Bücher mit dem Tag "tropen"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "tropen" gekennzeichnet haben.

21 Bücher

  1. Cover des Buches Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019 (ISBN: 9783608504842)
    Bernardine Evaristo

    Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019

    (173)
    Aktuelle Rezension von: Christine_Delf

    ganz ohne Großschreibung am Satzanfang oder Punkte am Satzende zeigt dieser Roman von Bernardine Evaristo, was Stilelemente - oder auch deren Fehlen - alles können 

    die besondere Schreibweise liest sich zunächst irritierend, dann angenehm, denn der Sinn erschließt sich schnell: wir sind im Kopf der Protagonistinnen, und im Kopf denkt es sich nicht in Punkt und Komma, gerade und geschliffen, feinsäuberlich getrennt,

    der Kopf ist rund, der Inhalt chaotisch und genau das wird hier spürbar

    der Inhalt ist wichtig, für jeden von uns, wir springen in das Leben von zwölf Frauen, mal mehr, mal weniger miteinander verwoben, mal generationenübergreifend, aus wechselnden Perspektiven, sodass sich Sympathien und Antipathien fortlaufend verändern; erleben mit ihnen Rassismus, Sexismus, Feminismus, Rückschläge und Erfolge, Liebe, Siege, Verluste, springen dann wieder hinaus aus ihrem Kopf und ihrem Leben und fragen uns dann stets, wie ging es bloß weiter für dich, meine Liebe, wie geht es dir heute?

  2. Cover des Buches Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle (ISBN: 9783453441156)
    Stuart Turton

    Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle

    (390)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Viel zu verworren

    Inhalt:

    Familie Hardcastle hat zu einem Ball nach Blackheath geladen. Der Abend endet in einer Katastrophe, den die Tochter des Hauses, Evelyn kommt zu Tode. Aiden Bishop soll den Mord aufklären. Dazu wacht er immer wieder in einem anderen Körper auf und erlebt denselben Tag mit anderen Augen. 

    Meine Meinung:

    Ich bin wirklich froh, dass dies nicht das erste Buch von Stuart Turton war, das ich gelesen habe. Denn sonst hätte ich garantiert kein weiteres in die Hand genommen, was sehr schade gewesen wäre, denn die später erschienen haben mir durchaus gut gefallen. 

    Die Idee dieses Romans ist zwar nicht schlecht, aber die Umsetzung konnte mich gar nicht begeistern. Die Handlung ist viel zu verworren, um ihr entspannt folgen zu können. 

    Dadurch dass immer wieder derselbe Tag beschrieben ist mit denselben Ereignissen, nur eben aus einer anderen Perspektive, kommt schnell Langeweile auf und es zieht sich wie Kaugummi. Erst im letzten Drittel (von immerhin gut 600 Seiten) werden immer mehr Geheimnisse aufgedeckt und es kommt Spannung auf. 

    Mehr als einmal war ich kurz davor abzubrechen. Ich habe mich zum Durchhalten gezwungen, aber jetzt bin ich froh, dass ich es geschafft habe.

    ★★☆☆☆

  3. Cover des Buches Die Bienen (ISBN: 9783426304785)
    Laline Paull

    Die Bienen

    (109)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    Die Honigbiene Flora 717 entspricht nicht der Norm, sie ist zu groß, in den Augen der Bienen im Stock zu hässlich, und. geboren als Hygienearbeiterin kann sie Dinge, die sie nicht können dürfte, zum Beispiel kann sie sprechen.

    Eine Biene als Protagonistin, ein Bienenstock als Handlungsort, das ist schon sehr besonders und originell. Als Leser:in lernt man so einiges über das Leben der Honigbienen. Das Zusammenleben im Stock funktioniert nur, weil jede Biene ihre Aufgabe hat und weiß, was sie tut. Da Flora anders ist, wird ihr Misstrauen entgegengebracht, da sie aber durch ihre vielen Fähigkeiten, die Arbeit, zu der sie eingeteilt wird, gut meistert, bekommt sie dennoch eine gewisse Anerkennung. Doch dann passiert Flora 717 etwas, das gegen alle Regeln verstößt, sie legt ein Ei, und muss nun, um sich und ihr Ei zu schützen, besonders kreativ sein.

    Da Flora verschiedene Aufgaben übertragen bekommt, bekommt man als Leser:in auf ihren Spuren einen guten Einblick in ein Bienenvolk, lernt sogar die Königin und verschiedene Legenden kennen, fliegt mit Flora hinaus in die Welt, lernt andere Insekten kennen, die ihren Weg kreuzen, vor allem diejenigen, die der Horde angehören, den Feinden der Bienen, vor allem Wespen und Spinnen, erfährt aber auch, wie die menschliche Zivilisation auf den Stock auswirkt, zum Beispiel, während und nach der Heimsuchung, also, wenn der Imker sich am mühsam erarbeiteten Honig bedient, den Bienen Teile ihres Vorrates stiehlt, aber auch, wie sich Technik und Umweltverschmutzung auswirkt. Einige Szenen wirken sehr brutal, aber in der Natur passieren solche Dinge.

    Was mich sehr gestört hat, war, dass die Bienen sehr vermenschlicht wurden, ich bin sicher, dass der Roman auch anders funktioniert hätte, besonders der religiöse Part und das Huldigen der Männlichkeit, also der Drohnen, fand ich überzogen. Die Überraschung, die nicht nur Flora sondern auch die Leser:innen bezüglich Floras letztem Ei erleben, konnte ich mir noch einigermaßen erklären, auch wenn es nicht explizit so erwähnt wurde, schöner wäre es gewesen, wenn die Autorin eine deutliche Erklärung geliefert hätte, so ist es doch fragwürdig.

    Leider konnte mich der Roman auch nicht packen, stellenweise hat er mich sogar eher gelangweilt. Klar gab es die eine oder andere spannende Szene, wenn etwa fremde Tiere in den Stock eindringen, aber auch das hat nur relativ kurz gewirkt. Am Ende hatte ich mir von dem Roman mehr erwartet.

    Der Roman hat gute und schlechte Seiten, es ist interessant, in einen Bienenstock blicken zu können, und eine Biene auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Allerdings wurden in meinen Augen die Bienen zu sehr vermenschlicht, und leider konnte mich der Roman auch nicht wirklich packen.

