Bücher mit dem Tag "terroranschlag"
73 Bücher
- Jonathan Safran Foer
Extrem laut und unglaublich nah
(1.251)Aktuelle Rezension von: Johann_BaierNach 100 Seiten abgebrochen: die Hauptfigur ist ein 9-jähriger Junge, der altklug wie ein Erwachsener daherredet, der mehr weiß, als die meisten Erwachsenen, der aber gleichzeitig sich auf eine Suche begibt, die so unsinnig ist, dass kein 9-Jähriger das tun würde. Die ein 9-Jähriger in der Riesenstadt New York auch nicht durchführen könnte. Der Protagonist ist eine unrealistische Kunstfigur (ähnlich wie Günther-Grass-Oskar mit der Blechtrommel, der aus Protest aufhört zu wachsen). Mit einer unrealistischen Kunstfigur kann man nicht mitfühlen, sie ist kalt wie eine Science-Fiction-Comic-Figur. Sie erschien mir mehr wie ein abstraktes Fabelwesen, das mir irgendwelche Lebensweisheiten mitteilen soll, ich habe nur nicht verstanden welche.
Bei den unrealistischen (und schwer zu lesenden) Dialogen fragte ich mich: warum sind sie da, warum soll ich sie lesen? Dialoge werden in Romanen eingesetzt, um die Handlung voranzubringen, um die Personen zu charakterisieren, um eine Atmosphäre wiederzugeben, um Konflikte zwischen den Figuren aufzuzeigen – und sie hören auf, wenn diese Ziele erreicht sind. Die Dialoge in dem Roman von Foer dienen keinem dieser Ziele. Sie hören aber trotzdem nicht auf.
Das Buch war angekündigt als Geschichte eines Jungen, der seinen Vater beim 9/11-Anschlag verloren hat. Einen solchen Jungen lernt man aber nicht kennen. Man lernt aber nur eine unrealistische geschwätzige Kunstfigur kennen.
- Donna Tartt
Der Distelfink
(530)Aktuelle Rezension von: MEvaEine interessante Geschichte über jahrelange Konsequenzen einer einzigen Handlung, die leider etwas unnachvollziehbar in die Substanzen-Ecke taumelt.
Theo Decker ist unter einem schlechten Stern geboren - vermutlich würde sein alkohol- und Glücksspielkranker Vater mir hier zustimmen. Im Alter von 13 Jahren verliert er seine alleinerziehende Mutter bei einem terroristischen Anschlag im Museum. Zeitgleich stellt das Schicksal die Weichen für lebenslange Bindungen: An ein Antiquariat und den "Distelfink" - das Gemälde, was er im Affekt stiehlt. Die Jahre gehen ins Land, er verliert Angehörige und seine Tat verfolgt ihn - bis ein Freund aus der Vergangenheit auftaucht.
Spoilerwarnung:
Meiner Meinung nach hätten 200 Seiten weniger das Thema auch rübergebracht. Theo leidet an PTSD und wurde mehrfach entwurzelt, was eine mögliche Erklärung für seinen heftigen Drogenkonsum ist den ich schon als recht unrealistisch für seinen komplexen Lifestyle als betrügerischer Antiquitätenhändler halte. Das Thema des Kunstraubs und seiner Konsequenzen - auch auf philosophischer Ebene - finde ich interessant. Theo selbst bleibt etwas blass denn seine eigenen Moralvorstellungen werden vom Gutmensch Hobie und dem selbstgerechten Boris überschattet. Am Ende wird der Leser genauso hin- und hergerissen. Was würden wir tun? - Malala Yousafzai
Ich bin Malala
(296)Aktuelle Rezension von: SlothreadyMalala Yousafzai kämpft mutig dafür, dass alle Menschen die Chance auf Bildung haben, Lesen und Schreiben lernen dürfen und in Freiheit und selbstbestimmt leben können. Sie kämpft mit allen Mitteln, riskiert dabei ihr eigenes Leben und wird von den Taliban beinahe getötet. In "Ich bin Malala" erzählt sie ihre Geschichte. Sie erzählt ihre Kindheit im Tal Swat in Pakistan, sie berichtet über die Verhältnisse dort und den Kampf der Menschen ums Überleben, sie erzählt von dem Tragischen Zwischenfall, bei dem sie beinahe gestorben wäre, von ihrem Weg zurück ins Leben und von ihrem Neubeginn im sicheren England.
Das Buch ist ein beeindruckendes Zeugnis eines sehr mutigen Mädchens. Es eröffnet neue Perspektiven und lässt einen die Gegebenheiten in Pakistan, das Leben der Menschen dort und die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, etwas besser verstehen. Es hat mich mit Respekt dem jungen Mädchen gegenüber erfüllt, das für Dinge kämpft, die für uns selbstverständlich sind und es ließ mich dankbar zurück, dass ich in einem Land leben darf, in dem der Zugang zu Bildung für alle möglich ist, in dem Frieden herrscht und in dem die Menschen nicht täglich aufs Neue bedroht werden.
Der Inhalt von "Ich bin Malala" war großartig und beeindruckend, der Schreibstil war leider zu langatmig und und durch die vielen Eigennamen etwas mühsam zu lesen. Man hätte auch das ein- oder andere Kapitel ruhig etwas kürzer fassen können. Insgesamt war es aber ein tief bewegendes Buch, das einem neue Blickwinkel eröffnet und das ich sehr gerne weiterempfehle, um so manches Geschehen auf der Welt besser verstehen zu lernen.
- Katie Kacvinsky
Der Widerstand geht weiter
(606)Aktuelle Rezension von: ZarinaInhalt und Thema des Buches: "Der Widerstand geht weiter" setzt die Geschichte der Maddie-Freeman-Trilogie in einer dystopischen Zukunft fort. Maddie befindet sich nun in einer Art Psychiatrie, wo die Menschen erneut in die Falle gelockt werden, ihr Leben vor dem Computer zu verbringen. Sie kämpft weiterhin gegen ein unterdrückendes System, das Technologie und Überwachung nutzt, um die Bevölkerung zu kontrollieren.
