Bücher mit dem Tag "theodor fontane"

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66 Bücher

  1. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783865391872)
    Sabine Anders

    Liebesbriefe großer Männer

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Edith_Hornauer
    Pessoa, eins seiner Bücher habe ich immer bei mir. Ob Briefe, Gedichte, Geschichten - sie erzählen vom Leben, von der Vorstellung davon, mit  allem, was  dazu gehört... Was soll ich noch schreiben,
    ich habe mich in seine Literatur verbissen... 
  2. Cover des Buches Theodor Fontane: Effi Briest (ISBN: 9783938484180)
    Theodor Fontane

    Theodor Fontane: Effi Briest

     (1.745)
    Aktuelle Rezension von: LottenTotten

     Zeitlich spielt die Handlung Ende des 19. Jhd.  in Preußen. Effi ist zu Beginn ein unerschrockendes, fröhliches Mädchen. Auch mit ihren 17 Jahren erscheint sie noch sehr jung und lebhaft, aber macht sich schon Gedanken über die Welt der Männer und ihrer möglichen Zukunft, was aber alles sehr naiv erscheint. Schnell kommt jedoch der Übergang von mädchenhafter Fantasie zur Realität. Der gesellschaftliche Zwang ist nicht wegzudenken und sie heiratet aus mehr oder weniger freien Stücken den sehr viel älteren Geert. 

    Alles ändert sich für Effi. Ihr Leben ist nicht mehr wie vorher bei den Eltern. Sie hat kein Vertrauen mehr in sich und ihre Umgebung. Sie ist plötzlich voller  Angst und inneren Widersprüchen. Stets macht sie sich Gedanken darüber, was das Richtige ist, was wirklich ist. Vieles wird von Fontane angerissen und nicht ausgesprochen. Dem Leser wird die Freiheit gegeben, selber weiterzudenken. 

    Effi ist immer in Versuchung und auf der Suche nach dem kleinen Abenteuer im Leben. Als ein Herr Major von Crampas auf der Bildfläche auftaucht, findet sie in ihm genau das. Die Frage ist, ob es das ist, was sie zufriedenstellt?! 

    Ebenso stellt sich die Frage, was genau man Effi vorwerfen sollte und muss. Im Hintergrund schwingt so viel Kritik an die damaligen gesellschaftlichen Konventionen mit. Es wurde nicht nur Druck auf die Frau ausgeübt, auch Männer mussten sich den Regeln stellen. Und daraus entstanden dann Probleme, wie sie in Effi hervorgerufen werden. 

    Das Buch gibt sehr viele Denkanstöße. Aus heutiger Sicht immernoch aktuell und wird es wohl auch immer bleiben. 

  3. Cover des Buches Der Stechlin (ISBN: 9783730607886)
    Theodor Fontane

    Der Stechlin

     (91)
    Aktuelle Rezension von: anna_m

    Ein Klassiker, den ich jedem weiterempfehlen möchte, der sich bei gescheitem Geplauder gut amüsiert, sich nicht an einer armen Handlung stört und zu einigen Recherchen bereit ist. Dieser Roman in Dialogform, denn ja, meistes wird geredet, weiß durchgehend zu unterhalten und ist sehr humorvoll. Allerdings kann man die gewitzten Unterhaltungen, Seitenhiebe der Gesprächspartner und großen Schenkelklopfer oft nur verstehen, wenn man in der entsprechenden Zeit, Ende des 19. Jahrhunderts in Preußen, angekommen ist. Ich habe ein bisschen Zeit in Recherchen investiert und mich dann bestens unterhalten gefühlt. So, wie schon lange nicht mehr. Es ist ein Genuss, wie elegant Fontane Dialoge entwerfen kann. Sie wirken sehr lebensecht, hin und wieder mit etwas Dialekt gespickt, und sind doch höchste Kunst. Bei den Recherchen darf man übrigens keine Angst vor Spoilern habe, denn die Handlung dieser rund 500 Seiten passt in wenige Zeilen. 

    Fontane beschreibt seinen Roman, ACHTUNG, SPOILER, folgendermaßen: "Zum Schluß stirbt ein Alter und zwei Junge heiraten sich – das ist ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht." Dem ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen und ich lasse es mal so stehen.


