Bücher mit dem Tag "tolstoi"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "tolstoi" gekennzeichnet haben.

62 Bücher

  1. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

     (1.088)
    Aktuelle Rezension von: PoeEA1809

    Erstaunlich ist, dass Tolstoi diesen Roman nach einer Nebenfigur betitelt hat, und nicht nach der Hauptfigur Konstantin Lewin. Vielleicht weil Tolstoi der Meinung war, das Schicksal der Anna Karenina und ihr dramatisches Ende werden auf den Leser den stärksten und bleibendsten Eindruck machen? 

    Was bleibt nach mehr als 1200 Seiten und etwa 50 Stunden Lesezeit? Einige sehr schön gezeichnete Figuren, allen voran natürlich Lewin, seine (doch noch) Ehefrau Kitty, den Schwerenöter Stepan Oblonskij, mit dessen außerehelichem Fehltritt der Roman beginnt. Während meine Sympathien bei den meisten Figuren unverändert blieben, hat sich mein Blick auf drei Figuren im Laufe der Lektüre gewandelt. Anna Karenina mochte ich anfangs sehr, später wurde sie mir immer unverständlicher und vor allem ihre Gleichgültigkeit der mit Wronskij gemeinsamen Tochter Anna gegenüber hat mich abgestossen. Ähnlich ging es mir mit Alexej Karenin, den ich anfangs als zumindest aufrechten Charakter schätzte, der sich dann unter dem Einfluss religiöser Einflüsterung in einen abscheulichen Dummkopf verwandelt hat. Anders ging es mir bei Wronskij, dessen schneidiges Offiziersgehabe mir anfangs zuwider war, der sich aber später als ehrlicher Charakter entpuppte, am Ende der zunehmenden Paranoia seiner geliebten Anna hilflos gegenüberstehend.  

    Ein Roman als Gemälde einer untergegangen Zeit, herausragend erzählt von Lew Tolstoi. Ein besonderes Lob verdient auch die Übersetzung von Hermann Asemissen, die aus dem Jahre 1956 stammt. Ich kann nicht beurteilen, wie nahe er dem russischen Original kommt, aber das Deutsch, das er für dieses Buch verwendet, ist makellos und liest sich wunderbar. 

  2. Cover des Buches Krieg und Frieden (Leo Tolstoi) (ISBN: B0CH3HX6TW)
    Leo Tolstoi

    Krieg und Frieden (Leo Tolstoi)

     (505)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    In diesem historischen Rahmen, der geprägt ist durch die Napoleonischen Kriege und den Russlandfeldzug Bonapartes, lässt er eine Vielzahl von Personen agieren. Im Mittelpunkt seiner Erzählung stehen die Familien Rostow, Besuchow und Bolkonski, deren Leben Schnittpunkte bei mehreren Generationen aufweist. In verschiedenen Handlungssträngen wird der Leser mit dem Leben und den Lebensumständen dieser Familien sowie mit ihren Ansichten zum Krieg und zu weltanschaulichen Themen vertraut gemacht. So hat Tolstoi nicht nur ein monumentales Epos sondern auch ein Sittenbild dieser Zeit geschaffen.

  3. Cover des Buches Die Eleganz des Igels (ISBN: 9783423429917)
    Muriel Barbery

    Die Eleganz des Igels

     (845)
    Aktuelle Rezension von: Ansonstern

    Ich mag Geschichten, die vom Alleinsein handeln, aber nicht alle davon. Dieses Buch ist irgendwo dazwischen. Eigentlich hatte es mich schon auf der dritten Seite für sich gewonnen, als Renée erzählt, dass sie allein mit ihrem Kater lebt und weder er noch sie “große Anstrengungen [unternehmen], sich in die Reihe unserer Artgenosse einzugliedern”. Sowohl sie als auch Paloma geben sich große Mühe, nicht zu zeigen, wie intelligent sie wirklich sind. Es ist humorvoll und tiefsinnig, gleichzeitig aber auch sehr französisch; es erinnert mich an den Französischunterricht zu Schulzeiten, wo man sich durch den Text kämpfte, gefühlt jedes zweite Wort nachschlagen musste und dann merkte, dass es nicht nur am Wortschatz, sondern auch am verschachtelten und eigensinnigen Satzubau liegen könnte, dass man nicht alles verstanden hat. Das ist nicht unbedingt etwas Schlechtes und schließlich war ich auch diejenige, die wild entschlossen war, dieses Buch zu lesen. Ich werde auch in Zukunft wieder zu diesem Buch zu greifen, aber eher um zu philosophieren und nicht, wenn ich leichte Unterhaltung suche.

  4. Cover des Buches Sternstunden der Menschheit (ISBN: 9783150206393)
    Stefan Zweig

    Sternstunden der Menschheit

     (205)
    Aktuelle Rezension von: sarah83sbookshelf

    Stefan Zweig beleuchtet in seinen "Sternstunden der Menschheit" verschiedene geschichtliche Ereignisse und deren Auswirkung auf die Entwicklung der Kulturen.
    Je nach Buchausgabe bekommt der Leser zwischen fünf und fünfzehn Ereignisse präsentiert.

    Wobei ... 

    Womit ich beim Lesen am meisten gehadert habe, ist die Auswahl der "Sternstunden". Sicherlich sind viele der Ereignisse, die Stefan Zweig auswählt, für den jeweiligen kulturellen Bereich wichtig und vielleicht auch essentiell, aber bei mehreren dachte ich nicht an das Wort "Sternstunde".
    Das Wort "Sternstunde" sehe ich als Leser positiv, es ist etwas Gutes; wenn Stefan Zweig mit Kriegen als "Sternstunden" daherkommt, bin ich somit ziemlich irritiert. Das gleiche gilt für Musikstücke. Begnadet oder auch kulturell neu adaptiert, sind die Geschichten dahinter sehr interessant, aber für mich keine wahrliche "Sternstunde".