Deine Meinung: Nachdem mich der erste Band bereits begeistert hat, war ich gespannt auf die Fortsetzung "Der Widerstand geht weiter". Das Buch vertieft die dystopische Welt und thematisiert weiterhin relevante gesellschaftliche Fragen. Besonders in einer Zeit, in der Technologie eine immer größere Rolle spielt, fand ich die Themen des Buches äußerst aktuell und nachdenklich stimmend.
Allerdings empfand ich den Mittelteil des Buches als zäh, da Maddie sich in einer Art Psychiatrie befindet, in der die Menschen erneut in Versuchung geführt werden, ihr Leben vor dem Computer zu verbringen. Diese Passagen wirkten auf mich manchmal etwas langatmig und weniger packend.
Maddie entwickelt sich in diesem Band weiter, zeigt aber auch weiterhin Schwächen, die sie menschlich und greifbar machen. Die Geschichte bietet dennoch spannende Wendungen und lässt die Leser tief in die Welt der Rebellen eintauchen, die um ihre Freiheit kämpfen.
Schlüsselthemen: Ein zentrales Thema in "Der Widerstand geht weiter" ist die Fortführung des Kampfes gegen Unterdrückung und Überwachung, sowie die Frage nach persönlicher Freiheit und Verantwortung. Die Autorin schafft es erneut, eine atmosphärisch dichte Welt zu erschaffen, die zum Nachdenken anregt.
Fazit: "Der Widerstand geht weiter" ist eine gelungene Fortsetzung, die die Leser tiefer in die Welt von Maddie Freeman einführt und sie weiterhin fesselt. Mit starken Themen und einer packenden Handlung ist dieses Buch eine Empfehlung für alle, die dystopische Geschichten und gesellschaftskritische Themen mögen.
- Ursula Poznanski
Fremd
(556)Aktuelle Rezension von: eumel8Joanna und Erik sind seit einem halben Jahr verlobt. Sie, die Tochter eines Milliardärs aus Australien. Auf Europatrip, "um sich die Hörner abzustossen", wie es ihr Vater beschreiben würde, der die beziehungstechnische Zukunft seiner Tochter längst vorbestimmt hat. Er, Abteilungsleiter IT eines Unternehmens im Öko-Sektor. Als er eines Abends nach der Arbeit nach Hause kommt, erkennt ihn seine Verlobte plötzlich nicht wieder. Auch seine Sachen sind aus dem gemeinsamen Haus verschwunden. Was ist hier los? Das bleibt bis zum Ende offen, Die Geschichte wird wechselweise aus der Sicht von Jo und der von Erik erzählt und kommt mit einem Handlungsstrang zurecht, wenn man von spartanischen Rückblenden, die dem Handlungsverständnis dienen, absieht. Genial. Hochspannung von der ersten bis zur letzten Seite, liest sich an einem Nachmittag weg, ohne eine Seite langweilig zu werden. Am Schluss wirkt es ein klein wenig übertrieben, was Terroranschlag und Geiselnahme betrifft. Aber die Fiktion wirkt realistisch, was das Buch umso spannender macht. Absoliut lesenswert
- Jussi Adler-Olsen
Opfer 2117
(231)Aktuelle Rezension von: SelfsoulIn diesem Band der Reihe steht dieses Mal Assad im Mittelpunkt.
Im Laufe des Buchs erfährt man mehr über seine Vergangenheit und Geschichte. Insbesondere, dass er eine Familie hat. Seine Frau und beiden Töchter wurden aus Rache an ihm entführt.
Als plötzlich ein Foto von seiner Frau und einer seiner Töchter in der Zeitung zu sehen ist, wird ihm klar: sie leben und es muss Rache geben.
Sehr spannend! Rose kehrt zum Team zurück.
Der zweite Fall ist etwas too much, deshalb einen Stern Abzug.
- Volker Klüpfel und Michael Kobr
Laienspiel
(421)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer„Laienspiel“ von Volker Klüpfel und Michael Kobr ist ein Krimi, der dir nicht nur spannende Ermittlungen bietet, sondern dich auch durch seine humorvollen und teils skurrilen Szenen bestens unterhält. Als Leser wirst du von Hauptkommissar Kluftinger, der sich selbst durch die verrücktesten Situationen manövriert, direkt in das beschauliche Allgäu gezogen.
Dieses Mal hat es Klufti mit Terrorismus zu tun. Ja, du hast richtig gehört, Terrorismus im Allgäu! Ein Unbekannter, der unter Terrorverdacht steht, erschießt sich vor der österreichischen Polizei und plötzlich steht die ganze Region Kopf. Da muss natürlich das BKA, die österreichische Polizei und ein sichtlich überforderter Kluftinger ran. Die Zusammenarbeit mit dem arroganten österreichischen Kollegen Bydlinski bringt die nötige Würze in die Geschichte, und du wirst dich dabei erwischen, wie du lauthals über ihre Wortgefechte lachst.
Aber was wäre ein Kluftinger-Krimi ohne die charmanten, privaten Verwicklungen unseres Lieblingskommissars? Klufti muss sich mit einem Tanzkurs herumärgern – und das mit niemand Geringerem als seinem Erzrivalen Dr. Langhammer! Die beiden auf dem Tanzparkett sind eine absolute Lachnummer und geben dem Begriff „Tanzen wie auf rohen Eiern“ eine ganz neue Bedeutung.
Dann ist da noch die Freilichtinszenierung von „Wilhelm Tell“, bei der Kluftinger eine Rolle übernehmen soll. Allein die Vorstellung, ihn im Tell-Kostüm zu sehen, reicht aus, um mir ein breites Grinsen aufs Gesicht zu zaubern. Die Autoren haben hier einige grandiose Szenen geschaffen, in denen sich Klufti in seinen Kostümen verheddert und von seinen Kollegen aufgezogen wird.
Ein Highlight ist die Episode, in der Kluftinger einen rosa Smart mit „Manner“-Aufdruck fährt – ein echtes Desaster für seinen Stolz und eine Quelle unendlicher Heiterkeit für seine Umgebung. Und dann wird auch noch sein heißgeliebter Passat geklaut, was ihm schwer zu schaffen macht. Wie er diese Misere löst, werde ich dir nicht verraten, aber es ist definitiv eine seiner charmantesten Aktionen.