  4. Cover des Buches Verschollen in Palma (ISBN: 9783608505115)
    Mons Kallentoft

    Verschollen in Palma

    (111)
    Aktuelle Rezension von: RihannaMona

    Da der Schriftsteller für mich unbekannt war, war ich froh, dass ich das Buch als Vorableser lesen durfte. Ich war überrascht von diesem Schriftsteller. Die Story war spannend und die Atmosphäre der Geschichte war gut herausgearbeitet.


    Zum Inhalt: Die Tochter Emme von Tim verschwand vor 3 Jahren auf Mallorca. Tim hat nie aufgegeben nach seiner Tochter zu suchen und hat seinen Lebensmittelpunkt nach Palma verlegt du dort eine kleine Detektei aufgemacht, um sich damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Kann er Emme finden? Warum ist sie verschwunden? Ist sie noch am Leben?


    Der Einstieg war etwas holprig und die vielen Überlegungen die er angestellt hat, gingen mir am Anfang gegen den Strich, aber dann bekam Tim einen Auftrag eine wahrscheinlich untreue Ehefrau eines betuchten Mannes zu beschatten, wo dann der Liebhaber dieser Frau ermordet aufgefunden wird und die Frau spurlos verschwunden ist. Warum? Von da an begann die Story spannend zu werden und man wollte wissen, wie es weitergeht. Die Story war authentisch, auch wenn manchmal die Traurigkeit von Tim auf einen überschwappen wollte.

    Klare Leseempfehlung!

  5. Cover des Buches Milchmann (ISBN: 9783608505085)
    Anna Burns

    Milchmann

    (187)
    Aktuelle Rezension von: ReadingWitch

    Rezension "Milchmann"

    Die Welt, in die uns Anna Burns in ihrem Roman „Milchmann“ führt, ist schwarz und weiß. Es gibt genaue Regeln, die jeder kennt, aber über die keiner spricht. Das Regelwerk deckt alle Bereiche ab. Es erstreckt sich von der richtigen Wohngegend über die richtige Religion bis hin zu den richtigen Namen. Es wird zwar an keiner Stelle erwähnt, aber aus dem Kontext lässt sich entnehmen, dass die Geschichte mitten in dem Konflikt zwischen den Protestanten und Katholiken in Nordirland spielt. Der Alltag ist geprägt von Attentaten und Gewalt. Es gibt die Bewegung der Verweigerer, welche sich dem Staat widersetzt und ihren Bezirk kontrolliert. Die Menschen teilen ihre Stadt in “die richtige und die falsche Seite der Hauptstraße ein“ und definieren sich über ihre Gruppenzugehörigkeit. Es ist wichtig das richtige zu sagen, damit die Nachbarn nicht das Falsche denken. Daraus entsteht eine psychopolitische Atmosphäre der Angst und Unterdrückung. 

    „Der Schneeball und das böse Wort,

    sie wachsen, wie sie rollen fort.

    Ein Schneeball wirft zum Tor hinaus,

    ein Berg wird`s vor Nachbars Haus.“

    (Wilhelm Müller 1794 – 1827)

    So ein Schneeball wird unserer Protagonistin zum Verhängnis. Die Ich-Erzählerin, auch Mittelschwester genannt, lebt in Belfast in den 70er Jahren. Mit ihren jungen 18 Jahren wird sie von dem deutlich älteren und verheirateten Anführer der „Verweigerer“ als nächste Affäre auserkoren. Er, im Roman Milchmann genannt, beginnt ihr nachzustellen. Und obwohl zwischen den beiden keine Beziehung besteht, brodelt die Gerüchteküche aufgrund einiger kurzer und für die Hauptfigur bedrohlicher Treffen. Der Milchmann erwartet von ihr, dass sie sich fügt und weicht nicht vor Drohungen zurück, um sich durchzusetzen. Die Erzählerin kann sich in ihrer Verzweiflung an niemanden wenden. Sie kann sich niemandem anvertrauen, nicht einmal ihrer Mutter, die aufgrund der Gerüchte bereits ihr eigenes Urteil gefällt hat. 

    Das Leben der Erzählerin besteht aus Anpassungsdruck, sozialen Kontrollen und Ungleichheit. Doch sie ist nicht bereit sich komplett anzupassen. Sie möchte nicht sofort heiraten und Kinder kriegen. Doch in ihrer Welt haben Frauen eine untergeordnete Rolle und müssen die männliche Überlegenheit anerkennen. Frauen, die widersprechen, gelten als missraten und werden geächtet. 

    Das alles wird in einen sehr ungewöhnlichen Schreibstil verpackt. Die langen Bandwurmsätze, die vom hundertsten ins tausendste springen, wirken wie ein nicht enden wollender Gedankenstrom. Die Hoffnungslosigkeit und die Verzweiflung der Hauptfigur wird dadurch greifbar. Ihre Gedanken drehen sich wie ein Karussell. 

    Ungewöhnlich sind auch die fehlenden Namen und Ortsbezeichnungen im ganzen Roman. Die Figuren werden mit ihrer Funktion angesprochen. Da gibt es dann "Schwester eins" und "Schwager eins, "Vielleicht-Freund und Chefkoch" und den "Ort auf der anderen Seite der See". Ich persönlich kann mir Namen nur sehr schwer merken und fand es daher erfrischend, dass die Figuren anders benannt wurden. Die fehlenden Namen machen die handelnden Personen anonym, aber auch allgemein gültig. Anna Burns schafft damit die Übertragbarkeit des Romans auf andere Orte und Zeiten. 

    Ob dieses Buch ein literarisches Meisterwerk ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber es ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Beim Lesen habe ich mehrfach meine Meinung zu diesem Roman gewechselt. Ich schwankte immer wieder zwischen langweilig und unglaublich. Zum Schluss tendiere ich doch zur Leseempfehlung. 

    https://www.readingwitch.com/post/milchmann
  6. Cover des Buches Unter der Mitternachtssonne (ISBN: 9783492314985)
    Keigo Higashino

    Unter der Mitternachtssonne

    (66)
    Aktuelle Rezension von: Pascal_Maess

    Keigo Higashino hat mit Unter der Mitternachtssonne einen Roman geschaffen, der sich nicht wie ein klassischer Thriller liest, sondern wie ein tiefes, ruhig brennendes Noir-Epos – nur ohne die Nähe zu einer Hauptfigur, die dieses Genre sonst so prägt. Genau darin liegt aber auch die Stärke dieses Buches.

