Bücher mit dem Tag "tragödie"
301 Bücher
- John Green
Das Schicksal ist ein mieser Verräter
(12.809)Aktuelle Rezension von: Trishen77"Eigentlich ist fast alles eine Nebenwirkung des Sterbens."
Ich bin bereits seit Eine wie Alaska ein großer Fan des amerikanischen Autors John Green und seiner Jugendromane, die oft die Feinheiten dieses Genres und einzigartigen Thematiken verknüpfen. Ich weiß nicht, was es genau ist, das seine Bücher so ehrlich und doch so gut erzählt erscheinen lässt, aber in seinen Büchern fühle ich wohl, wie es mir sonst nur bei Autoren wie John Irving, Jorge Luis Borges oder den Gedichten Rilkes passiert. Was ihn jetzt nicht mit einer dieser Autoren konkret in Verbindung setzten soll, aber es ist da eine unkomplizierte Präsens in seinen Geschichten, Personen, seiner ganzen Sprache, die der Erfahrung des Lesens ein wenig das Glasscheibenhafte, das Hindernis nimmt, was manchmal zwischen Leser und Lektüre steht.
Gleich vorweg: "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist ein wirklich tolles Buch. Es ist vollkommen unprätentiös, es wirkt auf dem Leser, ist ein wunderbar unüberladenes Erlebnis. Es erreicht uns im Kleinen und es erreicht uns im Großen, ist eines dieser Bücher, an dem wir nicht vorübergehen können, sondern kurz innehalten, vielleicht nicht einmal genau wissen warum wir innehalten, aber eins ist klar: das Innehalten genügt als Grund, die Rührung genügt als Schleife auf dem Moment, das Buch, gelesen, in der Hand, genügt als vollendeter Ruf an das Leben in uns allen.
"-und sofort bekam ich Angst, dass die Leute über mich, wenn ich starb, auch nichts anderes zu sagen hätten, außer das ich tapfer gekämpft hätte, als wäre das einzige, was ich je getan hatte, Krebs zu haben."
Und um Leben geht es in diesem Buch, viel mehr, als in vielen anderen Büchern, in denen die Menschen tatsächlich die ganze Zeit einfach nur leben.
Hazel Grace ist 16 und kann nur noch durch zugeführten Sauerstoff aus einer Flasche überleben, die sie mit sich herumtragen muss; Krebs in der Schilddrüse, Metastasen in der Lunge - unheilbar, nur noch aufhaltbar. Gelegentlich geht sie einmal in der Woche zu einer Art Gruppentherapie in einer Kirche für krebskranke Kinder. Dort trifft sie eines Tages einen Jungen, der selber mal an Krebs erkrankt war, jetzt aber gesund ist. Und es scheint, dass er sich auffällig für Hazel interessiert...
Es ist natürlich letztlich unbeschreiblich, wie nah einem ein Buch nach der Lektüre steht. Also nicht nur, wie nah es einem geht, sondern wie sehr man darin, abseits vom Thema, Spuren einer lebendigen Wirklichkeit und Wesenhaftigkeit spürt - oder, altmodisch gesagt: Dass es ist, als wären die Romanfiguren Teilnehmer an einem Spiel, das auch wir spielen, wenn wir das Buch wieder geschlossen haben. Solche Bücher erreichen uns mit ihrem Thema stärker als andere, nicht weil sie Illusionen fabrizieren oder unterstützen, sondern weil sie offenbaren, was gültig ist in allem, egal ob Realität oder Fiktion. Eins davon ist sicherlich die Liebe und dieser Roman zeigt auch noch einige mehr.
"Jedenfalls sind die wahren Helden nicht die Leute, die Sachen tun; die wahren Helden sind die, die Dinge BEMERKEN, die AUFMERKSAM sind."
Im Grunde ist die Geschichte eine Liebesgeschichte – und dass sie viel, viel mehr ist, lässt diesen letzten Punkt trotzdem nicht in Vergessenheit geraten. Von den Szenen, durch die diese Buch sich bewegt, haben mich viele berührt, viele habe ich mit Spannung und Aufmerksamkeit verfolgt, viele sind mir als sehr gut geschilderte Gesten im Gedächtnis geblieben, die Kleinigkeiten eines Buches eben, die seine Lektüre zu einem riesengroßen Raum machen, den man nach der Lektüre nicht sofort verlassen kann, weil man ihn noch eine ganze Weile durchwandern muss. Übergreifend (Achtung SPOILER) hat mich aber letztendlich die Szene berührt, in der das Motto, die Essenz dieses Buches in aller Deutlichkeit hervortritt, wie sonst nur in einem Film , der einen sehr ähnlichen Namen und eine ähnliche Botschaft trägt. Die Szene in der Gus zu ihr sagt und man weiß, dass es das ganze Buch einfängt und letztendlich in diesem Satz der Punkt hinter die Aussage gesetzt wird, wodurch sie vollkommen ist:
"Das Leben ist schön, Hazel Grace."
Ein Moment zum Heulen. Aber auch ein Moment um John Green zu danken. Weil er ein großartiges Buch geschrieben hat. Denn damit ist natürlich nicht alles gesagt - aber das Wichtigste.
Nachtrag: Es grenzt vielleicht schon an Blasphemie, wenn ich mir erlaube hier zwei Bücher anzuhängen, die keineswegs genau wie dieses Buch sind, ja noch nicht mal mit derselben Grundthematik arbeiten, aber denjenigen gefallen könnten, die auch dieses Buch gut fanden, und vielleicht stelle ich sie auch nur hier noch hinten an, weil sie mir ebenfalls sehr am Herzen liegen:
Das also ist mein Leben
Die Nackten
Auch sehr zu empfehlen ist natürlich "Eine wie Alaska", Greens Debüt, ähnlich einzigartig wie dieser Roman. - Emily Brontë
Emily Brontë, Sturmhöhe. Vollständige Ausgabe des englischen Klassikers. Schmuckausgabe mit Goldprägung
(2.041)Aktuelle Rezension von: EleonoraNachdem der neue Mieter von Thrushcross Grange Mr. Lockwood vom Anwesen seines aufbrausenden Vermieters Heathcliff Earnshaw durch Schnee und Eis geflohen ist, erfährt er von seiner Dienstmagd Ellen Dean die Geschichte der Familie Earnshaw und Linton.
Es ist eine Geschichte voller Hass, Rache, obsessiver Liebe, Kontrolle und Eifersucht.
Aufgewachsen als schwächliches Adoptivkind entwickelte sich Heathcliff Earnshaw schnell zum großen starken Hünen. Anfangs verabscheuten ihn seine Geschwister Catherine und Hindley noch, doch dann verliebten sich Catherine und Heathcliffe ineinander. Trotzdem lehnte sie ihn als zukünftigen Ehemann ab, heiratete stattdessen den wohlhabenden Nachbarssohn Edgar Linton und startete damit eine brutale Familienfehde zwischen den Earnshaws und Lintons unter der auch noch die Kinder bis dato zu leiden haben.📖
Mindestens zweimal hatte ich in der Vergangenheit schon versucht diesen Klassiker zu lesen und hatte ihn doch wieder abgebrochen. Diesmal wollte ich es durchziehen um mir endlich ein richtiges Urteil bilden zu können. Das unterscheidet sich jedoch nun in keiner Weise von meinem ersten Eindruck, den ich schon bei allersten Mal Reinlesen damals hatte. Welch Brutalität, welch Selbstsucht, welch Hass! Alle Charaktere waren durchwegs furchtbar unsympathisch und man konnte mit niemandem mitfühlen. Lediglich der neue Mieter von Thrushcross Grange Mr. Lockwood und die Dienstmagd Ellen Dean erschienen noch freundlich und annehmbar.
