Bücher mit dem Tag "tierhaltung"
38 Bücher
- Sebastian Fitzek
Flugangst 7A
(1.416)Aktuelle Rezension von: Manuela_StenglFlugangst hatte ich nie. Deshalb war Flugangst 7A für mich erst mal einfach nur ein Titel. Ein Thriller eben.
Ich habe das Buch vor Kurzem zu Hause gelesen – ganz unspektakulär, auf dem Sofa. Und dann passierte das, was bei guten Thrillern passiert: Der „Nur noch eine Seite-Sog“ ergriff von mir Besitz.
Man klappt das Buch zu – und öffnet es sofort wieder. Nur noch ein Kapitel. Nur noch diese eine Auflösung.
Was mich an diesem Buch besonders fasziniert hat, waren nicht die Turbulenzen in der Luft, sondern die psychologischen Abgründe der Akteure. Und diese perfide Konstruktion der Geschichte, bei der man irgendwann merkt: Hier wird mit einer Ur-Angst gespielt. Mit Moral. Mit Schuld. Mit Manipulation.
Und plötzlich sitzt man da – völlig sicher auf dem eigenen Sofa – und fühlt sich trotzdem innerlich unter Druck gesetzt.
Ein Moment hat mich dabei besonders beschäftigt: Ich habe mich angesichts des Motivs des Entführers ertappt gefühlt. Und mich mich gefragt, ob dieses Buch manche Menschen dazu bringt, ihr eigenes Verhalten in diesem Punkt zu überdenken.
Und genau das ist es, was für mich einen starken Psychothriller ausmacht: Nicht nur Spannung beim Lesen, sondern der bleibende Eindruck.
Warum ich dir das erzähle?
Weil Flugangst 7A für mich wieder einmal gezeigt hat: Manchmal ist Angst ein hervorragender Geschichtenerzähler. Sie zwingt uns, hinzusehen. Sie legt offen, wie gering manchmal unser Einfluss ist und wie leicht wir in Extremsituationen in innere Konflikte geraten können.
Wenn du Thriller liebst, psychologische Abgründe spannend findest und Geschichten schätzt, die mehr sind als bloße Action, dann ist dieses Buch definitiv etwas für dich.
- Ann-Helén Laestadius
Das Leuchten der Rentiere
(174)Aktuelle Rezension von: BuchundBrettBuchvorstellung
Es beginnt mit einem Kind und einem Verbrechen. Elsa ist neun Jahre alt, als sie in der winterstillen Weite Sápmi etwas sieht, das kein Kind sehen sollte: den Tod eines Rentiers, ihres Rentiers. Die Landschaft liegt ruhig, fast feierlich da, doch dieser Moment bricht die Ordnung der Welt. Der Täter ist kein Schatten, kein Gerücht, sondern ein Mann aus Fleisch, Drohung und Gewissheit. Er steht vor ihr, sichtbar, greifbar, und doch unerreichbar für jede Form von Gerechtigkeit. Ein Blick genügt, ein stummes Zeichen, und Elsa versteht, dass Reden gefährlich ist. Von diesem Moment an trägt sie etwas mit sich, das schwerer wiegt als jedes Geweih: die Last des Ungesagten, die sich unausgesprochen in ihr festsetzt.
Was folgt, ist kein klassischer Kriminalfall mit Ermittlungen und Auflösung, sondern eine langsame, schmerzhafte Entfaltung struktureller Gewalt. Die Erwachsenen reagieren ausweichend, die Behörden zucken mit den Schultern, und Akten schließen sich wie Türen ohne Klinke. Die Tat verliert ihren Schrecken, sobald sie in der Sprache der Verwaltung ankommt. Aus Mord wird ein bürokratischer Vorgang, aus Gewalt ein Verwaltungsproblem. „Gestohlen“ heißt es dann, als ließe sich Blut mit einem Stempel trocknen. Während die Rentierherden schrumpfen und die Bedrohung greifbarer wird, wächst auch Elsa; hinein in ein Leben zwischen Angst, unterdrückter Wut und der bohrenden Frage, ob Wahrheit überhaupt gehört werden will, wenn sie aus dem Mund einer samischen Frau kommt.
Der Roman Das Leuchten der Rentiere begleitet sie über Jahre hinweg und zeigt, wie aus einem einzelnen Erlebnis ein dauerhafter Zustand wird, der nicht vergeht, sondern sich verfestigt.
Rezension
Ann-Helén Laestadius schreibt einen Roman, der nicht schreit und gerade deshalb so laut ist. Ihre Sprache ist klar, präzise und unerbittlich, eine Sprache, die nichts beschönigt und keinen Trost anbietet, wo keiner verdient ist. Sie arbeitet mit einer poetischen Strenge, die den Leser nicht schont, sondern zwingt, hinzusehen. Immer wieder entstehen Bilder, die sich festsetzen wie Kälte in den Knochen und wie Erinnerungen, die nicht verblassen, sondern mit der Zeit härter werden. Hier heilt die Zeit nicht alle Wunden. Es sind Sätze, die flackern. Als hätte „die Straßenlaterne Schluckauf“, kurz Licht, dann wieder Dunkel, so wie Elsas Gewissheit über Jahre hinweg zwischen Wissen und Verdrängung schwankt.
Besonders eindrücklich ist der konsequent eingenommene Blick des Kindes, der nie verklärt oder verniedlicht wird. Elsa denkt nicht in großen politischen Kategorien oder abstrakten Begriffen, sondern in Gefühlen, Gerüchen und Geräuschen. Sie streichelt das Rentierohr, weil sie dessen Tod nicht begreifen kann. Ihre Wahrnehmung ist unmittelbar, fast magisch, und doch von einer schmerzhaften inneren Logik durchzogen. Fantasie und Vorstellungskraft erscheinen nicht als naive Flucht, sondern als notwendige Überlebensstrategien. Wenn Elsa denkt: „Ich bin kein normales Baby, ich bin aus einem Sternenei gekommen“, dann ist das keine märchenhafte Realitätsflucht, sondern ein Versuch, sich eine besondere Identität zu bewahren in einer Welt, die sie ständig infrage stellt und in der sie zwar nicht gemobbt wird, in der es aber aus irgendeinem Grund keinen Platz für sie gibt. Daher ist sie allein.
Im späteren Teil des Romans verschiebt sich der Ton spürbar. Elsa ist erwachsen geworden, doch die Vergangenheit ist nicht vergangen. Sie steht wie ein Tier im Scheinwerferlicht, reglos, lauernd, jederzeit bereit, wieder zuzuschlagen. Laestadius beschreibt diesen inneren Zustand mit einer Genauigkeit, die sowohl psychologisch als auch politisch wirkt. Es geht nun nicht mehr nur um Schuld oder Angst, sondern um Verantwortung. Nicht nur um individuelles Leiden, sondern um kollektives Wegsehen. Der Roman legt offen, wie ein System funktioniert, das lieber Ordnung verwaltet, als Gerechtigkeit zu riskieren, und wie bequem dieses Wegsehen für all jene ist, die nicht betroffen sind.
Dabei bleibt die Geschichte niemals eindimensional. Auch innerhalb der samischen Gemeinschaft zeigt der Roman Risse, Spannungen und Schweigen. Tradition wird nicht romantisiert, sondern kritisch befragt. Zugehörigkeit bedeutet Schutz, kann aber auch einengen. Elsa kämpft nicht nur gegen äußere Gewalt, sondern auch gegen innere Grenzen. Gegen Erwartungen, gegen Rollenvorstellungen, gegen das, was Frauen dürfen, sagen oder sein sollen. Man liest, wie sie versucht, ihr Leben neu zu ordnen. Immer wieder durchziehen den Text stille Momente des Abschieds, in denen Leben neu geordnet werden müssen, als würden „die Scherben eines langen Daseins auf fremde Regale verteilt“; vorsichtig, tastend, ohne Gewissheit, dass sie dort noch zusammenfinden.
