Bücher mit dem Tag "tirol"
54 Bücher
- Jessica Koch
Dem Horizont so nah
(777)Aktuelle Rezension von: AukjeDurch Zufall lernt Jessica auf einem Jahrmarkt den deutsch-amerikaner Danny kennen. Sie ist ziemlich schnell von ihm fasziniert aber er hält sie zunächst auf Abstand. Doch nach und nach werden die beiden ein Paar. Allerdings gibt es während ihrer Beziehung immer mal wieder Momente an denen Jessica an ihm zweifelt, da er ihr körperlich einfach nicht näher kommen möchte. Jessica gelingt es aber nach und nach zu ihm durch zu dringen und erfährt sein Geheimnis. Mit etwa elf Jahren begann sein Vater ihn sexuell zu missbrauchen und hat ihn auch während dessen mit dem HIV-Virus angesteckt. Doch zunächst verheimlicht er ihr das, bis es dann irgendwann auffliegt und er sich seiner Diagnose ihr gegenüber stellen muss. Nach einem anfänglichen Schock bleibt sie aber bei ihm, und möchte sich auch auf eine körperliche Beziehung mit ihm einlassen, die er zubeginn strikt ablehnt. Doch die beiden bleiben dennoch ein starkes Team und lassen sich immer mehr aufeinander ein, auch wenn es Danny körperlich zunächst schwer fällt auf Grund des Missbrauches. Jessica lernt auch Danny's Mitbewohnerin Tina kennen, für die Danny eine sehr wichtige Bezugsperson ist, da sie auch von ihrem Vater sexuell Missbraucht wurde und sich für Drogen prostituiert hat. Auch wenn ihre Beziehung sehr innig und intensiv ist, ist sie rein platonisch und die drei werden so etwas wie eine Familie. Eines Tages erhält Tina die Nachricht das ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen wird und sie bekommt einen Rückfall und verstirbt an einer Überdosis. Ihr Tod versetzt beide erst einmal in einen Schockzustand, doch bei Danny beginnen, vermutlich hervorgerufen durch Tina's Tod, sich die ersten körperlichen Zeichen des HIV-Virus zu zeigen. Er beginnt nach und nach immer mehr abzubauen und nimmt Jessica das Versprechen ab, zu akzeptieren das er selber entscheiden möchte wann er stirbt. Als die Symptome immer schlimmer werden verschwindet Danny plötzlich und hinterlässt Jessica einen Abschiedsbrief und sie erfährt etwas später das er sich in den USA selber umgebracht hat.
Als ich begonnen habe das Buch zu lesen, war ich mir zunächst nicht im klaren das das Buch autobiografisch ist, was die die Story noch dramatischer macht. Zum Ende hin des Buches wurde die Story so traurig und tragisch, das mir die Tränen kamen.
- Andreas Gruber
Todesmal
(392)Aktuelle Rezension von: Karandi
Das Buch hat meiner Meinung nach zwar den typischen Andreas-Gruber-Charme, und für seinen Ideenreichtum vergebe ich gerne vier Sterne. Dennoch muss ich zugeben, dass der Aufbau seiner Geschichten häufig einer ähnlichen Struktur folgt – oder besser gesagt, zwei wiederkehrenden Mustern.
Zum einen begegnen wir Tätern, die ihre Morde selbst begehen, deren Taten aber in einer persönlichen Vorgeschichte begründet sind. Sie sind nicht einfach nur Täter, sondern waren zuvor selbst Opfer ihrer späteren Opfer. Zum anderen gibt es die psychopathischen Gegenspieler, die so geschickt agieren, dass sie ihre Verbrechen nie selbst ausführen, sondern andere für sich handeln lassen.
Im fünften Band der Reihe wird dieses Schema zumindest ein wenig aufgebrochen. Die Nonne, die ankündigt, innerhalb von sieben Tagen sieben Morde zu begehen, wirkt weder krankhaft psychopathisch noch skrupellos. Im Gegenteil: Die Morde führen die Ermittler zu noch größeren Verbrechen, und erneut zeigt sich, dass die Opfer der Taten selbst eine dunkle Vergangenheit haben. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen immer mehr. Als Leser stellt man sich zwangsläufig die Frage: Wer darf in solchen Fällen Richter spielen? Und ab wann ist es gerechtfertigt, Gesetze zu brechen, um womöglich noch größere Verbrechen zu verhindern oder aufzuklären?
Das Buch ist spannend geschrieben. Besonders gefallen hat mir die Entwicklung von Sabine Nemez, die inzwischen selbst angehende Kriminalbeamte ausbildet und deutlich gereifter wirkt. Natürlich kehrt auch Maarten S. Sneijder zurück, wenn auch erst nach einigem Zureden und nachdem er selbst einige Zugeständnisse machen muss. Auch seine Persönlichkeit entwickelt sich weiter. Er wird zunehmend emotionaler und öffnet sich seinem Team gegenüber.
Mir fehlen noch drei Bücher dieser Reihe, und ich muss leider zugeben, dass meine Erwartungshaltung inzwischen nicht mehr besonders hoch ist. Ich befürchte, dass die nächsten Bände einem ähnlichen Muster folgen werden, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
Ich möchte das Buch auf keinen Fall schlechtreden. Im Gegenteil: Die Geschichte ist originell konzipiert. Es handelt sich nicht um einen gewöhnlichen Thriller, in dem lediglich ein Täter gefasst werden muss. Andreas Gruber hat in allen bisherigen Bänden bewiesen, dass er tiefer in die Materie eintaucht und seine Leser zum Nachdenken anregt. Das empfinde ich als große Stärke seiner Romane.
Trotzdem komme ich langsam an einen Punkt, an dem ich die Bücher eher aus Pflichtbewusstsein lese, um die Reihe angemessen zu Ende zu bringen. Gleichzeitig kann ich gut nachvollziehen, warum gerade Thrillerfans dieses Buch häufig mit fünf Sternen bewerten. Wer das Genre liebt und nicht genug von komplexen Kriminalfällen und moralischen Grauzonen bekommen kann, findet bei Andreas Gruber reichlich Lesestoff, der über weite Strecken bestens zu unterhalten weiß.
Von mir gibt es daher gut gemeinte vier Sterne.
