Bücher mit dem Tag "tierhaltung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "tierhaltung" gekennzeichnet haben.

65 Bücher

  1. Cover des Buches Flugangst 7A (ISBN: 9783426510193)
    Sebastian Fitzek

    Flugangst 7A

     (1.185)
    Aktuelle Rezension von: ManjaEls

    Was würdest du tun, wenn du das Schicksal deiner (schwangeren) Tochter gegen jenes von über 600 Passagieren in einem Flugzeug abwägen müsstest?

    Diesem schrecklichen Problem steht der renommierte Psychiater Mats Krüger gegenüber, als er während eines Fluges einen schrecklichen Anruf erhält - er soll eine ehemalige Patientin dazu bringen, dass Flugzeug zum Absturz zu bringen – und damit sich und alle anderen Passagiere in den Tod reißen. Sonst steht das Leben seiner Tochter auf dem Spiel, denn diese wurde von einem Verrückten entführt, dem für seine Zwecke jedes Opfer recht scheint ….

    Wie nicht anders von Fitzek gewohnt zieht einem der Thriller in den Bann. Er spielt mit unseren Urängsten, fordert uns heraus und lässt uns bangen. Auch der Schreibstil und der Handlungsaufbau ist altbekannt gut. Nichtsdestotrotz wirkt die Handlung manchmal ein wenig überzogen und fast schon übertrieben surreal. 

    Daher solide 3 von 5 Sternen, für diesen eben auch „soliden“ Thriller, dem es nicht ganz gelang, mich zu schocken. Spaß gemacht hat er mir dennoch.

  2. Cover des Buches Sprich mit mir (ISBN: 9783446269156)
    T. C. Boyle

    Sprich mit mir

     (145)
    Aktuelle Rezension von: Schugga

    Tatsächlich kann auch ein Roman von T. C. Boyle ein absoluter Fehlgriff sein. An einer überzogenen Erwartungshaltung kann es nicht liegen, da ich bzgl. des Verlaufs zunächst wenig Erwartungen hatte. Vielmehr sind es der Aubau des Buches selbst, der Stil sowie die Charaktere, die mich ziemlich enttäuschten. Auch wenn es um den Schimpansen Sam geht, dem Prof. Schermerhorn die Zeichensprache versucht beizubringen, sind die meisten Szenen nicht mit Sam, sondern über Sam: Es wird über ihn geredet, gefachsimpelt, spekuliert, interpretiert und sein Leben verplant. Prof Schermerhorn hat bei seinem Projekt in erster Linie seine Karriere im Sinn, die Studentin Aimee redet sich in ihrer naiven Weltsicht ein, sich für das Wohl des Schimpansen einzusetzen - und der Besitzer von Sam denkt nur an seinen Profit. Das ist übrigens auch derjenige, der Sam zurückfordert - Sam wird nicht von irgendeiner Universität beschlagnahmt, sondern einfach von seinem Besitzer zurückgeholt. Zwar hat Sam selbst auch einige Kapitel, geschrieben aus seiner Sicht, aber die sind recht einfach gehalten und kaum emotionaler, als wenn ein Mensch die Szenen beschrieben hätte.

    Platziert hat der Autor das Geschehen in die Zeit Ende der 1970er bis Anfang der 1980er. Anstrengend war seine Entscheidung, viele Szenen, besonders zum Ende hin, aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen, und zwar nicht parallel, sondern man macht einen Zeitsprung zurück und erlebt das Ganze nochmal - und wenn man Pech hat nochmal. Überhaupt muss man sich auf einige nicht weiter definierte Zeitsprünge gefasst machen, wodurch man beim Lesen schnell das Zeitgefühl verliert. Wär im Buch nicht angemerkt, dass die Handlung sich innerhalb von 3,5 Jahren abspielt - ich hätte es nicht benennen können. 

    Ebenso anstregend waren die Charaktere: Der Professor, der erwartet, dass Frauen ihre Ziele für seine Karriere zurückstecken und bei dem ich mir nicht sicher war, ob er wirklich einen Charakter in Sam sah oder doch nur ein Objekt. Aimee in ihrer naiven und weltfremden Art, die sich für Sam hätte einsetzen können, bei der jedoch allein durch ihren Charakter bereits zu Beginn sicher ist, dass ihre Bemühungen zum Scheitern verurteilt sein werden. Und Sam, der mal als niedliches Haustier betrachtet wird, bis er aus Mangel als Möglichkeiten (oder fehlender Selbstbeherrschung?) zu Gewalt neigt und dann plötzlich nur noch das wilde Tier ist, bei Gefahr zum Abschuss freigegeben. Chance vertan, wirklich etwas zu bewegen. Von allen, sowohl von den Charakteren als auch vom Autor selbst.

  3. Cover des Buches Tiere essen (ISBN: 9783596512850)
    Jonathan Safran Foer

    Tiere essen

     (516)
    Aktuelle Rezension von: Natascha_W

    Warum essen wir Tiere? Und wie kommt das Fleisch eigentlich in die Geschäfte? Welche Wege geht es, bis es im Laden zum Verkauf steht?
    Im Buch wird alles rund um das Thema Tiere mästen und schlachten besprochen.

    Viele Informationen waren mir vor dem Buch schon bewusst, all zu gerne verdrängt man diese aber. Einige Situationen hatte ich mir nie so schlimm ausgemalt, wie sie im Buch geschildert werden. Vor allem war ich schockiert darüber, dass auch auf die Sicht der Angestellten im Schlachtbetrieb eingegangen wird und ich teilweise nachvollziehen konnte, wieso man da drin gaga wird und die Tiere noch schlechter behandelt, als es eh schon Standard ist. 

    Das Thema wird rundum beleuchtet und sachlich wiedergegeben, was gesehen und gehört wurde. Wem schnell schlecht wird, der sollte sich viel Zeit beim Lesen nehmen - einige Stellen im Buch sind wirklich grenzwertig! Aber es ist nunmal die Realität und ich wünsche mir, dass öfter hin- anstatt weggeschaut wird! Ein veganer Lebensstil ist die einzige Möglichkeit das Leid der Tiere in den Griff zu bekommen.

  4. Cover des Buches Tiere (ISBN: 9783499249150)
    Simon Beckett

    Tiere

     (869)
    Aktuelle Rezension von: Javilin

    In seinem Thriller "Tiere" erzählt Simon Beckett die Geschichte von Nigel, der nach dem Tod seiner Eltern im geschlossenen Pub wohnen bleibt. Im dortigen Keller richtet er sich einen etwas anderen "Stall" ein, denn er hält dort in einzelnen Abteilen Menschen gefangen.


    Der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen. Simon Beckett schreibt sehr bildlich, sodass man sich die Örtlichkeiten sehr gut vorstellen kann. Auch Nigel zeichnet er als einen Menschen, der zwar Schlimmes tut und man ihn auch für seine Verbrechen verurteilen möchte, jedoch gelingt es ihm zugleich, dass man auch Mitleid bzw. Sympathie für ihn entwickelt. 


    Mir hat der Psychothriller gut gefallen und ich habe ihn fast in einem Stück durchlesen können.

  5. Cover des Buches Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke (ISBN: 9783442484386)
    Karen Joy Fowler

    Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke

     (96)
    Aktuelle Rezension von: graefinrockula

    Die fabehlhaften Schwestern der Familie Cooke“ von Karen Joy Fowler ist ein emotionales Buch mit Tiefgang, welches zum Nachdenken anregt.

