigen) Wortspiele braucht es ein fortgeschrittenes Niveau. Das Buch ist recht kurz, sollte sich also schnell lesen lassen, doch auch ich habe ein bisschen gebraucht, bis ich mich an die Sprache gewöhnt hatte. Danach ging es aber gut voran.

    Ich war sofort wieder mittendrin in dieser skurillen Welt voller Absurditäten. Dahinter verbergen sich nicht nur philosophische Themen, sondern auch eine Gesellschaftskritik. Die Geschichte steckt voller Überraschungen und interessanter Wendungen. Man kann einfach nicht vorausahnen, was als nächstes passieren könnte. Das mag ich so an dem Abenteuer.

    Die Charaktere sind allesamt toll gestaltet und ausgearbeitet. Mit viel Kreativität und einem Hang zu Wahnsinn hat Carroll Protagonisten geschaffen, die einem im Gedächtnis bleiben. Es war, als ob ich alte Bekannte treffen würde, auch wenn es schon lange her ist, dass ich das Buch gelesen habe.

    Schon als Kind  habe ich Alice geliebt, heute habe ich ein noch tieferes Verständnis für dieses wahnsinnig tolle Buch von Lewis Carroll entwickelt. Ich kann es nur jedem empfehlen, die Geschichte auch im Original zu lesen. Es lohnt sich.
  4. Cover des Buches Deine Juliet (ISBN: 9783839893906)
    Mary Ann Shaffer

    Deine Juliet

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Leonis
    Inhalt: Die Londoner Schriftstellerin Juliet Ashton muss wie jeder andere wieder lernen, dass der Krieg vorbei ist und jetzt eine andere Zeit begonnen hat. Da erreicht sie unerwartet ein Brief aus Guernsey.  Der Schreiber, Dawsey Adams hat ein Buch erworben, welches früher Juliet gehörte und in dem ihre Adresse verzeichnet ist. Da es auf seiner Insel an allem fehlt und sie der einzige Kontakt zum Festland ist, bittet er Juliet ihm Bücher zu schicken. Die Literaturliebhaberin kann ihm diese Bitte natürlich nicht ausschlagen. 
    Auf diesen Brief folgen viele weitere und Juliet erfährt Dawseys Geschichte und die eines Buchclubs mit dem Namen "Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf"
    Das die Autorin da nicht in London sitzen bleiben kann, sondern sich auf nach Guernsey macht ist klar, doch dass diese Reise ihr ganzes Leben verändern wird, ist ihr noch nicht bewusst als sie ihre Koffer packt.

    Meine Meinung: Das Buch bietet eine Geschichte mit vielen verschiedenen Gefühlen. Während des Hörens konnte ich mir das ein oder andere Lächeln nicht verkneifen, wohingegen andere Stellen einen wirklich nachdenklich und traurig machen.
    Die Briefform des Romans ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber man kommt schnell damit klar. Da die Briefe von verschiedenen Personen gelesen werden, kommt man da auch nicht durcheinander.
    Des weiteren bringen die Leser die Emotionen sehr passend rüber.
    Die Geschichte besitzt keine große Spannung, dennoch ist die Handlung nicht langweilig oder vorhersehbar.
    Ich persönlich finde das Ende etwas kurz und abrupt, was wahrscheinlich mit der Geschichte der Autorin, Mary Ann Shaffer zusammenhängt.

    Fazit: Ein schönes Hörbuch, das man zwischendurch mit hören kann.
  5. Cover des Buches Alice im Wunderland (ISBN: 9783791500171)
    Lewis Carroll

    Alice im Wunderland

     (1.165)
    Aktuelle Rezension von: Janosh

    Der Zufall wollte es, dass mir vor nicht langer Zeit ein Uralt-Exemplar des als Klassiker hochgerühmten, von „The Guardian“ 2007 in die Liste der 1000 Bücher, die jeder gelesen haben muss, aufgenommenen Werkes von Lewis Carroll, „Alice's Adventures in Wonderland“ in die Hände fiel. Eine wohlmeinende Verwandte teilte in längst vergangenen Zeiten „The Guardian's“ Meinung und pries das Werk in so übertrieben hohen Tönen an, dass mir das bereits in jungen Jahren suspekt war und ich stets nur halbherzige Versuche gemacht hatte, mich mit der Geschichte, die offensichtlich die halbe Welt in Entzücken versetzt, anzufreunden. Tatsächlich gelang es mir wohl auch, mich durchzuquälen, vielleicht auch habe ich kurz vor Schluss verwirrt und verängstigt aufgegeben, von Träumen geplagt, in denen mich die Cheshire-Katze drohend angrinste, die Herzogin mir auf den Leib rückte, der verrückte Hutmacher mir scheußliche Angst einflößte, getoppt nur von der unheimlichen Herzkönigin, die auch meinen Kopf abgeschlagen haben wollte.

