Bücher mit dem Tag "überalterung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "überalterung" gekennzeichnet haben.

6 Bücher

  1. Cover des Buches Der Zwerg reinigt den Kittel (ISBN: 9783548285788)
    Anita Augustin

    Der Zwerg reinigt den Kittel

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Zeitschnecke
    Der Ruhestand naht und die ehemalige vierer Clique vereint sich wieder nach vielen Jahren. Der letzte gemeinsame Urlaub: 1983. Vier rüstigen Rentnerinnen haben Langeweile, sie wollen nicht nur alleine zu Hause rumsitzen und auf den Lebensabend warten. Daher beschließen sie Urlaub auf Staatskosten im Altenheim zu machen. Pflegestufe 2 ist schnell beantragt, mehrere Tage einen auf „senile, alte Frau“ machen scheint auch nicht so schwer zu sein. Es gilt: Die Bezuschussung zu erhalten und Urlaub bis ans Lebensende.
    Die Realität im Altenheim sieht dann leider anders aus.

    Anita Augustin schreibt mit viel Raffinesse. Sie springt in den Perspektiven, denen man aber gut folgen kann. Wer schwarzen Humor und eine unerwartete Wendung zu einer an sich schlüssigen Geschichte mag ist genau der richtige Leser für dieses Buch.
    Ich musste mich am Anfang ein wenig überwinden, da Drehbücher nicht so meins sind, aber ich bin positiv überrascht worden von dem Buch.
  2. Cover des Buches Deutschland schafft sich ab (ISBN: 9783421045454)
    Thilo Sarrazin

    Deutschland schafft sich ab

     (140)
    Aktuelle Rezension von: HannaIcecream

    Dieses Buch ist sehr lesenwert und leicht zu lesen. 