Fazit
Das Leuchten der Rentiere ist ein Roman von seltener Wucht und großer Sogwirkung, gerade weil er leise bleibt. Er erzählt von einer Welt, die oft als exotische Randerscheinung missverstanden wird, und zeigt sie als das, was sie tatsächlich ist: politisch, verletzlich und lebendig. Ann-Helén Laestadius gelingt es, eine individuelle Geschichte zu erzählen, die weit über sich hinausweist; nüchtern, klar und frei von Pathos oder moralischem Zeigefinger, mit einer Klarheit, die unter die Haut geht.
Dieses Buch verlangt Aufmerksamkeit. Es fordert Geduld, Empathie und die Bereitschaft, sich verstören und in eine seltsame Stimmung versetzen zu lassen. Wer es liest, wird nicht unberührt bleiben. Vielleicht ist genau das seine größte Stärke: dass es nicht versöhnt, sondern erinnert. Dass es Fragen stellt, wo wir lieber schweigen. Und dass es sichtbar macht, wem dieses Schweigen am Ende nützt.
- Karen Joy Fowler
Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke
(97)Aktuelle Rezension von: graefinrockulaDie fabehlhaften Schwestern der Familie Cooke“ von Karen Joy Fowler ist ein emotionales Buch mit Tiefgang, welches zum Nachdenken anregt.
Das Buch, welches in der Ich-Perspektive geschrieben ist, beginnt mit einer scheinbar normalen jungen Frau, welche versucht ihr Leben zu ordnen. Das nicht ganz leichte Verhältnis zu ihrer Familie durch das Verschwinden ihrer zwei Geschwister scheint zunächst nachvollziehbar. Durch viele Zeitsprünge wird einem das Ausmaß der Tragödie erst bewusst. Fern und Rosemary wachsen wie Zwillinge auf. Doch Fern verschwindet. Erst im Laufe der Geschichte wird das Geheimnis um Ferns Identität gelüftet. Eine Geschichte über Toleranz, Mitgefühl und Verantwortung gegenüber allen Lebewesen auf der Welt.
Durch die Ich-Perspektive liegt der Fokus klar bei Rosemary, da Figur und Erzählerrolle zu einem verschmelzen. Eine intelligente, junge Studentin. Der sprachliche Stil der Erzählung passt sich dieser Gegebenheit an und machen diese authentisch. Es werden außerdem sowohl Klassiker der Literatur wie Les Miserables zitiert, als auch Größen der Jugendkultur (Star Wars). Wir erfahren nur langsam Einblick in Rosemarys Innenwelt, auch dies passt zu dem Charakter der gezeichneten Figur. Am Anfang ist dies vielleicht etwas frustrierend, da Rosemary in der Erzählerrolle nicht auf den Punkt zu kommen scheint. Doch genau dieses sprunghafte und teilweise ausweichende macht die Erzählung auch interessant und sorgt dafür, dass man unbedingt weiter lesen möchte.
Ich persönlich kann dieses Buch wärmstens empfehlen. Allerdings sollte man es in Ruhe und mit Zeit zum Nachdenken lesen. Denn ich empfand das Lesen als eine Art von Katharsis. Rosemary mag nach der Erzählung vielleicht immer noch die unsichere und sozial etwas unfähige Frau zu sein, doch ich als Leser habe mich definitiv verändert. Ein gelungenes Buch, welches der heutigen Zeit auch an manchen Stellen radikal den Spiegel vorhält.
- T. C. Boyle
Sprich mit mir
(206)Aktuelle Rezension von: YpsDer Autor hat sich die schwierige Aufgabe gestellt, stellenweise aus der Perspektive eines Affen zu schreiben. Diese zu lösen gelingt ihm dann auch nur mittelmäßig. Die darauf verwendeten Seiten habe ich mit dem wenigsten Spass gelesen, dennoch bleiben gerade sie mir am stärksten in Erinnerung. Der Roman spielt wohl in den 70ern, wie in einigen Details, wie z.B. Songs im Radio, angedeutet. Warum eigentlich? Er könnte auch in jeder anderen Zeitperiode spielen. Aus dem Flair des kultigen Jahrzehnts hätte man jedenfalls viel mehr machen können. Ein Anachronismus ist mir aufgefallen: Die erwähnte Aids-Forschung an Affen kann es damals noch nicht gegeben haben. Die intendierte Botschaft, dass Menschen Tiere zu schlecht behandeln und systematisch erniedrigen, versteht sicherlich jeder. Das macht das Ganze dann aber auch nicht allzu lehrreich oder überraschend. Eines der Bücher, deren Moral man vorher kennt, und sie nur liest um sich bestätigt zu fühlen.
- Jeffrey Moussaieff Masson
Die verborgene Seele der Kühe
(8)Aktuelle Rezension von: KinderbuchkisteDas geheime Leben von
Rindern, Hühnern, Schweinen und anderen Hoftieren
Als ich das Buch entdeckte sprach mich das Cover und der darunter stehende Titel gleich an. Gut, nun habe ich einen Großteil meiner Kindheit auf einem Bauernhof verbracht, wollte ursprünglich Agrarwissenschaften studieren, da fällt einem solch ein Buch natürlich auf aber auch im Zuge eines doch immer bewussterem Lebens und der Auseinandersetzung mit artgerechter Haltung, Fleischkonsum etc. ist dieses Thema momentan omnipräsent.
Als ich das Buch nun zuhause liegen hatte, und eigentlich auf der Suche nach etwas ganz anderem im Internet war, entdeckte ich plötzlich unglaublich viele Rezensionen zu diesem Buch. Viele habe ich gelesen noch bevor ich das Buch selbst gelesen hatte. Kritiken von vernichtend bis sehr lobend, es war alles dabei. Die Tendenz zu "nicht so gut wie erwartet" war jedoch sehr groß.
Nun musste ich mir selbst ein Bild machen. Kann ein Buch, mit diesem Thema wirklich "nicht so gut sein"? Es ist sicherlich immer eine Frage der eigenen Sichtweise, der eigenen Position, der eigenen Erwartung zu diesem Thema die über die Reaktionen entscheidet.
Nimmt man diese Emotionen einmal heraus und betrachtet es nüchtern, soweit das überhaupt geht bei einem so hoch emotionalen Thema, dann ist es, so finde ich ein Buch, das man gelesen haben sollte. Es gibt Bücher deren Inhalt anregt über etwas nach zu denken oder einmal über seien eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, und grade das gelingt mit diesem Buch wunderbar. Man muss sich zweifelsohne auf den Autor und seine Botschaft einlassen, zuweilen ist es auch etwas langatmig aber nie uninteressant. Ich lese auch Bücher von Politikern, deren Partei ich nicht nahe stehe. Einfach aus dem Grund meinen eigenen Horizont zu erweitern. Genauso ist es bei diesem Buch, das wenn gleich es aus anderem Antrieb zu mir gekommen ist, für mich zu einem Buch geworden ist wo ich am Ende sagen kann, gut das ich es einmal gelesen habe.
Vieles von dem was Masson schreibt war mir schon bewusst, einiges erstaunlich und bereichernd, anders zu ideologisch.
