Bücher mit dem Tag "todesfälle"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "todesfälle" gekennzeichnet haben.

26 Bücher

  1. Cover des Buches Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (ISBN: 9783328102366)
    Jonas Jonasson

    Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

    (5.955)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Zum Beispiel indem man diese in möglichst viele Kapitel (86, wenn ich richtig gezählt habe) unterteilt, sowie Anfang und Ende dieser Kapitel mit möglichst viel Freiraum umgibt. Was für Zeitschriften, mehr noch für Zeitungen als besonders gelungenes Gestaltungsmerkmal gilt (auch als „großzügiger Umgang mit Weißraum“ bezeichnet; die Wochenzeitung DIE ZEIT bekommt hierfür regelmäßig Preise), erzeugt bei einem Buch eher einen gegenteiligen Effekt, nämlich den des Seitenschindens. 

    Obwohl der aus dem „ersten Band“ (vermutlich werden weitere folgen, den der nunmehr 101-Jährige erfreut sich nach wie vor bester Gesundheit) bekannte Wortwitz ungebrochen ist, und auch die an Slapsticks orientierten Erlebnisse nach wie vor die gewünschten Lachfalten hervorrufen, erzeugt dieses Vorgehen eine gewisse Missstimmung. Den insgesamt sind die hier geschilderten „Abenteuer“ eher etwas flach geraten. Auch sind die aus dem Vorwerk bekannten tiefgründigen Rückblicke in politisch/historische Ereignisse eher Mangelware. 

    Hier ist also wieder einmal das bekannte Phänomen zu beobachten, dass ein äußerst erfolgreiches Buch einen neuen Aufguss bekommen hat (im übertragenen Sinne ein „Remake“), um im Sog des Vorläuferbuches noch einmal das große Geld zu verdienen, obwohl im ersten Band das „Außergewöhnliche“ seinen Platz bekommen hat und weitere Ergänzungen nur den faden Nachgeschmack produzieren, den ein Aufguss meist hervorruft. Die Erwartungshaltung beim Kauf dieses Buches war jedenfalls eine andere. Denn wer möchte schon gerne auf dem Hintergrund des ersten Bandes (im Hinterkopf immer noch die Lachsalven aus eben jenem Band) beispielsweise seitenlang über „Hexengedöns“, arttypische Abläufe an Wasserstellen (beides in Afrika) oder „Quaksalberei“ lesen? 

    Dass unsere Bundeskanzlerin in diesem Band eine tragende Rolle spielt, ist offensichtlich eine „Hommage“ an die treuen deutschen Leser, auch wenn Angela Merkel gelegentlich etwas despektierlich beschrieben wird, wie das folgende Beispiel zeigt: „Putin lächelte. ‚Ja wirklich? Heißt das, dass Angela Merkel gar nicht so sicher auf ihrem breiten Hintern sitzt, wie sie meint?‘“

    Kurz: Leser kurzweiliger Geschichten werden dieses Buch (allein schon des Wortwitzes wegen) mögen, Leser des ersten Bandes werden möglicherweise enttäuscht sein.

    (20.11.2018)

  2. Cover des Buches Verity (ISBN: 9783423437288)
    Colleen Hoover

    Verity

    (2.219)
    Aktuelle Rezension von: Jaqueline_Ivanovi_

    Ich finde das Buch absolut gelungen und konnte es kaum aus der Hand legen.Es war mitreißend von Anfang bis Ende. Mir hat der Schreibstil und auch die Charaktere haben mir so unglaublich gut gefallen. Ich hätte stundenlang weiter lesen können. Ich kann es absolut empfehlen. Das Ende hat mir absolut den Rest gegeben und mich sprachlos zurück gelassen. 

  3. Cover des Buches Schändung (ISBN: 9783423214278)
    Jussi Adler-Olsen

    Schändung

    (1.582)
    Aktuelle Rezension von: lesen_hoeren_rezensieren

    Schändung ist der zweite Teil des Sonderdezernats Q und hat nichts von seiner Spannung seit Erscheinen eingebüßt. Ich habe die Reihe damals gelesen und nun höre ich mir die Reihe nach und nach noch einmal an.

    Ich stelle fest, das vieles nicht mehr präsent gewesen ist und ich das Buch tatsächlich neu entdeckt habe, geht euch das auch so? Wir auch immer, in Band 2 kommt Rose ins SQ, eine Akte verschwindet und Carl und sein Team wird untersagt in dem Fall weiter zu ermitteln….  Die Internatskids von damals sind heute alle mehr oder weniger erfolgreich und schnell steht fest, hier wird was vertuscht.    

    Der Schreibstil von Olsen ist immer noch aktuell und spannend, die Dialoge bissig, amüsant und ironisch und auch wenn seit erscheinen mehr als 10 Jahre vergangen sind, ist die Reihe ein echtes Lesehighlight. Neben den Ermittlungen werden immer wieder das Dänische Sozialsystem, die Migrationspolitik und gesellschaftliche Themen aufgenommen – heute genauso aktuell wie damals!

    Die ungekürzte Lesung von Wolfram Koch ist definitiv hörenswert, er verleiht dem ganzen die nötige Stimmung und die Charaktere werden dadurch verstärkt. Ich mochte die Kombination Buch und Sprecher hier sehr gerne!

    Fazit:
    Spannend, aktuell und tolle Protagonisten, die einen gut ausgefeilten Cold Case lösen müssen. Tolle Wendungen und ein starkes Finale! Wer die Reihe nicht kennt, der sollte das Nachholen!

    Schändung: Der zweite Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q - Jussi Adler-Olsen
    Ungekürzte Lesung, 16:09 Stunden, gelesen von Wolfram Koch
    Der Audio Verlag, 14,99€,

  4. Cover des Buches Old Bones - Tote lügen nie (ISBN: 9783426524183)
    Douglas Preston

    Old Bones - Tote lügen nie

    (104)
    Aktuelle Rezension von: Nathaly_Schuster

    Der Schreibstil ist sehr spannend und gut, die Kapitel sind interessant zu lesen und gerade durch die unterschiedlichen Sichtweisen der verschiedenen Personen ist man sehr in der Story gefangen. Gerade alles was das Gold/Schatz Thema angeht hat es mich sehr gecatcht und man hat sich natürlich gefragt wer wie davon wusste und was jetzt nun alles dahinter steckt.  


    Corrie und Nora waren jeweils sehr sehr cool und gerade zum Ende hin als sie endlich sich zusammengeschlossen haben konnte es ja nur gut werden, auch Dr, Fugit mochte ich bis zu den einen Moment echt sehr gerne weil sie immer nett war und Nora viel zugetraut hat. 


    Wer dann letztendlich für alles verantwortlich war und wie das alles raus kam war heftig. Gerade wie sich das alles aufgebaut hat, so hat man echt nie gedacht was da wirklich passiert und vorallem wer von den Personen nun ein falsches Spiel spielt. Das ende war heftig und man hat sich während der ganzen Suche über direkt mit vor Ort gefühlt und man wurde wie Kelly einfach genauso getäuscht. 


    Ich freue mich auf die restliche Reihe und werde sie bestimmt lesen. 