Welch merkwürdige Freude und Fantasie hatte Emily Brontë solche unliebsamen Charaktere entstehen zu lassen? In der Geschichte gab es keinerlei Herz, kein Mitgefühl, keine Freude. Sie war wie eine finstere Wolke durch die man lief. Ich kann in keinster Weise verstehen, wie man sie als Liebesgeschichte interpretieren kann. Das war keine Liebe, das war wahnhafte Obsession gepaart mit Kontrollsucht, Eifersucht und Missgunst. Keiner der Charaktere war irgendwie bereit sich zu ändern, seinen Stolz beiseite zu schieben oder irgendetwas Selbstloses zu tun und wäre es noch so klein gewesen. Lediglich Hareton, Hindleys und Frances Sohn, entwickelte sich zum Schluss ein wenig zum Besseren. Immerhin. Niemand gönnte irgendjemanden irgendetwas. Es war ein ständiger Krieg. Kinder und Frauen wurden geschlagen, Hunde aufgehängt.
Heathcliff war ein gewalttätiges, manipulatives Monster vor dem sich alle fürchteten. Weil seine Liebe unerfüllt blieb mussten alle anderen leiden. Von Rachsucht getrieben und von Hass zerfressen stürzte er sie alle ins Unglück.
Seine große Liebe Catherine bot ihm Paroli, war aber mindestens genauso unsympathisch mit ihren hysterischen Ausbrüchen und zügellosen Temperament. Eigentlich hatten sie sich gegenseitig verdient und wären schließlich wohl zu Lebzeiten gemeinsam zugrunde gegangen.
Alle mussten durch ihre Geschichte leiden.
Die Frauen neben Catherine, Isabella und ihre eigene Tochter Catherine, waren ebenfalls kaum zu ertragen mit ihrer überbordernden Naivität und Eigensinn. Schlussendlich landeten sie dadurch auch in ihrer eigenen Misere.
Und von Heathcliffs Sohn Linton, dem fiesen, hinterhältigen Wurm, möchte ich erst gar nicht anfangen.
Dass ein Mann dunkler Haut- und Augenfarbe (Heathcliff) hier die Wurzel allen Übels war missfiel mir ebenso, muss man aber wohl im Kontext der Zeit sehen, in der die Geschichte geschrieben wurde.
Das Ende zeigte immerhin einen Silberstreifen auf, Heathcliff hätte ich aber ein anderes gewünscht, so wie er alle (und auch mich als Leserin) gequält hat.
Trotz allem und trotz des Alters ließ sich die Geschichte einfach lesen auch wenn öfter mal im Dialekt gesprochen wurde. Erwähnen muss man hier eventuell auch, dass so einige Kraftausdrücke, vorallem gegen Frauen, verwendet wurden.
Das Buch hat mich ziemlich erschöpft und auch verärgert. Die Brutalität und Theatralik war einfach schwer zu ertragen.
Das hat Emily Brontë definitiv gut hinbekommen. Respekt auch dafür, dass sie so ein Buch zu ihrer Zeit geschrieben hat und veröffentlichen konnte. Für mich ist es jedenfalls keines, das ich nochmals lesen würde und ich kann die Begeisterung so vieler dafür absolut nicht verstehen.
Lieber würde ich demnächst nochmal etwas von ihren Schwestern lesen, denn ,,Jane Eyre" z.B. hat mir sehr gut gefallen. Sorry, Emily!
Von diesem Buch konnte ich leider nichts mitnehmen außer durch die ganzen Wut in der Geschichte selbst wütend geworden zu sein.
Meiner Meinung nach hätten andere klassische Werke eher die viele Aufmerksamkeit verdient (z.B. in Form von Schmuckausgaben) die dieses Buch erhält.
Ich runde auf äußerst freundlich gesinnte (3/5)⭐️ auf.😑
- Hanya Yanagihara
Ein wenig Leben
(635)Aktuelle Rezension von: EllekensWie ist es möglich, so einen Roman zu schreiben? Auch gut eine Woche nach Beendigung des Buches frage ich mich, wie es möglich ist, eine Geschichte zu schreiben, die hauptsächlich aus Emotionen besteht? Nun gut, auf 960 Seiten ist viel Platz, aber was dieser Roman im Leser bewirkt, ist nicht von dieser Welt.
In der Geschichte geht es um vier Männer, die seit dem College eng befreundet sind. Alle vier sind so unterschiedlich und doch halten sie zusammen.
Da ist JB. Er ist Künstler, schwierig, exzentrisch (und mir zunächst am unsympathischsten). Dann ist da Malcom: Architekt, strebsam, will ohne den Namen seines reichen Vaters Erfolg haben. Der dritte ist Willem. Schauspieler, lebenswürdig, sehr verlässlich; ein Freund den man sich wünscht.
Und dann ist da Jude. Jude ist ein erfolgreicher Anwalt, hilfsbereit, gut aussehender Mann. Dieser hat jedoch eine so traumatisierende Kindheit erlebt, die für uns Leser unvorstellbar ist und ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist: Ein gebrochener Mensch, der sich selbst als Monster sieht und nicht glauben und gar nicht annehmen kann, wenn Menschen ihm gut wollen. Er ist der Meinung, es nicht verdient zu haben.
Jude zieht, ohne dass es das möchte, alle mit in sein tiefes Loch; auch den Leser. Ein Loch aus Traumata, Verlust, Selbsthass und Selbstverletzung.
Die einzelnen Personen sind sehr fein herausgearbeitet, so dass man jedem sehr nahe kommt. Besonders Jude möchte man die Hand reichen, ihm helfen, ihn schütteln und ihm eine Schulte geben. Es zerreißt einem das Herz, dass er sein Leben, welches er sich aus eigenen Kräften erarbeitet hat, nicht annehmen und nicht lieben kann. Stattdessen ist es seine Burg mit dicken Mauern, die ihm nach außen „normal“ erscheinen lassen. Das ist sein Ziel.Ich weiß nicht, wie ich meine Emotionen beim Lesen in Worte fassen kann. Es ist das außergewöhnlichste Buch, dass ich je gelesen habe. Es ist toll, aber kann oder darf man das toll nennen? Ich habe eine Überschrift einer Rezension gesehen, die ich recht passend fand: „Ergreifend, fesselnd, aufwühlend und doch so „schön“
- Sebastian Fitzek
Passagier 23
(3.124)Aktuelle Rezension von: JosseleDer Roman, für mich der erste von Sebastian Fitzek, erschien 2014. Der verdeckte Ermittler Martin Schwartz hat vor fünf Jahren Frau und Sohn bei einer Kreuzfahrt verloren. Angeblich hat seine Frau erst den Sohn über Bord geworfen und ist dann in Suizidabsicht hinterhergesprungen. Einige seltsamen, gegen Suizid, sprechende Indizien wurden nicht beachtet und der Fall ad acta gelegt. Nach fünf Jahren erhält Schwartz einen Anruf, der ihn veranlasst, das Schiff, auf dem das passiert ist, zu buchen, denn jemand hat den Teddybären seines Sohnes gefunden, und zwar in den Händen eines Mädchens, das zusammen mit ihrer Mutter vor acht Wochen verschwunden und dann ohne die Mutter wieder aufgetaucht ist. Schwartz erhält vom sich an Bord befindenden Reeder persönlich den Auftrag, zu ermitteln, was dem Mädchen widerfahren ist und wo es acht Wochen lang war.