Jeffrey m. Masson schreibt aus der Warte des Tierverhaltensforscher, schlüpft dabei in eine Position in der er quasi aus der Sicht der Tiere versucht unser Verständnis anzusprechen, unser Interesse zu wecken. All die Leser, so wie ich, die der Thematik nahe stehen werden ihn verstehen. Wer ganz anderer Meinung, von vorn herein ist, der wird Schwierigkeiten haben. Aber all diejenigen, die bislang recht unbeteiligt, ohne konkrete Position dieses Buch lesen, für die dürfte es auch eine Bereicherung sein.
Masson schafft es uns das Seelenleben der Haus- und Hoftiere näher zu bringen. Wer Geschichten in Form von kleinen Anekdoten erwartet wird enttäuscht werden, wer verborgenes erklärt bekommen möchte ist hier genau richtig.
Auf dem Cover können wir lesen:"...... ein leidenschaftlicher Appell für mehr Respekt vor den Hoftieren", und genau das ist es was dieses Buch ausmacht.
Peter Wohlleben, dessen Bücher ich hier auch schon des Öfteren vorgestellt habe kommt ebenfalls auf der Coverrückseite zu Wort. er schreibt:" ....... regt zum Nachdenken und Mitfühlen an. Ein unglaublich inspirierendes Buch!"
Bedenken sollte man, das Masson im großen und ganzen die Hoftiere der modernen und konventionellen Tierhaltung zu Worte kommen lässt. In den letzten Jahren tut sich grade auch im positiven Sinne viel bei den Landwirten. Vielen ist durchaus bewusst, das durch artgerechtere Haltung angefangen von der Mutterkuhhaltung bis zum freilaufendem Schwein es viele Möglichkeiten gibt mit Tieren zu leben.
Das am Ende häufig die Fleischvermarktung steht ist für den einen unnötig für den anderen der Lauf der Dinge.
Gleich ob man Fleischesser oder nicht ist, Jeffrey.M. Massons Buch ist, wie ich finde eine Bereicherung und veranlasst zum Nachdenken.
- Sonja Kindler
Schwarzwälder Treibjagd
(23)Aktuelle Rezension von: StupsInes und ihr Team ermitteln um den Tod der Schülerin Michaela. Warum musste sie sterben? Wurde ihr extrem Tierschutz eine Gefahr oder die politischen Ambitionen ihres Vaters oder…? Fragen über Fragen und am Anfang findet das Team keine Anhaltspunkte. Dazu kommt noch ein Schuss auf den Landrat, somit haben sie alle Hände voll zu tun.
Die Protagonisten gefielen mir sehr gut. Alles sehr sympathisch, fleißig und ein tolles Miteinander, selbst zum Vorgesetzten. Es spielt das Privatleben von Ines eine nicht zu verachtende Rolle, aber genau im richtigen Maß.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Ort, Personen, Begegnungen werden gut beschrieben. Das Buch überrascht mit unerwarteten Wendungen und die Auflösung ist einfach unglaublich.
Fazit: Guter Spannungsaufbau
- Paul McCartney
Less Meat, Less Heat – Ein Rezept für unseren Planeten
(2)Aktuelle Rezension von: JoJansenSir Paul McCartney äußert sich in seinem Büchlein „Less Meat, Less Heat“ zu den negativen Folgen unsres stark gewachsenen Fleischkonsums und gibt Anregungen, was wir besser machen können. Er selbst ist bereits seit mehr als 40 Jahren Vegetarier. Seine Argumente sind nicht neu, jeder, der sich mit Vegetarismus oder Veganismus beschäftigt, hat sie bereits gehört oder gelesen. Aber die Art und Weise, wie sie hier präsentiert werden, spricht an – das kleine Büchlein hat nur 72 Seiten, inklusive Abbildungen und drei Rezepten von Sir Paul.
Es enthält eine Rede, die McCartey am 3. Dezember 2009 bei einer öffentlichen Anhörung im EU-Parlament gehalten hat. Vorausgegangen war sein Einsatz für einen fleischfreien Montag (oder einen anderen Wochentag), der in Schulen, bei Behörden und Unternehmen weltweit Anklang fand. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an den Aufschrei, der durch Deutschland ging, als die Grünen 2013 im Wahlkampf zur Bundestagswahl einen „Veggieday“ pro Woche auch für Deutschland forderten. Sie wurden als Partei der Verbote und Spaßverderber beschimpft. Weil niemand, der sich gegen dieses Ansinnen wehrt, über den eigenen Tellerrand blickt. Hauptsache Fleisch und möglichst viel, oft und billig. Welchen Schaden wir dadurch unserer Umwelt und dem Klima auf Jahrzehnte hinaus zufügen, erklärt McCartey in seiner Rede. Knapp zusammengefasst: Unsere Fleischfresserei zerstört die Lebensgrundlage unserer Kinder. Angesichts dieser durch nichts zu widerlegenden Tatsache ist die junge Generation gegenüber Argumenten wie denen McCartneys sehr viel aufgeschlossener.
Die Rezepte am Ende des Buches hätte es meiner Meinung nach nicht unbedingt gebraucht, aber warum nicht mal Hummus nach Sir Pauls Rezept ausprobieren?
Fazit: Die Welt braucht mehr solcher Initiativen, Reden und Bücher, bis auch der letzte Dumme begreift, dass er an dem Ast sägt, auf dem er sitzt. Es ist dringend an der Zeit, auf Menschen wie Paul McCartney oder Greta Thunberg zu hören. 5*****
- Lola Randl
Der Große Garten
(26)Aktuelle Rezension von: mtraunLola Randl: Der große Garten
Als ich dieses wunderschöne Buch zum ersten Mal aufgeschlagen habe, hatte ich keinerlei Erwartungen: Ich kannte die Autorin nicht und hatte keine Meinungen darüber gelesen oder gehört. Das Cover wirkte geheimnisvoll und irgendwie seltsam. Auch den Titel fand ich anfangs nichts Besonderes. Und als ich die ersten Seiten über Samen und Pflanzen gelesen hatte, war ich nicht sehr motiviert, die Lektüre fortzuführen.
Glücklicherweise habe ich nicht aufgegeben – ich hätte viel verpasst. So ein eigenartiger Schreibstil zieht den Leser einfach an. Die Geschichte und vor allem die Art, wie sie erzählt wird, haben mich öfter zum Schmunzeln und sogar zum Losprusten gebracht. An mehreren Stellen versank ich in tiefsinniges Nachdenken.
Die Erfahrung, die Welt durch die Augen von Lola Randl zu sehen, muss man selbst erleben.
Fazit: Jede einzelne Seite birgt einen Schatz. Uneingeschränkt zu empfehlen. - Astrid Lindgren
Meine Kuh will auch Spaß haben
(24)Aktuelle Rezension von: SybilAstrid Lindgren hat zu Lebenzeiten nicht nur viel für unsere Kinder geschrieben, sie hat sich auch für unsere Tiere eingesetzt. Zusammen mit Kristina Forslund hat sie das Plädoyer "Meine Kuh will auch Spass haben" gegen die Massentierhaltung in Schweden (und im Prinzip überall auf der Welt) veröffentlicht.
Die Zeitungseinträge aus diesem Buch stammen aus den 1980er Jahren. 40 Jahre später hat sich zwar einiges zugunsten unserer Kühe, Kälber, Schweinchen und Hühnchen geändert, trotzdem besteht noch immer grossen Handlungsbedarf. Denn jedes Leid ist ein Leid zuviel. Und gerade unsere lieben Tiere bekommen davon am meisten zu spüren.
Die Frage ist, wie wir als Individuen dazu beitragen können, den sogenannten "Nutztieren" ein besseres Leben zu ermöglichen?