  5. Cover des Buches Tod im Beginenhaus (ISBN: 9783644405219)
    Petra Schier

    Tod im Beginenhaus

    (133)
    Aktuelle Rezension von: 65_buchliebhaber

    Die Protagonistin der Reihe ist eine junge Frau, die sich im Laufe der Reihe weiterentwickelt. Sie ist ein absoluter Familienmensch und hält ihre Lieben zusammen. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck. Als Apothekerin in Köln gerät sie in so manche Situationen, die nicht immer ungefährlich sind. Auch das Zwischenmenschliche kommt nicht zu kurz. Gut recherchierte historische Elemente werden in allen Bänden mit einem interessanten Kriminalfall verbunden. Viele Aspekte aus der Zeit des Mittelalter (Ende 14. Jahrhundert / Anfang 15. Jahrhundert) und dem Köln dieser Zeit finden Erwähnung.

    Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann einzeln gelesen werden. Allerdings finde ich es immer besser, eine Buchreihe in der Folge zu lesen, um auch die kleinen, feinen Details zu erfassen. In dieser Reihe wird die Entwicklung der Protagonistin von ihrer Jugend immer weiter gesponnen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und kann diese Reihe Lesern historischer Romane uneingeschränkt empfehlen, auch Krimileser unblutiger, unterhaltsamer Fälle werden sich daran erfreuen.

  6. Cover des Buches Was geschah mit Mara Dyer? (ISBN: 9783423715362)
    Michelle Hodkin

    Was geschah mit Mara Dyer?

    (201)
    Aktuelle Rezension von: Letizia

    Als Mara Dyer aus dem Koma erwacht, kann sie sich nicht mehr an den Unfall erinnern. Oder wie ihre Freunde dabei gestorben sind. Aber sie muss sich daran erinnern, nur sie weiß, was geschehen ist. Auch nach dem Umzug wird Mara von Albträumen und Halluzinationen geplagt und kommt der unglaublichen Wahrheit immer näher. 

    Es ist recht schwierig das Buch zu bewerten. Anfangs dachte ich, es handelt sich um einen normalen Jugendthriller. So fing die Geschichte auch an. Verwirrt erwacht Mara im Krankenhaus und erfährt, dass ihre Freunde bei einem Unfall ums Leben gekommen sind. Nur sie hat überlebt. 

    Es beginnt also sehr spannend, da man natürlich wissen möchte, was geschehen ist und wie Mara überlebt hat. Genauso weiß man, dass mehr hinter der ganzen Sache stecken muss. Leider nimmt die Spannung nach dem Umzug dann rapide ab. Größtenteils geht es um Maras Alltag und wie sie Noah hinterher schmachtet. Es weitet sich daher eher zu einer Jugendliebesgeschichte aus und wird nur ab und zu durch kurze Szenen von Maras Albträumen und ihren Halluzinationen unterbrochen, um noch irgendwie beim Thema zu bleiben.

    Um so mehr man sich dem Ende nähert, fragt man sich schon, was für eine Auflösung kommen mag, da man bis jetzt keine wirklichen Anhaltspunkte erhalten hat. Das Genre der Geschichte ändert sich dann nochmal und geht ins Übernatürliche, etwas Fantasymäßige über. Das kommt dann schon überraschend, da es nirgendwo Anzeichen dafür gab. Gleichermaßen ist es aber auch enttäuschend, denn für die Aufklärung der Vorkommnisse muss sich die Autorin keine logischen Zusammenhänge überlegen, sondern kann alles mit dem Übernatürlichen erklären. Am Ende wirkt das Ganze dann auch sehr konstruiert. 

    Mara konnte ich stellenweise auch nicht verstehen. Sie hinterfragt Sachen kaum oder lässt schnell locker. Sie erfährt, dass Noah sie schon vor ihrem Umzug kannte, aber sie spricht ihn kein einziges Mal darauf an. Später wird auch klar warum. Es hätte sonst zu einer zu frühen Aufklärung geführt. 

    Das Buch ist ein komischer Misch aus Genres und es kommt das Gefühl auf, dass sich die Autorin nicht festlegen wollte. Es hätte mir deutlich besser gefallen, wenn es ein normaler Jugendthriller gewesen wäre oder man hätte den übernatürlichen Anteil von vornherein mit einbezogen und die Geschichte anders aufgebaut. 

  7. Cover des Buches HOME – Haus der bösen Schatten (ISBN: 9783423219884)
    Riley Sager

    HOME – Haus der bösen Schatten

    (200)
    Aktuelle Rezension von: Chralrz07

    In Home – Haus der bösen Schatten entführt Riley Sager die Leserinnen und Leser in die düstere Welt einer geheimnisvollen Villa, die mehr Vergangenheit in sich trägt, als man ertragen kann. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, deren Vater ein weltberühmtes Horror-Buch über genau dieses Haus geschrieben hat. Nach seinem Tod erbt sie überraschend das Anwesen – obwohl sie immer davon ausging, dass es längst nicht mehr im Besitz der Familie ist. Noch beunruhigender ist die eindringliche Warnung ihres Vaters kurz vor seinem Tod: Sie solle dieses Haus niemals betreten. Auch ihre Mutter reagiert mit starker Ablehnung auf das Anwesen.


    Doch anstatt sie abzuschrecken, wecken diese Warnungen erst recht ihren Ehrgeiz. Sie beschließt, das Haus aufzusuchen, es zu renovieren und anschließend zu verkaufen. Kaum dort angekommen, geschehen jedoch immer wieder seltsame und unheimliche Dinge, für die es keine logische Erklärung zu geben scheint. Um Antworten zu finden, beginnt sie erneut das Buch ihres Vaters zu lesen – und stellt fest, dass dessen Geschichte unheimliche Parallelen zu ihren eigenen Erlebnissen aufweist. Mit jeder Seite werfen sich neue Fragen auf, während alte Geheimnisse langsam ans Licht kommen.


    Besonders gelungen ist die Erzählweise: Die Handlung wechselt ständig zwischen der Gegenwart und den Passagen aus dem Buch des Vaters. Dadurch entsteht eine dichte, spannende Atmosphäre, die einen regelrecht in die Geschichte hineinzieht. Man weiß nie, was als Nächstes passiert, und genau das macht den Reiz des Romans aus. Die ständigen Wendungen sorgen dafür, dass man immer wieder neue Verdächtigungen entwickelt – kaum glaubt man, die Wahrheit zu erahnen, wird man erneut in eine andere Richtung gelenkt.


    Auch die Charaktere sind sehr gelungen gestaltet: Sie sind vielschichtig, unterschiedlich und durchweg interessant. Ihre Beziehungen zueinander sind von Geheimnissen, Misstrauen und emotionaler Tiefe geprägt, was die Spannung zusätzlich verstärkt.




  8. Cover des Buches Der Meister der Elixiere (ISBN: 9783947515158)
    Sam Feuerbach

    Der Meister der Elixiere

    (17)
    Aktuelle Rezension von: Voldaron

    Der Gardist Jaldur, der Köhler-Geselle Brejo, die Tochter des Abdeckers Mirianne und der etwas merkwürdige und ein eigenbrötlerische Alchemist werden gemeinsam in eine Geschichte verwickelt, deren Ausmaß größer ist, als es auf den ersten Blick scheint. Die Trilogie beginnt wie eine mittelalterliche Detektivgeschichte, gewürzte mit Fantasy-Elementen und Intrigen und macht Lust auf mehr, denn am Ende von Band 1, in dem vor allem die vier Hauptcharaktere vorgestellt werden, bleiben viele Fragen offen. Sam Feuerbach macht das Buch in seiner gewohnt flüssigen, lockeren Schreibweise zu einer kurzweiligen Lektüre.