  3. Cover des Buches Herrschaft der Alten (ISBN: 9783935265898)
    Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

     (20)
    Aktuelle Rezension von: TheDianaBooks
    Zitat: » Es waren nur noch wenige Wochen bis das Jahr 2100 anbrechen würde. Und dieses Jahr, so hatte sich Benn Genzler vorgenommen, sollte nicht nur das alte Jahrhundert abschließen, sondern auch sein altes Leben. « (Seite 5, Zeile 3-6) - Inhalt: Der siebzehnjährige Benn und seine Freunde Sara, Nicolas und Bahar leben in Deutschland im Jahr 2100. Die vier gehören einer stetig kleiner werdenden Minderheit an: Sie sind Jugendliche. Mittlerweile besteht der Großteil der Bevölkerung aus Alten und Uralten und diese haben in allen Lebensbereichen die Herrschaft übernommen. Deutschland hat sich sehr verändert: Schulen wurden bereits vor einiger Zeit aus Kostengründen abgeschafft und durch Online-Kurse ersetzt. Der Staatshaushalt wird überwiegend für die Pflege und Versorgung der Hochbetagten verbraucht. Damit die wenigen jungen Leute das Land nicht verlassen, besteht Reisefreiheit erst ab dem 75. Lebensjahr. Benn möchte so nicht mehr leben und ist fest entschlossen, aus dem landesweiten Gefängnis auszubrechen. Gemeinsam mit seinen Freunden plant er die Flucht, welche fast unmöglich scheint. Denn das Risiko gefasst zu werden, ist sehr hoch. Doch Benn möchte seine Zukunft irgendwo anders verbringen - in einem der über hundert anderen Länder, in welchen nichts so heiß begehrt ist wie die Jugend… - Meine Meinung: In seinem Roman „Herrschaft der Alten“ beschreibt Alfred Bekker auf 146 Seiten sehr detailliert, anschaulich und real eine Zukunft ohne jegliche Freiheit: Jeder Schritt wird überwacht, Nachrichten kontrolliert, Nahrungsaufnahme bestimmt und ein Reiseverbot für unter 75-jährige besteht. Kontakte zu schließen, seine Meinung zu äußern und die Entfaltung der Persönlichkeit ist nahezu unmöglich. Die technischen und medizinischen Entwicklungen sind mittlerweile sehr weit fortgeschritten. Die Geburtenrate sinkt jedoch stetig und es gibt immer weniger junge Menschen. In Deutschland im Jahr 2100 müssen sich die Jüngeren den Gesetzen der Alten und Uralten fügen und danach handeln. Im Vordergrund des Buches steht also der demographische Wandel in Deutschland und seine Folgen für die Menschheit. Da diese Zukunftsvision sehr gut vorstellbar, jedoch auch sehr erschreckend ist, wird der Leser zum Nachdenken angeregt. Es wird über die jetzige Welt und das Leben darin nachgedacht und festgestellt, dass es, vor allem aus der Perspektive der Menschen im Buch betrachtet, großartig ist und wir für unsere Freiheiten dankbar sein sollten. Denn ein Leben in ständiger Überwachung und Gefangenschaft möchte sicher niemand. Doch es könnte sich auch erschreckend schnell zum Negativen wenden und Deutschland zu dem werden, wie es hier dargestellt wird. Ob dies aber bereits im Jahr 2100 so sein könnte, ist für mich etwas fragwürdig. Meiner Vorstellungskraft wäre ein etwas entfernteres Jahr lieber gewesen. Denn die gewählte Zeitspanne für diese weitgehenden Veränderungen erscheint mir ein wenig kurz. Das alltägliche Leben und der Zeitvertreib der Jugendlichen in der neuen Welt werden aus der Sicht des Hauptprotagonisten Benn beschrieben. Er möchte unbedingt mehr Freiheiten haben, was absolut nachvollziehbar ist. Gemeinsam mit seinen Freunden versucht er der ständigen Überwachung zu entkommen und plant die Flucht. Die Charaktere sind sehr interessant. Besonders Benns Gefühle, doch auch das starke Freiheitsbedürfnis der anderen Jugendlichen, werden sehr gut beschrieben. Die Vorbereitung und die anschließende Flucht sind sehr gut dargestellt, bringen aber auch Schwierigkeiten mit sich. Dies macht die Geschichte für den Leser aber natürlich noch spannender und ständig fragt man sich: „Wird den vier Jugendlichen die Flucht gelingen?“ - Fazit: „Herrschaft der Alten“ von Alfred Bekker ist eine spannende Zukunftsvision, die gleichermaßen beeindruckt und erschreckt. Die kurze und schnell gelesene Geschichte bleibt umso länger im Gedächtnis und regt sehr zum Nachdenken und Wertschätzen des eigenen Lebens an. Als Schullektüre für Jugendliche wunderbar geeignet, doch auch für Erwachsene absolut empfehlenswert! Denn Diskussionsstoff bietet der Roman allerhand!
  4. Cover des Buches Ruhm, Tod und Unsterblichkeit (ISBN: 9783552052994)
    Konrad Paul Liessmann

    Ruhm, Tod und Unsterblichkeit

     (1)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer
    „Die Betrachtung über den Sinn des Todes kann nur eine Ergänzung zum Nachdenken über den Sinn des Lebens sein.“ (S.46)

    Zum Inhalt: Ein – wenn nicht – das essentielle Thema des Lebens ist es, dessen sich die Referenten in diesem Band zum „Philosophicum Lech“ annehmen: der Endlichkeit. Im spezielleren unserer Endlichkeit als Individuen, eventuell als Geist – sowohl im intellektuellen wie metaphysischen Sinne –, als thermodynamische Emanation oder gar als Spezies. Der Fokus liegt dabei, von unterschiedlichen Warten aus betrachtet, immer wieder auf der dem denkenden Wesen immanenten Grundfrage nach dem Sinn. „Die Betrachtung über den Sinn des Todes kann nur eine Ergänzung zum Nachdenken über den Sinn des Lebens sein.“ (S.46)
    Sowohl kühnere Ansätze und Herausforderungen an den philosophisch geschulten Intellekt, als auch handfeste Überlegungen (hier sei v.a. der Beitrag von Eugen-Maria Schulak erwähnt), sowie in ihren ethischen Ansätzen polarisierende Gedankengänge (z.B. der Beitrag von Johannes Huber) finden ausgewogen Platz und rütteln nicht all zu selten an den Grundfesten der Überzeugungen des Lesers. Dies primär im positiven Sinne, eben diesen Leser auf ein philosophisches Abenteuer von finaler Relevanz jedoch ungewissem Ausgang mitnehmend. Durchwegs positiv durchdrungen sind die Vorträge von der Vorsicht, um nicht zu sagen der berechtigten Scheu, vor end-„gültigen“ Aussagen, sowie platten Verallgemeinerungen oder gar der Verunglimpfung glaubensphilosophischer Erklärungen zum Thema Tod oder einem potentiellen Leben danach.
    Ein spezielleres Augenmerk wird auch auf den Umgang mit Tod, Ruhm und der wie auch immer definierten Unsterblichkeit in einem Zeitalter medizinischer Machbarkeiten, mediengetriebener Kurzzeitberühmtheiten und der Verdrängung nicht des Todes wohl, aber der Sterbenden gelegt.
    Als Grundtenor zieht sich bei aller Kühnheit der Denkkonstrukte die Erkenntnis durch den Text, dass an der Grenze, die der Tod markiert jedes in bekannten Bahnen verlaufende Denken, Erklären, Philosophieren an einen unüberwindbaren Abgrund gerät. „Endlosigkeit und Anfangslosigkeit – daran muß selbst prinzipielles Denken scheitern.“ (S.178) So wird letzten Endes klar, dass die Beschäftigung mit unserer Endlichkeit wichtig ist, jedoch letzten Endes der Fokus auf dem Leben liegen muss. Und auch hier gilt „Philosophie ist Lebensbegleitung.“ (S.94).

