Bücher mit dem Tag "tierquälerei"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "tierquälerei" gekennzeichnet haben.

53 Bücher

  1. Cover des Buches Das Geschenk (ISBN: 9783948856878)
    Sebastian Fitzek

    Das Geschenk

    (967)
    Aktuelle Rezension von: Esmeray_Fahri

    Ich habe das Buch letzte Nacht beendet und ich bin immernoch in meinen Gedanken über den Inhalt des Buchs gefangen.

    Abgesehen vom unbeschreiblich gutem Schreibstil von Sebastian Fitzek muss ich sagen, dass ich es sehr wertschätze, dass er Menschen betroffen von Analphabetismus/Lese- Rechtsschreibschwäche uns mit diesem Buch näher bringt. Sie verstehen und einen kurzen Einblick in das Leben bekommen war schön.

    Die Theorie vom Professor Karsov war besonders beeindruckend. Aus Minus und Minus wird Plus. Ein mathematischer (rationaler) Fakt. Es gibt viel zu sagen. Eine zu einer langen endlosen Diskussion offene Theorie, über die man nur philosophieren und keine richtige moralische Antwort oder Lösung finden kann.

    Das Unwissen ist das größte Geschenk für die meisten Seelen auf dieser Welt. 

  2. Cover des Buches Redwood Love – Es beginnt mit einem Kuss (ISBN: 9783499275395)
    Kelly Moran

    Redwood Love – Es beginnt mit einem Kuss

    (753)
    Aktuelle Rezension von: Featherstone

    Inhalt:

    Gabby und Flynn sind seit frühester Kindheit unzertrennlich und arbeiten zudem zusammen in der örtlichen Tierarztpraxis. Nach all den Jahren stellen die beide nun fest, dass aus den freundschaftlichen Gefühlen romantische geworden sind. Aus Angst ihre langjährige Freundschaft durch eine allzu überstürzte Beziehung aufs Spiel zu setzen beschließen sie es langsam angehen zu lassen. Zudem plagen Flynn Selbstzweifel, denn er ist gehörlos und fragt sich ob er für Gabby wirklich der richtige Partner ist oder ob er ihr Leben unnötig kompliziert macht…

    „Wir haben die Chance verdient, zusammen zu sein, herauszufinden, wohin das führen kann. Du wirst mich nicht verlieren.“ (S. 158)
    „Zwei Jahrzehnte Freundschaft, und du verstehst es immer noch, mich zu überraschen.“ (S. 272)

    Meine Meinung:

    Mit Gabby und Flynn hat man zwei richtig sympathische und nahbare Hauptpersonen, die einem schnell ans Herz wachsen. Das trägt dazu bei, dass man sehr schnell in die Geschichte hineinfindet. Es ist zudem sehr gut gelöst wie die Autorin Gespräche zwischen dem gehörlosen Flynn und seinen hörenden Mitmenschen niedergeschrieben hat. Gebärdete Redeanteile wurden einfach kursiv gedruckt. Dadurch ergeben sich flüssig zu lesende Gespräche. Überhaupt ist dieses Buch insgesamt sehr kurzweilig und angenehm zu lesen.

    Den Umgang mit dem Thema Gehörlosigkeit finde ich sehr gelungen. Die Besonderheiten die sich für Flynn aufgrund seiner Gehörlosigkeit im Alltag ergeben und vor allem Flynns Gefühlslage werden sehr feinfühlig und eindrücklich beschrieben. Zwar kommt er im Alltag insgesamt sehr gut alleine zurecht, aber manche Schwierigkeiten gibt es für ihn leider trotzdem. So ist er beruflich wie privat in bestimmten Situationen auf die besondere Rücksichtnahme bzw. Hilfe anderer angewiesen. Es genügt nämlich z. B. nicht, dass er ein Lippenleser ist, wenn in einer Gesprächsrunde alle durcheinanderreden und die Leute ihn beim Reden nicht direkt anschauen. Außerdem erfährt man, dass Flynn zwar laut sprechen kann, dies für ihn aber sehr unangenehm ist. In der Vergangenheit hat er nämlich leider durch die Reaktionen mancher Mitmenschen feststellen müssen, dass diese seine Aussprache und Sprachmelodie merkwürdig finden und seine Stimme ist ihm daher sehr peinlich. Dementsprechend ist es ein großer Vertrauensbeweis, wenn Flynn sich einer Person gegenüber traut laut mit ihr zu sprechen.

    Diese Geschichte beinhaltet viele schöne und romantische Momente. Zugleich gibt es aber auch einige traurige und herzzerreißende Stellen. Besonders rührend und eindrücklich ist für mich die Szene in der Gabby Flynn mittels Berührungen zu verdeutlichen versucht wie sie Geräusche wahrnimmt:

    „Das Meer ist ein Dröhnen, wenn man ihm nahe ist, aber in der Ferne ist es eher ein leises Rauschen.“ Sie ließ ihre Finger sanft über seine Schultern hin- und hergleiten. „Dann ist da das knisternde Geräusch des Windes in den Blättern, ein Schwirren.“ Ihre Fingerspitzen huschten über seine Ohrmuscheln. (S. 170)

    Der Handlungsschauplatz wird wirklich gut in Szene gesetzt: So werden die kalifornischen Wälder und die Bergwelt sehr lebendig und anschaulich beschrieben. Gabby und Flynn haben zudem einen unfreiwilligen Zusammenstoß mit einem Wildtier und das sorgt für eine ziemlich gefährliche Situation. Außerdem bringt das Berufsleben von Flynn und Gabby Abwechslung in die Geschichte. Sie kümmern sich um sehr unterschiedliche Tiere und machen zudem Hausbesuche bei ihren Patienten, sodass die Tierarztpraxis nicht der alleinige Handlungsort ist.

    Warum habe ich dennoch bloß 3 Sterne vergeben? 

    Flynn und Gabby sind seit der Vorschule befreundet – also schon seit ca. 20 Jahren. Trotzdem stellen sie nun nach all den Jahren beide fast zum gleichen Zeitpunkt fest, dass sie sich in den jeweils anderen verliebt haben und sie sich eine Beziehung wünschen. Das geschieht ohne dass etwas herausragend Besonderes geschieht, das dieses relativ plötzliche beiderseitige Aufkommen romantischer Gefühle erklärt. Ich hätte es glaubwürdiger gefunden, wenn einer von beiden sich wegen seiner Liebe anders verhalten oder über seine Gefühle gesprochen hätte und dies dann dazu geführt hätte, dass daraufhin auch der andere beginnt seine Gefühle zu hinterfragen bzw. zu ändern.