Der Roman ist leider voller Klischees, die Figuren sind sehr oberflächlich gezeichnet, die Handlung stürmt voran, praktisch jedes einzelne der sehr kurzen Kapitel (78 Kapitel inkl. Pro- und Epilog auf 420 Seiten = ca. 5 Seiten/Kapitel) endet mit einem Cliffhanger, der billigsten und anspruchslosesten Art, künstlich Spannung zu erzeugen.
Manches Detail ist sehr plump und unglaubwürdig gestaltet, z.B. wie der Kriminelle Tiago Álvarez sich ständig und wiederholt einen Zugang zu allen Kabinen besorgt. In der Realität haben nicht alle Frauen an einer Rezeption einen IQ unter 20 und merken nicht, wenn die Zugangskarten ausgetauscht werden, sondern glauben an einen Fehler auf dem Magnetstreifen. (Knaur Tb, 1. Aufl. Oktober 2015, S.114)
Manche Szene ist so lächerlich beschrieben, dass ich nicht wusste, ob ich loslachen oder vor Ärger schreien sollte, wie z.B. die Szene mit dem geknebelten Zimmermädchen Shahla, dem zwei Männer eine Glasscherbe in den Mund steckten und sie anschließend knebelten, das die Glasscheibe dann verschluckt, bevor ein Einbrecher diese wieder aus dem Innenleben des Mädchens hervorzaubert, und zwar so, dass die Scherbe einen halben Meter durch die Luft fliegt. (ebd., S. 134ff)
Der Autor hat keine Hemmungen, ausgesprochene Schwurbeltheorien zu verwenden, wenn er behauptet, eine Professorin habe ein Computerprogramm entwickelt, das mit der Beobachtung von Fischschwärmen Börsenkurse vorhersagen könnte. (ebd., S. 142)
Fast peinlich dummdreist und daneben ist die Story mit dem Revolver, der so gebaut ist, dass er nach hinten losgeht, so dass der Schütze, der aus 20 cm Abstand auf den Einbrecher Tiago schießt, womit der Autor den Eindruck erweckt, dass Tiago stirbt (ebd., S. 246), in Wahrheit sich selbst erschießt, wie der Leser etwas mehr als 30 Seiten später erfährt (ebd., S. 278)
Dieser Roman war so richtig überhaupt nicht nach meinem Geschmack und ich wundere mich sehr über die vielen guten Bewertungen. Ich kann wirklich nicht mehr als einen Stern spendieren. Einen zweiten Fitzek werde ich aber noch testen.
- John Green
Eine wie Alaska
(2.552)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Als der 16-jährige Miles auf das Internat Culver Creek wechselt ahnt er nicht, welch unvergesslichen, aufregenden, glücklichen, dramatischen und traurigen Momente ihm bevorstehen. Er findet neue Freunde, die immer für ein Abenteuer zu haben sind und mit denen er das Leben in vollen Zügen genießt. Besonders die ebenso geheimnisvolle wie faszinierende Alaska hat es Miles angetan...
Aber mir fehlte der Mut, und sie hatte einen Freund, und ich war linkisch, und sie war wunderschön, und ich war hoffnungslos langweilig, und sie war unendlich faszinierend. (S. 122)
Meine Meinung:
Mit Miles hat man einen sehr sympathischen und nahbaren Protagonisten in dessen Gefühls- und Gedankenwelt man sich sehr gut hineinversetzen kann. Weder Miles noch seine Freunde wirken austauschbar. Sie alle werden in einer Weise beschrieben, die dafür sorgt, dass sie einem beim Lesen als Menschen mit Persönlichkeit und Charakter erscheinen. Man erfährt von ihren Stärken, Schwächen und Eigenheiten, wodurch sie beim Lesen lebendig werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein besonderes Interessensgebiet, das es Miles angetan hat: Er ist fasziniert von den allerletzten Worten, die berühmte Persönlichkeiten unmittelbar vor ihrem Tod gesagt haben. Dieses interessante und ungewöhnliche Thema ist mir zuvor noch in keinem anderen Buch begegnet.
Eine große Stärke des Buches ist das Lebensgefühl, das die Geschichte versprüht. Wie die Jugendlichen neue Freundschaften schließen, sich verlieben, Streiche planen, gegen Internatsregel aufbegehren und welche Träume, Hoffnungen, Sorgen und Ängste sie haben wird sehr lebendig beschrieben.
Bereits zu Beginn des Buches steht fest, dass ein einschneidendes und bedeutsames Ereignis bevorsteht: Jedes der kurzen Kapitel beginnt nämlich mit den Worten „X Tage davor“. Der besagte Tag rückt unaufhaltsam näher und man ist gespannt welches Ereignis am Tag 0 eintreten wird. Dieser Countdown ist eine interessante Idee und trägt zusammen mit dem angenehmen Schreibstil dazu bei, dass man das Buch in kürzester Zeit gelesen hat.
Die erste Hälfte des Buches ist von lustigen Momenten und Leichtigkeit geprägt. In der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte dann eine dramatische und nachdenklich stimmende Wendung und gewinnt an Tiefe: Das geheimnisumwobene und dramatische Ereignis, das am Tag 0 eintritt stellt das Leben von Miles und seinen Freunden auf den Kopf. Es lässt sie Manches aus einem neuen Blickwinkel betrachten und konfrontiert sie mit dem Ernst des Lebens.
Das Ende des Buches ist dann aber dennoch vorwiegend hoffnungsvoll. Es gibt noch ein sehr lustiges Ereignis und die Geschehnisse werden in einer Weise abgerundet, die dafür sorgt, dass man nicht betrübt zurückgelassen wird und trotz allem insgesamt mit einem guten Gefühl aus der Geschichte geht.
Warum vergebe ich dennoch nur 3 Bewertungssterne?
Das liegt zum einen daran, dass die Geschichte über weite Strecken eher „dahinplätschert“ und die Spannung eigentlich ziemlich künstlich aufrechterhalten wird (Stichwort Countdown). Das am Tag 0 eintretende Ereignis gibt den Geschehnissen dann zwar eine unerwartete und dramatische Wendung, aber man kann nicht sagen, dass dies einen richtigen Höhepunkt der Geschichte markiert. Außerdem flacht die Handlung anschließend auch relativ schnell wieder ab. Ein weiterer Punkt, der mir nicht zugesagt hat ist eine überflüssig wirkende erotische Szene, die etwas zu plump und vulgär beschrieben wird.