    Das Buch, welches in der Ich-Perspektive geschrieben ist, beginnt mit einer scheinbar normalen jungen Frau, welche versucht ihr Leben zu ordnen. Das nicht ganz leichte Verhältnis zu ihrer Familie durch das Verschwinden ihrer zwei Geschwister scheint zunächst nachvollziehbar. Durch viele Zeitsprünge wird einem das Ausmaß der Tragödie erst bewusst. Fern und Rosemary wachsen wie Zwillinge auf. Doch Fern verschwindet. Erst im Laufe der Geschichte wird das Geheimnis um Ferns Identität gelüftet. Eine Geschichte über Toleranz, Mitgefühl und Verantwortung gegenüber allen Lebewesen auf der Welt.

    Durch die Ich-Perspektive liegt der Fokus klar bei Rosemary, da Figur und Erzählerrolle zu einem verschmelzen. Eine intelligente, junge Studentin. Der sprachliche Stil der Erzählung passt sich dieser Gegebenheit an und machen diese authentisch. Es werden außerdem sowohl Klassiker der Literatur wie Les Miserables zitiert, als auch Größen der Jugendkultur (Star Wars). Wir erfahren nur langsam Einblick in Rosemarys Innenwelt, auch dies passt zu dem Charakter der gezeichneten Figur. Am Anfang ist dies vielleicht etwas frustrierend, da Rosemary in der Erzählerrolle nicht auf den Punkt zu kommen scheint. Doch genau dieses sprunghafte und teilweise ausweichende macht die Erzählung auch interessant und sorgt dafür, dass man unbedingt weiter lesen möchte.

    Ich persönlich kann dieses Buch wärmstens empfehlen. Allerdings sollte man es in Ruhe und mit Zeit zum Nachdenken lesen. Denn ich empfand das Lesen als eine Art von Katharsis. Rosemary mag nach der Erzählung vielleicht immer noch die unsichere  und sozial etwas unfähige Frau zu sein, doch ich als Leser habe mich definitiv verändert. Ein gelungenes Buch, welches der heutigen Zeit auch an manchen Stellen radikal den Spiegel vorhält.

  6. Cover des Buches Am zwölften Tag (ISBN: 9783462045475)
    Wolfgang Schorlau

    Am zwölften Tag

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Stephan59

    Denglers siebter Fall. Zwölf Tage, an denen die handelnden Personen, vor allem Dengler und Olga, sein Sohn Jakob mit seinen Freunden, der Bauer Zemke mit seiner Frau und die Rockerclique in verschiedenen Handlungssträngen an unterschiedlichen Orten zu einem Gesamtbild verwoben werden. Dazwischen immer wieder die Hintergrundinformationen des Fleischkaisers, dessen erhellende Aussagen zur Massenfleischproduktion später mit den Filmen aus den Tierställen gut mit der Wirklichkeit dieser Industrie kontrastiert werden. Das hat mir durchaus gefallen und nach und nach nimmt der Fall, der zunächst keiner zu sein scheint, richtig Fahrt auf.

    Die Hintergrundrecherchen sind offenbar fundiert, darauf den Plot eines Krimis aufzusetzen, hat mich angesprochen.

    Allerdings haben mich einige Punkte gestört. Am Ende war ich regelrecht enttäuscht.

    Die, die den Krimi noch nicht gelesen haben, sollten hier nicht weiterlesen:

     

    SPOILER

     

    Die Rockerbande, die mit Menschenhandel, Prostitution, Drogen und den osteuropäischen Arbeitssklaven ihr Geld verdient, als tumbe und rohe Gesellen zum Abfackeln eines Bauernhofs einzusetzen, wobei die Ermordung einer Gruppe junger Tierschützer gleich mit geplant ist, war mir zu weit hergeholt. Wer in solchen kriminellen Geschäften einen guten Reibach macht und auch weiter machen will, wird nicht das unkalkulierbare Risiko eines mehrfachen Mordes eingehen.

    Ein gestelltes Foto vor einer Fototapete, um den Urlaub in Barcelona darzustellen mit dem Handy fotografiert, das war mir zu unglaubwürdig.

    Als der Bauer mit seiner Frau zum Hof fährt, kommt ihnen der gerade mit einer MP beschossene Mercedes entgegen? 1. Wieso fährt der noch? 2. Warum hält er auf der Flucht überhaupt an? 3. Der Bauer soll die Schüsse nicht gehört haben?

    Der Bauer und seine Frau werden im ersten Stock ihres Hauses gefesselt und geknebelt und mit dem Haus quasi gleich mit angezündet. Während neben der Frau das Bett schon so lichterloh brennt, dass sie ihre Handfesseln dort mithilfe der Flammen durchbrennen lassen kann – im Erdgeschoss wütet ja auch bereits das Feuer -, kann sie noch so agieren? Das ist absolut unglaubwürdig. Die Frau wäre längst im Rauch des Feuers erstickt.

    Und dann der Fleischkaiser. Als der skrupellose, schwerreiche Fleischproduzent den osteuropäischen Arbeiter mal eben tranchiert und dann, als die Polizei auf sein Grundstück kommt und ihn erwischt, auch noch vor laufender Kamera den Jugendlichen gegenüber, die bei dieser Festnahme absolut nichts zu suchen haben, die Machenschaften und Expansionspläne der Fleischmafia mal eben so offenlegt…, tut mir Leid, das war der Punkt, da bin ich aus der Geschichte ganz ausgestiegen. Auch hier entspricht das Handeln des Fleischkaisers überhaupt nicht seiner bisherigen Charakterisierung. Dieser Mann würde töten lassen und ebenso wenig seine geschäftlichen Pläne offenlegen.

    Daher nur zwei Sterne für den Plot und die anfangs wirklich interessante Geschichte.

  7. Cover des Buches Arthurs wildes Hundeleben (ISBN: 9783747800201)
    Heike Abidi

    Arthurs wildes Hundeleben

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Maunzerle

    Arthurs wildes Hundesleben

    Autor: Heike Abidi
     Illustrationen: Barbara Fisinger

    Verlag: Hummelburg Verlag

    Klappentext:

    Im Hundekörbchen liegt jemand. Jemand, der eigentlich viel zu groß dafür ist. Und auch kein Fell hat, sondern einen blau-weiß gestreiften Schlafanzug trägt. Kein Zweifel – in dem Hundekörbchen liege ich selbst!

    Arthur wünscht sich nichts sehnlicher als einen Hund. Deshalb ist er überglücklich, als er eine Woche lang auf Lucky aufpassen darf, den Hund von Bekannten. Eines Morgens passiert etwas Unfassbares: Arthur wacht in Luckys Hundekörper auf und Lucky in Arthurs Jungenkörper! Nun weiß der eine nicht, wie er plötzlich auf vier Pfoten laufen soll und der andere nicht, was man in einer Schule - und überhaupt als Mensch – so macht. Sie müssen diesen Tausch unbedingt wieder rückgängig machen! Aber wie?

    Eine rasante, urkomische Körpertauschgeschichte
     Aus zwei Perspektiven erzählt

    Meinung:

    Arthur ist 10 Jahre und wie so viele Kinder wünscht er sich nichts sehnlicher als einen Hund. Wie viele Eltern geht es aber auch Arthurs Eltern so, dass sie befürchten sie müssen sich später um den Hund kümmern. Da kommt es ganz gelegen, dass sie für eine Woche auf Lucky aufpassen sollen.
     Lucky ist jedoch alles andere als begeistert, dass sein Herrchen jetzt ein Kind ist. Denn Kinder findet er total ätzend, viel zu laut und wild. Kurz gesagt: sie sind so lästig wie Flöhe.

    Dennoch toben die zwei wild durch den Garten und Arthur ist total happy endlich einen Hund zu haben.

    Doch nach einem Schläfchen wachen die beiden im jeweils anderen Körper auf.

