Bücher mit dem Tag "türkei"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "türkei" gekennzeichnet haben.

582 Bücher

  1. Cover des Buches Inferno (ISBN: 9783404169757)
    Dan Brown

    Inferno

     (1.488)
    Aktuelle Rezension von: BuecherwurmNZ

    Brown schafft eine außergewöhnliche, nachdenkliche und gut ausgearbeitete Geschichte. Zu Beginn baut er gleich Spannung auf. Am Ende der Kapitel bin ich immer gespannt, wie es weitergeht und mag das Buch gar nicht aus der Hand legen. Die Geschichte ist in der dritten Person aus Sicht Robert Langdons geschrieben. Jedoch geben einige Kapitel Einblicke in andere Perspektiven von Personen, die für die Geschichte unersetzlich sind. Auf diese Weise erhält der Leser ein paar ergänzende Informationen über die Situation, was die Spannung noch zusätzlich steigen lässt. Was diese Personen aber mit dem Rätsel zu tun haben und was das alles zu bedeuten hat, erfährt der Leser erst später. 

    Die Protagonisten Robert Langdon und Sienna Brooks waren mir gleich sympathisch. Die Gedanken Langdons sind durch den Kursivdruck klar von der Handlung abgegrenzt. Dan Browns Schreibstil ist leicht zu lesen und man fliegt regelrecht durch die Seiten. Durch die genauen Beschreibungen ist die Handlung leicht nachzuvollziehen, was durch die anschaulichen Vergleiche noch unterstützt wird:
     „Die Erinnerungen kehrten nur langsam zurück … wie Blasen, die aus den Tiefen eines bodenlosen Brunnens an die Oberfläche steigen.“

    Die Geschichte wirkt durch zahlreiche italienische Sätze realistischer. Trotzdem ist alles zu verstehen, weil die wichtigen Aussagen noch einmal übersetzt wiedergegeben werden. 

    Allerdings gibt es zu Beginn vieler Kapitel und auch zwischendurch eine lange Erklärung über Dante, ein Kunstwerk oder einen Raum. Einerseits sind einige Erläuterungen interessant und wichtig, um das Rätsel zu verstehen und zu lösen, andererseits kommen sie so oft vor und sind ausufernd, dass sie mich nervten und langweilten. So zieht sich das Buch in die Länge und durch diese Beschreibungen schreitet die Handlung nur schleppend voran.

    Was mir neben den ausufernden Beschreibungen des Umfelds und deren Gegenstände ebenfalls nicht gefiel ist, dass zu Ende zwei Dinge ungeklärt bleiben. Das eine ist nicht wichtig, um die Geschichte zu verstehen, allerdings hätte ich mir eine Erklärung gewünscht, um meine Neugierde zu stillen und da es für mich unerklärlich und ein bisschen weit hergeholt ist. Die andere Sache ist von Bedeutung und lässt für mich das Verhalten von Sienna Brooks gegen Ende des Buches unglaubwürdig erscheinen. Aus diesem Grund finde ich die Handlung um Sienna Brooks am Ende nicht so gut gelungen. 

    Fazit:

    Trotz zweier Unklarheiten und den manchmal zu langen Beschreibungen von Kunstwerken ist Dan Brown ein spannendes, außergewöhnliches und rasantes Meisterwerk gelungen, das zum Nachdenken anregt. "Inferno" ist von diesem Autor mein erstes Buch, aber nach diesem kann ich sagen, dass Brown definitiv ein sehr guter Schriftsteller mit besonderem Schreibstil ist. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen!

  2. Cover des Buches Dschinns (ISBN: 9783446269149)
    Fatma Aydemir

    Dschinns

     (187)
    Aktuelle Rezension von: -Leselust-

    Kurzmeinung:
    Fatma Aydemir hat es mit ihrem zweiten Roman "Dschinns" wieder geschafft, mich zu begeistern. Ein Familienroman, der uns die Geschichte der türkischen Migrantenfamilie Yilmaz aus verschiedenen Perspektiven mitverfolgen lässt. Das Buch hat mich bewegt und es ist lange her, dass ich ein Buch gelesen habe, was mich so sehr hat mit den einzelnen Personen mitleben und mitleiden lassen. Eine große Leseempfehlung.


    Meine Meinung:
    Ihr könnt euch vielleicht erinnern: Der Debüt Roman von Fatma Aydemir, Ellbogen, hat mich damals absolut begeistert. Entsprechend groß waren meine Erwartungen an den neuen Roman und entsprechend groß auch meine Angst, enttäuscht zu werden. Doch diese Angst war zum Glück absolut unbegründet. Denn auch mit ihrem zweitem Roman konnte mich die Autorin überzeugen. Die beiden Bücher sind sehr verschieden, daher fällt mit ein vergleich, welches nun besser ist, sehr schwer. Beide sind toll und sehr empfehlenswert. Der Stil ist anders als in „Ellbogen“. Weniger hart, weniger gewaltig, aber nicht weniger kraftvoll. Eher reifer.
    Aber ich erzähle euch erstmal, worum es in dem Buch überhaupt geht. Es ist ein Familienroman, über eine türkische Familie, die nach Deutschland kommt. Es gibt das Familienoberhaupt, den Vater Hüseyin, der in Deutschland Arbeit in einer Fabrik findet und hart arbeitet, um so seine Familie besser versorgen zu können. Später kommen auch seine Ehefrau Emine und seine Kinder Hakan, Peri und Ümit nach Deutschland. Sevda muss zunächst noch in der Türkei bei den Großeltern bleiben.