    Das ist für mich z.B.: Die Erzählung über die Reise zum Südpol oder auch über die Verlegung des ersten Kabels zwischen Europa und Amerika.

    Sprachlich sind die Texte auf einem hohen Niveau und keine leichte Lektüre für zwischendurch.

    Das Buch und Stefan Zweigs Meinung sind allerdings ein Spiegel ihrer Zeit und zeigen auf, welches Gewicht gerade diese Ereignisse für den Autor hatten. 

    Daher ist das Buch eher aus geschichtlichen - besonders sozialgeschichtlichen - Aspekten zu empfehlen.

    3 von 5 Sternstunden 

  5. Cover des Buches In die Wildnis (ISBN: 9783492957779)
    Jon Krakauer

    In die Wildnis

     (396)
    Aktuelle Rezension von: eva_caro_seidel

    Krakauer untersucht die Persönlichkeit, das Umfeld, die Gedankenwelt Chris McCandless' in seinem Reportageroman "In die Wildnis".

    Ist Chris ein Spinner, der sich ohne ausreichende Nahrung, Ausrüstung, Kartenmaterial und Erfahrung allein in die alaskanische Wildnis wagt? Oder sollte er für seinen Versuch, mit so wenig wie möglich allein in der Natur zu überleben, bewundert werden? Diesen Fragen geht Krakauer in etlichen Geschichten, Zitaten und Interviews nach.

    Die Thematik setzt unzählige Gedanken in Gang, weshalb ich das Buch empfehle, denn die Auseinandersetzung damit, ob Risikobereitschaft Anerkennung oder Kopfschütteln verdient, ist interessant und individuell.

    Persönlich tendiere ich dazu, zu verurteilen, dass jemand sein Leben unvorbereitet und naiv riskiert - und verliert. Chris McCandless verhungert während seines Alaskaabenteuers. Das ist für mich leichtfertig und steht in Kontrast zu seiner Intelligenz und seinem netten Wesen. Aber jeder möge sich sein eigenes Urteil bilden.


  6. Cover des Buches Winter (ISBN: 9783841905734)
    Barbara Schaefer

    Winter

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Buechergarten

    INHALT:

    Frühling, Sommer und Herbst ähneln einander. Nur der Winter steht für sich. Die Welt gerät in einen anderen Aggregatzustand: Wasser gefriert. Die Landschaft wird erst kahl, dann weiß. Was macht das mit den Menschen?

    Barbara Schaefer lebte vier Wintermonate in Grönland, an der rauen, isolierten Ostküste. Sie war überwältigt von der grimmigen Landschaft und den harten Lebensbedingungen. Sie wanderte über den gefrorenen Baikalsee, suchte den Schnee am Kilimandscharo, überquerte auf Schneeschuhen eine Hochebene in Schweden, reiste nach Norwegen, in die Arktis und in die Alpen und versuchte dabei zu ergründen, was das ist: Winter. Und warum der so viel Freude bringen kann. Sie hörte Winterlieder, las Winterbücher, sah Winterfilme. Sie hat draußen manchmal jämmerlich gefroren – und wollte dennoch in diesen Momenten nirgends anders hin. Denn anstatt am Strand zu liegen, trifft sie lieber Menschen im Winter. In den Bergen, am Meer, in der Stadt.

     

    EIGENE MEINUNG:

    Schon die Aufmachung dieses Buches passt für mich perfekt ins Bild und ist etwas Besonderes. Es handelt sich um ein Hardcover, jedoch ohne Schutzumschlag. Der Leineneinband hat eine tolle Struktur und ist in einer blaugrauen – für mich sehr winterlichen – Farbe gefärbt. Der Titel steht groß im Mittelpunkt und ist wie „Eine Liebeserklärung“ und der Name der Autorin von weißen, verschieden großen Punkten – Schneeflocken – umgeben. Ein wenig schade fand ich es, dass die Schrift am Buchrücken sich leider mit fortschreitendem Gebrauch etwas abgelöst hat. Dafür liebe ich das Lesebändchen und beim ersten Aufschlagen erwartet einen auch eine Überraschung: So farblich zurückhaltend die Gestaltung von außen auch ist, die erste/letzte Seite sind in einem tollen Orangeton gehalten. Mit so etwas hatte ich gar nicht gerechnet und finde den Kontrast und die Wirkung auf mich als Leser ganz toll!

     

    Zu Beginn finden wir ein fein gestaltetes Inhaltsverzeichnis, dass uns die großen Kapitel „Winterliebe“, „Nordwärts“, „In die Stadt“, „In den Bergen“ und „Vom Eise befreit“ mit vielen Unterpunkten aufzeigt. Darauffolgend beginnt jedes dieser großen Kapitel mit einem winterlichen Aquarell. Eine umfangreiche Bibliografie ergänzt am Ende die Ausführungen und in beiden Umschlagseiten befinden sich toll gestaltete Karten. Diese waren für mich aber eher Zier als wirkliche Information. Etwas problematischer fand ich die sehr kleine Schrift, die mir das Lesen nicht unbedingt erleichtert hat.