    Fontane entwirft ein Abbild der damaligen Gesellschaft und legt ein besonderes Augenmerk auf den preußischen (Land-)Adel, den er zwar liebevoll respektiert, jedoch für zu sehr im Alten verankert hält um in einer sich erneuernden Welt und Gesellschaft zu bestehen. Hauptsächlich dreht sich der Roman um die Familie von Stechlin, unterer Landadel, aus der Mark Brandenburg und um die des Grafen von Barby, derzeit in Berlin ansässig und der es finanziell sehr gut geht. Die beiden Familien verbinden sich durch eine Heirat. Während der alte Stechlin in seinem „Schloss“ zurückgezogen, bescheiden und relativ isoliert lebt, tourt Sohn Woldemar in seinen Flitterwochen durch Italien. Das Bild wird durch zahlreiche Nebenfiguren, teilweise mit viel Witz, vervollständigt. 

    Die Stechlins wuchsen mir sehr ans Herz, mit den Barbys konnte ich weniger anfangen. Jedoch genoss ich die vielen Plaudereien, in denen alle erdenklichen Themen über die damalige Gesellschaft, Kunst, Glaube etc. aufgenommen werden. Immer mit einer Prise Humor und teilweise bissigen Bemerkungen, verpackt in höfliche Umgangsformen. Diese zu entwirren und zu entlarven machte Spaß. Insbesondere Woldemar von Stechlins Kameraden Rex und Czako, ihrer Herkunft nach so verschieden, sich in ihrem Handeln und Reden aber doch umso ähnlicher, konnten mich mit ihren scharfzüngigen Bemerkungen und dem neuesten Klatsch und Tratsch gut unterhalten. Es wird überall mit- und übereinander geredet, manchmal geurteilt. Der Erzähler hält sich vornehm zurück. 

    Zwei kurze Zitate:

    Woldemars Tante Adelheid, Vorsteherin eines Klosters, bezüglich der Qualitäten einer möglichen Ehefrau ihres Neffen: "Wenn das Herz gesund ist, ist der Kopf nie ganz schlecht."

    Der alte Dubslav von Stechlin über den örtlichen Superintendenten Koseleger: "Er ist wie 'ne Baisertorte, süß, aber ungesund."


    Das Buch ist so sehr mit Pointen, Symbolen, historischen Bezügen etc. angereichert, dass es vielseitig interpretiert werden kann und auch wurde. Literaturliebhaber können sich hier nach Herzenslaune austoben. Ich kann das Buch nur empfehlen und würde es auch noch ein zweites Mal lesen.

  4. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783492254267)
    Petra Müller

    Liebesbriefe großer Männer

     (74)
    Aktuelle Rezension von: BiaBia92

    Ein traumhaftes Buch. Konnte es nur schwer weglegen, bei so viel wunderbaren Liebeserklärungen und so viel Schmetterlingen, die auf einmal da waren :D

    Für alle Frischverliebten, die ihre Gefühle nur schwer ausdrücken können, wirklich zu empfehlen!
  5. Cover des Buches Die Poggenpuhls (ISBN: 9783746636405)
    Theodor Fontane

    Die Poggenpuhls

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Arbutus
    Eins vorweg: ich hätte nicht gedacht, dass es so einen Spaß machen würde, Fontane zu lesen. Angestoßen durch eine privat initiierte WLD-Leserunde (übrigens die Beste, die mir jemals untergekommen ist) fing eine Handvoll Buchbegeisterter an, sich durch das kleine aber feine Büchlein zu schmökern, und ich glaube, keiner hat es bisher bereut.

    Worum geht es? Die Poggenpuhls, eine verarmte Adelsfamilie, schlagen sich wacker durchs Leben. Da ist die von Rheuma geplagte Majorin, die ein herzliches Verhältnis zur einzig verbliebenen Dienstbotin des Hauses pflegt; dann die älteste Tochter Therese, deren Hauptbeschäftigung das Adlig-Sein ist und die stets peinlich berührt ist, wenn ihre jüngeren Schwestern sich zu bürgerlich befreunden; dann Sophie und Manon, die gemeinsam den Schornstein am Rauchen halten, wobei die eine (auf Grund ihrer Begabungen) für die Dienstleistungen, die andere für die PR zuständig ist. Die entspannte Pragmatik der beiden weckt sofort die Sympathien der Leser. Dann wären da noch zwei Söhne, die sich beide fern der Heimat beim Militär verdingen: Wendelin, der Karrierebewusstere, den die Familie nie zu Gesicht bekommt, und Leo, der chaotischere Jüngere, der außer Schulden nur mit einem sonnigen Gemüt aufwarten kann. Beide sind der Familie in finanzieller Hinsicht keine Stütze.