  9. Cover des Buches Die letzte Welle (ISBN: 9783987500138)
    Cecilia Sjögren

    Die letzte Welle

    (34)
    Aktuelle Rezension von: gagiju

    Ich kannte Cecilia Sjoegren vor dem Lesen dieses Buches nicht. Ich habe das Hörbuch genossen. Die Stimme der Sprecherin gefiel mir sehr gut, was für mich immens wichtig ist - da kann der Text noch so gut sein.

    Das Cover ist toll, eine etwas düster wirkende Küstenlandschaft, ein Fjord, ein kleines rotes Haus, ansonsten Blau-Grautöne und Schwarz, nur wenig Licht, im Hintergrund ein wenig hellerer Himmel, Abend- oder Polarnachtstimmung. Irritiert war ich zunächst vom Anfang auf Mallorca, aber die Handlung schwenkte nach der sehr spannend und lebendig beschriebenen Ermordung der alten Dame in ihrem Haus nach Skandinavien.

    Gerade die Zeitenwechsel fand ich spannend, Siris Geschichte in den 40er Jahren und Tores und Veronikas Nachforschungen zu den Vorgängen im Heim - und wie das alles mit der ermordeten Frau in Spanien zusammen hing  - hier hat uns die Autorin lange auf die Folter gespannt.

    Ich fand es sehr gut und spannend erzählt und flüssig zu hören. Allerdings ist die Geschichte auch reichlich verwickelt, und manchmal konnte ich nicht mehr ganz folgen. Auch wenn diese unabhängig voneinander laufenden Handlungen spannend sind, so finde ich sie auch ein wenig anstrengend. Das ist halt der Vorteil eines Buches gegenüber dem Hörbuch - man kann mal eben zurück blättern und eine bestimmte Stelle zum Nachlesen suchen. 

    Mir gefiel der Schreibstil von Cecilia Sjoegren sehr sehr gut - auch wenn ich ihn "hörte" -, und ich finde es sehr bedauerlich, dass es scheinbar auf Deutsch keine weiteren Bücher von ihr gibt.





  10. Cover des Buches Witchghost (ISBN: 9783570315293)
    Lynn Raven

    Witchghost

    (99)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    "Witchghost" von Lynn Raven hat mich vom Stil her extrem an "Chilling Adventures of Sabrina" erinnert. Die Geschichte ist sehr modern und hat mich auf den Herbst eingestimmt. Man kann es sehr gut rund um Halloween lesen.

    Das Cover hat mich zuerst nicht angesprochen, der Klappentext dafür umso mehr! Zu sehen ist Protagonistin Cass. Das Cover ist passend zum Buch, aber Geschmackssache, da es die Vorstellungskraft des Lesers einschränkt. Ich mag Hexengeschichten sehr gerne, seit ich die "Charmed'-Serie angeschaut habe. Der Schreibstil der Autorin hat mir soweit gut gefallen.

    Die Charaktere haben toll miteinander harmoniert. Ich mochte vor allem die humorvolle und sarkastische Art der Protagonistin. Cassandra (Cass) ist sehr taff und cool drauf. Sie ist interessant und hat mich unterhalten. Luke ist mir zu Beginn noch unnahbar gewesen, aber nach und nach lernt man seinen Charakter zu verstehen. Es wurde schnell klar, dass beide voreinander eine Rolle spielen. 

    Die Nebencharaktere und die Mordfälle wurden spannend umgesetzt. Die kleine Lovestory spielt eher im Hintergrund und wäre für mich persönlich nicht unbedingt nötig gewesen. Sie hat mir trotzdem sehr gefallen, da hier ein männlicher Charakter unterdrückt wird und generell Rollen vertauscht sind. Also Klischees gibt's kaum.

    Die Handlung ist mitreißend. Ich konnte ihr allerdings manchmal nicht gut folgen, da mir die Szenensprünge zu wenig erklärt wurden und hin und wieder der Zusammenhang fehlte. Die Rückblicke in die Vergangenheit waren ebenfalls etwas verwirrend, aber sehr passend für die Geschichte. Sie sind ähnlich gemacht, wie die aus Vampire Diaries. Das Ende hat die Geschichte für mich abgerundet. Einen weiteren Teil hätte ich mir trotzdem sehr gut vorgestellen können.

    Das Buch kann ich für alle empfehlen, die über eine starke und taffe Protagonistin lesen wollen, die sich trotz Schwierigkeiten nicht unterkriegen lässt und für sich einsteht. Besonders zu empfehlen ist es für die Jahreszeit Herbst.

  11. Cover des Buches Whispering Fields - Blutige Ernte (ISBN: 9783426528228)
    Thomas Finn

    Whispering Fields - Blutige Ernte

    (30)
    Aktuelle Rezension von: Sjard_Seliger

    Lange hoffte ich als großer Fan von Thomas Finn wieder auf einen thematisch mehr "geerdeten" Thriller, wenn man das so sagen kann. Einer, der wieder mehr mit Natur, Historie und mysteriösen Orten zu tun hat. Somit ist "Whispering Fields" für mich auch eine Art Rückkehr von Thomas Finn zu dem Terrain, auf der er sich, meiner Meinung nach, am besten bewegt. Diese neue Geschichte zeigte schon vor Erscheinen einige Parallelen zu seinen vorherigen Meisterwerken "Lost Souls" und "Dark Wood", welche ich bereits verschlungen habe. "Whispering Fields" schlägt nun wieder in diese Richtung ein und Tom Finn liefert einmal erneut, zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk, den nächsten grandiosen Thriller ab. 

    Die Story dreht sich einerseits um die Teenager Tim, Sven und Lea, und andererseits um die beiden Polizeikommissare Sarah Richter und Antonin Schultkas. Beide "Teams" ermitteln jeweils auf ihre Weise in Fällen von plötzlich entstehenden Kornkreisen, die Ersteren wegen Tims dort verschwundenen Bruder Luca, die Letzteren bei schrecklichen Todesfällen innerhalb der Weizenfelder. Zudem tauchen mehr und mehr übernatürliche Phänomene auf, welche die beiden Gruppen letztlich in einen gemeinsamen Kampf gegen das Böse führen wird. 

    Das Setting spielt, wie eigentlich seit je her in Finn's Büchern, eine enorm wichtige, ja quasi schon Charakter-gebende Rolle. Die Geschichte spielt (größtenteils) an real existierenden Ortschaften in der südlichen Lausitz, dem Sorbenland. Städte & Dörfer wie Hoyerswerda, Lauta, Geierswalde, Elsterheide, Großkoschen und die berühmte Krabat-Mühle in Schwarzkollm finden nicht bloß ihre Erwähnung bzw. Verwendung im Verlauf des Buches, vielmehr werden die lokal-historischen Gegebenheiten mit z.B. der Sage um die Müllersjungen Krabat und andere Erzählungen aus der Geschichte der Sorben geschickte mit in die Geschichte eingebracht. 

