Bücher mit dem Tag "theologie"
53 Bücher
- Wilhelm Weischedel
Die philosophische Hintertreppe
(105)Aktuelle Rezension von: bookswithjacki1966 erstmals erschienen und immer noch ein tolles Buch für Philosophie-Interessierte und alle, die es noch werden möchten! Chronologisch sortiert werden 32 Philosophen porträtiert und ihre Kerngedanken verkürzt dargestellt. Verständlich, sachlich und trotzdem interessant. (Dass Frauen hier zu kurz kommen, muss wahrscheinlich nicht erwähnt werden - an dieser Stelle Empfehlung für "Philosophinnen" aus dem Reclam Verlag)
- Frido Mann
Es werde Licht
(5)Aktuelle Rezension von: c_awards_ya_sinDas Versprechen Philosophie und Physik in einem Buch zu vereinen und das auch noch aus der Feder der Familie Mann-Heisenberg.Das ließ mich dieses Buch zur Hand nehmen.Ich wurde nicht ganz überzeugt, aber ich habe das Buch dennoch interessiert zu Ende gelesen.Eine kleine Reise durch die Geschichte der Wissenschaft und der Kirche. Dieser Teil hat mir sehr gefallen. Die Quantenphysik philosophisch zu betrachten fand ich auch recht interessant, das hat mich allerdings nicht wirklich überzeugt. Auch wenn ich zugebe, dass die Idee dahinter durchaus seinen Reiz hat.
- C. S. Lewis
The Screwtape Letters
(3)Aktuelle Rezension von: Minje"The screwtape letters" von C.S. Lewis erschien als Harper Collins ebook 2009. Die Originalausgabe erschien bereits 1942.
Inhalt
Screwtape, ein Teufel aus dem mittleren Höllenmanagement, schreibt seinem Neffen Wormwood 31 Briefe. Sie enthalten Unterweisungen, damit Wormwood als teuflischer Anfänger besser wird. Er soll einen "Kunden" nachhaltig für die Hölle gewinnen.
Meinung
Stil: Die Idee, ein Buch in Form von Briefen zu schreiben, finde ich generell gut. Ich kenne auch gelungene Beispiele. In diesem Buch fehlt mir etwas- vielleicht eine kurze Episode, in der Wormwood seinen Kunden beobachtet. Eine Episode zwischen dem Kunden und seiner Mutter. Oder eine Episode zwischen dem Kunden und seiner Freundin. Ein Brief nach dem nächsten... anfangs las ich mit Spannung, war gefesselt, doch irgendwann wurde es langweilig...langatmig.
Dabei sind die aufgegriffenen Themen durchaus interessant- selbst dass er in die Kirche geht, kann ihn abbringen vom Glauben.
Das Englisch ist gut zu verstehen.
Fazit: ich hatte mir mehr erhofft vom Buch. Ich hätte es mir spannender vorgestellt. - Hans Wolfgang Schumann
Buddhismus
(4)Aktuelle Rezension von: AicherWer einen Überblick über das Gesamtgebiet des Buddhismus sucht, ist mit dem Kauf dieses Taschenbuchs gut beraten. Der Autor ist Indologe und besitzt große Kenntnisse über viele Richtungen des Buddhismus. Was er über den alten Buddhismus und das Theravada (Buddhismus in Sri Lanka, Thailand, Myanmar...) sagt, das ist etwas tiefer als die Aussagen über das Mahayana: Gerade für den chinesischen, japanischen und tibetischen Bereich findet man tiefere gehende Bücher. Aber als Gesamtüberblick trotzdem sehr zu empfehlen! - Carel van Schaik
Die Wahrheit über Eva
(7)Aktuelle Rezension von: tomsEin wichtiges und längst überfälliges Buch: van Schaik und Michel zeichnen die kulturelle Entwicklung der Rolle der Frau von der Sesshaftwerdung bis in die Neuzeit nach. Ihr Befund: Nicht die Biologie, sondern kulturelle Prozesse führten zur Unterdrückung von Frauen.
Die Stärke des Buches liegt im roten Faden, der historische, biologische und anthropologische Zusammenhänge zu einer klaren Erzählung verbindet. Zugleich gibt es Schwächen: Schon zu Beginn bauen die Autoren auf einem fragilen Fundament, indem sie einen nur provisorisch gedeuteten ugaritischen Schöpfungsbericht zum Ausgangspunkt machen. Hinzu kommen Wiederholungen, die das Buch unnötig in die Länge ziehen.