    Herrlich witzig und unterhaltsam! Denn Arthur wei0 nicht wie er sich als Hund zu verhalten hat und Lucky versteht die Welt im Körper eines Menschen nicht mehr.

    Die Kinder fanden es total klasse. Durch den Wechsel der Körper lernt jeder die Bedürfnisse des anderen viel besser kenne. Und die Kinder lernen neben der Geschichte noch sehr viel über das Hundeleben und seine Verhaltensweise.

    In dem Buch wird einmal aus der Sicht von Arthur und einmal aus der Sicht von Lucky erzählt. SO verstehen die Kinder es viel besser finde ich.

    Super toll fanden wir die Illustrationen von Barbara Fisinger. Sie passen hervorragend zur Geschichte.

     

  8. Cover des Buches Way Down on the High Lonely (ISBN: 9783518465820)
    Don Winslow

    Way Down on the High Lonely

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Von der Dramaturgie und dem Ablauf her dem ersten Teil der Reihe sehr ähnlich. Und ohne den zweiten Teil gelesen zu haben, recht gut zu verfolgen. Neal Carey kehrt nach drei Jahren der Gefangenschaft in China mit der Hilfe seines Ziehvaters Graham zurück – warum? Natürlich um einen Fall zu übernehmen. Nun zum Fall: Ein kleiner Junge, Cody McCall, wurde von seinem Vater, Anhänger einer Nazi-Christen-Bande in der Ödnis Nevadas verschleppt. Neal soll diese Gruppe infiltrieren, um so den Jungen zu seiner Mutter, einer bekannten Filmproduzentin zurückzubringen. Es endet mit einem Showdown, der an einen Western erinnert, ein Indianer taucht auf, als eine Art deus ex machina. Wieder einmal ist die Story zu straight und vorhersehbar. Der Twist, der noch ein kleines Schmunzeln im ersten Fall abringen konnte, fehlt dieses Mal komplett!
  9. Cover des Buches Land oder Leben (ISBN: 9783958893672)
    Claudia Heuermann

    Land oder Leben

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Daniela_Leinweber

    Ehrlichkeit, Authentizität, Mut, Tatendrang und jede Menge Erfahrung – das alles packt die Autorin Claudia Heuermann in ihr Buch, und zwar in ungeschönter, realitätsnaher Weise.

     

    Dieses Buch ist ein Must-Read für alle, die der romantischen Vorstellung verfallen sind, dass es in der Wildnis doch um vieles schöner ist, als in der Stadt. Ist es in vielen Punkten bestimmt auch, doch in vielen dann auch wieder nicht. „Land oder Leben“ zeigt auf interessante, gut zu lesende Weise, was hinter dem schönen Schein liegt und wie hart das für viele so magisch anziehende Leben am Land sein kann. Natürlich ist Land nicht gleich Land, aber wen es in die Wildnis zieht und wer von einem autarken Leben dort träumt, dem hilft dieses Buch bestimmt, sich auf die Realität vorzubereiten.

     

    Die Autorin auf ihre Reise, wie aus einem anfänglichen Traum Wirklichkeit wurde und wie sich Träume schließlich auch verändern können oder schlichtweg ausgeträumt sind, zu begleiten, ist wirklich Abenteuer im Kopf. Abgesehen von dem Hauptthema, dem Leben auf dem Land, gibt es aber auch einen Einblick in das Familienleben, das immer wieder auf eine harte Probe gestellt wird und schließlich auch in eine wohl unausweichliche Entscheidung mündet.

     

    Der Schreibstil der Autorin lässt einen mitten ins Geschehen eintauchen und ich habe vor allem die Zeitsprünge für hervorragend eingesetzt empfunden, da es das Lesen noch lebendiger gestaltet hat. Die Autorin schafft es, den Leser oder die Leserin direkt mitzunehmen und an ihren Erfahrungen teilhaben zu lassen und macht dies ohne erhobenen Zeigefinger. Die Schilderungen sind verständlich und absolut nachvollziehbar und lassen einen manches Mal staunend zurück.

     

    Alles in allem ein wunderbares Buch einer interessanten, starken Frau, die sich nicht scheut, ihr Leben umzukrempeln, um ihre Ideen umzusetzen, und zwar mehr als nur einmal. Daher eine große Leseempfehlung von mir.

  10. Cover des Buches Die verborgene Seele der Kühe (ISBN: 9783453604612)
    Jeffrey Moussaieff Masson

    Die verborgene Seele der Kühe

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Das geheime Leben von
    Rindern, Hühnern, Schweinen und anderen Hoftieren


    Als ich das Buch entdeckte sprach mich das Cover und der darunter stehende Titel gleich an. Gut, nun habe ich einen Großteil meiner Kindheit auf einem Bauernhof verbracht, wollte ursprünglich Agrarwissenschaften studieren, da fällt einem solch ein Buch natürlich auf aber auch im Zuge eines doch immer bewussterem Lebens und der Auseinandersetzung mit artgerechter Haltung, Fleischkonsum etc. ist dieses Thema momentan omnipräsent.
    Als ich das Buch nun zuhause liegen hatte, und eigentlich auf der Suche nach etwas ganz anderem im Internet war, entdeckte ich plötzlich unglaublich viele Rezensionen zu diesem Buch. Viele habe ich gelesen noch bevor ich das Buch selbst gelesen hatte. Kritiken von vernichtend bis sehr lobend, es war alles dabei. Die Tendenz zu "nicht so gut wie erwartet" war jedoch sehr groß.
    Nun musste ich mir selbst ein Bild machen. Kann ein Buch, mit diesem Thema wirklich "nicht so gut sein"? Es ist sicherlich immer eine Frage der eigenen Sichtweise, der eigenen Position, der eigenen Erwartung zu diesem Thema die über die Reaktionen entscheidet.
    Nimmt man diese Emotionen einmal heraus und betrachtet es nüchtern, soweit das überhaupt geht bei einem so hoch emotionalen Thema, dann ist es, so finde ich ein Buch, das man gelesen haben sollte. Es gibt Bücher deren Inhalt anregt über etwas nach zu denken oder einmal über seien eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, und grade das gelingt mit diesem Buch wunderbar. Man muss sich zweifelsohne auf den Autor und seine Botschaft einlassen, zuweilen ist es auch etwas langatmig aber nie uninteressant. Ich lese auch Bücher von Politikern, deren Partei ich nicht nahe stehe. Einfach aus dem Grund meinen eigenen Horizont zu erweitern. Genauso ist es bei diesem Buch, das wenn gleich es aus anderem Antrieb zu mir gekommen ist, für mich zu einem Buch geworden ist wo ich am Ende sagen kann, gut das ich es einmal gelesen habe.
    Vieles von dem was Masson schreibt war mir schon bewusst, einiges erstaunlich und bereichernd, anders zu ideologisch.
    Jeffrey m. Masson schreibt aus der Warte des Tierverhaltensforscher, schlüpft dabei in eine Position in der er quasi aus der Sicht der Tiere versucht unser Verständnis anzusprechen, unser Interesse zu wecken. All die Leser, so wie ich, die der Thematik nahe stehen werden ihn verstehen. Wer ganz anderer Meinung, von vorn herein ist, der wird Schwierigkeiten haben. Aber all diejenigen, die bislang recht unbeteiligt, ohne konkrete Position dieses Buch lesen, für die dürfte es auch  eine Bereicherung sein.
    Masson schafft es uns das Seelenleben der Haus- und Hoftiere näher zu bringen. Wer Geschichten in Form von kleinen Anekdoten erwartet  wird enttäuscht werden, wer verborgenes erklärt bekommen möchte ist hier genau richtig.
    Auf dem Cover können wir lesen:"...... ein leidenschaftlicher Appell für mehr Respekt vor den Hoftieren", und genau das ist es was dieses Buch ausmacht.
    Peter Wohlleben, dessen Bücher ich hier auch schon des Öfteren vorgestellt habe kommt ebenfalls auf der Coverrückseite zu Wort. er schreibt:" ....... regt zum Nachdenken und Mitfühlen an. Ein unglaublich inspirierendes Buch!"
    Bedenken sollte man, das Masson im großen und ganzen die Hoftiere der modernen und konventionellen Tierhaltung zu Worte kommen lässt. In den letzten Jahren tut sich grade auch im positiven Sinne viel bei den Landwirten. Vielen ist durchaus bewusst, das durch artgerechtere Haltung angefangen von der Mutterkuhhaltung bis zum freilaufendem Schwein es viele Möglichkeiten gibt mit Tieren zu leben.
    Das am Ende häufig die Fleischvermarktung steht ist für den einen unnötig für den anderen der Lauf der Dinge.
    Gleich ob man Fleischesser oder nicht ist, Jeffrey.M. Massons Buch ist, wie ich finde eine Bereicherung und veranlasst zum Nachdenken.