    „Und nun scheint [die Sonne] schon wieder, völlig unbekümmert davon, dass gerade ein Leben zu Ende gegangen und eine Familie zerbrochen ist.“ (Aus Dschinns, S. 28)

    Dieses Buch beginnt mit dem Ende. Dem Ende des Lebens von Hüseyin, dem Oberhaupt der Familie Yilmaz.
    In den folgenden Kapiteln lernen wir nach und nach die einzelnen Familienmitglieder kennen, die Ehefrau, die beiden Töchter und die beiden Söhne. Und durch ihre Schilderungen und Erinnerungen lernen wir auch den Verstorbenen kennen.

    Jedes Familienmitglied kommt zu Wort und mit jedem Kapitel wird ein Stück von dem alten Bild, das man sich zuvor gemacht hatte, eingerissen. Jedes Kapitel und jede Perspektive wirft ein neues Licht auf die Geschichte. Die Charaktere sind so unterschiedlich. Jede*r hat eine große Tiefe und jede*r wirkt absolut stimmig und authentisch. Da ist der älteste Sohn, der "Klischee-Macho" Hakan, die zurückgelassene Sevda, ihre Schwester Peri, die eine ganz andere Bildungsbiografie hat, und das Nesthäkchen, der sensible Ümit. Und natürlich die Mutter und Ehefrau Emine.

    Sie sind eine Familie, und doch sind sich alle so fremd. Die einzelnen Familienmitglieder haben oft keine Ahnung von den Leben der anderen. Sie halten sich gegenseitig für stark. Oder für schuldig.
    Ein Schweigen steht zwischen ihnen, in dem für ehrliche, intime Fragen und das Offenbaren von echten Gefühlen kein Raum ist. Zurückhalten tut sie ihre Angst, Scham oder auch Neid und Wut.

    Ihre Geschichten und Schicksale haben mich berührt und bewegt. Teilweise haben sie mich wütend und traurig gemacht. Aber Aydemir schafft es, dass ich mich so gut in die Personen hineinversetzen konnte, dass ich auch ganz viel Verständnis hatte.

    „Jede Berührung ist ein Versprechen von Leben, jede Nähe ein bisschen weniger Tod.“ (Aus Dschinns, S.127)

    Ich finde es immer wieder spannend, wie Geschichten das schaffen. In der einen Perspektive mache ich mir ein Bild über einen der Charaktere, denke, ich weiß Bescheid über ihn. Nur um dann mein ganzes Bild über den Haufen zu werfen, wenn die Person selbst zu Wort kommt, sich mir erklärt und ich sie besser verstehen kann. Das erinnert mich jedes Mal daran, mir weniger schnell ein Bild von anderen Menschen zu machen, weil ich im echten Leben eben leider nicht die Chance habe, ihr Innerstes zwischen zwei Buchdeckeln erklärt zu finden.


    „Mütter können sich nicht krankmelden, Mütter gehen nicht in den Ruhestand. Kinder bleiben Kinder.“
    „Denn alles allein zu bestimmen hieß, dass du immer zu funktionieren hattest, damit die Familie funktionierte.“ (Aus Dschinns, S. 255)


    Fazit:
    Ich mache es kurz: Der Hype ist absolut begründet. Dschinns von Fatma Aydemir ist ein großartiger Familienroman, in der uns die einzelnen Familienmitglieder der Familie Yilmaz mitnehmen auf eine Reise durch ihr Leben. Jeder Charakter ist authentisch und jeder hat seine einzigartige Perspektive auf die Familiengeschichte. Fatma Aydemir fängt die Wünsche, Träume, Geheimnisse und Bedürfnisse ihrer Protagonist*innen ein und schafft es meisterhaft, sie zu einem stimmigen Ganzen zu verweben und uns als Leser*innen ganz nah mitzunehmen. Ich habe mitgelitten und mich mit gefreut und werde dieses Buch noch lange in Erinnerung behalten. Ein große Leseempfehlung!

  3. Cover des Buches Der Kaffeedieb (ISBN: 9783462048513)
    Tom Hillenbrand

    Der Kaffeedieb

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Argentumverde

    Der Engländer Obediah Chalon stammt aus einer verarmten adligen Familie. Sein Vater wurde hingerichtet und er ist mittellos. Anstatt aber eine ehrliche Arbeit zu suchen schlägt er sich mit allerhand Betrügereien um. Als er dadurch in den Knast wandert und keine andere Wahl sieht, nimmt er das Angebot der Vereinigten Ostindischen Compagnie an, die berühmten, teueren Kaffeebohnen aus der Türkei zu stehlen. Eine abenteuerliche Reise beginnt aber die Feinde sind mehr als anfangs geglaubt...

    Was durchaus spannend klingt und dank vieler besonderer und gut durchdachter Charaktere grandios sein könnte, dabei mit einer feinen Spur von Ironie und einem gut lesbaren Schreibstil versehen, verliert durch zu viel Information und Fakten immer wieder den Spannungsbogen und eigentlichen roten Faden. Vom Roman bleibt da eher wenig übrig, man liest und liest historische Fakten, hauptsächlich über das osmanische Reich im 17. Jahrhundert aber auch vom Weltgeschehen in ganz Europa. egal wie interessant diese Fakten sind, so gelingt es dem Autor nicht daraus einen wirklich fesselnden Roman zu machen und immer wieder driftet er in langatmige Erläuterungen ab. 