    Ja, Fontane macht sich über den Adel lustig. Aber doch immer mit diesem respektvoll-liebevollen Blick. Auch der eitle Leo darf an Tiefe gewinnen und philosophisch werden, auch die hochnäsige Therese mal zaghaft freundlichere Charakterzüge entwickeln.

    Die Handlung ist aus heutiger Sicht nicht gerade spektakulär. Spektakulär allerdings ist, für den heutigen Leser, der tiefe Einblick in das Alltagsleben des späten neunzehnten Jahrhunderts, das für mich mit vielen überraschenden Details aufwartete, zum Beispiel, dass im 19. Jh. in diesen gehobeneren Kreisen bereits bestimmte englische Begriffe wie "shopping" in Mode waren. Oder auch, dass ein Krim-Stecher bei den jungen Mädels offensichtlich als ultra-angesagtes Accessoire galt. Aber am erstaunlichsten für mich war die Warmherzigkeit, mit der der aufmerksam beobachtende Fontane, trotz gelegentlichen Spöttelns, seine Protagonisten, ihre Beziehungen und Verhaltensweisen zeichnet. In meinem Kopf lösen sich soeben ein paar stereotype Ansichten über das typische deutsche Familienleben im neunzehnten Jahrhundert in Wohlgefallen auf.

    Nicht alle gesellschaftlichen Anspielungen kann der heutige Leser auf Anhieb verstehen. Auch die angehängten Hintergrundkapitel des Herausgebers helfen da nur teilweise. Dennoch fand ich die Lektüre angenehm, ja sogar spannend, obwohl eigentlich nicht viel passiert. Besonders gefallen hat mir die große Wertschätzung, mit der Fontane seine weiblichen Charaktere zeichnet. Die Mädels müssen zwar, wie es halt üblich war, den aus der Kaserne angereisten Bruder umschwärmen wie ein Haufen aufgescheuchter Stubenfliegen, sind aber im Prinzip die Strippenzieherinnen. Aber auch sie werden gelegentlich sanft durch den Kakao der feinen Ironie gezogen. Herrlich, wie Sophie, der die ehrenvolle Aufgabe übertragen wurde, die künstlerische Ausgestaltung eine märkischen Dorfkirche zu übernehmen, in einem Brief ihr Vorhaben beschreibt, die Kirche von Adamsdorf gleich neben dem Berg Ararat aufragen zu lassen, auf dem die Arche Noah niederging. Und dann erst, von welchem Berliner Tümpel sie sich für ihr Sintflutgemälde inspirieren ließ... Wenn sie dann noch ankündigt, es als Nächstes mit dem   Untergang von Sodom und Gomorrha aufnehmen zu wollen, muss man schon sehr mit den Lachtränen kämpfen.

    Dieser Fontane macht Lust auf mehr.
  6. Cover des Buches Krähengekrächz (ISBN: 9783100488350)
    Monika Maron

    Krähengekrächz

     (5)
    Aktuelle Rezension von: sophiebooks

    Wie schon in der Kurzmeinung geschrieben, nach kurzer Zeit wurde es meiner Meinung nach einfach nur noch langweilig, da es sozusagen nur noch um ihre Beziehung mit den Krähen ging.

  7. Cover des Buches Der Fall Fontane (ISBN: 9783839224311)
    Johannes Wilkes

    Der Fall Fontane

     (5)
    Aktuelle Rezension von: hasirasi2

    Karl-Dieter hat seinen Lebensgefährten Mütze endlich zu einer Fahrradtour auf Fontanes Spuren durch die Mark Brandenburg überreden können, allerdings endet die Tour schon am ersten Tag auf dem Ribbecker Friedhof unterm Birnbaum. Dort finden sie eine männliche Leiche mit einer Axt im Schädel. Mütze ist Hauptkommissar und bietet dem zuständigen Polizisten Treibel sofort Amtshilfe an, denn er ermittelt lieber, als dass er Fahrrad fährt. Kurz darauf finden sie auf dem Handy des Toten das Foto eines geköpften Wolfes, in Neuruppin wird das Fontane-Denkmal mit roter Farbe geschändet und ein Mann im Fontanekostüm kreuzt mehrfach ihren Weg ...

     

    Diverse Verdächtige sind schnell ermittelt. Sowohl die Frau des Toten, die nicht wirklich trauert, als auch dessen Jagdfreunde verhalten sich merkwürdig. Musste er sterben, weil er nach dem Wolfsmörder suchte? War er seiner Ehefrau im Weg? Oder hängt es gar mit Fontanes Geheimnis zusammen, das in der Forschung lange totgeschwiegen wurde?!