Fazit:
Trotz kleinerer Schwächen handelt es sich insgesamt um eine schöne und bewegende Geschichte über das Leben, Freundschaft, Liebe und Verlust, die neben lustigen Momenten auch einige nachdenklich stimmende Momente zu bieten hat.
Es ist mein erstes Buch von John Green gewesen und ich möchte auf jeden Fall auch noch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ lesen.
Zum Schluss noch einige besonders schöne und nachdenklich stimmende Zitate aus dem Buch:
„Von der Zukunft zu träumen, ist auch eine Art Nostalgie. […] Dein ganzes Leben steckst du in dem Labyrinth fest und denkst daran, wie du ihm eines Tages entfliehst, und wie geil dann alles wird, und die Vorstellung von dieser Zukunft hält dich am Laufen, aber am Ende tust du es nie. Du hast die Zukunft einfach benutzt, um aus der Gegenwart zu fliehen.“ (S. 76)
Der Mensch, glaubte ich, braucht Sicherheit. Er erträgt die Vorstellung nicht, dass der Tod nichts sein soll als ein großes schwarzes Nichts, er erträgt den Gedanken nicht, dass seine Liebsten aufhören zu existieren, er kann sich nicht vorstellen, selbst einmal nicht mehr zu existieren. Am Ende, schloss ich, glauben die Menschen an ein Leben nach dem Tod, weil sie das Gegenteil nicht ertragen können. (S. 138)
Es kommt die Zeit, da wir begreifen, dass unsere Eltern weder uns retten können noch sich selbst, dass jeder Einzelne von uns, die wir durch den Fluss der Zeit waten, irgendwann von der Strömung weggerissen wird – kurz, dass wir alle gehen. (S. 166)
Thomas Edisons letzte Worte waren: „Es ist wunderschön hier drüben.“ Ich weiß nicht, wo sie ist, aber ich glaube, sie ist irgendwo, und ich hoffe, dass es wunderschön dort ist. (S. 295)
- Simon Beckett
Die Chemie des Todes
(7.407)Aktuelle Rezension von: CarofiiMich hat die Geschichte von Anfang an gecatcht! Die Einführung in das Leben des David Hunter, seine Arbeit als Landarzt und auch das Kennenlernen des kleinen Örtchens Manham, in das es ihn getrieben hat, waren zwar zunächst eher langsam, haben aber total neugierig gemacht auf das, was noch kommen sollte. Als dann die erste Leiche gefunden wurde, kam Spannung dazu, die mich das Buch kaum mehr aus den Händen legen ließ. Es war wirklich atmosphärisch erzählt, die Charaktere - auch die Nebencharaktere- waren gut eingearbeitet und die Geschichte selbst war einfach fesselnd! Die kleinen Vorahnungen, die Hunter immer wieder einwirft, haben den Spannungsbogen wirklich auf den Höhepunkt getrieben. Für mich kam der Plottwist am Ende völlig unerwartet - was das Buch erst recht zum Highlight macht!
Ein weiterer Pluspunkt: Man hat zwar Gerichtsmedizin-Vibes, allerdings auf sachlicher Ebene und ohne die üblen Gerüche! 😂
⭐️ F A Z I T
Für mich eine angenehme Mischung aus Krimi und Ekel und ich finde, dass man als Krimi-& Thriller-Fan einfach mal ein Buch von Simon Beckett gelesen haben MUSS!
Dieses eignet sich dafür natürlich perfekt, weil es des Auftakt der Reihe ist :)
Von mir gibt’s 4,5 ⭐️ !
Tja, damit habe ich mir jetzt wohl eine ganz schöne Verpflichtung auferlegt, denn ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterlesen, um noch weitere Fälle von David Hunter mitzuverfolgen. Aber jetzt widme ich mich erstmal wieder meinem SuB 😂
- Stephen King
Friedhof der Kuscheltiere
(2.009)Aktuelle Rezension von: KeyofbooksHabe das Buch schon Mal als Jugendliche gelesen, das war also ein schöner ReRead. Hat mich daran erinnert, warum ich Stephen King's Werke schon immer faszinierend fand. Die Story zieht sich langsam, man bekommt sehr viel von dem gewöhnlichen amerikanischen Leben der '80- er Jahren mit. Lediglich gegen das Ende fängt das gruselige erst an und steigert sich rasant in die Höhe. Zwar weiß man schon worauf es hinausläuft, trotzdem ist die Spannung gut gehalten. Passt am besten in die Zeit vor Haloween.
- Juli Zeh
Unterleuten
(676)Aktuelle Rezension von: LidenDatum : 07.11.2025
✨Handlung✨
Unterleuten ist ein kleines 200 Einwohner Dorf in der alten DDR. Nun sollen Windräder in dem Dorf errichtet werden - Konflikte entstehen und alte Reibereien werden hochgeholt. Ein Gesellschaftsroman über Moral und Egoismus.
✨Protagonisten✨
Es wird aus vielen, unterschiedlichen Sichten geschrieben - und jeder davon war kein riesengroßer Sympathieträger, dafür waren die Charaktere vielschichtig, verletzbar und vor allem eins: menschlich. Sie haben Fehler gemacht, haben sich mal mehr, mal weniger reflektiert und auch wenn man bei manchen Dingen dachte: Was stimmt nicht mit dir ?, so war es nie artifiziell sondern immer passend oder glaubwürdig. Ich musste so oft an Menschen aus meinem Umfeld denken und welche Gemeinsamkeiten sie mit den jeweiligen Protagonisten haben (mich selber eingeschlossen). Am meisten Mitleid hatte ich wohl mit Frederik Wachs und Elena Gombrowksi.
PS: Manfred Gortz (Linda Franzen ihre „Bibel“) ist ein rein fiktiver, satirischer Charakter genauso wie sein Buch „Dein Erfolg“. Keine Nachahmung bitte xD
✨Setting✨
Die Geschichte spielt sich in Brandenburg ab, Unterleuten, ein fiktives kleines Dorf mit alteingesessenen Einwohnern und frisch zugezogenen Personen. Meinungsverschiedenheiten sind vorprogrammiert und auch die Manier, wie diese geklärt werden.
✨Schreibstil✨
Die kurzen Kapitel der jeweiligen Protagonisten lässt einen durch das Buch fliegen. Jeder hatte auf seine Art und Weise irgendwie Recht gehabt und auch die Motive waren nachvollziehbar, wenn auch nicht moralisch korrekt. Die Sympathie zu den einzelnen Personen hat geschwankt und auch die Spannung um die jeweilige Geschichte.
✨Fazit✨
Das Soziogramm eines Dorfes. Hier ist nicht die Polizei die Judikative. Juli Zeh hat ein Werk geschrieben, welches mich nachdenklich zurücklässt, wie alle ihre Bücher. Ich freue mich, noch mehr Bücher von ihr zu lesen !