Nichts einfacher als das: Benutzen wir doch unseren gesunden Menschenverstand. Wir haben es als Konsumenten letzthin selbst in der Hand und dies gilt nicht nur für die Fleisch-, sondern genauso für die Milch- und Kleiderindustrie. Besteht keine Nachfrage, gibt es auch kein Angebot mehr.
- Silje Elin Matnisdal
Ayla - meine ungewöhnliche Freundschaft mit einem jungen Fuchs
(4)Aktuelle Rezension von: Jeys_Book_LinesEin interessantes Buch, das ich mir aus großem Interesse für Füchse angeschafft habe. Es zeigt vorallem die vielen verschiedenen Facetten der Fuchspersönlichkeit auf und punktet zudem mit tollen Fotoaufnahmen. Gut gefallen hat mir außerdem, dass stets eine kritische Distanz aufrecht erhalten wurde, sodass beim Leser selbst nicht direkt der Wunsch nach einem Fuchs als Haustier entsteht. In Bezug nehmend darauf, das die Autorin den Fuchs von einer Pelztierfarm gerettet hat und dann das "wilde" Tier als Haustier hält, kann ich mir irgendwie keine rechte Meinung bilden. Doch das folgende Zitat spiegelt meine Gedanken sehr gut wider:
"Wir lassen uns leicht von der Schönheit verführen. Sie kann vieles überstrahlen. Dass der Fuchs ein besonders schönes Tier ist, darauf können wir uns leicht einigen. Aber ob du auch mit dem Rest zurechtkommst?"..
- Tanya Stewner
Liliane Susewind – Eine Eule steckt den Kopf nicht in den Sand
(26)Aktuelle Rezension von: VanillezimtzauberCover/Gestaltung: Das Cover ist wunderschön. Durch das Violett und den Nachthimmel hebt es sich von den anderen Büchern der Reihe ab. Man kann alle Tiere, die in der Geschichte eine zentrale Rolle spielen, erkennen. Auch die Illustrationen sind wie immer gelungen (Lieblingsbild Seite 170).
Schreibstil: Tanya Stewner schreibt der Zielgruppe entsprechend, aber man auch als Erwachsener viel Freude beim Lesen. Die CHraktere sind sehr lebendig dargestellt und vor allem der Eule Trudi wurde erfolgreich Leben eingehaucht.
Thematiken: Im zehnten Abenteuer von Liliane Susewind werden zwei besonders wichtige Themen behandelt. Lilli trifft auf eine Eule, die sich im Wald nicht zurechtfindet, weil sie ihrer Art nicht entsprechend bei einem Mädchen gehalten worden ist. Ich denke, man kann auch schon als recht junger Leser verstehen, dass man nicht alle Tiere als Haustiere halten kann und welche Konsequenzen das für die Tiere hat. Trudi ist hierfür ein sehr gutes Beispiel.
Im Zentrum steht außerdem das Thema Flächenversiedlung. Ein großes Stück Wald soll zugunsten eines weiteren Einkaufzentrums abgeholzt werden. Die Geschichte lehrt, welche Konsequenzen derartige Projekte für den Lebensraum von Tieren und Pflanzen haben. Mit Menschenkette und Bürgerbegehren wird aufgezeigt, wie man sich dagegen stark machen kann. Eingebettet sind die Themen in die schöne Geschichte von Lillis Klassenfahrt. Das Setting ist eine willkommene Abwechslung in der Buchreihe, da es weder im Zoo noch im Urlaub spielt und Lillis Beziehungen zu ihren Klassenkameraden und Schulfreundinnen fokussiert.
Charaktere: Da wir nun im zehnten Band angekommen sind, merkt man auch wie Lilli älter wird. Warum interessiert sich Jesahja für das hübsche Mädchen Maira? Lilli lernt auch, wie wichtig es ist, dass sie die Macht, die sie durch ihre Fähigkeiten bekommt, nicht für Rache oder Böses verwendet. Dadurch lernt sie Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Außerdem muss sie über ihren eigenen Schatten springen und mutig sein, um für das Richtige einzustehen. Ich finde es schön, durch die Bücher zu erleben, wie Lilli sich entwickelt.
Doch wir dürfen nicht nur Lillis Entwicklung verfolgen. Auf die Klassenfahrt begleiten die Klassenkameraden, die wir in den vorherigen Büchern kennengelernt haben. Wir lernen Schwächen von Jesahja kennen und entdecken großes Talent in der ehemaligen Erzfeindin Trixi. Trixi offenbart einen weichen Kern; jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient. Dafür hat Lilli aber mit der Missgunst anderer Mädchen zu kämpfen, die neidisch auf die Aufmerksamkeit, die Lilli durch ihre Fähigkeiten bekommt, sind. Ich finde es toll, wie am Ende die verschiedenen Charaktere der letzten Bücher zusammentreffen und sich gemeinsam für eine Sache stark machen.
Bonsai und Frau von Schmidt sind auch in diesem Band unverzichtbar. Schmidti zeigt sich von einer ganz neuen Seite, denn der Frühling treibt sie zu allerlei Schabernack an. Mit der Eule Trudi lernen wir einen super süßen neuen Tiercharakter kennen. Trudi hat einen niedlichen Sprachfehler und hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.
Fazit: Viele wichtige Themen werden in einer wunderschönen Geschichte verpackt. Lilli wächst mit ihren Aufgaben, was ich sehr gerne begleite. Ich kann den zehnten Band Kindern sowie Erwachsenen nur ans Herz legen.
- Theodor B. Pagel
111 Dinge über Elefanten, die man wissen muss
(4)Aktuelle Rezension von: peedeeWas sollte ich über Elefanten unbedingt wissen? Dieses Buch verrät allerlei Interessantes, aber auch Kurioses und Geschichtsträchtiges über die sanften Riesen. Die Autoren haben 111 überraschende „Elefakten“ zusammengestellt.
Erster Eindruck: Ein von dieser Reihe gewohnt schlichtes Cover mit der Nahaufnahme der Elefantenhaut und dem grossen Titel. Die jeweils linke Seite im Buch besteht aus Text, die rechte Seite aus Fotos.
Prof. Theo B. Pagel hat Biologie, Geografie und Pädagogik studiert. Seit 1991 arbeitet er im Kölner Zoo, zuerst als Kurator und seit 2007 als Zoodirektor. Brian Batstone war über 41 Jahre Tierpfleger im Kölner Zoo, ist aber auch nach seiner Pensionierung weiterhin für die Tier- und Artenschutzbemühungen des Kölner Zoos auf Sri Lanka tätig. Diese beiden Herren sind somit profunde Kenner der charismatischen Riesen.
Ich mag die „111-Bücher“ sehr gerne, seien es „111 Orte“ oder eben auch „111 Dinge“. Da ich Elefanten liebe, habe ich schon Etliches über diese wunderbaren Tiere gewusst, aber hier trotzdem noch viel Neues/Unterhaltsames erfahren. Den meisten Menschen ist wohl bekannt, dass sich die afrikanischen und asiatischen Elefanten durch die Grösse der Ohren unterscheiden lassen. Interessanterweise haben sie auch unterschiedliche Rückenverläufe oder Rüsselenden: Die „Afrikaner“ haben am Rüsselende zwei sogenannte „Finger“, mit denen sie greifen können. Die „Asiaten“ haben nur einen „Finger“.
Mich fasziniert immer wieder, dass die Elefantenkühe eine so lange Tragzeit haben und die Babys dann schon mit einem Gewicht von 80 bis 120 Kilogramm auf die Welt kommen.
Die Elefantenhaltung und -forschung ist ein grosses Thema in diesem Buch. Dabei wird z.B. auch die Entsorgung der täglich über 100 Kilo Mist pro Elefant thematisiert. Schon gewusst, dass die Stosszähne bis 350 Zentimeter lang werden können? Oder dass im Rüssel 20‘000 bis 40‘000 Muskeln sind? Und dass ein Elefant bis 48 Kilometer am Stück schwimmen kann? Oder… nein, selbst lesen!