Das Buch ist durch und durch unterhaltsam, auch wenn man den Täter vielleicht schon etwas früh erahnen kann. Der Countdown, der das Buch in Kapitel gliedert, hält die Spannung bis zum Ende hoch. „Laienspiel“ ist ein gelungenes Zusammenspiel aus Spannung, Humor und den liebenswert-chaotischen Momenten eines Allgäuer Kommissars.
- Benedikt Gollhardt
Westwall – Auf welcher Seite willst du stehen?
(114)Aktuelle Rezension von: Ellekens„Westwall“ von Benedikt Gollhardt, erschienen im @penguin am 25.02.2019, 496 Seiten
In meinem Lesekreis wollten wir mal wieder etwas Spannendes lesen. Da wir von uns aus in die Eifel schauen können und der Westwall somit nicht wirklich weit von uns weg ist, haben wir uns für diesen Thriller entschieden.
Zur Info: Der Westwall ist ein von Hitler gebautes Bollwerk im Westen Deutschlands. 630 Meter lang - von den Niederlanden bis nach Frankreich – besteht es aus 15.000 Bunkern, Panzersperren, Tunnelsysteme und Gräben. Gebaut wurde es zwischen 1936 bis 1940. (gerne mal googlen – sehr interessant)
Der Westwall ist neben Köln und Umgebung der Schauplatz dieser Geschichte. Julia, eine junge Frau in der Ausbildung zur Polizistin, lernt vermeintlich zufällig den jungen Nick kennen und verliebt sich in ihn. Nach ihrer ersten Nach erblickt Julia am schlafenden Nick ein Tattoo auf seinem Rücken in Form eines Hakenkreuzes. Erschrocken stellt sie weitere Nachforschungen an und findet heraus, dass er sich unter falschem Namen bei ihr bekannt gemacht und ein großes Vorstrafenregister hat.
Gleichzeitig ist der Verfassungsschutz hinter Ira, einer sehr gewaltbereiten Terroristin, her, die sich mit ihrer Gruppe versteckt hält. Ein Maulwurf erschwert die Arbeit.
Was verbindet Julia und Ira? Warum wurde Nick auf Julia angesetzt? Und was ist das für ein rechtsradikales Bündnis, dass da im Hintergrund agiert? Diese Fragen werden alle nach und nach bis zu einem großen Showdown am Ende beantwortet. Bis dahin steigert sich die Spannung stetig, nicht zuletzt durch die düstere Kulisse des Westwalls.
Benedigt Gollhardt ist ein namhafter Drehbuchautor – kein Wunder also, dass das Buch zu einer Serie im Jahr 2021 für das Fernsehen verfilmt wurde.
Ich habe das Buch gerne gelesen, brauche jedoch nicht so oft Ausflüge in dieses Genre.
- Thariot
Instabil - Die Vergangenheit ist noch nicht geschehen
(50)Aktuelle Rezension von: mariameerhabaVon einem Moment zum anderen verschwindet der Protagonist aus der Zelle, aus der die Flucht einfach unmöglich ist. Ich fand das wirklich spannend. Bis dahin war die Vorarbeit nicht wirklich gut, aber dieser Moment hatte mich und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Natürlich zieht es der Autor in die Länge und das ist okay, das hätte wohl jeder getan.
Doch die Sichtung der Kameraaufnahme aus der Zelle war so enttäuschend. Man sieht darauf den Protagonisten, wie er verzweifelt in der Zelle steht, dann erscheint ein grelles Licht und weg ist der Protagonist. Das war ziemlich flach. Hier hätte der Autor das deutlich besser machen können, stattdessen bedient er sich einem Klischee, der der Idee seinen Glanz nimmt. Als dann der Protagonist woanders wieder auftauchte, verpuffte die Spannung gänzlich.
Der Protagonist landet in einer Schwebebahn und findet sich sehr schnell mit der Idee ab, dass man ihn womöglich mit Drogen vollgepumpt hat. Mit dieser laschen Ausrede erkundigt er die Umgebung, steigt bei der nächsten Station ab, schlendert herum und genießt förmlich den Spaziergang. Jeder hätte deutlich mehr Fragen gehabt und jeder hätte versucht, sich wachzurütteln, um irgendwie den Weg zurück zur Realität zu finden. Doch dieser Protagonist nimmt das einfach hin.
Im späteren Verlauf entdeckt er bei einem Kiosk, dass er sich im Jahr 2001 befindet, knapp 20 Jahre in der Vergangenheit und seine Drogentheorie vergisst er auf der Stelle, um sie mit der Matrixtheorie zu ersetzen, schließlich können das doch die Amis. Das, was die Figur denkt, ist weit entfernt von jeder Glaubwürdigkeit. Der Autor selbst hat sich nicht wirklich in die Figur hineinversetzt, sondern aus ihm einen richtigen Trottl gemacht, dem das Denken schwerfällt.
»Luna verdrehte die Augen um 720 Grad« - Ist das physisch möglich?
Aber die Idee, die fand ich wirklich gelungen. Er wird am Anfang verhaftet und erst im späteren Verlauf kommt der Grund ans Licht und ich fand das genial. Deshalb wollte ich unbedingt weiterlesen, das Buch erkundigen, die Handlung verfolgen. Doch der Erzählstil bricht den Lesefluss und wenn man einmal das Geheimnis der Verhaftung erfahren hat, funktioniert das Buch nicht mehr.
Der Autor kann nicht wirklich schreiben. Das Buch ist stümperhaft formuliert, die Figuren unglaubwürdig, sie werden regelrecht für die Handlung verbogen. Und ständig hat der Protagonist erzählt, wie er das liebt und das hier mag und das hier ganz und gar nicht mag. Als hätte es ein Kleinkind formuliert. Der Spannungsbogen wird der Idee nicht gerecht und nach wenigen Seiten hat es schließlich dafür gesorgt, dass mich das Buch gelangweilt hat.