    Enthalten Texte:

    Ruhm, Tod und Unsterblichkeit (Konrad Paul Liesmann)
    Über den Umgang mit der Endlichkeit

    »Den Tod aber statuire ich nicht« (Reinhardt Brandt)

    Not und Notwendigkeit des Todes (Volker Gerhard)

    Bedingungen der Möglichkeit eines Lebens nach dem Tod. (Peter Strasser)
    Eine philosophische Jenseitsbetrachtung

    Jedermann beim Philosophen (Eugen-Maria Schulak)
    Über den Umgang mit der Endlichkeit

    »Worüber man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen« (Armin Nassehi)
    Über die Geschwätzigkeit des Todes in unserer Zeit

    Ruhm und Unsterblichkeit (Klaus Thiele-Dohrmann)
    Zur Geschichte eines Menschheitstraumes

    Das Abwesende, das stets anwesend ist (Natias Neutert)
    Die Beunruhigungsfigur des Denkens

    Das Los des Lebens (Marie-Luise Angerer)
    Star Search Success: Die Rahmung postmodernen Subjektivität

    Genea-Logik (Sigrid Weigel)
    Vom Phantasma des Fort- und Nachlebens im Erbe

    Länger Leben (Johannes Huber)
    Medizinische Perspektiven und ihre Bedeutung für die Gesellschaft

    Religion, Unsterblichkeit und der Glaube an die Wissenschaft (Thomas Macho)

    Fazit: Keine leichte, jedoch eine ungemein lohnende Lektüre nicht nur für „Berufsphilosophen“. Der Text, die Ansätze, die Sichtweisen eröffnen neue Türen im Kopf und Perspektiven auf das Thema frei nach dem Motto: „Interessant! So hatte ich das noch gar nicht gesehen.“ Die Standpunkte polarisieren nicht zu selten, regen an eigene Denkschemata zu hinterfragen und mit offeneren Augen und Ohren die öffentlichen Diskussionen zu verfolgen.

    Zum Buch: Die Texte im 7. Band des „Philosophicum Lech“ finden ihre buchbinderische Heimat zwischen für Paperbacks typischen flexiblen Buchdeckeln, die einen nicht sehr stabil verleimten Buchblock umschließen. Ein exzessives Arbeiten mit dem Text oder gar ein zu forsches Aufspreitzen des Buchrückens verbietet sich durch eben diese qualitativ nicht sehr hochwertige Verarbeitung. Typografisch ist der Text einfach und sehr gut leserlich gehalten, mit auch optisch sauberer Aufteilung in Text und Quellennachweis. Der Druck der Bilder ist für den Zweck der illustrativen Ergänzung ausreichend und mit den Abstrichen welche der Bedruckstoff einfordert gut realisiert. Die Haptik hinterlässt trotz der genannten Abstriche einen durchaus positiven Gesamteindruck des Buches.