    Zudem kommt es meiner Meinung nach in der ersten Buchhälfte stellenweise zu kurz, dass Flynn Gabby natürlich nicht bloß liebt, weil sie so hilfreich ist und weil sie ihm den Alltag so sehr erleichtert. Es wird teilweise schon fast zu sehr betont wie wichtig Gabbys bedingungslose Hilfe und Unterstützung für Flynn ist. So könnte Flynn ohne Gabby z. B. seine Arbeit als Tierarzt nicht so problemlos und effizient bewältigen. Zudem hilft sie ihm auch in der Freizeit (u. a. indem sie ihm als Übersetzerin dabei hilft an Gesprächsrunden mit Freunden teilzunehmen). Man hat leider teilweise schon fast ein bisschen den Eindruck, dass es eine Form von Abhängigkeitsverhältnis ist und sich erst aus diesem heraus Liebe entwickelt. Es wäre deshalb besser gewesen, wenn noch mehr darauf eingegangen worden wäre welche Charaktereigenschaften und welche Aspekte ihrer Persönlichkeit Flynn liebt und schätzt. Zum Glück bessert sich das aber im weiteren Verlauf des Buches merklich.

    Ein weiterer Punkt, der mich ein wenig stört, ist einer der Gründe weshalb Flynn zunächst vor einer Beziehung mit Gabby zurückschreckt: Er ist sehr besorgt, dass er im Falle eines Scheiterns der Beziehung seine Helferin Gabby am gemeinsamen Arbeitsplatz verliert, weil das für ihn beruflich einige Nachteile und Unannehmlichkeiten mit sich bringen würde. Diese Sorge ist zwar verständlich, aber er denkt dabei viel zu wenig an Gabby und deren Gefühle. Immerhin ist Gabby durch seine Zurückweisung zutiefst verletzt, aber seine Gedanken sind fast ausschließlich damit beschäftigt inwieweit ein mögliches Scheitern der Beziehung für ihn berufliche Nachteile haben könnte.

    Mein Hauptkritikpunkt an dieser Geschichte – die mir ansonsten in weiten Teilen sehr gefällt – ist der Eindruck, dass sich (vor allem zum Ende hin) unnötig viel Drama entfaltet. Zum einen hat Gabbys Familie plötzlich die Sorge, dass Gabby ihren Beruf aus den falschen Gründen heraus ergriffen hat – nämlich bloß, weil sie Flynn als Arbeitskollegin helfend zur Seite stehen will. Ich finde es unverständlich, dass Gabbys Familie plötzlich auf diesen Gedanken kommt, denn immerhin arbeitet Gabby mittlerweile schon mehr als 10 Jahre (!) äußerst glücklich in der Tierarztpraxis und vorher hat die Familie diese Befürchtung nie ausgesprochen. Die Familie steht außerdem der Beziehung zwischen Gabby und Flynn ziemlich ablehnend und skeptisch gegenüber, obwohl sie ihn zuvor aber gemocht und akzeptiert haben. Allein aufgrund seiner Gehörlosigkeit finden sie, dass Flynn als Partner nicht gut genug für „ihre“ Gabby ist. Gabbys Gefühle und ihr Glück scheinen zweitrangig zu sein. Trotzdem arrangiert sich die Familie dann später aber doch noch relativ plötzlich mit der Situation.

    Außerdem fordert Flynn im weiteren Verlauf eine „Beziehungspause“ ein, weil er Zweifel hat, dass eine Beziehung mit ihm für Gabby das Beste ist und weil ein bisschen Gegenwind vom Umfeld kommt. Seine Unsicherheiten sind nachzuvollziehen, aber dass er gleich so einen einschneidenden Schritt geht, kann ich nur bedingt nachvollziehen. Immerhin hätte ihm direkt klar sein müssen wie sehr Gabby mit diesem gut gemeinten Verhalten verletzt. Außerdem ist Gabby ja in all den Jahren ihrer Bekanntschaft die meiste Zeit alleinstehend gewesen und hat nie zu einem anderen Mann eine so tiefgehende Verbundenheit wie mit Flynn gehabt. Es sieht also nicht danach aus, dass sie bereit wäre eine Beziehung mit jemand anderem einzugehen. Dieses Drama empfand ich als überflüssig. Außerdem wurde das Ganze dann sowieso nach kurzer Zeit vergleichsweise problemlos wieder aufgelöst und es werden recht schnell Pläne für die gemeinsame Zukunft geschmiedet.

    Fazit:

    Es handelt sich um eine schöne Liebesgeschichte in die das Thema Gehörlosigkeit sehr einfühlsam und in unaufdringlicher und passender Weise eingeflochten wird. Die Geschichte überzeugt mit schönen und rührenden Momenten, bietet aber auch einige traurige Momente. Zugleich gibt es aber meiner Meinung nach auch an der einen oder anderen Stelle Verbesserungspotenzial. Dennoch habe ich die Geschichte insgesamt gerne gelesen.

    Hier noch zwei besonders rührendes Zitate:

    „Du hast genauso viel gegeben wie genommen, Flynn. Es gibt ebenso viele Momente, in denen du mich gerettet hast. Wir waren füreinander da, weil es das ist, was Freunde nun einmal tun. Freunde unterstützen sich. Wenn ein Stück von uns zerbricht, sammeln sie die Scherben auf. Und ich werde auch morgen noch da sein und am Tag danach und am Tag danach, um die Scherben aufzusammeln. Genauso wie du es für mich tust.“ (S. 130)
    „Ich mag ja taub sein, aber dein großes Herz macht dich blind.“ (S. 309)

    Und zum Schluss ein sehr lustiges Zitat:

    Trotz all seines James-Bond-Gleichmuts wirkte er gerade geschüttelt und gerührt. (S. 96)
  3. Cover des Buches Im Wald (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 8) (ISBN: 9783548289793)
    Nele Neuhaus

    Im Wald (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 8)

    (638)
    Aktuelle Rezension von: KeksTrommel

    Ein Fuchs und ein Junge verschwinden. Jahre später wird eine totkranke Frau ermordet. Wollte sie ihr Gewissen erleichtern und drohte die Wahrheit ans Licht zu kommen? Oder hat beides nichts miteinander zu tun? Es bleibt nicht der einzige Mord.

    Das Cover finde ich ganz passend gestaltet, wenn man mehr von den Geschehnissen Kenntnis erhält.

    Es war mein erstes Buch von Nele Neuhaus. Das war aber nicht weiter schlimm, da es ein unabhängiger in sich geschlossener Fall war.

    Das Buch wurde aus verschiedenen Sichtweisen erzählt.