- Marco Balzano
Ich bleibe hier
(283)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannEs gibt Regionen in Europa, die haben eine besonders dramatische, eine besonders leidvolle Geschichte. Süd-Tirol oder Alto Adige Sudtirolo (ital.) gehört sicher dazu. Die alternative Namensgebung verweist schon auf das politische, teils kriegerische Hin und Her in dieser inzwischen (1972) autonomen Provinz Italiens. Und zwischen den Mühlsteinen widerstreitender „Interessen“ reibt sich die Bevölkerung auf. Und nicht nur einmal stellt sich ihnen die Frage: Bleiben oder Fortgehen, Verharren oder Neuanfang?
„Bis zum Marsch auf Bozen [1922] verlief das Leben in den Grenztälern im Rhythmus des Jahreszeiten. Es schien, als käme die Geschichte nicht bis hier herauf.“ Doch dann sind es gleich zwei Großereignisse, die die Bevölkerung in der Nordostecke Südtirols nachhaltig beeinflussen: der Zweite Weltkrieg (den Faschisten Mussolinis trotzen oder dem „Gröfaz“ hinterherlaufen?) sowie ein gewaltiges Staudammprojekt (mit Umsiedlungen). In einer anrührenden Geschichte werden die daraus entstehenden Konflikte im Großen wie die persönlichen Kämpfe innerhalb einer Familie geschildert. Und über dieser ohnehin am Existenzminimum lebenden Familie schwebt, meist unausgesprochen, die Sehnsucht nach der in jungen Jahren fortgegangenen der Tochter (erzwungen oder freiwillig?).
Diese Sehnsucht bildet sich auch in der Erzählweise (Ich-Erzählerin) der Geschichte ab, die auch als eine Art Berichterstattung der Mutter an die Tochter gelesen werden kann – inklusive der immer wieder anbrandenden Gefühle: „Die wenigen Fotos, die ich noch [von dir] habe, hole ich nur selten hervor, mit der Zeit ist man nah am Wasser gebaut. Und ich hasse es zu weinen […], weil es mich nicht tröstet.“
In diesem Roman wird nicht nur eine bewegende Geschichte erzählt, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte sichtbar gemacht – sowie eine, trotz aller Unbilden des Lebens, aufmunternde Lebenshaltung der Erzählerin: „Die einzige Möglichkeit weiterzuleben ist vielleicht, sich zu verändern und nicht zu erstarren.“
(9.4.2022)
- Bernhard Aichner
Der Fund
(233)Aktuelle Rezension von: MorianBernhard Aichinger bringt hier einen sehr gewöhnungsbedürftigen Stil ein. Wenn sie noch nie Drehbücher gelesen hat, hier lernt sie es. Ständig alternierend zwischen autobiografischer Erzählung der Protagonistin und Interviews resp. Vernehmungen durch DEN Polizisten, der eigentlich eine nicht wirklich erkennbare Person ist, eher agierende Ahnung eines im Schatten befindlichen, penetranten Verfolgers.
Wenn ich den nächsten Aichinger in die Finger kriege erfolgt nur eines: Zugriff. - Anna Schneider
Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
(123)Aktuelle Rezension von: Annabell95Die Johannifeuer in den Bergen des Karwendels sollen eigentlich vor Unheil schützen. Doch diesmal breiten sich die Flammen unheilvoll aus. In der Nähe von Bad Tölz wird ein Auto absichtlich in Brand gesetzt, der Fahrer kommt ums Leben. Noch bevor Oberkommissarin Alexa Jahn den Fall durchdringen kann, erschüttern weitere Brandanschläge die Region, auch jenseits der österreichischen Grenze. Gemeinsam mit Bernhard Krammer versucht sie ein Muster zu erkennen. Wer steckt hinter den Feuerattacken, welches Motiv treibt die Täter an, und warum taucht an einem Tatort ein Kräuterbündel auf, das laut Volksglauben böse Kräfte fernhalten soll? Sie müssen unter Zeitdruck ermitteln.
"Grenzfall - Ihre Spur in den Flammen" ist Band 5 der Grenzfall-Reihe mit dem deutsch-österreichischen Ermittlerduo. Vorkenntnisse aus dem vorherigen Bänden sind empfehlenswert, da dieser Teil nahtlos an den Vorgängerband anknüpft. Es lässt sich aber auch ohne gut lesen, da hier recht viel aus dem vorherigen Fall nochmal wiederholt wird.
Die beiden Hauptprotagonisten sind mir schon aus den Vorgängerbänden bekannt und ich konnte direkt wieder eine Bindung zu ihnen aufbauen. Ich fand es auch schön zu lesen, wie sich ihre Geschichte weiterentwickelt.Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Man begleiet Alexa auf deutscher Seite sowie Krammer auf der österreichischen Seite bei den Ermittlungen. Außerdem gibt es eine unbekannte Frau, deren Perspektive zunächst rätselhaft bleibt. Die abwechselnden Perspektiven sorgen wieder für Dynamik.
Die Spannungskurve verläuft über weite Strecken eher flach. Vieles plätschert dahin, ohne dass die Handlung wirklich Fahrt aufnimmt. Lange Zeit stehen die Nachwirkungen aus dem vorherigen Fall und die Beziehung zwischen Alexa und Krammer im Vordergrund. Dadurch geraten die aktuellen Ermittlungen etwas in den Hintergrund. Erst im Finale zieht die Spannung und das Tempo an. Dann bekommt man auch leichten Nervenkitzel zu spüren.
Trotz, dass es gemächlich zugeht, lässt es sich durch den Schreibstil flüssig und angenehm lesen. Die bildhaften Beschreibungen der Schauplätze lassen das Setting lebendig werden. Auch die Figuren wirken authentisch und greifbar. Die Einbindung aktueller gesellschaftlicher Themen wie steigende Immobilienpreise und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung wurden gut in die Handlung eingebunden.
Mein Fazit:
Ein Krimi mit gemächlicher Spannung, aber mit authentischen Figuren und durch die Perspektivwechsel viel Abwechslung. Die Handlung entwickelt sich jedoch lange nur zögerlich und rückt die aktuellen Ermittlungen zugunsten der Vorgeschichte in den Hintergrund. Trotzdem lesenswert für alle, die die Reihe verfolgen. - Katharina Köller
Wild wuchern
(137)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEs ist mir im Buchladen sofort ins Auge gestochen, weil mich direkt der Titel des Buches angesprochen hat. Ich war neugierig und wurde nicht enttäuscht.
Das Buch hat mir damals richtig Lust aufs Lesen gemacht, weil es mir gezeigt hat, dass es tatsächlich auch Romane gibt, die nicht einfach nur langweilige Geschichten mit flacher Spannung und sinnfreien Handlungen beinhalten.