    Mein Fazit: Spannendes Thema, tolle Charaktere, enorme Recherche, aber leider kein fesselnder Roman, sondern teils schon Geschichtsbuch. Zu schade, bei so vielen tollen Ansätzen und einem doch so ansprechenden Konstrukt.


  4. Cover des Buches Die Wildrose (ISBN: 9783492300384)
    Jennifer Donnelly

    Die Wildrose

     (327)
    Aktuelle Rezension von: annilittle

    Ich muss schon sagen, dass ich ein wenig traurig darüber bin, dass ich meine geliebten Finnegans / Bristows und Baxters gehen lassen muss, aber ich kann ja immer wieder zu ihnen zurückkehren, das beruhigt mich dann doch ein bisschen. Für mich war der Abschluss der Trilogie definitiv der beste Teil der Trilogie und es ärgert mich immer noch, dass am Ende diese eine Sache passiert ist bzw. nicht passiert ist, die mich dann so gestört hat, dass ich am Ende einfach keine 5 Sterne vergeben konnte.

    In diesem Band geht es um Seamie, den jüngsten der Finnegans, und Willa , die man bereits im Vorgänger kennengelernt hat und ich muss sagen, dass ich nicht erwartet hätte, dass sie mir so sehr ans Herz wachsen würden.

    Zum Schreibstil brauche ich nach drei dicken Büchern, glaube ich, nicht mehr allzu viel sagen. Die Frau hat’s drauf und man kann trotz der Seitenzahl einfach nur so durch die Kapitel fliegen. Ich mag die Kombination aus Spannung, Emotionen (positiven wie negativen) und Herzklopfen.

    Nachdem ich den zweiten Band so geliebt habe, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich Seamie oder Willa so gern haben könnte wie Sid und India, weil ich mich mit Letzterer auch so gut identifizieren konnte. Willa und ich könnten unterschiedlicher nicht sein, aber dennoch habe ich so sehr mit ihr mitgefiebert und vor allem mit ihr mitgelitten. Auch Seamie mochte ich gern, ich hatte nur manchmal etwas Probleme, ihn mit dem kleinen Jungen aus »Die Teerose« zusammenzubringen.

    Das ganze Buch war einfach spannend, wir befinden uns auf drei unterschiedlichen Kontinenten und das vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs, wodurch man ganz viele Perspektiven eröffnet bekommt und auch viele Dinge erfährt, die man mit dieser Zeit nicht unbedingt in erster Linie erfährt, die aber trotzdem enorm wichtig waren.

    Fazit: Ein würdiger Abschluss für eine super Trilogie mit wundervollen Charakteren, die mir viele tolle Lesestunden bereitet hat.

    Bewertung Band 3: 4,5/5
    Bewertung gesamte Trilogie: 4,5/5

  5. Cover des Buches Melmoth (ISBN: 9783847906643)
    Sarah Perry

    Melmoth

     (110)
    Aktuelle Rezension von: lese_katz

    Das Buch ist mit einen wunderschönen Cover versehen, allerdings ist der Inhalt verdammt schwer zu lesen. (Meiner Meinung nach)

    Ich fand den Inhalt total Interessant, jedoch waren so ein paar Kleinigkeiten drinnen wo es etwas gedauert hat ehe ich alles verstanden hatte.

    Die Geschichte ist spannend und verwirrend zugleich.

  6. Cover des Buches Blauschmuck (ISBN: 9783518425107)
    Katharina Winkler

    Blauschmuck

     (74)
    Aktuelle Rezension von: buchjunkie

    Diese Geschichte ist mir sehr nah gegangen! Entsetzlich und unfassbar traurig , was Filiz erleiden musste.


    „Blauschmuck“ bekam sie zuerst von ihrem Vater, später von ihrem Ehemann Yunus, mit dem sie drei Kinder bekommen hat und von einem kurdischen Dorf nach Ôsterreich gezogen ist.

    Nach einer Eskalation der Gewalt gelingt Filiz das vermeintlich Unmögliche: die Befreiung aus psychischer und physischer Abhängigkeit und ein Leben ohne Gewalt für sich und ihre Kinder.


    Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten und ich bin wirklich froh, dass Filiz noch ein gutes Leben in Ôsterreich hat.


    Die Sprache ist eindringlich ,zuweilen poetisch.  Die Aussagekraft der Sätze ist gewaltig, An manchen Stellen bekam ich Gänsehaut und musste erst mal Pause machen. Aber trotzdem zog es mich an wie ein Sog .


    Ein Roman voller Gewalt und Unterdückung  , aber wirklich großartig geschrieben und unbedingt lesenswert!

     

    Mir wird er sicher lange im Gedächtnis bleiben!

  7. Cover des Buches Ellbogen (ISBN: 9783446254411)
    Fatma Aydemir

    Ellbogen

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    "Ellbogen" von Fatma Aydemir ist auch so ein ein Buch, das ich in zwei Tagen gelesen habe und das zwei Wochen später immer noch nachhallt. Hazal ist siebzehn Jahre alt, das Buch beginnt in Deutschland mit einem Lippenstift, den sie vergessen hat zu bezahlen und endet in Istanbul.  Sie und ihre Freundinnen haben alle unterschiedliche Anpassungsstrategien, um in Deutschland Fuß zu fassen, denn angekommen sind sie nicht, obwohl sie hier geboren sind. Doch dann passiert etwas, was die Polizei auf sie aufmerksam macht und Hazal setzt sich in die Türkei ab. Auch dort fällt es ihr nicht leicht, sich zurechtzufinden.