- Peter Grandl
Höllenfeuer
(41)Aktuelle Rezension von: Buecherseele79Ein islamistischer Anschlag in der U-Bahn in München fordert hunderte Todesopfer. Diesmal ist die Taktik der Täter eine ganz andere, aber nicht weniger bedrohliche. Torge Prager soll die Ermittlungen leiten mit null Ansätzen und jeder Menge Vermutungen. Hinzu kommt dass er mit seiner ehemaligen Liebe, Oberregierungsrätin Antonia Himmel, zusammen arbeiten muss...und die Zeit ist gegen sie..
"Was ist unser ganzes Rechtssystem wert, wenn es im entscheidenden Augenblick versagt? Wenn der rechtliche Spielraum von den Gegnern unserer Demokratie so weit ausgereizt werden kann, dass zwangsläufig Fehler passieren müssen?" (Seite 167/168)
Ich liebe die Bücher von Peter Grandl und auch dieses Buch klang wieder vielversprechend.
Der Schreibstil ist spannend, atemlos, gut zu verfolgen, nicht leicht zu durchschauen und er regt zum mitdenken und "mitermitteln" an.
In einer münchner U-Bahn wird ein Terroranschlag verübt. Aber diesmal ohne Geschrei und Bomben, sondern mit einer anderen Methode die, die Politik dadurch zwingt einen Ring um München zu ziehen, sprich, keiner kann raus oder rein, es wird eine komplette Sperre verhängt. Schön diese Thematik und die Umsetzung beschert beim lesen eine Gänsehaut.
Protagonisten gibt es einige, der Hauptaugenmerk liegt auf Torge Prager und sein Team sowie dem Innenminister Himmel und seiner Tochter Antonia Himmel. Während ich mit Torge und Antonia gut klar gekommen bin, ging mir der Innenminister ganz böse auf den Keks- ein Arschloch vor dem Herrn.
Die Terroristen und wie ihre Struktur funktioniert wird ebenso beleuchtet, auch ihr Umfeld, woher sie stammen, was sie antreibt.
Die Situation ist extrem belastend und lastet auch beim lesen schwer auf den Schultern. Man erhält einen Einblick wie man die berühmte Nadel im Heuhaufen sucht nur um vorwärts zu kommen, um Erkenntnisse zu erhalten, um Schlimmeres zu verhindern. Natürlich werden hier auch Grauzonen erschaffen die in der Demokratie nicht funktionieren würden, in Extremsituationen aber neue Erkenntnisse sichern.
Was mir unglaublich gut gefallen hat waren die Blickpunkte der Ermittler und Täter, der Glaube, der sie antreibt, die Geheimnisse die sie verstecken und verdecken wollen. Dass der Glaube von Innenminister Himmel und seine dadurch entstandenen Taten keinen Deut besser sind als der Glaube von anderen Glaubensrichtungen. Was fehlgeleiteter Glaube mit einem Menschen anstellen kann.
Immer wieder werden kleine Hinweise eingestreut die zum nachdenken anregen, die für die Leser kleine Hinweise auf das weitere Vorgehen geben, mich haben diese Hinweise fasziniert und meine eigenen Schlüssel ziehen lassen.
Zum Ende gibt es nochmal einen ordentlichen Showdown. Für den einen überraschend, wenn man aber aufmerksam mitliest kann man sich den ein oder anderen Reim auf das Kommende machen was dem Lesefluss aber keinen Abbruch gegeben hat sondern einfach ein kleines Highlight dazugestellt hat.
Ein Thriller mit starken Bezug zur Realität der mich, wieder begeistert hat.
- Antoine Leiris
Meinen Hass bekommt ihr nicht
(89)Aktuelle Rezension von: Princess_CrabAntoine Leiris ist Journalist, verheiratet mit Hélène und hat mit ihr den 17 Monate alten Melvil. Im November 2015 reißt der Anschlag aufs Bataclan Hélène für immer aus dem Leben. Das Buch schildert knapp zwei Wochen, beginnend mit dem Abend des Anschlags, aus dem Leben und vor allem den Gedanken Antoines. Er klagt nicht an, er versucht zu verarbeiten und die Erinnerung an seine Frau und die Liebe zu ihr mit kraftvollen Worten lebendig zu halten. Sehr starkes und persönliches Buch.
- David Mitchell
Chaos
(62)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchOkinawa:
Er verübte im Auftrag Seiner Luzidität den Giftgasanschlag auf das U-Bahnnetz in Tokyo. Jetzt ist er auf der Flucht und macht den vereinbarten Anruf, der ihm Hilfe bringen soll...
Tokyo:
Er ist Verkäufer in einem Plattenladen, mag Jazz und ist in ein ihm unbekanntes Mädchen verliebt. Ein seltsamer Anruf verändert sein Leben...
Hongkong:
Er wäscht Geld für Drogenhändler. In einem Restaurant trifft er ein Liebespaar. Am nächsten Tag besteigt er den Heiligen Berg und stirbt...
Mongolei, Petersburg, London und noch mehr Orte. Wir treffen sprechende Bäume, körperlose Seelenwanderer, skrupellose Kunstdiebe, Schlagzeug spielende Ghostwriter und viele, viele mehr.
David Mitchell legt mit CHAOS einen Band mit 9 Geschichten vor - einen Roman in neun Teilen - wie der Umschlag uns verrät. Und tatsächlich kann jede Geschichte, jeder Teil für sich alleine stehen, doch trotzdem sind sie untrennbar miteinander verbunden.
Es geht um das Schicksal, um Liebe, um Tod und die Suche nach den Anfängen, nach dem Ende, nach alten Legenden und einer
besseren Welt; nach dem Großen Ganzen.
CHAOS ist erfrischend anders, ist interessant und auf jeden Fall lesenswert. Alle neun Teile sind in der Ich-Form geschrieben, wobei Ich immer eine andere Person, ob Mann oder Frau oder auch Seelenwanderer ist. Man verschlingt Teil um Teil, Geschichte um Geschichte auf der Suche nach der Verbindung zu den anderen Teilen und bemerkt dabei überhaupt nicht, wie schnell man sich dem Ende nähert.