Seitdem bin ich deutlich neugieriger darauf, welche Geschichten mich noch überraschen können.
- Anna Schneider
Grenzfall - In der Stille des Waldes
(143)Aktuelle Rezension von: Lilli33Zwei Kriminalfälle und jede Menge Einzelkämpfer
Inhalt:
Polizist Bernhard Krammer wird auf österreichischer Seite zu einem seltsamen Fund in einer Baugrube gerufen: In einem präparierten Dachs ist Babykleidung versteckt. Ob dies auf ein Verbrechen hinweist, muss Krammer erst herausfinden.
Auf deutscher Seite erholt sich Krammers Tochter Alexa von einer Schussverletzung, als ihr ehemaliger Kollege Jan sie aufsucht. Sie beide haben wohl vor einiger Zeit den Falschen gefasst. Es gibt neue Hinweise, und so machen sich Alexa im Krankenstand und Jan im Urlaub auf ins Gebirge, um den Richtigen zu finden.
Meine Meinung:
Ich kenne die beiden vorherigen Bände leider nicht, und so hatte ich des Öfteren das Gefühl, dass mir Infos fehlten. Die früheren Fälle sind anscheinend zum Teil noch nicht abgeschlossen und spielen auch hier in den 3. Fall hinein, der dann übrigens auch wieder mit einem Cliffhanger endet und nicht ganz abgeschlossen ist.
Zunächst empfand ich das Buch als recht spannend und locker geschrieben. Mein Kopfkino sprang sofort an. Das liebe ich. Leider war ich dann aber bald enttäuscht, als ich merkte, dass ich hier zwei komplett unabhängige Kriminalfälle vor mir habe, in denen parallel ermittelt wird - Krammer in Österreich, Alexa in Deutschland. Wo ist hier das angekündigte „Ermittlerteam Bernhard Krammer und Alexa Jahn“? Zudem gab es auch speziell im Mittelteil dann doch einige Längen, wo beide Stories auf der Stelle traten. Erst gegen Ende wurde es dann wieder richtig spannend, allerdings auch nur, weil sich die Ermittler selten dämlich anstellen und absolut unverantwortlich handeln.
So war dieser Band für mich leider kein guter Einstieg in die Reihe.
Die Reihe:
1. Der Tod in ihren Augen
2. Ihr Schrei in der Nacht
3. In der Stille des Waldes
4. In den Tiefen der Schuld
5. Ihre Spur in den Flammen
6. Ihr Grab in den Fluten (ET Januar 2026)
★★★☆☆
- Regina Denk
Die Schwarzgeherin
(91)Aktuelle Rezension von: Svenjas_BookChallengesMit „Der Fährmann“ habe ich erst vor Kurzem mein erstes Buch von Regina Denk gelesen bzw. gehört und musste mir deshalb auch unbedingt ihren Roman „Die Schwarzgeherin“ zulegen. Und was war auch das für ein grandioses, aufwühlendes und absolut fesselndes Buch! Wieder vom ersten Moment an haben mich das Setting und die Figuren komplett gefangen genommen – Regina Denk schafft eine Atmosphäre, der man sich nur schwer bis gar nicht entziehen kann. Denn in einem kleinen Tiroler Bergdörfchen Ende des 19. Jahrhunderts herrscht eine erdrückende Enge für junge Frauen wie Theres, die als Tochter eines Großbauern den Sohn eines befreundeten Bauern heiraten soll, damit die beiden Höfe miteinander verbunden werden. Natürlich fragt niemand danach, ob Theres das auch möchte, und als sie aufbegehrt, wird sie zur Ausgestoßenen, die als Schwarzgeherin zusammen mit ihrer Tochter in einer einsam gelegenen Berghütte lebt und nur dann von den Dörflern toleriert wird, wenn sie ihnen mit ihrer Heilkunst hilft.
„Die Schwarzgeherin“ erzählt die berührende und oft harte Geschichte einer Frau, die in einem extrem konservativen Umfeld für ihre eigene Selbstbestimmtheit kämpft – und mit schlimmen Folgen für sich und ihre Tochter umgehen muss. Gleichzeitig ist die Szenerie, die Regina Denk mit ihren Worten kreiert, derart atmosphärisch, dass mensch beim Lesen quasi in die Geschichte hineingesogen wird und erst am Ende halb zerstört wieder daraus auftaucht. Denn emotional verlangt einem „Die Schwarzgeherin“ einiges ab, aber der Roman belohnt einen auch mit weiblichen Figuren, die entgegen aller Widrigkeiten ihren eigenen Weg finden, und mit Szenen tiefer Freundschaft, die mich sehr bewegt haben. Wenn ihr es also noch nicht getan habt: Lest unbedingt „Die Schwarzgeherin“, es lohnt sich!
- Jarka Kubsova
Bergland
(101)Aktuelle Rezension von: FrieRosa, eine junge Frau, übernimmt den Hof ihrer Eltern, nachdem ihre Geschwister und viele andere junge Männer aus dem Ort nicht aus dem Krieg zurückgekehrt sind. Sie entwickelt eine tiefe Verbundenheit mit dem Land und ein Gespür für die Kreisläufe der Natur. Mit ihrer Hartnäckigkeit und ihrem Wissen schafft sie es, Erträge zu erwirtschaften, die andere auf ihren Höfen nicht erreichen.
Der zweite Erzählstrang spielt viele Jahre später und handelt von Rosas Enkel Hannes und dessen Frau Franziska. Auf demselben Hof versuchen sie, sich mit Feriengästen ein zusätzliches Einkommen zu verschaffen, um den Hof erhalten zu können. Beide Geschichten werden abwechselnd erzählt und sind eng miteinander verbunden.
Rosa war mir nicht unbedingt sympathisch. So sehr ich ihre Hartnäckigkeit, ihre Stärke und das, was sie auf dem Hof leistet, bewundert habe, so schwer fiel mir ihr Umgang mit ihrem Sohn Sepp. Sie schafft es nicht, ihm ihre Liebe so zu zeigen, dass sie bei ihm ankommt. Über viele Jahre wächst er mit einer großen Distanz zu seiner Mutter auf und wirkte auf mich dabei oft sehr allein. Das habe ich Rosa beim Lesen durchaus ein wenig vorgeworfen.
