Bücher mit dem Tag "tibet"
74 Bücher
- Cornelia Funke
Drachenreiter 1
(822)Aktuelle Rezension von: Pegasus1989Neben der Tintenwelt-Reihe ist die Drachenreiter-Reihe eine meiner Lieblingsbuchserien von Cornelia Funke. Sehr schöner Schreibstil und auch der Inhalt des ersten Teils zeugt von viel Freundschaft, Abenteuerlust und jeder Menge an verschiedenen Charakteren, die lernen müssen, miteinander umzugehen. Besonders gelungen fand ich die Flugzeugratte, die anscheinend vor gar keinem Abenteuer zurück schreckt. Ein tolles Abenteuer, nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene, die nochmal Kind sein möchten.
- Jennifer Donnelly
Die Wildrose
(335)Aktuelle Rezension von: annilittleIch muss schon sagen, dass ich ein wenig traurig darüber bin, dass ich meine geliebten Finnegans / Bristows und Baxters gehen lassen muss, aber ich kann ja immer wieder zu ihnen zurückkehren, das beruhigt mich dann doch ein bisschen. Für mich war der Abschluss der Trilogie definitiv der beste Teil der Trilogie und es ärgert mich immer noch, dass am Ende diese eine Sache passiert ist bzw. nicht passiert ist, die mich dann so gestört hat, dass ich am Ende einfach keine 5 Sterne vergeben konnte.
In diesem Band geht es um Seamie, den jüngsten der Finnegans, und Willa , die man bereits im Vorgänger kennengelernt hat und ich muss sagen, dass ich nicht erwartet hätte, dass sie mir so sehr ans Herz wachsen würden.
Zum Schreibstil brauche ich nach drei dicken Büchern, glaube ich, nicht mehr allzu viel sagen. Die Frau hat’s drauf und man kann trotz der Seitenzahl einfach nur so durch die Kapitel fliegen. Ich mag die Kombination aus Spannung, Emotionen (positiven wie negativen) und Herzklopfen.
Nachdem ich den zweiten Band so geliebt habe, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich Seamie oder Willa so gern haben könnte wie Sid und India, weil ich mich mit Letzterer auch so gut identifizieren konnte. Willa und ich könnten unterschiedlicher nicht sein, aber dennoch habe ich so sehr mit ihr mitgefiebert und vor allem mit ihr mitgelitten. Auch Seamie mochte ich gern, ich hatte nur manchmal etwas Probleme, ihn mit dem kleinen Jungen aus »Die Teerose« zusammenzubringen.
Das ganze Buch war einfach spannend, wir befinden uns auf drei unterschiedlichen Kontinenten und das vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs, wodurch man ganz viele Perspektiven eröffnet bekommt und auch viele Dinge erfährt, die man mit dieser Zeit nicht unbedingt in erster Linie erfährt, die aber trotzdem enorm wichtig waren.
Fazit: Ein würdiger Abschluss für eine super Trilogie mit wundervollen Charakteren, die mir viele tolle Lesestunden bereitet hat.
Bewertung Band 3: 4,5/5
Bewertung gesamte Trilogie: 4,5/5 - Douglas Preston
Darkness - Wettlauf mit der Zeit: Eine neuer Fall für Special Agent Pendergast
(190)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeAloysius Pendergast und sein Mündel Constance ziehen sich nach den Ereignissen mit Diogenes für ein paar Monate in ein tibetisches Kloster zurücl, um die schlimmen Erlebnisse besser zu verarbeiten. Insbesondere Constance ist nach einem Klinikbesuch noch psychisch angeschlagen. Aber die Mönche bitten um Hilfe, und so bleibt nicht lange Zeit für Ruhe, denn ihre wertvollste Reliquie wurde gestohlen. Natürlich hat Pendergast tatsächlich bald eine Spur, der er gemeinsam mit Constance auf den gerade zu seiner Jungfernfahrt aufgebrochenen Luxusliner Britannia folgt. Die Überfahrt werden auch die Passagiere dieses Schiffes nicht vergessen, nur leider sind die Eindrücke nicht positiv, denn die Zahl der Toten steigt……
Das Autorenduo kehrt mit dem achten Band zurück in die mysteriös gruseligen Anfänge der Reihe. Der Beginn des Buches im tibetischen Kloster wartet mit der passenden mystischen Atmosphäre auf und lässt den Leser völlig im Unklaren, was den gestohlenen Gegenstand angeht und was ihn so gefährlich macht. Der Spannungsbogen ist wie gewohnt insgesamt durchgehend hoch und diesmal kommt auch der Gruselfaktor nicht zu kurz. Obwohl dieser Band sehr stark ins Mystische geht, gelingt es den beiden Autoren sehr geschickt die Geschehnisse durchweg zu plausibilisieren und zu erklären, so dass es scheinbar ganz gleich wie unrealistisch die Ereignisse auch sein mögen, immer irgendwie völlig möglich und real zu sein scheint. Pendergast bleibt wie immer einzigartig in seiner Art zu ermitteln und auch Constance bekommt Raum sich zu einem durchweg interessanten Charakter zu entwickeln. Auch bekommt sie am Ende des Buches ihren persönlichen kleinen Cliffhanger, der den Leser durchaus neugierig macht, wie es für sie weitergeht.
Mein Fazit: Wieder ein ausgesprochen spannender, mysteriöser und definitiv lesenswerter Band der Reihe. Pendergast ist fast schon Cult. Interessierten kann ich nur ans Herz legen, die Reihe von Beginn an zu lesen.
- Eliot Pattison
Der fremde Tibeter
(86)Aktuelle Rezension von: ArmilleeBis zur 110. Seite habe ich gelesen, (dafür habe ich 11 Tage gebraucht) dann stellte ich mir selbst die Frage : kapiere ich diese Geschichte als Ganzes ?
Eine fremde Kultur mit jeder Menge Fremdworte. Ich habe keine Lust andauern zu googeln, was Glaubensrichtungen und Ausdrucksweisen zu bedeuten haben. Davon abgesehen war der Plot überaus brutal und Menschenverachtend.
Es hat einfach keinen Spaß gemacht das zu lesen.
- David Safier
Traumprinz
(223)Aktuelle Rezension von: Carolin_44Wie kommt man immer auf solche Geschichten? ;)
Ich mag die Bücher von David Safier sehr gerne, sie stehen alle in meinem Bücherregal.