    Der Aufbau ist wieder ein klassischer Thomas Finn, wie man ihn liebt: Zwei Erzählstränge, die später zueinander finden. Auch wenn die jeweiligen Stränge zu Anfang doch leider einige Längen aufweisen, so ist dies absolut verzeihbar, denn ab etwa der zweiten Hälfte wird dieses Buch zu genau dem typischen Pageturner, den man vom Autor kennt und erwartet. Besonders klasse sind, wie bereits erwähnt, das Verweben von realer, lokaler Historie & den dortigen Sagen mit einer fiktiven, interessanten und spannenden Story. Dass Herr Finn seine Themen jedes Mal absolut exzellent recherchiert, dürfte mittlerweile bekannt sein und zur Qualität seiner Bücher maßgeblich beitragen. Und in Sachen bildhafter, flüssig zu lesender, fesselnder Erzählweise ist er z.B. seinem Genre-Kollegen Thomas Thiemeyer weitaus überlegen - selbst dann, wenn er vielleicht erneut ein paar mal zu viel die Protagonisten "die Lippen schürzen" lässt (fast schon ein Trademark von Finn's Büchern...). Auch ist dieses Buch wieder um einiges blutiger geraten und besitzt deutlich mehr Horror- als Mystery-Anteile. Zudem - auch typisch Tom Finn - wird die lokale Sprache, in diesem Fall Sorbisch, mit in einige Dialoge eingebaut. Klasse Einfall bzw. "Gimmick" des Autors und im Prinzip auch schon ein Trademark von ihm. 

    Die Charaktere sind auf jeden Fall interessant gestaltet und Story-dienlich, haben mich aber nicht ganz überzeugen können, da sie meiner Meinung nach noch etwas mehr Tiefe und Charakterentwicklung und -vergangenheit hätten zeigen können. Gerade bei Kommissarin Sarah Richter oder der Großmutter von Teenager Tim hätten eventuelle Vorgeschichten noch einmal einiges mehr an interessanten Akzenten setzen können. Jedoch sind wiederum das Handeln und die Dialoge der Protagonisten wirklich schön geschrieben und nachvollziehbar, sodass das Lesen Spaß macht. 


    Zusammengefasst kann ich sagen: Wieder ein typischer, solider Thomas Finn-Thriller, diesmal sogar wieder mit der Thematik, die ich selbst so liebe. Am Anfang besitzt er zwar ein paar Längen, jedoch ist die zweite Hälfte ein hochspannender Pageturner in tollem Setting. 

  12. Cover des Buches In tiefen Schluchten (ISBN: 9783462050424)
    Anne Chaplet

    In tiefen Schluchten

    (98)
    Aktuelle Rezension von: kindergartensylvi

    In tiefen Schluchten von Anne Chaplet

    Den Leser erwartet ein packender, spannender und fesselnder Kriminalroman. Dies ist der 1. Teil einer Roman- Serie. Jeder Teil ist in sich abgeschlossen. Dieser ist leicht und flüssig geschrieben. I

    Im Mittelpunkt unserer Geschichte steht Tori Godon. Sie kam vor ein paar Jahren mit ihrem Ehemann Carl in den kleinen Ort und fand hier in einem der ältesten Häuser des Ortet ein neues Zuhause. Carls Vorfahren stammten aus der Gegend und die alten Einwohner sind tief mit der Vergangenheit verwurzelt. Inzwischen ist Tori allein, denn ihr Ehemann hat seinen Kampf gegen den Krebs verloren. Tori hat aber gute Freunde. Als ein holländischer Höhlenforscher, der sich bei ihrer Freundin Eva einquartiert hat, verschwindet, ist Tori beunruhigt.

    Und so beginnt sie auf eigene Faust zu recherchieren und scheucht dabei die alten Einwohner mit ihren Fragen auf. Wie hängen die Aktivitäten des verschwundenen Holländers mit den Hugenotten zusammen, die in dieser Region einst Zuflucht fanden? Und was hat das alles mit der Geschichte des Dorfes zu tun? Kommt mit und findet mit Tori erstaunliches heraus...

  13. Cover des Buches Noch fünfzig Sommer mehr (ISBN: 9783548067438)
    Avril Maury

    Noch fünfzig Sommer mehr

    (85)
    Aktuelle Rezension von: ancla_books4life

    **** Mein Eindruck ****

    
Die Grundidee der Geschichte ist wirklich schön und insgesamt herzerwärmend umgesetzt. Die Protagonistin lebt zurückgezogen, was angesichts ihrer schweren Verluste absolut nachvollziehbar ist. Sie wieder aufblühen zu sehen, hat mir Freude bereitet. Leider war das auch schon der Höhepunkt, denn der Verlauf der Geschichte ist sehr vorhersehbar. Die zahlreichen Rückblicke – sowohl in die Zeit mit Théo als auch in ihre Kindheit – unterbrechen den Fluss der Handlung und verraten bereits auf den ersten 50 Seiten viel von dem, was noch kommt. Erst im „Hier und Jetzt“ konnte mich die Geschichte wieder mehr fesseln. Ich habe den Grund für die Rückblicke verstanden, dennoch nahm dies der Spannung deutlich die Wirkung. Die tragischen Szenen sind eher sanft gehalten, was die stimmungsvolle, naturverbundene und herzliche Atmosphäre des Buches unterstützt. Insgesamt wirkt die Handlung angenehm leicht, aber nicht wirklich weltbewegend. Am Ende spürte ich ein kleines Aufleuchten des Potenzials, das aber für mich leider zu spät kam.


    **** Empfehlung? ****


    Für alle, die eine ruhige, stimmungsvolle Geschichte mögen, die leicht zu lesen ist und ein warmes, naturverbundenes Setting bietet – trotz vorhersehbarer Handlung ist das Buch insgesamt angenehm und kurzweilig.

  14. Cover des Buches Möwenschrei (ISBN: 9783838788883)
    Nina Ohlandt

    Möwenschrei

    (8)
    Aktuelle Rezension von: parden

    LANGATMIG UND DÜSTER...

    Der Flensburger Hauptkommissar John Benthien wohnt wann immer möglich in seinem verwitterten Kapitänshaus auf Sylt. In dessen Nähe verunglücken an einem düsteren Oktobermorgen zwei Jungen tödlich. War es ein Unfall oder Mord? Benthien beginnt zu ermitteln. Wie sich herausstellt, waren die Zwillinge Feriengäste in der Pension Astarte. Dort, in dem uralten Friesenhaus, erwartet den Kommissar Schreckliches: Eine Frau wurde brutal erstickt. Noch hat Benthien keine Ahnung, dass dies nicht der letzte Todesfall bleiben wird, der die kleine Pension heimsucht. (Klappentext)

    Sechs Jahre ist es her, seit ich Band 1 der Reihe um Hauptkommissar John Benthien hörte und trotz seiner Längen für gut befand ("Küstenmorde"). Leider konnte mich nun Band 2 nicht wirklich überzeugen, ich habe lange zwischen 2 und 3 Sternen geschwankt und mich letztlich zum Aufrunden entschlossen - ehrlich gesagt wohl vor allem, um die Motivation nicht ganz zu verlieren, Band 3 noch eine Chance zu geben, der bereits hier liegt. 