    Der Fall an und für sich war spannend erzählt, das Ende war schlüssig.

    Ganz Ruppertheim war hier im Fokus, weil die ehemaligen Kinder zusammenhielten und über die Geschehnisse der Vergangenheit schweigen. Auch Bodenstein ist tief in den Fall verwickelt.

    Mir gefallen die Charaktere. Pia ist noch etwas unsicher, als sie die Leitung übernimmt. Das merkt man ihr an und das ist für mich als Leser nachvollziehbar. Das Bodenstein dennoch ermittelt, weil der damals verschwundene Junge sein Freund und der verschwundene Fuchs sein Haustier war, ist für mich ebenso nachvollziehbar.

    Das Buch hat mir viele spannende Lesestunden geboten, auch wenn es am Ende etwas in die Länge gezogen wurde, weshalb ich es weiter empfehlen kann.

  4. Cover des Buches CanGu und die wilden Bienen (ISBN: 9788494830358)
    Audrey Harings

    CanGu und die wilden Bienen

    (24)
    Aktuelle Rezension von: milchkaffee
    Meiner Tochter hat das Buch gut gefallen. Allerdings nicht ganz so gut, wie der Katastropenvogel... Dennoch werden wir auch noch die anderen Bände lesen. Die Botschaft, wie wichtig Freundschaft ist und sich gegenseitig zu helfen wurde gut vermittelt.

  5. Cover des Buches Nichts (ISBN: 9783423625173)
    Janne Teller

    Nichts

    (1.076)
    Aktuelle Rezension von: BooKLoVE

    Inhalt (übernommen)

    Als der 14-jährige Pierre Anthon seine Klasse mit den Worten verlässt »Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun«, stehen seine Mitschüler unter Schock. Denn kann es wirklich sein, dass nichts eine Bedeutung hat? Nicht die erste Liebe? Nicht das Lernen in der Schule? Nicht das Elternhaus, die Geschwister, der Glaube an Gott oder das eigene Land? Gemeinsam wollen die Schüler dem aufsässigen Pierre Anthon das Gegenteil beweisen und sammeln auf einem Berg der Bedeutung alles, was ihnen lieb und teuer ist. Doch was harmlos beginnt, wird bald zu einem Experiment, in dem es kein Halt und keine Grenzen mehr gibt – als selbst Tiere geopfert werden, ein Finger und die Unschuld eines Mädchens... 

    Meine Meinung zum Buch (enthält SPOILER)

    Das Cover des Buches ist sehr schlicht gehalten, da nur der Titel und die Autorin auf weißem Hintergrund zu sehen sind.
    Der Schreibstil der Autorin war nicht ganz mein Fall. Die Autorin hat viele Stilmittel mit in ihren Text eingebracht und aus der Sicht einer Erzählerin geschrieben. Im Buch werden einige eventuell triggernde Themen angesprochen, wofür es allerdings keine Triggerwarnung gibt. Diese hätte ich mir allerdings schon gewünscht. Die Kapitellänge hat mir immer sehr gut gefallen, da die Kapitel meist nur 4 Seiten lang waren. Durch den geringen Umfang der Geschichte hatte ich das Buch sehr schnell durchgelesen und empfand es auch als sehr spannend.
    Die Handlung hat mich zu Beginn ein wenig überrascht und ich hätte nicht gedacht, dass das Buch so tiefgründig sein wird.
    Den Sinn hinter dem Berg aus Bedeutung habe ich nicht so ganz verstanden und auch warum alle damit so geheimnisvoll umgegangen sind, war mir ein Rätsel. Manche Gegenstände waren einfach to much (Unschuld, Kopf des Hundes, Finger,…) und ich habe mich gefragt, ob es das nun wirklich gebraucht hat.
    Das Ende hat mich überrascht, da ich trotz des emotionslosen Umgang der Kinder untereinander nicht damit gerechnet hatte, dass sie so etwas tun würden. 

    Fazit

    Insgesamt fand ich das Buch spannend zu lesen, als Kinder- und Jugendbuch finde ich es allerdings nicht geeignet, da es wirklich eventuell triggernde Themen anspricht. Manche Stellen waren mir zu extrem.
    Ich vergebe 3 von 5 Sterne!

  6. Cover des Buches Das Leben in einem Atemzug (ISBN: 9783956142543)
    Neel Mukherjee

    Das Leben in einem Atemzug

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Pantoffeltier
    Mukherjee wirft einen genauen Blick auf das moderne und doch in Traditionen verhaftete Indien. Er begleitet Menschen, die aufbrechen, um ein besseres Leben zu finden.  Eine Köchin, die hart arbeitet, um ihrem Neffen eine Ausbildung im Ausland zu ermöglichen; einen Mann, der mit einem Tanzbären durch's Land zieht; ein Mädchen, dass vor Terroristen flieht; einen Mann, der im Ausland lebt und jedes Mal, wenn er zurück nach Indien kommt bemerkt, wie fremd ihm die Gesellschaftsstruktur geworden ist...
    Das Buch ist fast schon schmerzhaft intensiv. Mehrmals musste ich pausieren und konnte doch nicht aufhören zu lesen. 
    Der Autor lässt jegliche exotische Romantik beiseite und fokussiert auf Gewalt, Herrschaftsverhältnisse und Armut. Die ProtagonistInnen sind gut gewählt, denn sie bieten sehr unterschiedliche Sichtweisen auf die indische Lebensrealität.
    Es bleibt vor allem die Erkenntnis, wie tief verwurzelt das Kastensystem auch im modernen Indien noch ist und wie unbarmherzig das Schicksal die Armen von den Reichen trennt. Man muss sich Zeit lassen für das Buch, denn es werden viele Besonderheiten, besonders was das Essen oder regionale Unterschiede betrifft, sehr genau erklärt und oft passiert nicht viel. Belohnt wird man mit einem sehr eindrücklichen, oft schmerzhaft intensiven Leseerlebnis.
  7. Cover des Buches Das Leuchten der Rentiere (ISBN: 9783455021325)
    Ann-Helén Laestadius

    Das Leuchten der Rentiere

    (166)
    Aktuelle Rezension von: Ana80

    Elsa und ihre Familie leben hoch im Norden Schwedens. Die Familie ist sambisch und lebt traditionell von der Rentierzucht. Als sie 9 Jahre alt ist, wird sie Zeugin, wie jemand ihr Rentierkalb umbringt. Obwohl sie den Mann kennt, traut sie sich nicht bei der Polizei gegen ihn auszusagen, denn er hat Elsa ebenfalls gesehen und ihr gedroht. Erneut kann die Polizei nur tatenlos zusehen, wie den Sámen und ihren Tieren Unrecht getan wird und nichts gegen die Wilderer tun, da sie keine Beweise haben. Einige Jahre später, Elsa ist mittlerweile eine junge Erwachsene, hat sich die Situation nicht gebessert und eher noch verschlimmert. Doch jetzt ist sie nicht mehr bereit weiter zu schweigen und das Unrecht geschehen zu lassen. Doch sie hat schwer zu kämpfen, denn die Behörden reagieren gleichgültig, die Täter brutal und die Sámen missbilligen ihren Mut, zum einen weil sie denken, dass es nichts bringt, zum anderen weil sie traditionell denken und finden, dass eine Frau sich hier nicht einmischen sollte.