Bei Franziska dagegen habe ich lange gebraucht, um zu erkennen, dass sie in ihrem Bestreben, den Hof und das gemeinsame Leben zu retten, immer wieder über ihre eigenen Grenzen und die ihrer Familie hinausgeht.
Beide Lebensgeschichten sind über weite Strecken von Entbehrungen, schwierigen äußeren Umständen und persönlichen Tragödien geprägt. Das Buch war mir deshalb stellenweise fast zu düster. Erst ganz am Ende scheint ein wenig Licht durch.
„Bergland“ war mein erstes Buch von Jarka Kubsova und hat mir insgesamt gut gefallen. Wegen der für mich über lange Strecken sehr bedrückenden Stimmung sind es am Ende vier statt fünf Sterne.
- Joe Fischler
Veilchens Show
(49)Aktuelle Rezension von: Lilli33Taschenbuch: 328 Seiten
Verlag: Haymon Verlag (6. August 2018)
ISBN-13: 978-3709979075
Preis: 9,95 €
auch als E-Book erhältlich
Unterhaltsamer Tirol-Krimi
Inhalt:
In der Fernseh-Show „Bauerlorette“, buhlen fünf Männer um eine Frau. Dem Sieger winken zusätzlich eine Million Euro. Kurz nach Drehbeginn der Liveshow sind zwei der Kandidaten tot. Aber die Show muss weitergehen, und die Zuschauerzahlen steigen durch die Unglücke sogar noch. Wird es noch ein drittes Opfer geben?
Meine Meinung:
„Veilchens Show“ ist zwar schon der 5. Band der Veilchen-Reihe, lässt sich aber problemlos ohne Vorkenntnisse lesen. Für mich war es der erste Veilchen-Krimi. Dagegen kenne ich alle drei bisher erschienen Bände der Arno-Bussi-Reihe. Wenn ich beide Reihen vergleichen soll, würde ich sagen, Veilchen wirkt eher wie ein konventioneller Regionalkrimi, allerdings mit einigem Humor. Dagegen verströmt Arno Bussi Humor am laufenden Band und nebenbei gibt es einen Krimi. Beides hat seinen Reiz, aber da Fischlers Humor genau auch der meine ist, kann er mich mit Arno Bussi noch mehr begeistern.
Nichtsdestotrotz ist auch „Veilchens Show“ sehr unterhaltsam. Das Gespann aus den Ermittlern Valerie „Veilchen“ Mauser und Manfred Stolwerk harmoniert perfekt. Der Schwiegersohn in spe Sven Schmatz ist das i-Tüpfelchen.
Der Krimi beginnt gemächlich, um die Spannung Richtung Schluss enorm zu steigern. Manches ist vorhersehbar, das meiste jedoch überraschend. Die Auflösung des Falles ist vollständig und logisch, sodass man das Buch am Ende zufrieden zuklappen kann.
Die Reihe:
1. Veilchens Winter
2. Veilchens Feuer
3. Veilchens Blut
4. Veilchens Rausch
5. Veilchens Show
★★★★☆
- Joe Fischler
Veilchens Rausch
(56)Aktuelle Rezension von: Anna_ResslerInhalt: Auf der Umbrüggler Alm wird gefeiert und geladen sind eine Menge illustre Gäste. Tags darauf wird eine Kellnerin ermordet aufgefunden und sogar der Landeshauptmann gerät unter Verdacht. Valerie Mauser und ihre Kollegen vom LKA nehmen sich des Falles an. Eine spannende Mörderjagd beginnt...
Meine Meinung: Joe Fischler brilliert ein weiteres mal mit dem ihm eignen Humor, Ortskenntnis und einem lockeren Schreibstil. Das Buch hatte zwar ein paar Längen im Mittelteil, ließ sich aber trotzdem hervorragend lesen. Die Protagonisten waren mir mittlerweile vertraut und es fühlte sich fast an wie ein Heimkommen nach Innsbruck. Ich verfolgte ihre Entwicklung ebenso gerne wie den Kriminalfall. Diese bewegte sich in der Immobilienbranche - was ich sehr spannend fand, dennoch wurde das Thema nie aufdringlich. Mit Valerie Mauser als eigensinnige Ermittlerin gabe es natürlich genügend Action und Drama. Die Spuren führen zu einer zufriedenstellenden Auflösung, die sehr rasant kam. Hier hätte man das Tempo ruhig ein wenig herausnehmen können. Für mich blieben keine Fragen offen und eine kleine "Ankündigung" weckt die Vorfreude auf den nächsten Band.
Mein Fazit: Um das Buch in vollen Zügen zu genießen mit Band 1 der Serie beginnen. Dann steht einem Eintauchen in die spannende Welt der Valerie "Veilchen" Mauser nichts im Weg.
- Gerhard Jäger
Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod
(65)Aktuelle Rezension von: bokmalm Herbst 1950 kommt der junge Historiker Max Schreiber in ein Tiroler Bergdorf, um ein altes Geheimnis zu erforschen. Inmitten der Bergwelt und einer misstrauischen Dorfgemeinschaft fühlt er sich zunehmend isoliert und verliert sich in der Liebe zu einer Frau, um die jedoch auch ein anderer wirbt. Als ein Bauer unter ungeklärten Umständen stirbt und der Winter mit tödlichen Lawinen über das Dorf hereinbricht, spitzt sich die Situation dramatisch zu. Schreiber gerät unter Mordverdacht und verschwindet. Fünfzig Jahre später begibt sich ein alter Mann auf Spurensuche in die Vergangenheit.
Das Buch hat mich von Anfang an gepackt, nicht nur die Hauptcharaktere sondern auch und vor Allem der besondere Schreibstil und der ungewöhliche Aufbau! Auch wenn das Buch durchweg eine sehr melancholische und bedrückende Stimmung hat, konnte ich es keine Sekunde aus der Hand legen!
- Alex Wagner
Das Böse unter den Sternen (Penny Küfer ermittelt 9)
(13)Aktuelle Rezension von: LesezeichenfeeAlex Wagner Das Böse unter den Sternen Penny Küfer ermittelt 9 2021
Penny Küfer erhält überraschend ein Jobangebot. Jürgen Moser ist „aus der Versenkung“ aufgetaucht und meldet sich bei Penny. Er ist nicht mehr bei der Polizei, nein, er macht nun in Security.