  5. Cover des Buches Die deformierte Gesellschaft (ISBN: 9783548364407)
    Meinhard Miegel

    Die deformierte Gesellschaft

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Fernab vom täglichen Polit-Theater analysiert Meinhard Miegel scharfsinnig die gegenwärtige gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage Deutschlands. Dabei tritt offen zu Tage, dass die Deutschen sich einen Wohlfahrtsstaat leisten, der schon seit Jahrzehnten nicht mehr finanzierbar ist. Fernab von jeder ökonomischen Realität werden in Deutschland Diskussionen geführt, die aufgrund des angestrebten gesellschaftlichen Konsens meist im Sande verlaufen. Deutschland ist zu einer "Puppenstubengesellschaft" mutiert, in der zwar gern und ausdauernd diskutiert ,aber kaum noch tiefgreifende Reformen angegangen werden. Wie nötig dies wäre, zeigt Miegel am Beispiel der demografischen Entwicklung, welche unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren nachhaltig verändern wird. Zu hoffen ist, dass Miegels Kritik auf offene Ohren stösst und dass endlich wieder Reformen in unserem Land angepackt werden.Reformen von oben nach unten und nicht wie derzeit praktiziert von unten nach oben zu Lasten der Kleinen ( Hartz IV , Gesundheitsreform etc. ).
  6. Cover des Buches Die Erlöser AG (ISBN: 9783406640124)
    Björn Kern