     

    Da ich „Winter“ als Sachbuch eingruppiert habe steht unter „Inhalt“ mal wieder der Original-Klappentext. Für mich klang er in erster Linie nach einem Reisebericht – dann habe ich jedoch viel mehr bekommen! „Eine Liebeserklärung“ trifft es perfekt: In den fünf angesprochenen Kapiteln werden die verschiedensten Aspekte des Winters beleuchtet. Die eigenen Reisen der Autorin sind natürlich damit verflochten, bilden für mich aber nicht den Mittelpunkt, sondern eher einen roten Faden. Im Buch selbst geht es um viel mehr und so viel Verschiedenes: Was sind eigentlich Eis, Schnee, Eisblumen, etc. Wie entsteht dies alles? Welche Forschungen wurden dazu angestellt? Es geht um Eisklettern, Lawinen, verschiedene Reisen, historische Persönlichkeiten rund um das Thema, Maler, Autoren, Polarforscher, Kindheitserinnerungen, Schicksale. Natürlich dürfen auch die Polarlichter, Wintersport, Klimawandel, Wissenschaft und Tiere im Winter nicht fehlen. Über das „Natürlich“ im letzten Satz musste ich jetzt selbst etwas lachen, denn das war es für mich eigentlich zu Beginn überhaupt nicht. Dieses Buch hat mich in so vielen Aspekten überrascht und ich höre jetzt auch damit auf so viele dieser aufzuzählen. Wo ich am Anfang noch damit gehadert habe, dass ich keinen rechten roten Faden fand, war ich zum Schluss völlig begeistert von der lockeren Zusammenstellung von „Winterthemen“!!

     

    Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Es war zu jeder Zeit unterhaltsam und flüssig zu lesen, auch wenn einem das ein oder andere Thema mal mehr, mal weniger lag. Ich habe so viel Wissenswertes erfahren, ohne je das Gefühl zu haben in einem Lehrbuch zu lesen. Barbara Schaefer schreibt mit einer solchen Begeisterung, dass es einfach ansteckend ist. Ich habe in einer anderen Rezension gelesen dieses Buch sei ein „Reiseverführer“ und kann nur zustimmen. Auch wenn ich, als Winterfan, für viele Orte und Unternehmungen daraus wohl doch nicht gemacht bin. ;)

     

     

    FAZIT:

    Die Vielseitigkeit und Unvorhersehbarkeit dieses Buches hat mir wahnsinnig gut gefallen – es ist eine Mischung aus Reise- und Erlebnisbericht, Geschichte und Kultur, sowie Wissenschaft und noch so vielem mehr! Die Autorin hat mich in eine tolle Winterstimmung versetzt und zum Nachdenken angeregt! Außerdem habe ich viel dazu gelernt! Man merkt wie sehr sie den Winter liebt und im Laufe des Lesens auch wie sehr man selbst ihn mag! Auch als Geschenk kann ich mir „Winter“ sehr gut vorstellen.

  7. Cover des Buches Die toten Seelen (ISBN: 9783862678303)
    Nikolai W. Gogol

    Die toten Seelen

     (117)
    Aktuelle Rezension von: berybooks

    Pawel Iwanowitsch Tschitschikow, ein findiger Finanzbeamter, zieht über's Land und kauft "Papierleichen" auf, verstorbene Leibeigene, deren Namen noch durch die Register geistern, weil er darin ein profitables Geschäft wittert. Nebenbei charakterisiert Gogol in dieser satirisch angehauchten Geschichte auch das Ständesystem des "alten Russlands", die lebensuntauglichen Herren der Provinzgüter und eine Welt, die es mittlerweile schon lange nicht mehr gibt (und die damals vielleicht auch schon eigentlich aus der Zeit gefallen war)

    Ich habe "Die toten Seelen" sehr gern gelesen. Der Schreibstil ist nicht so sperrig, wie man vielleicht bei einem so alten Roman erwarten würde und obwohl ich natürlich keine Ahnung von der damaligen Gesellschaft habe und darum bestimmt eine Menge der Anspielungen gar nicht verstanden habe, war es trotzdem unterhaltsam und zum Teil sogar lustig, wie Gogol so ironisch und kritisch seine Charaktere beschreibt.

  8. Cover des Buches Auferstehung (ISBN: 9783846011669)
    Leo Tolstoi

    Auferstehung

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Milkjug
    Mit der ihm eigenen Zudringlichkeit bietet Tolstoi hier die Geschichte eines von Reichtum und Bequemlichkeit eingelullten Mannes dar, der plötzlich mit Fragen zu Schuld, Gerechtigkeit und Verderben konfrontiert wird.
    Die eigentliche Geschichte schwächelt vor sich hin während die Spannung eigenartigerweise mehr und mehr zunimmt.
    Eindrucksvolle Szenen, beißende Kritik und Tolstois verzweifelt überzeugter Lösungsansatz - all dies endet abrupt.
  9. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9780300203943)
    Leo N. Tolstoi

    Anna Karenina

     (11)
    Aktuelle Rezension von: janett_marposnel
    Mit Anna Karenina hat Tolstoi ein bedeutendes literarisches Werk geschaffen. Die vielen Seiten werden aber nicht allein durch Anna gefüllt, sondern vielmehr durch den ledigen Lewin, der einen interessanten Charakter mit Entwicklung darstellt. Im Grunde genommen stiehlt Lewin, der ein Freund von Annas Bruder ist, Anna Karenina ein wenig die Show in diesem Buch. Annas Bruder, namens Stiwa, betrügt seine Frau nach Strich und Faden, weshalb diese ihn, samt Kinderschar, nun endgültig verlassen will. Anna soll dieses Dilemma verhindern und verliebt sich bei diesem Unterfangen in den Grafen Wronski, wobei ihre Ehe ins Wanken gerät.