    Diesmal spielt das Geschehen auf Sylt, wo zwei kleine Jungen zu Tode kommen. Weil nicht klar ist, ob es sich dabei um einen Unfall oder um einen Mord handelt, ermittelt die Polizei und verhört Feriengäste und Betreiber der alteingesessenen Pension Astarte. Doch John Benthien und seine Kolleg:innen treten auf der Stelle, Zeugenaussagen sowie Indizien lassen zu wünschen übrig. Als der Fall droht eingestellt zu werden, gibt es in der Pension einen weiteren Todesfall. Diesmal ist es wirklich ein Mordfall - und es bleibt nicht bei dem einen Opfer...

    Gefühlte Ewigkeiten habe ich gebraucht, um dieses Hörbuch (immerhin stolze 17 Stunden und 25 Minuten!) zu Ende zu bringen. Nun ist es endlich geschafft! Ich mag mich gar nicht so ausführlich darüber auslassen, aber diesmal gab es doch viele Faktoren, die mich störten und z.T. richtiggehend ärgerten. Dass ein Krimi sich Zeit lässt, finde ich nicht per se schlecht, manchmal ist dies der Erzeugung der gewünschten Atmophäre sehr zuträglich. Hier aber kam es ein ums andere Mal zu unerträglichen Langatmigkeiten, wenn die Ermittlungen mal wieder auf der Stelle traten, den immer selben Zeugen/Verdächtigen die immer selben Fragen gestellt wurden, oft der Eindruck entstand, dass die Ermittler selbst nicht wussten, wonach sie eigentlich suchten. Vielleicht ein wenig zu sehr angelehnt an die reale Polizeiarbeit, die sicherlich häufig so aussehen mag? 

    Insgesamt geriet hier alles sehr zerfasert, dazu gab es zahllose Charaktere, die ich teilweise bis zum Schluss nicht wirklich zuordnen konnte, die Spannung blieb bis auf wenige Szenen komplett auf der Strecke, die Schicksale, die hier teilweise angerissen werden, ließen mich kalt. Dazu kamen die Einblicke in das Privatleben der Ermittler, allen voran John Benthien, die nicht nur den Hauptkommissar an den Rand einer Depression trudeln ließen. Gleich zwei Ex-Frauen machen ihm das Leben schwer, und eine davon überzieht dabei gewaltig, was auf mich arg überzogen wirkte. Viele schwere Themen, ein langatmiger, zerfaserter, kaum spannender Fall, eine düster-melancholische Atmosphäre - und ein Sprecher (Thomas Piper), dessen Stimme zwar zur norddeutschen Erzählung passt, diese aber durch seinen gediegenen und wenig betonten Vortrag noch langatmiger wirken lässt. 

    Ich wundere mich gerade selbst über die gerade noch 3 vergebenen Sterne, belasse es jetzt aber dabei - in der Hoffnung, dass Band 3 mir dann wieder besser zusagt. In weiteren sechs Jahren oder so...


    © Parden

  15. Cover des Buches Baumgartner kann nicht vergessen (ISBN: 9783709978528)
    Reinhard Kleindl

    Baumgartner kann nicht vergessen

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Patno
    Mit Franz Baumgartner hat der Autor Reinhard Kleindl schon einen besonderen Ermittler ins Rennen geschickt. Er ist nicht unbedingt ein starker Charakter, aber er besitzt als Ermittler ein unglaubliches Gespür. Der Mann, der die unlösbaren Fälle knackt, ein Wadenbeißer, der keine Ruhe gibt, bevor er den Täter gefasst hat. Nachdem mich bereits der Fall "Baumgartner und die Brandstifter" begeistern konnte, wollte ich auch den neuen Kriminalroman "Baumgartner kann nicht vergessen" lesen, der im Juli 2016 beim Haymon Verlag erschienen ist. Diesmal greift Reinhard Kleindl eine wirklich brisante Thematik auf, die er unglaublich spannend in Szene setzt. Aus einem Teich wird ein Lieferwagen geborgen, dessen Inhalt ein Bild des Schreckens zum Vorschein bringt, fünf Leichen. Identität und Herkunft sind völlig unklar, aber schnell liegt der Verdacht nahe, dass es sich um Flüchtlinge handeln könnte. Kein leichter Start für Kevin Hiebler, den neuen Mann in der Mordgruppe Graz, zumal dessen Vorbild, Chefinspektor Baumgartner immer noch suspendiert ist. Letzterer wiederum spürt einen Freund aus Kindertagen auf, der schon immer eine seltsame Faszination für den Tod hatte. Nervenkitzel pur, Gruselfaktor und Gänshautfeeling beschreiben meine Empfindungen beim Lesen wohl recht gut, denn der Fall ging mir schon nah. Ich konnte das Buch gar nicht mehr weglegen, wollte unbedingt wissen, wer hinter diesen furchtbaren Taten steckt. Diese Realitätsnähe fand ich besonders erschreckend. Alle Charaktere sind für mich glaubhaft und gelungen dargestellt und am Ende hofft man als Leser auf einen neuen Einsatz dieses Ermittlerteams, zu denen für mich neben Baumgartner und Hieler auch Kommissarin Meier zählt. Die kurzen Kapitel sind zum besseren Verständnis mit Zeitangaben versehen und bringen ein hohes Tempo in die Handlung. Fazit: "Baumgartner kann nicht vergessen" ist ein spannungsreicher und mitreißender Kriminalroman, absolut lesenswert, aber nichts für schwache Nerven!
  16. Cover des Buches Hollywood Babylon (ISBN: 9783807700687)
    Kenneth Anger

    Hollywood Babylon

    (8)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint

    Auch wenn der Wahrheitsgehalt der in diesem Buch präsentierten Geschichten über die Exzesse, Betrügereien, Morde, Selbstmorde, Scheinehen und Intrigen recht fraglich scheint, so zeigen die von dem Autor Kenneth Anger zusammengetragenen Geschichten - beginnend 1915 bis herauf in die 1960er - doch recht ansehnlich, dass sich in Hollywood nicht wirklich was geändert hat und die so aufwirbelnde #MeToo-Kampagne eigentlich nur bestätigt, was in Hollywood seit 100 Jahren praktiziert wird: Wer wirklich voran kommen und aufsteigen will... der muss gefallen und zu Willen sein... 

    Es gab da den Präsidenten eines großen Filmstudios, der sich jeden Tag um 16 Uhr eine andere junge Angestellte kommen ließ, die ihm zu Diensten sein mußte. Während der Prohibition floß bester Alkohol in den gigantischen Villen der Leindwandstars. Drogen wurden genossen und wilde Sex-Parties gefeiert. Draußen herrschte Armut, doch die Götter und Göttinnen der Leinwände zelebrierten exzessiv... da kam schon mal ein Revuegirl oder ein Starlet dabei zu Tode... die Studiobosse kauften die Polizei und die Richter und als Zeugen gab es andere Schaupieler.... Der Schein musste mit allen Mitteln aufrecht erhalten werden - die Welt da draußen bekämpfte ihre Armut und den Hunger, indem sie zu den Schönheiten Gloria Swanson, Rudolph Valentino & Co aufblickte und ihre Träume in ihnen verwirklicht sahen.