Ich kann CHAOS jedem empfehlen der mal etwas Anderes lesen möchte - Karl Olsberg
Mirror Welt: Prequel
(37)Aktuelle Rezension von: MissRose1989Das Cover schaut sehr spannend aus, man kann es schon als futuristisch ansehen und das Cover passt natürlich auch gut zu dem eigentlich Thriller, zu dem dieser E-Book das Prequel ist.
Mirror - die Zukunft nach unserem Smartphones, was die Welt besser machen soll, aber mehr Probleme schafft als es löst. In diesen 5 kleinen zusammenhängenden Geschichten bekommt man einen Eindruck von den Funktionen, die ein Mirror uns geben kann, was aber auch gleichzeitig für Probleme damit entstehen. Man erlebt schon mal einen kleinen Auszug aus dem, was uns im Hauptbuch erwarten wird.
Karl Olsberg (promovierte über Anwendungen künstlicher Intelligenz und gründete mehrere preisgekrönte Start-ups) hat einen sehr spannenden Schreibstil und man merkt, dass hier ein Autor am Werk ist, der von der Materie, über die er schreibt, sehr viel Ahnung hat und die Anwendungen des Mirrors wirklich sehr weitreichend ist.
Das Prequel ist wirklich ein guter Appetitanreger für den kompletten Roman rund um Mirror und da das Prequel kostenlos ist, kann man sich schon mal einen kleinen Eindruck des Buches verschaffen.
Daher absolut kein Fehlgriff sondern spannend geschrieben und macht absolut Lust auf mehr.
- Christian Gailus
Glashaus
(46)Aktuelle Rezension von: Nadl17835Vom Innenministerium ins Leben gerufen, versucht die neue Geheimeinheit Glashaus schwerkriminellen Internetverbrechern auf die Spur zu kommen. Derzeit steht Godspeed auf ihrer Liste, denn er hat bisher die schwersten Angriffe auf den Staat und seine Bürger von allen verübt. Doch die Besten sind meistens schwer zu finden und so muss die Einheit viele Rückschläge ertragen, bis sie ihn endlich bezwingen können.
Die Geschichte zeigt eindrucksvoll wie das Internet und seine vielen technischen Möglichkeiten für eigene schädliche Zwecke missbraucht werden können und was für erschreckende weitreichende Folgen beispielsweise Stromausfälle nach sich ziehen können. Obwohl ich diesen Teil etwas unrealistisch fand. Ein halber Tag Stromausfall führt gewiss nicht zu einem derartigen Zusammenbruch der Zivilisation. Die Geschichte nimmt bis zur Mitte an Fahrt auf, flacht danach allerdings etwas ab. Immer mehr Intrigen werden gesponnen und kommen auch ans Licht und auch einige Opfer müssen ihr Leben lassen. Meistens hatte ich das Gefühl, dass die Glashauseinheit Godspeeds nicht so ganz auf der Spur ist, sondern größtenteils im Trüben fischt und sie ihn eigentlich nur schnappen, weil er es zulässt. Da ist mehr Glück als Verstand im Spiele. Dennoch konnte mich die technische Präzision und das Know-how, welches dahintersteckt überzeugen. Spannend und erschreckend dystopisch!
- Leon Sachs
Mein ist die Macht
(27)Aktuelle Rezension von: reading_bumble_bee>>Darüber das alles zeigen sollte, wie weltoffen der Islam ist. Ulbricht wurde schlecht bei dem Gedanken. Noch schlechter wurde ihm aber bei dem Gedanken, dass das ach so tolerante Deutschland dieses Märchen schluckte<<
KÖLN. Während der Rat der Religionen an einem Friedensvertrag arbeitet wird die Zentralmoschee in Köln bei einem Anschlag komplett zerstört. Gefährdet der Terroranschlag die Verhandlungen? Die Tochter des US-Präsidenten möchte bei der Unterzeichnung des Vertrages dabei sein. Dazu kommt es jedoch nicht, da es Hinweise auf ein Attentat auf die First-Daughter gibt. Verdächtigt wird der französische Rabbiner Fabrice. Seine Frau Esther, Nichte Natalie Villeneuve und ihr Mann Alexander Kauffmann versuchen verzweifelt seine Unschuld zu beweisen.
Zu Begin habe ich das Buch mehrmals weggelegt, da ich den Anfang ziemlich langweilig fand. Wenn man sich jedoch vorarbeitet gewinnt der Thriller etwas mehr an Spannung.
Brillant fand ich die Hauptcharaktere. Man konnte sie sich gut vorstellen. Ebenso intelligent werden die Ursachen der Gewalt zwischen den Religionen beschrieben. Ich ziehe nur einen Stern ab, wegen der Spannung.
- Jack Lutz
London Black
(15)Aktuelle Rezension von: nblogt"London Black" von Jack Lutz hat mein Interesse aufgrund des realistischen und zugleich erschreckenden Klappentexts geweckt. Ich muss dazu sagen, dass ich den Roman bereits 2023 gelesen habe, als Corona noch mehr allgegenwärtig war. Grundsätzlich hat mir der Roman auch sehr gefallen. Allerdings braucht er ziemlich lange um so recht zu fesseln, da die Handlungen der einzelner Figuren bzw. diese selbst zunächst ein wenig konfus sind.
Die Handlung spielt in der nahen Zukunft, als nach terroristischen Anschlägen mit dem Nervengift nicht nur zu Toten gekommen ist, sondern vielmehr die Welt nicht mehr ist, wie sie ist. Teilweise haben sich bürgerkriegsähnliche Zustände gebildet. Die Welt und ihre Bewohner sind quasi ein wenig in zweiten Welten aufgeteilt: Die "Survivor", die überlebt haben und die "Vulnerablen", die seit den Anschlägen sich immer wieder boostern müssen, um weiter zu überleben. Die Handlung setzt zwei Jahre nach den Ereignissen an, als der Forscher Flinders Cox, der an einem Heilmittel gearbeitet hat, ermordet wird. Detective Lucy Score wird beauftragt den Fall aufzulösen und begibt sich mit ihrem neuen Kollegen Detective King auf die Suche nach dem Täter. Dabei entwickelt sich ein Wirrwarr aus teils dunklen Geheimnissen, die leider nicht immer ganz ausgearbeitet wirkten.