    Nach dem Lesen des Buchs sind mir vor allem die vielen verschiedenen Frauenfiguren im Kopf geblieben, ihre Versuche, sich innerhalb sexistischer Strukturen in Deutschland wie in der Türkei zu behaupten, der Grad, zu dem sie sich angepasst haben oder sich den Strukturen verweigern. Hazal eckt an, und das zu großen Teilen auch als junge Frau, die sich mit den Erwartungen der Gesellschaft auseinandersetzen muss und damit, welche davon sie für sich übernimmt.

  8. Cover des Buches Aprikosensommer (ISBN: 9783733500665)
    Deniz Selek

    Aprikosensommer

     (82)
    Aktuelle Rezension von: yen2405

    Eine detailreichere Rezension findet ihr auf meinem YouTube Kanal:

    https://youtu.be/4nWvOPhtYBk

    Als ich dieses Buch mir ertauscht hatte, hatte ich gedacht, dass es ein Sommerroman sei, welcher in Istanbul spielt. Anders als gedacht, fand dieser jedoch nicht hauptsächlich in Istanbul statt, sondern in Deutschland, und nur ein kleiner Teil der Handlung spielte sich in der Türkei ab. 

    Schade drum, jedenfalls wurde mir dies laut Klappentext angepriesen, und ich hatte auch durch das Cover da Gefühl, es sei so gedacht gewesen. 

    Allerdings davon abgesehen, war die Handlung in sich schlüssig, und man hatte zu keinem Zeitpunkt eine Lücke oder sowas feststellen können. Die Protagonistin handelte nachvollziehbar und schlüssig. 

    Der Schreibstil war flüssig oder etwas zu vernachlässigen, und man hatte in den paar Seiten, wo Istanbul vorkam, auch das Gefühl wirklich dort zu sein. 

    Lediglich an ein paar stellen ging mir die Handlung jedoch zu schnell, und der Zugang zur Protagonistin blieb mir auf eine unbeschreibliche Art und Weise verwährt. Ich konnte nicht in ihr Haut schlüpfen, wie es eigentlich gedacht war, wenn man aus der Ich-Perspektive erzählt.

    Fazit: Das Buch ist in sich authentisch. Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil und auch ihre eigenen Emotionen und Erfahrungen miteinfließen lassen. Trotz alle dem bleibt es jedoch ein gutes Buch, was man lesen kann, aber jetzt nicht muss. Deshalb gebe ich dem ganzen 4 von 5 Sternen. Der Roman was gut ausgearbeitet, aber die großen Gefühle blieben beim lesen jedoch aus.

  9. Cover des Buches Funkenflieger (ISBN: 9783423260190)
    Rita Falk

    Funkenflieger

     (84)
    Aktuelle Rezension von: LilyWinter

    Marvin wächst in einer ärmlichen Gegend in Bayern, als drittes Kind seiner Mutter Elvira auf, die, speziell nachdem sie den Job verloren, mit allem überfordert zu sein scheint. Seine Brüder machen ihr eigeneres Ding, sein Vater spielt keine Rolle. Doch mit der ungewollten Schwangerschaft von Aicha, Kevins Freundin, ändert sich das Leben aller Beteiligter schlagartig.

    Das Buch ist, wie von Rita Falk gewohnt, eher umgangssprachlich geschrieben. Gerade deswegen wirken ihre Charaktere so authentisch, die Entwicklung aller lebensnah und realistisch. Absolute Leseempfehlung!

  10. Cover des Buches funny girl (ISBN: 9783257068924)
    Anthony McCarten

    funny girl

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Callso
    Ein ganz nettes Buch. Eine ganz ordentliche Idee und eine brauchbare Umsetzung. So klingt es halt, wenn einem (oder besser mir) das Buch nur bedingt gepekt udn nur bedingt überzeugt hat. Die Buchtheamtik und Story ist tatsächlich ganz interessant und einzigartig, gleichwohl war dieser Roman nicht das Buch, das mich total von den Socken gehauen hat.

    Eine Muslimne, die die kleinen und großen Comedy-Bühnen erorbert. Dabei kämpft sie innenrhalb ihrer gläubigen und konservativen Familie um jedes Fitzelchen Freiheit.

    Azime, die junge Titelheldin kämpft sich durch Blind-Dates mit Heiratskandidaen, bemüht sich um erste Comedyerfolge und sucht  zugleich einen möglichen Mörder und die große Liebe. Insofern hat das Buch nicht nur leichtes Gepäck, sondern beinhaltet eine Vielzahl an Großthemen.

    Mitunter verliert somit das Buch leider an Glaubwürdigkeit, zudem waren die Witze für mich nur eher selten richtig gut und unterhaltsam.

    Drei Sterne - ein gut durchschnittliches Buch.


  11. Cover des Buches Middlesex (ISBN: 9783499238109)
    Jeffrey Eugenides

    Middlesex

     (503)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die Erzählung umfasst die Familiengeschichte mehrerer Generationen: Griechische Emigranten, die ihre Heimat verlassen und sich in den USA um die 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts eine neue Zukunft aufbauen. Im Zentrum steht die Ich-Erzählerin Calliope, die als pubertierendes Mädchen erkennt, dass sie beiderlei Geschlecht in sich trägt und fortan als Junge weiterleben möchte. Die vielen medizinischen Einblicke machen das Lesen zwar nicht immer flüssig, da zur Verständlichkeit viele fachlichen Ausdrücke nachgeschlagen werden müssen, jedoch wird die Thematik umso lehrreicher vermittelt. Für Kenner der griechischen Mythologie gibt es zahlreiche Hinweise zu historischen Elementen.