    Schon die ersten Seiten haben mich überrascht: einfache Sätze, aber eine enorme Klarheit. Higashino schreibt so reduziert, dass die Atmosphäre fast von selbst entsteht. Ich konnte mir jede Szene bildlich vorstellen, ohne dass er viel beschreibt. Diese Einfachheit regt die Vorstellungskraft extrem an – und zieht einen sofort in die Welt hinein.

    Die Kapitel wirken zunächst wie voneinander getrennte Episoden: neue Personen, neue Orte, neue Situationen. Doch jedes Kapitel baut einen eigenen Spannungsbogen auf, der sich am Ende perfekt in den großen übergeordneten Bogen einfügt. Dieses wellenförmige Erzählen ist große Kunst: immer ruhig, immer kontrolliert, aber mit einer unterschwelligen Spannung, die spürbar wächst.

    Besonders beeindruckend ist, wie viele Hinweise Higashino ganz nebenbei legt: ein Nebensatz, ein Gegenstand, eine Beobachtung – scheinbar belanglos. Erst Hunderte Seiten später entfalten diese Kleinigkeiten plötzlich ihre ganze Wucht. Die Perfektion, mit der diese Details miteinander verwoben sind, hat mich immer wieder überrascht. Das Buch fühlt sich an wie ein Puzzle, bei dem jedes Teil erst später seine Bedeutung zeigt.

    Gleichzeitig bleibt eine emotionale Distanz zu den beiden zentralen Figuren bestehen. Yukiho und Ryo beobachtet man fast immer durch die Augen anderer, nie wirklich direkt. Das verhindert Nähe – macht sie aber auch zu mysteriösen, schattenhaften Gestalten. Für mich war das kein Nachteil, aber es sorgt dafür, dass der Roman eher ein Noir-Roman als ein Noir-Thriller ist. Man begleitet die Figuren nicht, man begreift sie. Und genau das erzeugt diese unheimliche Faszination.

    Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich die Zeitstruktur. Higashino arbeitet fast ausschließlich mit subtilen Andeutungen (wirtschaftliche Ereignisse, Sportergebnisse, gesellschaftliche Entwicklungen), statt mit klaren Jahresangaben. Das passt zum Stil, macht es aber manchmal etwas mühsam, die zeitlichen Sprünge nachzuvollziehen. Auch ein Gespräch im späteren Teil des Buches wirkt etwas zu erklärend – als würde der Autor sicherheitshalber noch einmal alles für den Leser ordnen wollen. Das hätte es meiner Meinung nach nicht gebraucht.

    Aber das ändert nichts daran:
    Der Schluss ist stark, düster, atmosphärisch—und lässt einen mit genau den moralischen Fragen zurück, die ein echtes Noir-Werk ausmachen sollte. Higashino zeigt menschliche Abgründe, gesellschaftliche Zwänge und gebrochene Lebensläufe ohne jede Effekthascherei. Ruhig, aber ungeheuer präzise.

    Fazit:
    Ein kunstvoll konstruierter Roman, der weniger Schockmomente liefert, dafür aber tief geht – psychologisch, erzählerisch und atmosphärisch. Kein lauter Thriller, kein reißerischer Pageturner, sondern ein literarisches Noir-Werk, das lange nachhallt.

    Ein Buch, das spürt man, wurde mit außergewöhnlicher Sorgfalt gebaut.

  7. Cover des Buches Das Herz der Feuerinsel (ISBN: 9783442477968)
    Nicole C. Vosseler

    Das Herz der Feuerinsel

    (66)
    Aktuelle Rezension von: a_different_look_at_the_book

    Ich habe „Das Herz der Feuerinsel“ in den letzten Tagen regelrecht verschlungen.
    Die Lebenswege von Jacobina und Floortje haben mich mitgerissen. Ich wollte wissen, wie sie ihren Weg aus den Niederlanden nach Batavia meistern und was das Schicksal für sie bereithält.

    Die ersten Kapitel waren für mich ein Stolperstein. Der Roman lässt sich Zeit, das exotische Setting und die Figuren einzuführen, bevor er an Fahrt gewinnt. Vosseler schreibt sehr detailreich und bildhaft, sodass ich das tropische Java vor Augen hatte, die Düfte und Farben spüren konnte und die Gesellschaft der Kolonialzeit plastisch vor mir sah. Der Stil ist eindringlich und anschaulich. Gleichzeitig fühlte ich mich manchmal ausgebremst, weil die Erzählung lange braucht, bis die eigentliche Spannung einsetzt.

    Sobald die Geschichte Fahrt aufnahm, packte sie mich. Die Ereignisse überschlagen sich und Wendungen rütteln an den Erwartungen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, als die Schicksale der beiden Frauen sich verdichten und das koloniale Paradies Risse bekommt. Die Spannung wächst im zweiten Drittel deutlich an und die Charaktere gewinnen an Tiefe. Genau hier arbeitet die Autorin mit einer ungeschönten Darstellung von menschlichen Abgründen und sozialen Härten, die über reine Liebesromantik hinausgeht und Figuren mit Licht und Schatten zeigt. Das erzeugte bei mir Mitgefühl und ließ echtes Interesse entstehen.

    Der eruptive Höhepunkt - der Vulkanausbruch des Krakatau - wird historisch verankert und bildet das dramatische Finale einer ohnehin bewegten Handlung. Für mich persönlich hätte dieser Teil aber noch stärker ausgearbeitet werden dürfen. Die realgeschichtlichen Auswirkungen dieses Ereignisses waren enorm und ich wollte mehr darüber erfahren, wie sich die gewaltigen Kräfte auf Mensch und Landschaft ausgewirkt haben. Das Ende wird im Vergleich zu den vorangegangenen Teilen etwas zu rasch abgehandelt und hätte eindeutig Raum für mehr Tiefe bereitgehalten.