    Der große schwergewichtige Komödiant Fatty Arbuckle vergewaltigte während einer seiner Sex-Parties eine 25jährige... sie verstarb kurz darauf. Charles Chaplin ehelichte mit 29 die 16jährige Mildred... der er bald überdrüßig wurde... da kam schon die nächste Lolita daher, die ihm 7 Monate nach der Hochzeit den Sohn Charles Chaplin Jr. schenkte... 9 Monate später kam der nächste Sohn zur Welt: Sydney. Knapp 1 Jahr später wurde die Scheidung von der Kindsfrau Lita eingereicht... Noch während der Prozeßschlacht war Chaplin abermals im Gespräch... als er der jungen Ehefrau des Silberminen-Millardärs William Randolph Hearst schöne Augen machte und dieser ihn auf seiner Yacht erschießen wollte, jedoch den Filmproduzenten und Regisseur Thomas Ince traf und tötete. In den Zeitungen (die von Hearst diktiert wurden) wie auch im Totenschein wurde von "akuter Magenverstimmung" als Todesursache berichtet. Der Prozess wie auch der Arbuckle's verlief im Sande... viele Gäste auf der Yacht wurden plötzlich vermögend... wie die damals mächtige Klatschkolumnistin Edda Hopper. Hearst-abhängig entschieden ihre Kolumnen über Aufstieg oder Fall eines Stars. Die Skandale, Gerüchte und Tragöden der Schauspieler*innen lesen sich herauf bis in die 1950er recht spannend... als die Berichterstattung und die Macht des Mediums Film noch relativ gut gelenkt werden konnte. Doch mit dem Anbruch der 60er und dem Aufkommen des Fernsehens bröckelten die Fassaden nicht nur der Filmstudios... auch der Glamour und die großen Diven begannen zu verblaßen. Die Glitzerstadt mit ihren fantastischen Traumwelten und den sich darin tummelnden Menschen, die oft durch Knebelverträge und aufgrund ihres Marktwertes und der verlogenen Biographien persönliche Höllen durchleben mussten, verkam zu einer beliebigen Produktionsstätte... Es ging abwärts und man wurde so arm, dass die Buchstaben "L-A-N-D" hoch oben in den Hügeln von Los Angeles nach deren Verrottung nicht mehr erneuert wurden und heute dank Hugh Hefner's "Playboy" wenigstens noch "HOLLYWOOD" lesen lassen. Die Filmmetropole befindet sich in einer Krise... doch auch heute noch ist eines gewiss: Sex sells... wie Harvey Weinstein nach altbewährter Hollywoodmanier vorlebte... nur nicht mehr so großes Glück mit seinen Aktionen hatte wie es weiland der Fall war.

    Kenneth Anger's Schreibstil ist teilweise schmierig und zynisch. Es gibt in dieser Zusammenfassung seiner Bücher "Hollywood Babylon I und II" (der rororo-Verlag hat Kürzungen vorgenommen) zu den präsentierten Fällen (welche teilweise akkurat, teilweise mittlerweile widerlegt sind) durchaus passende spitze Bemerkungen, die schmunzeln lassen. 

    Wer das "alte Hollywood" schätzt und sich mit den Namen aus jenen Tagen der gloriosen Screwball-Komödien und Dramen auskennt, wird dieses Buch mit einem gewissen Reiz lesen. Wer sich einen ungefähren Eindruck über die damalige Filmwelt und durchaus einflußreiche Position von "Tinseltown" machen möchte, der ist hier willkommen...

    Und diejenigen, die eventuell seit #MeToo geschockt über die Praktiken in der Branche sind, werden feststellen, dass sich Taktiken und Strategien nicht geändert haben... nur heute anders präsentiert werden...

  17. Cover des Buches Rabenbrüder (ISBN: 9783257600360)
    Ingrid Noll

    Rabenbrüder

    (104)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Alles beginnt mit einem ungewollt belauschten Telefongespräch und das bringt eine Katastrophe ins Rollen die nicht mehr aufzuhalten ist. Bitter Familiengeheimnisse kommen zu Tage und die Brüder kämpfen um das Erbe der Familie.

    Ingrid Noll zieht wieder einmal alle Register und die Handlung ist einfach herrlich böse.

  18. Cover des Buches Die Krankenschwester (ISBN: 9783987500282)
    Kristian Corfixen

    Die Krankenschwester

    (47)
    Aktuelle Rezension von: Streiflicht

    Auf dieses Buch war ich sehr gespannt. Ich lese total gerne Krimis und Thriller, aber immer öfter interessiert mich auch der Bereich True Crime. Warum sind Menschen böse, was treibt sie an, was sind ihre Motive und warum wollen sie töten oder anderen Menschen schaden. Um genau diese Fragen geht es auch in diesem Buch, das inzwischen von Netflix verfilmt wurde.

    Autor Kristian Corfixen geht dem Geschehen im Krankenhaus Nykobing Falster nach, wo Krankenschwester Christina lange Jahre auf verschiedenen Stationen arbeitete – auch in der Notaufnahme – und für den Tod vieler Menschen verantwortlich gemacht wird. Spannend ist, dass ihr nie so recht etwas nachgewiesen werden konnte, alle Indizien aber auf sie hindeuteten und es zahlreiche Zeugen gab, die sie für verdächtig und schuldig hielten. Wie der Autor schreibt, hat er verschiedene Menschen zu Wort kommen lassen und auch mit der Täterin sowie Zeugen und anderen gesprochen. Nach ein paar kleinen Startschwierigkeiten hatte mich das Buch total gepackt und ich war einfach fasziniert. Wie ein Mensch so sein kann und dass es jahrelang einfach nicht aufgefallen ist. Wie die Täterin selbst das ganze Geschehen rechtfertigt und bewertet, wie sie damit umgeht, dass sie verurteilt wird und in Haft muss.

    Aber auch, wie die Angehörigen leiden, wie Patienten sterben oder gerade noch gerettet werden können. Wie klein der Schritt über die Schwelle zum Tod manchmal ist. Wie Christinas Kollegen mit der Situation umgehen – vorher, aber auch dann, als ihre Taten von der Polizei und der Staatsanwaltschaft untersucht werden. Wie sie ihr Schweigen rechtfertigen und ihre Verdächtigungen. Erschreckend und faszinierend zugleich, man lernt viel über Menschen und Gesellschaften und den Umgang mit dem Tod und dem Leben. 

  19. Cover des Buches Ein MORDs-Team - In den Trümmern (ISBN: 9783958340947)
    Andreas Suchanek

    Ein MORDs-Team - In den Trümmern

    (65)
    Aktuelle Rezension von: Tokki_Reads

    Der Gründungstag endet in einer Katastrophe: Die von Kaminski versteckte Bombe kann nicht rechtzeitig entschärft werden und explodiert mit verheerenden Folgen. Innerhalb der Schule kämpfen die Überlebenden mit den direkten Auswirkungen der Detonation – Chaos, Angst und Verzweiflung greifen um sich. Draußen ringt Chris Archer ums Überleben, sein Zustand kritisch. Olivia steht unter enormem Druck: Sie möchte ihren Freunden im Schulgebäude beistehen, ist aber gleichzeitig gezwungen, auf eine Nachricht zu warten – eine Nachricht, die über ihre gemeinsame Zukunft mit Chris entscheidet. Wird er durchkommen? Oder endet ihr Traum vom Glück in einem Albtraum?