    Nein, die Geschichte um das möglicherweise bekannteste Mädchen der Weltliteratur drang ganz und gar nicht zu mir durch, ich fand sie schon immer albtraumhaft bedrohlich, und so ist es mir bis vor kurzem auch gelungen, mich sämtlichen Wunderland-Adaptionen zu entziehen, die mutmaßlich bekannter sind als die Romanvorlage selbst, die, seien wir realistisch, nicht lesbar ist für das Zielalter von sieben Jahren.

    1865 wurde das Buch erstveröffentlicht und der Autor Lewis Carroll, der mit bürgerlichem Namen Charles Lutwidge Dodgson hieß und ein recht eigenartiger Zeitgenosse gewesen sein muss, ein Gewächs Oxfords, Mathematiktutor, Diakon und ein – so sagt man – begabter Photograph, soll darin bekannte Zeitgenossen karikiert und die britische Gesellschaft seiner Epoche sarkastisch persifliert haben. Mag wohl sein – doch welches Kind, damals genauso wenig wie heute, versteht das schon? Überhaupt – welches Kind versteht Sarkasmus? Wer versteht den ganzen Unsinn, den Dodgson/Carroll seine Protagonistin erleben lässt in einem im Eiltempo erfolgenden Gang durch das sogenannte Wunderland, in dem sich Wesen tummeln, die ungehobelt, schlecht gelaunt, frech und schikanös und in höchstem Maße surreal sind, die Unverständliches daherreden, das jeder Logik entbehrt?

    Vergeblich habe ich auch heute, als längst Erwachsene, nach einer Handlung gesucht – und nach einem Sinn hinter dem Unsinn, der vielfach sogar zu oft zitierten geflügelten Worten geworden ist. Sinn in der Sinnlosigkeit? Ich sah damals keinen, was sich auch heute nicht geändert hat. Carroll würde mit der Logik spielen, liest man in Kritiken und lobt dieses absurde Geplänkel, das angeblich Mathematiker und Kinder gleichermaßen faszinierend finden, über den grünen Klee. Und obendrein – diese unsympathische Mädchen, das entweder schrumpft oder unmäßig wächst, weil es ständig irgendwelche undefinierbaren Substanzen trinkt oder isst, mag ich heute genauso wenig wie einst!

    Seit damals auch hält sich das Gerücht, dass Carroll beim Schreiben seiner Alice-Abenteuer, wozu er während einer langen Bootsfahrt auf der Themse inspiriert wurde, auf der er den drei Töchtern eines Vorgesetzten Geschichten erzählte, halluzinogene Drogen genommen hat, was ihn im Übrigen auch bei der Popkultur populär machte. Das würde vieles erklären...

    Kurz und gut – ich kann wenig anfangen mit diesem zur Weltliteratur gehörenden Klassiker – wer eigentlich entscheidet darüber, ob ein Werk weltliteraturwürdig ist? - , der, wie man immer wieder lesen kann, mit seinen Figuren und seiner Metaphorik unverändert großen kulturellen Einfluss hat. Auf wen, bitte? Und worin macht sich dieser Einfluss denn bemerkbar? Eines der hervorragenden Werke des literarischen Nonsens? Mag sein, auch das – und wenn dem so ist, kann man Alice doch zumindestens denjenigen empfehlen, die einen ausgeprägten, einen geradezu überdimensionalen Sinn für den Unsinn haben!

  6. Cover des Buches Alice im Spiegelland (ISBN: 9783946593225)
    Lewis Carroll

    Alice im Spiegelland

     (205)
    Aktuelle Rezension von: RoXXieSiXX

    Von Alice hinter den Spiegeln habe ich mir jetzt nicht mehr so viel erwartet, wie von dem Vorgänger Alice im Wunderland. Daher wurde ich auch nicht im mindesten enttäuscht, aber auch nicht positiv überrascht. Doch mein Augenrollen beim Lesen konnte ich einfach nicht lassen.


    Meinung

    Wie Alice im Wunderland gehört auch diese Geschichte um Alices Träume zu den Kinderbuchklassikern. Doch Alice hinter den Spiegeln konnte mich ebenso wenig packen, obwohl die Anaconda Ausgabe in einer Neuübersetzung erschienen ist, hatte ich null Freude an dem angepriesenen Dialogwitz, ich musste leider eher immer wieder die Augen rollen. Vielleicht liegt es daran, dass ich diese Art von Humor nicht mehr nachvollziehen kann oder aber eher, weil ich einen anderen Humor vorziehe, der auch nicht unbedingt kindgerecht ist.

    Die Figuren waren für mich auch dieses Mal wieder zu blass und viel zu wirr. Auch die dazwischen liegenden Gedichte/Lieder waren für mich einfach nur langweilig und zu lang. Es mag am ursprünglichen Schreibstil des Autors liegen, dass ich mich einfach nicht mit den Geschichten anfreunden kann. Aber eins ist sicher, die Verfilmungen von Tim Burton gefallen mir sehr gut.