Fazit: Ein sehr schönes Sachbuch zum Selberlesen und auch Verschenken – 5 Sterne. - Esther Schmidt
Spiel- und Wohnideen für Zwergkaninchen
(3)Aktuelle Rezension von: BosniWer Kaninchen artgerecht halten möchte, wird schnell merken, dass es im Handel nur wenig wirklich gutes Zubehör gibt, und wenn, dann ist es sehr teuer. Früher oder später kommt man also meist nicht ums Selberbauen herum.
Das Buch "Spiel- und Wohnideen für Zwergkaninchen" von Esther Schmidt bietet viele interessante und schöne Anleitungen bzw. Ideen. Von verschiedenen Häuschen über Brücken bis zu Intelligenzspielen.
Gute Kaninchenratgeber gibt es bisher auf dem Markt leider noch sehr wenige. In vielen Büchern wird noch immer Käfighaltung empfohlen. Das diese ganz und gar nicht artgerecht ist, bemerkt man spätestens dann, wenn man seine Kaninchen mal mit 45km/h um die Ecke flitzen sieht :)
Esther Schmidt jedoch empfiehlt richtiger Weise min. 2qm pro Tier - je mehr, desto besser. Denn zu groß kann es für Kaninchen niemals sein. Prima finde ich außerdem, das darauf hingewiesen wird, dass Kaninchen zusätzlich zu den 2qm immer viel Auslauf benötigen.
Auch viele weitere gute Empfehlungen zur Kaninchenhaltung befinden sich am Anfang des Buches in kurzer Zusammenfassung. Mein einziger Kritikpunkt hierbei ist die Empfehlung, Heu als Hauptfutter zu verwenden. Kaninchen sind reine Frischköstler und benötigen bei artgerechter Fütterung (Wiesenkräuter und im Winter blättriges Gemüse) überhaupt kein Heu. Es darf aber natürlich immer gerne zur Verfügung stehen. Die Frischfutter-ad-Libitum-Fütterung ist aber erst in den letzten Jahren wirklich populär geworden, da das Buch aber bereits 2011 erschien, kommt der Fehler wohl daher.
Besonders schön finde ich die vielen Bilder, sie vermitteln Kaninchen-Anfängern ein wunderbares Bild der Kaninchenhaltung, da ausschließlich glückliche, tobende Kaninchen in großen Gruppen zu sehen sind. Außerdem zeigen die Bilder auch deutlich, dass Kaninchen alles andere als langweilig sind, sondern man mit ihnen viel Spaß haben kann.
Die enthaltenen Anleitungen gefallen mir im Großen und Ganzen sehr gut, leider sind viele Dinge doch nicht so einfach nachzubauen, da man teilweise besonderes Werkzeug (z.B. Stichsägen) benötigt.
Trotzdem werde ich sicherlich das ein oder andere einmal nachbauen. Besonders die Modullandschaft hat es mir angetan. Da Kaninchen Veränderungen der Einrichtung lieben, ist die Idee, eine Wohnlandschaft aus mehreren Einzelteilen, die man beliebig verbinden kann, äußert praktisch :)
Allerdings sind die meisten Anleitungen wirklich nur für Zwergkaninchen geeignet, bei Riesen oder größeren Zwergen muss man selber erfinderisch werden und größer bauen^^
Ein weiterer Kritikunkt von mir ist allerdings der Etagenkäfig - er erscheint mir für den dauerhaften Aufenthalt doch deutlich zu klein. Die 4qm für ein Kaninchenpärchen beziehen sich auf eine Ebene, damit die Kleinen auch entsprechend rennen können.
Als Erweitung für ein bestehendes Gehege ist Etagenbau aber eine wirklich tolle Idee.
Alles in Allem ist "Spiel- und Wohnideen für Zwergkaninchen" ein wirklich guter Kaninchenratgeber mit kleinen Mängeln, die ein erfahrener Kaninchenhalter schnell entdecken wird, für einen Anfänger aber wohl nicht ersichtlich sind.
Zusätzlich zu diesem Buch empfehle ich die Lektüre verschiener Internetseiten (z.B. www.kaninchenwiese.de oder www.kaninchen-wuerden-wiese-kaufen.de), um seinen Kaninchen ein bestmögliches Leben zu ermöglichen. - Anthony Sheridan
Europas Zoo unter der Lupe: Sheridans Handbuch der Zoos in Europa
(1)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Die Schwierigkeit der Erstellung von Ranglisten sind mir durchaus bewusst! Ich bemühe mich, meine Vorgehensweise mit jeder neuen Rangliste zu verbessern und zu verfeinern. … Die große Akzeptanz mit der mein Projekt, einen objektiven Leistungsvergleich zwischen den europäischen Zoos durchzuführen, aufgenommen wurde, sowie die großartige und enge Zusammenarbeit mit den allermeisten der Zoodirektoren, haben mich bei meiner Arbeit immer wieder ermutigt.«
Zoos sind heutzutage von großer Wichtigkeit, nicht nur als Publikumsattraktion, sondern auch in ihrer Rolle als Bewahrer biologischer Artenvielfalt. Für nicht wenige Menschen findet der „Erstkontakt“ zur Tierwelt über Zoos statt und so manche Tierart würde es ohne sie gar nicht mehr geben. Aber die Anforderungen an einen modernen Zoo sind hoch, möglichst artgerechte Haltung gilt es mit wirtschaftlichen Faktoren in Einklang zu bringen. Dazu sollte der Zoo idealerweise noch einen Bildungsauftrag erfüllen und Artenschutzprogramme unterstützen.
Anthony Sheridan bereist seit vielen Jahren Zoos, dieses Buch entstand auf der Grundlage von mehr als 650 Zoobesuchen, vielen Gesprächen mit Direktoren und leitenden Angestellten und Besuchen von Veranstaltungen der Zoo-Fördervereine. Es ist auch nicht sein erstes Werk dieser Art, zuletzt hatte er 2011 Europas Zoos kritisch „unter die Lupe“ genommen, aber in den Jahren danach wurden in vielen Zoos große Fortschritte gemacht, die hier analysiert werden. Außerdem wird ein Ausblick auf die kommenden Jahre gewagt.
Die Kriterien, die zur Bewertung herangezogen wurden, sind: Besucherfaktoren, Bildung, Natur- und Artenschutz, Wirtschaft und Organisation. Das Ergebnis ist ein beeindruckendes Ranking, das Stärken und Schwächen aufzeigt und sicher dazu beitragen kann, die gute Entwicklung in Zoos weiter voranzutreiben.
Sehr viel Fachspezifisches erfährt der Leser hier. Themen wie das Europäische Erhaltungszuchtprogramm werden genauso behandelt wie die 2014 verabschiedete gesetzliche Richtlinie zur Haltung von Säugetieren in Zoos, deren Umsetzung so manchen Tierpark vor große Herausforderungen stellt. Deutlich merkt man die generelle Entwicklung, die Anzahl der gehaltenen Arten zu reduzieren, um so die höheren Ansprüche zu erfüllen.
Zu jedem der bewerteten Zoos gibt es einen umfangreichen Bericht, in dem auch dargestellt wird, was der Zoo in den letzten Jahren getan hat, was modernisiert wurde, in welchem Umfang investiert wurde und wie die Pläne (samt einer Einschätzung der Durchführbarkeit) für die nächsten Jahre aussehen. Die besten Zoos sowie die, die eine besonders beeindruckende Entwicklung aufweisen können, werden explizit hervorgehoben. Außerdem werden Besonderheiten vorgestellt, wie zum Beispiel das weltweit einzigartige „Micropia“ in Amsterdam, ein Projekt zur Enthüllung der unsichtbaren Welt der Mikrobiologie.