    Das Buch ist eine wuchtige und bereichernde Lese-Erfahrung. In über 700 Seiten enthält es viele wunderbare Geschichten, historische Anhaltspunkte und spannenden Familienzusammenhänge. Eigentlich ein Roman wie ich ihn mir wünsche: lehrreich, dramatisch, anregend und sprachlich einnehmend geschrieben, ohne Plattitüden und unnötigem Geschwätz. Ich habe diese Erzählung sehr gerne gelesen und freue mich auf weitere Bücher des Autors.

  12. Cover des Buches Einmal mit der Katze um die halbe Welt (ISBN: 9783833871238)
    Martin Klauka

    Einmal mit der Katze um die halbe Welt

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Levus

    »Einmal mit der Katze um die halbe Welt« ist gleichzeitig ein wirklich schöner Reisebericht und eben die schöne Geschichte einer besonderen Beziehung zwischen Katze Mogli und ihrem Lieblingsmensch Martin. Wundervoll!

  13. Cover des Buches Die Stadt der schweigenden Berge (ISBN: 9783426514559)
    Carmen Lobato

    Die Stadt der schweigenden Berge

     (60)
    Aktuelle Rezension von: wampy

    Buchmeinung zu Carmen Lobato – Die Stadt der schweigenden Berge


    „Die Stadt der schweigenden Berge“ erschien 2015 als Originalausgabe im Knaur Verlag. Mein Lesekommentar bezieht sich auf das ebook.


    Klappentext:

    Berlin 1931: Die junge Amarna ist fasziniert von der Kultur der Hethiter und vor allem von deren alter, versunkener Hauptstadt. Sie träumt davon, selbst einmal dorthin zu fahren, und vertieft sich in die Lektüre der Schriften jener Zeit. Doch ihr Vater, ein Altorientalist, verweigert ihr die Reise, obwohl er die Leidenschaft seiner Tochter teilt. Was ist auf jener Expedition passiert, die ihn einst in die verlorene Stadt führte? Und warum spricht er nie von der Mutter, an die Armana kaum eine Erinnerung hat? Mit Hilfe ihres Freundes Paul, der Amarna schon lange liebt, gelingt es ihr schließlich, ihren Traum zu verwirklichen – der sich jedoch bald als Alptraum entpuppt.



    Meine Meinung:

    Dieser historische Roman war für mich ein Missverständnis. Er hat aus meiner Sicht leider den Schwerpunkt Liebesroman. Die Hauptfiguren Amarna und Arman agieren derart liebestoll, dass jede Vernunfthandlung auf der Strecke blieb. Arman wird als der alles überstrahlende Astralkörperbesitzer gezeichnet, dessen Anwesenheit die junge Wissenschaftlerin zum liebestollen Weibsbild mutieren lässt. Ihr liebeskranker Jugendfreund Paul verkommt vor Eifersucht zur tragischen Figur und der Professor ist die einzige etwas komplexere Gestalt.

    In der eingebetteten Geschichte hat sich der hethitische Herrscher in die Frau seines Generals und besten Freundes verguckt und dort kommt es zu einer Katastrophe.



    Fazit:

    Bei diesem Buch lagen Erwartung und Inhalt meilenweit auseinander. Positiv ist der flüssige Schreibstil und einiges Erkenntnisse über die Hethiter, die ich bei der Lektüre erhalten habe. Wer einen Liebesroman erwartet wird sicherlich nicht enttäuscht. Ich hatte anderes erwartet und vergebe nur zwei Sterne (50 / 100).

  14. Cover des Buches Der Geruch des Paradieses (ISBN: 9783036957524)
    Elif Shafak

    Der Geruch des Paradieses

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Jetzt habe ich tatsächlich auch endlich mein erstes Buch von Elif Shafak gelesen. In „Der Gesuch des Paradieses“ erzählt sie die Lebensgeschichte der Türkin Peri, die als Mutter und Ehefrau auf eine Dinnerparty in gehobener Gesellschaft in Istanbul eingeladen ist.

    Während sich die Handlung in der Jetztzeit nur über diesen einen Abend erstreckt, wird in Rückblenden Peris Kindheit beleuchtet sowie ihre Zeit als Studentin in Oxford. Dabei schafft es die Autorin gekonnt, Spannung in allen Erzählsträngen aufzubauen, denn es gibt so einige Spannungsfelder und Wendungen im Leben der Protagonistin. So toll der Spannungsbogen aufgebaut ist, so enttäuscht war ich dann doch von den Auflösungen und dem Ende des Buchs, das sehr parat kommt und extrem offenbleibt.

    Dass Shafak als DIE Stimme der türkischen Literatur gehandelt wird, kann ich dennoch gut nachvollziehen. Ihr Sprachstil ist gewaltig. Sie ist geradezu eine Meisterin der Metaphern. Und auch wenn der Roman einige Längen enthielt, bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Auch die behandelten Themen: Gott, Glaube und Atheismus, Tradition und Moderne, Türkei und Europa und die damit einhergehenden Kontroversen hat sie differenziert erörtert und gekonnt in die Handlung und das Seelenleben ihrer Figuren eingewoben.

    Auf den ersten 500 Seiten konnte mich Elif Shafak sehr überzeugen, mit dem Ende bin ich dann leider nicht so glücklich. Schade, und dennoch hat sich das Lesen gelohnt und es wird sicher nicht mein letztes Buch von ihr sein.