Auch hier wieder witzig und charmant geschrieben, die Charaktere sehr liebenswert. Viel Fantasie und Action im Storyverlauf mit für mich unerwartetem Ende. Die Zeichnungen/Comics sind sehr schön und fügen sich toll ins Buch ein.
- Nina Sedano
Fernweh im Herzen
(18)Aktuelle Rezension von: ckfreeDas Cover ist altbacken und passt nicht zu einer modernen Weltenbummlerin, die mit dem Rucksack unterwegs ist. Zudem ist der Titelzusatz irreführend, denn es handelt sich nicht nur um neue Abenteuer. Das Buch umfasst vielmehr Reiseerlebnisse aus 40 Jahren (1978-2018), in denen teilweise Rückblicke zu anderen früheren Reisen gemacht werden.
Die Anekdoten sind mal mehr, mal weniger lang und beschäftigen sich mehr mit den Reisebekanntschaften der Autorin als mit den Ländern.
Oft wirkt es wie ein Tagebuch oder eine Dokumentation runtergeschrieben. Zwischendurch gibt es Passagen, die sich wie ein Sachbuch über Tiere oder Belehrungen über Natur, Umweltschutz etc. lesen.
Äußerst wenig verspürt man die Freude und Euphorie der Reisenden.
So ist das selbst auferlegte Vorhaben "Dieses Buch möchte zum Reisen animieren" in meinen Augen klar gescheitert. So schwappt keine Begeisterung oder springt der Funke für einzelne Länder auf mich nicht über, sodass ich nach dem Lesen ohne neues Fernweh zurückbleibe. - Martin Klauka
Einmal mit der Katze um die halbe Welt
(72)Aktuelle Rezension von: Lauras_bunte_buecherregalIch liebe Reisebücher und ich bin sehr kritisch, was Reisen mit Katzen angeht. Aber meine Lieben ich durfte Mogli bei der Lesung kennenlernen und hatte im Buch einen tollen Einblick in die Beziehung der Beiden. Anders als bei dem ein oder anderen Buch über Reisen mit Katzen bin ich fest überzeugt, dass in diesem Fall das Wohl der Katze im Vordergrund steht und stand.
Der Schreibstil war toll und ich konnte mir die Route gut vorstellen. In einigen der Länder war ich selbst bereits. Es war eine gute Mischung an Beschreibungen und lebhaften Geschichten. Teilweise war das Buch spannend geschrieben und ich habe wirklich mitgefiebert, was als Nächstes passiert.
Für alle die auf Reisen gehen möchten, ohne den Lesesessel zu verlassen, eine absolute Empfehlung. Von mir kriegt das Buch 5 von 5 Sterne.
- Lama Ole Nydahl
Wie die Dinge sind
(17)Aktuelle Rezension von: honkwilliamsEine anschauliche, praktische Einführung in den Diamantweg-Buddhismus. Für totale Einsteiger geeignet. Bietet allerdings sehr wenig HIntergrundwissen. Ein Buch für Seelenfänger und solche, die es noch werden wollen. - Judith Winter
Lotusblut
(148)Aktuelle Rezension von: ZahirahDer Thriller ist gut erdacht und kommt mit einigen unvorhersehbaren Wendungen daher. Der Autorin gelingt es die Spannung lange zu halten, da man als Leser nicht zu schnell auf den Mörder und seine Motivation schließen kann. Die Anlaufschwierigkeiten in ihrer Zusammenarbeit, die ja schon in Band 1 intensiv beleuchtet wurden, sind auch in diesem Serienteil noch nicht ausgeräumt. Das zeigt sich auch darin, dass beide jeweils allein ihren eigenen Ermittlungsansätzen folgen, was wiederum ihr Vorgesetzter gar nicht gern sieht. Aber allmählich merken die beiden so unterschiedlichen Charaktere, dass sie zusammenarbeiten müssen, wollen sie den Fall zum Abschluss bringen. Hat man den Vorgänger gelesen und erinnert sich an die Zickereien der Beiden, wirkt die hier beschriebene Weiterentwicklung durchaus überzeugend und glaubwürdig. Auch die Nebencharaktere passten mit ihren Persönlichkeiten gut in die Geschichte. Alles in allem eine gelungen Fortsetzung. Mich hat der Krimi gut unterhalten und ich kann 4 von 5 Sterne vergeben.
- François Lelord
Hector und die Suche nach dem Paradies
(24)Aktuelle Rezension von: RadikaleResignationLelord schafft es aufgrund seiner professionellen Funktion als Therapeut wunderar, schwierige Themen immer wieder in neue, locker-leichte Geschichten zu verpacken. So gab es neben dem Thema Glück, Liebe und der Zeit auch die Freundschaft und Philosophie, die Hector seinem eigenen Sohn näher bringt. Hier ist er auf dem Weg zum Himalaja, die Religion wird großes Thema. Lelord schafft es immer wieder, nebenbei den eigenen Horizont zu erweitern. Danke:-)
- Maria Blumencron
Am Ende der Welt ist immer ein Anfang
(20)Aktuelle Rezension von: Lea5858Es ist schon so lange her. Ich hatte das Buch damals aufgrund einer eigenen schwierigen Lebenssituation das Buch nicht ganz fertig lesen können. Jetzt will ich trotzdem endlich meine Rezension schreiben.
Gerne gebe ich dem Buch vier Sterne, dann es ist die wunderschön beschriebene Lebenskrise einer Frau. Reisen im Äußeren ist oftmals auch eine Reise zu sich selbst. Ich habe mich darin wunderbar wiedergefunden, bis meine eigene Lebenskrise auch mich zum "Vagabundieren" gebracht hat.
- Sarah Lotz
Angstrausch
(34)Aktuelle Rezension von: lucatrkisDer Klappentext verriet nicht ganz, worum es in „Angstrausch“ ging: Rund das erste Viertel der Geschichte drehte sich um eine illegale Expedition in ein Höhlensystem – wo das erwähnte Video entstand, bei dem der Protagonist Simon beinahe zu Tode kam –, anschließend nahm den größten Teil des Romans die Everest-Besteigung ein, ehe noch etwas anderes folgte. Alles fand unter Thierrys Drängen statt, Content für ihre gemeinsame Webseite zu produzieren, wofür er selbst gleichwohl keinen Finger rührte.
Ed, Simons Höhlenführer, war mir auf Anhieb unsympathisch, das sollte er aber auch sein. Bei dem Protagonisten selbst vergaß ich dagegen anfangs die ganze Zeit, dass er männlich war, weil seine Erzählsprache eher nach einer Frau klang. Die Szenen unter der Erde mit dem engen „Rat Hole“ waren atmosphärische, mit der Zeit wartete ich jedoch auch auf den Beginn der „richtigen“ Handlung. Eine Erwartungshaltung, die anders gewesen wäre, hätte man sich im Klappentext nicht auf die Everest-Besteigung konzentriert.