     

    Ich habe die ganze Zeit mitgefiebert – Spannung pur! Die neuen Enthüllungen sind hervorragend umgesetzt und bringen noch mehr Tiefe in die Geschichte. Besonders gelungen finde ich, wie überraschende Wendungen eingeflochten wurden, ohne dass es überladen wirkt. Es bleiben viele Fragen offen, die Lust auf mehr machen: Wer ist der wahre Mörder von Marietta? Wem kann man überhaupt noch trauen? Die Handlung wird immer dichter, und ich hoffe sehr, bald mehr Antworten zu bekommen. Ein weiterer starker Band in einer Reihe, die mich nicht loslässt!

  20. Cover des Buches The Black and the Blue: A Cop Reveals the Crimes, Racism, and Injustice in America's Law Enforcement (ISBN: 9780316440080)
  21. Cover des Buches KillerBells (ISBN: 9783903989627)
    Franziska Waltz

    KillerBells

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Test-LR

    Gestaltung:

    Der Weihnachtsbaum, der mich an eine Mischung aus Grinch, Monster und Tanne erinnerte, hatte zusammen mit dem Titel meine Neugier geweckt. Die Gestaltung, vor allem die bösartigen weihnachtlichen Karikaturen zwischen den Kapiteln, waren ganz nach meinem Geschmack. Entsprechend erwartete ich Krimigeschichten zur Weihnachtszeit mit bitterbösem Humor.

    Mein Eindruck:

    Die drei Autoren haben jeweils drei Kurzgeschichten aus dem Genre Krimi geschrieben, die alle zur Weihnachtszeit spielen oder damit zu tun haben. Entgegen meiner Erwartungen handelt es sich nicht ausschließlich um reine Krimis, sondern vielmehr sind es vorwiegend Geschichten, die eher satirisch veranlagt sind, teilweise mit den Erwartungen der Leser und Klischees im Allgemeinen spielen und auch nicht in jedem kommt eine Leiche vor. Ich kann schwer beschreiben, weshalb dieses Geschichtenensemble nicht meine Erwartungshaltung erfüllt hat. Vielleicht, weil es dabei oft mehr um gesellschaftliche Probleme als um wirkliche Krimihandlung ging. Bei einigen fehlte mir die Spannung und teilweise empfand ich den Humor als zu überzogen, manche Charaktere zu skurril und manchmal hat mich die Auflösung enttäuscht. Ich mag eigentlich bösen/schwarzen Humor, aber dieser war nicht in allen Geschichten für mich vorhanden bzw. einfach so konstruiert, dass ich es nicht als gut empfand. Insgesamt war es eine amüsante Unterhaltungslektüre, bei der mir 3-4 Geschichten sehr gut gefallen haben, während die anderen eher mittelmäßig waren.


    Die Geschichten sind alle in und um Wien angesiedelt und enthalten des Öfteren österreichische Begriffe, die sich jedoch aus dem Kontext erschließen. Das verlieh dem Ganzen mehr Lokalkolorit und hat bei mir auch etwas Urlaubsgefühl hervorgezaubert.

    Fazit:

    Titel und Cover weckten Erwartungen, die leider größtenteils nicht erfüllt wurden.

  22. Cover des Buches Erste Hilfe für die Seele (ISBN: 9783442714742)
    Angélique Mundt

    Erste Hilfe für die Seele

    (16)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

     Direkt zum Anfang: Es gibt Bücher, die man einfach selber gelesen haben muss.  Und genau das hier ist so ein Buch. 

     

    Angélique Mundt arbeitet für das Krieseninterventionsteam des DRK in Hamburg.
    Sie kommt also, wenn es einen plötzlichen Todesfall gibt, sie geht mit, wenn die Polizei die Todesnachricht übergibt und kümmert sich dann um die Hinterbliebenen, aber nicht lange. Sie betreibt Erste Hilfe für die Seele. Und gerade deshalb ist ihre Arbeit so wichtig.


    Sie erzählt aus ihrem Alltag als KIT Mitarbeiter, und das tut sie mit der vollen Brutalität, mit der ungeschminkte Wahrheit.
    Von Verkehrsunfällen, dem Tod der Kinder, Mord und Suizid.
    Es wird geschildert, wie sie sich um die Angehörigen kümmert, wie anders all die Meschen sind und was so ein Einsatz mir ihr macht.
    Mundt nimmt uns mit in eine Welt die man aus Krimis kennt, wenn die Polizei klingt um die schlimme Nachricht zu überbringen.
    Und doch ist es so anders wie in den ganzen Krimis, denn das ist die Realität. Es sind echt menschliche Reaktionen.

    Doch damit der Leser nicht von dem einen Todesfall in den nächsten geht, gibt es am Ende der Kapitel jeweils einen Exkurs. Hier erfährt man etwas darüber wie man die Todesnachricht richtig überbringt, wie Kinder in welchem Alter trauern und noch viel mehr.

    Ein absolut gelungenes Buch über das KIT und den täglichen Einsatz. Und die einzige Sache die man in diesem Moment geben kann: Menschlichkeit!
    Es lässt einen stark über den Tod nachdenken, wie schnell das Leben doch gehen kann, und das es jeden treffen kann, wirklich jeden.
     Und so werde ich den ein oder anderen Tatort ab jetzt mit anderen Augen sehen.

  23. Cover des Buches Leipziger Zeitenwende (ISBN: 9783839201534)
    Gregor Müller

    Leipziger Zeitenwende

    (21)
    Aktuelle Rezension von: Suszi

    Kurz vor der Zeitenwende zum 20.Jahrhundert erschüttert eine Selbstmord Serie Leipzig. 

    Doch Kriminalcommissar Joseph Kreiser, vermutet, dass dahinter mehr steckt.  

    Die gewählte Darstellung, das Joseph seiner Vermieterin und Freundin Hannah das Geschehen als Tageszusammenfassung schildert, finde ich überaus gelungen.

    Sie ist eine sehr kluge, und feinfühlige Frau die Joseph in seinen Ermittlungen durch interessante Ansätze unterstützt. Auch erkennt sie seinen inneren Kampf und baut ihm durch behutsames Ansprechen eine Brücke, welche er gern nutzt.  Somit ist die ein Paradebeispiel er emanzipiert und modernen Frau die allmählich in der geschichtlichen Entwicklung aus dem Schatten der Männervorherrschaft hervortritt. 

    In Anbetracht der herrschenden gesellschaftlichen als auch gesetzlichen Meinung wagen sich beide sehr mutig hervor. 

    Besonders interessant sind für mich als Leipzigerin wie schon im Buch "Völkerschau" die Schilderungen der Örtlichkeiten. Mitunter lerne ich dadurch etwas neues aus der Geschichte Leipzigs. 

    Für mich war dies wieder ein sehr gelungener historischer Kriminalroman aus dem alten Leipzig. Sehr gern empfehle ich dieses Buch weiter.

     

  24. Cover des Buches Teufelskreuz (ISBN: 9783710403293)
    Joesi Prokopetz

    Teufelskreuz

    (37)
    Aktuelle Rezension von: haberlei

    „Teufelskreuz“ von Joesi Prokopetz ist kein Krimi im langläufigen Sinn, wo die Mörderjagd bzw. die Ermittlungsarbeit im Vordergrund stehen, sondern eine mit Leichen gepflasterte Milieustudie, abgründig, schräg und auf eine makabere Art und Weise sowohl spannend als auch unterhaltsam.