    Irgendwie habe ich das Buch zur falschen Jahreszeit gelesen, im Winter hätte ich mich wohl besser in das Setting hineinfühlen können, nichtsdestotrotz war ich super schnell in den Buch drin. Die Autorin schafft es mit ihrer bildgewaltigen Sprache und dem schön zu lesenden Schreibstil, die Lesenden auf gekonnte Weise mit in eine eher unbekannte Welt und Kultur zu nehmen.
    Was für mich zunächst eher wie ein Krimi um ein kleines Mädchen und ihr ermordetes Rentier anmutete, wurde schnell zu einem fesselnden Buch über die Lebensumstände und auch die Probleme mit denen die Sámen zu tun haben. Ich war wirklich fasziniert und zum Teil auch entsetzt. Das Buch erklärt sehr viel und trotzdem habe ich noch sehr viel nebenbei gegoogelt, weil ich das Thema hochinteressant fand.
    Absolut empfehlenswert!!

  8. Cover des Buches Scarpetta (ISBN: 9783442471669)
    Patricia Cornwell

    Scarpetta

    (107)
    Aktuelle Rezension von: MaFu

    Seit Cornwell Benton Wesley hat sterben und dann völlig unlogisch wieder hat auferstehen lassen, lese ich die Scarpetta-Reihe nur noch mit viel Skepsis und weil ich einige der Charaktere sehr mag. Aber auch diesmal bin ich enttäuscht worden, die Geschichte bleibt flach, ich hatte nie wie in den ersten Bänden das Gefühl, mittendrin zu stecken. Und die Aussage von Marino, die versuchte Vergewaltigung von Scarpetta sei die ehrlichste Tat in seinem Leben gewesen? Sehr fragwürdig...

  9. Cover des Buches Nebeltod (ISBN: 9783404173181)
    Nina Ohlandt

    Nebeltod

    (46)
    Aktuelle Rezension von: Lene-s

    Was mich bei dieser Krimireihe bei der Stange hält, sind die Charaktere des Ermittlerteams.  Personen beschreiben liegt N.Ohlandt, dies gilt auch für Nebenfiguren. Angenehm sind auch die Landschaftsbeschreibungen, die nicht zu viel Raum einnehmen.

    Ansonsten mag ich den Schreibstil der Autorin nicht besonders: zu langatmig, manchmal in Klischees abdriftend und, was hier  besonders nervt, die sehr oft dazwischen gestreuten Zitate irgendwelcher Schriftsteller. Das wirkt prätentiös - so, als ob sie ihren Krimis dadurch eine größere Bedeutung verleihen möchte, oder ihre Belesenheit demonstrieren. Hier wäre weniger eindeutig mehr - ich habe jedenfalls diese aus irgendeiner Zitat-Website abgeschriebenen Zitate überlesen, als es mir zu viel wurde.  Eine Stelle in diesem Krimi ärgert mich dann auch besonders: ihr laienhaftes und schlecht recherchiertes Urteil über Goethe, welches sie einer Protagonistin in den Mund legt. Auch wenn sich die Protagonistin zu guter Letzt als in ihrem Urteil sehr extrem herausstellt, dies ist unnötig viel aufgewirbelter Staub.

    Alles in allem ein bisschen zu viel  offensichtlich präsentierte Botschaft, verpackt in eine Geschichte mit mittlerem Spannungsbogen. Wenn man über Ersteres hinwegsieht, bleibt ein durchschnittlich netter Küstenkrimi.

  10. Cover des Buches Der Libellenflüsterer (ISBN: 9783570309575)
    Monika Feth

    Der Libellenflüsterer

    (114)
    Aktuelle Rezension von: michellebetweenbooks

    Merle setzt sich für den Tierschutz ein und arbeitet seit Jahren in einem Tierheim. Sie bekommt die Möglichkeit einen Artikel zum Thema Tierquälerei für eine sehr bekannte Zeitschrift zu schreiben. Dabei erinnert sie sich an einen Fall, bei der sie  einem Familienvater und einem Förster einen Hund vermittelt hat. Kurz darauf wurde dieser tot aufgefunden. Es macht den Anschein, als sei der Mann unschuldig. Als macht sich Merle auf den Weg ins Forsthaus, um selbst zu ermitteln…

    Als ich gesehen habe, dass es auch einen siebten Band der Reihe gibt, konnte ich es kaum erwarten diesen in meinen Händen zu halten und zu lesen! Diese Reihe hat mittlerweile einen festen Platz in meinem Herzen und ich habe jeden einzelnen Band und jeden einzelnen Charakter ins Herz geschlossen. Auch Band 7 hat es echt in sich und Monika Feth hat sich für diesen Band etwas ganz neues überlegt. Ich kann euch versichern, dass es in keinem Band jemals langweilig sein wird!

    Jette und Merle sind zwei Charaktere, die ich schon zu engen Freundinnen zählen kann. Mit ihnen gemeinsam habe ich schon so viel durchgemacht und mit ihnen ermittelt bei Dingen, wo unsere Nase gar nichts drin zu suchen hat. Jette und Merle sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich werde die beiden so schnell auch nicht mehr vergessen. Es fühlt sich oft schon so an, als wäre ich ein Teil der ganzen Gruppe. In diesem Band treffen wir auch auf einen weiteren Charakter, Loretta, die mich sehr neugierig gemacht hat. Aber auch die anderen sind wieder mit dabei.

    Ich bin mittlerweile ein sehr großer Fan von den Büchern von Monika Feth und habe mir auch schon andere Bücher von ihr gekauft und teilweise auch schon gelesen. Ihre Bücher sind für mich perfekt, denn sie bieten mir die Möglichkeit einfach abzutauchen und meinen Alltag zu vergessen. Ich liebe es, dass ich mit ermitteln kann und mir die Lösung nicht einfach präsentiert wird. Als Leser ist man ein kompletter Teil des Buches. Und außerdem bleibt es durchgehend spannend.