    Anna Karenina wurde 1877 veröffentlicht, zwanzig Jahre nach „Madame Bouvary“. Flauberts Geschichte um die untreue Gattin hat wahrscheinlich Pate für Tolstois großes Werk gestanden, denn es gibt viele Parallelen zwischen Anna Karenina und Emma Bouvary: Beide Damen verfügen über eine stolze, attraktive Anmut und sind von einer hoheitsvollen Aura umgeben, beide sind unglücklich mit einem Langweiler verheiratet und die große Wende in beider Leben wird durch einen Ball herbeigeführt. Beide Frauen haben eine Zeit lang viel gelesen und der Geliebte der Damen ist jünger, wobei Emma zwei Geliebte hatte, und man hat das unbestimmte Gefühl, dass beide Damen nie den Mann finden werden, der sie auf Dauer glücklich machen kann, weil beide ständig auf der Suche nach etwas im Leben sind, was das Leben ihnen niemals bieten kann. Das macht sie trostlos und unzufrieden und beide werden Opfer tiefer Depressionen, aus denen sie nur der Suizid zu befreien vermag.

    Wer sich an den dicken Wälzer heranwagt, wird nicht enttäuscht werden. Hat man sich erstmal durch die vielen Namen der russischen Schickeria durchgelesen, will man auch wissen wie es mit Tolstois adligem Romanpersonal, vor allem mit Lewin, der die autobiographische Rolle des jungen Tolstoi verkörpert, weitergeht und bis auf ein paar kleine Hänger zwischendurch, wird es auch nicht langweilig.
  10. Cover des Buches Die Zarin der Nacht (ISBN: 9783458360582)
    Eva Stachniak

    Die Zarin der Nacht

     (114)
    Aktuelle Rezension von: Wolfhound

    Ich weiß gar nicht so genau, was ich zu diesem Buch sagen soll.
    Für mich war es ein absoluter Reinfall. Leider.

    Zum einen haben wir zum ersten Teil einen Perspektivwechsel, was noch nicht mal wirklich tragisch ist, aber zum anderen ist der Zeitsprung dermaßen groß, dass man meiner Meinung nach nicht von einem zweiten Teil, eher von einem eigenständigen Buch sprechen muss.
    Die Handlung ist langatmig und langweilig dargestellt, dass ich viele Seiten nur überflogen habe. Katharina ist häufig in einer Art Krankheitsdelirium und die meisten Ereignisse werden teils absolut zusammenhangslos aneinander gereiht.
    Von Varvara ist eigentlich auch nichts mehr zu sehen/lesen und dieser ganze Charme und Flair des Blicks hinter die Kulissen ist einfach komplett nicht vorhanden.

    Ich habe mir viel von dem Buch versprochen und wurde leider bitter enttäuscht.


  11. Cover des Buches Die Zarin (ISBN: 9783453878075)
    Ellen Alpsten

    Die Zarin

     (40)
    Aktuelle Rezension von: vipfoto

    Mein neuester Roman „Die Zarin“ von Elen Alpsten lässt mich lesetechnisch tief in die russische Geschichte eintauchen. Mit einem süffigen Vodka/O-Saft sitze ich gemütlich, mit meinem Lieblingsmenschen Karsten, auf dem Sofa und plaudere ein wenig. Großfürstin Anastasia von Russland sowie die Legendenbildung um sie fand ich schon als junges Mädchen faszinierend. Um so spannender ist jetzt für mich, den Auftakt zur historischen/fiktiven Saga um „Die Zarin“ rund zweihundert Jahre zuvor zu erhaschen. Das Cover sieht ansprechend und hübsch gestaltet aus. Man sieht die Rückensicht einer vornehmen Dame in einem roten Kleid, mit übergeworfenem Pelzmantel. Unter dem Ärmel kann man Teile eines Palastes mit vorgelagerten Springbrunnen erahnen. Geheimnisvoll wird das Ganze dadurch, das der Kopf der Trägerin nicht im Bild ist. Neugierig fange ich an zu lesen. Der gut recherchierte Plot hat es in sich. Das flächenmäßig größte Land der Erde steht damals entwicklungstechnisch noch ganz am Anfang quasi in den Kinderschuhen. Die Tundra, riesige Waldgebiete, Sümpfe und mitten drin Zar Peter der Große, der mit Hilfe von Zwangsarbeitern Sankt Petersburg sowie der barocken Winterpalast erbauen lässt. Ob die Arbeiter wohl auch schon aus Deutschland kamen? Leider steht das nirgendwo. Großes Leid bei den einen, Verschwendung und Luxus bei den anderen. Das Gefälle arm/reich wird nach und nach besonders deutlich. Der Adel hatte alle Vorrechte, wie zum Beispiel die Aufhebung des Standes, was wie ich finde, auch gut in diesem Roman deutlich wird. Die Autorin hat die zweite Ehefrau des Zaren (Katharina I., den Zaren Peter I. sowie die zahlreichen Nebenprotagonisten, wie zum Beispiel: Anna, Elisabeth I., Menschikow, Darja Arsentjewa oder Warwara eindrucksvoll und detailreich beschrieben. Auch von der ersten Ehefrau, Ewdokia sowie deren Sohn Alexej I. erfährt der Leser schockierendes. In meiner Fantasie könnten sie so tatsächlich gelebt haben. Toll finde ich auch die große Übersichtskarte von St. Petersburg zu Beginn der Lektüre, aber auch den Stammbaum zur Übersicht am Ende des dicken Wälzers, das ist bei so vielen Personen und so einem großen Land sehr hilfreich. Schillernd, extravagant, rücksichtslos der Zar und sein Gefolge. Arm und unterdrückt, ohne Rechte die Bevölkerung. Der Spagat wird fantastisch von Ellen Alpsten beschrieben. Der Schreibstil, der mir vorher unbekannten Autorin, ist flüssig und die Wortwahl treffend. Man lernt nach und nach sogar ein paar russische Begriffe, was ich ganz nett finde. Ich mag das Buch kaum aus der Hand legen. Die über 700 Seiten fliegen vor meinen Augen nur so dahin. Eine starke Frau, die für das was sie möchte kämpft und es auch bekommt. Jedenfalls fast immer. Grins , an Schlaf ist kaum zu denken. Auch in diesem Buch gibt es - ähnlich wie auch schon bei „Paracelus – auf der Suche nach der unsterblichen Seele“ - wieder einige Sexszenen. Allerdings fühle ich mich lesetechnisch hier nicht mehr so gestört. Und daher tue ich der anderen Autorin nun innerlich Abbitte, denn historisch-fiktives auf so vielen Seiten spannend zu halten, ist schon eine Kunst. Und „Sex sells“, das ist auch in diesen Romanen zu merken. Ich fiebere mit Marta/Katharina bis zur letzten Seite mit und bewundere ihren grenzenlosen Mut und auch ihre Energie, all das was sie sich vorgenommen hat, umzusetzen. Diese Erzählung hat mich nach und nach in den Bann gezogen und wie ein Strudel seine Sogwirkung entwickelt. Ich warte nun sehnsüchtig auf die Fortsetzung dieser melodramatischen Geschichte, die mich gedanklich eine spannende Zeitreise antreten lassen hat.