Am allermeisten hat mir gefallen, dass Jürgen wieder dabei ist. Ob das irgendwann doch noch was mit den Beiden wird. An Alex glaub ich nicht so wirklich. Aber ich bin gespannt. Das ist ja nun völlig offen gelassen. ;-)
Der Krimi ist wieder sehr spannend und gut geschrieben. Penny Küfer ist die einzige, die das ganze durchschaut und für mich war einiges Überraschende dabei. Die Charaktere find ich auch sehr gut beschrieben, das Cover ist auch wunderschön.
Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
Das ganze ist wie immer sehr spannend, mit lebendigen Charakteren und einem interessanten Lokalkolorit. Jürgen Moser ist dabei. Ich glaube, das ist bei den Fans von der Penny Küfer Reihe das Wichtigste. Bei Band 1 und bei Band 9. Hoffentlich noch öfters. Die volle Sternchenzahl für diese Buch und eine Empfehlung für diese junge, rothaarige Miss Marple.
- Joe Fischler
Der Tote im Schnitzelparadies
(64)Aktuelle Rezension von: TefelzNachdem ich den 2. Teil von Arno Bussi lesen durfte und richtig begeistert war, folgt jetzt der erste Teil als Hörbuch. Staubtrocken erzählt Heiko Deutschmann die Geschichte von Arno Bussi, der davon träumt der neu James Bond in Wien zu werden, doch irgendetwas hat er falsch gemacht...
Geschichte: Betrunken und abgefüllt auf einer Party wird Arno dabei gefilmt, wie er die Frau des Innenministers antatscht. Ein klärendes Gespräch mit dem Innenminister und die Versicherung dass er nicht nachtragend ist sollte alles erledigt haben. Doch das war gelogen und so fristet Arno ein trauriges Dasein im Archiv bis er plötzlich doch wieder einbestellt wird und einen Auftrag bekommt. Arno träumt von einer Agententätigkeit, doch wird er in das hinterste Tal in Tirol geschickt um einen verschwundenen Bürgermeister zu suchen. Als er mit seiner Vespa von Wien aus , dort angekommen ist, fängt das Chaos an, das bis zum Ende nicht abreißt. Im berühmten Gasthaus " Schnitzelparadies" wird ein abgehackter Kopf in der Kühltruhe gefunden und was danach passiert, muss man lesen oder hören, so genial ist es...
Schreibstil / Erzählstil/ Personen : Die Personen sind wunderbar. Jeder einzelne ist genial herausgearbeitet und hat Charakter. Arno ist ideale Antiheld, der von Seite zu Seite an Größe gewinnt. Der Sprecher ist am Anfang gewöhnungsbedürftig weil wirklich Staubtrocken. Doch er läuft auch recht schnell zu Höchstform auf. Das ganze erinnert an " Tom Sharpe ", fängt langsam an, die Beschreibungen und Wörter sind so treffsicher und punktgenau, wie nur selten von heutigen Schriftstellern zu erwarten ist. Mit jeder Minute wird der Spaß und der Krimianteil größer.
Meinung: Humor, Spannung, seltsame Menschen, Unglückliche Liebe un ein richtiger Mordfall. Alles ist erstklassig aufgebaut und bietet bis zum Ende eine Steigerung nach der anderen. Es wirklich total Lustig und auch die Krimihandlung macht Sinn !
Fazit: 5 Sterne , weil der Sprecher genial ist und derjenige der die Figur des Arno Bussi erfunden hat, es verdient hat ! Genial !
- Bernhard Aichner
DUNKELKAMMER
(104)Aktuelle Rezension von: nasaDunkelkammer von Bernhard Aichner ist Band 1 seiner Bronski Krimi Reihe. Bei der Hörbuch Version ist die Besonderheit, dass es sich nicht um ein klassisches Hörbuch sondern eher um ein Hörspiel handelt. Das Buch ist in sich abgeschlossen und ist ein rasanter und spannender Krimi.
David Bronski wird von seinem ehemaligen Kollegen Kurt angerufen der ihn dringend nach Innsbruck ruft. Kurt ist eine Wohnung eingebrochen in der er die Leiche eine 20 Jahre unentdeckt blieb. Für den Pressefotografen Bronski und seiner Journalistenkollegin ein gesundes fressen. Das Bronski etwas mit dem Fall zu tun verschweigt er. Denn es gibt Hinweise dass die Tote etwas mit dem verschwinden seiner Tochter zu tun hatte. Was Bronski nicht ahnt ist, das sein Leben schon bald völlig aus den Fugen geraten wird.
Das Hörbuch lässt sich schnell und angenehm hören. Jeder Protagonist hat seinen eigenen Sprecher. Durch die sechs verschieden Sprecher und den Erzähler bekommt das Buch seine ganz eigene Dynamik und Spannung. Als Hörer wird man so direkt in die Geschichte reingezogen und kann ihr gut folgen.
Die Story ist Anfangs etwas verwirrend, dieses Gefühl löst sich aber recht schnell auf. Schnell findet man in die Geschichte rein und fragt sich wer und was dahinter steckt. Es gibt zwar ab und zu ein paar Längen aber diese werden durch die Sprecher und den guten Schreibstils des Autors schnell wieder aufgehoben. Man hat das Gefühl immer mit Bronski mittendrin zu sein und alles Hautnah mit ihm mitzuerleben.
Der Autor schafft es gekonnt die Protagonisten sehr authentisch, lebendig und mit Tiefe zu beschreiben. Ich konnte mich in die meisten gut einführen und habe mit ihnen mitgefiebert.
Das Ende war mir bei dem ganzen Aufbau und der Struktur des Buches zu flach, schnell und einfach. Da hätte ich mir noch etwas mehr Spannung und Tiefe gewünscht.
Ein spannender Krimi und ein Autor den ich mir bestimmt merken werde. Eine tolle, psychologisch gut durchdachte Story mit Tiefe und viel Dynamik.
- Joe Fischler
Die Toten vom Lärchensee
(106)Aktuelle Rezension von: happyoldendaysIch habe „Die Toten vom Lärchensee“ während meines Sommerurlaubs gelesen und dafür war dieser humorige Alpenkrimi bestens geeignet.
Die Geschichte spielt am beschaulichen Tiroler Lärchensee, wo der geplante Bau einer Ferienanlage die die dörfliche Idylle zu zerstören droht. Hierhin wird Kommissar Arno Bussi beordert, um den fünf Jahre alten Mord am örtlichen Seewirt aufzuklären. Könnte der Fall von damals mit den aktuellen Ereignissen zusammenhängen? Arno Bussi begibt sich auf eine wilde Jagd nach dem Mörder und kämpft nebenbei mit einer Hitzewelle, der Versuchung durch die Frauen und seinem unstillbaren Heißhunger auf Käsesahnetorte.