  11. Cover des Buches Eating Animals (ISBN: 9780316127165)
    Jonathan Safran Foer

    Eating Animals

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Yvonne-liest
    Der Inhalt von Jonathan Safran Foers Buch "Eating Animals" (deutscher Titel: "Tiere essen") wird im Klappentext folgendermaßen zusammengefasst:

    "Eating Animals is a uniquely passionate, powerful and provocative exploration of what we eat and why. It is both a personal quest which goes to the very heart of what it means to be human and a riveting exposé of the horrors and dangers of factory farming."

    Die Sprache ist immer klar und verständlich, wie es von einem solch erfolgreichen Autor zu erwarten ist. Die Hintergründe sind gut recherchiert: auch der informierte Leser kann hier noch sehr viel lernen. Foer geht hauptsächlich auf die Industriestandards und verschiedenen Praktiken und Arbeitsschritte bei der Produktion von Fleisch und Fisch ein, daneben aber auch auf die verherenden Folgen auf Umwelt, Klima und Gesundheit.

    Das Buch ist ein klarer Appell gegen die Grausamkeiten der Massentierhaltungsbetriebe. Die recherchierten Fakten werden offen dargelegt, oft ist es schwer weiterzulesen. Man sollte es trotzdem tun. "Eating Animals" weißt darauf hin, dass wir dem Grauen, welches wir durch unser Konsumverhalten verursachen, ins Auge schauen müssen.

    Als Alternative zu den verschmähten Massentierhaltungsbetrieben ("factory farms") stellt Foer kleine, familiär geführte Bauernhöfe dar. Dabei übersieht er, dass auch in solchen Betrieben äußerst ineffizient und klimaschädlich Nahrung hergestellt wird.

    Leider geht Foer nicht ausreichend auf die moralische Fragestellung ein, weshalb es gerechtfertigt ist, Tiere zu essen. Nach seiner Darstellung ist es völlig ausreichend, den Tieren ein einigermaßen leidfreies Leben und einen kurzen Tod zu geben. Dies sollte keine genügende Rechtfertigung darstellen, da ja im Normallfall kein zwingender Grund besteht, das Tier überhaupt zu essen.

    Die im Buch interviewten Vegetarier und Veganer geben als ihre Beweggründe ihr Mitgefühl mit den Tieren an. Diese sentimentale Darstellung geht an der Fragestellung vorbei. Beim Verzicht auf Tierprodukte geht es um fundamentale Gerechtigkeit. Tiere sollten nicht wie bloße Produktionsmittel behandelt werden. Zur weiteren Lektüre zu diesem Thema empfehle ich die Bücher von Gary Francione und Anna Charlton.
  12. Cover des Buches Das Kuscheltierdrama (ISBN: 9783426302026)
    Achim Gruber

    Das Kuscheltierdrama

     (14)
    Aktuelle Rezension von: MartinA

    Ich weiß nicht, was ich erwartet hätte: Tierpathologie, die bei Verbrechen hilft? Tierquälerei? Letzteres könnte man ja fast erwarten, wenn man den Titel Das Kuscheltier-Drama liest. Tatsächlich ist das Buch weitaus mehr.
    Professor Dr. Achim Gruber berichtet von seiner langjährigen Arbeit als Tierpathologie und stellt dabei auch klar, dass Pathologie nicht nur mit toten Tieren zu tun hat, sondern auch für akute medizinische Fälle von Bedeutung ist. Natürlich beschränkt sich das Buch größtenteils auf Hunde und Katzen, jenen Tieren, welche man am häufigsten in den deutschen Haushalten findet. Er erzählt von Tierliebe, die manchmal falsch verstanden wurde, von den Gefahren der Vermenschlichung von Haustieren und auch von der Problematik der Qualzuchten, was ein Thema ist, was mich selber interessiert und auch einen Großteil des Buchs einnimmt.
    Der Professor doziert nicht, er erzählt auf einfühlsame, spannende Weise und macht deutlich welche „Probleme“ ein Haustier machen kann (vor allem die Kosten des Tierarztes bei längerer Krankheit oder Altersbeschwerden werden oft unterschätzt). Für Laien verständlich sollte das Buch jeder lesen, der sich ein Haustier anschaffen möchte.
    Es muss gut überlegt sein und oft werden viele Dinge nicht bedacht. Und wenn man an den falschen Züchter gerät (ganz zu schweigen von diversen illegalen Verkäufern oder unseriösen „Tierschutz“organisationen im Ausland) dann hat man keine Freude an seinem Tier und das hilft keinem der Beteiligten (außer demjenigen, der Geld daran verdient).

    Auge auf beim Tierkauf und lieber ein Buch zu viel lesen … Das Kuscheltier-Drama ist keine Mahnung, es sind Erfahrungen und Beobachtungen, die dem Tierhalter helfen bessere Entscheidungen zu treffen und auch das Verhalten des Tierhalters dem Tier gegenüber, denn manchmal kann kuscheln tödlich sein (für Tier und Mensch).

    Und nebenbei erfährt man wie interessant die Arbeit eines Tierpathologen sein kann.

  13. Cover des Buches Artgerecht ist nur die Freiheit (ISBN: 9783492308441)
    Hilal Sezgin

    Artgerecht ist nur die Freiheit

     (23)
    Aktuelle Rezension von: was_mit_buechern

    Über dieses Buch bin ich durch Zufall gestolpert, weil ich mich zurzeit mit dem Thema Tierhaltung beschäftige. Daher musste ich es natürlich sofort lesen.

    Cover: Ich finde das Cover sehr gelungen, da ein (scheinbar) glückliches Schwein mit Strohresten im Fell in die Kamera „lächelt“ und dabei (zumindest bei mir) schon Mitgefühl, Liebe und das Gefühl es einfach lieb haben zu müssen im Betrachter aufsteigt.

    Schreibstil: Hilal Sezgin schreibt in einem sehr überzeugenden sachlichen Stil, der dennoch flüssig zu lesen ist. Einzelne persönliche Eindrücke – die jedoch nie rein subjektiv sind – unterstreichen ihre überzeugenden Argumente. Pro und Contra und sogar mögliche Kompromisslösungen werden angesprochen und diskutiert. So kann sich der Leser stets selbst eine Meinung überlegen und die bisherigen Ansichten überdenken.