    Zum Inhalt:

    Leibeigene, Liebende, Zarin - der bewegende Aufstieg von Zarin Katharina I.

    Sankt Petersburg, 1725. Es ist eine stürmische Nacht, in der Peter I. stirbt. Für seine Frau Katharina I. steht alles auf dem Spiel: Wird sie durch die korrupte Hand ihrer Gegner ihr Leben verlieren oder zur ersten Zarin in der Geschichte Russlands erklärt? Sie hält Totenwache und reist in Gedanken zurück. Zu den zwölf Kindern, die sie Peter schenkte, und von denen die meisten starben. Zur Ehe mit dem Zaren, den sie geliebt und verachtet, gefürchtet und umworben hat. Zu dieser Stadt, Sankt Petersburg, Peters Stadt, die sie zusammengebaut haben. Und in die Zeit, als sie noch Marta hieß und die uneheliche Tochter eines Leibeigenen war – bevor ihr unaufhaltsamer Aufstieg an die Spitze der russischen Gesellschaft begann.

    Mehr über die Autorin:

    Ellen Alpsten wurde 1971 in Kenia geboren, verbrachte ihre Kindheit und Jugend dort und studierte dann in Köln und Paris. Sie arbeitete in der Entwicklungshilfe an der Deutschen Botschaft Nairobi und als Moderatorin bei Bloomberg TV. Heute ist sie freie Schriftstellerin und Journalistin, u.a. für die FAZ, Vogue und Spiegel Online. "Die Zarin" - erstmals 2002 in Deutschland erschienen - ist ihr Debüt. Heute ein internationaler Bestseller, liegt der erste und einzige Roman über Katharina I. nun in überarbeiteter Neuausgabe vor.

    Weitere Bücher:

    Die Tochter der Zarin

    Fazit: 4 Sterne**** Der Roman „Die Zarin-Saga, Band 1“ ist im Heyne Verlag erschienen. Er hat 736 Seiten, die den rasanten Aufstieg von Katharina der I sehr unterhaltsam in Szene setzen.

  12. Cover des Buches Krieg und Frieden (ISBN: 9783862312993)
    Leo Tolstoi

    Krieg und Frieden

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Niklas_M_Sebastian
    Wer hat nicht schon von den Schlachten von Schöngraben, Austerlitz und Borodino gehört? In Tolstois Meisterwerk Krieg und Frieden, das sich genau jener Epoche widmetkommen etwa zweihundertfünfzig Personen in wichtigen Rollen vor; mir ist das vollständige Zählen nicht gelungen. Allein das zeigt, dass dieser Roman viele ineinander verschachtelte Handlungsebenen aufweist. Die Geschichte beginnt um Jahr 1805 mit einem von Russland gegen Frankreich geführten Krieg. Dann zieht sich die Handlung bis 1812, als der Feldzug Napoleons gegen Russland kläglich zum Scheitern verurteilt war. Zwei Protagonisten bestimmen den Fortgang des Romans, Fürst Andrej Nikolajewitsch Bolkónski und der Pierre genannte künftige Graf Peter Besúchow. Beide Hauptgestalten forschen nach der tieferen Sinn ihres Daseins und was sie damit anfangen sollen.
    Vielleicht wird es manchem schwer fallen, in die komplexe Handlung hineinzufinden. Hier kann diese Lesung auf CD helfen, der Handlung durch Zuhören näher zu kommen. 
  13. Cover des Buches Schlaf (ISBN: 9783832161361)
    Haruki Murakami

    Schlaf

     (215)
    Aktuelle Rezension von: Filo_Sothmann

    Der weibliche Hauptcharakter (verheiratete, 1 Sohn im Grundschulalter) kann nicht mehr schlafen. Die Zeit, die sie durch die Schlaflosigkeit dazugewinnt, nutzt sie, um Dinge zu tun, die sie liebt, aber aus verschiedenen Gründen aufgegeben hat (z.B. Bücher lesen, Schokolade essen). Ihre Wahrnehmung ihres Lebens und ihrer Umgebung (Familie) verändert sich im Verlauf der Geschichte, was sehr gut nachvollziehbar beschrieben ist.