    Trotz der zähen Momente und gelegentlich überladener Beschreibungen hat mich der Schluss emotional stark berührt. Die Entwicklungen, die Jacobina und Floortje durchlaufen, ihre Freundschaft, die trotz aller Widrigkeiten Bestand hat, und die private Neuausrichtung ihrer Leben haben mich tief bewegt. Ich fühlte mich mit den Figuren verbunden.

    Insgesamt bleibt „Das Herz der Feuerinsel“ für mich ein fesselnder, atmosphärisch dichter historischer Roman. Er überzeugte mich durch seine starken Protagonistinnen, die Darstellung einer fremden Welt und die Mischung aus Abenteuer, Härten des Lebens und menschlicher Verbundenheit. Er ist nichts für Zartbesaitete.

    ©2026 adlatb

  8. Cover des Buches Durch Nacht und Wind (ISBN: 9783608503760)
    Stefan Lehnberg

    Durch Nacht und Wind

    (32)
    Aktuelle Rezension von: ReiShimura

    Die Großmeister der deutschen Literatur als kriminalistisches Duo, als ich dies gelesen habe, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch lesen muss. Natürlich kam mehr oder weniger sofort die Assoziation mit Sherlock Holmes und Dr. Watson auf und ich denke, dies war vom Autor auch so gedacht.

    Denn meiner Meinung nach, spürt man während des Lesens des Buches, dass Stefan Lehnberg nicht nur sehr gut mit der deutschen Literatur vertraut ist und sich intensiv mit Goethe und Schiller auseinander gesetzte hat, sondern auch, dass er ausgiebig die Romane rund um Sherlock Holmes genossen hat.

    Die Umsetzung der Idee des Ermittlerduos finde ich so gelungen, dass man sich wirklich vorstellen kann, dass dies nicht nur eine fiktive Idee des Autors ist, sondern die beiden wirklich den einen oder anderen Kriminalfall gelöst haben. Unterstützt wird dies durch die altertümliche Sprechweise der Protagonisten und der der damaligen Zeit entsprechenden Rechtschreibung. Beides ist auf den ersten Blick ein klein wenig gewöhnungsbedürftig, aber obwohl ich schon lange keine Werke mehr aus dieser Zeit gelesen habe, hatte ich damit keinerlei Schwierigkeiten.

    Leider habe ich sehr vieles, das ich über das Leben von Schiller und Goethe in der Schule gelernt habe, mittlerweile wieder vergessen. Daher habe ich zwar die eine oder andere Anspielung bemerkt, konnte diese aber nicht wirklich einordnen und ich vermute auch, dass ich viele Hinweise auf das Leben und die Werke der beiden nicht bemerkt habe. Umfangreiche Kenntnisse über das Leben und Wirken der beiden Herren ist nicht zwangsläufig notwendig, um das Buch genießen zu können, intensiviert aber sicherlich das Vergnügen.

    Der Roman vermischt mehrere Genres auf mehr oder weniger gelungene Weise miteinander. Neben den beiden offensichtlichen Genres, nämlich Historien- und Kriminalroman, kommt da auch noch Komödie, Tragödie und Satire dazu und Komponenten eines modernen Actionfilms. Viele der Elemente verwebt der Autor ganz geschickt miteinander, manche waren für mich ein wenig übertrieben und haben das Gesamtbild ein wenig verzerrt.

    Der Roman hat mich im Großen und Ganzen recht gut unterhalten, trotzdem bin ich von dem Konzept nicht wirklich überzeugt. Vielleicht liegt es an meinen mangelhaften literarischen Kenntnissen oder daran, dass der Kriminalfall zwar recht interessant, aber auch ein wenig durchschaubar war.

  9. Cover des Buches Der Tod und das dunkle Meer (ISBN: 9783608504910)
    Stuart Turton

    Der Tod und das dunkle Meer

    (233)
    Aktuelle Rezension von: lt9

    Spannend, düster und ein Hauch Magie. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, mich in die Seefahrerwelt einzufinden, habe ich es sehr gerne gelesen. Der Mittelteil zieht sich etwas, das Ende war für mich nicht überraschend. Aber ich habe mich irgendwann mit an Bord gefühlt und eine Seefahrt war nun mal auch voller trister Tage. Das Buch bringt viel zusammen : Krimi, Heldinnen, Seefahrthistorie, Liebe und Drama. Ich fühlte mich gut unterhalten und für mich war das eine richtig schöne Mischung. 

  10. Cover des Buches American Spy (ISBN: 9783608504644)
    Lauren Wilkinson

    American Spy

    (115)
    Aktuelle Rezension von: Pascal_Maess

    American Spy von Lauren Wilkinson beginnt für mich außergewöhnlich stark. Der Roman schafft es von den ersten Seiten an, Spannung aufzubauen und gleichzeitig deutlich mehr zu sein als ein klassischer Spionagethriller.


    Besonders gefallen haben mir die Briefform sowie die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Erzählung wirkt dadurch persönlich und lebendig, ohne an Tempo zu verlieren. Der Schreibstil ist angenehm zugänglich, ohne oberflächlich zu wirken, und sorgt dafür, dass man schnell in die Geschichte eintaucht.


    Auch die thematischen Schwerpunkte fand ich zunächst sehr gelungen. Neben den Geheimdienst- und Spionageelementen behandelt der Roman Fragen von Identität, Rassismus und den besonderen Herausforderungen, denen eine schwarze Frau innerhalb staatlicher Institutionen begegnet. Gerade diese Aspekte verleihen der Geschichte eine zusätzliche Tiefe, die über den eigentlichen Thriller hinausgeht.


    Leider verliert der Roman für mich im letzten Drittel deutlich an Stärke. Je näher die Handlung dem Ende kommt, desto mehr entsteht der Eindruck, dass das Buch nicht genau weiß, welche Geschichte es eigentlich erzählen möchte. Mehrere interessante Handlungsstränge werden aufgebaut, später aber nur oberflächlich weitergeführt oder verlieren an Bedeutung. Dadurch wirken einige Entwicklungen überraschend kurz abgehandelt, obwohl ihnen zuvor viel Raum gegeben wurde.