    Besonders toll finde ich, dass in diesem Buch das Thema Tierquälerei noch einmal mit eingebaut wurde und somit einen großen Raum bekommen hat. Bereits in den anderen Bänden hat man schone etwas mitbekommen, aber gerade durch diesen Band wird einem wieder bewusst, wie grausam Tierquälerei ist und das sie quasi nebenan schon passieren kann und das bricht mir mein kleines Herz.

    Der Schreibstil von Monika Feth war auch in diesem Band wieder grandios! Ihr Schreibstil hat sich kaum verändert, wenn, ist er sogar noch besser geworden. Monika Feth konnte mich komplett überzeugen und ich liebe ihre leichte, spannend und fesselnde Schreibweise total. Auch wenn es ein Thriller ist, lässt sich das Buch angenehm lesen und auch der Lesefluss wird hierbei in keiner Weise gestört.

    ,,Der Libellenflüsterer‘‘ ist vorerst der letzte Band der Reihe und ich habe dennoch Hoffnung, dass noch weitere Bände erscheinen werden, denn ich möchte mich ungerne schon von der Reihe verabschieden. Durch diese Reihe wurde viel auf psychische Krankheiten, psychische Probleme, Tierquälerei und andere Themen aufmerksam gemacht über die man unbedingt sprechen sollte. Deshalb kann ich euch die Reihe wirklich nur ans Herz legen, ihr werdet es nicht bereuen!

  11. Cover des Buches Yoko (ISBN: 9783499011849)
    Bernhard Aichner

    Yoko

    (206)
    Aktuelle Rezension von: Engelchen07

    Die Bücher von Bernhard Aichner sind für meine Geschmack schon immer sehr speziell. Deshalb war ich schon sehr gespannt auf dieses Buch. Doch auch hier muss ich sagen bleibt der Autor weiterhin in einer sehr speziellen Richtung. 

    Im Buch geht es um Yoko. Yoko genießt ihr Leben und ist glücklich. Doch von einer Minute auf die andere, oder zur falschen Zeit am falschen Ort ändert sich das Leben von Yoko. Yoko leidet und wandelt ihren Schmerz in Wut um. 

    Der Schreibstil ist okay. schwierig fand ich die Passagen, bei dem es Dialoge gab und diese nur in vereinfachter Form dargestellt wurden. Die Szenen sind stellenweise sehr brutal geschrieben und sehr anschaulich geschrieben. 

    Mir fiel es schon gleich im ersten Kapitel ein bisschen schwer mit der Brutalität umzugehen und habe mir tatsächlich da schon überlegt ob ich aufhöre, dennoch war ich total gespannt wie das Buch sich entwickelt und habe es (gerne) dann bis zum Schluß gelesen.

  12. Cover des Buches Lausche meinem Flüstern (ISBN: 9783754324059)
    Marie-Therese Goldmann

    Lausche meinem Flüstern

    (17)
    Aktuelle Rezension von: Jofee

    ... und natürlich für alle anderen, die auf auf sehr einfühlsame Weise lernen wollen, wie man die eindrucksvollen Tiere versteht und warum sie sich wie verhalten.

     Kassy und ihre Familie halten Pferde vor allem, um vor Bekannten ein gutes Bild von sich zu machen. Aber Umgang? Vertrauen? Einfühlsames Reiten? Nichts dergleichen. Das muss der schöne Arola schmerzvoll erfahren, als er Kassy vor ihren Freundinnen abwirft. Das Deutsche Reitpferd wird hart bestraft und soll nun weitergereicht werden. Als sich niemand findet, landet er auf einer matschigen Koppel. Er verwahrlost völlig und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

     Die Geschichte ist aus Arolas Sicht geschrieben und ich habe sie noch nicht ganz überwunden... Meine Augen klebten völlig an den Seiten, gebannt verfolgte ich das Leben des Wallachs. Mit viel Pferdeverständnis schreibt Marie-Therese Goldmann ein Buch, das es in sich hat. Sie nimmt sich den herkömmlichen Umgang mit Pferden vor und übermittelt, was wahres Leben für ein Pferd wirklich bedeutet. Denn bei störendem Verhalten sollten Wut und Ärger darüber lieber der Frage weichen, warum das Pferd so ist und woher die Angst kommen kann. Erneut überzeugte mich die Autorin mit ihrem dichten, fesselnden Schreibstil, der bildlich, aber nicht überladen ins Detail ging. Wenn ihr euch noch nicht wirklich mit Pferden auskennt, macht das insgesamt nichts, denn Fachsprache ist in einem angemessenen Rahmen angewandt. Der Fokus liegt mehr auf den Gefühlen von Arola - und wie! Ich konnte mich seinem Schicksal nicht mehr entziehen und habe so viel über ihn gelernt. Gekonnt formte Marie-Therese Goldmann an den richtigen Stellen Sätze, die wie Tritte ins Gesicht waren. Der Plan zum Nachdenken anzuregen ist absolut gelungen. Eine großartige Autorin mit einem erneut großartigen Buch, das ihr alle dringend lesen solltet! 

  13. Cover des Buches Strandkörbchen und Wellenfunkeln (ISBN: 9783365000564)
    Petra Schier

    Strandkörbchen und Wellenfunkeln

    (73)
    Aktuelle Rezension von: jeanne1302

    Vor Jahren kommen sich Luisa und Lars näher, doch dann verlässt Lars die Stadt für Jahre von einem Tag auf den anderen, ohne sich zu verabschieden. Nach 8 Jahren kehrt er zurück und trifft wieder auf Luisa und die alte Leidenschaft flammt erneut auf. 

    Aber nach wie vor möchte Lars keine Herzensgefühle zulassen, seit der verkorksten Ehe seiner Eltern, weigert er sich, sein Herz zu öffnen.

    Im ganzen Roman geht es - außer natürlich um die kleine Retriever-Hündin Jolie - nur darum, wie Luisa darum kämpft, die Mauern der Angst um Lars´ Herz zu durchbrechen. Manchmal ist es einfach sehr schwer, sich einzugestehen, dass man sich gegen die Liebe nicht wehren kann. 

    Also sogesehen ist der Plott eher naja...nicht wirklich berauschend. Mal abgesehen von den Sex-Szenen. 😳

    Das beste am Buch ist und bleibt Jolie, die Hündin, die Lars zufällig vor dem Tod retten kann und dann in die Tierarztpraxis, in der Luisa arbeitet, bringt. Petra Schier versteht es, Tieren die richtigen Worte in den Mund, eh...die Schnauze zu legen. Es ist köstlich wie die kleine Hündin beschrieben wird. 