Des Weiteren wird über einige Artenschutzprojekte berichtet, auch diese Abschnitte fand ich sehr interessant. Dem Autor liegt besonders ein Schutzprojekt für Gibbons in Vietnam am Herzen, das er (auch durch die Bucheinnahmen) finanziell unterstützt.
Ich habe so einiges Neue erfahren, fand die Ausführungen hochinformativ und habe ein paar (mir noch unbekannte) Zoos auf meine persönliche Besuchsliste gesetzt. Man muss aber wirklich Interesse an der Grundthematik haben, wer nur einen Ausflugstipp fürs nächste Wochenende sucht, hat hier vermutlich ein zu umfangreiches Buch. Ich werde in ein paar Jahren die Augen nach einem Folgeband aufhalten, denn die weitere Entwicklung interessiert mich brennend!
Zwei Kleinigkeiten habe ich zu bemängeln. Zum einen fände ich es gut, wenn einige Fachbegriffe zumindest kurz erläutert würden. Wer nicht vom Fach ist, weiß vermutlich nicht ohne Weiteres, was unter „In-situ-Artenschutz“ zu verstehen ist oder wofür die Abkürzung „EAZA“ steht. Punkt Nummer zwei bezieht sich auf das Tabellenwerk. Das ist zunächst einmal toll und sehr umfangreich, was ich mag. Da ich die tägliche Arbeit mit Tabellen gewohnt bin, lese ich sie auch gründlich und habe dabei ein paar kleine Fehler entdeckt, die einem Korrekturleser normalerweise auffallen sollten. In Anbetracht des Gesamteindrucks ziehe ich dafür aber lediglich einen halben Punkt ab.
Fazit: Beeindruckendes Zoo-Ranking. Ich hoffe, der Autor schaut den Zoos weiter so genau auf die Finger!
Im November 2015 wurden die Ranglisten sogar in der Printausgabe und auf der Webseite des deutschen Verbrauchermagazins Stiftung Warentest veröffentlicht und lobend kommentiert: „Das Sheridan Zoo-Ranking gilt als die wichtigste Bewertung europäischer Zoos.“
- Rainer Wohlfarth
Wie Tiere uns gesund machen
(11)Aktuelle Rezension von: birdies_buecherweltAls "Katzen-Mama" hat mich der Titel sofort angesprochen. Ich war bereits vor dem Lesen dieses Buches der Meinung, dass Tiere sich positiv auf unser körperliches und geistiges Wohlbefinden auswirken. Die Fachkundige Meinung des Autorenduos Dr. Rainer Wohlfahrt und Bettina Mutschler hat mich daher umso mehr interessiert.
Die beiden Experten auf dem Gebiet der Mensch-Tier-Beziehung, beleuchten verschiedenste Aspekte des Zusammenlebens von uns und unseren Haustieren. Wissenschaftlich fundiert berichten sie jedoch nicht nur von Hunden und Katzen, sie holen weit aus und gehen evolutionsbiologisch viele Jahre zurück.
Was verbindet uns Menschen mit der Natur? Wie viel Natur steckt noch in uns? Wie wirkt sich ein Haustier auf uns und ganz besonders auf Kinder und deren Entwicklung in frphen Jahren aus?
Dieses Sachbuch ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, bei den vielen Informationen und wissenschaftlichen Studien, hätte ich mir jedoch mehr Beispiele aus dem Alltag gewünscht. Dies hätte noch mehr Abwechslung in den doch teils etwas trockenen Text gebracht.
Für Haustierbesitzer*innen ist dieses Buch auf jeden Fall eine Bereicherung. Für alle anderen Personen, würde ich eine eingeschränkte Leseempfehlung aussprechen, denn es geht nicht nur um Haustiere sondern auch um uns Menschen und die Natur.
- Sarah Wiener
Zukunftsmenü
(7)Aktuelle Rezension von: KinderbuchkisteÜber "politisches", "achtsames", "nachhaltiges", "gesundes" und "genussvolles" Essen
Ein Buch das aufklärt, Augen öffnet aber auch Mut macht
Die Autorin vorzustellen spare ich mir an dieser Stelle, ich denke jeder wird schon einmal in irgendeiner Form von ihr gehört haben.
Sarah Wiener ist nicht nur Köchin sondern auch Unternehmerin, besitzt unter anderem eine Holzofenbäckerei in Berlin. Sie wohnt auf einem Bauernhof in der Uckermark und ist seit einiger Zeit auch Imkerin.
Seit Jahren reist sie durch die unterschiedlichsten Länder um auch dort Lebensmittel, Produkte und Menschen kennen zu lernen.
Anders als viele ihrer Kochkollegen setzt sie sich sehr intensiv mit der gesamten Thematik um unser Essen herum auseinander und kommt zu einem Schluss. Der Geschmack ihrer Kindheit, der Geschmack unserer Kindheit ( derer, die wir älter sind aber noch nicht alt) ist verloren gegangen und wir haben es nicht bemerkt.
Wurde früher kaum über das Thema Ernährung gesprochen ist es nun in aller Munde und Leute, die wie Sarah Wiener sich aktiv mit diesem Thema beschäftigen schlagen Alarm. Der Raubbau an Natur und Tieren kann und darf nicht so weitergehen.
Eindrucksvoll berichtet sie über politische Fehlentscheidungen, Wendepunkte, Realitäten, über die Folgen wenn wir weiter so achtlos sind und auch über Alternativen, die jeder einzelne hat.
Sie beschreibt, erklärt, bringt ihre eigenen Erlebnisse und Erfahrungen mit ein. Sie rüttelt die wach, die sich erstmalig mit diesem Problembereich beschäftigen und hält für die, die schon sensibel sind neue Informationen und Anregungen bereit.
Sie fügt Grafiken, Diagramme und Statistiken mit eine, die ihre Botschaft nachhaltig veranschaulichen. Dabei spricht sie auch die Landwirte an, die mit ihrer Massentierhaltung, Fehldüngung und Co. Raubbau an der Natur treiben um uns günstige Lebensmittel zur Verfügung zu stellen.
Sie lässt ihren Blick zurück treiben in ihre Kindheit und auch noch weiter zurück.
Was hat sich wieso verändert?
Ist es das was wir wollen?
Sie schreibt von "Der Sehnsucht nach Echtem" ( Seite52ff) und führt Interviews mit Leuten, die Lebensmitteln zu tun haben. Dem Bäckermeister aus dem Salzburger Land genauso wie den Chef der Hubor Bretzel. Sie zeigt uns Wege auf richtig und bewusst zu Leben, Nahrungsmittel einzukaufen, vielleicht sogar im kleinen etwas anzubauen, oder auf dem Markt oder beim Bauern, in größeren Mengen, einzukaufen um sie zu bevorraten. Auch hier hilft sie mit Ideen. Sie spricht von "Tierhaltung ohne Tierschutz" und den Preis, bzw. die Gefahr die daraus resultiert, den wir dafür bezahlen.
Sie geht aber noch weiter, erzählt uns wieso sie kein Plastik mehr in der Küche verwendet und was Menschen in ärmeren Ländern über die Situation der Landwirtschaft und Ernährung denken.