- Johann Wolfgang von Goethe
Faust I
(3.429)Aktuelle Rezension von: SelmaFaust, ein verzweifelter Gelehrter, will mehr wissen, mehr als ihm möglich ist und so geht er einen Pakt mit dem Teufel ein. Doch man weiß ja, beim Pakt mit dem Teufel entspringen nicht immer nur gute Sachen. Ob Faust Seele wirklich verloren geht, ist nach diesem Buch nicht ganz sicher.
Relativ schwierig zu lesen und zu verstehen, durch viele Fremdwörter und mir nicht vorhandenen Vorwissen.
Teilweise waren echt gute Absätze und Weisheiten dabei.
Als Allgemeinwissen kann man es lesen aber muss nicht sein...
- Erin Watt
Paper Princess
(2.278)Aktuelle Rezension von: readingneleWer Romance-Bücher mag, darf „Paper Princess“ auf keinen Fall verpassen!
Ella Harper hat ihre Mutter verloren und kämpft sich seitdem allein durchs Leben. Neben der Highschool versucht sie sich mit Kellnern und Strippen über Wasser zu halten. Bis plötzlich der Millionär Callum Royal im Büro des Rektors steht. Er gibt an ihr neuer Vormund zu sein und nimmt Ella mit in sein Zuhause, und zu seinen fünf Söhnen, die Ella alles andere als herzlich aufnehmen.
Ella ist eine wirkliche Kämpferin, hat in ihrem Leben schon mehr mitgemacht als gut ist und gibt trotzdem nicht auf. Auch von den arroganten Rich Kids an ihrer neuen Schule lässt sie sich nicht unterkriegen und bietet allen die Stirn.
Die fünf Brüder geben sich als Arschlöcher und machen Ella das Leben schwer. Mit der Zeit kann man aber immer mehr hinter die Fassade blicken, was sie einen wirklich gern haben lässt.
Alles in Allem kann man die Protagonisten in dem Buch einfach nur lieb haben.
Auch Band 2 und 3 der Reihe sind sehr empfehlenswert! - Lucinda Riley
Das Orchideenhaus
(2.819)Aktuelle Rezension von: Renate1964Als Julia Forrester nach tragischen Schicksalsschläge das Haus ihrer Großeltern besucht, lernt sie den Erben von Wharton castle kennen und erhält das Tagebuch ihres Großvaters. Dessen Geschichte im 2. Weltkrieg ist faszinierend und tiefgehend. Der Inhalt hat aber auch Auswirkungen auf Julias Gegenwart.
Das Cover ist malerisch, der Schreibstil flüssig und schnell lesbar. Vor allem die Erlebnisse in der Vergangenheit sind gut beschrieben. Die Verwicklungen im Jetzt fan ich etwas übertrieben und unrealistisch
- Donna Tartt
Die geheime Geschichte
(619)Aktuelle Rezension von: CalipaEigene Meinung
Auf der Suche nach einer Geschichte, die eine ähnliche Atmosphäre wie If We Were Villains besitzt, bin ich auf Donna Tartt und ihren Roman Die geheime Geschichte gestoßen. Ob dieses Buch an eines meiner Jahreshighlights herankommt, erzähle ich euch hier.
Zunächst muss ich anmerken, dass es sich bei Die geheime Geschichte um einen kleinen Klopper handelt. Das Buch ist in „Buch eins“ und „Buch zwei“ unterteilt, ergänzt durch einen Prolog und einen Epilog. Die Kapitel sind extrem lang, was das klassische „nur noch ein Kapitel“ nahezu unmöglich macht. Teilweise umfasst ein einzelnes Kapitel über 160 Seiten – nichts also für kurze Lesehäppchen zwischendurch.
Donna Tartt führt mich sehr detailliert an den Protagonisten Richard Papen heran, ebenso wie an die übrigen Charaktere, die im Laufe der Geschichte eine mehr oder weniger zentrale Rolle einnehmen. Dreh- und Angelpunkt bleibt dabei die Gruppe junger Studenten, in die Richard nach einigen Anlaufschwierigkeiten aufgenommen wird. Die Autorin legt großen Wert darauf, dass ich als Leser Teil dieser Gruppe werde – sie gleichzeitig verstehe und doch nie ganz durchblicke. Gerade weil Richard selbst der „Neue“ ist, werde auch ich eingeladen, diese Welt Schritt für Schritt zu entdecken, ihre Regeln kennenzulernen und mich in ihren Dynamiken zu verlieren.
Der Schreibstil ist dabei alles andere als leicht. Teilweise wirkt er philosophisch, dann wieder hochtrabend, durchzogen von Fremdsprachen wie Französisch, Griechisch oder Latein. Zwar werden viele dieser Passagen im Verlauf erklärt oder eingeordnet, dennoch fordert der Text Aufmerksamkeit. Die griechische Geschichte und Kultur nehmen einen großen Raum ein und werden keineswegs auf eine trockene, schulische Art vermittelt, sondern organisch in die Handlung eingewoben. Dialoge sind eher knapp gehalten, gewinnen jedoch durch die dichten Szenenbeschreibungen enorm an Wirkung.
Über das gesamte Buch hinweg lag für mich eine drückende, beinahe lauernde Stimmung. Etwas Unausgesprochenes schwebt konstant über der Geschichte und verleiht ihr einen ganz eigenen Reiz. Sehr früh hatte ich das Gefühl, dass mehr hinter dieser Freundesgruppe steckt – dass, wie im echten Leben, jeder seine Geheimnisse mit sich trägt. Donna Tartt ist bereit, diese nach und nach preiszugeben, erst gegenüber Richard und schließlich auch mir als Leser.
Die Geschichte nimmt sich viel Zeit, um sich zu entfalten. Die Spannung entsteht nicht durch permanente Ereignisse, sondern durch Atmosphäre, Beobachtungen und das langsame Verdichten der Situation. Ich habe mir bewusst Zeit für dieses Buch genommen und es sehr genossen, in den Universitätsalltag einzutauchen, die Figuren kennenzulernen und ihre Verstrickungen zu begreifen – auch wenn mir das nur bedingt gelungen ist. Denn mit dem Ende hätte ich in dieser Form nicht gerechnet.
Die Charaktere entwickeln sich stark unter dem Druck der Umstände und wirken gerade dadurch sehr authentisch. Jeder geht anders mit seinen inneren Dämonen um, auf seine eigene, oft zerstörerische Weise. Der Ausgang dieser geheimen Geschichte fühlte sich für mich schließlich wie ein Drama in zwei Akten an – konsequent, tragisch und lange nachhallend.
Mein abschließendes Fazit
Atmosphärisch ist Die geheime Geschichte absolut zum Niederknien. Ja, die Kapitel sind sehr lang, das Buch insgesamt ein ordentlicher Schinken, und auch die Sprache ist stellenweise anspruchsvoll und nicht immer flüssig zu lesen – zumindest für mich. Nichtsdestotrotz konnte mich dieser Roman vollkommen begeistern.