Lucy Score ist als weibliche Hauptfigur auch nicht unbedingt die Figur, in die es leicht fällt sich in sie hineinzuversetzen. Sie leidet seit den Anschlägen an Schuldgefühlen, die auch ihr gegenwärtiges Tun beeinflussen. Lucy ist selbst nach den Anschlägen zur Vulnerablen geworden und muss sich seitdem boostern. Leider ist es mir bis zum Schluss nicht so recht gelungen mich in sie reinzudenken. Sie eine ziemlich anstrengende Figur, die ohne Rücksicht auf Verluste agiert und stellenweise auch ein wenig den Bezug zur Realität verliert.
Detective King ist im Gegenzug etwas zu aalglatt und zu perfekt, um realistisch zu sein. Trotz Detective Scores Aktionen scheint er immer vollends hinter ihr zu stehen und unterstützt sie nahezu bedingungslos. Ich konnte seine Beweggründe nicht immer ganz nachvollziehen.
Zudem hätte meiner Ansicht nach der Autor gut daran getan, sich auf weniger Charaktere zu fokussieren. Zwischendurch spielen immer wieder einzelne Figuren eine kleinere oder größere Nebenrollen, ohne dass man so recht ihren Bezug zur Handlung nachvollziehen kann.
Das was Jack Lutz mit seinen etwas konfusen Charakteren ein wenig ins Unglaubwürdige abwandern lässt, macht er mit einer sehr bildhaften und spannenden Sprache wieder wett. Man lässt sich von seinen Worten förmlich durch die Handlung tragen. Er schafft es an den richtigen Stellen immer wieder passende Wendungen einzuarbeiten. Zudem verknüpft er sehr gut die Ereignisse aus der Vergangenheit mit den Ereignissen der Gegenwart, wenngleich ich gleichzeitig auch zugeben muss, dass dies teilweise einseitig aus den Erinnerungen von Lucy Score geschieht. Dadurch bleiben auch noch ein paar Fragen beim Lesen unbeantwortet.
Fazit:
Mit "London Black" ist Jack Lutz grundsätzlich ein spannender Zukunftsthriller gelungen, der genauso gut auch in der Gegenwart spielen könnte. Von der Thematik her ist er überaus realistisch geschrieben. Allerdings wird diese Realistik von einer überzeichneten weiblichen Hauptfigur ein wenig zunichte gemacht, indem sie sie ohne Rücksicht auf Verluste agiert und stellenweise auch sämtliche Bezüge zur Realität verliert. Dadurch bleibt beim Lesen leider auch ein leicht bitterer Beigeschmack.
Für diesen Roman kann ich somit nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen!
Note: 3 (💗💗💗)
- Patricia Cornwell
Schuld
(151)Aktuelle Rezension von: HoldenChief medical examiner Kay Scarpetta übernimmt vertretungsweise die Gerichtsmedizin von Virginia Beach, da sich alle möglichen Untergebenen zum Jahreswechsel krank gemeldet haben. Ausgerechnet zu dieser Zeit kommt der Tod eines tauchenden Starjournalisten in die Quere, als sie viel lieber mit ihrer Nichte Lucy quatschen möchte. Pete Marino (heimlicher Hauptdarsteller) eilt rasch herbei (ich stelle ihn mir immer wie den Schauspieler John Carroll Lynch aus "Body of proof" vor), während sich Kay Kompetenzscharmützel mit dem Navy Investigative Service (nicht zum verwechseln mit NavyCIS und Tony Di Nozzo) liefert. Warum müffelt die Reporterleiche nach pathologischem Aufgeschnipsel nach Bittermandel? Fragen über Fragen, die durchgängig fesseln, nur sie ständige Kocherei nervt. - Ivy Andrews
A single word
(112)Aktuelle Rezension von: BookLand66Nachdem ich die Geschichte von Libby und Jazz gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf die Geschichte von Oxy.
Ihre Geschichte verläuft zum großen Teil parallel zur Geschichte von Libby und Jazz. Man erfährt so Manches, was im ersten Buch nicht angesprochen wurde und erlebt das eine oder andere aus ihrer Sicht.
Im Vergleich zum ersten Buch bin ich viel schwerer in die Geschichte hineingekommen, weil sich auf den ersten paar 100 Seiten überhaupt nichts getan hat.
Warum Henri als Bad Boy bezeichnet wurde, hat sich mir bis zum Ende nicht erschlossen, da es bis auf seine Frauengeschichten nichts Negatives über ihn zu berichten gab, wenn man von seinem Workholismus absieht. Das, was ihm passiert ist, ist schrecklich, aber um nicht zu spoilern werde ich nicht näher darauf eingehen.
Zu bemängeln wäre, daß in diesem Buch das Thema rund um die Modeschule usw. zu kurz kam, weil alles zu sehr auf die Person Oxy und ihre Gefühlswelt bezogen war. Dabei hat man im Grunde gar nicht so viel mehr über sie und ihre Familie erfahren. Lediglich ihre Schwester wurde nur einmal am Rande erwähnt.
Die teilweise sehr langen Kapitel waren auch in diesem Buch vorhanden, aber wie bereits erwähnt: Jammern auf hohem Niveau.
Nun bin ich gespannt auf die Geschichte von Val, über die man in diesem Buch so manches erfahren hat.
Das Geheimnis rund um die anderen Jungs der restlichen 2 Freundinnen ist nach diesem Buch leider auch keins mehr. - Peter Grandl
Reset
(131)Aktuelle Rezension von: LadybugPeter Grandl hat als Regisseur, Drehbuchautor und Creative Director in einer Werbeagentur gearbeitet, bevor er seinen Durchbruch als Schriftsteller hatte. Seine preisgekrönten Thriller beschäftigen sich mit brisanten Themen unserer Zeit und so erwartet uns mit „Reset“ ein zeitgemäßer Titel rund um Fake-News und Künstlicher Intelligenz.