     

    Mütze und Karl-Dieter sind ein liebenswertes Pärchen. Ich finde es gut, dass der Autor hier ganz ohne die üblichen Schwulenklischees auskommt. Während sich der Kommissar in die Ermittlungsarbeit stürzt, genießt sein Freund weiter den geplanten Urlaub. Dass er dabei einige Leute aus dem Umkreis des Toten kennenlernt, die zum Teil auch noch in den Fall involviert sind und ihm (un)bewusst wichtige Hinweise geben, ärgert Mütze besonders. Aber Kurt-Dieter hat eben etwas Sympathisches an sich und schließt schnell neue Freundschaften. Während Mütze ein eher praktischer Typ ist, neigt Karl-Dieter zum Philosophieren und kommt damit auch der Lösung oft ziemlich nahe.

     

    2019 jährt sich Fontanes Geburtstag zum 200sten Mal. Der Krimi kommt also genau zur richtigen Zeit. Außerdem man merkt ihm an, dass sich der Autor auf diesem Gebiet und auch in der Mark Brandenburg sehr gut auskennt. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass es sich eher um einen Cosy-Krimi handelt, der von den Figuren und dem Setting lebt und nicht von einem super gruseligen / spannenden Fall.

     

    Ich kenne die Gegend um Rheinsberg, Neuruppin und den Ruppiger See vom Wasserwandern und bekam beim Lesen sofort wieder Lust auf eine Reise in diese Gegend. Wer sich (bisher) nicht mit Fontane auskennt, erfährt im Zuge der Handlung und im Anhang viel Wissenswertes über sein Werk und sein Leben.

  8. Cover des Buches Unwiederbringlich (ISBN: 9783746636450)
    Theodor Fontane

    Unwiederbringlich

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Barbara62
    Eines vorweg: Ich liebe die Bücher von Theodor Fontane (1819 - 1898) und auch Unwiederbringlich ist sprachlich überaus elegant, psychologisch raffiniert konzipiert und ergreifend. Trotzdem konnte mich dieser Roman nicht überzeugen, da mir der Raum, den Fontane der Tagespolitik und ihren kleinen, nur angedeuteten Episoden und Anekdoten widmet, zu groß war. Trotz Recherchen im Internet konnte ich leider sehr vieles nicht nachvollziehen, was dem zeitgenössischen Leser sicher vertraut war.

    Der Eheroman spielt bei Glücksburg um 1850 bis 1860, vor Ausbruch des deutsch-dänischen Krieges, und basiert, wie so oft bei Fontane, auf einer Zeitungsnotiz. Der Titel nimmt das Ende bereits vorweg.

    Die ehemals glückliche Ehe des Grafen Holk und der Gräfin Christine ist getrübt durch die Entfremdung und Unterschiedlichkeit der Charaktere: hier der lebensfrohe Holk lebensfroh, dort seine fromme, strenge und grundsatztreue Frau, was Holk mit den Worten "eine vorzügliche Frau, die mich bedrückt" zusammenfasst.

    Als Kammerherr einer dänischen Prinzessin wird Holk regelmäßig zum Dienst am Hof in Kopenhagen gerufen. Dort lernt er das jüdische Hoffräulein Ebba von Rosenberg kenne, die das genaue Gegenteil zu Christine ist: lebenslustig, umtriebig und erotisch. Holk empfindet nun umso mehr, was ihm fehlt, und begeht Ehebruch. Nach der Scheidung von seiner Frau lässt Ebba ihn jedoch abblitzen.

    Jahre später kommt es zur Aussöhnung zwischen Holk und Christine und zur erneuten Hochzeit. Doch es herrscht "Frieden, kein Glück", denn Christine kann nicht vergessen, und so kommt es unweigerlich zur Tragödie.
  9. Cover des Buches Schach von Wuthenow (ISBN: 9783257610215)
    Theodor Fontane

    Schach von Wuthenow

     (38)
    Aktuelle Rezension von: sKnaerzle
    Fontane schildert einen dekatenten Staat und eine dekadente Gesellschaft kurz vor ihrem Untergang - bloß man merkt es nicht. Preußen steht kurz vor der verheerenden Niederlage von Jena und Auerstett, aber das wird mit keinem Wort erwähnt, man muss es sich aus den wenigen historischen Hinweisen zusammenreimen.