    Handlung

    Alice sitzt mit ihren drei Katzen im Haus und beginnt zu fantasieren, wie die Welt auf der anderen Seite des Spiegels wohl aussehen mag, ob dort alles spiegelverkehrt ist. In diesem Buch wird einem schon früher klar, weil es eben auch erwähnt wird, dass Alice zu träumen beginnt.

    Im Garten der sprechenden Blumen trifft Alice auf die schwarze König und damit beginnt ihre Reise über ein riesiges Schachbrett. Die schwarze König sagt, dass Alice selbst Königin werden würde, sollte sie das Ende des Schachbrettes erreichen. Während sie von einem Feld zum nächsten wandert, die immer durch einen kleinen Bach voneinander getrennt sind, trifft Alice viele verschiedene Figuren. Alle sind für sich einzigartig und sie alle sind ihr, in ihren ganz speziellen Weisen behilflich zum nächsten Feld auf diesem riesigen Schachbrett zu gelangen.

    Natürlich schafft es Alice und am Ende, wie in jedem Traum wird es am bizarrsten, denn die Feier zu ihrer Krönung ist ein reinstes Chaos.

    Fazit


    ⭐⭐⭐


    Die Sternebewertung habe ich auf 3 Sterne gesetzt, aber mehr war für mich einfach nicht drin. Am Ende der Tage kann ich jedenfalls sagen, dass ich das Buch gelesen habe, doch es konnte mich vom versprochenen Dialogwitz nicht überzeugen. Auch die gesamte wirre Traumgeschichte hat mich einfach nicht abholen können.

    Ein besonderes Schmancker’l waren die Originalillustrationen von John Tenniel, die das Buch ein wenig aufgepeppt haben.


    Diese Rezension gibt es auch auf theartofreading.de und wurde dort zuerst veröffentlicht.


  7. Cover des Buches Kein Ort. Nirgends (ISBN: 9783518224793)
    Christa Wolf

    Kein Ort. Nirgends

     (63)
    Aktuelle Rezension von: FriediM
    Wenn ich an die DDR-Schriftstellerin Christa Wolf denke, fallen mir als erstes Werke ein wie “Kassandra” oder etwa “Medea”. Die im Dezember 2011 verstorbene Autorin hat prägende Literatur verfasst, die vielleicht nicht jedem geläufig ist, die aber stets situationskritisch ist. Die Erzählung “Kein Ort. Nirgends” aus dem Jahr 1979 ist ein fiktionales Gespräch zwischen den empirischen Charakteren Heinrich von Kleist und Karoline von Günderrode[1] im Jahr 1804, beide haben kurze Zeit später, unabhängig voneinander, Selbstmord begangen. Die Szenerie ist eine typische Teegesellschaft der Epoche der (antirevolutionären) Romantik, in denen nicht nur die beiden bereits genannten Persönlichkeiten anwesend sind, sondern auch Schriftsteller wie etwa Clemens Brentano (“Des Knaben Wunderhorn”), seine Schwestern Bettina und Gunda, sowie Friedrich Carl von Savigny, welcher die anwesenden Frauen förmlich anzieht. Die Zeit – zwischen der Französischen Revolution und der Märzrevolution 1848 – ist eine Zeit in der es gilt einen Neuanfang zu gestalten. Die Gespräche in dieser Teegesellschaft sind meist trivial, und Kleist und Günterrode sind ganz klare Außenseiter in diesen Gesprächen. Abwechselnd wird aus den Perspektiven der beiden Charaktere erzählt. Nach und nach beginnen die beiden ungleichen Protagonisten zu begreifen, dass sie sich gar nicht so unähnlich sind und kommen ins Gespräch über ihre hoffnungslose Situation in dieser Gesellschaft. Was außerdem auffällt, sind die beinahe schon böswillig wirkenden Bemerkungen aller anwesenden Personen, welche ihnen jedoch scheinbar nicht übel genommen werden. Die Erzählung ist komplex erzählt mit vielen Rückblenden vor allem über Kleists Depressivität und Günderrodes Gedichten, auch Savigny’s Anziehungskraft auf Frauen wird mehrmals betont. Doch was ist diese Erzählung im Hinblick auf die DDR? Genauso wie die Romantiker um 1800 standen die Bürger der sowietischen Besatzungszone bzw. der DDR zwischen zwei Umbrüchen, zum einen der Teilung Deutschlands, zum anderen der späteren “Wende”. Die Frage wie man sich in einer solchen Phase verhalten soll, was richtig und was falsch ist, das Gewisswerden der Hoffnungslosigkeit zwischen solch revolutionären Schritten stehen im Fokus der Erzählung, verschleiernd hindeutend auf die Situation der DDR. Dieses teils sehr kompliziert gestaltete Gesellschaftsgespräch kann als gesellschaftskritisch, wenn nicht sogar als systemkritisch bezeichnet werden, interessant gestaltet mit teilweise sehr rabiatem Humor. Hier trifft man auf das genaue erzählerische Gegenteil von Erzählungen wie es zum Beispiel in “Die neuen Leiden des jungen W.” der Fall ist, in welchem die Handlung eher “locker” gehandhabt wird.

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