Die Gestaltung der gebundenen Ausgabe sticht einem schon direkt ins Auge, denn die Farbwahl und der rote Resetknopf haben Signalwirkung. So setzte auch Peter Grandl die aktuellen brisanten Themen in eine beängstigende und spannende Story um.
Im Oktober 2024 rufen US-Streitkräfte die höchste Sicherheitsstufe aus, in München soll ein angeblich von Terroristen gekapertes Passagierflugzeug abgeschossen werden und global nimmt die Zahl bedrohlicher Fake News dramatisch zu. Anrufe und Video-Botschaften werden so täuschend echt gefälscht, dass niemand mehr weiß, ob er wirklich mit einem vertrauten Menschen spricht. Spezialisten sind weltweit im Einsatz und in Deutschland ermittelt Superintendent Valentine O’Brien. Er begibt sich auf eine gefährliche Reise quer durch Europa, um seine vermisste Schwester zu suchen. Weltweit bricht Chaos aus – und die Menschheit steht vor ihrer dunkelsten Stunde. Auf fast 500 Seiten erleben wir ein intensives und hochaktuelles Szenario, welches jederzeit eintreten könnte und somit für mich ein beklemmendes Gefühl hinterlässt. Zu Beginn erhalten wir ein Personenverzeichnis auf das ich während des Lesens immer wieder zurückgriff um nicht den Überblick zu verlieren, denn viele Personen kamen hier zum Einsatz. Doch die Art und Weise wie Grandl diesen Thriller verpackte, gefiel mir gut und ich verfolgte gespannt die Kapitel. Der Schreibstil ist flüssig und die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass die Spannung auch aufrecht erhalten bleibt. Das Setting und die Protagonisten waren gut gezeichnet und die Ereignisse wirkten plausibel und realitätsnah. „Reset“ ist ein Thriller, der mit einer eindeutigen Botschaft an die Menschheit kommt und definitiv zum Nachdenken anregt.
- Amie Kaufman
Aurora entflammt
(194)Aktuelle Rezension von: CarlAurora Entflammt ist ein klassischer Trilogie-Mittelteil im besten Sinne: temporeich, chaotisch, emotional – und manchmal ein bisschen zu sehr auf Wiederholungsschleife. Die Grundidee bleibt weiterhin charmant: Squad 312, die liebenswerte Resterampe der Aurora Legion, wird nun nicht nur von der halben Galaxie, sondern auch von einem sehr deutlich an die Borg erinnernden Kollektiv gejagt. Die erste Hälfte besteht fast ausschließlich aus Flucht, Plan, Scheitern, Repeat – unterhaltsam, aber spürbar formelhaft.
Sobald die Handlung sich davon löst, zeigt der Roman seine Stärken: Die Figuren wachsen, die Dynamik im Team wird immer besser, Beziehungen vertiefen sich, und der unvermeidliche Auseinanderbruch der Gruppe trifft überraschend hart. Der Cliffhanger am Ende sitzt, und der Drang, sofort weiterzulesen, ist real.
Das Hörbuch punktet zusätzlich mit wechselnden Sprecher*innen, was die Ich-Perspektiven lebendig macht. Die extrem hohe Durchschnittswertung anderer Leser wirkt vielleicht etwas überzogen, aber der Roman liefert solide SciFi-Action, Humor, Teenie-Drama und galaktisches Chaos – genau das, was man von dieser Reihe erwartet.
- Karine Tuil
Diese eine Entscheidung
(36)Aktuelle Rezension von: Ellekens"Dieses Buch ist atemberaubend. Es ist spannend, es ist aktuell, es ist grandios gut geschrieben." sagt Elke Heidenreich zu diesem Buch. Dem kann ich nur zustimmen!
Alma Revel ist (noch) Ehefrau, Mutter von drei Kindern und eine sehr gute Ermittlungsrichterin in der Terrorbekämpfung in Frankreich. Und das nach den Anschlägen im Jahr 2015. Sie liebt ihre Arbeit, jedoch bringt diese sie immer wieder an ihre Grenzen. Die Angst um ihr Leben und dass ihrer Familie geht ins unerträgliche.
Sie ermittelt gerade in dem Fall eines jungen Mannes namens Abdeljalils, der gerade mit seiner Frau und dem gemeinsamen kleinen Kind aus Syrien wieder nach Frankreich zurück gekehrt ist. Er beteuert sich nicht radikalisieren hat lassen und der IS voller Einsicht den Rücken gekehrt zu haben.
Auch privat stellt sie viele Fragen. Wie und wann ist die Liebe zu ihrem Ehemann Ezra verloren gegangen? Wie konnte es passieren, daß Anwalt Emmanuel Forest, der zu allem Überfluss auch noch der Strafverteidiger von Abdeljalils ist, zu ihrer Affäre wurde?
Der Roman ist sehr dicht und atmosphärisch geschrieben. Karin Tuil schafft es, die Gefühle der Protagonisten dem Leser spürbar zu machen. Die Ermittlungen zum Fall ist in Verhören geschrieben, was den Roman sehr lebhaft macht. Es ist harter Stoff, der mir sehr nahe gegangen ist und ich am Ende erst mal tief Luft holen musste.
Große Leseempfehlung! - Alex Lukeman
WEISSER JADE (Project 1)
(12)Aktuelle Rezension von: Isar-12"Weisser Jade" ist der erste Band der Project-Reihe von Alex Lukeman. Nick Carter, ein Ex-Marine, ist nun für die Geheimorganisation PROJECT im Dienst. Diese ist neben CIA, FBI und Homeland eine Einheit, die direkt dem Präsidenten der USA unterstellt ist. Ein altertümliches Buch stellt den Mittelpunkt seines Einsatzes dar. Denn dafür wurde gemordet und es scheint ein Geheimnis über die Unsterblichkeit zu verbergen. Die Sprachwissenschaftlerin Selena Connor steht ihm zur Seite und zugleich gerät diese in den Strudel, der ein Kampf um Leben und Tod zu sein scheint. Denn die Attentäter haben nichts anderes im Sinn als eine neue Weltordnung zu erschaffen. Alex Lukeman hat mit dieser Reihe eine Mischung aus Thriller, Abenteuer- und Spionageroman kreiert. Eine Brise James Bond, etwas Rambo und ein wenig Indiana Jones ist dabei das Rezept. Dabei liest sich dieser Roman flüssig, führt den Leser in die Welt von PROJECT ein. Schauplätze sind die USA und China. Zum Start in diese Reihe hat mir dieser Roman gut gefallen, ist aber nicht immer ganz schlüssig. Dennoch erzeugt er durch sein teils hohes Tempo Spannung und lädt dadurch zum Weiterlesen ein. In Summe für mich eine gute Mischung und sicherlich nicht mein letzter Roman aus dieser Reihe, in der mittlerweile aktuell schon zwanzig Bände erschienen sind.