    Ich bin eigentlich nur wegen Jolie bis zum Ende des Buches dabei geblieben, sonst hätte ich wohl wegen Substanzlosigkeit abgebrochen.

    Und bin doch froh, weil auf den letzten Seiten folgender Satz geschrieben steht: "Du hast dein Leben damit zugebracht, nicht so zu werden, wie dein Vater. Jetzt solltest du vielleicht endlich damit aufhören, gegen den Mann anzukämpfen, der du nicht sein willst, sondern anfangen, der Mann zu sein, der du sein willst."

    Fazit dieses Buches: Die Sex-Szenen hätte man auch etwas weniger seitenreich gestalten können, das ging ja schon fast in Richtung Erotik-Roman und ja, wie gesagt dieses "ich will mit dir zusammen sein, aber nicht meine Liebe zeigen" ist schon sehr wenig an Inhalt für ein so dickes Buch. 

    Botschaft des Buches: Keine Partnerschaft, wenn nicht das Herz dabei ist. Eine lieblose Liebe gibt es nicht. Entweder man liebt oder man geht. Nur eine Beziehung, die auf ehrlicher Liebe basiert, hat Bestand.


  14. Cover des Buches Pferdeflüsterer-Academy, Band 5 - Zerbrechliche Träume (ISBN: 9783473404544)
    Gina Mayer

    Pferdeflüsterer-Academy, Band 5 - Zerbrechliche Träume

    (41)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Eigentlich stehen die Ferien an und Zoe wollte zu ihrer Freundin und nach Hause, aber Cyprian ist ja ihr heimlicher Schwarm und Zoe erfährt, dass sein geliebtes Pferd anscheinend einem bösen Züchter in die Hände gefallen ist. Wie kann sie ihm nur helfen? Gemeinsam mit ihrer Mitschülerin versucht sie einen Plan zu schmieden und auch ihre Reise umzubuchen. Wir das alles auch gelingen? Die Pferdeflüster-Academy Reihe ist echt genial und paart Freundschaft, Pferdeliebe und immer eine Prise Magie zusammen. Band 5 ist auch wieder gut und spannend, aber lässt ganz wenig nach.

  15. Cover des Buches Die Glasfresser (ISBN: 9783421044471)
    Giorgio Vasta

    Die Glasfresser

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Orisha

    Palermo im Jahre 1978. Drei Jungs, Freunde, die sich nicht zugehörig fühlen. Die "Roten Brigaden" treiben ihr Unwesen in Italien und die Jungs sind fasziniert. Nach und nach arbeiten sie sich in das Wesen dieser Brigade und gründen ihre eigene Zelle. Aus den drei Freunden werden Nimbus, Strahl und Flug. Drei, die sich gegen die Gesellschaft auflehnen, die eine Veränderung herbeiführen wollen und das mit allen Mitteln.

    Giorgio Vastas Roman ist eindringlich auf seine eigene Art. Er zeichnet den Weg dreier Freunde, die in die Radikalität abdriften und das in quälend langsamer Art und Weise. Man verfolgt den Alltag der Jungs aus der Perspektive von Nimbus. Ein Wort-"Nerd", dessen Faszination für die Wortklaubereien der "Roten Brigaden" immer mehr hervorbricht. Ein eigenes Kommunikationssystem wird entwickelt  (dem Vasta sogar ein eigenes Kapitel widmet) und Gewalt wird erprobt. Dabei wird nichts geschönt. Besonders das Quälen der Straßenkatzen und -hunde ist ziemlich brutal und mitunter schwer ertragbar.

    Gekonnt zeigt Vasta, wie schnell man in eine Spirale aus Gewalt und Hass gegenüber seinen vermeintlichen Gegnern geraten kann. Wie schnell etwas eskaliert und was als Kinderspiel beginnt, in tödlichen Ernst umschlägt. Und darin liegt die Stärke des Buchs. Dennoch habe ich mich mit dem Buch herumgeschlagen, war angewidert, genervt und doch gleichzeitig fasziniert, denn irgendwie wollte ich trotz der langsamen und mitunter zähen Entwicklung wissen, wie das Ganze endet. Und so gut man die Evolution der Freunde zu Nimbus und Co. nachvollziehen kann, blieb für mich immer eine Frage im Hinterkopf: Die Frage des Alters. Denn die Jungs sind gerade einmal 11 Jahre alt.

    Meint Vasta dass Elfjährige sich ernsthaft für das Treiben einer kommunistischen Untergrundgruppe interessieren? Sind sie so wortgewandt und reflektiert, wie Vasta sie darstellt? Besonders die Wortklaubereien, die stark an die Sprache von RAF und Co. erinnert, sind wirklich gut dargestellt. Aber sind diese von Kindern - und was anderes sind 11-jährige Jungs für mich nicht - genutzten Wortspielereien glaubhaft? Können sie die Tragweite der Begrifflichkeiten und ihrer Handlungen reflektieren? Sind gelangweilte Elfjährige wirklich fähig in diese Spirale aus Gewalt hineinzugeraten? Während ich mir die Langeweile als Antrieb für ihre Handlungen noch vorstellen konnte, waren die Intentionen, die vermeintlichen Reflektionen über die Gesellschaft für mich unglaubwürdig. Ich kaufe es einem Kind schlichtweg nicht ab, in einer solchen Tiefe, wie Vasta seine Protagonisten denken lässt, zu reflektieren.

    Kurzum: Ein durchaus interessanter Roman, der - wären seine Hauptprotagonisten keine Kinder, sondern vielmehr Jugendliche - für mich hätte großartig sein können. So schwankte ich in meiner Meinung immer zwischen "absoluter Trash" bis hin zu "brillianter Roman". Hier müsst ihr euch wohl selbst eine Lesemeinung bilden.

  16. Cover des Buches Fenno und die Geisterhenne (ISBN: 9783947738243)
    Manuel Deinert

    Fenno und die Geisterhenne

    (11)
    Aktuelle Rezension von: sverli

    Fenno, ein elfjähriger Junge, ist in den Ferien zu Besuch bei seinem Opa. Dieser lebt auf einem kleinen Hof mit eigenen Hühnern. Bei seinen Erkundungstouren im Gelände findet findet Isabelle, eine kopflose Geisterhenne und nimmt sich vor ihr Geheimnis zu lüften und ihre "Mörder" zur Rechenschaft zu ziehen. So lernt er allerhand über Hühner und deren Haltung.