    Besonders schade fand ich, dass Themen, die zu Beginn großes emotionales und erzählerisches Potenzial besitzen, am Ende nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdient hätten. Auch die ursprünglich interessante Rahmenhandlung tritt zunehmend in den Hintergrund, sodass die Erzählform gegen Ende etwas von ihrer Wirkung verliert.


    Trotzdem bleibt American Spy ein lesenswerter Roman mit einer spannenden Hauptfigur, einem gelungenen Einstieg und einigen wirklich starken Ideen. Umso bedauerlicher ist es, dass viele dieser Ansätze für mein Empfinden nicht konsequent bis zum Ende verfolgt werden.


    Fazit:
    Ein intelligenter und erfrischender Spionageroman mit starken Themen und einem überzeugenden Anfang. Leider verliert die Geschichte zum Ende hin ihren Fokus und verschenkt dadurch einiges von ihrem Potenzial.


  11. Cover des Buches Unschuldige Täter (ISBN: 9783608504132)
    Keigo Higashino

    Unschuldige Täter

    (14)
    Aktuelle Rezension von: dreamlady66

    (Inhalt, übernommen)
    Die Leiche eines Mannes wird auf einem Felsen an der malerischen Küste von Harigaura entdeckt. Ein tragischer Unfall? Oder doch ein Mord? Denn seit Wochen tobt in der Stadt ein erbitterter Kampf um geplante Tiefseebohrungen vor der Küste. Ein Fall für Physikprofessor Yukawa alias »Kommissar Galileo«.

    In der kleinen Ortschaft Harigaura findet eine Konferenz zur Erschließung von Bodenschätzen auf dem Meeresboden statt. Das Thema spaltet die Stadt. Die einen fürchten die Zerstörung der Natur und sind gegen das Vorhaben. Die anderen sehen darin die einzige Zukunftsmöglichkeit für die Stadt, die ihre Glanzzeit als Touristenmagnet längst eingebüßt hat. Auch Manabu Yukawa ist angereist, um als Experte zu sprechen. Dann wird plötzlich ein Mann tot aufgefunden. Kriminalkommissar Kusanagi nimmt gemeinsam mit Yukawa die Ermittlungen auf und stößt auf einen mysteriösen Fall, der sechzehn Jahre zurückliegt ... 

    Zum Autor:
    Keigo Higashino wurde 1958 in Osaka, Japan, geboren.
    Nach dem Ingenieurs-Studium begann er als Kapitän einer Bogenschützenmannschaft mit dem Schreiben von Kriminalromanen.
    Viele seiner Bücher wurden für Kino und Fernsehen verfilmt und mit Preisen ausgezeichnet.
    Sein größter Erfolg war „Verdächtige Geliebte“, das sich in Japan mehr als zwei Millionen Mal verkauft hat. Der Autor lebt zurückgezogen in Tokio.

    Gesamteindruck/Schreibstil/Fazit:
    Danke an den Tropen-Verlag für dieses Rezensionsexemplar, ich freute mich.

    Der Autor hat in der Person des Physikprofessors Yukawa eine kluge und überzeugende Kraft geschaffen, die viel hinterfragt und sehr genau agiert und den Leser durch die Geschichte begleitet.
    Am Ende erfolgt erst die Aufklärung, die so manche Überraschungen zu Tage fördert und die dramatischen Ereignisse lüftet...

    Der Kriminalroman der eher leiseren Sorte hat mir gut gefallen und bereitete mir intensive Lesestunden der besonderen Art, dazu ein etwas anderer Erzählstil.

    Auf jeden Fall vergebe ich gerne eine Leseempfehlung mit 5*, da einfach asiatisch anders!




  12. Cover des Buches Begegnung in der Nacht (ISBN: 9783453424463)
    Utta Danella

    Begegnung in der Nacht

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Dreamworx

    30er Jahre. Shanghai entpuppt sich für Geschäftsmann Frank Bender nicht als glückliches Pflaster, denn er hat nicht nur seine Frau und sein Heim verloren, auch sein Job ist passé. Das Angebot als Verwalter einer Zuckerrohrplantage auf einer Insel kommt für ihn daher gerade zur rechten Zeit. Er kehrt der Großstadt den Rücken und macht sich auf den Weg zu seiner neuen Wirkungsstätte, wobei ihn eine Autopanne dazu zwingt, unterwegs in einem abgelegenen Hotel einen Stopp einzulegen. Dort macht er eine hinreißende Zufallsbekanntschaft, mit der er die Nacht verbringt. Als er morgens erwacht, ist die geheimnisvolle Fremde namens Miriam bereits verschwunden. Kaum hat er endlich das Ziel seiner Reise erreicht, herrscht dort absolutes Chaos, denn der Plantagenbesitzer wurde in der vorherigen Nacht ermordet. Hauptverdächtige ist die Ehefrau, doch die ist nicht auffindbar…

    Fünf Jahre nach dem Tod der kommerziell erfolgreichsten deutschen Schriftstellerin des 20. Jahrhunderts wird mit „Begegnung in der Nacht“ posthum ein bisher unveröffentlichtes Manuskript von Utta Danella als Roman veröffentlicht, dem sie nicht nur eine exotisch anmutende Hintergrundkulisse gegeben hat, sondern sich zudem noch mit einer Kriminalgeschichte an ein Genre wagte, dass man nicht sofort mit ihr verbindet. Der flüssige, bildhafte und gefühlvolle Erzählstil schickt den Leser gedanklich auf die Reise ins China des vergangenen Jahrhunderts, wo er Frank Bender kennenlernt, der vor den Scherben seines Lebens steht. Sprachlich farbenfroh und detailliert skizziert die Autorin nicht nur die fremdländisch anmutenden Örtlichkeiten so genau, dass der Leser das Gefühl hat, einen Kinofilm vor Augen zu haben, sondern gibt auch ihren Protagonisten so viel an Persönlichkeit mit, dass diese schnell wie Altbekannte wirken. Wechselnde Perspektiven erhöhen nach und nach die Spannung dieses Kriminalfalls und animieren den Leser, sich an der Tätersuche zu beteiligen. Überraschende Wendungen halten den Spannungsbogen auf hohem Niveau und machen die Geschichte zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar, was den Rätselspaß während der Lektüre noch erhöht.