Der Autor versteht es seine Geschichte mit einer Vielzahl schräger Einfälle zu beleben. Sein Schreibstil ist leicht und flüssig, und die Dialoge sind voller witziger Wortspiele und Lokalkolorit. Die Charaktere sind sympathisch, wenn auch ein wenig klischeehaft gezeichnet. Meine Favoriten waren der alte, wortkarge Dorfpolizist Bernhard oder sein Lawinenhund Bernhard, der unter Schneeentzug leidet. Trotz eines vielversprechenden Anfangs verliert die Geschichte leider den Spannungs-Aspekt aus den Augen. Zu sehr verliert sich der Autor meines Erachtens in der Ausgestaltung von Arno Bussis Eskapaden, so dass die Lösung des Falls am Ende stark gerafft wirkt.
FAZIT: Wer nach einer humorvollen und entspannenden Lektüre sucht, dem kann ich die „Die Toten vom Lärchensee“ empfehlen. Zwar zeichnet sich der Kriminalfall nicht durch sonderlich spannende Elemente aus, die Geschichte ist dennoch ein wunderbar albernes Abenteuer vor österreichischer Bergkulisse. Dieses Buch eignet sich gut, um abzuschalten, zu schmunzeln und dem Alltag für eine Weile zu entfliehen. Mehr aber auch nicht.
- Ralph Neubauer
Wut kommt selten allein
(23)Aktuelle Rezension von: mabuerele„...Wild und schroff ging es vom Weg aus steil bergab. Der Blick schraubte sich gleich dem Verlauf des Weges am Porphyrfelsen entlang und wurde mit der Aussicht auf eine Landschaft belohnt, die die besten Maler der Romantik nicht besser hätten komponieren können...“
Commisssario Fabio Fameo hat sich mit seiner Frau in Südtirol den Ansitz Esser gekauft,
ein denkmalgeschütztes Gebäude. Nun ringt er um die Finanzierung der geforderten Fenster. Dann aber wird er ins Dorf Tirol an die Falknerpromenade gerufen. Dort wurde ein Toter gefunden.
Sein Freund Carabiniere Tommaso Caruso dagegen hat es wahrscheinlich mit einem Unfall zu tun. Die 65jährige Maria Steiniger war vom Jägersteig gestürzt. Tommaso ist skeptisch. Was hatte die Frau auf der extrem steilen und schmalen Stelle gesucht? Er findet geschickt eine Möglichkeit, dass die Leiche gerichtsmedizinisch untersucht wird.
Und dann gibt es ein drittes Problem. Bienenzüchtern wurden vermehrt ihre Völker gestohlen.
Der Autor hat einen fesselnden und abwechslungsreichen Krimi geschrieben. Der Schriftstil lässt sich angenehm lesen.
Wie das Eingangszitat zeigt, wird die Landschaft mit schönen und aussagekräftigen Metaphern beschrieben. Auch historische Fakten sind geschickt in der Handlung integriert, so die Geschichte des Dorfes Tirol.
Die beiden Kriminalfälle dagegen erweisen sich als schwierig. Nicht nur, dass der Tote auf sehr ungewöhnliche Art ums Leben kam, es fehlt sowohl Motiv als auch mögliche Täter. Er war mit drei Freunden zum Urlaub im Ort. Die kommen auf Grund der Todesart nicht infrage.
Bei Maria Steinegger fällt zwar der Verdacht auf ihren Mann Naz Nußbaum, doch der hat ein Alibi.
Neben der Mordermittlung werde ich als Leser mit dem Kulturleben vertraut gemacht. Zenz Nußbaum ist als Regisseur zurück in seine Heimat gekommen. Er will mit dem hiesigen Laientheater neue Wege gehen und macht sich dabei nicht nur Freunde. Das liegt allerdings auch an seinem Charakter. Empathie kennt er nicht. Es zählt, was er will. Wer stört, wird abserviert. Doch Hermann hat richtig erkannt:
„...Schauspieler sind alle irgendwie wie Kinder. Sie wechseln ihre Gefühle schnell. Was eben noch schrecklich war, ist im nächsten Moment vergessen...“
Ab und an gestattet mir der Autor Einblicke in Fabios Familienleben. Mir gefällt die Begeisterung seines kleinen Sohnes für Bücher.
Als sich Fabio mit einem befreundeten Kommissar in Düsseldorf kurzschließt, nimmt die Ermittlung eine unerwartete Wendung.
Eine Danksagung eine kleine Literaturliste und Erläuterungen ergänzen das Buch.
- Elisabeth R. Hager
Fünf Tage im Mai
(119)Aktuelle Rezension von: MaseliDie Illy und ihr Urgroßvater Tat’ka sind ein ungleiches Gespann. Wann immer es geht, verbringen sie die Zeit miteinander, in der der Urgroßvater Illy in sein Handwerk des Fassbinders einweiht und Illy ihm all ihre Eindrücke ihres jungen Lebens verrät. Selbst als Illy sich in einen jungen Außenseiter verliebt, bleibt ihre enge Bindung unberührt.
Ich spürte, dass uns das Unverständnis und die Einsamkeit verbanden, wie ein Wiegenlied, das wir beide seit der Kindheit kannten.
Doch mit Tristan entwickelt es sich nicht so, wie es für eine junge Liebe erträglich ist. Das Unglück bricht herein und reißt Illy aus ihrem Gleichgewicht. Es vergehen Jahre bis es Illy gelingt, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ohne Tat’ka hätt sie es vielleicht nicht geschafft.
„Für dich und dein Leben musst‘ verantwortlich sein! Das klingt nach keiner Heldentat, i weiß. Aber es is‘ eine. Die meisten schaffen nit einmal das.“
Meine persönlichen Leseeindrücke
Treffender hätte der Titel nicht sein können, denn es geht in dem Roman „Fünf Tage in Mai“ tatsächlich nur um fünf ausgewählte Tage im Mai, wenngleich in unterschiedlichen Jahren. Diese fünf Tage sind vollkommen ausreichend um das Leben der Illy in groben Zügen zu zeichnen und jene Ereignisse festzuhalten, auf die es tatsächlich ankommt. Gemeinsam haben all diese Tage Illys liebevolles und sehr vertrautes Verhältnis zu ihrem Urgroßvater Tat’ka (tschechisch für Väterchen), der als Urgestein des Nordtiroler Mannes, kaisertreu bis zum Ende, ein treffsicheres Gespür für seine Urenkeltochter hat, sie unkonventionell stützt und schützt und sie bedingungslos liebt. So einen (Ur)Großvater hätte ich auch gerne gehabt!