    Auch dass die Gesellschaft verkommen ist, merkt man kaum Na gut, die Sexualmoral ist ein bisschen locker, aber es wird am Ende ganz anständig geheiratet. Der Prinz redet in Männergesellschaft über seine Geliebte und erkennt Napoleons Genie nicht - aber dafür ist er schließlich ein Prinz. Und die Frauen gehen in ein Theaterstück, dass ihren religiösen Grundsätzen widerspricht und entschuldigen sich damit, dass sie eben Frauen sind. Und das soll den Keim des Untergangs in sich tragen?

    In der Handlung geht es um den Rittmeister Schach von Wuthenow, der nicht tut, was Ehre und Gewissen ihm gebieten, weil er nicht über Tagesfragen erhaben ist und nicht merkt, wo die Ehre endet und der Dünkel beginnt und weil er um eine Karriere fürchtet, die nur in seinen Augen glänzend wäre.

    Obwohl Fontane Schach als negatives Beispiel benutzt, ist er doch menschlich interessant, und trotz und wegen seiner Schwächen auch sympathisch.

    Genial ist aber der Aufbau des Romans. Wir haben einen Erzähler, der für den Leser alles hübsch arrangiert, Salongeplauder und Spazierfahrten, Briefe und Gespräche. Man glaubt, man schaut den Figuren jederzeit über die Schulter und manchmal auch in die Köpfe.  Am Ende aber weiß man gar nichts. Der allwissene Erzähler war nur eine Pose. Er hat uns gar nicht erzählt, wie es wirklich war. Er stellt uns Zeugen vor, die alle nur einen Ausschnitt der Wahrheit kennen und deren Blick durch Parteilichkeit getrübt ist. Unser Urteil über Schach müssen wir schon selber fällen, über die Zeiten hinweg.

    Und für unsere Zeit ist die Erinnerung an Pflicht und Bindung durchaus provokativ.
  10. Cover des Buches Unterm Birnbaum (ISBN: 9783150196038)
    Theodor Fontane

    Unterm Birnbaum

     (124)
    Aktuelle Rezension von: Pongokater

    Auf den ersten Seiten hatte ich einige Probleme mich umzustellen vom Ton der Fontaneschen Gesellschaftsromane auf diese Kriminalgeschichte. Der Ton erinnerte mich stark an die "Judenbuche". Und auch inhaltlich gibt es Ähnlichkeiten, nicht nur wegen der Bedeutung von Bäumen. Nein, beide schreiben eine ganz eigene Art von Krimi, in dem nicht Tage, sondern Jahrzehnte vergehen, bis die Tat aufgeklärt wird. In beiden Geschichten ist es dann auch zu spät, Richter über den Fall Recht sprechen zu lassen. "Unterm Birnbaum" ist ein etwas anderer, aber durchaus lesenswerter Teil des Fontaneschen Gesamtwerks.

  11. Cover des Buches Vaters Tochter (ISBN: 9783458364306)
    Dagmar von Gersdorff

    Vaters Tochter

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland (ISBN: 9783934029927)
    Theodor Fontane

    Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Kristall86

    Genau diese Ausgabe wollte ich! Allein die wunderschönen Zeichnungen von Katrin Blum sind ein Highlight und natürlich auch die Miniatur-Größe (denn dadurch passt dieses Büchlein in jede Tasche und wird zu einem Rückzugsort für schlechte Momente die einem wieder Sonne schenkt). Aber natürlich auch die in Reimform geschrieben Geschichte von Herrn Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. Fontane bewegt mich mit seinen Worten in dieser Geschichte immer zutiefst auch als Erwachsener. Als Kind schon geliebt, wegen seiner Nettigkeit, zeigt der alte Ribbeck aber für den Erwachsenen wie schön es ist im Leben zu geben und etwas für die Nachwelt zu hinterlassen. Der Birnbaum ist im Havelland ein Denkmal für genau diese Geschichte und auch mein Birnbaum im Garten heißt „Herr Ribbeck von Ribbeck im Havelland“ weil ich ihn genau so getauft habe. Jedes Jahr schenkt er mir Birnen und erinnert mich an diese wundervolle und besondere Geschichte.
    so viele Sterne kann ich gar nicht vergeben wie ich möchte! 5 von 5 Sterne.

  13. Cover des Buches Meine Kinderjahre (ISBN: 9783746635118)
    Theodor Fontane

    Meine Kinderjahre

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Pongokater
    Im altersweisen und altersmilden Abstand eines halben Jahrhunderts schaut Fontane vor allem, aber nicht nur, auf seine Kindheit in Swinemünde. Neben dem Bild des Lausbuben Fontane entsteht vor allem auch ein liebevoll gezeichnetes Bild der Eltern, insbesondere des Vaters.
  14. Cover des Buches Wanderungen durch die Mark Brandenburg 3. Havelland. Die Landschaft um Spandau, Potsdam, Brandenburg (ISBN: 9783895086984)
  15. Cover des Buches Im Paris des Nordens (ISBN: 9783746652986)
    Theodor Fontane

    Im Paris des Nordens

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Frau Jenny Treibel oder Wo sich Herz zum Herzen findt (ISBN: 9783746636443)
    Theodor Fontane

    Frau Jenny Treibel oder Wo sich Herz zum Herzen findt

     (184)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    „Es ist ja nicht nötig, dass sich Schwiegermutter und Schwiegertochter furchtbar lieben, sie heiraten sich ja nicht.“ (Kapitel 12; S. 155) Was wie ein Zitat aus >Das Schwiegermonster< klingt, entstammt dem 1892 erschienenen Roman FRAU JENNY TREIBEL von Theodor Fontane. Ähnlich humorvoll wie in der Fernsehkomödie geht es auch im Romanklassiker zu – zumindest im zeitgenössischen Vergleich.

    Inhalt (Spoilerfreier Teil)

    Berlin, 1880er: Die titelgebende Hauptperson Kommerzienrätin Jenny Treibel möchte ihren zweiten Sohn (Leopold) endlich unter die gut betuchte Haube bringen. Sie wünscht sich eine noch bessere Partie als bei ihrem ersten Sohn (Otto), der sich mit einer Hamburger Fabrikantentochter (Helene Munk) verheiratet hat. Zum großen Unwillen von Frau Jenny verguckt sich Leopold bei einem Abendessen, das für Ottos englischen Geschäftspartner (Mr. Nelson) veranstaltet wird, in die extra zu diesem Anlass (aufgrund ihrer sehr guten Englischkenntnisse) eingeladene Professorentochter Corinna Schmidt. Diese wittert in einer Verbindung mit Leopold Treibel den sozialen Aufstieg. Wird es ihr gelingen, sich den begehrten Junggesellen zu angeln oder schafft es die ebenfalls durch eine Heirat sozial aufgestiegene Jenny (geb. Bürstenbinder; eine Krämerstochter) die Leine zu kappen, um eine Blamage zu verhindern?

    Unerfüllte Erwartungen (ab hier: Spoiler)

    Ich habe diesen Roman nach meiner Lektüre von Effi Briest gelesen. Wäre es andersherum, würde mein Urteil wahrscheinlich milder ausfallen. So allerdings muss ich kritisieren, dass mir die Gesellschaftskritik am Ende nicht weit genug geht. Es hat mich emotional weniger berührt, ich habe ein fulminantes Finish erwartet, auf den Skandal gehofft. Es geht doch hier im Grunde um die klassische Shakespeare-Story: Die Bourgeoisie-Familie (Treibel/Munk) gegen das gebildete Bürgertum (Schmidt). Romeo und Julia im Berlin der 1880er Jahre quasi - nur, dass bei Fontane keiner stirbt und sich alle mit ihrem Los arrangieren. Kein Knall am Ende, keine Durchmischung der Verhältnisse. Es kann nicht einmal davon gesprochen werden, dass mit dem erwartbaren Ausgang jemand tief unglücklich wäre. So zeigt uns Fontane zwar Kritikpunkte an den sozialen Verhältnissen, aber keine Lösungsvorschläge.

    Fontane formuliert es am Ende folgendermaßen: „In eine Herzogsfamilie kann man allenfalls hineinkommen, in eine Bourgeoisfamilie nicht. Und wenn er, der Bourgeois, es auch wirklich übers Herz brächte – seine Bourgeoise gewiss nicht, am wenigsten wenn sie Jenny Treibel, née Bürstenbinder heißt.“

    Das Ende kann nicht überzeugen, es bleibt alles, wie es war. Stopp, Stagnation, Stillstand. Ganz klar: Der Weg muss hier das Ziel sein. Und so ist es auch. Fontane schafft einen wirklich unterhaltsamen Weg mit vielen humorvollen, gescheiten Momenten.