Die Geschichte rund um diese exklusive, geheimnisvolle Freundesgruppe ist spannend, emotional und zutiefst dramatisch. Donna Tartts detailreicher Schreibstil hat mich als Leser vollständig in ihre Welt gezogen. Wer If We Were Villains von M. L. Rio mochte, dem kann ich Die geheime Geschichte wirklich von Herzen empfehlen.
- Susanne Abel
Stay away from Gretchen
(592)Aktuelle Rezension von: Unser_BücherGarten„Vielleicht ist Liebe gar nicht im Gehirn, sondern in der Seele gespeichert. Dann kann sie auch nicht durch Alzheimer zerstört werden.“ (S. 493).
Was für ein Zitat! Was für ein Buch! Wenn ich ein Buch von knapp 530 Seiten innerhalb von einer Woche lese, dann kann es nur eins bedeuten: Es ist sehr gut!
Schon länger wollte ich dieses Buch lesen und bin so dankbar, dass ich es vier Jahre nach der Erstveröffentlichung endlich gelesen habe.
Der bekannte Kölner Nachrichtenmoderator Tom macht sich Sorgen um seine 84jährige Mutter Greta, die immer mehr vergisst. Demenz wird diagnostiziert. Doch die Demenz führt dazu, dass etwas tief Verdrängtes nach außen drängt. Greta erzählt von ihrer Kindheit in Ostpreußen, den geliebten Großeltern, der Flucht vor den russischen Soldaten im eisigen Winter und ihrer Zeit im besetzten Heidelberg. Greta verstummt allerdings, als Tom auf das Foto eines kleinen Mädchens mit dunkler Haut stößt. Tom beginnt, sich eingehender mit der Vergangenheit seiner Mutter zu befassen.
Der Roman „Stay away from Gretchen – Eine unmögliche Geschichte“ spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen befinden wir uns im Jahre 2015/16 – mitten in der großen Flüchtlingskrise und zum anderen in den Kriegs- bzw. Nachkriegsjahren. Gelungen finde ich, wie die Autorin diese zwei Zeitebenen miteinander verknüpft und Parallelen, aber auch Mitgefühl, schafft.
Einfühlsam beschreibt die Autorin, wie Tom realisieren und damit leben muss, dass seine Mutter immer mehr abbaut. Hochemotional, sehr gut recherchiert und einfühlsam erzählt sie uns Gretas Geschichte, die auch auf Tom große Auswirkungen hat. Obwohl die Kapitel sehr lang sind, liest sich der Roman sehr gut und flüssig. Es ist sehr spannend geschrieben und man will dieses Buch nicht mehr weglegen.
Besonders gefreut hat es mich, dass die Geschichte u.a. in Mannheim und Heidelberg spielt. Städte, die ich gut kenne und einen Bezug dazu habe. Einiges aus der Nachkriegszeit war mir bekannt. Dennoch habe ich durch dieses Buch viel Neues gelernt. Überhaupt behandelt die Autorin Themen aus dem Nachkriegs-Deutschland, die weniger bekannt und so wichtig, da sie heute aktueller denn je sind.
Sehr lesenswert ist übrigens auch das Nachwort der Autorin. Hierin erklärt sie ganz offen, warum sie diese Geschichte erzählen wollte und dass sie alten Menschen „Gehör verschaffen und ein Gesicht geben möchte“. Wir sollten unseren Eltern bzw. Großeltern mehr zuhören und uns deren Geschichten für sie – aber auch für uns alle – gemeinsam merken.
Fazit:
Ein Roman, in dem ich viel geweint, stellenweise auch lachen musste, aber auch sehr viel gelernt habe. Wer Familienromane mit historischem Bezug und großen Gefühlen mag, dem kann ich dieses Buch absolut empfehlen.
- Alice Sebold
In meinem Himmel
(819)Aktuelle Rezension von: Lauras_bunte_buecherregalDer Schreibstil ist grandios. Ich war von der ersten Seite verliebt in das Buch. Ich habe den Film bereits davor gesehen.
Das Buch ist aus einer etwas anderen Perspektive geschrieben und zwar aus der Sicht von Susi. Susi ist aber kein gewöhnliches Mädchen, sondern sie ist ein Mordopfer und wir erleben alles aus der Sicht ihres Himmels.
Das Buch ist emotional und sehr berührend. Der Spannungsbogen ist angenehm. Die Charakterentwicklung ist großartig.
Ich habe absolut keine Kritik an dem Buch und liebe alles daran. Von mir gibt es 5 von 5 Sterne.
- Ethan Cross
Ich bin die Angst
(597)Aktuelle Rezension von: AlissilaIch kann diese Reihe einfach nur immer wieder empfehlen! Jeder Teil endet mit einem Banger und man ist neugierig wie es weiter geht.
Auch dieser Teil besticht durch absolut großartige Spannung, eine fesselnde Schreibweise und großer Unterhaltung.
Es ist immer wieder eine neue Überraschung enthalten und man weiß garnicht ob man bestimmte Protagonisten jetzt abgrundtief hassen oder lieben soll!
Die Geschichte um Frank und Markus wird einfach nicht langweilig. Auch die Protagonisten rund um die beiden sich vielschichtig und laufen nicht nur mit sondern haben ihre eigenen Höhen und Tiefen.
Absolute Empfehlung!
- Mary Shelley
Mary Shelley, Frankenstein. Ein Schauerroman
(625)Aktuelle Rezension von: Trishen77Wer glaubt in diesem Buch lediglich einem Monster und seinem Schöpfer zu begegnen, der wird schnell eines Besseren belehrt werden. Vielmehr ist Mary Shelleys Klassiker ein Buch über eine zutiefst von ihrer ausweglosen Existenz gepeinigte und von dieser Ausweglosigkeit getriebene Seele – und damit auch eine Geschichte des Menschen. Frankensteins Geschöpf ist ein Prototyp, ein Stellvertreter für das Dilemma des homo sapiens, einer zum Denken und komplexeren Empfinden verdammten Kreatur.
„Frankenstein“ gehört zu den Büchern, die in der Literaturgeschichte mehr durch ihre Bezüge verankert sind und weniger, weil viele Leute sie noch lesen. Das ist traurig, denn dieses Werk (das die Autorin mit 19 Jahren schrieb, in jenem Jahr, in dem wegen eines Vulkanausbruchs der Himmel verdunkelt blieb) ist ein exzellentes Beispiel für jene Variante des Roman, in dem komplexe Fragen erschlossen werden, aber im Zuge eines konstanten, mit Elementen der Spannung vorangetriebenen Narratives und nicht, wie später in den Romanen der Moderne, durch Verfremdungen und Modifikationen dieses Narratives.
Natürlich gibt es jede Menge spannende Kontexte, bei denen das Buch nach wie vor regelmäßig herbeizitiert wird: von den Gefahren der künstlichen Intelligenz, über die Frage nach dem Zusammenhang von Glück und Schönheit/Attraktivität und Fragen der Willensfreiheit, bis zur generellen Frage, ob der Mensch sich erdreisten kann, schöpferisch in die Natur einzugreifen, ohne möglicherweise etwas zu erschaffen, das ihn zu zerstören vermag.