    Meinung: Ich finde das Buch sehr gelungen, da Hilal Sezgin eine sehr klare Struktur verfolgt. Bei dem Thema werden ja viele Menschen (ob pro oder contra Tiernutzung) schnell sehr persönlich und argumentieren völlig planlos. Sie hingegen gliedert das Buch in deutliche Kapitel: die Definition von Tierethik und schließlich die drei Fragen, ob wir Tiere quälen, töten oder überhaupt nutzen dürfen und sie schließt mit dem Kapitel, wie wir mit Tieren leben können. Es werden überzeugende Argumente geliefert und sachlich erklärt, ohne jemanden anzugreifen oder überzeugen zu wollen. Dennoch ruft sie zum Umdenken auf – liefert aber überzeugende Argumente dafür. Es werden viele Themen aufgegriffen, die man vielleicht beim ersten Gedanken (es geht nicht nur ums Fleischessen) gar nicht berücksichtigt. So erhält der Leser einen umfassenden und sachlichen Einblick in die Tierethik unsrer heutigen Welt.

    Fazit: Das Buch ist leicht zu lesen, ob wohl es viele ethische und komplexe Themen behandelt. Hilal Sezgin holt den Leser dort ab, wo er ist – und das können durchaus verschiedene Standpunkte sein. Das Buch ist geeignet für alle Menschen, die sich mit Tierethik beschäftigen wollen, die die Nutzung von Tieren in unserem Alltag hinterfragen wollen und sinnvolle Argumente lesen möchten. Lesenswert und bereichernd – ohne belehrend und beschuldigend wirken zu müssen.

  14. Cover des Buches Die Wegwerfkuh (ISBN: 9783896675385)
    Tanja Busse

    Die Wegwerfkuh

     (6)
    Aktuelle Rezension von: katze102
    Tanja Busse, selber auf einem Bauernhof aufgewachsen, beschreibt in diesem Buch sehr ausgewogen die Mißstände bei einer Intensivtierhaltung. Anhand von Beispielen und auch Erläuterungen zur Gesetzeslage läßt sie den Leser in die andere Seite der Medaille blicken: Wie geht es den Landwirten dabei, die oft keine Alternative haben, weil sie um ihre Kredite bedienen zu können unter Mindestlohn arbeiten und nicht nur die Tiere, sondern auch sich selber ausbeuten, ganz nach Vorgaben der großen Konzerne, die sie beliefern und ihre 'Endprodukte' abnehmen. Für eigene Entscheidungen bleibt dabei nicht viel Spielraum und die kleinen Nebenerwerbslandwirte haben zum größten Teil aufgegeben. Nicht nur vom Preisdruck auf Landwirte, an dem wir uns alle beteiligen, wenn wir möglichst billg einkaufen, sondern auch über das Umgehen mit männlichen Kälbchen der Milchkühe, deren Lebensdauer, den 'unbrauchbaren' Brüdern der Hochleistungslegehennen u.m. wird berichtet. Besonders interessant fand ich auch die Betrachtungen zur systemimmanenten Lebensmittelüberproduktion und der Gegenüberstellung von intensiver Nutzung einer Milchkuh zu pfleglicher und respektvoller Haltung und Melken über eine viel lägere und wesentlich anständigere Lebensdauer, besonders auch mit Kuh-mit-Kälbchen-Haltung, bei der trotzdem gemolken werden kann. Die vorgestellte Fleischkennzeichnng mit Bekanntgabe der Haltungsbedingeungen ( analog zur Eierkennzeichnung) finde ich ausgesprochen sinnvoll und nötig, ebenso den Vorschlag dazu zusätlich Fotos der Tierhaltung zur Aufklärung mit aufzudrucken ( wie bei den Warnhinweisen auf Zigarttenpackungen).

    Bislang habe auch ich die Landwirte eher als Täter denn als Opfer gesehen; die hier aufgezeigte Abhängigkeit zu großen Konzernen war mir in diesem Umfang nicht bewußt. Gerne würde ich meine Einkäufe in einem Hofladen vornehmen, aber die drei Hofläden, die es in meinem Umfeld gibt, haben mich nicht überzeugt, denn sie bieten Orangen, Ananas, Kokosnüsse u.ä. an und so fehlt mir der Glaube daran, daß das restliche Sortiment aus eigenem Anbau stammen könnte. Bei dem größten 'Hofverkauf' steht frühmorgens regelmäßig ein Sattelschlepper aus Holland vor den Türen und läd die 'frische Ente vom eigenen Feld' ab. Dort zu kaufen kann für mich also überhaupt keine Alternative sein. Die im Buch angesprochene Möglichkeit der solidarischen Landwirtschaft, auf die ( und einer entsprechenden internet-Seite) ich schon nach einem Fernsehbericht gestoßen bin, bietet mir leider nicht viel, denn ich wohne in einem Ballungswohnraum, in dem es kaum Landwirtschaft gibt, schon gar keine solidarische. Auch die vorgestellte Seite ' Taste of Heimat' leitet mich in weitem Umkreis nur zu einem Wochenmarktstand, an dem hofeigener Käse und demeter-Brot angeboten wird. - Für mehr müßte ich stundenlange Autofahrten in Kauf nehmen und denke, das kann auch nicht Sinn der Sache sein. Die vorgestellte Lösung einer solidarischen Landwirtschaft in der Nähe von Hamburg, die dort die Ernte zur Abholung für ihre Mitglieder in einer Art Packstation-System über die Stadt verteilt, würde ich mir in menem Umfeld auch wünsschen. Mir bleibt die Hoffnung, dass viele Diskussionen und mögliche Gestzesänderungen einen Umbruch bewirken und, dass sich ganz viele genau dafür aussprechen. Die Anzahl derer, die nach einem Ausstieg aus der Intensivhaltung suchen, wird immer größer und nur so wird sich überhaupt etwas verändern lassen...

    Fazit: Ein überaus gelungenes Buch, das neutral analysiert, was falsch läuft und wie eine kollektive Vorstellung Großes bewirken kann, das gut funktionierende Modelle vorstellt und Mut und Vorschäge macht, doch etwas ändern zu können.
  15. Cover des Buches Schmitz' Katze (ISBN: 9783104022758)
    Ralf Schmitz

    Schmitz' Katze

     (655)
    Aktuelle Rezension von: katzekatzekatze

    Ich hatte von Ralf Schmitz auf Youtube einen Auftritt beim WDR gesehen, wo er aus diesem Buch vorgelesen hat. Da mir dieser Auftritt unglaublich gut gefallen hat und ich Ralf Schmitz grundsätzlich sehr sympathisch finde und natürlich selbst stolze und glückliche Katzenbesitzerin bin, habe ich mir das Buch auch endlich mal besorgt.

    Ich muss leider sagen, dass es mich nicht so umgehauen hat, wie der Auftritt/Die Lesung. Es ist einfach was anderes, wenn die Anekdoten lustig vorgetragen werden, oder man selbst alles nur still für sich liest.
    Es ist was Nettes für Zwischendurch um sich ein bisschen die Langeweile zu vertreiben, als Geschenk oder Ähnliches wäre es für mich jedoch leider nicht die erste Wahl.

    Was mir gut gefallen hat sind natürlich die liebevollen Gedanken zum Zusammenleben mit einer Katze, manche Sätze haben mich wirklich bewegt und viele Anekdoten haben mir auch ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Besonders das Schlusswort finde ich unglaublich schön.


    Was ich persönlich allerdings sehr kritisch sehe und was mich dazu bringt, das Buch doch sehr schlecht zu bewerten ist Folgendes (Achtung, könnte Spoiler enthalten):

    Ralf Schmitz hatte zwar 26 Jahre lang eine Katze, doch mit artgerechter Haltung scheint er sich nur rudimentär auseinander gesetzt zu haben.