    Die Charaktere sind liebevoll ausgestaltet und mit ihren glaubwürdigen menschlichen Attitüden lebendig in Szene gesetzt, so dass sie dem Leser nicht wie Fremde erscheinen und er sich unsichtbar in ihrer Mitte tummeln kann, um alles genauestens unter die Lupe zu nehmen. Frank ist ein selbstbewusster und fleißiger Mann, der gerade eine absolute Pechsträhne hat, denn neben seinem Lebenswerk ist ihm auch die Frau abhandengekommen, in die er sich Hals über Kopf verliebt hat. Doch er ist auch ein Kämpfer und wagt sich an neue Abenteuer. Miriam ist eine attraktive, freundliche und warmherzige Frau, die gute Gründe hat, sich in Luft aufzulösen. Der tote Plantagenbesitzer war ein wahrer Kotzbrocken, der alle Menschen um sich herum nur tyrannisierte, so dass die Suche nach dem Mörder gar nicht so einfach wird. Aber auch die Nebenprotagonisten überzeugen auf ganzer Linie innerhalb dieser Geschichte.

    „Begegnung in der Nacht“ ist ein wunderbarer Mix aus historisch angehauchter Kriminal- und Liebesgeschichte vor einer exotischen Kulisse, die Fernweh weckt und beim Lesen automatisch das Kopfkino anstellt. Schade, dass dies das letzte Buch der Autorin ist, dafür ist es aber ein wahrer Bücherschatz fürs Leserherz! Absolute Leseempfehlung!!!

  13. Cover des Buches Opfer (ISBN: 9783608503708)
    Pierre Lemaitre

    Opfer

    (81)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Leider konnten mich weder Inhalt noch Schreibstil begeistern. Langatmig und verwirrend. Leider nicht meines!

  14. Cover des Buches Mörderische Witwen (ISBN: 9783608505153)
    Pascal Engman

    Mörderische Witwen

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Alexa_Koser

    Zum Buch: In Stockholm wird der Justizminister ermordet und der IS bekennt sich zu dem Anschlag. Die Ermittlerin Vanessa Frank muss die Leiche ihrer Ziehtochter Natasja identifizieren. Doch was haben sie und ihre Freundin Sabina mit dem IS zu tun? Denn, dass es Zusammenhänge gibt, wird schnell klar. Und was müssen die Stockholmer noch fürchten? Nachdem Vanessa die schreckliche Wahrheit akzeptiert hat, gibt sie alles, die Hintergründe aufzuklären. Ihr alter Verbündeter Nicolas hilft ihr, denn die Fäden laufen auch über ihn…

    Meine Meinung: Auch der dritte Teil der Reihe um Vanessa Frank konnte mich wieder begeistern! Der Autor schreibt total realistisch, die Geschichte könnte genauso jederzeit passieren! Das beunruhigt einen ein wenig beim Lesen. Auch die Erzählungen, wie aus normalen Menschen IS-Kämpfer wurden, hat mich sehr bewegt. Hier geht es ja hauptsächlich um die Witwen des IS. Für mich geht es hier einfach nur um Rache, weil deren Männer getötet wurden und die westliche Welt hat halt Schuld, weil sie so ungläubig ist. 

    Der Privatteil um Vanessa Frank hat mir hier auch gut gefallen. Irgendwie tut sie so hart, aber im Inneren steckt ein weicher Kern. Denn sie hat schon wieder eine „Gestrandete“ bei sich aufgenommen. Celine, die sie vor einem Anschlag gerettet hat, bereichert aber Vanessa Leben ungemein! Nur, was genau zwischen Nicolas und Vanessa läuft, wissen die beiden genauso wenig wie der Leser! 

    Mein Fazit: Brutale Terror-Realität gemischt mit tollen Ermittlern, das hat mir sehr gut gefallen! Ich wäre sehr erfreut, wenn es mit Vanessa Frank weitergehen würde! Hier gibt es erst einmal die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!

  15. Cover des Buches AUF HÖLLENKURS (ISBN: 9783958353152)
  16. Cover des Buches Amelia (ISBN: 9783608500141)
    Anna Burns

    Amelia

    (92)
    Aktuelle Rezension von: Woerterkatze

    Klappentext von der Verlagsseite:


    »Originell und von Anfang an voll Dramatik und Energie.« The Times


    1969 beginnen in Nordirland die Troubles. Doch Amelia Boyd Lovett versucht, sich auf ihre Habseligkeiten zu konzentrieren. Jeden Tag schaut sie sich die Schätze an, die sie unter ihrem Bett in einem abgewetzten Koffer versteckt: ein kleines Plastikschaf, ein Gebet für einen Penny, eine Tube Glitzer. Und siebenunddreißig Gummigeschosse. Die sammelt sie, seitdem die britische Armee angefangen hat, damit zu schießen.

    Belfast.


    Amelia ist acht, als die Troubles beginnen. Zum Ende der Unruhen ist sie Mitte dreißig. Dazwischen spannt sich die Geschichte eines Mädchens, das in einer verrückten Gesellschaft aufwächst und dabei ganz auf sich gestellt ist – trotz der Groß­familie, mit der es unter einem Dach lebt. Amelia will um jeden Preis vergessen, was um sie herum passiert. Und das ist so einiges: Schülerinnen, die bewaffnet herumspazieren, Babys, die Bomben sein könnten oder auch nicht, Jugendliche, die sich als Ordnungshüter aufspielen, und Heimwege, die ein bitterböses Ende bereithalten. Wenn Amelia überleben will, muss sie ihren eigenen Weg finden. Aber kann sie das an einem Ort, an dem die Menschen jedes Gefühl für­einander verloren haben?


    »Fantastisch: schockierend, bewegend, eindrucksvoll.« Daily Mail


    Autoreninfo von der Verlagsseite:


    Anna Burns, geboren in Belfast, Nordirland, ist Autorin mehrerer Romane. 2018 erhielt sie für Milchmann den Man Booker Prize. Das Buch wurde zu einer internationalen Sensation und mit zahlreichen weiteren Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Orwell Prize und dem National Book Critics Circle Award. Milchmann erschien bisher in 30 Ländern. Anna Burns lebt in East Sussex, England.