Die neue Edition bei Manesse enthält ein gutes Anmerkungsverzeichnis und ein kluges, wenn auch mitunter etwas zu determinierendes Nachwort von Georg Klein. Das kleine, gebundene Format lädt darüber hinaus dazu ein, das Buch mit sich herumzutragen und den Bericht des Dr. Frankenstein bei allen kleinen Gelegenheiten hervorzuziehen und ihm weiter zu folgen.
- Rosie Walsh
Ohne ein einziges Wort
(597)Aktuelle Rezension von: rikke1721Ohne ein einziges Wort...🍃
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Irgendwie anders als erwartet, Cover und Titel und die für mich bis dato unbekannte Schriftstellerin...
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Ich hatte es mitbestellt, weil es gerade günstig war, ab und zu landen so auch mal Bücher bei mir, die ich sonst nicht unbedingt so ausgewählt hätte.
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Das war ein absoluter Glückstreffer! 🍀🎉
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Die Zeitsprünge sind vorallem zu Beginn ein weeeenig verwirrend, aber man kann sich trotzdem gut durchfuchsen. 🤝
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Man ist anfangs erstmal verwundert, stellt seine eigenen Vermutungen auf, hat immer wieder eine Idee, was denn hier passiert ist...💭
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Aber den Plottwist... den hab ich nicht kommen sehen... tatsächlich war ich als der Plot kam wirklich überrascht, vorallem, dass ich es tatsächlich mal nicht schon zu Beginn wusste, wie es endet! 💪
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Man leidet mit der Prota mit, aber am Ende auch mit dem zweiten Part...🥺
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Rosie Walsh hat einen krassen Schreibstil in diesem Buch hingelegt, Wendungen mit denen man nicht rechnet und eine Storyline die einen emotional mitgenommen hat und beschäftigt hat.
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Ich habe noch einige Tage über das Buch nachgedacht... eigentlich ist es mir bis heute - Wochen - Monate später noch immer gut im Gedächtnis. 💭 Auf positive Art. 😊
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Ein super Buch, was einem auf jeden Fall im Gedächtnis bleibt. Von mir absolute Empfehlung. 💚
- Jodi Picoult
Beim Leben meiner Schwester
(1.893)Aktuelle Rezension von: GeschichtenfinderAnnas große Schwester Kate hat Leukämie, eine der vielen Krankheiten, die ihr ganzes Leben bestimmen und frühzeitig beendet hätten, wäre nicht Anna geboren worden. Anna, die künstlich erzeugt wurde, eine sorgfältig von ihren Eltern ausgewählte Kombination, die als Kates hundertprozentiger Stammzellenspender dienen kann. Seit Annas Geburt sind die Leben dieser beiden Mädchen auf das Engste miteinander verwoben und mit den Jahren drängen sich in ihrer Familie immer mehr die Fragen, wie es weitergehen soll, wer sie als Familie überhaupt noch sind und nicht zuletzt, wie lange sie alle noch so funktionieren können?
Diese Fragen werden zurückgedrängt, bis Anna den ersten Schritt geht, sich an einen Anwalt wendet und sich das Recht einklagt, selbstständig über ihren eigenen Körper bestimmen zu können und sich weigert, weiterhin für Kate Stammzellen zu spenden.
Jodi Picoult, 1967 auf Long Island geboren, veröffentlichte ihren ersten Roman 1992 und wurde 2003 mit dem England Book Award ausgezeichnet. "My Sister´s Keeper" war ihr Durchbruch in den USA und Deutschland und wurde 2009 verfilmt.
Der Roman ist sehr gut geschrieben und schafft es durch die wechselnden Perspektiven alle direkt Betroffenen zu beleuchten und macht auf diese Weise nur zu deutlich, dass es in ethischen Konflikten selten eindeutige Positionen gibt, die man mit seinen Vorstellungen von "Gut/Böse" bzw "Pro/Contra" versehen kann. Und gerade durch Jodis persönlichen Stil kann man die unterschiedlichen Blickwinkel auf Annas Entscheidung und das moralische Dilemma so gut nachvollziehen.
"My Sister´s Keeper" ist auf jeden Fall empfehlenswert für Kinder/Jugendliche ab 12, die gerne zu ernsteren Themen lesen.
- Liz Moore
Der Gott des Waldes
(433)Aktuelle Rezension von: DithmarscherdeernIch habe selten Bücher mit fast 600 Seiten gelesen, aber dieses war mit Sicherheit das jenige, welches ich am schnellsten durchgesuchtet habe!
Das Cover und auch der Umfang von 590 Seiten waren nicht gerade das, was mich zu "Der Gott des Waldes" von Liz Moore hat greifen lassen, aber nachdem ich schon so viele gute Rezensionen gelesen und dann auch noch das Buch gewonnen hatte, musste ich es natürlich lesen!
Die Geschichte spielt in einem stark bewaldeten Gebiet, den Adirondacks, im US Bundesstaat New York. In einem Naturschutzgebiet, welches der reichen Bankiersfamilie van Laar gehört, befindet sich auch ein Sommer-Feriencamp. 1975 verschwindet von dort ausgerechnet die 13 jährige Barbara, Tochter der van Laars, spurlos. Das Tragische: vierzehn Jahre zuvor verschwand auch ihr Bruder Peter, genannt Bear, der nie wieder aufgetaucht ist. Bei der Ermittlungsarbeit begleitet die Leserschaft die junge Polizistin Judy, die mit gesundem Menschenverstand und sehr angagiert an die Sache herangeht. Sie fragt sich, ob die beiden Fälle wohl zusammenhängen.
Es gibt mehrere Erzählstränge auf verschiedenen Zeitebenen zwischen den 50er Jahren und 1975. Dabei geht es unter anderem um die Eltern von Bear und Barbara, um die Campleiterin und ihren Vater, um Louise, eine junge Betreuerin im Camp, um den Fall Bear, um den Fall Barbara, um sehr viele Besucher der Familie van Laar usw. Jedes Kapitel ist jedoch mit dem Namen der Person, um die es geht, überschrieben und auch die Zeit (Monat/Jahr) wird deutlich. Es ist also nicht schwierig, den Überblick zu behalten.
Von Anfang an ist die Geschichte spannend und bleibt es auch bis zum Schluss! Immer wieder gab es neue Spekulationen und Verdächtigen Personen. Z.B. "Der Schlitzer", ein entlaufener Mörder. Die ausführlichen Beschreibungen der Gegend und der gesellschftspolitische Einblick in diese Zeit haben mir auch sehr gefallen!
Absolute Weiterempfehlung! - Friedrich Schiller
Kabale und Liebe
(1.217)Aktuelle Rezension von: dunis-lesefutterDieses bürgerliche Trauerspiel in fünf Akten wurde 1784 in Frankfurt uraufgeführt.
Ferdinand und Luise haben sich in einander verliebt. Ferdinand, standesmäßig weiter oben, bekommt Probleme mit seinem Vater. Und auch Luises Vater ist gegen die Beziehung. Die beiden begegnen nun Intrigen, die sie auseinander bringen sollen. Das ganze endet tragisch.