Viele Thesen sind plausibel und faktenreich, andere bleiben eher spekulativ. Dennoch gelingt es den Autoren, eine eindringliche Erzählung über die langsame Entstehung der Benachteiligung und Unterdrückung von Frauen zu entwerfen. Ein gutes aber nicht in allen Punkten überzeugendes Buch – weshalb es für mich keine volle Punktzahl bekommt. - John MacArthur
Gleichnisse: Was uns die Geschichten von Jesus über das Leben mit Gott erzählen.
(12)Aktuelle Rezension von: Lujoma„Der verlorene Sohn“, „Der barmherzige Samariter“, „Der gute Hirte“… wer regelmäßig in der Bibel liest oder Gottesdienste besucht, dem sind die Gleichnisse, die Jesus erzählt, gut bekannt. Doch was ist der tiefere Sinn hinter diesen kurzen Geschichten? In seinem Buch „Gleichnisse – Was uns die Geschichten von Jesus über das Leben mit Gott erzählen“ beschäftigt sich der Theologe und Autor John MacArthur mit diesen besonderen Geschichten. Er nimmt den Leser mit in die damalige Zeit, in Lebensumstände, die uns eher fremd für die direkten Zuhörer aber Alltag waren. Er beleuchtet Hintergründe, zieht Verbindungen ins alte Testament und zu anderen Geschichten des neuen Testament und bietet er Erklärungen für wen Jesus das jeweilige Gleichnis erzählt hat und was er damit aussagen wollte. Insgesamt behandelt das Buch zwölf verschiedene Gleichnisse, zb. „Pharisäer und Zöllner“, „Die klugen und die törichten Jungfrauen“, „Der Sämann“, „Reicher Mann und armer Lazarus“, „Die anvertrauten Talente“…
Ich war sehr gespannt auf dieses Buch. Gleichnisse sind mir gut bekannt, neugierig war ich auf die Erläuterungen des Autors. Ich habe während des Lesens viel Neues erfahren, sehe nun Zusammenhänge, die ich noch nicht kannte. Ebenso wurde ich oft persönlich angesprochen und bekam Impulse für meinen Glauben. Allerdings muss ich auch sagen, dass dieses Buch keine „leichte Kost“ ist. Der Schreibstil lässt sich oft schwer lesen und so habe ich mich immer wieder bewusst entscheiden müssen das nächste Kapitel zu beginnen. Auch eine Sterne-Vergabe fällt mir schwer, inhaltlich sind es 4-5 Sterne, von der Lesbarkeit nur 3 Sterne….
Fazit:
„Gleichnisse“ von John MacArthur ist ein interessantes Buch für Theologen und Bibelinteressierte, viel Inhalt, schwer lesbar….
- Klaus Berger
Vom Frieden zwischen den Religionen: Lateinisch – deutsch
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Alfonso M. Di Nola
Der Teufel
(3)Aktuelle Rezension von: AngelsammyNicht erst seit der superben Serie "Lucifer" interessiere ich mich für satanische Belange. Oder hätte erst dann Sympathy for the Devil. Mythologie, auch im religiösen Kontext fasziniert mich schon lange, aber eben erwähnte Serie hat meine Neugier wieder so richtig getriggert.
Alfonso Di Nola ist Religionswissenschaftler und hat hier ein sehr gutes Standardwerk zum Thema Teufel vorgelegt. Wesen, Wirkung, Geschichte. Von der "Geburt des Teufels" über das Dämonische in den archaischen Kulturen, die Zoroastrier, die antiken Völker, Germanen und Kelten, Indien und Tibet, der Ferne Osten, der Nahe Osten und Ägypten, dann die Hebräer, die Christen ... Dann fächert sich das Buch in die Aspekte auf, die das Christentum tangieren. Der Antichrist plus Armageddon, Teufelsglauben und Hexen, Besessenheit und Exorzismus, Wetterzauber und Tiere als Helfer des Teufels, ethnische Dämonisierung als einer der Ursachen für Genocide, volkstümliche Teufelsvorstellungen, dann noch Dämonen im Islam und der Teufel der Postmoderne. Es gibt ebenso einen informativen Anhang.