In diesem Zusammenhang möchte ich den Besuch der Autorin in Rumänien erwähnen bei dem sie eine Woche auf einem kleinen Bauernhof verbracht hat. Dort hat sie Milch getrunken, dessen Geschmack sie längst vergessen hatte. Den Geschmack den sie aus ihrer Kindheit kannte. Unvergleichlich gut und dennoch verloren gegangen. Wäre sie nicht dort hin gefahren, hätte sie die Milch nicht gekostet, sie hätte nie daran gedacht und nichts vermisst doch jetzt wo die Erinnerung den Geschmack wieder gefunden hat ist es schon sehr erschreckend wie viel wir vergessen weil es nicht mehr präsent ist. Was mich an diesem Bericht beeindruckt hat, ist zum einen, das selbst Sarah Wiener, die sich bewusst ernährt und beim Einkauf genau darauf achtet was sie kauft, diesen Geschmack nicht mehr vor halten konnte. Zum anderen aber, und das ist glaube ich für mich das intensivste was ich aus diesem Buch für mich heraus gezogen habe, die Ansicht Willy Schusters, einem Bauern in Rumänien ( Seite 275ff). Es geht um das Handmelken im Vergleich zum Maschinenmelken. Willy Schuster melkt aus Überzeugung mit der Hand und stellt eine Behauptung auf, die mich fasziniert. Er sagt er wird immer mit der Hand melken und ist überzeugt davon, dass später alle wieder ohne den intensiven Einsatz von Maschinen auskommen müssen und werden, weil gar nicht die Energien zur Verfügung stehen werden um die Maschinen zu betreiben.
Kaum vorstellbar in der heutigen Zeit aber ich kenne die alten Bauern und weiß wie weitsichtig, vorausschauend und klug sie sind daher kann ich nur jedem Raten einmal darüber nach zu denken.
Ich komme auch von einem Bauernhof. Ich weiß wie handgemolkene Milch schmeckt und die von Maschinen gemolkenen Kühen. Ich kaufe die Milch heute beim Bauern an der Milchtankstelle aber sie schmeckt nicht so wie ich den Geschmack von früher auf der Zunge habe.
"Gesund & nachhaltig genießen" steht auf dem Cover des Buches.
Sarah Wiener zeigt wie es gehen kann und fügt im Anhang sogar noch jede Menge Adressen und Literaturquellen bei, die all die interessieren werden, die durch dieses Buch wachgerüttelt und aufmerksam geworden sind.
Ein umfangreiches Buch, das viele Themen behandelt.
Hin und wieder hätte ich mir noch ein wenig mehr Infos gewünscht, eine intensivere Behandlung einzelner Themenbereiche aber das würde dann den Rahmen des Buches sprengen. Hierfür hält sie eben erwähnte Zusatzquellen zur Verfügung.
Neben all den vielen oft auch wissenschaftlichen Inhalten liefert die Autorin aber auch noch einige Rezepte wie ein bunter Kartoffelsalat, ein Giersch-Pesto oder Brennessel-Kartoffel-Stampf etc.
Zahlreiche Fotos von Produkten, Menschen und Gerichten lockern das sehr gut und leicht zu lesende Buch noch etwas auf.
Für all diejenigen, die sich mit dem Thema der bewussten Ernährung, der Lebensmittelproduktion etc. auseinander setzten möchten ist dieses Buch ein gutes einführendes, sehr informatives Grundlagenwerk.
Auch als Klassenlektüre z.B. im Fach Auswirtschaft gut einsetzbar!
- Cornelie Jäger
Die Sache mit dem Suppenhuhn: Wie landwirtschaftliche Tierhaltung endlich allen gerecht wird
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Marianna Korsh
Tierfreunde aus Blumenstadt 1: Ein tierisches Hallo
(41)Aktuelle Rezension von: topper2015"Tierfreunde aus Blumenstadt - Ein tierisches Hallo" umfasst vier kleine Geschichten über das Thema Haustiere. Das Thema ist für Kinder auf jeden Fall ansprechend, da sich viele Kinder mit dem Wunsch nach einem Haustier identifizieren können.
Formal betrachtet ist das Buch super ansprechend. Es beinhaltet viele Elemente, die zum Lesen animieren, wie z.B. die Übersicht der Stadt, die kleinen Steckbriefe, Willis Notizbuch, die Einführungsseite für jede Geschichte und generell die tollen und zahlreichen Bilder.
Aber auch inhaltlich kann das Buch mithalten. Die kleinen Geschichten sind kindgerecht, lustig und informativ geschrieben, wobei ich finde, dass die Tierhaltung bzw. der Umgang mit den Tieren an einigen Stellen veraltet ist. Beispielsweise sind mir die kleinen Käfige der Vögel oder der Umgang mit den Hunden aufgefallen. Das ist meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß und sollte so nicht mehr an junge Leser*innen weitergetragen werden. - Niklas Kämpargard
Raus aufs Land
(5)Aktuelle Rezension von: KinderbuchkisteDas neue alte Landleben
Den Wunsch wieder naturverbundener und bewusster zu leben wir immer stärker. Viele versuchen sich einen Wunsch nach Landidyll zu erfüllen, einige holen ein Stück Landleben in die Stadt sei es mit Gärtnern, Gemüseanbau, Hühnerhaltung, Imkern oder ähnlichem.
Bewusste Ernährung, zu sehen woher die Produkte kommen, biologischer Anbau, alles Themen die uns heute mehr denn je beschäftigen. So auch den Autor dieses Buches, der in einem längeren Prozess letztendlich mit seiner Familie auf den Land angekommen ist und versucht naturverbundener und bewusst zu leben.
Als ich den Titel laß und so ging es auch anderen in unserem Team, da dachte ich / wir sofort an ein Standartwerk mit dem wir groß geworden sind und das viele von uns als Sehnsuchtsbuch empfunden haben. Ich rede von John Seymours Buch " Das Leben auf dem Lande" und später dann "Das neue Buch vom Leben auf dem Lande" in dem Seymour in seinem autarken Leben auf einem Bauernhof ,mit Besinnung auf unsere Vorfahren, berichtete.
Nun liegt mir Niklas Kämpargård vor und ich beginne im Inhaltsverzeichnis zu lesen.
- Gärtnern ohne Gift
-essbare Kräuter
- alt bewährte Hausmittel
- Frische Ernte auch im Winter
Da wird von Schafen, Hühnern, Bienen, Pferden und Schweinen gesprochen. Von ihrer Funktion als Nutztier und Helfer. Es wird auf das Heumachen eingegangen, Fell und Leder gerben, Nähen und Werken mit diesen Rohstoffen.
Von Fleischverarbeitung, Räuchern, Wurst machen. Von Obstsorten, veredeln Saft machen und Obst und Gemüse verarbeiten in den unterschiedlichsten Formen, von selbstgebrautem Bier vom Brotmachen auch mit Malztreber.
"Pflanzen selbst kultivieren" ein großer Themenbereich der auch im Buch einen hohen Stellenwert einnimmt. Vom Samen sammeln über das Vorkeimen, über Kartoffeln im Pflanztopf vorkeimen und Tomaten in Eimern ziehen über den richtigen Standort, das Bestäuben, Pflanzenschutz bis hin zum Gewächshaus und das Einlagern wird alles angesprochen.
"Der natürliche Garten" von dem Anlegen einer Naturwiese über Vögel und Insekten, Schneckenplage, Garten und Felder bewässern, Nistkästen bauen bis zum Füttern der Vögel im Winter.
Ein ganz wichtiger Punkt um unabhängig auf dem Land leben zu können ist das selbst bauen. Sei es das Anlegen einer Windschutzhecke oder das Bauen eines Zauns oder aber auch das Verlegen von Kopfsteinpflaster, wenn man möglichst autark leben möchte muss man handwerklich nicht nur ein gewisses Geschick haben sondern auch in guter körperlicher Verfassung, denn Landleben ist kein Idyll sondern auch harte Arbeit.