    Um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen: Katze in EINZELHALTUNG in der Wohnung, das geht schonmal gar nicht, weil Katzen immer Gesellschaft brauchen, insofern man ihnen keinen Freigang ermöglichen kann. Und schon gar nicht hält man eine einzelne Katze dann auch noch in einer winzigen 30 m² Wohnung, das grenzt mMn schon an Tierquälerei. (Tut mir leid, wenn ich das so hart ausdrücken muss)

    Da wird erzählt, dass die Katze vom Balkon aus dem 5. (?) Stock fällt. Würde gar nicht passieren, wenn man als gewissenhafter Halter einfach ein Katzennetz angebracht hätte. Sowas sollte man WISSEN.

    Natürlich lernt man mit der Zeit dazu und niemand ist von Anfang an perfekt, aber dann hätte er es, schon allein aufgrund seines Bekanntheitsgrades und seiner Beliebtheit wenigstens in einer Fußnote erwähnen sollen.

    Was daran lustig sein soll, eine Katze mit Alkohol zu vergiften verstehe ich auch nicht so ganz (das hat mir aber schon im Auftritt etwas Bauchweh gemacht )

    Hier werden grundlegend falsche Umgangsweisen mit diesen Tieren bagatellisiert und ins Lächerliche gezogen und ich mache mir große Sorgen, dass manche Leute sich ein Beispiel daran nehmen, weil es im Endeffekt die Haustiere sind, die darunter leiden werden.

    Ich würde mir von Ralf Schmitz sehr wünschen, dass er wenigstens in einer Neu-Auflage dieses Buches dementsprechende Hinweise mit einfügt.

  16. Cover des Buches Liliane Susewind – Eine Eule steckt den Kopf nicht in den Sand (ISBN: 9783596811533)
    Tanya Stewner

    Liliane Susewind – Eine Eule steckt den Kopf nicht in den Sand

     (22)
    Aktuelle Rezension von: maaresi

    Mir hat die Geschichte von Lili sehr gut gefallen, in der eine oingstliche Oile mutig wird und Lili entscheidet, was wichtig ist und dafür über ihren eigenen Schatten springt. Dabei kann sie natürlich auf die Unterstützung ihrer Freunde zählen.

    Ihre Freundschaft zu Jesahja entwickelt sich weiter, da sie lernen, wie diese auch mit ihren Schulkollegen Bestand hat. 

    Lili lernt auch, wie wichtig es ist, dass sie die Macht, die sie durch ihre Fähigkeiten bekommt, nicht für Rache oder Böses einsetzten sollte und möchte, wodurch sie reift und Verantwortung für ihr tun übernimmt. 

    Für mich war die Geschichte wirklich lieb geschrieben und Bonsai und Frau von Schmidt auch hier unverzichtbar, die sich teilweise von einer neuen Seite gezeigt hat. Ein super Kinderbuch zum Vorlesen oder selberlesen mit wichtiger Botschaft - Mit guten Freunden und Mut ist fast alles möglich.

  17. Cover des Buches Ziegen wie du und ich (ISBN: 9783863342210)
    Maria Anna Leenen

    Ziegen wie du und ich

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Waschbaerin

    Das Buch "Ziegen wie du und ich" von Maria Anna Leenen hat mir sehr gut gefallen. Ich schwanke noch zwischen 4 und 5 Sternchen. 

    Es ist ein Buch über die Liebe zur Schöpfung Gottes. Dass die Autorin Maria Anna Leenen eine enge Verbundenheit mit Gott empfindet zeigt sich allein schon daran, dass sie sich entschloss, als Eremitin zu leben. Man muss schon ganz bei sich sein können, will man ein Leben in Abgeschiedenheit von den vielen Dinge, mit denen sich die meisten Menschen ihre Freizeit, bzw. die langen Abende füllen, damit sie sich nicht langweilen oder gar sich selbst begegnen müssen.  Respekt! 

    Wer also mit dem engen Gottesbezug der Autorin wenig anfangen kann, der wird sich mit diesem Buch teilweise schwertun. 

    Jedoch - lässt man sich als Leser darauf ein, bekommt man ganz sicher neue Einblicke oder Ansichten, die es zu überdenken lohnt. Auf Seite 78 schreibt sie: "Ich habe Liebe mit Besitz verwechselt". Zu diesem Selbsteingeständnis muss man erst einmal finden. Auch dabei half ihr der tägliche Umgang mit den Tieren. 

     Für die Autorin ist klar, Tiere sind eigenständige Wesen - auch ihre Zwergziegen. Sie haben eine individuelle Persönlichkeit. Das zeigt sich schon daran, dass eine der Ziegendamen nur dann zu einer Autofahrt zu bewegen war, nachdem sie sich einen ordentlichen Schluck Jägermeister hinter die Binde gegossen hatte. Klingt irgendwie menschlich. 

    Dass Hunde sowie Katzen die Menschen in Altersheimen, als auch Kinder in Kindergärten verzaubern können, ist hinlänglich gekannt. Doch Zwergziegen? Wie die Autorin schreibt, ziehen auch sie die Menschen in ihren Bann.  Alte Menschen mit Demenz drücken längst vergessene Empfindungen mit ihrer Mimik aus und ängstliche Kinder trauen sich so ein Tier anzufassen. Kein Wunder, dass die Autorin recht oft darum gebeten wird, mit ihren Tieren in Altenheimen oder Kindergärten Gast zu sein. 

    Für mich verständlich, wenn ich mir das Cover anschaue und in diese wunderschönen Augen der Zwergziegen blicke. Da sehe ich offene Neugierde und Lebensfreude - keine Verschlagenheit oder gar Hinterlist. 

    Doch die Autorin geht auch darauf ein, was sie zuvor machte, z. B. in Südamerika zu leben und dort auf einer Farm mit Wasserbüffeln zu arbeiten. Was sie dort erschreckte, war der Umgang der Menschen mit den Tieren. Kinder machten sich einen Spaß daraus, den Wasserbüffeln die Schwänze zu brechen und jauchzten über deren Schmerzenslaute. Kann man diese Kinder verurteilen? Wahrscheinlich haben sie es von älteren Kindern und diese von ihren Eltern und die Eltern wiederum von anderen Eltern gelernt, ohne dass sich jemand auch nur einmal Gedanken darüber gemacht hat. Wer wird die Macht haben, dieses "Weitergeben an die nächste Generation" zu unterbinden und zu einem Umdenken aufrufen? Für die Autorin war dieses Verhalten nicht akzeptabel, waren doch schon damals Tiere in ihren Augen Mitlebewesen, die auch Schmerzen empfinden - genau wie wir. Es war wohl nur einer von mehreren Gründen, nach Deutschland zurückzukehren. Doch bis sie zur Eremitin wurde, lag noch ein längerer Weg und viele Einsichten vor ihr. 

    Noch heute sieht sie sich immer wieder gezwungen zu erklären, weshalb sie ihr Ziegen nicht so vermarktet, wie man es vom wirtschaftlichen Standpunkt her könnte um damit den größtmögliche Gewinn herauszuholen. Ihre Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung passt nicht in das Schema einer kaufm. Buchführung.  

    Ziegen wie du und ich ist ein wundervolles Buch, wenn man mehr will als einfach nur unterhalten zu werden.