    Besonders gut gefallen hat mir, die präzise Beschreibung des (Innen-)Lebens und die streckenweise Verschmelzung von Realität und Surrealem. Ich bin mir bei manchen Szenen nach wie vor nicht sicher, ob die Protagonistin wirklich wach war und diese erlebt oder geträumt hat. Ich habe das Buch mehrfach in verschiedenen Lebensphasen gelesen und habe jeweils neue Aspekte an der Geschichte entdeckt. Das macht es für mich zu einem besonders lesenswerten Buch.
    Empfehlen kann ich es jedem, der Bücher auch genießen kann, wenn diese nicht nur positiv sind, der gerne über Geschichten nachgrübelt und für den es nicht störend ist, wenn nicht alles an einer Geschichte eindeutig aufgelöst wird.

  14. Cover des Buches Auferstehung (ISBN: 9783423146555)
    Leo N. Tolstoi

    Auferstehung

     (17)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Die Geschichte des Fürsten  Nechliudow der als Geschworener in einem Prozess die Angeklagte Prostituierte Maslowa als seine Jugendliebe Katjuscha wiedererkennt. Katjuscha wird fälschlicherweise schuldig des Giftmordes an einem Ihrer Kunden gesprochen. Nechliudow fühlt sich mitschuldig an Ihrem Niedergang und reist Ihr nach bis nach Sibirien, fortwärend gegen die Justiz ankämpfend.


    Tolstoi schildert in diesem Roman eindrücklich die Auswüchse der Justiz und dessen willkürlichen Aparat. Er plädiert an die Menschenliebe, an den Glauben zu Gott.

    Empfehlenswerte Lektüre

  15. Cover des Buches Die Kreutzersonate (ISBN: 9783458758709)
    Leo Tolstoi

    Die Kreutzersonate

     (119)
    Aktuelle Rezension von: Suda

    Tolstoi mag ja tolle Romane haben, aber dass seine Kurzgeschichten weniger bekannt sind, hat gute Gründe: Unerständliche Charaktere, merkwürdige Handlungen und eine veraltete Moral, die durch seine Erklärung im Nachwort nur extremer zu werden scheint. Selbst mit großzügiger Interpretation ein Buch, das man nur mit einer Mischung aus Unverständnis und Irritation liest.

  16. Cover des Buches Die schönsten Erzählungen (ISBN: 9783351033156)
  17. Cover des Buches Für alle Tage (ISBN: 9783406722639)
  18. Cover des Buches Die Kosaken (ISBN: 9783257213584)
    Leo N Tolstoi

    Die Kosaken

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Moonwishes
    Was ist Leben? Was ist Glück? Und wo fängt es an?

    Olenin ist ein Mann der es nirgendwo lange aushält. Er reist von Ort zu Ort und kann keine Tätigkeit lange aushalten. Die Liebe hat er nie gefunden und glaubt auch nicht daran. Und als glücklich würde er sich auch nicht bezeichnen.
    Doch dann kommt er in ein Dorf der Kosaken. Dort bleibt er und verliebt sich in die wunderschöne Marjanka. Diese ist aber bereits verlobt, mit dem jungen Lukaschka.

    Dies ist lediglich eine kurze Geschichte, anders als die anderen seitenlangen Werke von Tolstoi, und dennoch beschäftigt es einen noch lange.
    Ein tolles Buch um einen ersten Einblick in den Schreibstil von Tolstoi zu bekommen und gut gewappnet zu sein für seine wirklich großen Meisterwerke!
  19. Cover des Buches Tolstois Albtraum (ISBN: 9783630873886)
    Viktor Pelewin

    Tolstois Albtraum

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Wolkenatlas
    Wenn nichts so ist, wie es scheint ...

    Viktor Pelewins anno 2009 unter dem Titel "T" in russischer Sprache erschienener Roman ist ein bemerkenswerter Text, der als Art Satire auf eine Art biografische Erzählung über das Leben des Autors von "Anna Karenina", sich über diverse Variationen aus den Genres Fantastik, Horror, Reißer und einer noch absurderen, quasi philosophischen Abhandlung einer buddhistischen Weltanschauung bis zum Ende des Romans so entwickelt, dass eine eindeutige Deutung des auf den letzten 440 Seiten gelesenen Textes prinzipiell nicht möglich ist. Es ist auch ein Text, auf den der russische Titel "T" viel besser zu passen scheint, als der deutsche Titel "Tolstois Albtraum". Das deshalb, weil es zur Figur des Protagonisten viel besser zu passen scheint, auch im Titel den unanfechtbaren Namen Graf T. zu erhalten, da der Name Graf Tolstoi gewisse rechtliche Probleme mit sich bringen könnte ...

    Beginnt der Roman noch wie ein typischer russischer Roman, der möglicherweise sogar aus der Feder des echten Leo Tolstois stammen könnte, ist man bereits nach wenigen Seiten definitiv im Reich des Viktor Pelewin. Mit einem Sprung aus dem Eisenbahnwaggonfenster in einen Fluss rettet sich der Protagonist vor dem als Geistlichen getarnten Mitreisenden. Ab hier gibt es kein Zurück mehr, man wird als Leser mitgerissen in diesem erzählerischen Gebirgswasser der Postmoderne.

    Wie eigentlich in allen Texten des russischen Kultautors gilt der postmoderne Grundsatz: "Alles geht, nichts ist verboten".

    Und so muss Graf T. zuerst die Gunst einer rätselhaften, auf einem mysteriösen Kahn reisenden Gräfin erobern, bevor er sich mit mörderischen Pygmäen messen muss, nur um auf der Flucht zufällig in einem Zigeunerlager Zuflucht zu suchen, in dem man bereits auf ihn wartet.

