Bücher mit dem Tag "tuberkulose"
24 Bücher
- Thomas Mann
Der Zauberberg
(573)Aktuelle Rezension von: SeitenwindZu den geistig-vertieften ausführlichen Gesprächsrunden kann ich nicht viel sagen. Die sind mir zu verkopft, wenn auch wirklich gut verfasst.
Den Alltag in der Klinik sowie die Ausflüge und Beweggründe von Hans Castorp fand ich aber hervorragend beschrieben. Besonders der Skiausflug bleibt mir aufgrund der Schilderung bestens in Erinnerung. Aber auch der sachliche Monolog über den menschlichen Körper kommt mir wieder in den Sinn.
Leicht hat man es aber insgesamt als Leser nicht und ich würde empfehlen, manche Passagen aufgrund der sehr verkomplizierten, redundanten Cicero-gleichen Nebensatz-Verschachtelungen, die es, wenn man einmal - so empfinde ich es, darüber nachdenkt, garnicht unbedingt - mit Verlaub- braucht, zu überfliegen.
- Niklas Natt och Dag
1793
(440)Aktuelle Rezension von: Schmuck_GuggerinIm Stockholm des Jahres 1793 wird ein verstümmeltes Bündel eines Menschen in der Kloake der Stadt gefunden.
Spätestens jetzt sollte man entscheiden, ob man sich noch weiteren bestialischen Schilderungen aussetzen möchte. Wenn ja, dann kann man weiterlesen von sehr genauen realistisch dargestellten Grausamkeiten. Gleich einer Zeitmaschine nimmt uns der Autor mit durch noch viele weitere Abgründe.
Das im Präsens geschriebene Buch verbirgt, trotz einer nüchternen Sprache, keine der damaligen Gefühlslagen der Protagonisten. Alle haben schwere persönliche Schicksale und folgen doch einem Wunsch nach Gerechtigkeit.
Der Roman von Niklas Natt och Dag ist all jenen zu empfehlen, die wissen, worauf sie sich einlassen.
- Arnaldur Indriðason
Duell
(54)Aktuelle Rezension von: ChiarraNachdem ich die komplette Krimiserie um Erlendur gelesen habe, war ich neugierig auf deren „Vorgeschichten“. Dieser erste Teil der Vorgeschichten hat mir leider nicht gefallen. Es kam nicht so viel Interessantes über das "Vorleben" der Protagonisten der Erlendur-Serie heraus wie ich es mir erhofft hatte. Der Kriminalfall selber wird um ein historisch stattgefundenes Ereignis herum aufgebaut: das „Match des Jahrhunderts“ im Schachspiel zwischen dem amerikanischen Herausforderer Bobby Fischer gegen den Russen und Weltmeister Boris Spasski. Dieses Ereignis wird für den Hintergrund der Geschichte verwendet, aber ist wohl leider teilweise auch dafür verbogen worden. Aus meiner Sicht war die Idee für die Geschichte zwar gut, aber zu konstruiert und ein wenig als Revolver-Pistole umgesetzt. Selten, dass ich die Zeit lieber für das Lesen eines anderen Buches verwendet hätte. Hier ist es der leider der Fall gewesen.
Gelesen und bewertet 01.05.2023
- Ulrike Renk
Das Lied der Störche
(149)Aktuelle Rezension von: MarinaHEs ist schon das dritte Buch, welches ich von Ulrike Renk lese und ich muss sagen, sie ist nicht wirklich meine Lieblingsautorin. Ich hatte mir etwas anderes unter diesem Buch vorgestellt, man kann es gut lesen, aber bei mir wird es nicht in Erinnerung bleiben.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und einfach, man kommt gut durch das Buch und es gibt keine Probleme damit. Auch zieht sich keine Stelle zu lang, die Aufteilung hat mir auch gefallen.
Leider konnte ich die verschiedenen Charaktere durch das Buch nur mäßig kennenlernen. Der Hauptcharakter hat sich überhaupt nicht ihrem Alter entsprechend verhalten. Sie kam mir nicht so vor als wäre sie 19, sondern Mitte 40.
Die Geschichte an sich hat mir nicht gefallen, es gab keinen richtigen Spannungsbogen und unter dem “dunklen Geheimnis” von Ax habe ich mir wirklich etwas anderes vorgestellt.
Es war nun meine dritte Chance, die ich der Autorin gegeben habe, aber ich glaube es war damit auch meine letzte.
Die Reihe werde ich auch nicht mehr weiterlesen. - Michael Kumpfmüller
Die Herrlichkeit des Lebens
(80)Aktuelle Rezension von: ArmilleeIn diesem Buch wird das Leben im letzten Jahr von Franz Kafka beschrieben. Eine ganz andere Zeit. Er war schwer krank und mit den gelesenen Seiten verlor er immer mehr an Gesundheit. Tuberkulose, oder auch Schwindsucht genannt. Ich wusste weder etwas über die Symptome, noch wusste ich irgendetwas über diesen Mann. Das war wohl eine Bildungslücke.
Obwohl die Ansichten der Menschen aus heutiger Sicht wohl sehr angestaubt wirken, konnte ich nicht aufhören zu lesen. Ich wurde in einen andere Zeit versetzt, an mehrere Handlungsplätze. Besonders die Zeit nach dem 1. Weltkrieg in Berlin, die Inflation, die Wohnungsnot, die Kälte und die Anfeindungen gegen das jüdische Volk.
Für mich war Franz Kafka aber überhaupt nicht die Hauptperson, sondern es war Dora Diamant, die mit ihrer Hingabe und großen Liebe zu ihm unglaubliches geleistet hat. Ich bewundere diese Frau. Ihrer beiden Liebe war so tief und doch so unschuldig, wie ich es mir in der heutigen Zeit nicht mehr vorstellen kann.
Durch Zufall habe ich entdeckt, dass das Buch verfilmt wurde.
- Ulrike Renk
Die Jahre der Schwalben
(115)Aktuelle Rezension von: anne_foxIm zweiten Teil der Familien-Saga geht es um Frederike die mit Ax einem Gutsbesitzer verheiratet wird. Man hat ihr verheimlicht das ihr Mann sterbenskrank ist und sich statt um sein Gut kümmern zu können, ist er jahrelang in diversen Sanatorien, darunter auch in Davos. Frederike ist gezwungen das Gut zu leiten. Da sie eine schlaue und wissbegierige Frau ist schafft sie das auch. Doch nach dem Tod ihre Mannes ist sie ganz alleine bis sie ihren neuen Ehemann Gerald kennenlernt. Alles spielt sich in de Zeit des heraufkommenden Zweiten Weltkrieges ab, der Friderike und der ganzen Familie viel abverlangen wird.