Ähnliche Vorstellungen was eine Art Satan und Dämonen betrifft gibt es bei allen Kulturen und Ethnien, auch schon bevor christliche Missionare ihr ( Un )Wesen trieben. Mit mangelndem naturwissenschaftlichen Hintergründen steht man allen Phänomen scheinbar hilflos gegenüber. Also mußten höhere Mächte, die weit über den Menschen stehen, dafür verantwortlich sein. Wie erklärte man dann aber negative Vorkommnisse? Der Antagonist ( en ) der "guten" Götter, die im Machtkampf ebendiesen schaden wollen bzw. Menschen auf ihre Seite zu ziehen versuchen.
Diese Sublimierung aller nicht beeinflussbarer Faktoren auf Götter, "Teufel und Dämonen" brachte den Menschen weltweit wohl unglaubliche Erleichterung, weil sie nicht dafür verantwortlich waren. Das förderte jedoch den Fatalismus. Außerdem führte das dann dazu, daß man sein ureigenes Verhalten, ob gut oder "böse" ebenfalls auf kosmische Mächte aus lagerte, damit man selbst seine Hände in Unschuld waschen konnte. Wer kennt nicht den berühmten Spruch: "Der Teufel hat mich dazu verführt!" bzw. "Der Teufel hat es mir eingeflüstert!" bzw. "Ich war / bin von Dämonen besessen!" ( Eine damals bequeme Ausrede für psychische Erkrankungen! )
Der Mensch macht es sich zu einfach. Er hat ja gar keinen freien Willen und wird von unbekannten Mächten dauernd hin - und hergeschubst. Ha! Ha!
Der Autor zeigt gut auf, daß die Grundlage für den modernen Teufelsglauben bei den Zoroastriern gelegt wurde. Das waren die Iraner, bevor die Perser kamen. Ahura Mazda, der Gute und Ahriman, der Böse, Zarathustra der Prophet, danke Friedrich Nietzsche!
Als die Christianisierung begann, kam es der urchristlichen Kirche gelegen, daß in den heidnischen Religionen teufelsähnliche Vorstellungen bereits existierten bzw. man sie passend ummünzen konnte. ( Nicht umsonst finden Ostern, Pfingsten und Weihnachten zu Terminen statt, an welchen ursprünglich heidnische Feste gefeiert wurden. Viele Bräuche sind heidnischen Ursprungs: Ostereier, Kirchweih - und Maibäume, der geschmückte Pfingstochse, der Weihnachtsbaum, die Rauhnächte usw. ) Die ziegenbockähnlichen Tribute des Teufels hat man vom Wald - und Vegetationsgott Pan übernommen, aber nicht nur. Der sogenannte Sündenbock, der wortwörtlich als Tieropfer von den Hebräern dem Wüstendamon zur Besänftigung gesandt wurde trug auch sein Scherflein dazu bei.
Interessanterweise wird der Satan in der Bibel überhaupt nicht namentlich als Lucifer genannt. ( Nur Jesus: "Ich sah den Morgenstern wie einen Blitz vom Himmel stürzen!") Jedenfalls nicht im offiziellen Kanon. In den Apokryphen allerdings schon, vornehmlich im äthiopischen Buch Henoch: ( Henoch wurde nach seiner Erhebung in den Himmel übrigens Metatron, tolle Karriere für einen Propheten ) dort werden nicht nur alle 300 gefallenen Engel namentlich erwähnt, sondern ebenfalls Lucifer als Rädelsführer, der schönste und geliebteste Engel Gottes. Der Name Lucifer wiederum geht auf den Sohn der Göttin der Morgenröte, Aurora zurück.
Die heutigen modernen Vorstellungen über Lucifer, dem gefallenen Engel mit den tausend Namen, speist sich also aus sehr vielen Quellen, die sich vermischt haben und so im mythologischen Sinne etwas komplett Neues hervorbrachten. Denn der christliche Teufelsglaube ist noch nicht annähernd zweitausend Jahre alt, ein Atemhauch in der Historie der Menschheit.
Allerdings, als sich die Kirche fanatisierte und überall Schwefel witterte, mußten viele unschuldige Menschen als Hexen dafür ihr Leben lassen. Der Teufel als Instrument der Propaganda, um auch Andersdenkende zu unterdrücken, zu terrorisieren. Da kommt er wie gelegen. Sonst hätte man ihn erfinden müssen!