Und er hat geduldig gewartet, bis sich die Nebel um mich gelichtet hatten.
Sobald Illy das Gesicht ihres Urgroßvaters erblickt, fühlt sie sich sicher. Und um dieses Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit geht es in diesem mit nur 221 Seiten nicht sehr umfangreichen Roman der Tiroler Schriftstellerin Elisabeth R. Hager. Ich kann hier sehr viel mitempfinden, es kommen tief verborgene Erinnerungen an meine Großmutter zurück, und unendlich viele seelische und körperliche Empfindungen an eine meiner glücklichsten Zeiten. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Südtirolerin dem Buch etwas mehr abgewinnen kann, für mich ist der Roman ein Stück Heimatgeschichte, ganz nah an meinem Herzen.
„Aber das heißt noch lang nit, dass diejenigen, die das Zeug zu wahrer Größe haben, keine Hilfe brauchen. Die brauchen sogar ganz viel Hilfe, aber dafür is‘ das Ergebnis dann spektakulär, Illy. Spektakulär.“
Dann gibt es wieder diese feinen Kritikspitzen gegen die etablierte, wohlwollende, großzügige und feine Gesellschaft in Kitzbühel, die ich bereits aus dem Roman „Der tanzende Berg“ kenne. Die literarische Karikatur der Tiroler Gesellschaft, mit ihren lichten und dunklen Seiten, ist hier zwar weniger präsent aber gelingt wieder ausgezeichnet.
Fazit
In „Fünf Tage in Mai“ erzählt Elisabeth R. Haber ein außergewöhnliches Urgroßvater-Urenkelin-Verhältnis. Sie tut dies mit Tiroler Aufrichtigkeit und Liebe, deren Stärke vor allem darin liegt, das mitzueilen, das hinter den Grenzen der Worte liegt.
Der Roman hat gehalten, was ich mir von ihm versprochen hatte –amüsante und nachdenkliche Lesestunden!
- Tatjana Kruse
Leichen, die auf Kühe starren
(45)Aktuelle Rezension von: SatoIm feinen Kitzbühl ist auch in der Zwischensaison einiges los. Die Witwe der einstigen Unterweltgröße Jimmy Maier lädt seine einstigen Unterbosse zu Gesprächen ein, die Mitglieder eines Hansi Hinterseer Fanclubs verfolgen einen geheimnisvollen Plan, eine ältere Dame entpuppt sich als Geheimagenten und diverse Leichenteile verschandeln den Ort. Alles klar, Tatjana Kruse zündet wieder ein Feuerwerk rabenschwarzen Humors und schräger Gestalten. Der Leser wird nonstop mit Pointen und skurrilen Szenen konfrontiert, welche das Humorlevel auf höchsten Niveau halten. Die Handlung selbst ist Nebensache und dient nur als schöne Kulisse. Hartgesottene Krimifans sollten die Finger von diesem Buch lassen, wer es aber humorig – schwarz mag ist hier genau richtig.
Ich habe mich köstlich amüsiert und in meinem Kopfkino einige neue Erkenntnisse gespeichert.
- Georg H. Knoflach
Die Gamswirtin
(15)Aktuelle Rezension von: 0_Lavender_0Zum Cover:Das Bild der Gamswirtin zieht sofort den Blick auf sich. Auch die medaillonähnliche Form trägt ihres dazu bei. Der Schriftzug vermittelt den Eindruck einer seriösen historischen Erzählweise, einzig der Schriftzug des Verlags und die knappe Platzierung am unteren Rand stören die Harmonie ein wenig.
Auch die Rückseite finde ich ansprechend. Mich hätte interessiert zu erfahren, woher das Gemälde auf der Rückseite stammt und wann und von wem es angefertigt wurde.
Zum Inhalt:Zu Beginn erhält man einen Einblick in die ziemlich harte, von Arbeit, Fleiß und vorallem tiefer Frömmigkeit geprägte Kindheit Ursulas. Später, als Gemahlin des Gamswirts, muss sie sich ebenfalls wieder beweisen, vor ihrem Schwiegervater und als Mutter und Gastwirtin. Geduldig, umsichtig und zielstrebig erzieht sie ihre Kinder zu gottesfürchtigen, arbeitssamen Menschen, die ihre Wege gehen.
Die Gefahr der napoleonischen Kriege machen jedoch auch vor Matrei nicht Halt und fordert seine Opfer.
Zum Stil:Behutsam hat der Autor den Erzählstil aus der Vorlage aufgenommen und der Erzählung damit Originalität verliehen. Es ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, sich auf diesen Stil, die schlichte, manchmal holprige damalige Umgangssprache einzulassen, doch bald taucht man in das Geschehen ein.
Fazit:Der Autor Georg H. Knoflach hat mit der Neubearbeitung des Buches von Maria Buol ein authentisch und lebendig wirkendes Werk geschaffen, das interessant und detailreich vom Leben in St. Jodok und Matrei, von der Gamswirtfamilie und von Geschäftspartnern jenseits des Brenners erzählt. "Knoflach interessiert sich nicht nur für Geschichte, ihn faszinieren auch die 'Geschichten hinter der Geschichte'." Das ist diesem Buch deutlich anzukennen.
Ich vergebe 5 von 5 Sternen.
- Joe Fischler
Totentanz im Pulverschnee
(53)Aktuelle Rezension von: happyoldendaysEigentlich wollte Arno Bussi mit seiner neuen Flamme auf einen Triathlon trainieren, doch dann überredet ihn seine Mama mit auf das Eisfestival nach Maria Schnee zu kommen. Vor Ort erwarten den Kommissar nicht nur eine verschneite Winterlandschaft, süße Versuchungen in Form von Kaiserschmarrn und Co, sondern auch das rätselhafte Verschwinden der lokalen Eisprinzessin.