Dieses Büchlein gehört zu meiner Klassikerchallenge. Ich bin natürlich nicht gewohnt, Theaterstücke und dann auch noch in dieser Sprache zu lesen. Doch nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten fiel es mir erstaunlich leicht. Und was soll ich sagen, es wurde immer mehr zu einem Page Turner! 🤓Ich habe mich vorher nicht mit den Inhalten beschäftigt, um mir die Spannung nicht vorweg zu nehmen. Ich wusste nur, dass es nicht gut endet. Dass diese Liebe nicht sein darf, wurde sehr schnell klar. Doch wie Intrigen miteinander verwoben wurden, war komplexer, als ich dachte.
Friedrich Schiller hat hier ein Meisterwerk schaffen, was heutzutage immer noch zu den bedeutendsten Theaterstücken Deutschlands zählt.
- Kiera Cass
Siren
(678)Aktuelle Rezension von: mxchellex678Ich bin wirklich leicht in die Geschichte reingekommen – es war sofort verständlich, hatte ein angenehmes Tempo und einen schönen, ruhigen Einstieg.
Kahlen mochte ich von Anfang an. Sie ist schlau, sanft, nachdenklich und hat etwas sehr Besonderes an sich, was sie als Protagonistin interessant macht. Auch Akinli war richtig liebenswert, und zusammen haben die beiden für mich total gut funktioniert. Ihre Verbindung hat sich für mich echt angefühlt, auch wenn es stellenweise ein bisschen schnell ging.
Der Sirenen-Mythos war für mich komplett neu und ich fand ihn überraschend spannend umgesetzt. Besonders gefallen hat mir die Dynamik zwischen den Sirenenschwestern – das war wie eine gefundene Familie, sehr warm, sehr unterstützend und irgendwie ein Highlight der Geschichte.
Die Atmosphäre im Buch ist eindeutig magisch, aber stellenweise auch düster – eine Mischung, die richtig gut gepasst hat. Emotional hat mich nichts extrem getroffen, aber es war insgesamt stimmig und angenehm zu lesen.
Der Schreibstil war typisch Kiera Cass: leicht, zugänglich und bildhaft, ohne zu kitschig zu werden.
Das Ende fand ich ein bisschen abrupt, obwohl es grundsätzlich gut abgeschlossen war. Ein paar Seiten mehr hätten der Geschichte definitiv gut getan.
Fazit:
Ein ruhiges, stimmungsvolles Buch mit einer schönen Idee, sympathischen Figuren und einer magischen Atmosphäre. Kein Highlight, aber definitiv lesenswert.
- Ava Reed
Die Stille meiner Worte
(780)Aktuelle Rezension von: SophieRunnerIch habe vor etwas mehr als einem Jahr schonmal ein Buch von Ava REed gelesen, welches mir sehr gefiel. Viele haben mir gesagt, dass dieses iht Lieblingsbuch der Autorin ist. Ich finde den Schreibstil sehr angenehm, das Buch ist flüssig und ich konnte es in kurzer Zeit verschlingen. Ich finde s mega toll, wie Hannahs Trauma aufgearbeitet wird, vorallem weil es wichtige Themen anspricht. Und Levi ist sowieso eine Green Flag auf zwei Beinen.
Zudem finde ich das Setting im Camp richtig toll und liebe es, wie die Lehrpersonen mit den Kindern (und Mo) umgehen 🥰
Tolles Buch
- Julia Dippel
IZARA - Sturmluft
(652)Aktuelle Rezension von: Leni_Melia_EbertAm Anfang musste ich erst mal verstehen das Lucian garnicht wieder aufgetaucht ist doch ich fand es sehr traurig das er „verzaubert“ wurde und sie angegriffen hat. Doch dann hat sich ja alles ins gute gewendet. An dem Buch habe ich nichts auszusetzen. Es war am Ende nur total traurig das sie gestorben ist!! Wer hätte den damit gerechnet?
- Friedrich Dürrenmatt
Der Besuch der alten Dame
(1.879)Aktuelle Rezension von: Patricia040Inhalt
Claire Zachanassian kehrt als steinreiche Frau in ihr Heimatdorf Güllen zurück, wo ihr einst das Herz gebrochen und die Ehre geraubt wurde. Nun will sie sich rächen und bietet der Güllener Bevölkerung eine Milliarde dafür, dass ihr damaliger Liebhaber Ill für sein Vergehen mit dem Tod bestraft wird. Ein Angebot, das die Bürger entrüstet zurückweisen. Zunächst.
Gedanken über Charaktere und Plot
Es ist ein kurzweiliges Drama. Die Geschichte wird in drei Akten geschrieben. Sie nimmt keine plötzlichen Wendungen, sie endet tatsächlich wie es von Anfang an vorherzusehen ist. Das ist nicht schlecht. Eher hat es mich mit Bitterkeit zurückgelassen. Innerhalb kürzester Zeit verwandeln sich die Menschen um Ill herum zu Fremden, Feinden. Seine Paranoia wächst stetig und genauso die Angst um sein Leben.
Claire ist eine Frau, die ihre Macht durch Geld errungen hat. Keiner von den Dorfbewohnern interessiert sich wirklich für sie. Wahrscheinlich weiß sie es selbst, aber es muss sie nicht interessieren, denn sie steht über allen, weil sie Geld hat. Und mit diesem Geld kann sie alles erreichen. Sie mag eine tragische Vergangenheit haben, doch es wird ihr neues Ich nicht entschuldigen. Sie hat jeglichen Respekt vor anderen verloren, sie ist eine Kapitalistin geworden, sie sieht keinen Wert in anderen, sondern interessiert sich nur für ihr eigenes Wohl und wird jeden bestrafen, der dieses geschädigt hat. Sie hätte mir leidgetan, aber sie bewies, dass sie ihre Macht nur missbrauchen wird, sie bewies, dass sie ein schlechter Mensch ist. Ich habe kein Mitleid mit ihr.
Mehr Mitleid hatte ich mit Ill, obwohl er auch Unverzeihliches getan hat. Vielleicht hat er es nur bekommen, weil Claire eine noch schrecklichere Person ist. Allerdings tut er mir auch leid, wegen anderen Sachen leid: Der Rechtsstaat hat ihn im Stich gelassen. Er hat schnell erkannt, dass es um ihn geschehen ist. Er wurde im Stich gelassen und am Ende hat er es akzeptiert.
Durch seinen Tod erreichte das Dorf gewaltiges Reichtum. Es fiel ihnen nicht schwer, seinen Tod zu rechtfertigen. Die meisten von ihnen werden keine Reue empfinden. Sie sind froh, dass sie aus der Armut befreit wurden. Und sie haben beschlossen, dass eine Milliarde Euro ein Menschenleben wert ist.
Ich mag das Drama sehr, denn es zeigt den Kapitalismus wie er wirklich ist, wie er die Menschen steuert, von ihren Moralen wegreißt und Menschen in Mörder verwandelt. Ich mag, wie ich mehr Reue für einen verräterischen Mann als für eine verarmt und verlassene Frau empfunden habe.