    Das Cover fängt gelungen die friedliche ländliche Idylle ein. Im Vordergrund steht Fenno neben Isabelle, dem kopflosen Geisterhuhn.

     Manuel Deinert schreibt flüssig und altersentsprechend. Es gelingt ihm die Situationen so bildlich zu beschreiben, dass man die Szenen wirklich sieht. Geschickt in die spannende Geschichte eingeflochten, sind wissenswerte Fakten rund um Hühner und deren Haltung. Somit ist das Buch super geeignet um Kindern dieses Thema unterhaltsam näher zu bringen. 

    Wir werden uns sicherlich noch weitere Bücher des Autors anschauen (und natürlich auch lesen).

  17. Cover des Buches Gesang der Fledermäuse (ISBN: 9783311150039)
    Olga Tokarczuk

    Gesang der Fledermäuse

    (86)
    Aktuelle Rezension von: MEva

    Kennen wir nicht alle diese eine Person, deren Moralvorstellungen ihre kleine Welt überschreiten? Die eigentlich alles weiß aber trotzdem kein glückliches Leben führt - oder gerade deshalb? Janina Duszejko liebt die Natur, vor allem die Tiere - und sie liebt es die Essenz der Menschen zu erfassen: ihren wahren Namen und ihr Horoskop zu entschlüsseln. Auf ihrem Hochplateau an der polnisch-tschechischen Grenze lebt sie abgeschieden und friedlich bis die gejagten Tiere der Umgebung zurückschlagen.

    Als Leser begibt man sich auf eine spannende Reise durch Astrologie, menschliche Psyche und die Grenzen des Möglichen. 


  18. Cover des Buches Elena –  Eine falsche Fährte (ISBN: 9783522505574)
    Nele Neuhaus

    Elena – Eine falsche Fährte

    (28)
    Aktuelle Rezension von: LeseLotte

    An einem schönen Ausritt im Steinauer Forst entdecken Elena und Melike ein ungewöhnliches schauspiel. Eine Art Wolfshund jagt ein kleines Reh und verletzt es. Nachdem die beiden Mädels das Reh mit auf den Amselhf genommen haben, machen sie sich auf die Suche nach dem Wolfshund und kommen auch auf eine Falsche Fährte...

    Ich fand das Buch cool und spannend, aber ich finde das Abenteuer war irgendwie zu kurz. Es war noch zu viel anderes und man konnte sich irgendwie nicht immer auf ein Thema konzentrieren. Ansonsten total tolles Buch!

    Ich empfehle, dieses Buch, allen die Tiere mögen. 

    Und nun, seit ihr mit lesen dran!   :-)

  19. Cover des Buches Der Komet von Palling (ISBN: 9783897059566)
    René Paul Niemann

    Der Komet von Palling

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Xavi Birnbaum vom Mooshamer-Hof entdeckt beim Entfernen einer störrischen Linde von seinem Weizenfeld einen Kometen, der mutmaßlich vor Jahrhunderten über Oberbayern im Rahmen des Chiemgau-Impakt niedergegangen ist. Schon bald rangeln sich Wissenschaftler aus ganz Deutschland um den Fund, die ihre bisherigen Theorien über den Haufen geworfen sehen, und allerlei zwielichtige Gesellen scheinen auch Verbrecherisches mit dem Stein vorzuhaben. Birnbaum möchte nur möglichst viel aus dem Stein rauszuschlagen, immerhin ist seine Frau die Birnbaumerin unerwartet schwanger und der Passat machts auch nicht mehr lange. Bald gibts den ersten Toten... Ob meine Verwandten in Palling das Buch so toll finden, weiß ich nicht (Palling ist übrigens der Nachbarort von Petting!), einige Einwohner werden ja doch als arg schwatzsüchtig und leichtgläubig dargestellt. Der erste Teil des Buches hat mir bedeutend besser gefallen als der Rest, so eine lauwarme Sektengeschichte hat man ja schon tausendmal gelesen.

  20. Cover des Buches Anthologie (ISBN: 9783961031214)
    Jürgen Zwilling

    Anthologie

    (55)
    Aktuelle Rezension von: Lesekatze-1407

    Jürgen Zwilling erzählt mit Kurzgeschichten, klare Gedichte und Sarkasmus, wie Menschen Leben und Umwelt zerstören. In diesem Buch liegt das Zentrum auf Katzen und was sie manchmal erdulden müssen. Er erzählt in diesem Buch zum Beispiel Mimis Geschichte - der ausgesetzten Katze. Und wie seine Frau und er sich um sie und ihren Katzenbabys kümmern. 

    Der Autor appelliert mit seiner Zusammenstellung aus philosophischen Gedanken, Fiktion, Dichtung und Gesetzestexten an die Menschen, über ihren Umgang mit Tieren nachzudenken.

    Das Cover passt sehr gut. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Abwechslung der Textarten macht das Lesen lebendig. Schöne Bilder bereichern den Text im Buch.

    Bitte nicht falsch verstehen!

    Es fällt mir ein bisschen schwer eine Rezension zu verfassen, mir ist klar, dass dem Autor der Tierschutz sehr wichtig ist.

    Die Anthologie konnte mich nicht wirklich überzeugen. Mir ist bewusst, dass eine Anthologie aus verschiedenen Teilen besteht - den Wechsel finde ich auch reizvoll. Mir fehlte es aber an Tiefe – und auch an Struktur. Es erschien mir eher wie willkürlich hintereinander gesetzte Texte.

    Themen wie Tierquälerei und Tierschutz sind traurig, doch das muss man auch übermitteln können. Als bestes Beispiel für das finde ich das Gedicht „Tacheles“. Ich bemerke die Wut – kann mir die die Aussage – den Kern dahinter – denken, aber es fehlt mir etwas, das mich abholt. Bei den meisten Gedichten spüre ich nur die Wut des Autors – und das macht ein Buch für mich noch nicht lesenswert – auch bei einem so wichtigen Thema.

    In dem Buch wird „Tierschutz“ und Tierquälerei nähergebracht. Dennoch hätte ich mir bei den Gedichten mehr Tiefgang gewünscht. 

  21. Cover des Buches Schattenschwester (ISBN: 9783734113826)
    Tina N. Martin

    Schattenschwester

    (23)
    Aktuelle Rezension von: Sir_Gerry_63
    Schattenschwester ist nun bereits der 3.Thriller der Autorin Tina N. Martin, den ich lesen durfte, nachdem mir Apfelmädchen überragend gut gefallen hatte.