Im dritten Fall der Reihe ermittelt Arno zusammen mit seiner Mutter im winterlichen Urlaubsparadies. Durch die Einführung der neuen Figur kommt frischer Wind in die Krimis und wir lernen den Kommissar noch weiter von seiner privaten Seite kennen, was mir sehr gefallen hat. Ansonsten überzeugt das Buch durch flotte Dialoge und einen humorigen Schreibstil. Wie schon in den Büchern davor, führt der Autor eine ganze Palette unterschiedlicher Charaktere ein, die durch ihre schrägen Eigenheiten überzeugen. An diesem Band hat mir besonders die Entwicklung der Krimi-Handlung gefallen: Widerwillig ermittelt der Kommissar, weil seine Mutter ein Verbrechen beobachtet haben will. Mit jeder gelesenen Seite wird jedoch deutlich, dass einige Dinge nicht so sind, wie sie scheinen. Während dem Lesen habe ich immer wieder neue Figuren verdächtigt und unterschiedliche Lösungen ins Auge gefasst. Dadurch blieb die Spannung bis zum Ende konstant und es kam nie zu langatmigen Passagen.
FAZIT: Ein Buch zum Schmunzeln und zum Abschalten, das trotz der komödiantischen Prämisse eine gut konzipierte und spannende Mordermittlung bietet.
- Margit Weiß
Was man nicht sieht, ist doch da
(20)Aktuelle Rezension von: LangeweileHans ist zehn Jahre, als er ohne das Wissen der Eltern, unter fadenscheinigen Gründen von der Schule abgeholt und in ein Erziehungsheim verbracht wird. Dort haben, fast zehn Jahre nach dem Krieg, immer noch ehemalige Nazis, das Sagen. Sein Alltag ist fortan von Strenge und unglaublichen Schikanen seitens der so genannten „Erzieher“ und einem Kind bestimmt.Auch durch einen Geistlichen werden körperliche Züchtigungen durchgeführt.Der einzige Lichtblick ist der Gärtner,welchem er bei der Arbeit zur Hand geht.Er gibt ihm Herzenswärme und hilft in manchen verzweifelten Situationen.
Meine Meinung:
Das Buch ist in kurze Kapitel eingeteilt. Der Schreibstil ist knapp und wirkt teilweise emotionslos, was zu Anfang gewöhnungsbedürftig war,im Nachhinein betrachtet aber gut zu dieser Geschichte passte. Meine Gefühle beim Lesen wechselten zwischen Traurigkeit, Mitleid mit einer geschundenen Kinderseele und Fassungslosigkeit über die Methoden, welche in diesem Erziehungsheim herrschen.
Die Liebe ,welche ihm der Gärtner zuteil werden ließ,gab ihm einen gewissen Halt,konnte aber die vielen anderen Defizite nicht ausgleichen.
Nach seinem vierjährigen Heimaufenthalt wird er,völlig verändert ,wieder ins Leben entlassen.Danach gibt es einen großen Zeitsprung und man erlebt den Protagonisten als alten,einsamen Mann .Demzufolge bleiben etliche lose Fäden,verbunden mit vielen Fragen zurück.Auch wenn dadurch Raum für eigene Gedanken bleibt, hätte ich gerne etwas über den dazwischen liegenden Zeitraum erfahren.
Die Geschichte läßt mich sehr nachdenklich zurück und wird noch etwas nachhallen.Von mir vier Sterne und eine Leseempfehlung.
- Leo Antholzer
Schneenacht am Berg (Kleines Bergglück 2)
(1)Aktuelle Rezension von: KarinJInhalt: in dieser Kurzgeschichte mit 42 Seiten geht es um Quirin, 32 Jahre alt, der vor ein paar Jahren den Hof seines Vaters in einem verlassenen Bergbauerndorf übernommen hat. Dafür trennte er sich von Mariella, denn er schaffte es nicht, in Florenz zu leben, wo sie ein tolles Jobangebot wahrgenommen hatte. Nun ist sie plötzlich da, um Quirin von ihrer bevorstehenden Hochzeit mit Antonio zu informieren, während der erste Schnee fällt.
Bewertung: ich mochte die Geschichte, die aus der Ich-Perspektive heraus von Quirin erzählt wird. An sich ist die Handlung nichts Besonderes - Titel und Cover geben zudem deutliche Hinweise auf deren Fortgang (die Story geht allerdings etwas weiter). Besonders wird die Geschichte dadurch, wie Quirins Erleben der Situation, seine Gedanken und Gefühle geschildert werden. Die Beschreibung sein Zwiespalts kommt ohne Drama aus, wirkt stattdessen echt und berührend. Das Authentische macht diese Figur sympathisch und ich hätte gern noch mehr von Quirin und Mariella gelesen, obwohl die Geschichte in sich abgeschlossen und rund wirkte. Auch sprachlich machte der Text auf mich einen guten Eindruck, er las sich flüssig und gefällig. Ich gebe der Story gern 4 Sterne, wobei ich einen lediglich für den geringen Umfang abziehe.
- Lotte R. Wöss
Die Frau auf Sylt
(63)Aktuelle Rezension von: lucycaMarie und Hanna sind beste Freundinnen seit ihrer Kindheit. Vor einigen Monaten verschwand Hanna und brach jeglichen Kontakt zu Marie ab. In einer Zeitschrift entdeckt Marie ein Foto, auf welchem Hanna mit einem fremden älteren Mann abgelichtet ist. Dieses Foto entstand auf der Insel Sylt und speziell nach ihrem Verschwinden. Marie ist in heller Aufregung und reist umgehend nach Sylt, um Hanna zu suchen.
Lotte R. Wöss hat einen sehr einnehmenden Schreibstil, der mich umgehend gepackt hat. Auf Sylt lernt Marie ein paar Freunde kennen und speziell David. Die beiden verlieben sich umgehend und ohne Vorbehalt. Das Ganze wird nur getrübt durch das nicht Auffinden von Hanna. Plötzlich erhält Hanna einen Hinweis, den sie ohne länger nachzudenken nachgeht. Dies bringt sie und später ihre Freunde in sehr grosse Schwierigkeiten.
Anfänglich mehr Liebesroman der sich ab der Hälfte in einen schrecklichen und brutalen Kriminalfall entwickelt. Die Spannung steigert sich von Kapitel zu Kapitel. Der Schluss wartet noch mit ein paar Überraschungen auf.
Ich habe schon Bücher von Frau Wöss gelesen, die alle insgesamt sehr spannend waren. Auch «die Frau auf Sylt» reiht sich sehr gut in die Reihe ein. Vier Sterne und eine Leseempfehlung sind verdient.