(SPOILER) Diese setzte in Form von Tagebucheinträgen der zuvor unerwähnten Bergsteigerin Juliet während ihres Gipfelversuchs am Mount Everest ein, was für mich zunächst schwer einordbar, zudem mitunter etwas zäh war. Erst später erfuhr man, dass Juliet die verstorbene Mutter von Mark, einem der Teilnehmer bei Simons Everest-Mission, war, ihre Perspektive somit in der Vergangenheit spielte. Faszinierend fand ich das von ihr geschilderte „Dritter Mann“- Phänomen, das irrationale Gefühl, in den höheren, sauerstoffärmeren Gefilden des Berges nicht allein zu sein. Ihr „Dritter Mann“ war ihr verstorbener Kletterpartner, allerdings mit einer altmodischen Sauerstoffmaske, die sein Gesicht verhüllte, was durchaus für ein wenig Grusel sorgte.
Simon erfuhr während seiner – im Übrigen recht langarmigen – Besteigung ähnliche Halluzinationen wie Juliet, wobei sein „Dritter Mann“ der in der Höhle verstorbene Ed war. Ob es sich tatsächlich um Einbildung handelte, sollte eine Weile offen bleiben, am Ende war Ed aber selbstverständlich nicht von den Toten auferstanden. Schade, definitiv eine ungenutzte Chance, sich ein wenig in Richtung Horror zu bewegen!
Für mich als Laie klang der Everest-Aufstieg überraschend einfach, immerhin konnte selbst der unerfahrene Simon beinahe bis zum Gipfel vorsingen. Im Verlauf dessen entwickelte er eine annähernd romantische Beziehung zu einer Mitbergsteigerin namens Wanda, welcher leider jedoch zerbrach, nachdem seine wahre Intention hinter der Reise zum Everest – das Filmen von dort befindlichen Leichen für die Website – herauskam.
Dass er während der Zeit auf dem Berg einen moralischen Wandel durchgemacht und gar keine Toten gefilmt hatte, wollte Wanda nicht hören. Die Everest-Episode endete mit einem fulminanten Protagonist-geht-fast-drauf-Finale an Juliets noch immer kurz vor der Gipfel liegendem Leichnam. Nicht nur ihr grellpinker Kletteranzug, auch Simons innere Ed-Stimmen waren sehr eindrücklich.
Das letzte Drittel spielte nach der Bergbesteigung. Simon kehrte zurück in das Höhlensystem vom Anfang der Geschichte, zu Eds Körper gelang es ihm indes nicht vorzudringen, da man nach seiner Rettung einige Teile abgeriegelt hatte, um zukünftige Unfälle zu verhindern. Eigentlich hätte man sich diese Szenen deshalb sparen können, spannungstechnisch waren sie leider eine Enttäuschung. (SPOILER ENDE)
Das Ende gefiel mir prinzipiell ganz gut (nun kam doch ein wenig Horror-Stimmung auf!), war allerdings zu abrupt. Daran schlossen ein umfangreiches Glossar sowie eine Karte mit den verschiedenen Lagern auf dem Mount Everest ein, was eingangs beides leider mit keiner Silbe erwähnt worden war. Dass die Autorin gut recherchiert hatte, sah man unter anderem an der angehängten Bibliographie, was mir bei einem Roman selten begegnet ist.
Fazit: „Angstrausch“ barg sicherlich Potenzial, die Geschichte wirkte zuweilen jedoch unstrukturiert (beispielsweise fand der Höhepunkt nach zwei Dritteln statt, danach ging es abwärts), was an der fehlenden Kapiteleinteilung liegen mochte – oder dem sie schlecht vorstellenden Klappentext. Im gesamten Roman gab es zudem allein die drei Unterbrechungen, wenn ein neuer Teil begann, sowie an zwei oder drei Stellen bei einem Perspektivwechsel zu Juliets Tagebuch.
- Heinrich Harrer
Sieben Jahre in Tibet
(130)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
1944 gelingt den österreichischen Abenteurern Heinrich Harrer und Peter Aufschnaiter die Flucht aus einem indischen Internierungslager und sie schlagen sich zu Fuß nach Tibet durch. Am Ende einer langen und beschwerlichen Reise gelingt es ihnen die „verbotene Stadt“ Lhasa zu erreichen, die zu diesem Zeitpunkt kaum ein Europäer betreten hatte. Dort lernt Heinrich Harrer schließlich sogar den Dalai Lama kennen und die beiden werden Freunde…
Wo immer ich auch leben werde, die Sehnsucht nach diesem Land wird mich begleiten. (S. 417)
Wir schauen und schauen und können es nicht fassen, dass wir mitten in der „Verbotenen Stadt“ sind. Es gelingt mir heute nicht mehr, die richtigen Worte zu finden für das, was ich damals sah und empfand. Wir waren überwältigt. (S. 162)
Meine Meinung:
Ich bin froh, dass ich mich doch noch getraut habe diesem Buch eine Chance zu geben! Obwohl ich so gut wie gar nichts über Tibet wusste und fast nie Biografien bzw. Tatsachenberichte lese hat es dieses Buch geschafft mich zu begeistern. Es liest sich wie ein spannender, interessanter, stellenweise auch dramatischer Abenteuerroman und vermittelt einem nebenbei eine Menge Wissen über Tibet, seine Bewohner, die Religion und die Kultur. Die Tatsache, dass das alles wirklich passiert ist macht alles umso beeindruckender und interessanter. Die Beschreibungen von Land und Leuten sind sehr atmosphärisch und lassen das Tibet vergangener Zeiten richtig lebendig werden.
Es hat mich überrascht, dass Harrer nicht „nur“ von seiner Zeit in Lhasa und seinen Treffen mit dem Dalai Lama erzählt. Zunächst erfährt man wie unglaublich beschwerlich die Reise bis dorthin gewesen ist und damit hat mich das Buch direkt in seinen Bann gezogen. Harrer und Aufschnaiter waren nämlich rund zwei Jahre lang zu Fuß in Tibet unterwegs ehe sie endlich in Lhase ankamen und das unter Umständen, die heutzutage sogar noch abenteuerlicher und unvorstellbarer wirken als sie es damals ohnehin schon gewesen sind: Die beiden konnten kaum ein Wort Tibetisch sprechen und verfügten bloß über eine selbst abgezeichnete und entsprechend ungenaue Landkarte. Zudem hatten sie nur wenige Nahrungsmittelvorräte, kaum Ausrüstung und ihre Schuhe und Bekleidung waren für ihr Vorhaben alles andere als geeignet.
Es wird sehr eindringlich und anschaulich beschrieben welchen großen physischen aber auch psychischen Strapazen und Entbehrungen die beiden ausgesetzt waren. Es galt Tausende von Höhenmetern zu überwinden, gewaltige Temperaturschwankungen durchzustehen (sonniges Temperatur bis hin zu – 30°C), extreme Wetterumschwünge auszuhalten. Hinzu kamen Probleme mit der Höhenkrankheit und sie mussten sich vor Räubern sowie vor wilden Tieren (u.a. Bären) in Acht nehmen. Von all dem zu lesen hat in mir noch viel mehr Respekt und Bewunderung für ihre Leistung und ihr Durchhaltevermögen aufkommen lassen. Außerdem fand ich es heftig, dass die beiden auf ihrem langen Weg kaum etwas vom Weltgeschehen mitbekamen und erst bei ihrer Ankunft in Lhasa (als sie endlich mal wieder eine Zeitung in die Hände bekamen) Näheres über den Verlauf und das Ende des Zweiten Weltkriegs erfuhren.
Es entsteht beim Lesen ein richtig lebendiges Bild vom Lhasa vergangener Zeiten. Es gab noch keinen Strom, geheizt wurde mit Yakmist und die Menschen hatten einen anderen Begriff von Zeit als heutzutage. Man erfährt eine Menge interessante, unterhaltsame, teils skurrile, faszinierende und geheimnisvolle Dinge über die tibetische Kultur. So z. B. über Staatsorakel, Prophezeiungen, Himmelsbestattungen, religiöse Feiertage und Bräuche, Polygamie und Polyandrie, Wettermacher etc.
Harrers große Liebe zu diesem Land und seinen Bewohnern ist auf jeder Seite spürbar. Es ist einfach schön zu lesen wieviel Freundlichkeit, Toleranz und Gastfreundschaft ihm die Tibeter entgegengebracht haben. Außerdem ist es sehr berührend wie Harrer und Aufschnaiter in Lhasa ein zweites Zuhause fanden und wie Freundschaften zwischen ihnen und den Tibetern entstanden. Sie lernten die Sprache und die Sitten der Tibeter und hatten ein ehrliches Interesse Land und Leute kennenzulernen. Im Gegenzug waren die Tibeter neugierig von den beiden etwas über die westliche Welt zu erfahren.
Viele Stellen haben mich zum Lächeln gebracht, weil manchmal auf unterhaltsame und süße Weise Welten aufeinanderprallen. So bringt Harrer den Tibetern z. B. das Schlittschuhlaufen bei und die sind zunächst völlig verblüfft, dass sich jemand freiwillig Messer unter die Schuhe bindet um damit aufs Eis zu gehen. Auch die Tradition zu Weihnachten einen geschmückten Baum ins Haus zu stellen und Geschenke darunterzulegen sorgt bei den Tibetern für Verwunderung und Aufheiterung. Umgekehrt hat Harrer zunächst so seine Probleme damit sich mit dem tibetischen Nationalgetränk Buttertee anzufreunden, dessen Geschmack für seinen europäischen Gaumen mehr als gewöhnungsbedürftig ist. Außerdem erheitert es ihn, dass bei Erdabreiten ständig Unterbrechungen stattfinden, weil Insekten (wegen dem buddhistischen Glauben an die Wiedergeburt) gerettet werden müssen und dadurch solche Arbeiten eine Ewigkeit dauern.
Ein Herzstück des Buches ist natürlich wie Harrer dem Dalai Lama begegnet ist. Das ist vor allem interessant, weil es sich bei diesem Dalai Lama um den derzeit noch immer amtierenden und inzwischen 90-jährigen Dalai Lama handelt, den Harrer kennenlernte als dieser noch im Jugendalter war. Ich fand es sehr überraschend und unterhaltsam, dass der allererste Kontakt zwischen den beiden dadurch entstand, dass der Dalai Lama ihn darum bat für ihn Filmaufnahmen vom Alltag in Lhasa anzufertigen (u. a. vom Schlittschuhlaufen, das Harrer den Tibetern zeigte) und ihm einen Filmvorführraum zu bauen, weil es ihm nur in Ausnahmefällen gestattet war den Palast zu verlassen.
Es wird toll beschrieben wie sich Harrer und der Dalai Lama kennenlernten und es ist richtig schön zu erfahren wie die beiden allmählich Freunde wurden. Harrer lernte den Dalai Lama als sehr herzlichen, intelligenten, wissbegierigen und weltoffenen Jungen kennen, der viel erwachsener wirkte als man es von jemandem seines Alters erwartet hätte. Es sprudelten eine Menge Fragen über die westliche Welt aus ihm heraus und Harrer war beeindruckt wieviel Wissen er sich bereits aus eigener Initiative durch Bücher und Zeitungen angeeignet hatte (z. B. über Technik und Weltgeschichte). Die beiden begann sich regelmäßig zu treffen und lernten u. a. zusammen Englisch. Während Harrer dem Dalai Lama viel über die westliche Welt beibrachte erfuhrt er im Gegenzug viel über die tibetische Geschichte und Kultur sowie über den Buddhismus.
Neben den vielen positiven Seiten des Lebens in Tibet erfährt man aber auch von den Schattenseiten. So gab es keine richtigen Ärzte, sondern nur Mönche, die auf sehr fragwürde Heilmethoden setzten (z. B. Astrologie und Diagnosen anhand des Fühlen des Pulses). Zudem gab weder Chirurgie noch Geburtshilfe. Die sanitären Zustände waren alles andere als gut und im Justizsystem war Bestechung weitverbreitet.
Leider wird es am Ende des Buches letztlich sehr traurig und die geschilderten Geschehnisse gehen einem sehr nahe und machen betroffen. Es ist ja bekannt, dass China im Jahre 1950 in Tibet einmarschiert ist und blutige Kämpfe folgten denen unzählige Menschen zum Opfer gefallen sind. Zudem musste der Dalai Lama das Land verlassen und er ist bis heute gezwungen im Exil zu leben. Viele Tibeter und auch Harrer und Aufschnaiter sahen sich gezwungen ihre zweite Heimat hinter sich zu lassen. Es kam vielfach zu Verletzungen des Völkerrechts und der Menschenwürde. Außerdem wurde systematisch versucht die tibetische Kultur zu zerstören. Tibets Bevölkerung ist Schreckliches widerfahren: Plünderungen, Hinrichtungen, Zwangsarbeit, Deportationen, Umerziehungslager...
1,2 Millionen Tibeter verloren ihr Leben, und von den 600 Sakralbauten wurden 99 Prozent zerstört. (S. 434)
Die Zerstörung Tibets wird auch nach fast 40 Jahren Besetzung fortgesetzt. Von meinem alten Lhasa blieben vielleicht noch zwei Prozent erhalten. Lhasa ist eine chinesische Stadt geworden […]. Jahrzehnte der Zerstörung, Unterdrückung, Sterilisation, des Genozids und politischer Indoktrination – all das konnte den Willen der Tibeter zur Freiheit nicht brechen. Ihr Glaube und die Verehrung für ihren Dalai Lama ist ungebrochen. (S. 437/438)
Ganz am Ende des Buches ist ein schönes Foto abgedruckt, das zu Herzen geht. Darauf sind der Dalai Lama und Heinrich Harrer gemeinsam zu sehen und zwar als beide bereits alte Männer waren. Das zeigt, dass sie über all die Jahrzehnte befreundet geblieben sind und wie der Zufall es will haben auch noch beide am 6. Juli Geburtstag!
Fazit:
Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieses Buch so in seinen Bann ziehen würde. Es ist unterhaltsam, interessant, regt zum Nachdenken an und es ist ein Buch, das einem auf jeden Fall in Erinnerung bleibt. Heinrich Harrer schreibt am Ende des Buches Folgendes:
Es ist mein großer Wunsch, mit diesem Buch ein wenig Sympathie und Verständnis zu wecken für ein Volk, dessen Wille, in Freiheit und Frieden leben zu dürfen, in der Welt bisher so wenig Beachtung gefunden hat. (S. 418)
Das hat er bei mir auf jeden Fall geschafft!
Hier noch ein schönes Zitat des Dalai Lama über seine Freundschaft zu Heinrich Harrer:
Der Dalai Lama sagte einmal: „Heinrich Harrer war einer von uns geworden und jetzt, wo wir älter geworden sind, erinnern wir uns an die glücklichen Tage, die wir zusammen in einem freien Land gelebt haben.“ (S. 433)
Zum Schluss noch ein Tipp: Im Internet findet man freizugänglich einige tolle Videos von Interviews mit Heinrich Harrer. Da erzählt er nicht nur von seiner Zeit in Tibet, sondern auch ein paar unterhaltsame Anekdoten. So hat er z.B. anlässlich der Verfilmung seines Buches Brad Pitt getroffen, der ihn im Film spielt. Die besagte Verfilmung ist eine tolle Ergänzung zum Buch.
- Soname Yangchen
Wolkenkind
(56)Aktuelle Rezension von: GrauerVogelSoname wächst in Tibet auf dem Land auf. Als ehemaliger Adel wird ihre Familie sowohl von den chinesischen Besatzern als auch von den anderen Leuten im Dorf besonders schlecht behandelt. Schließlich schicken ihre Eltern sie mit sechs Jahren in die Stadt, wo sie als Haussklavin bei einer Familie zehn Jahre ihres Lebens verbringen muss - bis sie schließlich über Nepal nach Indien flieht, von wo aus sie wiederum letztlich in den Westen gelangte.
Die Lebensgeschichte von Soname Yangchen ist äußerst interessant und auch sehr beeindruckend. Tibet ist ein Land, über das die meisten Europäer kaum etwas wissen und ich war sehr gespannt, einen Eindruck davon zu bekommen.
Ihre Geschichte ist nachvollziehbar erzählt, jedoch nicht ganz so lückenlos, wie ich es mir gewünscht hätte. Dadurch habe ich mitunter nicht alles verstanden bzw. tun sich für mich diverse Widersprüche auf. Ich habe den Eindruck, dass die Autorin durch einen gewissen Patriotismus (welchen ich gar nicht verurteilen möchte!) eine romantisierte Vorstellung von ihrem Heimatland haben mag, was dann zu diesen Widersprüchen führt, anders kann ich mir das nicht erklären. Beispielsweise beschreibt sie anfangs, wie ihre Familie vom ganzen Dorf angefeindet und teilweise wirklich bösartig schikaniert wird, aber später schwärmt sie davon, wie harmonisch und herzlich die Menschen in Tibet doch wären und dass sie nie jemanden schlecht behandeln würden. Das nur so als ein Beispiel, da gab es mehrere. Deshalb denke ich, man muss dieses Buch sehr aufmerksam lesen und auch teilweise hinterfragen.Allerdings mag es sein, dass mir bestimmte Dinge nur deshalb widersprüchlich erscheinen, weil ich die dortige Kultur nicht nachvollziehen kann.
Außerdem erklärt die Autorin vieles, was ihr widerfahren ist, mit ihrem Glauben und führt vieles auf ihr Karma zurück oder Gebete. Damit gehe ich als unreligiöser Mensch auch nicht immer so konform, dennoch verurteile ich das nicht, nur ein sachlicher Bericht ist es damit natürlich auch nicht mehr. Beispielsweise erklärt sie sich die Tatsache, dass die meisten Europäer sehr positiv, freundlich und interessiert auf Tibeter reagieren, damit dass die Tibeter so gläubige Buddhisten sind und unter dem Schutz des Dalai stehen und die Leute einfach durch sie seine Heiligkeit spüren würden. Das ist für mich einfach keine plausible Erklärung. Ich führe das vielmehr darauf zurück, dass die meisten Europäer vorher noch nie einen Tibeter getroffen haben und die meisten auch nichts über Tibet wissen. Allenfalls wissen die meisten, dass Tibet von China besetzt ist und reagieren dann mit Mitleid oooder - was viel entscheidender sein dürfte - haben über Tibet kein vorgefertigtes Bild, keine Schublade, in die sie die Person sofort stecken könnten. Über Chinesen und Japaner hat man sofort ein gewisses Bild im Kopf, bestimmte Eigenschaften vielleicht auch, die man ihnen zuordnet, eine Vorstellung von dem Essen dort, etc. (ob man will oder nicht, jeder hat diese stereotype Vorstellung von fast jeder ihm bekannten Kultur), aber von Tibet haben die meisten so wenig gehört, dass sie absolut keine Vorstellung von irgendwas haben und reagieren deshalb sehr unbefangen und vorurteilsfrei und eben auch neugierig. Das ist für mich eine viel logischere Erklärung.Dennoch fand ich es auch schön, einen Einblick in den tibetischen Buddhismus zu bekommen, der doch sehr viel sakraler ist, als der häufig hier in Europa praktizierte.
Insgesamt ein interessantes Buch mit einer faszinierenden Lebensgeschichte, das man aber aufmerksam lesen und bisweilen kritisch hinterfragen sollte. Auf jeden Fall aber lesenswert!
- Dan Simmons
Der Berg
(63)Aktuelle Rezension von: SunnySueDie Erstbesteigung des Mount Everest im Jahr 1924 und das damit einhergehende Verschwinden des erfahrenen Bergsteigers George Herbert Leigh Mallory und seines Begleiters Andrew (Sandy) Irvine hat sich Dan Simmons in seinem Roman "Der Berg" als zentrales Thema genommen.
Einige Jahre in Folge hatte Mallory vor Ort Informationen zur Beschaffenheit des Berges, der Wetterverhältnisse der verschiedenen Jahreszeiten und Pläne für die Erstbesteigung des Mount Everest gesammelt, ehe er es dann endlich 1924 gemeinsam mit Irving versuchte. Zeitgleich befinden sich Richard David Deacon, ein langjähriger Freund Mallorys, Jean-Claude Clairoux und der Amerikaner Jacob (Jake) Williams Perry auf einer Klettertour am Matterhorn. Während dieser Tour erreicht die drei begnadeten Bergsteiger die Nachricht von Mallorys und Irvines Verschwinden. Im Zusammenhang mit deren Verschwinden steht auch das Verschwinden von Deacons Cousin Perceval Bromley, der zwar kein Mitglied der Everest Expedition war, aber auf eigene Faust hinter Mallorys Team herkletterte.
In Deacon wirbeln die Gedanken durcheinander. Und nach einiger Zeit fragt er seine beiden Kletterfreunde JC und Jake, ob sie mit ihm gemeinsam eine Besteigung des Mount Everest wagen würden. Diese lassen sich nicht lange überreden. Doch die Finanzierung der Expedition könnte problematisch werden. An dieser Stelle kommt Lady Bromley ins Spiel, denn Deacon gibt ihr gegenüber vor, nach ihrem vermissten Sohn Percy zu suchen und so erklärt sich Lady Bromley bereit die erneute Everest Expedition zu finanzieren.
Die gesamte Expedition wird zu einer nerven- und kraftraubenden Sache und als eines Tages ein lauter Schrei ertönt und Deacon und Co feststellen müssen, dass alle Sherpas im Lager III auf bestialische Art und Weise getötet wurden, wird den Abenteurern klar, dass noch etwas weitaus gefährliches in den Bergen auf sie lauert.
Auch in "Der Berg" widmet sich Dan Simmons wieder einer wahren Begebenheit, die bis heute nicht vollends aufgeklärt ist und für Spekulationen sorgt. Ob Mallory und Irving den Gipfel je erreicht haben, weiß niemand. Mallorys Leiche wurde 79 Jahre später, erst im Jahr 1999 gefunden. Dass er die Mischung von Wahrheit und Fiktion meisterlich beherrscht hat mir Simmons ja bereits in "Terror" bewiesen.
Dan Simmons hat hier wieder einen großartigen Roman geschaffen und wählt hier eine interessante Erzählmethode. Zu Beginn des Buches dürfen wir Dan Simmons persönlich begleiten wie er Kontakt zu dem besagten Jacob Perry aufnimmt, der mittlerweile hochbetagt in einem Seniorenheim lebt. Diesen Jake lässt Simmons dann quasi seine Memoiren niederschreiben. Es ist mir nicht gelungen herauszufinden, ob es Jacob Williams Perry wirklich gegeben hat, daher gehe ich davon aus, dass Simmons ihn als fictionalen Part in die Geschichte eingebracht hat, um einen Erzähler aus erster Hand zu haben. Was hier wirklich ganz hervorragend gelingt.
Was weniger gelungen ist: Der Klappentext suggeriert etwas ganz anderes, als das Buch am Ende liefert. Für mich war es dennoch ein wirklich toller Roman, der mir sehr gut gefallen hat - was ich im Nachhinein kaum glauben kann. Tatsächlich geschieht über die Hälfte des Buches herzlich wenig. Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich nur mit den Vorbereitungen für die Expedition, ehe die Teilnehmer überhaupt zum Everest aufbrechen. Doch Simmons hat ein so großartiges erzählerisches Talent, dass ich selbst das ungemein spannend fand. Und das kuriose ist, dass ich, die absolut keine Ahnung oder überhaupt Interesse am Bergsteigersport hat, mich so sehr von Simmons Erzählung habe mitreißen lassen, dass ich beim Lesen selbst Lust hatte auf eine Expedition zu gehen. Zudem versteht sich Simmons sehr gut darauf einem absoluten Laien wie mir das nötige Wissen für solche Expeditionen auf eine angenehme Art und Weise zu vermitteln ohne mich dabei zu langweilen.
Das Ende des Buches wird dann allerdings etwas abstrus, aber das schmälert weder das Gesamtwerk noch den Spaß. - Xinran
Himmelsbegräbnis
(36)Aktuelle Rezension von: Schnutsche~Erster Satz~
Als ich fünf Jahre alt war, hört ich auf der Straße von Beijing Bruchstücke eines Gesprächs, die sich in meiner Erinnerung festsetzten und mich nicht mehr losließen:"Die Tibetaner haben seine Leiche in tausend Stücke zerteilt und an die Geier verfüttert."
~Meine Meinung~
Dieses Buch habe ich in einem Bücherschrank entdeckt. Ich fand das Cover so wunderschön, dass ich es mitgenommen habe, obwohl Liebesgeschichten eher nicht so mein Genre sind. Ich fing als eines Tages einfach an zu lesen und war erstaunt, dass wir hier die unheimlich interessante und bewegende Geschichte von Shu Wen und ihrem Ehemann Kejun. Das Buch ist keine Liebesgeschichte, sondern die Geschichte einer liebenden Frau und einer langen Suche. Neben der Geschichte von Shu Wen erfahren wir viel über Tibet, und die buddhistische Lebensweise einer Nomadenfamilie und bekommen einen Eindruck von dem Konflikt, der 1958 zwischen China und Tibet herrschte. Das Buch hat eindeutig einen Eindruck bei mir hinterlassen. - Tanja Polli
Ein Leben für die Kinder Tibets
(10)Aktuelle Rezension von: Locki_ElaIm Zentrum des biographischen Buches „Ein Leben für die Kinder Tibets“ von Tanja Polli steht Tendol, eine Tibeterin, die sich in den Dienst ihrer Herkunftsgesellschaft stellt und den Strassenkindern Tibets ein Heim bietet. Die Geschichte beginnt mit Tendols Flucht als kleines Kind aus Tibet nach Indien. Tief traumatisiert und von ihren Eltern getrennt kommt sie in Indien an und sieht ihre Familie nie wieder. Nach Irrungen und Wirrungen in Indien hat sie das Glück, nach Deutschland ausreisen zu dürfen und in einem Pestalozzidorf aufzuwachsen. Sie heiratet den Tibeter Lobsang, wird Mutter zweier Söhne und lebt fortan in der Schweiz. bei einem Besuch in Tibet findet sie ihre Bestimmung, ein Kinderheim zu bauen. Sie baut zunächst eines, dann ein weiteres und lässt ihre Familie in der Schweiz zurück. Den Söhnen fällt es zunächst schwer, dies zu akzeptieren.Zwischenzeitlich hat sich die Familie aber ausgesöhnt und unterstützt sie tatkräftig.
Mein Fazit: dies ist ein Buch über eine beeindruckende Frau mit einer starken Familie im Hintergrund. Viele Denkansetze und Handlungsweisen der Hauptfiguren muten fremd, gar exotisch an. Dennoch denke ich, dass der Familienkonflikt auf einem Identifikationskonflikt basiert. Tendol identifiziert sich vollständig mit der tibetischen Gesellschaft. Tendol stellt diese über ihre Privatfamilie. Ich denke, das rührt von der Rebellion gegen die chinesischen Besatzer her. Mit Unmut muss sie beobachten, dass ihre Söhne das zunächst nicht genauso sehen.
Ganz beeindruckend und fasziniert bin ich von Tendol der Wohltäterin. Eine tolle Frau, ein beeindruckender Mensch mit allen menschlichen Brüchen. Ich möchte die Lektüre uneingeschränkt empfehlen!!!
- Yangzom Brauen
Eisenvogel
(35)Aktuelle Rezension von: jackdeckIch habe die drei Damen in einer Talkshow gesehen und war fasziniert, besonders von der Grossmutter. Sie strahlte eine solche Zufriedenheit und innere Ruhe aus. Nachdem ich das Buch gelesen habe, hatte ich eine gute Vorstellung von ihrem gelebten Leben und mir wurde auch klar, woher diese innere Ausgeglichenheit kam. Es ist eine der schönsten Biografien/Familiengeschichten die ich gelesen habe. Kompliment an die Schreiberin, denn offensichtlich war es ihr erstes Werk. Ich bin sehr beeindruckt und habe viel über die Geschichte Tibets erfahren können und das Leben in diesem Land. Wer sich für Buddhismus und das Leben in Tibet interresiert wird diese Buch zu schätzen wissen. Unbedingt lesen! - Federica de Cesco
Die Tibeterin
(40)Aktuelle Rezension von: ChSandersDas Buch hat mich gefesselt von Anfang bis Ende. Bin per Zufall drauf gestossen und es ist mein erstes Buch. Doch ich konnte es nicht mehr weglegen. Ich freue mich auf weitere Bücher von Ihr.
- Alex Lukeman
WEISSER JADE (Project 1)
(12)Aktuelle Rezension von: Isar-12"Weisser Jade" ist der erste Band der Project-Reihe von Alex Lukeman. Nick Carter, ein Ex-Marine, ist nun für die Geheimorganisation PROJECT im Dienst. Diese ist neben CIA, FBI und Homeland eine Einheit, die direkt dem Präsidenten der USA unterstellt ist. Ein altertümliches Buch stellt den Mittelpunkt seines Einsatzes dar. Denn dafür wurde gemordet und es scheint ein Geheimnis über die Unsterblichkeit zu verbergen. Die Sprachwissenschaftlerin Selena Connor steht ihm zur Seite und zugleich gerät diese in den Strudel, der ein Kampf um Leben und Tod zu sein scheint. Denn die Attentäter haben nichts anderes im Sinn als eine neue Weltordnung zu erschaffen. Alex Lukeman hat mit dieser Reihe eine Mischung aus Thriller, Abenteuer- und Spionageroman kreiert. Eine Brise James Bond, etwas Rambo und ein wenig Indiana Jones ist dabei das Rezept. Dabei liest sich dieser Roman flüssig, führt den Leser in die Welt von PROJECT ein. Schauplätze sind die USA und China. Zum Start in diese Reihe hat mir dieser Roman gut gefallen, ist aber nicht immer ganz schlüssig. Dennoch erzeugt er durch sein teils hohes Tempo Spannung und lädt dadurch zum Weiterlesen ein. In Summe für mich eine gute Mischung und sicherlich nicht mein letzter Roman aus dieser Reihe, in der mittlerweile aktuell schon zwanzig Bände erschienen sind.
- Bernd Michael Grosch
Kurzgeschichten
(14)Aktuelle Rezension von: de_schwobGeschichten aus der großen, weiten Welt. Man spürt, dass Leben in diesen Geschichten steckt und der Autor nicht einfach nur los geschrieben hat. Auch wenn es manchmal etwas Zeit benötigt, sich die fremdländischen Namen zu merken, sind doch die (oftmals überraschend endenden) Geschichten derart spannend und interessant und dazu in solch herrlichem Stil verfasst, dass es schade ist, wenn sie irgendwann enden müssen. Hier habe ich einmal nicht nur schöne Unterhaltung und Abwechslung gefunden, sondern auch noch eine erhebliche Menge gelernt!
- C. Alexander London
Wir werden nicht von Yaks gefressen - hoffentlich
(21)Aktuelle Rezension von: SillivDer Titel und das Cover fand ich toll und freute mich auf ein lustiges und spannendes Buch.
Am Anfang fand ich schwer rein. Es war ein Durcheinander in meinem Kopf.
Der Vater kam mir vor wie Inspektor Gadget, immer nur bewusstlos und konfus.
Die Mutter ist überhaupt nicht mütterlich.
Der Autor fand es wohl lustig gefühlte 100 mal zu erwähnen, dass die Zwillinge 3 min. und 42 sec. auseinander liegen.
Diese ewige Verherrlichung der TV-Shows, diese fernsehsüchtigen Kinder.
Meine Kinder brauchen das Buch nicht zu lesen.
2 Sterne, weil es gibt weitaus schlechtere Bücher.
- Aljoscha Long
Der Kaufmann und der Rinpoche
(28)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIch habe die (manchmal recht teure) Angewohnheit mir Bücher, die in Büchern erwähnt werden, ebenfalls zu besorgen und zu lesen. Und als ich „Auf dem Weg. Eine Reise zum wahren Sinn des Lebens“ von Yongey Mingyur Rinpoche gelesen habe, wurde dort Lincoln im Bardo (die Rezension kommt in den nächsten Tagen) erwähnt. Nun musste ich mich aber vorweg natürlich erstmal mit dem Bardo beschäftigen, was zum Totenbuch der Tibeter führte. Und wie das so ist, wenn man schon beim Hölzchen und Stöckchen ist, stolperte ich dabei über Aljoscha Longs und Ronald Schweppes „Der Kaufmann und der Rinpoche“. Geht es hier doch um das Bardo, die Zwischenwelt, die im Totenbuch beschrieben wird.
Das Totenbuch heißt im Tibetischen Bardo Thödol, was übersetzt so viel bedeutet wie: „Befreiung durch Hören“. Nach dem Sterben befinden sich die Menschen in einem Zwischenzustand, einem Zwischenraum, so die tibetische Ausprägung des Buddhismus. Dieser Zwischenzustand ist das Bardo. Es ist der Nach-Tod-Zustand bevor die menschliche Seele wiedergeboren wird. Dabei dient das „Totenbuch“ quasi als Wegweiser durch die verschiedenen Verwirrungen des Bardos, um erlöst zu werden (aus dem Kreislauf der Wiedergeburten) oder doch zumindest einen Weg zu einer „angenehmeren“ Wiedergeburt zu finden. Denn das Bardo ist voll von Grausamkeiten und Verlockungen.
80 Jahre in Tibet
Der Anfang von „Der Kaufmann und der Rinpoche“ ist reichlich zäh. Die Geschichte braucht etwas, um in Schwung zu kommen. Die ständigen Auszüge aus dem Totenbuch, mit seiner sehr speziellen Sprache, machen es da nicht besser. Anfangs wirkt es so, als wollten die Autoren gar keine Geschichte erzählen, sondern lediglich das Totenbuch irgendwie verpacken. Man muss also etwas Geduld mitbringen und den Beginn etwas aushalten. Schafft man das, eröffnet sich plötzlich eine ausgezeichnete Geschichte. War ich schon fast vollkommen enttäuscht, ob des Anfangs, nimmt der Roman plötzlich Fahrt auf und beginnt mit der Verwebung der Lebensgeschichte des Protagonisten mit der Geschichte Tibets nicht nur Spannung aufzubauen, sondern auch noch historisches Wissen zu vermitteln.
Besonders gelungen sind dabei die jeweiligen Perspektiven, die die Autoren einzunehmen vermögen, ohne zu verurteilen und sie so zu beschreiben, dass die Leser*innen verstehen und selbst ihre Schlüsse ziehen können.
Seit frühester Kindheit sind die Lebenswege zweier Freunde eng miteinander verbunden. Der reiche tibetische Kaufmann Dorjee Wangchuck irrlichtert dabei durch die tibetisch-chinesische Geschichte. Getrieben von seinen Wünschen, Ängsten und Hoffnungen. Ganz nach Nietzsche ist ihm nichts Menschliches fremd. Geradezu entgegengesetzt widmet sein Freund der Rinpoche Sonam Tsering sein Leben dem Buddhismus und wird bereits früh Mönch. Immer wieder begegnen sie einander mal fremder, mal vertrauter – aber die freundschaftlichen Bande zerreißen nie völlig. Als der alte Kaufmann stirbt, kommt sein Freund, der Mönch und liest ihm aus dem Totenbuch vor. So soll der Ungläubige dennoch seinen Weg durch das Bardo finden.
Zu viel Bardo, dennoch gut
Die einzelnen Abschnitte des Bardo werden von Rückblenden in die Lebend er beiden Freunde eingebettet. Der Roman ist dann sehr gut, wenn er die Vergangenheit erzählt. Die Abschnitte in der Gegenwart sind schon fast überflüssiges Rahmenwerk, oder zumindest spannungsarm. Die Teile, die aus dem Totenbuch mehr oder weniger zitiert werden, hemmen den Lesefluss und frustrieren eher. Hier hätte man vielleicht besser auf gelungene Paraphrasierungen setzen sollen. Wen das Bardo so sehr interessiert, wird sich schließlich eh mit dem Totenbuch auseinandersetzen.
Insgesamt ist es dann aber tatsächlich doch noch ein sehr lesenswerter Roman geworden, der mir vieles über Tibet nähergebracht hat.
- Federica de Cesco
Weißer Kranich über Tibet
(13)Aktuelle Rezension von: IcelegsWow – dieses Buch hat mich in seinen Bann gezogen, obwohl das Thema oft erdrückend war.
Sonam lebt in Tibet, in einem Land, in dem sich als Einheimische nicht dazugehört- denn Tibet ist von den Chinesen eingenommen. Obwohl sie eine ausgezeichnete Schülerin ist, darf sie nicht in China studieren gehen, denn ihre Eltern haben sich früher gegen die Chinesen gewandt. Nun erfährt Sionam, dass dies nicht nur früher so war. Auch jetzt noch engagieren sich ihre Eltern für ein freies Tibet und verhelfen anderen zur Flucht in ein Nachbarland. Für ihre Tochter wünschen sie sich mehr als ein Leben als Putzfrau oder Marktverkäufern und schicken sie deswegen auf die gefährliche Reise nach Nepal um dort frei zu leben.
Die schlimmen politschen Verhältnisse haben mich sehr in ihren Bann gezogen, insbesondere da sie noch nicht an Aktualität verloren haben. Aber auch das Verhältnis von Sonam zu ihren Eltern und besonders zu Osher verlieh dem Buch einen magischen Sog.
Für mich würde die Geschichte passen, sobald man auch vom 2. Weltkrieg gehört bzw. gelernt hat. Ich denke, dass man dann die Verhältnisse besser versteht und ihnen auch ihren Wahrheitsgehalt eingestehen kann – als Kind hätte ich mir wohl gewünscht, dass das alles nicht wirklich wo passiert und nur eine Geschichte ist. Also mehr (ein wirklich lesenswertes) Jugend- und Erwachsenenbuch ;)