  15. Cover des Buches Die Mitte der Welt (ISBN: 9783551583956)
    Andreas Steinhöfel

    Die Mitte der Welt

     (701)
    Aktuelle Rezension von: madisbuecherwelt

    Der Schreibstil, der aus vielen Zeitsprüngen besteht, hat mir echt gut gefallen. Auch Phil, als Erzähler, mochte ich, wobei es mir, ähnlich wie dem Autor (Nachwort), auch so ging, dass ich ihn manchmal etwas anstregend fand. 😅 Die Themen, die das Buch behandelt, sind sehr vielfältig und je nach eigenem Blickwinkel sehr unterschiedlich zu gewichten. Das hat mir sehr gut gefallen 👍🏻 Für mich hat das Nachwort, das sehr zum universitären Rahmen passt, das Buch gerettet. Es hat sich ein bisschen gezogen, was aber durch die Anmerkungen zu den Figuren und mythischen Verbindungen gerettet wurde. 😅🥰

  16. Cover des Buches Die Spur des Geldes (ISBN: 9783740804992)
    Peter Beck

    Die Spur des Geldes

     (51)
    Aktuelle Rezension von: trollchen

    Spur des Geldes

    Herausgeber ist  Emons Verlag; 1. Auflage (21. März 2019) und hat 432 Seiten. 

    Kurzinhalt: In einem Schacht beim Tegeler See wird ein grausam gefolterter Mitarbeiter der Berliner Wasserwerke gefunden. Schnell zeigt sich: Er war in dubiose Bankgeschäfte verwickelt. Tom Winter, wortkarger Sicherheitschef einer Schweizer Privatbank, folgt der Spur des Geldes und hört sich in den Wasserwerkenvon London, München und Zürich um. Der Fall führt ihn bis ins russische Krasnodar und ein gnadenloserWettlauf gegen die Zeit beginnt.

    Meine Meinung: Es war nicht schlecht zu lesen, nur leider manchmal etwas langatmig und ohne roten Faden. Irgendwie kam es mir vor, als wenn der Autor nicht wusste, was Tom Winter nun finden soll. Er konnte sich nicht entscheiden. Und manchmal fand ich es komisch, dass er manchmal total taff war und dann wieder wie ein Anfänger gehandelt hat. Irgendwie unglaubwürdig. Das Ende war irgendwie vorhersehbar und relativ fade, so wie eigentlich das ganze Buch, es passierte selten etwas neues und es wurde sehr langatmig geschrieben. Es hätte ein tolles Buch werden können, wenn es zwischendurch mal etwas Spannung gehabt hätte. Aber ich wollte doch wissen, wie es weitergeht, deswegen habe ich es zu Ende gelesen. Es war aber auf alle Fälle spannend, was alles passieren kann, wenn man ins Trinkwasser etwas mischt, was leider heutzutage doch nicht mehr so abwegig ist.

    Mein Fazit: Man kann es lesen, zwischendurch wäre etwas Spannung gut gewesen und leider manchmal etwas langatmig zu lesen. Ich vergebe 4 gute Sterne und kann es trotzdem weiter empfehlen. Die Idee vom Buch ist gut.

  17. Cover des Buches Ehre (ISBN: 9783036959320)
    Elif Shafak

    Ehre

     (91)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    In der Hoffnung ein besseres, erfüllteres oder sichereres Leben führen zu können, verlassen viele Menschen ihre Heimat und versuchen sich in einem anderen Land eine neue Existenz aufzubauen. Ein sehr aktuelles Thema – jedoch spielt der Roman in einer früheren Zeitepoche. Wie schwierig eine Migration sein kann und welche kulturellen Unterschiede oft unüberbrückbar sind, zeigt dieses Buch sehr eindrücklich.


    Die Autorin, sie ist selbst Kennerin verschiedener Kulturen, erzählt die Geschichte eines Ehrenmordes. Sie vermag, den dramatischen Inhalt zu dieser archaischen Tradition offen anzusprechen. Der Roman wirkt aber nie anklagend, sondern vermittelt atmosphärisch dicht tiefe Einblicke in den nahöstlichen Kulturkreis, in dem andere Traditionen und Gesellschaftsnormen als in London den Alltag vieler Menschen bestimmen.


    Elif Shafak ist eine kluge und sensible Autorin und ich bin gespannt auf weitere Bücher von ihr.

  18. Cover des Buches Die Sommer (ISBN: 9783446267602)
    Ronya Othmann

    Die Sommer

     (96)
    Aktuelle Rezension von: FerrAbbs

    Das Buch begann mit tollen Beschreibungen und Familienerinnerungen, die ich als nicht gebürtige Deutsche in zweiter Generation vollkommen nachsinnen konnte. Ich hab schnell einige Parallelen in der "parallel aufwachsenden" Protagonistin gefunden. Es hat mich an einigen Stellen sehr berührt. Die zweite Hälfte war nichts für schwache Nerven...