    Erster Satz:


    Die Unruhen begannen an einem Donnerstag.


    Meinung:


    Anna Burns erzählt in “Amelia” den Beginn des Nordirland-Konflikts von 1969 bis 1994 mit all seinen Schrecken und Gefahren. Deutlich zeigt sie in “Amelia” die Grausamkeit des Konflikts zwischen Protestanten und Katholiken anhand Amelia und ihrer Familie auf.


    Burns erzählt den Schrecken chronologisch und so erleben wir zusammen mit der verängstigten achtjährigen Amelia, im vernagelten Haus den Beginn der Krawalle. Sie verdeutlicht den Schrecken gekonnt mit einer ungekünstelten nüchternen Sprache und mich ließ der Schrecken während der gesamten 384 Seiten nicht los. Ein Gewaltakt reiht sich an den anderen und das nicht nur außerhalb der Familie, sondern dies auch innerhalb der Familie.


    Ein wahres Grauen was Amelia erlebt. Mit Terroranschlägen, Vergewaltigung und psychischen Terror. Niemand kommt unbeschadet aus den Troubles raus. Häuser werden niedergebrannt, Menschen auf offener Straße erschossen oder in den Hinterhalt gelockt. All dies erzählt Anna Burns so deutlich, dass ich das Buch mehrmals zuklappen musste und tief durchatmen musste.


    “Amelia” ist ein harter Roman, der nicht unbedingt auf den eigentlichen Nordirlandkonflikt eingeht und ihn analysiert, sondern vielmehr auf die psychologische Seite. Was macht es mit einem Kind, das ständig der Gefahr ausgesetzt ist erschossen, vergewaltigt oder als Kämpfer*in angeworben zu werden?

    Es lernt zu kämpfen, die Zeichen zu sehen und wird auch gewalttätig und stumpft ab.


    So auch Amelia und ihre Geschwister. Kampf ist an der Tagesordnung und dabei ist es egal ob es Frauen oder Männer sind. Gewalt ist das einzige Mittel, was alle kennen. Amelia überlebt die Troubles, aber als psychisch gebrochene erwachsene Frau.


    Alles erzählt Anna Burns in einem eigenen Klang. Selbst größte Grausamkeiten verpackt sie in Szenen, in denen ich manchmal nicht wusste, ob Amelia träumt oder nicht. Sie versucht wohl damit den Schrecken zu nehmen, aber es gelingt nicht. Dafür ist ihre Sprache zu direkt und eindringlich, teilweise ironisch und sarkastisch. Ich denke, da an das Russische Roulette der Jungs in der Baracke zurück. Oder an die Szene mit der Schulkameradin, die so unschuldig daher kommt als Erwachsene, aber in ihrer Jugend ein furchtbarer Mensch war.


    Stellenweise auch bildhaft und ich hatte oft das Gefühl, in den Straßen von Ardoyne zu sein oder bei Amelia zu Hause oder in der Schule zu sein.

    Wie gesagt musste ich oft schlucken und ich bin glücklich, dass ich zu einer anderen Zeit und in einem anderen Land geboren wurde und nicht so einen Trouble erleben musste. Denn der Trouble bezieht sich nicht nur auf den eigentlichen Konflikt, sondern auch auf den psychologischen Aspekt der ständigen Gewaltausbrüche.


    Fazit


    “Amelia” ist ein packender, aufwühlender und schockierender Roman über die Auswirkungen der Troubles auf die Menschen, die ihnen ausgesetzt waren. Ein Roman, der dringend reine Triggerwarnung braucht, denn er ist am Stück schwer zu ertragen. Ein schweres Thema sprachlich gekonnt umgesetzt.

  17. Cover des Buches Das dunkle Herz von Palma (ISBN: 9783608504613)
    Mons Kallentoft

    Das dunkle Herz von Palma

    (15)
    Aktuelle Rezension von: dreamlady66

    Als16jährige ist Emma, die mit Freundinnen einen Urlaub auf Mallorca verbringt, spurlos verschwunden. Ihr Vater, namens Tim, ist auf der Suche nach seiner Tochter, da er nach neuen Hinweisen glaubt, dass sie noch lebt...
    Er selbst lebt zwar mit seiner Frau und einer weiteren Tochter in Schweden und begibt sich schweren Herzens wieder auf die Suche nach Mallorca.
    Sein Gedanke, lass Dich mit der Mafia ein, der ist doch sehr gewagt...

    Der mir bereits bekannte und geschätzte Autor Mons Kallentoft baut in seiner Geschichte eine Spannung auf, die den Leser wirklich fesselt und in seinen Bann zieht. Diese hält auch bis zum Schluss an.
    Man ist erstaunt, welche Praktiken und Gefahren bestehen, um zum Ziel zu kommen...
    Dennoch gilt: Alle Handlungen etc. sind im Sinne eines Vaters, der verzweifelt sein Kind sucht.

    Alles in allem ein Plot, der herausfordert, sowie die Gefühle, Liebe und Ängste eines Vaters erzählt, der seine jugendliche, plötzliche verschwundene Tochter auf Mallorca sucht.
    Gerne empfehle ich das Buch sowie Teil 1 der Reihe "Ein Mallorca-Krimi" als lesenswert mit 4* weiter.

    Danke dafür an Tropen!

  18. Cover des Buches Der Blumensammler (ISBN: 9783453423763)
    David Whitehouse

    Der Blumensammler

    (109)
    Aktuelle Rezension von: Samuel

    Der Blumensammler von David Whitehouse

    Im Buch geht es um das Menschsein, Liebe, Eifersucht und ein paar bestimmte faszinierende Blumenarten. Peter Manyweather führt ein stabiles, aber nicht sehr aufregendes Leben. Das ändert sich, als er einen Liebesbrief findet, in dem die seltensten Blumenarten der Welt gelistet sind. Der Brief weckt Peters Entdeckerdrang und bringen ihn auf eine Reise, auf der er neue Erfahrungen macht und verschiedene Menschen kennenlernt. Drei Jahrzehnte später bringen den jungen Dove Gale Erinnerungsfetzen, die nicht seine eigenen sind dazu den Spuren Peter Manyweathers zu folgen. Doch warum hat er diese Erinnerungen, die ihn mit Peter verbinden?