  18. Cover des Buches Kein Fleisch macht glücklich (ISBN: 9783442173167)
    Andreas Grabolle

    Kein Fleisch macht glücklich

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Blacksally
    Ich bin allgemein Ernährungstechnisch an allem interessiert was man so finden kann. Dieses Buch ist bisher eines der Besten, die ich zum Thema Fleischlos Essen gelesen habe.Man merkt dem Autor an das er einen überzeugen will ohne Fleisch gesund zu Leben, aber man wird nicht reingedrängt in ein Schema, indem man als böser Fleischfresser da steht. Das hat mir gut gefallen.Der Autor ist selbst Pescearier, das heißt er isst kein Fleisch, aber Fisch. Das ganze macht das Buch meiner Meinung nach etwas authentischer und realer. Würde mir jemand der ganz normal Fleisch isst sagen das es schlecht ist, würde ich mir schon veräppelt vorkommen.
    Man wird eingeführt in die Materie der schockierenden Tierhaltung und bekommt interessante Tabellen und Berichte zur Veranschaulichung. Doch in dem Buch gibt es noch viele Themen, die meist im Hintergrund bleiben. Zum Beispiel wie die Umwelt belastet wird, durch die Herstellung von Tierfutter oder Seuchen die durch inkorrekte Tierhaltung hervorgerufen werden ect.
    Mir hat das Buch schon so ein bisschen die Augen geöffnet, und auch wenn ich nicht auf Fleisch verzichten möchte, werde ich es jedoch weitestgehend reduzieren.
    noch etwas zum Autor:
    ndreas Grabolle ist Biologe, Klimaexperte, Wissenschaftsjournalist und – inzwischen – Veganer. Der Verfasser des Buches »Pendos CO2-Zähler« lebt mit Frau und Tochter in Berlin. Sein zweites Buch »Kein Fleisch macht glücklich« wurde vom Vegetarierbund als Sachbuch des Jahres 2013 ausgezeichnet.



    Mein Fazit:Ein sehr informatives Buch, das man gelesen haben sollte.
  19. Cover des Buches Wir streicheln und wir essen sie (ISBN: 9783446429222)
    Hal Herzog

    Wir streicheln und wir essen sie

     (7)
    Aktuelle Rezension von: LeChristoph
    In letzter Zeit scheinen immer mehr Bücher über die Beziehung zwischen Menschen und Tieren geschrieben zu werden. Die meisten dieser Werke allerdings kommen recht voreingenommen und zielgerichtet daher. Egal, ob es sich nun darum handelt, wie glücklich ein Haustier doch macht oder wie verwerflich es ist, Fleisch bzw. tierische Produkte jeglicher Art zu essen: Welche Position der Verfasser verfolgt, wird meist schon im Titel, spätestens aber nach dem ersten Kapitel deutlich.

    Hal Herzog, der wohl bekannteste Vertreter der Antrozoologie, geht da deutlich wissenschaftlicher und ausgewogener zur Sache. "Wir streicheln und wir essen sie" bezieht für keine Seite Stellung, sondern beschreibt auf ebenso kluge wie unterhaltsame Weise, wie paradox - und manchmal völlig unlogisch - unser Verhältnis zu Tieren doch ist. 

    Eine perfekte Ergänzung zu Büchern wie J.S. Foers "Tiere essen"! 
  20. Cover des Buches Das Handbuch der Selbstversorgung (ISBN: 9783942016520)
    Michael Grandt

    Das Handbuch der Selbstversorgung

     (5)
    Aktuelle Rezension von: R_Manthey
    In der Regel sind wir auf sich rasch und extrem verändernde Verhältnisse nicht vorbereitet, denn die meisten von uns mögen keinen Verlust des Gewohnten und hoffen deshalb gerne, dass es nicht so weit kommen möge. Und wenn Veränderungen dann doch mehr oder weniger kommen, dann bevorzugen wir die ruhigen und stetigen Übergänge. Deshalb wird die Grundannahme der beiden Autoren, dass wir sehr harten Zeiten entgegengehen, so manche Zeitgenossen befremden. Doch die Geschichte zeigt, dass es sehr wohl und auch nicht gerade selten sehr gravierende Brüche im gesellschaftlichen Leben gegeben hat. Und leider scheint die ökonomische Mixtur, die gegenwärtig zusammenbraut wird, auch aus historischer Sicht bestens dafür geeignet zu sein, in eine Katastrophe zu führen.

    Insofern könnte dieses Buch uns auf den ersten Blick vor den Konsequenzen einer solchen Entwicklung etwas schützen oder sie wenigstens abzumildern helfen. Doch bei genauerem Hinsehen sind die nötigen Voraussetzungen dafür vom normalen Deutschen kaum zu stemmen. Zunächst einmal braucht man wenigstens eine landwirtschaftliche Nutzfläche von einem Viertel- bis zu einem ganzen Hektar, auf der man auch noch ein Haus und Stallungen bauen kann. Dazu sollte man sich ein Windrad, Solaranlagen sowie natürlich einen Brunnen und einen Holzofen anschaffen. Will man das alles ernsthaft tun, dann kann man nur seine bisherige Arbeitsstelle kündigen und gleich zur Selbstversorgung schreiten, vorausgesetzt natürlich, man hat die nötige Kohle für diesen Plan. Machen das alle, dann brauchen wir tatsächlich auf die Katastrophe nicht mehr lange zu warten.

    Und wenn man nicht jetzt mit den Vorbereitungen beginnt, dann wird es zu spät sein, wenn es wirklich zu ernsthaften Brüchen in der ökonomischen Entwicklung kommt. Was die Autoren also hier vorschlagen, ist in der Gesamtheit lediglich etwas für ausgewählte Kreise. Dennoch besitzt dieses Buch durchaus einen gewissen Nutzen, denn es fasst zahlreiche Tipps, Verhaltensregeln und auch viel Wissen zusammen, das man selbstverständlich auch einzeln nutzen kann.

    Nach einer Einführung, in der wir ein wenig auf das kommende Grauen vorbereitet werden, geht es im ersten Teil um die Einrichtung unseres Hofes (siehe oben). Dabei fassen die Autoren frühere Ideen von Jebens und Frantzen zusammen, um eine Mischung aus Kleinstlandwirtschaft und Gartenbau vorzustellen. Danach beschreiben sie das "autonome" und das "natürliche" Haus, zwischen denen wir uns für unser nachfolgendes autarkes Leben entscheiden sollten. Anschließend werden uns verschiedene Verfahren der Wassergewinnung, die Einrichtung eines Holzofens und die unterschiedlichsten Arten der Sonnenenergienutzung erklärt.

    Danach kommen die Autoren zur relativ ausführlichen Beschreibung der verschiedenen von uns zur Selbstversorgung anzuschaffenden Nutztierarten, als da wären: Hühner, Enten, Gänse, Kaninchen, Schafe, Ziegen, Kühe und Schweine. Es werden die entsprechenden Rassen vorgestellt, Unterbringungsarten, Ernährung und anderes beschrieben. Irgendwie erinnert das an einen Crashkurs in Viehzucht und erscheint wenigstens mir etwas albern und dürftig, wenn man es denn tatsächlich als Neuling aus diesem Buch lernen wollte.

    Nach diesem sehr kurzen Ausflug in die Viehwirtschaft beginnt danach ein Kurs in Acker- und Gartenbau, der zunächst etwas einfacher erscheint. Auf fast 100 Seiten wird recht ausführlich der Anbau verschiedenster Salat- und Gemüsesorten, die Kräuterzucht und der Obstanbau beschrieben. Entsprechende Informationen würde man auch in einschlägigen Gartenbüchern finden. Der Vorteil dieses Buches besteht ganz wesentlich darin, dass es alles zusammenstellt und zusammenfasst. Nachdem man anschließend noch fünf Seiten über den Getreideanbau hinter sich gebracht hat, erfährt man etwas über die Haltbarmachung von Lebensmitteln, die Verarbeitung von Milch, die Herstellung von Bier und Wein sowie über das Brotbacken.

    Im sehr kurzen zweiten Teil erläutern die Autoren, wie man handelt, wenn man mit Geld nicht mehr bezahlen kann. Sie verweisen auf Edelmetalle und die Vermarktung der eigenen Produkte. Danach geht es im dritten Teil um den Selbstschutz und die Selbstverteidigung mit und ohne Waffen. Leider wird auch hier die Illusion verbreitet, man könne solche Fähigkeiten im Crashkurs erlernen. Für eine effektive waffenlose Selbstverteidigung gegen einen wirklich brutalen Angreifer reicht das schon deshalb nicht, weil die dafür nötigen Techniken einen hohen Grad von Körperempfinden und Körperbeherrschung verlangen, den man nur durch intensives Training erlernen kann. Darüber hinaus besitzen die meisten Menschen eine natürliche Hemmung, andere ernsthaft zu verletzen, die man nicht durch einen Crashkurs in die für die realistische Selbstverteidigung nötige Mentalität umwandeln kann.

    Der vierte und letzte Teil klärt den Leser über Maßnahmen auf, die man im Ernstfall treffen muss, wenn die ärztliche Versorgung zusammengebrochen ist, aber ein Unglück passiert oder eine Krankheit ausgebrochen ist.

    Fazit.
    Obwohl dieses Buch in der Gesamtdarstellung eine Illusion verbreitet, die jeder sofort erkennen kann, wenn er sich mit den finanziellen und anderen Voraussetzungen dafür beschäftigt, enthält es zahlreiche nützliche Hinweise und Anregungen für den Ernstfall. Wahrscheinlich aber wird man auch ihnen erst folgen, wenn es bereits zu spät ist, denn vorher kommen sie einem irgendwie albern vor.
  21. Cover des Buches Europas Zoo unter der Lupe: Sheridans Handbuch der Zoos in Europa (ISBN: 9783865231109)
    Anthony Sheridan

    Europas Zoo unter der Lupe: Sheridans Handbuch der Zoos in Europa

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Die Schwierigkeit der Erstellung von Ranglisten sind mir durchaus bewusst! Ich bemühe mich, meine Vorgehensweise mit jeder neuen Rangliste zu verbessern und zu verfeinern. … Die große Akzeptanz mit der mein Projekt, einen objektiven Leistungsvergleich zwischen den europäischen Zoos durchzuführen, aufgenommen wurde, sowie die großartige und enge Zusammenarbeit mit den allermeisten der Zoodirektoren, haben mich bei meiner Arbeit immer wieder ermutigt.«

     

    Zoos sind heutzutage von großer Wichtigkeit, nicht nur als Publikumsattraktion, sondern auch in ihrer Rolle als Bewahrer biologischer Artenvielfalt. Für nicht wenige Menschen findet der „Erstkontakt“ zur Tierwelt über Zoos statt und so manche Tierart würde es ohne sie gar nicht mehr geben. Aber die Anforderungen an einen modernen Zoo sind hoch, möglichst artgerechte Haltung gilt es mit wirtschaftlichen Faktoren in Einklang zu bringen. Dazu sollte der Zoo idealerweise noch einen Bildungsauftrag erfüllen und Artenschutzprogramme unterstützen.

     

    Anthony Sheridan bereist seit vielen Jahren Zoos, dieses Buch entstand auf der Grundlage von mehr als 650 Zoobesuchen, vielen Gesprächen mit Direktoren und leitenden Angestellten und Besuchen von Veranstaltungen der Zoo-Fördervereine. Es ist auch nicht sein erstes Werk dieser Art, zuletzt hatte er 2011 Europas Zoos kritisch „unter die Lupe“ genommen, aber in den Jahren danach wurden in vielen Zoos große Fortschritte gemacht, die hier analysiert werden. Außerdem wird ein Ausblick auf die kommenden Jahre gewagt.

    Die Kriterien, die zur Bewertung herangezogen wurden, sind: Besucherfaktoren, Bildung, Natur- und Artenschutz, Wirtschaft und Organisation. Das Ergebnis ist ein beeindruckendes Ranking, das Stärken und Schwächen aufzeigt und sicher dazu beitragen kann, die gute Entwicklung in Zoos weiter voranzutreiben.

    Sehr viel Fachspezifisches erfährt der Leser hier. Themen wie das Europäische Erhaltungszuchtprogramm werden genauso behandelt wie die 2014 verabschiedete gesetzliche Richtlinie zur Haltung von Säugetieren in Zoos, deren Umsetzung so manchen Tierpark vor große Herausforderungen stellt. Deutlich merkt man die generelle Entwicklung, die Anzahl der gehaltenen Arten zu reduzieren, um so die höheren Ansprüche zu erfüllen.

    Zu jedem der bewerteten Zoos gibt es einen umfangreichen Bericht, in dem auch dargestellt wird, was der Zoo in den letzten Jahren getan hat, was modernisiert wurde, in welchem Umfang investiert wurde und wie die Pläne (samt einer Einschätzung der Durchführbarkeit) für die nächsten Jahre aussehen. Die besten Zoos sowie die, die eine besonders beeindruckende Entwicklung aufweisen können, werden explizit hervorgehoben. Außerdem werden Besonderheiten vorgestellt, wie zum Beispiel das weltweit einzigartige „Micropia“ in Amsterdam, ein Projekt zur Enthüllung der unsichtbaren Welt der Mikrobiologie.

    Des Weiteren wird über einige Artenschutzprojekte berichtet, auch diese Abschnitte fand ich sehr interessant. Dem Autor liegt besonders ein Schutzprojekt für Gibbons in Vietnam am Herzen, das er (auch durch die Bucheinnahmen) finanziell unterstützt.

    Ich habe so einiges Neue erfahren, fand die Ausführungen hochinformativ und habe ein paar (mir noch unbekannte) Zoos auf meine persönliche Besuchsliste gesetzt. Man muss aber wirklich Interesse an der Grundthematik haben, wer nur einen Ausflugstipp fürs nächste Wochenende sucht, hat hier vermutlich ein zu umfangreiches Buch. Ich werde in ein paar Jahren die Augen nach einem Folgeband aufhalten, denn die weitere Entwicklung interessiert mich brennend!

     

    Zwei Kleinigkeiten habe ich zu bemängeln. Zum einen fände ich es gut, wenn einige Fachbegriffe zumindest kurz erläutert würden. Wer nicht vom Fach ist, weiß vermutlich nicht ohne Weiteres, was unter „In-situ-Artenschutz“ zu verstehen ist oder wofür die Abkürzung „EAZA“ steht. Punkt Nummer zwei bezieht sich auf das Tabellenwerk. Das ist zunächst einmal toll und sehr umfangreich, was ich mag. Da ich die tägliche Arbeit mit Tabellen gewohnt bin, lese ich sie auch gründlich und habe dabei ein paar kleine Fehler entdeckt, die einem Korrekturleser normalerweise auffallen sollten. In Anbetracht des Gesamteindrucks ziehe ich dafür aber lediglich einen halben Punkt ab.

     

    Fazit: Beeindruckendes Zoo-Ranking. Ich hoffe, der Autor schaut den Zoos weiter so genau auf die Finger!

     

    Im November 2015 wurden die Ranglisten sogar in der Printausgabe und auf der Webseite des deutschen Verbrauchermagazins Stiftung Warentest veröffentlicht und lobend kommentiert: „Das Sheridan Zoo-Ranking gilt als die wichtigste Bewertung europäischer Zoos.“

  22. Cover des Buches Liebenswertes Langohr (ISBN: 9783275017065)
    Ursula Licht

    Liebenswertes Langohr

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Umwelt- und tiergerechte Haltung von Nutz-, Heim- und Begleittieren (ISBN: 9783830440000)
    Wolfgang Methling

    Umwelt- und tiergerechte Haltung von Nutz-, Heim- und Begleittieren

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Buecherdiebin
    Sehr ausführliches, aber gutes Lehrbuch zur Tierhaltung.
  24. Cover des Buches Kaninchenfütterung (ISBN: 9783886277629)
    Ronald Krieg

    Kaninchenfütterung

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden

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