Fazit:
Etwas langatmige Handlung, hoffe der dritte und letzte Teil wird besser.
- Michael Tsokos
Der Totenleser
(125)Aktuelle Rezension von: HoldenWeitere Fälle aus der Rechtsmedizin, begleitet von erklärenden Einschüben des bekanntesten deutschen Gerichtsmediziners. Erneut legt Tsokos die hanebüchenen "Ermittlungsmethoden" der Rechtsmediziner in Tatort, CSI usw. offen, die über eine Fußsohle streichen und die Todeszeit bis auf 5 Minuten festlegen können. Die meisten vermeintlichen unklaren Todesfälle stellen sich als Suizide und nicht als Tötungsdelikte heraus, wenn auch mitunter in sehr durchdachter und verblüffender Begehungsweise. Ein Buch, das jedem Krimiautor ans Herz gelegen sei.
- Olga Tokarczuk
Empusion
(33)Aktuelle Rezension von: dracomaEin kleiner Kurort im schlesischen Gebirge kurz vor Ausbruch des I. Weltkrieges: hier verortet die Autorin die Erlebnisse und Beobachtungen ihres jungen Protagonisten. Der Klappentext verrät schon die Nähe zu Thomas Manns „Zauberberg“, die tatsächlich unübersehbar ist. Aber die Autorin gibt dieser Reverenz vor dem Altmeister ihre ganz besondere Färbung. Sie ahmt nicht nach, sondern sie erzählt selbstbewusst eine ganz eigene Geschichte – was man schon am Genre des Schauerromans sieht. Olga Tokarczuk fährt einen großen Reigen an Schauermotiven auf: unerklärliche Todesfälle, zwei hexenartige alte Frauen, geheimnisvolle nächtliche Geräusche, dunkle Andeutungen, irritierende Beobachtungen und einiges mehr, und all das verwebt sie mit den dunklen Sagen und Legenden der Gegend.
In einem „Gästehaus für Herren“ sammeln sich die Kranken, darunter der junge Protagonist, ein Student aus Lemberg, der seinem Vater und dessen dringlicher Erziehung zur Männlichkeit entkommen will. Die Bewohner des Gästehauses führen Gespräche über Gott und die Welt, oft unterstützt vom heilsamen Likör „Schwärmerei“, und um was es auch geht: die Gespräche wenden sich den Frauen zu. Auch wenn ihre Ausführungen oft von Husten und Atemnot unterbrochen werden und sie sich nur mit großen Anstrengungen noch weiterbewegen können, so sind sie sich doch einig, dem weiblichen Geschlecht meilenweit überlegen zu sein. Hier versammelt die Autorin mit genussvollem Spott ein ganzes Kaleidoskop an misogynen Urteilen der Philosophiegeschichte. Dieser Gegensatz zwischen Unvermögen und Arroganz gibt dem Roman eine skurrile und heitere Note, auch wenn das Unterschwellig-Düstere-Drohende immer präsent bleibt.
Aber es naht Rache. Diesem Männerstammtisch setzt die Autorin eine Schar von weiblichen Dämonen entgegen, den Empusen, die sich wie die Harpyien der griechischen Mythologie im Brausewind nähern und ihr Opfer, bevorzugt einen jungen Mann, mit ihren Klauen zerreißen. Das auserwählte Opfer ist der junge Student, der Klappentext verrät es schon. Wunderbar, wie hier die Erzählinstanz wechselt und ein geheimnisvoller mythischer Wir-Erzähler auftritt, der schließlich auch das letzte Wort hat, und dazu sehr schöne, lyrische Naturbeschreibungen und witzig-originelle Sprachbilder.
Insgesamt hat mir die Komposition des Romans hervorragend gefallen: wie der Leser sukzessive das Anders-Sein des Protagonisten entdeckt, wie dieses Anderssein sein Leben rettet und wie er sich schließlich selbstbewusst damit arrangiert.
Ein Lese-Genuss!
- Sarah Perry
Die Schlange von Essex
(170)Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeow𝐃𝐢𝐞 𝐒𝐜𝐡𝐥𝐚𝐧𝐠𝐞 𝐯𝐨𝐧 𝐄𝐬𝐬𝐞𝐱 ist ein Buch, das ich allein wegen seiner hübschen Optik in meiner Sammlung haben wollte. Und natürlich auch wegen des verlockenden Klappentextes um den Mythos eines Seeungeheuers, welches einen kleinen englischen Ort im 19. Jahrhundert heimsucht. Aber meine Bücherei hatte es da und weil Bücher nun mal teuer sind, durfte es nur als Leihexemplar bei mir einziehen.
Der Roman begleitet eine Vielzahl von Personen, wobei die junge Witwe Cora und der Pfarrer Will die Hauptfiguren bilden. Cora ist voller Wissensdurst, folgt den Thesen Darwins und als sie hört, im Küstenort Aldwinter habe man eine Seeschlange gesichtet, ist sie sofort Feuer und Flamme. Könnte es sich doch um ein prähistorisches Wesen handeln.
Die Dorfgemeinde glaubt aber eher an ein mystisches Ungeheuer. Will Ransome glaubt an keines von beidem, ist aber zunehmend fasziniert von Cora, mit der er aber auch immer wieder aneinander gerät.Ich hatte einige Probleme mit dem Roman.
Erst einmal gibt es zu viele Personen, von denen kaum eine sympathisch ist. Jede von ihnen hat seine eigene interessante Geschichte zu erzählen, die aber nicht genug Raum bekommt, weil eben zu viel los ist.
Das Paar Cora und Will hatte für mich null Chemie, zumal Will mit einer sehr lieben Frau verheiratet ist und mit Cora nichts gemeinsam hat. Cora ist anders und darin liegt der Reiz. Aber wie soll man mit eine Romanze mitfiebern, wenn die Verliebten nie einer Meinung sind und andere mit ihrem Verhalten verletzen?
Auch wenn es hier um ein mystisches Wesen geht, erwartet keine Fantasy. Die Schlange steht für vieles. Wissenschaft und Aberglaube, Medizin, Massenhysterie, soziale Ungerechtigkeit und ein selbstbestimmtes Leben zu jener Zeit. Alles interessante Themen, über die ich gern gelesen habe. Man hätte es aber vielleicht besser auf drei verschiedene Romane aufgeteilt, damit jedes Thema für sich glänzen kann.