- Dani Pettrey
Schatten des Zorns
(11)Aktuelle Rezension von: annisleseweltIm dritten Teil der Baltimore - Team - Reihe geht es besonders um FBI Agent Declan Grey und die Kriesenberaterin Tanner Shaw.
Doch auch die anderen des Teams und Freundeskreises gehören dazu.
Es gibt drei Schwerpunkte die erzählt und beleuchtet werde.
Zum einen steht ein großer terroristischer Anschlag bevor, dann wird auch noch Declans Mentor tot aufgefunden und Katie sucht immer noch verzweifelt nach ihrer großen Liebe Luke, der spurlos verschwunden ist.
Anfangs habe ich ein bisschen gebraucht um mir die vielen Namen und die vorherigen Geschehnisse (Band 1 & 2) in Erinnerung zu rufen, aber dann kam ich gut ins Buch und es las sich flüssig und angenehm.
Dieses Buch geht direkt spannend los, es wird "keine Seite verschwendet" und zur Mitte hin überstürzen sich die Ereignisse dann.
Die Geschichte ist rasant, unglaublich aufregend und dann wieder in kleinen Szenen romantisch.
Die Spannung steigt und steigt und ist kaum noch auszuhalten um sich dann aufzulösen und im letzten Satz erneut zu beginnen.
Das macht große Lust auf Band vier.
"Schatten des Zorns" ist großartig und hat mich total gefesselt auch wenn es durch die vielen Geschehnisse meine volle Aufmerksamkeit brauchte. Trotzdem hat es sich leicht und gut lesen lassen.
Dani Pettrey schafft es sehr spannendes und detailreiche Geschichten zu schreiben die trotzdem logisch klingen, von Anfang an fesseln und Lust auf mehr machen.
- Christian v. v. Ditfurth
Zwei Sekunden
(46)Aktuelle Rezension von: AnnejaIch lese wirklich selten Thriller, die einen wirtschaftlichen Hintergrund haben, konnte hier aber nicht widerstehen, da mir der Vorgänger einfach zu gut gefiel.
Kaum waren die ersten Seiten aufgeschlagen ging die Action auch schon los und man befand sich mitten im oben genannten Terroranschlag. Dieser wurde ausführlich beschrieben und vermittelte mir das Eindruck live dabei zu sein, was mir sogar fast ein wenig Angst machte. Auch im späteren Verlauf der Geschichte lässt diese Detailfülle nicht nach und hinterlässt den Eindruck, das sich hier jemand wirklich Gedanken gemacht hat. Die im Vorgänger bemängelten Sätze, welche durchweg sehr kurz gehalten waren, waren diesmal nur sehr selten zu finden. Dafür zeigte der Autor diesmal das er auch mit längeren Sätzen hervorragend umgehen konnte.
Ich persönlich kam sehr schnell durch das Buch, da die Schreibweise, leicht und gut verständlich war. Die wirtschaftliche Faktoren im Buch waren vorhanden, gingen jedoch fast unter, da man merkte das der Hauptaugenmerk auf Eugen de Bodt und seinen Ermittlungen lag. Diese erlebt ich dann nicht nur aus der Sicht von de Bodt, sondern auch von vielen anderen, wie seiner Kollegin Salinger oder Hauptkommissar Krüger, dessen Auftritte meist sehr unterhaltsam waren, da er sich selbst als großen Hecht sah, dies aber in keinster Weise war.
Dieses Mal arbeitete die Polizei mit den russischen Agenten zusammen, welche, hätte man zwischendurch nicht erwähnt das sie russische Staatsbürger sind, für mich glatt als Einheimische durch gegangen wären. Die Namen wirken nur wenig russisch und auch sonst gibt es kaum Andeutungen auf ihr Herkunftsland. Ansonsten fand ich die Darstellung sehr interessant wie 2 Staaten miteinander arbeiten, wobei stets Misstrauen an der Tagesordnung stand. Man merkte schnell das kein Vertrauen in den Gegenüber vorhanden war, was die Ermittlungen zum Teil sogar blockierte.
Die so genannten Bösen im Buch, erlebt man nur ein paar Mal und selbst da sind es nur kurze Abschnitte. Sie bleiben bis zum Ende ein großes Geheimnis.
Ansonsten kann ich nur sagen, das dieses Buch pure Action war. Die Anschläge waren spektakulär, die Ermittlungen aufregend und der Druck der Staatsführer stets spürbar. Selbst der sonst sehr gefasste Eugen de Bodt geriet zwischendurch an seine Grenzen, was schon ein hartes Stück war. Dies liegt allerdings auch an seinem Privatleben, von dem ich diesmal um so mehr mitbekam und das nicht nur überraschte, sondern auch eine traurige Spur hinterließ.
Das Herzblut des Autors spürte ich auf jeder Seite, da die vielen Positionen des Kanzleramtes oder die Details zu Bomben viel Recherchearbeit gekostet haben müssen.Jedoch mit einem überzeugenden Ergebnis, denn die Anschläge hätten genauso wirklich stattfinden können. Sie wurden so haargenau beschrieben und clever durchdacht, das es fast schon erschreckend war.
Mein Fazit
Dieser Thriller bot mir ein paar spannende und mit Nervenkitzel versehende Lesestunden, die meine Sicht auf unserer Land stark beeinflussten. Der Verzicht auf stets kurz angebundene Sätze, machte es möglich das dieser Band emotionaler wirkte und dabei an Tiefe gewann.