    Diesmal ermitteln Idun Lind und Calle Brand in dem Umfeld eines Kinderheims. Während einer Hochzeit stürzt Elvira, die vor Jahren aus einem Kinderheim verschwand, aus einem Kirchturm. Zunächst ist unklar, ob es sich um einen Unfall, Selbstmord oder Mord handelt. Bei den Ermittlungen stellen sie fest, dass ein weiteres Mädchen aus dem Kinderheim verschwunden ist.....

    Der flüssige Schreibstil der Autorin erzeugt eine bedrückende und düstere Stimmung, die sich durch das ganze Buch hindurchzieht. Das Leben der meist elternlosen Heimbewohner ist bereits schwierig genug. Hinzu kommen dann auch noch der streng geregelte und meist nicht sachgerechte Umgang mit den Kindern.  Die psychologischen Aspekte werden dabei gut vermittelt.

    Leider scheint mir diesmal Idun ein wenig distanzierter als in den vorherigen Büchern, auch wenn man mehr Einzelheiten von ihr und Calle erfährt.

    Die Story hat eine Grundspannung, die stetig ansteigt. Aber an manchen Stellen zieht sich die Geschichte, sodass es für mich manchmal zäh war. Kürzer wäre besser gewesen.

    Wie in den ersten beiden Bänden punktet der Thriller mit zwei Zeitebenen, die am Schluss gekonnt zusammen geführt werden. Allerdings wusste ich nicht immer, ob sich die Geschichten der Heimbewohner in der Vergangenheit oder  Gegenwart abgespielt haben. Das war aber nicht weiter schlimm, denn so fokussierte ich mich weiter auf die Story.

    Mir haben der Schreibstil und die Story an sich gut gefallen, während die Personenzeichnung mir diesmal nicht geglückt vorkam und das Buch einige, wenige Längen hat.

    Insgesamt empfehle ich aber dennoch das Buch allen Thrillerfans , die auch psychologische Aspekte mögen, und vergebe gute 4 von 5 Sternen.





  22. Cover des Buches Brandherd (ISBN: 9783442477371)
    Patricia Cornwell

    Brandherd

    (189)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Quasi die Fortsetzung zu "Die Tote ohne Namen": Carrie Grethen schreibt eine wirren Brief an Die Leitende Gerichtsmedizinerin von Virginia, die erstaunlich viel Ermittlungsarbeit außerhalb ihrer Leichenhalle verbringt. Auf dem Anwesen eines Medientycoons hat jemand ein Feuer gelegt, so daß sein ganzes Anwesen und auch sein kompletter Bestand an Pferden verbrannt ist, genauso wie unzählige Waffen und jede Menge Fässer Bourbon. Wer ist die weibliche Leich, die man anstelle des Medienmannes in den Überresten der Häuser findet,  und haben es weiße Rassisten auf den (farbigen) Eigentümer abgesehen? Am Interessantesten sind mal wieder Dr. Scarpettas Beziehungen zu den Menschen, die ihr Umfeld darstellen, so tiefschürfend dargestellt, wie man es in keinem vergleichbaren Thriller findet. Und für die Rolle des Marino in einer möglichen Verfilmung möchte ich MICH ins Spiel bringen.

  23. Cover des Buches Das wirkliche Leben (ISBN: 9783423219563)
    Adeline Dieudonné

    Das wirkliche Leben

    (296)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    DAS WIRKLICHE LEBEN

    Adeline Dieudonné

    ET: 24.4.20

    Im Zentrum steht ein junges Mädchen, das mit seinen Eltern und ihrem kleinen Bruder in einer unscheinbaren Vorstadtsiedlung lebt. Der Vater, ein leidenschaftlicher Großwildjäger, beherrscht das Haus mit Gewalt und Unberechenbarkeit. Die Mutter hat sich in stumme Passivität zurückgezogen und bietet kaum Halt.
    Ein traumatisches Erlebnis verändert das fragile Gleichgewicht der Familie und trifft vor allem den Bruder schwer. Während er sich immer weiter verliert, beginnt die Erzählerin behutsam, aber entschlossen nach einem Ausweg zu suchen. Bildung, Neugier und ein wachsender Wille zur Selbstbestimmung werden zu ihrem Rettungsanker.

    Dieses Buch trifft wie ein Schlag in die Magengrube. Die Geschichte zeigt ungeschönt, wie brüchig Sicherheit sein kann, wenn Gewalt zur Normalität wird. Gleichzeitig spürt man die Klarheit und innere Stärke, mit der das Mädchen durch all den Schrecken navigiert.
    Ihre Beobachtungen sind präzise, oft schmerzhaft, aber niemals hoffnungslos. Sie hält trotz allem an der Vorstellung fest, dass ihr Leben mehr sein kann als das, was die vier Wände ihres Elternhauses vorgeben.

    Dieudonné schreibt schnörkellos und ohne Effekthascherei. Die Gewalt dient nie als Selbstzweck, sondern zeigt, wie sie Räume, Beziehungen und Identitäten formt. Man spürt die Enge, die permanente Anspannung – und ebenso den stillen Widerstand der Erzählerin.
    Besonders eindrucksvoll ist ihre Entwicklung: leise, konsequent und getragen von einem Freiheitsdrang, der sich nicht unterdrücken lässt.

    Fazit:
    Ein hartes, mutiges, eindrucksvolles Buch, das lange nachwirkt und zeigt, dass Überleben mehr bedeutet als bloß durchzuhalten. Große Leseempfehlung! Highlight!
    5+/5


  24. Cover des Buches Kap der Angst oder Ein Köder für die Bestie (ISBN: 9787100100250)
    John D. MacDonald

    Kap der Angst oder Ein Köder für die Bestie

    (2)
    Aktuelle Rezension von: AntonWdN

    Max Cady, nach 13 Jahren aus dem Knast entlassen, taucht bei seinem damaligen Hauptbelastungszeugen, Rechtsanwalt Sam Bowden auf und fängt an, ihm Angst zu machen. Es dauert, bis Bowden klar wird, dass Cady ein kompletter Psychopath ist, der nicht nur droht, sondern vorhat, ihn und seine gesamte Familie auszulöschen. 

    Ein Mann des Gesetzes, ein integrer Anwalt, muss erkennen, dass er und seine Familie von einem monströsen Gegner bedroht werden, dem mit polizeilichen Methoden nicht beizukommen ist. Zusammen mit seiner Frau stellt er eine Falle auf, in die Cady hineintappen soll. 

    Eine sehr spannende Geschichte, bereits zweimal verfilmt (ich mag besonders den Film von 1962 mit R. Mitchum und G. Peck). Das Ende des Romans ist anders, als man es aus den Filmen kennt, aber trotzdem gut. 

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