Von mir erhält der Roman trotz meiner Kritik eine positive Bewertung, denn er hat mich sehr gut unterhalten. Und auch das versöhnliche Ende hat mir gefallen.
- Stewart O’Nan
Westlich des Sunset
(33)Aktuelle Rezension von: TheSaintStewart O'Nan schildert mit diesem Roman die letzten Lebensjahre des amerikanischen Schriftstellers Francis Scott Key Fitzgerald (1896-1940), der als 23jähriger den Roman "This Side Of Paradise" ("Diesseits vom Paradies") veröffentlichte und damit binnen kurzer Zeit zu großer Berühmtheit gelangte.
Von der Zeit des Kennenlernens Zelda Sayre's und den turbulenten Ehejahren mit ihr von 1918 bis 1934 erfährt der Leser nur fragmentarisch in Rückblenden. O'Nan konzentriert sich auf die Zeit, als die Schulden- und Alkoholflaschenberge des Schriftstellers zu gefährlichen Dimensionen anwachsen und seine Beziehung zu der britisch-stämmigen Klatschkolumnistin Sheilah Graham (1904-1988) den einzigen sicheren Hafen in den stürmischen Gewässern einer sich in einer Nervenklinik befindlichen Ehefrau und der gemeinsamen entfremdeten Tochter Frances, genannt "Scottie", darstellt. O'Nan erzählt von den mühsamen Versuchen Fitzgerald's, sich vom Misserfolg seines Romanes "Tender Is The Night" ("Zärtlich ist die Nacht", 1934) zu erholen und endlich einen Roman zu schaffen, der seinem Wunsch, ein so bedeutender Autor zu werden wie Ernest Hemingway oder William Faulkner, gerecht wird. Doch die immensen Schulden zwingen ihn immer wieder zu Kurzgeschichten und zu Lohnarbeiten in den Hollywood-Studios... Erst 1939 beginnt er mit "The Last Tycoon"... kann diesen Roman aber nicht mehr vollenden. Er stirbt 44jährig nach zwei Herzinfarkten im Dezember 1940.
Stewart O'Nan hat eine intensive Recherche betrieben und schildert (im Gegensatz zum Protagonisten) nüchtern und ereignislos den zähen und schwierigen Kampf um die Geldbeschaffung zur Begleichung der Klinik- und Internatskosten sowie des eigenen Lebensunterhalts und des Bestrebens, endlich einen von Kritik und Leserschaft anerkannten und bedeutenden Roman zu verfassen. O'Nan setzt eine gewisse Vorkenntnis über Fitzgerald's Leben voraus, denn in dem Roman verweist er oft nur mit Vornamen auf wichtige Bezugspersonen im Leben dieses Schriftstellers. So muss man selbst nach den Beziehungen zu Dorothy Parker, zu Ernest Hemingway oder zu seinem Literaturagenten Harold Ober oder dem Lektor Perkins forschen, um zu erfahren, dass die letzten beiden Herren sehr oft mit Vorschüssen und Darlehen zu Hilfe eilen mussten.
"Der große Gatsby" war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ein moderater Erfolg... Zu einem weltweiten Megaseller wurde dieser 1925 erschienene Roman erst in den 1970ern aufgrund der Verfilmung mit Robert Redford und Mia Farrow. Eine perfekte Ergänzung zu "Westlich des Sunset" sind die Amazon-TV-Serien "The Last Tycoon" sowie "Z: The Beginning Of Everything".
- Péter Gárdos
Fieber am Morgen
(36)Aktuelle Rezension von: BibliomaniaIn dieser herzerwärmenden Geschichte, erzählt Péter Gárdos die Geschichte seiner Eltern. Es ist 1945. Miklós ist dem Krieg gerade so entkommen und befindet sich als Ungar in einem schwedischen Krankenhaus. Er hat Tuberkulose und die Ärzte räumen ihm nur noch etwa 6 Monate Lebenszeit ein. Doch Miklós, der das Konzentrationslager überlebte und dadurch seine gesamten Zähne verlor, will heiraten. Er schreibt Briefe an junge Ungarinnen, die sich ebenfalls in Schweden aufhalten. Doch nur mit einer behält er das Briefeschreiben bei: Lili.
Miklós ist ein Dichter, ein Schreiber, ein Wortkünstler und Lili verfällt ihm nach und nach. Natürlich verschweigt er ihr seinen Gesundheitszustand und den Zustand seiner Zähne – denn sein Gebiss glänzt silbrig und verscheucht eher, als dass es anzieht. Die beiden wollen sich besuchen, doch Miklós' Arzt ist dagegen und auch Lilis eine Freundin stellt sich den beiden in den Weg. Unermüdlich arbeiten die jung Verliebten daran sich sehen und heiraten zu können.
Als Leser bangt man mit den beiden und ist betrübt über die vielen Ereignisse in den beiden „Auffanglagern“. Man wünscht sich so sehr, dass die beiden sich sehen können, dass es ein gutes Ende nimmt. Und obwohl man weiß, dass Péter geboren worden sein muss, kann man sich nicht vorstellen, wie die beiden je zusammenkommen. Sie schweigen verständlicherweise über die Geschehnisse im Krieg. Erzählen sich alles, nur nichts darüber. Lili spricht nur immer wieder über ihre Mutter und ihr Heimweh. Beide wollen zurück nach Ungarn. Dort sind sie zu Hause und obwohl nicht mehr viel Ihrer Heimat übrig ist, ist es verständlich, dass man zurück möchte, wenn man gewaltsam entfernt wurde.
Eine schöne Geschichte, leicht poetisch und noch dazu basierend auf einer wahren Geschichte, 3,5 Sterne für diese Lebens- und Liebesgeschichte.
- Francine Rivers
Die Sehnsucht ihrer Mutter
(26)Aktuelle Rezension von: Abby1810Francine Rivers ist zurecht eine meiner Lieblingsautorinnen. Dieses Buch ist wieder einmal ein Highlight dieses Jahr für mich.
1901 Marta Schneider lebt mit ihrer Familie in der Schweiz. Sie ist eine sehr willensstarke, fleißige und hochintelligente junge Frau. Doch für ihren tyrannischen Vater ist sie nur Mittel zum Zweck. Sie muss sehr jung die Schule beenden und arbeiten gehen. Marta sticht an ihren Arbeitsplätzen durch ihren Fleiß und ihrer eloquenten Art hervor. Sie lernt kochen, backen und Haushaltsführung auf höchstem Niveau, denn sie möchte eines Tages ihre eigene Pension eröffnen. Zu Hause in Steffisburg geht es ihrer Mutter die an einer Lungenkrankheit leidet, zunehmend schlechter. Und ihre wunderschöne, aber auch hochsensible Schwester Elise soll laut dem Vater auch weg von zuhause in die Lehre gehen. Marta macht sich große Sorgen um ihre Liebsten. Nur ihrer Freundin Rosi vertraut sie sich regelmäßig in Briefen an. Wird Marta zurück nach Hause kehren? Oder kämpft sie weiterhin um ihre Zukunft in der Ferne?
Der christliche Glaube wird wie ein roter Faden durch das Buch sehr schön und berührend dargestellt.
Francine Rivers schreibt wunderbar. Ich war sofort mittendrin in der Geschichte. Es sind zwei sehr lebendige und unglaublich fesselnde Portraits zweier starker Frauen (Marta und ihrer Tochter Hildemara Rose). Darin verarbeitet die Autorin die persönliche Geschichte ihrer Familie. Ich bin begeistert von dem Buch und lese bereits den zweiten Teil - Die Hoffnung ihrer Tochter - mit der gleichen Begeisterung.
Fünf Sterne und absolute Leseempfehlung meinerseits!
- Andreas Kollender
Mr. Crane
(53)Aktuelle Rezension von: Renate1964Elisabeth ist nach einem Unfall auf einer Gesichtshälfte vernarbt, hält sich selbst nun für ein Monster. Von ihrem Verlobten wird sie verlassen, arbeitet als Krankenschwester in einem Tuberkulose Sanatorium. Ihr Ehemann will auch nur die heilen Seite sehen. Alles ändert sich, als 1900 der totkranke Mr Crane eingeliefert wird.
Da Buch ist eine sehr gekonnte Auseinandersetzung mit Kriegsfolgen, Selbstbewusstsein und mut. Teilweise aber kann ich Fantasie und Realität nicht unterscheiden
- Lea Kampe
Beelitz Heilstätten
(39)Aktuelle Rezension von: juniaWie kam ich zu diesem Buch?
Durch Zufall wurde ich auf das Buch aufmerksam. Es ist das zweite Buch von Lea Kampe, das ich gelesen habe. Nachdem dieses hier dann einige Zeit auf dem eBook-Reader vor sich hin schlummerte, habe ich es mir nun endlich mal vorgenommen.
Wie finde ich Cover und Titel?
Finde ich beides ansprechend.
Um was geht’s?
Auf den Inhalt gehe ich an dieser Stelle nicht allzu detailliert ein, den Klappentext könnt ihr ja selbst lesen, und eine Zusammenfassung des Buches muss ja nun nicht in die Rezension. Lasst euch aber gesagt sein, dass so einiges passiert in und um diese Heilstätten, die ich bislang nur aus diversen Lost Places-Dokus kannte. Die Story ist logisch und kann durchaus so passiert sein. Sie ist spannend aufgebaut, hatte einige für mich überraschende Wendungen, einige waren etwas vorhersehbar. Es geht auch um Liebe und damit eher weniger um die Heilstätten an sich, sie sind lediglich der Ort des Geschehens. Gerade als es richtig spannend wurde, kam ein Zeitsprung, und dann war das Buch auch schon zu Ende. Das Schicksal der in der Geschichte vorkommenden Charaktere wird auf wenigen Seiten kurz zusammengefasst. Schade, irgendwie wirkt das überstürzt, nachdem die Geschichte bis dahin ja doch recht detailliert war.
Wie ist es geschrieben?
Es handelt sich um einen Einzelroman, der also problemlos ohne Vorwissen und Cliffhangergefahr gelesen werden kann. Der Schreibstil ist flüssig und zügig zu lesen, der Ausdruck ist leicht zu verstehen. Sehr gut gefällt mir, dass die Erzählperspektive wechselt, so bekommt man sehr viel aus verschiedenen Sichtweisen mit. Die Beschreibungen sind nicht zu ausschweifend, aber detailliert und bildhaft genug, um gleich in der Story zu sein. Die Gegebenheiten konnte ich mir sehr gut vorstellen.
Wer spielt mit?
Die Charaktere und deren Entwicklung sind gut gezeichnet. Ich habe sie kennengelernt, ich habe mitgefiebert und mitgelitten. Gerade die zwei ungleichen Brüder und deren Umgang mit dem Nationalsozialismus fand ich sehr authentisch.
Mein Fazit?
Das Buch hat mir an sich gefallen, nur das gefühlt überstürzte Ende war seltsam, somit erhält es von mir 3 von 5 Sternchen. Es wird dennoch nicht das letzte Buch der Autorin sein, das ich lese.
- Nicola Vollkommer
Die Rückkehr des Erben
(11)Aktuelle Rezension von: pallas
Lady Charlotte und ihr Mann Lord Jake Greenwold leben friedlich auf ihrem Anwesen "Birch Hights". Durch einen Schicksalsschlag erblindete ihre kleine Tochter Elinor, die seither sehr unter dieser Einschränkung leidet. Eines Tages steht eine völlig verzagte und abgemagerte junge Frau namens Marie vor der Tür und bittet um Einlass. Die liebenswerte und gutmütige Lady Charlotte nimmt sie auf, ohne zu ahnen, dass Marie für die kleine Elinor eine wichtige und wertvolle Vertrauensperson werden wird. Mit viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen erreicht Marie bei dem blinden Kind das schier Unvorstellbare:
Elinor kann über Maries Augen ihre Umwelt wahrnehmen, in dem sie sich über die genauen, einfühlsamen Schilderungen ein Bild machen kann. Die Augen Maries werden somit zu Elinors geistigen Augen. Schon bald ist Marie über dieses innige Verhältnis für das junge Mädchen unersetzlich geworden. Noch weiß niemand woher die junge Frau eigentlich kam und wie ihre Vergangenheit aussah. Die Familie vertraute ihr ohne viel zu fragen und bot Marie eine bescheidene aber glückliche Unterkunft. Als sich jedoch plötzlich ein entrechteter Erbe meldet, wird der Friede und das Glück der Greenwolds auf "Birch Hights" empfindlich gestört.
Nicola Vollkommer wählte für ihren Roman "Die Rückkehr des Erben" vorzüglich gestaltete Romanfiguren, die als authentische Personen den Inhalt der Story sehr überzeugend tragen.Die kleine Elinor ist als kleiner, manchmal recht ungezogener Wildfang, eine humorvolle und quirlige Quelle liebevoller familiärer Episoden, die jedem Leser sofort an's Herz wachsen wird. Ihre Erblindung und die damit verbundene Belastung ließen Elinor aber auch zu einem schwierigen Kind werden, bei dem es keine Gouvernante lange ausgehalten hat. Doch genau hier vollzieht sich bei dem Kind eine enorme Wandlung als Marie in ihr Leben tritt. Die Autorin arbeitet hier auf eindrucksvolle Weise heraus, wie ein fürsorglicher und liebevoller Umgang mit Kindern, selbst in "aussichtslos erscheinenden Fällen", zu einer wunderschönen Wandlung führen kann.
Eine sympathische Hauptfigur entstand in Lady Charlotte, die als liebevolle und mitfühlende Frau stets für Ihre untergebenen Menschen da ist. Sie wird in ihrer Rolle hervorragend durch Lord Jake ergänzt, dessen Charakter eher durch die Vernunft und den Verstand geprägt ist als durch das Gefühl.
Marie ist eine stille, sanftmütige und selbstlose junge Frau, die in ihrem jungen Leben ein furchtbares Schicksal erdulden musste. Jetzt hofft sie bei den Greenwolds auf "Birtch Higths" zur Ruhe kommen zu können und die Wunden ihrer Seele heilen zu lassen. Ein Beispiel der wunderschönen poetischen Sprache Nicola Vollkommers verdeutlicht den Charakter Maries am Besten: "Sie hat ganze Welten in der Seele der Tochter erweckt, die verborgen waren, sie gibt ihr dafür nicht nur Augen die staunen können, sondern auch eine Sprache mit der sie Bilder malt."
Onkel Theodor ist eine weitere, besonders bemerkenswerte Romanfigur. Der stille Onkel beobachtete lieber und scheint seine Worte mit großem Bedacht zu wählen. Gab er im Romangeschehen einen Rat, dann war dieser präzise und meist von besonderer Deutlichkeit: "Gott mag die, die Fehler eines zu weichen Herzens übersehen, aber nicht die Fehler eines harten Herzens."
Schließlich sei noch Eduard, der kleine vermisste Halbbruder von Lady Charlotte, genannt. Die Autorin gestaltete mit ihm ein zartes Kind, das sich aber - wenn es darauf ankommt - kämpfend und schauspielernd einsetzt, um die ihm liebgewonnenen Menschen zu schützen.
Nicola Vollkommer gelang mit "Die Rückkehr der Erben" ein ausgezeichneter historischer Roman, der sehr viele Aspekte des Glaubens in einen vollendet dazu gestalteten Handlungsrahmen einbettet und somit dem Leser einen tiefgründigen und nachdenklich stimmenden Roman präsentiert.
Ganz besonders angenehm fällt der leicht verständliche, ausdrucksvolle Schreibstil auf, der mit einer wunderschönen poetischen Sprache einen angenehmen Lesegenuß der Extraklasse bietet.
Die Handlung des Romans fesselt den Leser durch die sich stetig aufbauende Spannung und bereitet einerseits viele schöne Stunden der Unterhaltung, andererseits lässt die Story den Leser jedoch auch inne halten um über die schönen, wertvollen Aspekte des Gelesenen nachzudenken.
Obwohl dieser Roman die Fortsetzung des Werkes " Wie Möven im Wind" ist, kann dieser Roman ohne Kenntnisse seines Vorgängers gelesen und verstanden werden.
"Die Rückkehr des Erben" von Nicola Vollkommer hat mir außerordentlich gut gefallen. Ich werde noch lange an dieses schöne Werk zurückdenken, das ist sicher. Ein herzliches Dankeschön an SCM Verlag für das lesenswerte Buch. - Felicitas Fuchs
Hanne. Die Leute gucken schon
(48)Aktuelle Rezension von: SigiLovesBooksIch habe auch den zweiten Band begeistert zu Ende gelesen: Ein authentisches Stück Zeitgeschichte, in der man sich in die Nachkriegszeit der 50er und 60er Jahre zurückversetzt fühlt.
Die Autorin hat einen fesselnden und auch berührenden Schreibstil und auch kritische Äußerungen kann man dem Buch entnehmen. Zum Beispiel das große "Schweigen" der Elterngeneration zum Geschehen (und Mitwirken?) im 2. Weltkrieg; der Tatsache, dass viele "Würdenträger" wie Richter u.ä. wieder auf ihren Posten sassen, als ob nichts gewesen wäre.
Die Stimmung der 50er und 60er Jahre wird in der Familie, der Minna und Hanna entstammen, sehr gut veranschaulicht und porträtiert. Besonders schön auch die Freundschaft zwischen Minna und Fannie - ihres Zeichens Sinti, die mit viel Glück als einzige den Horror des Dritten Reichs überlebte und sich schon immer mit Minna verstanden hat. Ein Kapitel, das recht düster ist, findet auch hier Raum:
Die TBC-Kranken der Nachkriegszeit, hier hat auch Hanne vieles mitzumachen, das ihre Persönlichkeit vermutlich sehr verändert hat. Sie wirkt sehr angepasst und naiv, findet jedoch später doch noch ihren Weg, wenn auch mit Hindernissen gespickt. Romy, ihrer aufmüpfigen Tochter, ist nun der 3. Band gewidmet, ich bin sehr gespannt darauf und freu mich schon!
Die Trilogie hat ihren Ursprung in der Familiengeschichte der Autorin Felicitas Fuchs aka Carla Berling, die darüber hinaus auch Krimis schreibt und Ostwestfälin ist. Chapeau von mir für den sehr gelungenen und fesselnd geschriebenen, authentischen Roman und die Trilogie! 5* und 95° auf der Histo-Couch.
- Ulrike Moser
Schwindsucht: Eine andere deutsche Gesellschaftsgeschichte
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Mario Ludwig
Tierische Jobs
(20)Aktuelle Rezension von: StreiflichtAuf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich einerseits Tiere sehr mag und andererseits Sachbücher sehr schätze – vor allem dann, wenn sie in einem humorvollen Ton geschrieben sind. Autor Dr. Mario Ludwig ist Biologe und Naturbuchautor und hat bereits mehr als 20 Bücherveröffentlicht. Darüber hinaus hat er Sendungen bei Deutschlandfunk Nova und Radio Bremen. Trotzdem war er mir bisher kein Begriff, was ich wirklich bedauerlich finde. Denn er ist, wie schon der Hessische Rundfunk feststellte, „Deutschlands Experte für Kurioses im Tierreich“. Und mich hat er mit diesem Buch wirklich begeistert.
Dass Tiere oft hilfreich sind und dem Menschen in allerlei Funktionen dienen, das weiß man ja. Zum Beispiel als Fleisch- und Milchlieferanten, für Wolle oder Leder, als Trüffelschwein, Brieftaube oder Blindenhund. Doch dieses Buch zeigt charmant und unterhaltsam, dass die Fähigkeiten der Tiere noch viel weiter gehen. Einige wenige Beispiele kannte ich bereits, wie zum Beispiel den seltenen und daher sehr teuren Katzenkaffee. Dass aber auch Elefanten als Kaffeeveredler dienen, hatte ich noch nie gehört bzw. gelesen. Die Raben des Towers in London waren mir ein Begriff, aber was dahinter alles steckt, konnte ich erst hier lesen. Besonders gefallen haben mir auch die Flughafenbienen und die Laus im Lippenstift.
Wer sich gerne auf interessante, kuriose und lehrreiche Weise unterhalten lässt, der ist bei „Tierische Jobs“ genau richtig. Die kurzen Geschichten über die einzelnen Tiere, die das gesamte Tierreich umfassen – egal ob groß oder klein, schön oder unscheinbar – ziehen den Leser schnell in ihren Bann. Immer wieder wollte ich nur schnell eine Geschichte lesen, blieb dann aber hängen und hab mehrere Abschnitte gelesen. Man lernt ganz nebenbei viel Wissenswertes und kann wunderbar schmökern.
Die Abbildungen der Tiere in schwarz-weißen Zeichnungen geben dem Leser einen tollen Eindruck, um welches Tier es gerade geht – nicht jeder kennt die Schleichkatzen oder deren Aussehen – und sorgen für eine harmonische Abrundung des Textes.
Fazit: Rundum gelungen, unterhaltsam und spannend, kurios und wunderschön. Ein Buch, das zeigt, welch einen Schatz wir in unseren Tieren haben und was sie alles für uns tun können – wenn wir gut und liebevoll mit ihnen umgehen.
Ich bin begeistert und werde das Buch meiner Schwester, einer Tierärztin, schenken. Ich bin mir sicher, auch sie wird dem Büchlein verfallen und es gebannt lesen. - Thomas Bernhard
Die Kälte
(27)Aktuelle Rezension von: HolgerKoelnWer noch nicht depressiv ist, aber dafür empfänglich, wird große Chancen nach der Lektüre haben, sich zumindestens beschissen zu fühlen. - Linda Kavanagh
Das Flüstern der Schmetterlinge
(12)Aktuelle Rezension von: MamaSandraZum Inhalt:
Olivia ist um die 30 Jahre alt, Single, wohnt in Dublin. Von ihrer Großmutter und deren Bruder Eddie bekommt sie ein Haus in Cloncullen. Hellen und Eddie sind zwar noch nicht tot, haben das Haus aber von einer Frau namens Laura Morton geerbt. Sie kennen die Frau nicht und haben keinerlei Verbindung zu diesem Ort. Sie vermuten aber, dass es vielleicht mit ihrer verlorenen Schwester Ada in Zusammenhang steht. Als Helen und Eddie noch klein waren, verschwand die große Schwester plötzlich über Nacht. Sie haben nie wieder etwas von ihr gehört und wissen bis heute nicht, warum sie verschwand – Tuberkulose?/schwanger?
Brendan, 35 Jahre alt, Zahnarzt, ein sehr sympathischer Mann. Sie lernen sich bei Olivias erstem Besuch im Haus kennen. Er ist direkt, scharfzüngig, flirtet sofort und offensichtlich. Für viele zu direkt, für mich mehr als sympathisch. Ich würde ihm ähnlich locker entgegen treten wie es Olivia getan hat.
Olivia ist begeistert von ihrem neuen Haus und bringt es gemeinsam mit ihren Freundinnen Maggie und Barbara wieder auf Vordermann. Bei der Instandhaltung des Kamins finden die Arbeiter plötzlich ein Babyskelett. Die Polizei ist im Haus – Sergeant Philip Lynch wird auch gleich zum Objekt der Begierde von Maggie. Alle 3 Frauen sind nämlich Single und auf Männersuche.
Die ersten Fragen kommen: Wie lange lag das Baby im Kamin? Wer war die Mutter? Warum wurde es versteckt? Wie kam es ums Leben?
Zudem versucht Olivia auch etwas im Dorf über die vorherige Besitzerin heraus zu bekommen. Auch ob Ada vielleicht einmal dort lebte. Philips Großmutter verschweigt zu diesem Thema etwas. Sie kannte Fr. Morton sehr gut, angeblich aber keine Ada. Doch sie verspricht sich wohl unbewusst, indem sie das gefundene Baby als „sie“ bezeichnet, obwohl das Geschlecht von der Gerichtsmedizin noch gar nicht festgestellt wurde.
Parallel zu den aktuellen Geschehnissen lernen wir Ada und ihr Schicksal kennen. Ein lebhaftes Mädchen, das sich für Sport interessiert war in den 1940er/50er Jahren nicht schicklich. Der örtliche Pfarrer vergewaltigt Ada, sie wird schwanger. Die Eltern sind enttäuscht, glauben sie hätte sich den Jungs im Ort freiwillig angeboten. Sie sind froh, dass der Pfarrer ihr einen Platz in einem Kloster besorgen konnte. Dort leben die „gefallenen“ Mädchen, um für ihre Sünden zu büßen. Doch leicht haben es die Mädchen dort nicht. Trotz Schwangerschaft müssen sie schuften, bis sie Presswehen haben. Die Arbeitsbedingungen sind miserabel, die Nonnen reinste Folter. Zu Essen gibt es kaum, nur die Nonnen leben gut. Die Mädchen leiden. Die geborenen Babys werden ins Waisenhaus gesteckt.
Henry Morton sucht derweil eine Haushaltskraft, die sich um seine an Tuberkulose erkrankte Frau kümmert. Da Ada nach einem Fluchtversuch nur Böses in sich trägt und die Nonnen sie loswerden wollen, damit keine Unruhe unter den Mädchen entfacht, wird sie an Henry Morton übergeben. Dass sie an der ansteckenden Krankheit ebenfalls sterben könnte, ist den Nonnen egal.
Zum Glück findet Ada in Laura Morton eine Freundin. Auch in der weiteren Angestellten und Nachbarin Fr. Carmel Collins > die Großmutter von Philip Lynch. Henry Morton ist ein Alptraum von einem Ehemann. Zu dritt versuchen die Frauen das Leben in Bay Tree House zu meistern.
Nebenher erscheint noch Chrissy, eine Frau vom fahrenden Volk. In einer Notsituation hilft sie Ada und gewinnt damit 3 Freundinnen fürs Leben.
Im Großen und Ganzen handelt das Buch von der traurigen Rolle der Frau, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Wie wenig Frauen damals wert waren, wie wenig sie ihr Leben selbst bestimmen konnten – nämlich gar nicht. Wie wehrlos sie Gewalt und Brutalität der Männer ausgeliefert waren. Und wie schwierig es heute manchmal noch für einige von uns ist. Dieses Thema wurde, gespickt mit Krankheiten, zeitbedingten Lebensumständen, Missverständnissen, Vertrauensbrüchen usw. auf diesen 412 Seiten verwandelt.
Schreibstil:
Buch 1 und Buch 3 erzählen aktuell von Olivia, ihren Freundinnen und anderen Personen in ihrem Leben. Von den Entdeckungen im Haus und den aktuellen Entwicklungen zur Aufklärung der Vergangenheit.
Kursiv wird hier von der Vergangenheit, von Adas Leben, berichtet.
Buch 2 berichtet von Majella, der 2. Tochter von Ada und ihrer Zeit im Waisenhaus. Darüber wie Chrissy in die Geschichte von Ada tiefer hineingeraten ist.
Die Perspektive ist ein neutraler allwissender Erzähler. Meist erzählt er von Olivia oder eben von Ada. Oft schwankt der Erzähler jedoch näher zu allen anderen Charakteren, die mehr oder weniger wichtige Rollen haben. Es ist sehr verwirrend. Der Wechsel hat mir nicht gut gefallen und beeinträchtige gelegentlich den Lesefluss.
Meine Einschätzung:
Zuerst einmal finde ich den Titel völlig unpassend, da er rein gar nichts mit dem Buch zu tun hat. Im Englischen heißt der Titel „Hush, Hush“ was übersetzt so viel bedeutet wie „Psst Psst“ oder „Nacht-und-Nebel-Aktion“ o.ä. Das wäre eindeutig passender gewesen, hat den Übersetzern aber für einen kreativen deutschen Titel nicht gereicht. Auch das Bild ist irreführend, würde mich als Leser das englische Cover mehr ansprechen. Schade, dass man so weit vom Original abgewichen ist. Da wundert es mich nicht, dass ich dieses Buch als Mängelexemplar und Ladenhüter für 2 Euro erworben habe.
Zum Buch selbst muss ich sagen, war ich weder begeistert noch enttäuscht. Die Geschichten waren gut durchdacht, sehr spannend dargestellt. Ich konnte das Buch zuletzt gar nicht mehr weglegen, weil ich die Auflösung wissen wollte. An vielen Stellen habe ich sogar geweint, weil es so traurig oder emotional war – das passiert mir nicht sehr oft. Es hat mich als sehr berührt, da kann es nicht schlecht sein.
Aber das Buch hatte leider einfach zu viel von allem. Von den 2 besten Freundinnen hätte eine einzige gereicht. Ein paar Nebencharaktere waren überflüssig und wurden wohl nur eingebaut, um das Thema häusliche Gewalt in der heutigen Zeit einzubauen. Gwen und ihren Ehemann hätte man weglassen können. Auch die Lebensgeschichte von Richard Devlin war nicht notwendig. Mit ihm hätte man die Rolle der Barbara komplett weg lassen können.
Für Adas Geschichte hätten es auch etwas weniger Mitmenschen gebraucht. Laura Morton, Carmel Collins, Chrissy, die ganzen Nonnen, die vielen Freundinnen der Mädchen, der Arzt, usw. Es waren einfach zu viele Menschen. Aber die Autorin hat es wohl nur gut gemeint und wollte alle möglichen Seiten einflechten.
Ach ja: Und Brendan - wie überflüssig ist dieser Mann bitte? Taucht am Ende auf, mal in der Mitte und zum Schluss und soll der wahre Held der Protagonistin sein??? Man hätte ihn mehr und besser in die Geschichte einbinden müssen. Sehr schade eigentlich, denn seine Art fand ich wahnsinnig sympathisch.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Wie gesagt, nicht viele Bücher bringen mich zum Weinen und spannend war es auch. Doch aufgrund des irreführenden dt. Titels/Covers, den zu vielen Charakteren und der teilweise wirren Erzählperspektive ziehe ich zusammenfassend nur einen Stern ab.
Wer das Buch mal in die Hände bekommt, ich kann es empfehlen! Ist auch etwas für Fans von Kate Morton, Katherine Webb und alle, die gern Verstrickungen von Vergangenheit und Gegenwart aufklären wollen.
- Will Hofmann
Lebensnacht
(29)Aktuelle Rezension von: camilla1303Der Roman „Lebensnacht“ von Will Hofmann ist 2016 im Fabulus-Verlag erschienen und erzählt die Geschichte einer Killer-Substanz aus dem Chemielabor; Handlungsort Deutschland.Die Menschheit steht vor dem Aus. Professor Harry Kauffmann ist ein Experiment fürchterlich missglückt: Er wollte Benzin mit Hilfe genetisch veränderter Bakterien herstellen, doch nun sterben weltweit Menschen und ihre Leichname lösen sich in Pfützen, die nach Benzin riechen, auf. Nun versucht Kauffmann seinen Fehler gutzumachen und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Kann er die mutierten Arten, die Oktobakter, unschädlich machen?
Eigentlich bin ich ein großer Fan von Dystopien, stelle ich mir die Zukunft selbst auch oft nicht so rosig vor. Auch diese Inhaltsangabe hat überzeugt und ich war mir fast sicher, dass ich Will Hofmanns Geschichte rund um die tödliche Substanz regelrecht verschlingen werde, die Handlung hätte eindeutig das Potential zu fesseln. Doch leider bin ich mit der Schreibweise des Autors überhaupt nicht warm geworden, wirkt sie auf mich doch sehr oberflächlich und flach.
Auch zu den Hauptprotagonisten, konnte ich keine Bindung aufbauen und so ging die Geschichte eigentlich an mir vorbei, konnte ich doch nie richtig mitfiebern. Und auch das Frauenbild des Autors lies mich an manchen Stellen schaudern. Diesmal kann ich leider keine Leseempfehlung geben. Schade.
- Elizabeth Camden
Ein Schritt ins Ungewisse
(26)Aktuelle Rezension von: annislesewelt"Ein Schritt ins Ungewisse" ist ein so wundervoller Roman, ich fühlte mich von der Geschichte richtig umarmt.
Ein richtiges Herzensbuch, ein Buch zum verlieben und träumen.
Kate hatte den großen Traum zu studieren, doch lebt sie in einer Zeit in der es Frauen größtenteils verwehrt wird.
Ihre Chance besteht in einem Stipendium, doch bei dem Test gewinnt ihr Rivale Trevor und bekommt den Platz.
Kate ist tiefverletzt, ihr Traum ist geplatzt und sie muss viel kleiner leben als sie geträumt hat.
Doch dann Jahre später bietet Trevor Kendall ihr einen Arbeitsplatz in seiner Forschungsabteilung an.
Sie ist hin und her gerissen zwischen ihrer Abneigung ihm gegenüber und der wunderbaren Möglichkeit ihrem alten Traum ein Stückchen näher zu kommen.
Trevors Forschungsabteilung ist allerdings nicht beliebt und jemand legt ihm große Steine in den Weg.
Auch Kate ist verwirrt und versucht die Ereignisse, Gespräche und eigene Gefühle zu sortieren und es ist nicht leicht für sie den Weg zu finden.
Superspannend fand ich den medizinischen Part in diesem Buch.
Tuberkulose wurde erforscht und die Gefahr, die Unberechenbarkeit, der sichere Tod und das wenige Wissen über Zusammenhänge, Ursachen und Verlauf machten diese Krankheit so beängstigend.
Das alles ist perfekt eingerahmt von Kates und Trevors Geschichte.
Ich habe beide sehr gemocht, Kate mit ihrem warmen Wesen und auch Trevor der so fest, stark und fast schon stur und hart beschrieben wurden.
Es ist ein Buch für Wohlfühlmomente und trotz der Spannung, die sich durch die Handlungen zieht, ist die Geschichte sanft und schmeicheld geschrieben.
Es ist ein Buch bei dem ich nicht aufhören wollte zu lesen, gleichzeitig aber auch am liebsten die Zeit angehalten hätte um das Buch eben nicht zu beenden.
- Sally Beauman
Die fernen Tage
(10)Aktuelle Rezension von: justitiaEin äußerst lehrreiches Buch, das aber leider so einige Längen hat und keine so richtige Spannung aufkommen lässt …
Ein kleiner Einblick in den Klappentext:
England 1922: Um sich von einer schweren Krankheit zu erholen, reist die junge Lucy mit ihrer Gouvernante nach Ägypten. Bald schon ist sie fasziniert von der Schönheit des fernen Landes und dem illustren Kreis bedeutender Archäologen und ihrer Familien. In Frances findet sie eine beste Freundin, gemeinsam erleben die beiden die aufregenden Entdeckungen im Tal der Pyramiden mit und erforschen die rätselhafte Welt der Erwachsenen – eine Welt aus Halbwahrheiten und dunklen Geheimnissen. Noch Jahre später werfen die Geheimnisse, die ihren Anfang in Ägypten nehmen, ihre Schatten auf Lucys Leben und gefährden ihre große Liebe ...
(© Text- & Bildmaterial: Goldmann Verlag)
Meine Gedanken zu dem Buch:
Die schillernd rote Rose auf dem alten Papier und dann dieses wundervolle Grün haben mich sofort beeindruckt und versprachen einen historischen Roman mit einer romantischen Geschichte. Doch leider blieb die anvisierte Romantik lange Zeit eher aus.
Vielmehr widmet sich die Autorin sehr ausführlich den ägyptischen Ausgrabungen sowie der Entdeckung des Grabes von Tutanchamun um 1920, die sehr ausführlich recherchiert und wunderbar aufgearbeitet worden sind. Diese geschichtlichen Hintergrundinformationen wurden mit der Geschichte verwoben und fügten sich herrlich in die Handlung ein. Diese geschichtlichen Details der Ausgrabungen waren für mich äußerst lehrreich und informativ. Ich merkte deutlich, dass sich die Autorin sehr für das alte Ägypten, die Pyramiden sowie seine geschichtlichen Hintergründe informiert und sehr viel Herzblut sowohl in die Recherche als auch in die Verarbeitung der historischen Details gelegt hat. Dies hat mir ausgesprochen gut gefallen.
Die Autorin schildert die Geschichte aus der Perspektive der Protagonistin Lucy, die sich in den 1920er Jahren in Ägypten befand und so bei den Ausgrabungen dabei war. In Rückblenden lässt die zwischenzeitlich gealterte Lucy auf ihre Zeit in Ägypten und die dortigen Ereignisse zurück. Dazwischen fügen sich auch Episoden aus der Gegenwart ein und der Leser bekommt hierdurch einen Einblick in Lucys gegenwärtiges Leben. Diese Wechsel sind der Autorin ebenfalls gut gelungen und lockern die Geschichte auf.
Bedauernswerter Weise ist es der Autorin allerdings nicht gelungen bei mir richtige Spannung aufkommen zu lassen und mich zu fesseln. So wies die Geschichte durchaus seine Längen auf und häufig fragte ich mich, wo diese Handlung noch hinführt. Ich habe zu keiner Zeit so richtig in die Geschichte hinein gefunden, dennoch war ich sehr gefangen von den historischen Hintergründen und Informationen, dass ich dennoch dran geblieben bin. Auch Lucy war mir überaus sympathisch und ihre starke Persönlichkeit hat mich sehr beeindruckt. Für mich war sie ein überaus willensstarkes junges Mädchen, das ihren Weg gegangen ist, gegen alle Widrigkeiten. Zudem war es äußerst interessant, wie sie sich gegen so einige Widerstände zur Wehr gesetzt hat. Schade bleibt aber, dass es der Autorin nur in Ansätzen gelungen ist, die interessanten und spannenden Ideen und Grundthemen auch entsprechend aufzuarbeiten und miteinander zu vereinen.
Kurz & gut – mein persönliches Fazit
Dieses Buch hat mich etwas zwiegespalten zurück gelassen – einerseits packten mich die historischen Details über die ägyptischen Ausgrabungen und die Entdeckungen der Gräber der Pharaone, doch andererseits konnte mich die gesamte Rahmenhandlung leider nicht mitreißen, obwohl sie durchaus so einiges Potential aufwies. Auch die erwartete Romantik blieb auf der Strecke. Insgesamt ist „Die fernen Tage“ vor allem ein Buch, dass vor allem Leser beeindrucken und mitreißen dürfte, die sich vorrangig für die ägyptische Geschichte interessieren und denen dabei die Rahmenhandlung zweitrangig ist.
© Rezension: 2014, Sandra „Sunny liest“
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