Und die Zahl 666 kommt vom apokalyptischen Propheten Johannes. Welches Kraut rauchte der? Oder war er im Hungerwahn? Wahnsinnig? Oder war seine Schrift eine verschlüsselte Schmähkritik gegen die römischen Kaiser?
Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und enthält sehr viel Wissen, ohne daß Fragen offenbleiben. Mit weiterführender Literatur, die er als Liste wiedergibt, kann man Einzelaspekte vertiefen. Das Buch ist fern von akademischer Trockenheit und jeden, den das Thema interessiert, wird vom Erzählstil des Autoren gefesselt sein.
Das Werk enthält zahllose Schwarzweißabbildungen, die perfekt illustrieren und so den Text kongenial ergänzen.
Überhaupt ist unser Lucifer schon längst fester Bestandteil der Populärkultur. Von Horror, über Drama ( John Milton, Dante Alighieri ), Fantasy ( wo er mal der Gute, dann der Böse ist ), Pornographie, Photographie, Literatur, Film und Fernsehen, Kunst. Was das betrifft, ist Satan in der Tat überall. Gäbe es ihn in der Popkultur nicht, müßte man ihn erfinden. Ach so ja, die schlimmen Satanisten ( ich meine jetzt ausschließlich jene, die Verbrechen begehen und nicht die, die im Sinne Rudolf Steiners denken ) schieben das Meucheln von Jungfrauen und Tieren auch gerne auf den Fürst der Finsternis. Das würde mich an seiner Stelle ( falls es ihn gibt ) mir ganz gewaltig auf die infernalischen Eier gehen und ich strebte dann ebenfalls das Armageddon an - nur aus ganz anderen Gründen, als die Kirche denkt! Denn, der größere Teil der Menschheit nervt nämlich höllisch!
Übrigens: vor der Ausstrahlung der ersten Staffel "Lucifer" damals noch auf Fox, wollten bis zu eine Million evangelikale amerikanische Moms eben dies verhindern, weil ihres Erachtens, Lucifer Morningstar zu positiv dargestellt würde und das könne die ach so vulnerable Yankeejugend zu Satanisten machen! Bruhahahaha! Bekanntlich war ihnen kein Erfolg beschieden gewesen. Außerdem ist der reale Trump gefährlicher als eine fiktive Serie!
- Michael Tischinger
Auf die Seele hören
(11)Aktuelle Rezension von: AnBaDer Klappentext von Anselm Grün entspricht genau meinem Empfinden.
Das Buch ist trotz der tiefsinnigen Gedanken leicht zu lesen, da der Autor es in überschaubare Abschnitte unterteilt und mit einfach umsetzbaren praktischen Übungen ergänzt hat.
Ich bin sehr begeistert und kann es nur weiterempfehlen.
- Tina Weiss
Venus
(8)Aktuelle Rezension von: peedeeTina Weiss, geb. 1973, aufgewachsen in der Nähe von Bern, ist eine sehr aktive und vielseitig interessierte Frau. Die gelernte Buchhändlerin war unter anderem Moderatorin eines Erotikmagazins, Redakteurin, Reporterin, Stylistin von Models und Prominenten. Sie wurde zu „Venus“ und erfand das Online-Magazin „World of Venus“. Fashion, Lifestyle, Drogen, Sex… das war lange ihre Welt. Doch dann spürte sie eine Leere in sich, die sie unbedingt wieder füllen wollte. In Indien erlebt sie eine Wandlung und findet zum christlichen Glauben.
Erster Eindruck: Ein unerwartet schweres Buch, was mich sehr überrascht. Ein schönes Cover mit einer in die Kamera strahlenden Frau. Im Mittelteil des Buches hat es Fotos, die einen solchen Bericht immer sehr bereichern.
Ein langweiliges Leben zu führen (dabei gälte es noch zu definieren, was „langweilig“ bedeutet), wäre für Tina Weiss lange Zeit die Höchststrafe gewesen. Immer wieder probiert sie Neues aus. Es wird alles sehr ausführlich beschrieben, was für mich leider ermüdend war. Üblicherweise hat ein Buch ca. 50 Seiten Zeit, mich zu überzeugen, weiterzulesen. Und schon bevor ich diese 50 Seiten gelesen habe, hätte ich am liebsten aufgehört. Da ich jedoch unbedingt wissen wollte, wie es zu ihrer Wandlung kommt, musste ich dranbleiben. Die Geschichte müsste deutlich gestrafft werden, so ist z.B. für mich absolut nebensächlich, von welcher Marke ihr Snowboard ist, wie die Stellung heisst, mit der sie auf dem Brett steht („goofy“) oder zu welchem Event sie eine rosa Panty trug. Ebenso interessiert es mich nicht im Detail, dass Promi X an dieser Feier war und Promi Y an der nächsten. Und weiter ist es für mich nicht wichtig, welcher Bettgefährte nun wieder an der Reihe war. Sorry. Ein bisschen erinnert es mich an Tagebucheinträge. Der Teil über Tina Weiss‘ „altes“ Leben hätte für mich von ca. 210 Seiten auf etwa 50 Seiten gekürzt werden müssen.
Tina Weiss stammt wie ich aus der Region Bern und ist nur ein Jahr jünger als ich, da könnte man meinen, dass wir uns nahe sind. Doch die Beschreibungen zeigen, dass ihr und mein Leben so weit auseinander sind, wie der Mond von der Erde… Drogen, Alkohol, Sex, Geltungssucht, Schwangerschaftsabbrüche – dies sind nur einige Stichworte, die mir zu der früheren Tina Weiss in den Sinn kommen. Mir ist wichtig, Folgendes festzuhalten: Ich will Tina Weiss‘ früheres Leben in keiner Weise bewerten. Meine Kritik gilt einzig der Umsetzung der Geschichte im Buch.
Fazit: Die zu ausufernden Beschreibungen der ersten 210 Seiten haben mich leider sehr ermüdet und das haben auch die restlichen Seiten über ihre Zeit in Indien und ihre Rückkehr in die Schweiz nicht mehr wettmachen können. Schweren Herzens gibt es von mir nur 2 Sterne, schade (ebenfalls bedauerlich war, dass das Buch während des einmaligen Lesens teilweise auseinanderfiel). Ich wünsche Frau Weiss, bzw. Frau Schmidt, wie sie seit ihrer Hochzeit im Jahr 2016 heisst, alles Gute. - Mick Fleming
Schonungslose Gnade
(6)Aktuelle Rezension von: HopeandliveDas durfte Mick Fleming erfahren. Aufgewachsen in einer Stadt in England mit seinen Eltern und seiner geliebten großen Schwester ist Mick ein fröhlicher und lebhafter Junge. Das ändert sich an dem Tag, an dem er auf dem Heimweg von einem Mann im Park überfallen und missbraucht wird. Der traumatisierte Junge versucht sich seinen Eltern anzuvertrauen, doch genau an diesem Tag stirbt völlig überraschend seine große Schwester an einem Herzanfall und nun legt sich eine zerstörerische Dunkelheit auf den Jungen und er verpackt sein grausames Geheimnis in die unterste Ecke seines Herzens, in dem es beginnt vor sich hin zu schwären und zu eitern, bis der nun ausgewachsene Mike völlig mit Hass, Wut und Zerstörungskraft ausgefüllt ist.
Seit diesem Tag weint Mick nie mehr und wenn der Schmerz versucht an die Oberfläche zu kommen, schluckt er ihn mit immer mehr Alkohol und Drogen hinunter. Er entwickelt eine Lust an Gewalt und Kriminalität und gilt bald als der berüchtigste Drogendealer und Geldeintreiber seiner Stadt, tyrannisierte seine Herkunftsfamilie wie auch seine beiden Ehefrauen und seine Söhne. Doch dann wird diesem Treiben ein jähes Ende gesetzt.
Mick erfährt das Eingreifen Gottes in sein Leben auf eine drastische Art und Weise und so extrem wie er in der Dunkelheit gelebt hatte, lebt er nun im Licht Gottes und bringt es den Ärmsten auf den Straßen Englands. Er gründet die "Church on the Streets", nachdem er die Erfahrung machen musst, dass ihn kein Kirchengläubiger wirklich verstand, er bringt das Königreich Gottes auf die Straße und er lässt sich auch in der Corona-Zeit nicht davon abhalten Hoffnung und Licht zu den Menschen zu bringen. Er lebt die Maßnahmen des Himmels und nicht die der Welt. Das rettet vielen Menschen das Leben und schenkt ihnen wieder eine Lebensperspektive. Mick erfährt Heilung und Wiederherstellung in einem Maß an sich und seiner Familie, die er sich nicht vorstellen konnte. Doch da ist noch dieses dunkle Geheimnis von dem er sich schwor, sollte er den Täter treffen, dann würde er ihn umbringen. Eines Tages kommt ein obdachloser Mann in die "Church on the Streets" und Mick schaut in die Vergangenheit....., doch nun ist er ein Mann und kein hilfloses Kind mehr. Er weiß, dass Gott ihn liebt und ihm vergeben hat. Kann er nun auch seinem Peiniger vergeben? Dieser Abschnitt hat mich zutiefst bewegt, zeugt es doch von dem übernatürlichen Wunder, dass Gott an Mick getan hat.