  19. Cover des Buches Der Fluch der Hebamme (ISBN: 9783426506066)
    Sabine Ebert

    Der Fluch der Hebamme

     (225)
    Aktuelle Rezension von: Lesebesessen

    Meinung:

    Historischer Roman, mit sorgfältig recherchierten historischen Details. Sehr lebendig und bildhaft geschrieben, wird der Leser in das 12. Jahrhundert zurückversetzt. Die Charaktere von Marthe, Lukas bleiben unverändert gut. In diesem Band treten zusätzlich Albrecht und seine Kumpane als die Verkörperung der menschlichen Abgründe, sowie Clara, Reinhard, Thomas (Sohn von Marthe) sowie Roland (Sohn von Raimund) in den Vordergrund sowie unzählige andere Namen. Und natürlich der erneut fehlgeschlagene Kreuzzug mit allen seinen Gewalttaten und der höchst fragwürdigen Rechtfertigung durch die Kirche. Sabine Ebert hat es wieder einmal geschafft sehr gut die damalige Zerstrittenheit auf allen Ebenen des Adels herauszuarbeiten, etwas unter dem vor allem das „einfache“ Volk zu leiden hatte. Ich jedenfalls weine diesem ehemaligen Adelsstand keine Träne nach, im Gegenteil.

    Fazit:

    Historischer Roman, sorgfältig recherchiert, fesselnd und kurzweilig erzählt: fünf Sterne.

  20. Cover des Buches Die Diplomatin (ISBN: 9783546100052)
    Lucy Fricke

    Die Diplomatin

     (124)
    Aktuelle Rezension von: simone_richter

    Die Diplomatin gibt Einblicke in den beruflichen Alltag von Diplomat*innen, von dem wir nur die Oberfläche kennen. Fred ist eine erfahrene deutsche Konsulin, die nichts aus der Ruhe bringen kann. Jedoch in Montevideo, ein Botschaftsort, der sonst von nichts erschüttert wird und eine „ruhige Kugel“  verspricht, scheitert sie erstmals. Es folgt eine Versetzung ins politisch unstete Istanbul und somit ihre größte Herausforderung. Zwischen Einsamkeit, Affäre, Justizpalast, Sommerresidenz und deutsch-türkischer Zusammenarbeit bewegt sich der Roman von Lucy Fricke.
    Das ist kompetent und bitter komisch. Es geht um das Kaputte der Stadt, unter Hausarrest stehende Menschen und das Abtauchen dieser. Fred entscheidet sich für Selbstbestimmung und mutige Aktionen am Rande der Legalität. Bestimmt ist dies in ähnlicher Weise real geschehen und so gibt der Roman einen unglaublichen Einblick und besticht mit Brisanz in einer verschlossenen Welt. Das der Plot lakonisch-ironisch erzählt ist, ist ein ungeheures Plus. Denn eigentlich verliert die Diplomatin den Glauben an ihren Beruf. Entlarvend spannend lohnt es sich in die Diplomatie gerade heutzutage reinzulesen.

  21. Cover des Buches Auf der Straße heißen wir anders (ISBN: 9783608981988)
    Laura Cwiertnia

    Auf der Straße heißen wir anders

     (46)
    Aktuelle Rezension von: KataRaf

    Auf der Straße heißen wir anders ist ein leiser, distanziert erzählter Generationenroman. Wir erfahren in dem Debüt von Karla, von ihrem Vater Avi und von ihrer Oma Maryam.

    Karla heißt eigentlich Karlotta. Sie wächst Bremen Nord als Tochter einer Deutschen und eines Armeniers auf. Karla ist still, nachdenklich, suchend. Es ist ein Schweigen in der Familie über die Herkunft, die Vergangenheit, den Genozid, Tabus, die auch in Karla wirken, ohne, dass sie sie benennen kann.

    Avi ist in Istanbul aufgewachsen, unter Türken nennt er sich Ali. Seine Melancholie verdeckt er mit beschlossener Leichtigkeit, denn vor der Schwere möchte er sich und seine Liebsten schützen. Karla erfährt nur Bruchstücke, sie weiß, dass er in Jerusalem in einem armenischen Internat war, dass Maryam als Gastarbeiterin nach Deutschland ging, ihn und ihre Tante zurück ließ. Über seine Großeltern, über den Genozid an den Armenier:innen erfährt Karla nur schemenhaft.

    Maryam, auf der Straße wird sie türkisch Meryem gerufen, sie hält die Religion, die Erinnerung, das armenischen Essen hoch. Maryam hat sich schwer gegessen, mit starkem Willen, sich eine Schutzschicht aus Körpermasse gebaut und versucht über das Essen Nähe zu ihren Kindern zu finden. Mit Avi und ihrer Tochter Yeva verbindet sie eine schweigsam-distanzierte Liebe, der Zorn ihrer Kinder lässt sich kaum überwinden.

    Als Maryam stirbt, hinterlässt sie genaue Wünsche zu ihrer Beerdigung und Erbschaft. Ein armenischer Priester leitet durch die Beerdigung, er reist extra an. Ein goldener Armreif soll an eine unbekannte Frau in Armenien gehen. Karla beschließt, sie zu suchen und bittet ihren Vater, sie zu begleiten nach Armenien, in ein fremdes Land für beide, ist er doch in Istanbul aufgewachsen. Auf dieser Reise mit ihrem Vater kann Karla Lücken füllen. Sie beginnt das schwere Erbe der Herkunft und des Genozids zu begreifen.