    Fontane arbeitet in >Frau Jenny Treibel< viel mit Dialogen. Auf kreative, witzige und intelligente Weise persifliert er „das Hohle, Phrasenhafte, Lügnerische des Bourgeoisstandpunktes […], der von Schiller spricht und Gerson meint“ (Fontane in einem Brief an seinen Sohn Theo über seine Intention zu >Frau Jenny Treibel<). Zur Erklärung: Mit  >Gerson< meint er wahrscheinlich einen gewissen Berliner Unternehmer (Herrmann Gerson 1813-1861), ein Aushängeschild des Besitzbürgertums.

    Fontane bringt seine Anti-Bourgeois-Haltung einerseits durch den gelehrten Professor Willibald Schmidt zum Ausdruck, andererseits durch die Charakterzeichnung der Roman-„Anti“-Heldin Jenny. Diese beteuert vehement ihren großen Idealismus („Aber mir gilt die poetische Welt, und vor allem gelten mir auch die Formen, in denen das Poetische herkömmlich seinen Ausdruck findet. Ihm allein verlohnt es sich zu leben. Alles ist nichtig; am nichtigsten aber ist das, wonach alle Welt begehrlich drängt: äußerlicher Besitz, Vermögen, Gold. […] Ich für meine Person verbleibe dem Ideal und werde nie darauf verzichten.“ [3. Kapitel; S. 30f.]), sie singt mit Herzenslust das alte romantische Lied (Wo sich Herz zu Herzen find‘t) ihres einstigen Verehrers Professor Schmidt bei jedem sich bietenden Anlass. Und während sie Wasser predigt, trinkt sie ihren Wein in großen Schlucken.  Jenny bedrängt ihren Sohn, die mit Prestigeverlusten einhergehende Verlobung zu canceln, organisiert eine aussichtsreichere Partie mit der Schwester ihrer Schwiegertochter, die sie bereits vor der Verlobung aus dem Anwärterinnen-Pool aussortiert hatte. "Eigentlich liegt es doch so: Alles möchte reich sein, und ich verdenke es keinem.“ (1. Kapitel; S. 13) Alles, bloß keinen Skandal! "Die Dinge bleiben doch schließlich, was und wie sie sind." (5. Kapitel; S. 52)

    Fischer Klassik Ausgabe

    Das Cover finde ich ästhetisch wunderschön. Auch inhaltlich glänzt die Ausgabe mit einer Kurzbiografie Fontanes und dem (dieses Mal recht dürftig ausfallenden) Kindler-Beitrag.

    Fazit

    Knapp heruntergebrochen ist FRAU JENNY TREIBEL von Theodor Fontane ein Roman, wo sich Herz zu Herzen findet (mehrfach); welches voller Sozialkritik der Wilhelminischen Ära trieft, für die es allerdings keine Lösungsansätze gibt und sich daher am Ende alles in Wohlgefallen (jeder bleibt für sich) auflöst. Realismus pur – keine Frage! Aber die Moral? Hast du eine Schwiegermutter, die dich nicht leiden kann und einen Verlobten, der für seine Liebe zu dir nicht einstehen kann, tust du gut daran in der Hinterhand noch einen verliebten Narren zu haben, der dir verzeiht, dass du ihn nicht liebst.

     

    FRAU JENNY TREIBEL | Theodor Fontane | Fischer Taschenbuch Verlag| Fischer Klassik| 2008 | 208 Seiten | 5,00€

  17. Cover des Buches Die Zuneigung ist etwas Rätselvolles (ISBN: 9783351037178)
    Gotthard Erler

    Die Zuneigung ist etwas Rätselvolles

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Viv29
    Dieses Buch enthält 123 der insgesamt 750 erhaltenen Briefe, die Theodor und Emilie Fontane sich zwischen 1844 und 1898 geschrieben haben. Sie sind chronologisch in zehn Abschnitte aufgeteilt, die sich jeweils einem bestimmten Lebensabschnitt der Fontanes widmen. Jedem Abschnitt ist ein erklärender Text vorangestellt. Diese Texte sind ganz ausgezeichnet. In gutem Stil geben sie einen Überblick über die jeweiligen Lebensabschnitte, erläutern einige Aspekte der Briefe, geben wichtige Hintergrundinformationen. Die Texte dienen bereits als eine recht gute Kurzbiographie Theodor Fontanes ab der Zeit seiner Eheschließung. Sie sind ausgezeichnet lesbar und erleuchten auch das Verhältnis zwischen Theodor und Emilie Fontane gelungen.