    Die Erlöser AG

     (5)
    Aktuelle Rezension von: HeikeG
    Über das Leben und das Sterben Die Menschen werden immer älter, der Pflegebedarf nimmt zu. Düstere Prognosen der zunehmenden Vergreisung kursieren durch alle Medien. "Altersheim Deutschland" ist in aller Munde. Da kommt man kaum umhin, sich solch lakonische, ja erschreckende Fragen wie in Björn Kerns neuem, großartigem Roman "Die Erlöser AG" zu stellen: Wie möchte man selbst seinen Lebensabend verbringen? "Lieber klug und lahm oder doch lieber blöd und vital?" Die Tötung auf Verlangen ist ein Straftatbestand innerhalb der Tötungsdelikte des deutschen Strafgesetzbuches und zwar festgehalten im §216. Der Schutzzweck der Norm ist einerseits der umfassende Lebensschutz, andererseits aber auch die Verhinderung von Euthanasie. So soll einer Relativierung des Lebens als objektives Rechtsgut entgegengewirkt werden. So zu lesen in der freien Enzyklopädie Wikipedia. Die Abschaffung genau dieses Paragrafen 216 wird in Björn Kerns neuem Roman "Die Erlöser AG" auf einer Bundespressekonferenz - nach vorangegangener Entscheidung des Parlamentes mit 451 zu 123 Stimmen - verkündet. Der Leser wird in ein Berlin der nicht näher genannten Zukunft versetzt, in ein Jahr "in dem erstmals mehr Neunzigjährige die Bundesrepublik bevölkerten als Zwanzigjährige, in dem erstmals mehr Greise gefüttert würden als Babys gesäugt, in dem erstmals mehr als eine halbe Million Hundertjährige der Pflege bedürften." Auf den Straßen der Hauptstadt fahren kaum noch Autos und wenn, dann hauptsächlich Krankentransporte, "auf den Bürgersteigen humpelte man seinen Gehböcken hinterher, Speichel tropfte, Gebisse malmten, es lebten bereits mehr Demente in der Stadt als Jugendliche." Im Westen der Stadt hat man ein "Altenghetto" errichtet, um dem "Heer der hilfsbedürftigen Greise" Herr zu werden. Ist man erst einmal drin, kommt man so leicht nicht wieder heraus. Auf obiger Pressekonferenz lernen sich der ambitionierte Journalist und Enddreißiger Paul Kungebein und Hendrik Miller - Vorsitzender der Ethikkommission und Oberarzt der Charité - kennen. Miller will auf Grund dieser Gesetzesänderung seine Vision Wirklichkeit werden lassen: die Gründung einer Agentur für aktive Sterbehilfe. Er zieht Kungebein mit ins Boot und schaltet seine erste Zeitungsanzeige. Nicht das Leben an sich sei das höchste Gut, sondern das bis zum Schluss selbstbestimmte, ist seine Devise. Maschinen verlängern nicht das Leben, sondern das Leiden und für circa Zehntausend Euro (inklusive aller Nebenkosten wie Trauerfeier und Beerdigung) erhält man eine kleine Spritze Pentobarbital nebst vorangegangener Betäubung. Natürlich alles nach vorausgegangenem Beratungsgespräch, vierteljährlicher "Bedenkzeit" und schriftlich selbstbekundetem freien Willen. Nach anfänglichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten schwimmt die Agentur - auch durch Unterstützung in den Medien - auf der Erfolgwelle. Kungebein und Miller - mittlerweile Marktführer in ihrem Gewerbe - müssen Personal einstellen, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. Doch was ist mit Kungebeins eigenem dementem Vater, den er zu Hause pflegt und der sich im Endstadium der Krankheit befindet? Wäre es nicht besser für ihn, auch von seinem Leiden erlöst zu werden? Artikulieren kann er sich jedoch nicht mehr. Es müsste doch auch möglich sein, so die Überlegungen der "Erlöser AG", dass nahe Verwandte den "eigenen" Willen des Patienten bekunden dürfen… Euthanasie wider Willen? Björn Kern inszeniert für den Leser ein verstörendes, fast traumatisierendes Zukunftsszenario. Fragen über das Leben als höchstes Gut des Menschen und seine Selbstbestimmung werden in den Raum gestellt, genauso wie die Euthanasie. Was ist Humanität? Wo fängt Mord an, wo hört Leidminimierung auf. "Fünf Tote, die nicht mehr zu leiden hätten, sparten so viel Leid ein, dass bei einem Dementen, oder einem Verrückten vielleicht, der gegen seinen Willen getötet werde, die Bilanz noch immer positiv ausfalle", so Hendrik Miller. Leben und Tod als simple Algebra? "Niemand habe das Recht, ein fremdes Leben zu beenden" setzt Millers Tochter, die in eben jenem "Altenghetto" als Stationsschwester arbeitet, entgegen. "Niemand dürfe sich mit dem Schöpfer auf eine Stufe stellen." Denn was kurz vor dem Tod im Kopf des Patienten vor sich geht, weiß niemand. Das Leben zu relativieren sollte niemand versuchen. "Ich werde niemandem, auch nicht auf seine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen." Hippokrates Björn Kern setzt sich mit einem hochaktuellen und brisanten Thema auseinander: Das Pro und Kontra der aktiven Sterbehilfe. Auf der einen Seite stehen die Befürworter, die betonen, dass der Wille des Patienten in allen Fällen die Zulässigkeit einer medizinischen Maßnahme definiert, dass aber ausgerechnet in der Frage, wie und wann zu sterben, diese Entscheidungshoheit genommen würde. Erkrankte seien hilflos der teilweise als unmenschlich und sinnlos empfundenen Sterbephase ausgesetzt. Menschen würde etwas verwehrt werden, was jedem leidenden Hund selbstverständlich zukomme. Die Gegner wiederum betonen, dass es eine Pflicht zur Leidensminderung nur als Teil der Pflicht zur Lebenserhaltung gibt, jedoch kein Recht auf Tötung. Außerdem sei die existentielle Bedrohung gerade geeignet, eine rationale Entscheidung unmöglich zu machen. Diese Kontroverse begleitet den Leser während der Lektüre und darüber hinaus. Das Buch erzeugt eine Vielzahl an suggestiven Bildern, die fordern und zum Nachdenken und Positionieren anregen. Björn Kern ist ein großartiges Buch gelungen. Eingebettet zwischen Liebe und Leid erzeugt er ein skurill-erschreckendes Szenario. In ausdrucksstarker Prosa, immer mit einem Schuss Ironie und Humor, macht er das Thema "leseverträglich". "Die Erlöser AG" entfaltet einen unglaublichen Erzählsog. Das Buch ist spannend, sehr bewegend und gleichzeitig radikal nüchtern. Alle Figuren sind äußerst brillant und mit Liebe zum Detail gezeichnet. Eine unbedingte Leseempfehlung! Bereits in seinem zweiten, vielgelobten Roman "Einmal noch Marseille" (2005) setzte sich Björn Kern mit dem Sterben auseinander. Der Autor arbeitete in einem psychiatrischen Pflegeheim in Südfrankreich.

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