  22. Cover des Buches Becks letzter Sommer (ISBN: 9783257609271)
    Benedict Wells

    Becks letzter Sommer

     (420)
    Aktuelle Rezension von: Anita27a



    Schon lange wollte ich mal einen Roman von Benedict Wells lesen. " Becks letzter Sommer ' ist sein Debütroman, der 2008 veröffentlicht wurde. Wells war damals noch ein junger Mann im Alter von 24 Jahren. Ich war nicht zuletzt aufgrund der von mir im Vorfeld gelesenen Kritiken etwas skeptisch, ob der noch so junge Mann der Thematik gerecht wird. Gleich zu Beginn möchte ich hier sagen, dass der Roman mich nicht enttäuscht, ja sogar überzeugt hat.
    Robert Beck ist Lehrer, nicht aus Leidenschaft sondern aus Bequemlichkeit. Er befindet sich schon länger in einer Sinnkrise. Sein Beruf, er unterrichtet Deutsch und Musik an einem Gymnasium, ist eigentlich nur eine Notlösung. Viel lieber wäre er Musiker aber auch hier traut er sich seit seinem Rausschmiss aus seiner Band nichts mehr zu.
    Seine "Liebes"beziehungen halten nicht länger als 3 Monate, dann fühlt er sich unfrei. Er fühlt wie er altert, nicht mehr zur Jungend gehört und das setzt ihm zu.
    Unzufrieden mit seinem Leben, weiß er aber gleichzeitig auch nicht wie er aus dieser Situation herauskommen soll.
    In dieser Lebensphase wird sein Leben durch einige Begegnungen auf den Kopf gestellt. Er lernt Lara kennen und empfindet ungewollt zum ersten Mal starke Gefühle für eine Frau.
    Gleichzeitig entdeckt er das aussergewöhnliche musikalische Talent des 17 jährigen Schülers Rauli Kantas und ist zwischen Neid und Bewunderung hin und hergerissen.
    Diese zwei Begegnungen sowie sein ehemaliger Bandkollege und Hypochonderfreund Charlie bringen sein Leben gehörig durcheinander.
    Er befindet sich mitten in einer ausgewachsenen Mitlife Krise und ist unfähig die richtigen Entscheidungen zu treffen.
    Durch unerwartete Umstände kommt es dazu, dass Beck, Charlie und Rauli zu einem gemeinsamen äußerst chaotischen Roadtrip nach Istanbul aufbrechen um Charlie ein Wiedersehen mit seiner Mutter zu ermöglichen.
    Der Roman ist wie eine LP in eine A- Seite und eine B -Seite gegliedert - die jewieiligen Seiten in je 4 Tracks. Die Musik bestimmt nicht nur die Form, sondern auch inhaltlich die gesamte Geschichte, die sich wie ein Rausch liest. Äußerst kurzweilig geschrieben und doch voller wunderbarer Gedankengänge mit Tiefgang.
    Themen, wie menschliche Beziehungen, Scheitern, Wünsche, Ängste, Fremdbestimmung, Lebenslust werden nicht nur angeschnitten. Hier hat sich ein junger Mann intesiv Gedanken über das Leben gemacht und das Ganze in eine witzige tragischkomische Geschichte verpackt.
    Die Einschübe des Autors in der Ich Form hätte ich nicht gebraucht. Sie stören für meinen Geschmack ein wenig den Lesefluss. Auf der anderen Seite ist dies eine gestalterische Freiheit, die mich nicht wirklich gestört hat.
    Insgesamt fand ich den Roman jugendlich frisch und anregend.
    Ich vergebe 4 Sterne und freue mich auf meinen nächsten Roman von Benedict Wells.



  23. Cover des Buches Hawaii (ISBN: 9783446265868)
    Cihan Acar

    Hawaii

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Matteo_Di_Giulio

    Ein junger Fußballspieler auf dem Sprung zum Erfolg kehrt zurück zur kleinen Heimatstadt, wo er sich neu erfinden muss, nachdem eine schwere Verletzung seine Karriere vorzeitig beendet hat. Der Protagonist des Debüts von Cihan Acar hat, wie derselbe Schriftsteller, einen Migrationshintergrund, welcher schwer wie ein Felsblock ist. Der Stil ist dagegen sehr leicht zu lesen und immer inspiriert. Ein gelungenes Mixen zwischen Tragödie und Humor, welches der Leser auf der Seite fesselt und das immer locker funktioniert, da die Geschehen und insbesondere die Misserfolge des ehemaligen Fußballstars sowohl lustig als auch traurig sind. Schließlich spielt auch eine unglückliche Liebesgeschichte eine große Rolle. Dieser Roman sieht so aus, als ob Cihan Acar immer nur diesen Beruf ausgeübt hätte und ein erfahrener Storyteller wäre. Absolut empfehlenswert, vor allem denen, welche die Romane von Sven Regener oder Thomas Brussig mögen.

  24. Cover des Buches Ein Coffee to go in Togo (ISBN: 9783958891388)
    Markus Weber

    Ein Coffee to go in Togo

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Antje_Waldschmidt

    Unternehmensberater Markus Weber will raus aus dem Hamsterrad. Das wird ihm eines Morgens klar, als er auf die gestresste Arbeitswelt blickt. Weber kündigt seinen Job. Doch wohin soll es gehen? Hauptsache weit weg! Der Blick fällt auf seinen Kaffeebecher und er fragt sich, ob es den „Coffee to go“, den die fleißigen Arbeitsameisen allmorgendlich hinter kippen, auch in Togo gibt. Wortspiel und Reiseidee sind hiermit geboren. Weber wird mit seinem pinken Drahtesel 14.037 Kilometer bis nach Togo radeln, unzählige Abenteuer durchleben und Kaffee trinken. Das Buch überzeugt durch seine naiv angehauchte, ehrliche, kurzweilige Erzählung – mit einer Portion Selbstironie. Herrlich erfrischend. 

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