    Während der Protagonist Graf T. dahinterkommt, dass er wahrscheinlich nur der Protagonist, oder auch nur eine literarisch-geschäftstaugliche Spielfigur eines ungreifbaren Autors ist, spürt der Leser zwischen den Zeilen bereits die anarchistische Auflehnung gegen ihr Protagonisten-Dasein der verschiedenen Figuren. Zusätzlich entpuppt sich der Autor als nur einer von vielen Autoren, die, in schlechter Abstimmung arbeitend, eine Art Auftragsschreiberbrigade für ein größeres Imperium sind, dem es natürlich nur um die Verkaufszahlen geht. Daher muss Graf T. auch auf alle möglichen Widrigkeiten gefasst sein, die sich seine Kreatoren für die Sponsoren einfallen lassen.

    So verwundert es auch nicht, wenn Graf T. auf den mörderischen Dostojewski trifft, der sein Dasein als eine Art Zombiejäger fristet. Er schießt aus dem Hinterhalt Zombies ab, um an ihre Wurst- und Wodkaration zu kommen. Die Zombies will er mit Hilfe einer Spezialbrille mit Zombie-Farbkennung erkennen; eine Brille, die allerdings immer die selbe Farbe aufweist, egal ob Zombie oder Mensch.

    Während sich Tolstoi und Dostojewski bekriegen, passiert die Wendung zur Emanzipation der Figuren, die zu einer revolutionären Loslösung und einem Ungehorsam gegenüber den Schöpfern führt. Mit furiosem, parodistischem Humor und einer Doppelbödigkeit, allein schon das Aufeinandertreffen von Tolstoi und Dostojewski ist zum Brüllen komisch, die dem Leser sukzessive den Boden unter den Füßen wegzieht, wobei es dem Leser nicht viel anders als den sich auflehnenden Figuren geht, entwickelt Viktor Pelewin einen Romantext, der in seiner offenen Gestaltung, im Sinne der Auflösung der verschiedenen Ideen- und Handlungsstränge, konsequent inkonsequent ist. Somit werden Leser, denen die sinnvolle Zusammenführung aller Handlungsstränge und Ideen in einem Roman wichtig sind, wahrscheinlich enttäuscht sein. Viktor Pelewin schrammt auch bewusst sehr knapp an der Grenze zwischen Ulk und Ernst dahin und reizt die Grenzen unerhört aus. Aber selbst die kleinen Ausrutscher über die Grenze der Albernheit sind hier bewusst gesetzte Bausteine, die sich ins Ganze fügen.

    Viel Ironie und Selbstironie bestimmen den Text, in dem natürlich zusätzlich unendlich viele Anspielungen auf russische Klassiker, Fabeln, Volksmärchen und Anekdoten enthalten sind, die dem Nichtrussen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geläufig sind und daher etwas verlieren, auch wenn die meisten in den Anmerkungen der Übersetzerin erklärt werden. Die Übersetzung ist ausgezeichnet und bringt die Prosa Viktor Pelewins auch in deutscher Sprache wunderbar zum Leuchten.

    Fazit:
    Ein Roman, der seine Nahrung und Ingredienzien aus allen stilistischen Ecken holt, diese in einem dem Autor eigenen Schreib-Kochtopf aber zu einem verrückt-ungebändigten Textkunstwerk zusammenwachsen lässt, das definitiv schmeckt, auch wenn man das Rezept nicht genau fassen kann. Sehr empfehlenswert.

    (Roland Freisitzer; 04/2013)

  20. Cover des Buches Goethe (ISBN: 9783596906994)
    Yahya Elsaghe

    Goethe

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Thomas Mann war ein begeisterter Goethe-Leser und ein großer Kenner von dessen Leben und Werk. In seinen Essays über den Titanen der deutschen Literatur zitiert er kenntnisreich aus Primär- und Sekundärliteratur. Als Leser lässt man sich nur zu gerne fesseln und vergisst dabei leicht, dass hier kein Literaturwissenschaftler mit fundierter Rechercheleistung spricht, sondern ein Künstler, der selbst Dichtung schafft. Im Anhang ist nur zu oft zu lesen, wo sich Mann vertan, falsch zitiert oder zugeordnet hat. Das beeinträchtigt den Spaß an der Lektüre allerdings nicht. Die Beweihräucherung Goethes hält sich dabei in Grenzen zu Gunsten von Textinterpretation und Editionsgeschichte. Besonders fesselte mich der längste Essay „Goethe und Tolstoi“ zwei Titanen, die erstaunlich viele Gemeinsamkeiten haben. 

    Es empfiehlt sich allerdings nicht die Essay-Sammlung am Stück zu lesen. Je weiter man kommt desto häufiger findet man Abschnitte, die Mann von sich selbst abgeschrieben hat. Ganze Passagen sind identisch und das wird nervig.

    Als ein Leser, der weder von Goethe noch von Mann viel hält war ich äußerst positiv von diesem Buch überrascht. Literaturwissenschaftliche Abhandlungen und Essays interessieren mich immer und das hat mich wieder dazu gebracht zu einem Buch zu greifen, das eigentlich weit außerhalb meines Interessenfeldes liegt. Ich habe es nicht bereut. Ein hochinteressantes Werk, das vor allem in der „Ansprache im Goethejahr 1949“ auch einen Blick auf das Nachkriegsdeutschland und Exilliteraten wirft.