    Die Briefe selbst lesen sich ebenfalls sehr erfreulich. Beide Eheleute schreiben intelligent und unterhaltsam, bei Theodor Fontane blitzt der trockene Humor immer wieder herrlich durch. Gerade seine Beobachtungen anderer Menschen und der verschiedenen Orte seiner Reisen sind scharfsinnig und oft amüsant. An anderen Stellen zuckt man angesichts seiner ruppigen Art zusammen - seine Frau Emilie hat sich einiges von ihm anhören und vorwerfen lassen müssen. Und doch ist eine Zuneigung zu ihr evident und er schreibt auch herrliche Überlegung über die Natur der Zuneigung.

    Emilie Fontane, von der leider weniger Briefe vorliegen, schreibt freundlich-resolut, hat keine Scheu, ihre Meinung kundzutun. Wenn sie ihrem Mann Rückmeldung zu seinem literarischen Werken gibt (sie schrieb alles sauber ab, arbeitete sich durch seine teils verirrenden Annotationen, gab auch wertvolle inhaltliche Meinungen), tut sie dies behutsam, aber ehrlich. Sie weiß, daß ihr Mann hier durchaus eitel ist und kann damit gut umgehen.

    Insgesamt begleiten uns diese Briefe durch fast fünf Jahrzehnte einer partnerschaftlichen, liebevollen Ehe, die durchaus ihre schweren Phasen hat. Die Auswahl der Briefe bietet eine schöne Bandbreite all dieser Themen und Emotionen und bringt uns die Fontanes sehr nahe. Auch über das Alltagsleben der zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts erfahren wir hier aus erster Hand viel. Ein Personenverzeichnis am Ende (das ich leider zu spät entdeckte, es hätte mir doch einige Verwirrung erspart) gibt kurze biographische Informationen zu in den Briefen oft erwähnten Personen. Ab und an wäre eine Fußnote zu in den Briefen erwähnten Themen hilfreich gewesen, aber im Großen und Ganzen liefern die Einführungstexte und das Personenverzeichnis die notwendigen Hintergrundformationen.

    So erhält man hier einen sehr direkten Blick auf die Menschen Theodor und Emilie Fontane mit ihren Stärken, Schwächen, Problemen und Freuden, zugleich einen Eindruck von einer trotz aller Schwierigkeiten von tiefer Zuneigung geprägten Ehe.
  18. Cover des Buches Gedichte für einen Sommertag (ISBN: 9783423144131)
    Gudrun Bull

    Gedichte für einen Sommertag

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Wanderungen durch die Mark Brandenburg 5. Fünf Schlösser. Altes und Neues aus Mark Brandenburg (ISBN: 9783829000116)
  20. Cover des Buches Glück ist jeder Augenblick (ISBN: 9783836301343)
    Siegfried Völlger

    Glück ist jeder Augenblick

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Beagle
    MEINE WAHL Gesetzt ich verliere dich Und habe dann zu entscheiden Ob ich dich noch ein Mal sehe Und ich weiß: Das nächste Mal Bringst du mir zehnmal mehr Unglück Und zehnmal weniger Glück Was würde ich wählen? Ich wäre sinnlos vor Glück Dich wiederzusehen (Erich Fried) Nur eines der wunderbaren Gedichte als Auswahl. Der Gedichtband von Siegfried Völlger ist hervorragend zusammengestellt, die Lyrik mit viel Liebe ausgewählt. Wer Gedichte mag, sollte den Band lesen, wer sich unglücklich fühlt, ebenfalls. Außerdem finden wir in dem Buch auch immer wieder kleine Anmerkungen großer Schriftsteller über das Glück, die sich im Übrigen hervorragend für Grußkarten eignen.
  21. Cover des Buches Quellen der Fröhlichkeit : Gedanken und Gedichte von Busch, Chamfort, Euripides, Fontane, Goethe, Nestroy u.a. (ISBN: B005EUYGJC)
  22. Cover des Buches Sämtliche Werke (Über 250 Titel in einem Band): Romane, Novellen, Reiseberichte, Gedichte & Memoiren: Grete Minde, Unterm Birnbaum, Wanderungen durch die ... Briest, Der Stechlin, Schach von Wuthenow (ISBN: 9788026878339)
  23. Cover des Buches EinFach Deutsch -  Effi Briest (ISBN: 9783140224093)
    Theodor Fontane

    EinFach Deutsch - Effi Briest

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Kacy
    Ein Buch mit viel tief Sinn. Vieles wird nicht direkt hingeschrieben, aber angedeutet. Finde es einer besten Schulbücher.
  24. Cover des Buches Prosafragmente und Entwürfe (ISBN: 9783548045481)
    Theodor Fontane

    Prosafragmente und Entwürfe

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden

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