    Klappentext:
    Der Teufel ruft und wen er einmal gerufen hat, den holt er sich auch, der Teufel. Das weiß Pater Mano Urian genau – schließlich kennt er sich aus mit den Kräften zwischen Himmel und Hölle. Daher wenden sich seine Schäfchen der Katastralgemeinde Ursprung auch vertrauensvoll in allen Belangen an den „Gottesmann“. Dass dieser ein seltsam anderes Verständnis von Seelenheil an den Tag legt, stört dabei niemanden. Mit ungeahnten Konsequenzen für das verschlafene Dorf im Dunkelsteinerwald …

    Rein optisch ist das Buch sehr ansprechend gestaltet. Das Cover wirkt hell und freundlich. Ein kleines Kirchlein, von Bäumen umgeben, der Pfarrer steht rauchend davor. Doch es lodert auch ein rotes Feuer, aus dem ein Teufel hervor lugt, und ein schwarzer heulender Wolf mit glühendroten Augen stört die Idylle, nicht zu übersehen das Pentagramm, auch Drudenstern genannt, das Symbol des Teufels, das der Lektüre quasi den Stempel aufdrückt. Wie auch der Titel deutlich darauf hinweist. Das auf den Kopf gestellte Kreuz, das Antikreuz bzw. Teufelskreuz, gilt als Zeichen der Satanisten. Schlägt man die beiden Klappen des Umschlags gleichzeitig auf, reitet der Pater hinein ins Buch, ins Dorf, am Ende wieder hinaus.

    Der Roman ist – möglicherweise ebenfalls ans Pentagramm angelehnt - in fünf Teile unterteilt, die Titelblätter jeweils mit einer der schon vom Cover bekannten Zeichnungen versehen. Zwischen den einzelnen Szenen und bei Fußnoten wird stets ein verkehrtes Kreuz verwendet.
    Das Buch erschien 2023 und spielt in der nicht näher bezeichneten Gegenwart in dem fiktiven niederösterreichischen Dörfchen Ursprung.

    Joesi Prokopetz‘ Schreibstil ist sprachlich facettenreich, ironisch, witzig, bildhaft. Er beschreibt sehr anschaulich Menschen wie Szenerie, teils authentisch, teils skurril; natürlich ist da auch manches wie aus dem Leben gegriffen politisch inkorrekt, gruselig oder ekelig, derb und ordinär. Das Amüsement liegt oft im Detail, z.B. welche Musikstücke bei den jeweiligen Begräbnissen gespielt werden. Was ich besonders mag, sind die zahlreichen typisch österreichischen Ausdrücke. Für Nicht-Österreicher wäre wohl ein Glossar recht hilfreich. Recht herausfordernd fand ich diverse kryptische Fremdworte bzw. Fachausdrücke, die in die Kabbala, die jüdische Geheimlehre und Mystik hineinspielen.

    In die Geschichte kommt man grundsätzlich leicht hinein. Nach und nach werden die handelnden Personen vorgestellt, wobei der Vielzahl wegen wohl ein Personenverzeichnis angebracht wäre. Die diversen Szenen- und Perspektivenwechsel gestalten die Handlung zwar abwechslungsreich, doch verliert man manchmal die Übersicht über den Personenkreis, die genaue Zusammengehörigkeit. Die Atmosphäre im Ort ist generell trist, freud- und lieblos, die Menschen sind in unglücklichen Beziehungen gefangen. Es scheint, als wüsste jeder alles über jeden, dennoch haben alle so ihre Geheimnisse, die sie dem Pater beichten. Statt sie zu mahnen, animiert der Pater sie, ihre sündigen Gedanken in die Tat umzusetzen, wodurch die Katastrophe ihren Lauf nimmt.

    Da es keine übliche Krimihandlung gibt, kreiert sich auch die Spannung auf andere Art und Weise. Man ahnt das kommende Unheil, weiß aber nicht, wie und wann es wen ereilen wird. Und der Variantenreichtum, wie man in diesem Buch zu Tode kommen kann, ist faszinierend. Es häufen sich natürliche Tode, Unfälle, Selbstmorde und Morde. Von dem Moment an, wo jener teuflisch anmutende Pater im Ort eintrifft, sind die Totengräber beinahe im Dauereinsatz. Von Abschnitt zu Abschnitt steigert sich die Dramatik, werden immer mehr Dorfbewohner Opfer ihrer Verfehlungen bzw. der Manipulationen des Paters. Er ist wie ein Trojaner im PC, seit er ins Dorfleben eingeschleust wurde, herrscht das Chaos – Yalbaoth, wie Hildegard ihn nennt, die einzige, die ihn durchschaut, aber nichts gegen ihn ausrichten kann. Es ist letztlich, als hätte ein Hurrikan eine Schneise durch den Ort gezogen, dem eben einige zum Opfer fielen, vor allem die Haute·volee von Ursprung. Sobald der Pater verschwunden ist, nimmt das Leben, der eintönige Alltag wieder seinen Lauf, allerdings trostloser als zuvor, Infrastruktur und Personal ist verloren gegangen. Ein Ende, das mich persönlich ein wenig verloren zurückgelassen hat. Cui bono?

    Die Charaktere sind wunderbar detailliert gezeichnet, nicht nur äußerlich markant, sondern es wird jeweils eine Vorgeschichte präsentiert, ein Werdegang, wie diese Menschen so wurden wie sie nun sind, wie sie in die teils ziemlich verfahrene Situation kamen. Die Figuren wirken dadurch lebendig und exzellent vorstellbar. Im Fokus stehen allerdings primär die negativen Angewohnheiten und Eigenschaften. Daher fand ich eigentlich keinen Sympathieträger, niemanden, mit dem ich mich irgendwie verbunden fühlte. Am unheimlichsten ist die Gestalt des Mano Urian, der rein äußerlich modern und weltaufgeschlossen erscheint, in Jeans und mit teurer Markenuhr, sich auf Du und Du mit der Bevölkerung fraternisiert, sie mit scheinbarer Freundlichkeit einlullt und manipuliert; die Männer vertrauen sich ihm an, suchen Rat, und die Frauen verfallen ihm sowieso, weil sie ihn als Mann attraktiv finden; beides nutzt er in bösartiger Weise aus.

    Ich mag grundsätzlich den Stil bzw. Humor von Joesi Prokopetz, ob in seinen Liedern, Kabarettabenden oder in seinen Büchern. Daher hatte auch „Teufelskreuz“ so seinen Reiz für mich, sprachlich sowieso, inhaltlich auch weitgehend. Ich habe das Buch letztlich nicht als Krimi betrachtet, sondern als eine mit spitzer Feder verfasste Satire auf die Kirche, ihre Bedeutung gerade in kleinen Dorfgemeinschaften, aber auch als ein Spiegel-Vorhalten, was die Moral der Menschen anbelangt. Und der Teufel steckt, wie man so sagt, im Detail. Er erscheint nicht so offensichtlich als falscher Pfarrer. Und die Menschen verfallen ihm in vieler Hinsicht. Der Stoff kann somit auch nachdenklich machen. Wenn man sich auf dieses Buch einlassen kann, wird man es genießen wie ich.

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