  21. Cover des Buches Die perfekte Ordnung der Dinge (ISBN: 9783596188833)
    David Gilmour

    Die perfekte Ordnung der Dinge

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Emi_ev
    David Gilmour erzählt in diesem Buch  die ungewöhnliche Lebensgeschichte eines Mannes, mit allen seinen Höhenflügen und Tiefen. Es besteht aus aneinander gereihten Episoden über seine Lieben, seine Verluste und Erfahrungen, an die er sich erinnert als er alle Orte aufsucht an denen er je in seinem Leben das Gefühl des Scheiterns verspürt hat. Das Buch ist aber durchaus nicht vom Gefühl des Scheiterns geprägt, vielmehr ist es über wunderbare Neuanfänge, die sanft und nicht ohne ein Augenzwinkern erzählt werden.  Ein absolutes Wohlfühlbuch!
  22. Cover des Buches Ein russischer Sommer (ISBN: 9783406593499)
    Jay Parini

    Ein russischer Sommer

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    "Ein russischer Sommer, beschreibt das letzte turbulente Jahr im Leben Lew Tolstojs. 1910 ist der Autot von Anna karenina und Krieg und Frieden der berühmteste Schriftsteller der Welt. Parini folgt den Tagebüchern Tolstojs und seiner nächsten und schafft einen dichten, spannenden und dramatischenText, dessen Sog man sich nicht entziehen kann." (Quelle: Buchrücken) :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Am Anfang war ich etwas skeptisch, wie mir vor allem der Schreibstil des Buchs gefallen würde. Die Geschichte wird aus der Perspektive Tolstojs und seiner engsten Vertrauen erzählt und zwar in Form von Tagebucheinträgen. Nach dem ich mich aber daran gewöhnt hatte, hat es mir richtig gut gefallen, denn die einzelnen Situationen und Ereignisse wurden aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert und es war wirklich interessant, wie unterschiedlich die einzelnen Ansichten der Protagonisten waren. Zwischenzeitlich war es aber auch schwer, einen eigenen Standpunkt zu finden, weil irgendwie jeder auf seine Art und Weise Recht hatte, aber auch Unrecht. Besonders interessant ist die Geschichte natürlich auch deshalb, weil der Leser einen intensiven Einblick in das Leben Tolstojs bekommt. Es wird erzählt, was seine Bewunderer an ihm fanden, welche Rolle er in der Gesellschaft eingenommen hat und auch, wie er sich seiner Familie gegenüber verhalten hat. Natürlich sind viele Passagen rein fiktiv, wie auch der Autor es im Nachwort erwähnt, aber dennoch finde ich, dass sie einen authentischen Charakter hat, eben weil einiges aus den verschiedenen tagebüchern in die Geschichte eingewoben wurde. Dieser Roman hat eigentlich mehr als fünf Sterne verdient ; )
  23. Cover des Buches Die Familie des Wurdalak (ISBN: 9783905802214)
    A. K. Tolstoi

    Die Familie des Wurdalak

     (11)
    Aktuelle Rezension von: krimielse
    Ich liebe alte Grusel- und Vampirgeschichten, viele bekannte Schriftsteller haben zu diesem Genre Novellen und Erzählungen geschrieben, so auch Alexej Tolstoi mit der Erzählung "Die Familie des Wurdalak". Die vorliegende Ausgabe ist eine Neuübersetzung des französischen Originals von Stephanie Queyrol, einschließlich des französischen Originaltextes und umfangreichen Anhang. Klappentext: Der Marquis d'Urfé begibt sich im Jahre 1759 auf eine verhängnisvolle Dienstreise in den finsteren Osten Europas. Als er in einer Herberge übernachten muss, hindern ihn die Umstände daran, wieder aufzubrechen und er muss einige Wochen dort ausharren... Erzählt wird die Geschichte vom alten Marquis d'Urfé selbst im Jahre 1815 im Rahmen eines gemütlichen abendlichen Treffens der Verhandlungen der Siegermächte über Napoleon. Das Buch enthält neben der eigentlichen Erzählung im Anhang interessantes Zusatzmaterial und Erläuterungen der Übersetzerin. Sie beschäftigt sich mit der Entstehung der Geschichte selbst, den Publikationen des vorliegenden Werkes und interessanterweise mit der Entwicklung der Vampirliteratur und den Vorfällen, die dazu führten, dass im 18. Jahrhundert der Vampirismus ein viel diskutiertes Thema war. Daneben gibt es aufschlußreiche Erläuterungen zu Einflüssen und Ursprüngen der vorliegenden Geschichte. Ungewöhnlich ist, dass das Werk erstmals 1884 (nach TolstoisTod) erschien, allerdings nicht in der Originalsprache Französisch, sondern als russische Übersetzung. Es wird davon ausgegangen, dass es um 1840 entstand. Die Geschichte ist im Stil eines Schauermärchens vergangener Zeit verfasst und erinnert an vampiristischen Aberglauben und Wiedergänger-Legenden aus dem östlichen Europa. Trotzdem, dass die Geschichte zum Teil vorhersehbar ist, gestaltet sich ein sehr spannender und dramatischer Erzählbogen und als Liebhaber alter Schauerliteratur á la Mary Shelley, Edgar Allan Poe oder H.P. Lovecraft kam ich beim Lesen voll auf meine Kosten. Leider beherrsche ich kein Französisch und konnte den Originaltext nicht lesen. Fazit: Herrlich schaurige traditionelle Vampirgeschichte aus dem 19.Jahrhundert, bei der Spannung und Grusel garantiert sind, aus der Feder eines genialen Autors. Das ist mir fünf Sterne wert.
  24. Cover des Buches Kindheit, Knabenalter, Jünglingsjahre (ISBN: 9783458154129)

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