    Mich hat die Handlung fasziniert und eingesogen. Die verschiedenen Szenerien, denen Peter auf seiner Reise begegnet sind wundervoll beschrieben und die Beziehungen der Charaktere gut ausgearbeitet und clever dargestellt. Ich konnte gut mit Peter und Dove fühlen. Am schönsten Gefiel mir die Zeit, die Peter mit Harum bei der Kadapul verbracht hat und die Entwicklung, die seine Beziehung zu Hens Berg durchmacht. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen.

  19. Cover des Buches The Island - Auf der Flucht (ISBN: 9783608502763)
    Nicola Martin

    The Island - Auf der Flucht

    (113)
    Aktuelle Rezension von: SarahWants2Read

    Worum geht es?: Weiße Sandstrände, türkisblaues Meer, endloser Sommer: Keeper Island ist das Paradies auf Erden. Zumindest auf den ersten Blick. Hinter der exklusiven Hotelfassade regieren Geld, Macht und Gier. Als eines Morgens die Leiche des Resortchefs im Meer treibt, wird auch die neue Hotelmanagerin Lola in die Verlogenheiten der Gäste und Angestellten hineingezogen. Unbeirrt versucht sie herauszufinden, was auf der Insel vor sich geht – und droht dabei ebenfalls mit ihren Geheimnissen aufzufliegen.

    Hotelmanagerin Lola muss dringend weg aus Hongkong, ihr Job dort endete in einem Blutbad. Zum Glück verschafft ihr alter Kollege Moxham ihr eine Stelle weit weg in einem karibischen Luxusresort. Auf Keeper Island kann sie sich voll und ganz darauf konzentrieren, mit ihrem Fünf-Sterne-Lächeln die Probleme der extravaganten Gäste zu lösen. Doch nichts ist so einfach, wie es scheint. Kurz nach Lolas Ankunft wird Moxhams Leiche gefunden. Die Polizei geht von einem Unfall aus, aber Lola ahnt, dass es im Hotel nicht mit rechten Dingen zugeht. Angestellte und Gäste hintergehen sich gegenseitig.Um in diesem Haifischbecken der Superreichen zu überleben, muss sich Lola ganz auf ihre zwei goldenen Regeln verlassen: Sei auf alles vorbereitet. Traue niemandem.


    Das Cover: Das Cover wirkt modern und besticht durch peppige, auffällige Farben, die sofort ins Auge springen. Allerdings wird nicht auf den ersten Blick deutlich, dass es sich bei dem Buch um einen Thriller handelt, was bei mir bereits vor dem Lesen eine gewisse Erwartungsunsicherheit ausgelöst hat.


    Der Schreibstil: Die Geschichte wird aus der Erzähler-Perspektive erzählt, doch mit dem Schreibstil kam ich überhaupt nicht zurecht. Die ständigen Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart erschweren den Lesefluss erheblich, und viele Zusammenhänge werden erst ganz am Ende aufgelöst. Durch diese Struktur konnte ich keinerlei Verbindung zu Lola aufbauen. Zudem werden so viele Charaktere eingeführt und zahlreiche Nebengeschichten eröffnet, dass ich schnell den Überblick verlor. Für mich wirkte das Ganze überladen und unnötig kompliziert.


    Die Hauptfiguren: Lola ist eine junge Frau, die einen Neuanfang sucht, nachdem sie vor einer stürmischen Affäre flieht, die unschön geendet hat. Als sie ihren Chef tot in seinem Zimmer findet, beginnt sie eigene Nachforschungen anzustellen. Zwar sucht sie die Wahrheit, doch man merkt schnell, dass auch sie kein Unschuldsengel ist. Leider konnte ich aufgrund des für mich katastrophalen Schreibstils keinerlei emotionale Bindung zu ihr aufbauen.


    Endfazit: Der Klappentext klang vielversprechend und die Grundidee hat definitiv Potenzial. Doch die Umsetzung konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Der Schreibstil ist für meinen Geschmack chaotisch, es gibt zu viele Charaktere und zu viele Nebenstränge – manchmal ist weniger einfach mehr. Als Serie könnte die Geschichte vermutlich hervorragend funktionieren, aber als Buch hat sie für mich gar nicht funktioniert.


    Das Buch erhält von mir enttäuschte 1,5 von 5 Sterne.

  20. Cover des Buches Schatten der Vergangenheit (ISBN: 9783608505184)
    Antonio Fusco

    Schatten der Vergangenheit

    (50)
    Aktuelle Rezension von: Janefree

    Das Buch wurde von meinem Sohn gewonnen und bewertet:

    Was ich echt cool fand: Der Autor weiß total, wovon er spricht. Er kennt sich aus, wenn es um Polizei, Justiz, Mafia und Gerechtigkeit geht. Als Deutscher weiß man ja irgendwie, was so in Italien abgeht, aber hier bekommt man endlich mal die ganzen Details. Casabona ist ein super interessanter Charakter, aber irgendwie hätte ich noch mehr über ihn erfahren wollen. Er macht nicht immer alles richtig, aber das macht ihn irgendwie auch realistisch. Manchmal geht er auf Mafia-Kontakte zurück und steht zwischen den Fronten. Die Ermittlungsarbeit wird super beschrieben, genauso wie die ganze Atmosphäre, die echt authentisch wirkt. Der Schreibstil ist spannend, mit ein bisschen Humor und das Ende ist einfach speziell – aber ich verrate nicht, warum

  21. Cover des Buches Summer of Love: Liebesroman (ISBN: B073HQ1KS7)
    Estelle Harmony

    Summer of Love: Liebesroman

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Monika81
    Ein schönes Buch.
    Ich muss sagen bis zur Hälfte etwas langwierig aber es lohnt sich weiter zu lesen.

    Marco ist Überlebenskünstler. Sie reich und will die Welt erkünden. Als sie sich treffen, überredet er sie zwei Wochen mit ihm ein Abenteuer zu erleben. Dannach
  22. Zeige:
    • 8
    • 12
    • 24

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks