Bücher mit dem Tag "türke"
28 Bücher
- Tim Marshall
Die Macht der Geografie
(67)Aktuelle Rezension von: FederfeeMit ein wenig Zähneknirschen vergebe ich 4 Sterne, denn es gibt für mich zwei nicht unerhebliche Kritikpunkte, halte es aber dennoch für ein wichtiges, Einsichten verschaffendes Buch.
Der Untertitel: ‘Wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt’ trifft genauso ins Schwarze wie der Originaltitel ‘Prisoners of Geography’. Es handelt sich um eine komplett überarbeitete Neuausgabe (2025) und ist somit hochaktuell. Auch wenn sich sicher in nächster Zeit einiges verändern wird, bleiben die geografischen Rahmenbedingungen bestehen.
Das Vorwort, das auf wenigen Seiten eine gut verständliche, zusammenfassende Darstellung der Weltlage mit ihren Tendenzen gibt, hat mir gefallen: Zusammenschluss autoritärer Staaten, Lockerung der Bindungen von einst, hin zu einer multipolaren Welt, Falscheinschätzungen der Europäer, neue Technologien, etc.
Der Autor stellt zehn Räume mit ihren geografischen Gegebenheiten vor, wozu aber auch Faktoren wie Demografie, Klima etc. gehören, also nicht nur Berge, Flüsse. Seen, Meere. Es sind Russland, China, USA, Westeuropa, Afrika, Der Nahe Osten, Indien und Pakistan, Korea und Japan, Lateinamerika, Die Arktis.
Inhaltlich leicht lesbar und einsichtig dargestellt, ist aber mein erster Kritikpunkt: es hätte strukturierter sein müssen. Wenn man z.B. ein Kapitel über Westeuropa schreibt, wäre es ein Leichtes, über einen Abschnitt den Namen des Landes zu schreiben, um das es gerade geht. Das wäre besonders wichtig, weil sich der Autor nach einleuchtenden gut dargestellten geografischen Gegebenheiten etwas zu sehr in Details verliert.
Zu jedem Kapitel gibt es eine große Karte und im Text noch einmal eine oder zwei kleinere. Aber: ohne Atlas daneben geht es nicht. Wie kann man wichtige Orte erwähnen, die dann doch nicht auf der Karte eingetragen sind?! Das ist leider ein großes Manko dieses Buches und hat mich streckenweise sogar geärgert.
Aber - um sachlich zu bleiben - außer den erwähnten Mängeln (in meinen Augen) bleibt es immer noch ein Buch, das grundlegende wichtige Einsichten verschafft und zu mehr Verständnis im Sinne von ‘Erklärung’ einiger Phänomene der Weltlage verhilft. Trotz meiner Kritik kann ich es empfehlen, wenn man politisch interessiert ist.
- Gudrun Pausewang
Die Wolke
(954)Aktuelle Rezension von: Perse- Details:
Ausgabe: Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 1987
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Verlag: Ravensburger
Genre: Jugendliteratur
Seitenanzahl: 223
- Inhalt:
Was niemand wahrhaben wollte, passiert: Deutschland erlebt einen atomaren Unfall. Die 14 Jährige Janna-Berta verliert ihre Familie und ist auf sich allein gestellt.
- Wie das Buch zu mir gefunden hat:
Das Buch hat mich über ein Verschenke - Regal gefunden. Ich habe damals den Film im Schulunterricht gesehen und wollte schon immer das Buch dazu gelesen haben, jetzt habe ich es endlich getan...
- Meinung:
Das Thema dieses Buches ist nicht ohne. Gudrun Pausewang erzählt klar, hart und authentisch. Ich finde, dass einen beim Lesen der harte Realismus dieser Welt trifft. Es ist nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen" in der Welt, in dieser Gesellschaft und Politik.
- Fazit:
Zu Recht den Jugendliteraturpreis 1988 gewonnen. Dieses Werk gehört für mich zur Pflichtlektüre!
- Empfehlung:
Für alle, die qualitativ hochwertige Jugendliteratur suchen und/oder Fans von Gudrun Pausewang sind.
Eine Kauf- und Leseempfehlung von mir!
- Tipp:
Schaut euch den gleichnamigen Film von 2006 an.
- Lieblingszitate:
"Kein Ton von den Herren, die so gerne reden."
Prolog - Seite 7
"Versagen ist menschlich. Mit Versagen nicht zu rechnen, ist verantwortungslos und unmenschlich.''
Prolog - Seite 9
"»Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.«"
Kapitel 1 - Seite 23
"»Handeln Sie mit Verantwortungssinn!«"
Kapitel 2 - Seite 33
"Das also würde der neue Unterschied zwischen Arm und Reich sein."
Kapitel 8 - Seite 127
"»Die Leute fangen schon wieder an zu vergessen«,..."
Kapitel 10 - Seite 153
"»Menschen sind zu allem fähig«,..."
Kapitel 10 - Seite 154
- Felix Lobrecht
Sonne und Beton
(132)Aktuelle Rezension von: RabenprinzessinDer Roman ist inzwischen längst Schullektüre und meine Klasse hat sich diese Lektüre gewünscht. Für mich hat die Sprache es sehr anstrengend gemacht, da das ganze "Dings" etc. mich beim Lesen ganz aggressiv gemacht hat. Aber natürlich weiß ich, dass Jugendlich lieber so sprechen und sie dafür bei der Lektüre älterer Texte wie z.B. Faust leiden.
Also ausgleichende Gerechtigkeit. Die Hauptfigur Lukas wird zwar beschrieben, war für mich aber keine richtige Identifikationsfigur. Dafür enthält der Roman sehr viele Themen wie Rassismus, Jugendkriminalität, Armut, Gewalt und Perspektivlosigkeit. Damit werde ich auf jeden Fall viele Anknüpfungspunkte finden, um im Unterricht sinnvoll zu dem Buch zu arbeiten. Ich bin gespannt auf das Feedback der Klasse, denn natürlich ist mir klar, dass ich nicht die Zielgruppe des Buches bin.
- Jakob Arjouni
Happy birthday, Türke!
(115)Aktuelle Rezension von: kassandra1010Kemal Kayankaya ist Privatdetektiv in hessischen Frankfurt und natürlich mit sämtlichen Klischees behaftet, die es so gibt.
Sein neuer Fall kommt ihm gerade etwas unpassend. Seit geraumer Zeit nervt ihn eine Wespe in seinem Büro und als er dieses fiese Ding endlich zu fassen bekommt, klingelt es an der Tür.
Die Auftraggeberin befindet sich in tiefer Trauer. Die junge kleine Türkin erzählt Kayankaya vom Tod ihres innig geliebten Mannes. Nicht freiwillig aus dem Leben geschieden ermittelt die Polizei nur schleppend. Das es sich bei dem Fundort der Leiche um ein Bordell handelt, scheint die junge Witwe nicht wirklich zu beschäftigen und Kayankaya braucht dringend ein wenig Geld.
Ein kleines Problem verheimlicht er allerdings seiner Auftraggeberin, die natürlich selbstverständlich davon ausgeht, dass er fließend türkisch spricht. Doch der Tausend-Mark-Schein ist einfach zu verlockend.
Die Ermittlungen führen ins Drogenmillieu. Mit der Holzhammermethode macht er sich bei der örtlichen Polizei natürlich nicht gerade Freunde, aber beim Pensionär Löff stößt er auf offene Ohren, bis der erste Drohbrief reinflattert.
Mit viel hessischem Charme schafft es Kayankaya schnell, sich Durchblick im Frankfurter Bahnhofsviertel zu verschaffen.
Jakob Arjouni macht es einem sehr leicht, Kayankaya zu mögen. Der frischgebackene Privatdetektiv nimmt kein Blatt vor den Mund und lässt den Leser schnell mal laut auflachen. Feiner Humor und gut gezeichnete Charaktere machen diesen Roman/Krimi, wenn auch nur 170 Seiten lang zu einem abendfüllenden Programm.
Das der Krimi im Jahr 1983 spielt und im klassischen Chandler/Marlow-Stil geschrieben ist, macht schon nach den ersten paar Seiten Lust auf mehr. Doch leider ist Jakob Arjouni bereits an einem Krebsleiden früh verstorben.
- Lale Akgün
Kebabweihnacht
(7)Aktuelle Rezension von: AischaLale Akgün, in Istanbul geboren und als Jugendliche mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen, verbindet in ihrem schriftstellerischen Schaffen immer wieder politische Erfahrung und persönliche Geschichte. Als Psychotherapeutin, SPD-Politikerin und streitbare Publizistin kennt sie die Themen Integration, Religion und kulturelle Identität nicht nur aus der Theorie, sondern aus gelebtem Alltag. Diese Authentizität prägt auch ihr Buch "Kebabweihnacht".
Ich habe die Erzählung als ein modernes deutsch-türkisches Weihnachtsmärchen gelesen – charmant, nachdenklich und mit feinem Gespür für familiäre und gesellschaftliche Konflikte. Im Mittelpunkt steht eine türkische Einwandererfamilie, die in Deutschland eine neue Heimat sucht. Die Ehe der Eltern ist arrangiert, die Kinder wachsen hier auf, zwischen zwei Welten. Doch als der Vater zunehmend unter den Einfluss eines radikalen örtlichen Imams gerät, verändern sich die familiären Strukturen. Plötzlich werden Dinge verboten, weil sie „unislamisch“ seien, und seine Angst wächst, Deutsche wollten Muslime missionieren. Besonders beeindruckt hat mich die Figur des Sohnes Umut. Er liebt Weihnachten – das Licht, die Musik, die Stimmung – doch er darf diese Leidenschaft nur heimlich leben, um den Familienfrieden nicht zu gefährden. Akgün gelingt es, diesen inneren Konflikt glaubwürdig und berührend zu zeigen. Die Figuren wirken realistisch, auch wenn sie stellenweise etwas überzeichnet erscheinen; angesichts der Kürze des Buches – knapp über hundert Seiten – ist das dramaturgisch nachvollziehbar. Inhaltlich verhandelt die Autorin eine beeindruckende Bandbreite an Themen: arrangierte Ehen, die oft enttäuschten Hoffnungen der Zuwanderer, subtile Formen der Ausgrenzung durch die Mehrheitsgesellschaft, religiöse Radikalisierung, aber auch den Einfluss von Bildung und die schwierige Suche der zweiten Generation nach Identität und Zugehörigkeit.
Sprachlich bewegt sich die Erzählung im Bereich solider Unterhaltungsliteratur, ohne literarische Höhenflüge – doch inhaltlich ist sie vielschichtig, klug komponiert und bietet reichlich Stoff für Diskussionen über Religion, Integration und kulturelle Verständigung. Ich habe "Kebabweihnacht" gern gelesen – als ehrliche, unterhaltsame und zugleich berührende Geschichte über das Aufeinanderprallen von Welten und die Sehnsucht nach einem Ort, an dem alle Feste gefeiert werden dürfen.
- Michael Lüders
Die den Sturm ernten
(8)Aktuelle Rezension von: BuecherbaerchenLüders liefert einen unangenehmen und ungeschminkten Überblick über die Vorgänge in Syrien. Vor allem die Rolle der "westlichen Welt" in Syrien und anderen arabischen Ländern wird näher beleuchtet. Lüders zeigt, wie die USA und ihre Verbündeten die Lage oftmals falsch einschätzen, weil sie Region und Leute unzureichend kennen und die Region dann in's Chaos stürzen, ohne die Konsequenzen zu tragen. Dabei verfällt Lüders nicht in plumpen Antiamerikanismus, sondern zeigt auf, wo Interessen der USA dazu führen, dass diese politisch und militärisch Intervenieren. Er beruft sich dabei auf offizielle Dokumente und Vorgänge. Die Fehleinschätzungen der USA und der westlichen Welt in Syrien waren und sind kein Geheimnis, aber durch Lüders gut und kompakt aufgearbeitet.
Das Buch ist gut in einigen Stunden zu lesen und kann als erster Einblick in die Thematik dienen. Die Rolle Moskaus und anderer Partnerländer Syriens werden am Rande angeschnitten, aber nicht umfänglich vertieft.
- Necati Öziri
Vatermal
(106)Aktuelle Rezension von: Minijane„Vatermal“ ist eine Familiengeschichte, die unter die Haut geht.
Der Sohn, Arda, liegt mit Organversagen im Krankenhaus und es ist unklar, ob er es schaffen wird. Abwechselnd wird er von seiner Mutter und seiner Schwester besucht, die seit 10 Jahren nicht mehr miteinander gesprochen haben. Vom Krankenbett aus schreibt er Briefe an seinen abwesenden Vater, über sein Leben, seine Träume, seine Gefühle.
Schon das Wort „Papa“ oder „Baba“ aufzuschreiben klingt für Arda seltsam, denn sein Vater ist für ihn eine Leerstelle, die er nur mit Erzählungen seiner Mutter und seiner Schwester füllen kann. Sein Vater ist zurück in die Türkei gegangen und hat Ümran mit den Kindern mittellos zurückgelassen.
Arda wächst mit seiner überforderten Mutter und seiner Schwester Ayla, im Ruhrgebiet auf. Er erzählt von seinem Leben mit Schikane und Rassismus, von Perspektivlosigkeit und geplatzten Träumen, einem Leben ohne Pass und ohne Geld. Die Figuren wirken sehr authentisch und der Roman wird sehr ehrlich und kraftvoll mit Zuhilfenahme von Jugendsprache zeitweise auch grob, dann wieder zart und humorvoll erzählt.
Die Tragik dieser Geschichte hat mich sehr berührt und ich werde sicher noch eine Weile darüber nachdenken.
Unbedingt lesen!
4,5 Sterne
- Heike Abidi
Dancing Girls - Ida springt über ihren Schatten
(24)Aktuelle Rezension von: YaBiaLinaDieses Buch lag ziemlich lange auf dem SuB meiner Kinder,daherdachten wir,es wäre an der Zeit,es zu befreien.Rückblickend denke ich,hätten wir es lieber stehen lassen und hätten die Lesezeit einem anderen Buch gewidmet.
Inhalt:
Ballett bedeutet Ida einfach alles – darum kann sie es auch kaum erwarten, mit den anderen Dancing Girls einen neuen Tanz auszuprobieren, bei dem sie tolle Pirouetten drehen kann. Doch Emily, Charlotte und Yasmin wollen zuerst den neuen Probenraum renovieren. Super langweilig!, findet Ida. Und dann überzeugt Yasmin die anderen Mädchen auch noch von einem türkischen Hit, zu dem sie bei der Restaurant-Eröffnung ihrer Eltern auftreten sollen. Wie lahm ist das denn? Ida stellt auf stur und will nicht mehr mitmachen. Ist das das Aus für die Dancing Girls?
Meinung:
Als wir das Buch begonnen haben,waren wir neugierig auf die Dancing Girls und deren Mitglieder Ida,Yasmin,Emily und Charlotte.Jedoch mussten wir ziemlich schnell feststellen,das uns das Buch ganz und gar nicht gefallen tut.Ida hatte eine andauernde schlechte Laune und war dermaßen zickig,dieses Verhalten hat das ganze Buch in den Schatten gestellt.Egal was war,sie hatte an allem etwas auszusetzen,wenn etwas nicht nach ihrer Nase geht,zickt sie rum,sie hat sich dem Team entzogen und ist lieber einer anderen Freizeitbeschäftigung nachgegangen,bis sie wieder im frisch renovierten Tanzsaal tanzen konnte.Auch wenn am Ende alle wieder glücklich und vereint waren,ist Ida in unseren Augen kein echte Freundin und vor allem nich team- oder kritikfähig.
Der Schreibstil war okay - altersentsprechend und leicht zu lesen.Illustrationen befanden sich auch in dem Buch,diese waren in schwarz/weiß,konnten aber das Interesse meiner Tochter wecken.
- Fatma Aydemir
Ellbogen
(111)Aktuelle Rezension von: Lesehonig„Ellenbogen“ von Fatma Aydemir
Wir lernen Hazal kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag kennen. Sie ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Ihre Eltern sind streng und gewalttätig. Bisher hat sie kaum Gutes erfahren und erwartet es auch nicht. Weder von ihrer Familie noch von der Gesellschaft. Sie fühlt sich auf der Verliererseite des Lebens. An ihrem achtzehnten Geburtstag will sie feiern, mit ihren Freundinnen so richtig ausgelassen sein, doch es kommt anders und der Tag endet in einer Katastrophe.
Dieser Roman ist schonungslos brutal. Hazal lebt in einem vielgepriesenen sicheren Land und ist doch gefangen in einem Alptraum aus Perspektivlosigkeit, Gewalt und Verachtung. Ein Absatz in Fatma Aydemirs Roman beschreibt es so treffend. Da heißt es sinngemäß: Sie sehen erst auf uns, wenn wir etwas schlimmes anstellen, vorher sind wir unsichtbar. Nicht Hazal ist die erste die die Ellenbogen rausstreckt, um sich Platz zu verschaffen. Vorher ist sie ihr ganzes Leben gegen zig Ellenbogen gelaufen, von ihnen gestoßen und verletzt worden. Niemand hat sich für sie interessiert, niemand hat sich um sie gekümmert. Das schmälert nicht ihre Tat. Die ist grausam und unverständlich. Aber ich habe auch nicht das Gefühl, dass der Roman versucht zu rechtfertigen oder zu erklären. Ich hatte nur wenig Sympathie mit Hazal, dennoch habe ich viele ihrer Handlungen aus der Situation heraus verstanden. Am Ende bleibt eine gewisse Traurigkeit, einen Menschen kennengelernt zu haben, von dem man annehmen muss, dass er niemals richtig glücklich sein wird.
- Benno Köpfer
Kadir, der Krieg und die Katze des Propheten
(11)Aktuelle Rezension von: lesebiene27Inhalt:
Der 16-jährige Kadir ist ein begnadeter Fußball-Spieler im Hamburger Fußballverein. Doch ausgerechnet zum wichtigsten Spiel der Saison erscheint er nicht und bleibt auch danach verschwunden. Mark, sein bester Freund und ebenfalls Fußballer, macht sich große Sorgen und beginnt mit Kadirs Schwester nach dem Jungen zu suchen. Allerdings werden nach und nach Stimmen laut, dass sich der Deutschtürke als IS-Kämpfer in Syrien befinden soll. Ob da was dran ist und Kadir sich im Laufe der Zeit von Familie und Freunden unbemerkt radikalisiert hat, um nun als Märtyrer zu sterben?
Meine Meinung:
Die Radikalisierung Kadirs und sein weiterer Verlauf zum IS-Kämpfer werden im Rückblick erzählt und durch eine Rahmenhandlung in Hamburg ergänzt. Dabei greifen die Autoren Benno Köpfer und Peter Mathews immer wieder auf Zitate aus dem Koran und der Hadithe zurück, die als Fundament für die Glaubenseinstellung der IS-Kämpfer dienen soll.
Der Schreibstil des Buches ist trotz des komplexen Themas entsprechend eines Jugendbuches einfach gehalten und gut verständlich. Allerdings werden immer mal wieder arabische Begriffe verwendet, die in einem Glossar im Anhang erläutert werden. Mir persönlich ist dieses erst nach Beendigung des Buches aufgefallen, sodass ich die vielen fremden Wörter anfänglich noch nachgeschlagen habe. Wenn man das Glossar zuvor bemerkt oder sich an den Fachwörtern nicht stört, wirkt die Verwendung dieser jedoch realistisch.
Allgemein gehalten wirkt das Buch auf mich authentisch, aktuell und gut recherchiert. Dies zeigt sich nicht nur in den Gedanken Kadirs, sondern auch in der Erzählung, was der Jugendliche in Syrien als Glaubenskämpfer erlebt. Dies hat mir persönlich gut gefallen – auch wenn das Buch dadurch einige Längen bekommt. Besonders interessant fand ich jedoch die verschiedenen Vorurteile, die die Autoren in ihrem Werk mit präzisen Gegenargumenten und Tatsachen aus der Welt schaffen wollen.
Ebenfalls gut ausgearbeitet sind die verschiedenen Einstellungen der Angehörigen Kadirs, nachdem er verschwunden ist. Die meisten von ihnen scheinen den Ernst der Lage nicht zu verstehen und nicht glauben zu wollen, dass Kadir nun Menschen („Ungläubige“) töten möchte um ins Paradies zu gelangen. Genau dies macht das Buch so authentisch, da man sich als Leser gut in die Situation hineinversetzen kann.
Fazit:
„Kadir, der Krieg und die Katze des Propheten“ ist ein sehr interessantes Buch, das zwar keinerlei Spannung besitzt, aber dennoch gekonnt auf sich aufmerksam macht. Von mir bekommt das Werk von Benno Köpfer und Peter Mathews 4 von 5 Lesesternen, da sie auf eine anschauliche und sehr interessante Art ein Thema aufarbeiten, das aktueller nicht sein könnte. Insbesondere auf die Situation, dass Jugendliche zu IS-Kämpfern werden, wird gut eingegangen. - Anna Yeliz Schentke
Kangal
(36)Aktuelle Rezension von: ois_chohDer Roman „Kangal" von Anna Yeliz Schentke erzählt einen Ausschnitt aus dem Leben einer jungen Türkin, die Gegnerin des politischen Regimes in der Türkei ist. Deutlich wird hier vermittelt, wie sich politische Verfolgung auf kleinste Aktionen im Alltag auswirkt und Beziehungen beeinflusst.
Dilek, die im Internet als Kangal politisch aktiv ist, gerät in Bedrängnis, als einer ihrer Bekannten verhaftet wird. Als Oppositionelle sieht sie sich nun in Gefahr, nicht wissend, ob der Verhaftete dicht hält. Rasch ergreift Dilek die Flucht nach Deutschland. Doch ist Deutschland für sie der Zufluchtsort, den der Leser dort für sie erwartet?
Trotz der knappen 208 Seiten schaffte es die Autorin durch die klare Sprache und die erzählerische Dichte der Romanstruktur, mich ganz tief in die Welt der Protagonistin eindringen zu lassen. Hier ist kein Wort zu viel und keines zu wenig.
In aller Kürze wird hier ein klares Bild davon vermittelt, wie sich ein totalitäres Regime des Alltags junger Menschen bemächtigt und deren Leben nachhaltig verändert.
Dieses Buch hat mir eine Welt eröffnet, zu der ich vorher keinen Zugang hatte.
Bereichernd und ergreifend!
- Jana Leonis
Seksi Ürlaub
(15)Aktuelle Rezension von: Die-weinMaike freut sich wahnsinnig auf den gemeinsamen Urlaub mit ihrer besten Freundin Fulya in der Türkei. Fulya möchte ihr dabei viele Dinge ihres Heimatlandes zeigen und gleichzeitig sind sie auch eingeladen zu einer türkischen Hochzeit. Die beiden Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Während die selbstbewusste Fulya in Gedanken ständig bei ihrem Freund ist, sehnt sich die unsichere Maike nach einem Urlaubsflirt. Umso mehr freut es sie, dass Fulyas Kindheitsfreund Kemal sofort mit ihr zu flirten beginnt und sie mit Komplimenten überhäuft. Maike fühlt sich begehrter denn je, aber da ist ja auch noch der sympathische Mert, der sich Maike gegenüber immer abweisender verhält.
Mit "Seksi Ürlaub" fühlte ich mich bereits nach wenigen Seiten direkt in Urlaubsstimmung versetzt. Man spürte auf jeder Seite die vorherrschende Wärme, aber auch die entspannte Atmosphäre, die einige bei einem aufregenden Cluburlaub, andere eher bei einer erholsamen Zeit im türkischen Hinterland finden. Das Buch ist eine gelungene Mischung aus diesen beiden gegensätzlichen Urlaubszielen und man spürt zugleich, dass die Autorin hier viel eigenes Wissen teilt.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Maike, mit der ich mich zeitweise unheimlich schwer tat, da sie so schrecklich naiv daherkam. Obwohl Fulya sie immer wieder warnt vor ihrem Kindheitsfreund Kemal, stürzt diese sich direkt in einen Urlaubsflirt mit ihm, während ich als Leserin das Gefühl nicht loswurde, dass dieser eine regelrechte Schleimspur hinter sich herzog. Maike möchte diesen Urlaub in vollen Zügen genießen und ihr "Graue-Maus-Kostüm" endlich ablegen, aber dass ihre Lobhudelei auf Kemal nur in einem Reinfall enden konnte, das war leicht vorhersehbar.
Obwohl ich mit der Hauptprotagonistin durchweg meine Schwierigkeiten hatte, mochte ich die Handlung insgesamt sehr, weil Fulya mit ihrer selbstbewussten sowie frechen Art vieles wieder wett machte. Ich mochte sie wirklich sehr, da sie einerseits vollkommen in familiären Traditionen festhängt, andererseits jedoch fest in Deutschland angekommen ist und selbstbestimmt lebt. Immer wieder erklärt sie Maike türkische Gepflogenheiten und Traditionen, sodass ich sie am Ende wirklich um diesen großen Familienzusammenhalt beneidet habe.
Während der erste Teil des Buches von einem Cluburlaub in einer Touristen-Hochburg handelt, beschließen die beiden Frauen später in Fulyas Heimatdorf zu reisen. Man hatte ein bisschen das Gefühl, dazwischen liegen Welten. Der zweite Teil der Geschichte gefiel mir dahingehend auch wesentlich besser, da ich es genossen habe, auch einmal etwas über diesen Teil der Türkei zu erfahren und wie die Menschen dort leben.
Das Ende der Geschichte lässt sich anhand des Klappentextes leicht erahnen, dennoch mochte ich die Leichtigkeit dieses Buches und habe mich gut unterhalten gefühlt. Es lässt sich flott und einfach lesen, ohne dass dabei Langeweile aufkommt. Zum Ende hin lässt sich zwar bei Maike auch eine leichte Weiterentwicklung erkennen, aber ich hatte dennoch das Gefühl, dass Fulya ihr da um Längen voraus ist. Trotzallem mochte ich die Charaktere und würde gerne noch sehr viel mehr über sie erfahren.
Mein Fazit:
Mich konnte diese Geschichte vorallem durch den lockeren Schreibstil und den Handlungs-Umschwung im zweiten Teil überzeugen. Die perfekte Lektüre für zwischendurch oder auch für den Urlaubskoffer. - Jan Lütke
Mein heiles Stück Deutschland: Die Schicksalsgeschichte eines Deutschen mit türkischem Vater
(5)Aktuelle Rezension von: niknakInhalt:
Jan Lütke hieß früher Seyfir Özdemir und wurde in Deutschland als Sohn einer Deutschen und einem Türken geboren. Er beschreibt in seinem Buch wie er seine Kindheit und sein späteres Leben als Deutschtürke verbracht hat und mit welchen Vorurteilen er zu kämpfen hatte. Obwohl sich sein Vater vorbildlich intergriert hatte, musste er immer wieder mit Problemen kämpfen. Besonders mit dem Großvater mütterlicherseits, dem die Ausländer immer ein Dorn im Auge sind. So wird Seyfir zu Jan und er beginnt einen schweren Weg, bis er es endlich schafft auf eigenen Beinen zu stehen und eigene Entscheidungen zu treffen.
Mein Kommentar:
Dies ist eine Biographie des Autord Jan Lütke und erzählt sein Leben von Kindheit an. Dabei hat er einen ruhigen und sachlichen Schreibstil und erzählt nicht nur seine positiven Erfahrzungen sondern auch die negativen. Der Autor berichtet alles so, wie es sich ereignet hat und lässt auch die schlechten Erfahrungen nicht aus. So erfährt man zum Beispiel auch von einer Situation, in der er eine Maus gequält hat und was ihn dazu getrieben hat.
In diesem Buch kann er seine Erfahrungen und Erlebnisse aufarbeiten und somit seiner Familie seine Sicht der Dinge darlegen.
Als Leser bekommt man einen guten Eindruck, was ihm im Leben alles widerfahren ist und mit welchen Problemen er zu kämpfen hatte. Ich finde es interessant und faszinierend zu lesen, wie er sich dennoch durchgekämpft und nie aufgegeben hat. Leider hat er keine Beziehung mehr zu seinem Vater, sodass man nicht viel über seine türkischen Wurzeln erfahren hat, was mich auch noch interessiert hätte.
Außerdem hat er meiner Meinung nach ein wenig zu genau seine ganzen Arbeitsplätze beschrieben, was sicher nicht so notwendig gewesen wäre und beim Lesen recht langatmig war.
Mein Fazit:
Alles in allem eine interessante Biographie, die sicher mithilft sein Leben besser zu verstehen und zu verarbeiten, aber stellenweise langatmig zu lesen war. Trotzdem war es interessant zu erfahren, mit welchen Vorurteilen und Problemen ein deutsch - türkischer Junge zu kämpfen hatte.
Ganz liebe Grüße,
Niknak - Alper Soytürk
Endstation U-Bahnhof Kottbusser Tor
(12)Aktuelle Rezension von: Sophia_JBevor ich zur Bewertung komme, muss hier jedenfalls eine Triggerwarnung ausgesprochen werden: In dem Buch geht es um Suizid und selbst verletzendes Verhalten. Menschen die mit diesen Themen selbst zu kämpfen haben oder auch sonst nichts darüber lesen mögen sollten dieses Buch lieber nicht lesen!
Die Geschichte, insbesondere das Ende des Buches, hat mich wirklich sehr berührt. Es war erschreckend so direkt mit diesen sehr schwierigen Themen konfrontiert zu werden und an manchen Tagen war mir die Thematik einfach zu schwer. Nichtsdestotrotz finde ich es sehr wichtig, dass es auch Bücher über diese Themen gibt.
Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, das Buch lässt sich die meiste Zeit sehr flüssig lesen. Das einzige was ich am Aufbau der Geschichte etwas bemängeln würde sind die kurzen Kapitel mit den Einblendungen von Personen die sonst in der Geschichte kaum oder auch garnicht vorkommen. Der Sinn dieser Einblendungen hat sich mir bis zum Ende hin nicht ganz erschlossen.
Ich finde es schön, dass ich ein Buch lesen durfte, dass sich mit dem Leben von Migranten in Berlin beschäftigt und durfte viel daraus lernen. Die Identitätskrise in der sich viele Menschen, die in Deutschland oder auch in anderen Ländern leben, befinden war mir zwar irgendwie bewusst jedoch war mir die Tiefe neu.
Ich bin lange Zeit leider mit keinem der Charaktere richtig warm geworden.
Ich hätte mir gewünscht, dass Ferhat die Entwicklung die er am Ende des Buches durchlebt zumindest in Teilen schon früher durchlebt hätte. Er war mir lange Zeit zu starr auf seinen Positionen fixiert und wurde dadurch für mich eher unsympathisch. Das hat sich zum Ende hin fast ganz aufgelöst. Ich hätte mich aber gefreut, wenn dies früher passiert wäre.
Wie Frauen in den Augen von Ferhat angesehen werden finde ich leider sehr schwierig und hat mich zeitweise auch sehr gestört. Diesbezüglich gab es für mich auch zu wenig einen Wandel. Da für mich sein Frauenbild bis zum Ende hin gleich geblieben ist bzw. es gab für mich diesbezüglich leider keinen erkennbare Entwicklung.Alles in allem hat mir die Geschichte jedoch sehr gut gefallen. Ich würde das Buch auch weiterempfehlen. Ich finde es sehr wichtig, dass ein Buch eine Message hat und das hat dieses Buch aufjedenfall . Ich konnte viel neues bei der Lektüre lernen.
Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.
- Deniz Selek
Die Frauen vom Meer
(33)Aktuelle Rezension von: rose7474Dieses Buch fand ich im Bücherschrank und hatte keinerlei Erwartungen. Es hat mich sehr positiv überrascht und wird immer in meinem Bücherregal bleiben.
Ab der ersten Seite konnte mich dieser Roman fesseln und berühren. Die türkische Kultur wurde mir durch diese Familiengeschichte viel näher gebracht und konnte richtig in sie eintauchen. Ich mochte Ferah besonders gerne.
Eine absolute Leseempfehlung von mir und wohlverdiente 5 Sterne von mir.
- Can Dündar
Lebenslang für die Wahrheit
(3)Aktuelle Rezension von: ClariCan Dündar gehört zu einem unter vielen aufgeklärten und anerkannten Journalisten in der Türkei. Er war Chefredakteur der bekannten türkischen Zeitung Cumhuriyet und wurde zum Sprachrohr der „prowestlichen, demokratischen und säkularen Freiheitsbewegung seines Landes“, wie es auf dem Klappentext heißt.
Als er sich mit dem türkischen Geheimdienst schon unter der Ägide Erdogans anlegte, war es, als stäche er in ein Wespennest. Er hatte Waffenlieferungen des MIT (türkischer Geheimdienst) an Syrien aufgedeckt und publik gemacht.
Täglich gab es in der Türkei ab Beginn des Jahres 2015 Verfolgungen, Verhaftungen und Verdächtigungen gegen liberale Intellektuelle und Journalisten.
Jeder weiß, wohin das bis heute führte.
Im November 2015 wurde Can Dündar unter dem Verdacht der Spionage (Weitergabe von Geheimdienstangelegenheiten) in Untersuchungshaft genommen. In einer Art Tagebuch beschreibt er seine Beobachtungen und Erfahrungen mit dem zunehmend despotischen Regime unter Erdogan.
Erst mit dem Putschversuch am 15. Juli 2016, der glücklicherweise niedergeschlagen wurde, verschlechterte sich die Lage in der Türkei gegen jegliche Art von demokratischen Reformen oder Regungen.
Dündar drohte erneut eine lange Haftstrafe, und er trat die Flucht ins Ausland an.
Die Geschichte und politische Entwicklung in der Türkei ist verworren und für einen Außenstehenden schwer zu durchschauen. Insofern bietet Dündars Bericht eine Innenansicht über das, was in der Türkei momentan geschieht.
In seinem vorliegenden Buch beschreibt er sein Leben vor und während der Haft von November 2015 bis Ende Februar 2016.
Der Bericht ist detailreich, informativ und sehr menschlich in der Offenheit der Mitteilungen.
Zahlreiche Freunde, Kollegen und Bürger haben ihn beständig unterstützt und öffentlich gegen seine Inhaftierung protestiert. Ganz nebenbei erfährt man von seiner glücklichen Familie, seiner Frau Dilek und dem Sohn Ege, die ihm emotional tief verbunden sind.
Mit dem hier vorliegenden Bericht erfährt man zahlreiche Einzelheiten über den Alltag im Gefängnis Silivri. Hier sitzen vorwiegend gebildete und intellektuelle Persönlichkeiten ein, deren Ausstrahlung und Kraft eine stete Bedrohung für die Machthaber zu verkörpern scheinen.
Mit Einfallsreichtum und geistiger Potenz versucht Dündar, die Isolierzelle zu ertragen. Es kommen ihm immer neue Einfälle, sei es aus der Literatur, sei es aus Gedanken und Spielen, die ihn die harte Haft durchstehen lassen. Er ist trotz aller Unbilden voller Zuversicht und Hoffnung, dass er bald entlassen wird. Durch die schwere Zeit wird er getragen von der Zustimmung einer breiten Öffentlichkeit, vieler guter Kollegen, Freunde und immer wieder auch von Frau und Sohn. Teilweise sind seine Betrachtungen von feinfühliger, liebevoller und poetischer Kraft.
Hier ist ein warmherziger, freiheitlich gesinnter und liberaler Geist aus seinem Heimatland vertrieben worden, an dem er hängt, und für das er noch viel Gutes im Sinne von kultureller Prägung für eine freiheitliche Gesellschaft hätte beitragen können. Hoffen wir, dass die Verhältnisse in der Türkei eines Tages die Menge der liberalen und gebildeten Freigeister zurückkehren und zum guten Leben in der Türkei beitragen lassen werden! Als Appel dazu kann man das Buch von Can Dündar nur begrüßen. - Su Turhan
Getürkt
(12)Aktuelle Rezension von: Siko71Habe das Buch abgebrochen, Da ich viel und gerne lese, hat es mich geschockt, dass ich drei Tage brauchte um bis auf Seite 147 zu kommen. Die Storry zieht sich ohnen Action dahin, der Fall, der läuft, von dem bekommt man nicht viel mit, dass da überhaut jemand ermordet wurde. Wenn dieses Buch als Vorlage für eine ARD-Krimiserie war, und das auch sol langweilig gewesen ist, dann sind unsere Gebühren schlecht angelegt.
Für mich leider keine Weiterempfehlung und nur ein Stztern, dass habe ich noch nie vergeben.
- -ky
Heißt du wirklich Hasan Schmidt?
(5)Aktuelle Rezension von: DorfwolfDieses Buch verdeutlicht einem wie das Leben von Menschen mit Emigrationshintergrund ist und mit welchen Problem sie zu kämpfen haben. Meiner Meinung nach sind gewisse Missstände welche im Buch beschrieben werden nicht mehr aktuell (zum Glück) was vielleicht ein zu falsches Bild darstellen kann, ansonsten ist das Buch immer noch zeitgetreu.
Abgesehen von diesem was das Buch einem vermittelt und weitergibt, ist die Geschichte auch nett. Nichts besonderes aber auch nichts schlechtes. Die Stärke des Buches ist die Botschaft. - André Pilz
Der anatolische Panther
(7)Aktuelle Rezension von: GulanDer Kleinkriminelle und Dealer Tarik Celal ist auf Bewährung auf freiem Fuß, als bei ihm zu Hause Diebesgut gefunden wird. Er ist gezwungen, auf einen Deal einzugehen: Er soll sich in der Moschee und im Umfeld des islamischen Hasspredigers Abdelkader al-Anbari, genannt „Der Derwisch“, einschleichen und dort Beweismaterial sammeln. Doch als Tarik in die Moschee einbricht und Geld stiehlt, überschlagen sich die Ereignisse und er ist auf der Flucht vor der Polizei und dem Derwisch.
Autor André Pilz hat ein offenbar Faible für Underdogs. Tarik Celal war mal ein vielversprechender Jungprofi bei 1860 München. Aus der Karriere ist nichts geblieben außer dem Spitznamen. Inzwischen ein kleiner Gangster mit ebenso kriminellem Freundeskreis, aber dennoch ein Sympathieträger mit großem Herz. Rettungslos verliebt in die schöne Kubanerin Nteba, zu Hause sein schwer kranker Großvater, den er pflegt. Die Stimmung ständig himmelhauchjauchzend, zu Tode betrübt.
Rund um diese tolle Hauptfigur konstruiert Pilz eine spannende, thrillerhafte Story mit vielen aktuellen Bezügen und sehr cleveren gesellschaftlichen Einblicken. Von Multikulti und Vorurteilen, islamischen Extremisten und Terrorhysterie, von Heimat und Ausgrenzung. Sicherlich einer der besten deutschsprachigen Krimis zu diesem Thema.
- Ahmet Ümit
Die Gärten von Istanbul
(69)Aktuelle Rezension von: SarahJaneBooksVorab: Ich verstehe die Kritiken, dass es zu viel Geschichte gibt. Ich mag Geschichte und fand es toll, mehr über Istanbul im Laufe der Jahrhunderte zu lernen, deswegen ist es für mich nicht zu viel, aber grenzwertig war es auf jeden Fall. Tatsächlich ziehe ich deswegen auch einen Stern ab. Die Geschichte steht definitiv mehr im Vordergrund als die Morde, die Spannung geht darüber verloren.
Über all dieses Erforschen der Vergangenheit fehlt mir auch ein wenig die Chance, mich nach Istanbul versetzt zu fühlen. Die Gegenwart steht nahezu im Schatten der Vergangenheit. Mir gefiel aber, dass die verschiedenen Gemeinschaften Istanbuls gezeigt wurden und Ahmet Ümit nahezu betonte, dass sie alle Teil Istanbuls sind.
Während des Lesens fragte ich mich immer wieder, ob Die Gärten von Istanbul ein späterer Band einer Reihe ist. Dem scheint nicht so zu sein nach oberflächlicher Recherche?! Dann wundern (und stören) mich die verschiedenen Anspielungen beispielsweise auf den Tod der Frau und Tochter oder auch, dass die Figuren nicht recht eingeführt werden. Immer wieder wurde über Ali als "mein junger Kollege" gesprochen, und er ist sehr hitzköpfig, gleichzeitig scheint er schon einige Erfahrung zu haben, also doch nicht mehr ganz jung zu sein? Auch Kommissar Nevzat kann zwischen Mitte 30 und Ende 50 gefühlt jedes Alter haben. Auf das Alter oder auch den Tod der Frau wurde so häufig verwiesen, dass es mich die Offenheit wirklich stört, wenn es ein für sich selbst stehendes Buch ist. Ich nehme diese Kritik zurück, wenn es ein Teil einer Reihe, aber das einzige auf Deutsch übersetzte Buch ist.
Trotz dieser Kritik ist Die Gärten von Istanbul ein gut zu lesendes Buch, das zwar keine Spannung aufbaut, durchaus aber schafft, dass ich wissen wollte, wer die Morde denn nun begangen hat und in welches Viertel die Ermittlungen als nächstes führen.
- Souad Mekhennet
Nur wenn du allein kommst
(20)Aktuelle Rezension von: PagesofPaddyIch bin immer wieder dankbar für neue Impulse was Bücher angeht. Themen und Geschichten die man nicht kennt sind einfach interessanter als der xte Krimi in Folge. Sachbücher sind etwas was ich selten lese. Nicht weil es mich nicht interessiert. Ich finde einfach selten Bücher bei denen ich das Gefühl hab: Das MUSS ich jetzt lesen. In diesem Fall war das Buch, wie so oft, ein zufälliger Fund auf Instagram. Das mich dieses Buch aber so abgrundtief überzeugen würde hätte ich nicht gedacht. Was Autorin Souad Mekhennet hier erzählt ist zwar, an sich, nicht neu aber gibt ungeahnte, tiefe Blicke in eine Welt die wir als nicht-Journalisten nicht kennen. Es ist ein faszinierendes Buch über so viel mehr als nur „eine Reporterin hinter den Fronten des Dschihad“. Es ist die Geschichte einer Frau, einer Journalistin, einer Autorin, die es geschafft hat, mir viele Dinge näher zu bringen, die ich so nicht verstanden habe. Mekhennet zwängt hier aber keine Sichtweise auf sondern ermutigt sich kritisch mit Themen auseinander zu setzen. Sie erzählt von verschiedenen Stationen ihres Lebens. Vom aufwachsen in Frankfurt über ihre Zeit in Hamburg hin zu vielen Auslandseinsätzen als Journalistin. Wer sich mit den Themen auskennt, wird hier viele bekannte Momente der jüngeren Geschichte treffen. Faszinierend ist hier aber der Blick der Journalistin. So werden auch bekannte Geschichten aus einem neuen, teilweise dramatischen Blickwinkel wahrgenommen und gezeichnet. Oftmals liest sich das Buch eher wie ein Thriller und nicht wie ein Sachbuch. Zwar schreibt die Autorin recht nüchtern und listet Fakt an Fakt auf aber die Geschehnisse sind teilweise so bemerkenswerte, dass man sich am Ende eben doch in einem Thriller wähnt. Das Buch ist lehrreich, emotional und vor allem vermittelt es wunderbar die wichtige Message, dass die Welt eben nicht nur Schwarz oder Weiß ist.
Themen wie Rassismus, Fanatismus, Wahn aber auch Heimatgefühl, Zugehörigkeit und Identität durchfließen viele Seiten dieses großartigen Buches. Gleichzeitig ist das ganze unverschämt informativ! Es ist definitiv keins dieser Bücher die man nebenbei locker ,leicht weg liest. Es informiert und zeigt Zusammenhänge auf. Das alles ist aber so gut und packend geschrieben, dass es sich nie wie eine dröge Vorlesung anfühlt. Ein fantastisches Buch, ein Highlight!
FAZIT
Informativ, packend, oftmals unbequem und überraschend emotional. Ein HIGHLIGHT was ganz, ganz viele Leser verdient. Einfach lesen - Zoé Wall
Für jetzt und immer?
(24)Aktuelle Rezension von: JaaniInhalt
Anna (17) ist auf ihrer Schule eher die Streberin, die sich nur darauf konzentriert ein gutes Abi zu schreiben, um so ihrem Wunsch, Ärztin zu werden, näher zu kommen. Sie ist nicht wirklich beliebt und hat nicht viele Freunde.
Fatih (17) ist ein cooler, offener Typ der mit seinem Vater gerade von Hamburg weggezogen, was ihm natürlich gar nicht gefällt. Sein Hobby ist das Parcour und er zählte an seiner alten Schule zu den Beliebtesten.
Als die beiden sich zum ersten Mal begegnen sprühen direkt die Funken, denn Fatih rennt Annas Fahrrad um, und dass lässt sie sich natürlich nicht gefallen. Nach einem komplett blöden ersten Schultag und einem Streit mit seinem Vater ladet Fatih auch noch ausgerechnet in Annas Gartenhaus, da er nicht weiß, wo er in dem unbekannten Kaff sonst die Nacht verbringen soll. Obwohl die beiden sich anziehend finden, können sie so gar nicht miteinander und streiten nur. Fatih will daher möglichst schnell nichts mehr mit Anna zu tun haben, und sich den coolen Kids der Schule anschließen.
Doch ist es wirklich das was er will? Und findet Anna Fatih wirklich so blöd? Durch Zufälle kommen sich die beiden immer näher und merken, dass sie gar nicht so verschieden sind...
Schreibstil
Die Geschichte ist abwechselnd aus Annas und Fatihs Sicht erzählt. Das war toll, da ich ihre Handlungen so besser verstehen konnte. Etwas gestört hat mich allerdings, dass im kompletten Buch so gut wie keine Absätze gemacht wurden.. In den Kapiteln war der Text einfach komplett runtergeschrieben. Vielleicht lag das auch an meinem Reader, aber auf jeden Fall war das nach einiger Zeit für meine Augen nicht mehr so angenehm. :D Sonst war der Schreibstil aber durchaus flüssig und gut zu lesen.
Fazit
Mir hat das Buch für zwischendurch wirklich gut gefallen. Klar es war jetzt keine herausragende Geschichte, aber es hat trotzdem Spaß gemacht sie zu lesen.
Es hat auch mal wieder gezeigt, wie blöd Männer manchmal sein können, wenn es um Gefühle geht. :D Bei Fatihs Taten wäre ich am liebsten ins Buch rein und hätte ihm eine reingehauen..
Allerdings fand ich das Ende etwas abrupt, denn man hätte durchaus noch einen kleinen Epilog schreiben können, damit man weiß wie es mit den Beiden weitergeht. Aber naja!
Wer auf süße Teenie - Liebesgeschichte steht, der sollte diese hier gelesen haben. Perfekt für zwischendurch!
- Sera
Ich liebe dich, Gefällt mir
(9)Aktuelle Rezension von: HoldenIch wußte, daß ich in meiner Provinzjugend vieles verpaßt habe, unglaublich, daß die Eltern dieser Pubertiere dies denen so einfach durchgehen ließen. Der Drogenslang hat sich gegenüber früher stark verändert, aber richtig einen draufmachen/ steil gehen/ ne Home machen möchte man mit den Beteiligten ja schon. Nur nicht mit Joel, Jungen sind Schweine! Und mein Spitzname Buffi hatte mit besagtem Freizeiverhalten nichts zu tun.