Auch das Kapitel Bau wird daher hier ausführlich beleuchtet.
Im Grunde sind es mit einigen Ausnahmen tatsächlich Dinge mit denen sich auch John Seymour damals beschäftigte, diese aber auf unsere moderne aktuelle Zeit fokussiert.
Anders und unglaublich spannend fanden wir den Themenbereich "Altbewährte Methoden" würde man meinen, dass hier eigentlich ehr an Seymour gedacht werden müsste so liegt man falsch denn hier geht es nicht nur um kompostieren, Fruchtfolge- und Felderwirtschaft sondern auch darum, wie man Seife und Shampoo selbst herstellt, einer Mückenplage Herr wird oder Ratten und Mäuse vom Haus fernhält. Letzteres ist übrigens auch für Städter interessant.
Niklas Kämpargård geht in seinem Buch aber auch auf das Fällen von Bäumen und das Holzverarbeiten ein. Ein Thema was Seymour überhaupt nicht in Betracht zog sind "Strom und Fahrzeuge". Trotz Landidyll leben wir im 21. Jahrhundert und Dank Solarenergie und Photovoltaik und einer Fahrzeugtechnik ist es uns heute möglich ökologisch gut zu leben ohne auf Komfort zu verzichten.
Er hat es geschafft ein Buch zu erarbeiten, es mit Fotos zu füllen und uns von seinem Leben anschaulich zu berichten und gleichzeitig auch Anleitungen zum selber tun zu geben. Dabei erzählt er auf eine besondere Art, die uns Lesern das Gefühl gibt er spräche direkt mit uns. Anschaulich und ausdrucksstark bekommen wir so einen guten Einblick in sein Leben mit allem Positiven aber auch Negativen. Letztendlich ist es unglaublich erfüllenden in der Lage zu sein sich selbst weitestgehend selbst zu versorgen.
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Und so haben wir hier ein recht dickes Buch mit vielen Informationen, das einfach Spaß macht zu lesen und darin zu blättern, denn hier stimmt einfach alles von der Aufmachung, über die Umsetzung und die Informationen die es bietet bis hin zum haptischen Erlebnis, denn es fühlt sich dank dickerer Seiten und natürlich wirkender Farbe und leichter Prägung auch noch richtig gut an.
Auch ist es ein schöner Bildband, denn die Fotos vermitteln nicht nur einen Eindruck sondern sind auch künstlerisch eine Augenweide.
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Jeder der sich in irgendeiner Form für das Landleben und die Selbstversorgung interessiert wird an diesem Buch viel Freunde haben.
Wir waren alle sehr begeistert!
Was uns am besten gefallen hat?
Jedem hat etwas anders gefallen!
Hier eine kleine Sammlung zusammengestellt von sechs Lesern:
Annett gefiel das Rezept für das Malztresterbrot so gut, dass sie es gleich mehrfach nach backte und auch die Lederschuhe wurden von ihr gleich nach genäht.
Luna kochte nach Anleitung des Buches Saft und braute mit Mattes Bier dessen Trester Annett dann zum Brot backen nutzte.
Jochen verbiss sich an der Umsetzung des Dachdeckens mit Naturmaterialien und so entstand ein neuer Hühnerstall mit Reetdach. Hühnerluxus pur!
Dieter meinte er müsse unbedingt ein Notstromaggregat organisieren, das es defekt war störte ihn nicht und mit etwas Tüfteln und technischem Sachverstand gelang es ihm tatsächlich das Teil ans Laufen zu bringen.
Udo unser Kräuterkundiger liebte das Kapitel hierüber ja und ich, ich habe gleich begonnen eine Kochgrube zu bauen und wir alle zusammen haben sogar noch Hirsch- Chorizo nach dem Rezept auf Seite 57 gemacht. Das war ein Spaß und lecker!!
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In diesem Sinne wünsche ich allen viel Spaß mit dem Buch!
Man muss übrigens nicht auf dem Land leben um dies alles nach zu machen
- Achim Winkler
75 Jahre Zoo am Kaiserberg: Vom Duisburger Tierpark zum Zoo Duisburg
(1)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66Meine frühesten Erinnerungen an den Duisburger Zoo (am Kaiserberg) sind etwa 45 Jahre alt. Der Zoo selber, gegründet 1934, wurde im Jahr 2009 75 Jahre alt. Zu diesem Anlass erschien dieses Buch, das die Geschichte und Entwicklung des Tierparks aufzeigt.
Schon die Anfänge sind interessant zu lesen. Tragisch, wie nach den ersten erfolgreichen Aufbaujahren der zweite Weltkrieg zu einer beinahe Komplettzerstörung führte! Bei Kriegsende lag der Zoo in Trümmern, es lebten lediglich noch ein Emu, drei Flamingos und einige Esel, Ziegen und Schafe. Wie engagiert dann der Wiederaufbau betrieben wurde, hat mich schon beeindruckt. Und ebenfalls, dass bereits in den ersten Nachkriegsjahren Zeichen von Fortschrittlichkeit in den Haltungsbedingungen zu erkennen waren. So legte der Zoo damals erste Anlagen mit vergesellschafteten Tierarten an: Eine Indienwiese, eine Australienwiese und eine Südamerikaanlage. Und das im Jahr 1962 eröffnete Äquatorium war seinerzeit das größte und modernste Affenhaus der Welt.
Der Autor ist der aktuelle Direktor des Zoos und er gliedert sein Buch nach dem Wirken seiner Vorgänger. Das waren nicht allzu viele und jeder von ihnen hat die Leitung gemäß des jeweiligen Zeitgeists betrieben. Während es in den Anfängen darum ging, möglichst viele Tiere zu präsentieren (was zu den damals vielen, kleinen Käfiganlagen führte), ging es nach und nach immer mehr um die Schaffung möglichst natürlicher Lebensräume. Und während ein früherer Direktor noch regelmäßig Tiere aus freier Wildbahn für seinen Bestand fing, stehen heute Themen wie Zuchtprogramme, Arterhaltung, Artenschutzprogramme und Auswilderungen im Fokus.
Für den Zoobesucher hat das natürlich Auswirkungen. Der Tierbestand wurde stark ausgedünnt, die Artenvielfalt reduziert, um den Individuen mehr Platz zu schaffen. Statt an Käfigen vorbei läuft man praktisch ständig durchs Grüne, von einer Freianlage zur nächsten. Das ist nicht nur für den tierischen Bewohner besser, sondern auch viel schöner für den menschlichen Besucher.
Wenn man durch das reich bebilderte Buch blättert, kann man diese Veränderungen sehr schön an Vorher-Nachher Fotos betrachten. Für mich war es gleichzeitig eine kleine Zeitreise, denn beim Betrachten der alten Bilder wurden viele Erinnerungen wach. Und es gab auch Witziges zu entdecken, beispielsweise auf zwei nebeneinander abgebildeten Fotos, auf denen man erkennen kann, wie Sockelblöcke des im Krieg zerstörten Kaiser-Wilhelm-Denkmals für die Gestaltung des Robbenbeckens verwendet wurden.
Ein wenig langatmig fand ich Passagen, in denen es um personelle Veränderungen, beispielsweise im Aufsichtsrat, ging. Die habe ich nur überflogen, weil sie mich schlicht nicht interessierten. Davon abgesehen las sich das Buch aber sehr schön.
Fazit: Die Änderungen in der Zootierhaltung kann man hier sehr eindrucksvoll an der Geschichte eines Zoos beobachten. Reich bebildert und interessant zu lesen.