Mich hat die Lebensgeschichte von Mick sehr bewegt und wieder gezeigt, dass kein Leben verschwendet ist und wenn ich es zulasse, Gott alle Möglichkeiten der Heilung und Wiederherstellung hat. Seine Mutter ist mir ein Vorbild und Ermutigung und ich bin sicher, sie freut sich auf der Wolke der Zeugen über ihren Sohn Mick, der Erbarmen mit den Menschen hat und mit Gottes Hilfe in der Lage ist, ihnen die vergebende und wiederherstellende Liebe des Vaters zu schenken.
- Jacques Le Goff
Wucherzins und Höllenqualen
(2)Aktuelle Rezension von: wolfschwerdtObwohl die Wucherei im Mittelalter als eine der größten Sünden galt, setzte sie sich seit dem 12. Jahrhundert als, wie der Autor des Buches "Wucherzins und Höllenqualen", Le Goff meint, Wegbereiter des Kapitalismus durch. Für die Kirche war die Sache klar: wer ungerechtfertigte Zinsen erhebt oder Geld gegen Zinsen verleiht, ja wer erwartet, mehr zurückzubekommen, als er gibt, der sündigt und hat keine Chance, in den Himmel zu kommen. Allerdings gilt das für „Geschäfte“ mit dem Bruder, also für Geschäfte von Christen untereinander. Fremden gegenüber, das galt für Christen und Juden, darf man Wuchern, ohne zu sündigen. In einer regelrechten Kampagne gegen die Wucherei, sie wurde im Laufe des 12. und 13. Jahrhunderts auf fünf Konsilien streng verurteilt, verteufelte die Kirche das Geld, den Mammon und sein Opfer, den Wucherer. Dessen ungeachtet florierte der Handel mit dem Geld, denn die sich entwickelnde Wirtschaft und der Fernhandel benötigten Kredite und damit auch Kreditgeber. So blieb der Wucher zwar eine Sünde, dem Wucherer eröffneten sich jedoch mit einer Veränderung der kirchlichen Sichtweise von Sünde und Buße, Auswege aus dem Dilemma. Das Fegefeuer als Chance, für den, der seine Sünden aufrichtig bereut, in den Himmel zu kommen, statt ewig in der Hölle zu schmoren, bot nun auch dem Wucherer bzw. dem Geldverleiher die Möglichkeit, trotz sündigen Lebens in den Himmel zu kommen. Und damit ist nach Auffassung von LeGoff ein Meilenstein auf dem Weg zum Kapitalismus erreicht. Le Goff beschreibt durch zahlreiche Beispiele in Form von Zitaten die komplexe Problematik zwischen den christlichen Prinzipien, einer sich entwickelnden (Geld-) Wirtschaft, des christlich- jüdischen Verhältnises, des mentalen und sozialen Drucks, der durch die geistlichen Vorgaben und die Prozesse der realen Welt entsteht. Das klassische Werk, ganz im Stile der Nouvelle Histoire zieht den Leser tief in die fremdartigen Denkweisen des Mittelalters hinein. Keine Aneinanderreihung von historischen Daten oder Taten großer Männer. Das Thema und die Geschichte wird hier als langwieriger gesellschaftlicher Prozess begriffen und beschrieben. Jaques Le Goffe ist einer der führenden Vertreter der Nouvelle Histoire, der in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts im Elsaß entstandenen Schule der Sozial- und Mentalitätsgeschichte, die erst in den 70er Jahren auch in Deutschland Fuß fassen konnte. Der 2008er Neuauflage der rund 20 Jahre alten Arbeit Le Goffes ist nun eine recht umfangreiche Einführung von Johannes Fried hinzugefügt worden, die die detaillierten und zitatenreichen Ausführungen des international anerkannten Mittelalterspezialisten noch einmal übersichtlich zusammenfasst. Histoire























