Bücher mit dem Tag "überlieferung"
3 Bücher
- Cherie Dimaline
Die Traumdiebe
(102)Aktuelle Rezension von: Anna_ViktoriaDas Cover und der Klappentext haben sofort meine Aufmerksamkeit erregt und ich habe mich richtig aufs Lesen gefreut. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Die Zeitsprünge zwischen den Kapiteln und auch die vielen verschiedenen Personen sind teilweise ziemlich verwirrend. Auch muss ich leider sagen, dass die Geschichte sehr langatmig ist und ich nicht, wie in anderen Büchern, das Gefühl hatte es nicht mehr aus der Hand legen zu wollen.
Was ich allerdings sehr gut gelungen fand, war wie viel Wert die Autorin auf die Geschichte und Tradition kanadischer Ureinwohner legt und deshalb auch traditionelle Namen verwendet, die man sonst eher nicht so oft liest. Auch die Beschreibungen der verschiedenen Orte und Szenarien, in denen sich Frenchie und seine „neue“ Familie befinden, und in denen sich die Welt das zurückholt, was ihr gehört, fand ich sehr authentisch. - Elizabeth Kostova
Der Historiker
(9)Aktuelle Rezension von: TheSaintDie namenlose Erzählerin in diesem Mix aus Vampir-, Schauer- und Abenteuerroman ist eine Büchernärrin. Eines Tages findet sie in der Bibliothek ihres Vaters in Amsterdam ein bis auf eine Seite, die mit dem Bild eines Drachen bedruckt ist, leeres Buch und ein Bündel an Briefen. Als sie ihren Vater zu diesem Buch befragt, erzählt er ihr, wie er sich mit diesem mysteriösen Buch vor Jahrzehnten an seinen Doktorvater - Dr. Bartholomew Rossi - gewandt hatte und dieser ihm von einem ähnlichen Buch, welches er selbst vor zwanzig Jahren entdeckt hatte, berichtete. Damals hätte er mit Nachforschungen zu Vlad III. und dem Dracula-Mythos begonnen, sie dann aber aus Angst abgebrochen. Rossi übergibt Paul seine Unterlagen... und verschwindet kurz darauf spurlos. Blutspuren lassen Paul annehmen, dass Dracula noch lebt...
Und so entspinnt sich eine opulente Zeitreise über Jahrhunderte und quer durch Europa. Die Familiengeschichte um die Erzählerin und ihrer Eltern entfaltet sich langsam und in Form von Reiseberichten, Tagebüchern, Postkarten und persönlicher Erlebnisse der Protagonisten... Die Erzählebenen spielen zwischen den 30ern und 70ern des letzten Jahrhunderts und finden ihr Ende zu Beginn der 2000er... Akribisch schildert die Autorin eine Schnitzeljagd nach dem wohl berühmtesten Mythos dieser Welt - die den Leser beginnend in Amsterdam und über England in die Türkei, Bulgarien, Rumänien und dem heutigen Slowenien führt.Tatsachen und Fiktion vermengen sich an staubigen Schauplätzen wie diverser Bibliotheken, Klöster, Krypten und Ruinen zu einer faszinierenden neuen Betrachtung des Vampirs aller Vampire und seiner Nachkommen.
Für den bibliophilen und auch an europäischer Geschichte interessierten Leser erscheint die wunderbar durch Maren Eggert (u.a. "Tatort") und noch intensiver durch Bernd Stephan (Synchronsprecher u.a. für John Cleese und Schauspieler) vorgetragene Geschichte auf 8 CD's keineswegs langatmig oder der Stimmung und Spannung abträglich. Für einen Leser, der nun bluttriefende Attacken des Dracula oder Schwülstiges im Stile von Anne Rice & Co erwartet bzw. ein Schnellleser ist - dem mögen die interessanten Exkurse sowie der Erzählmodus in Form von Briefen und Tagebüchern ermattend vorkommen.
Auf alle Fälle zeigt die Autorin nach 10jähriger Arbeit an diesem Roman dem Vampirroman-Liebhaber und -kenner, der vermeint, schon alles zu Dracula und dem Mythos gelesen zu haben, dass der eine berühmte Schritt zur Seite einen vollkommen neuen Blickwinkel auf diese seit unzähligen Jahrzehnten dokumentierte Figur erschließen kann.
- Francine Rivers
Ein verzehrendes Geheimnis
(28)Aktuelle Rezension von: julzpaperheartMitte des 19. Jahrhunderts lassen sich schottische Einwanderer in den Appalachen im Osten Nordamerikas nieder. Der Tradition entsprechend gibt es dort einen "Sühnemann", der immer dann ins Tal gerufen wird, wenn jemand gestorben ist, damit er in einer rituellen Handlung die Sünden des Verstorbenen auf sich nimmt. Bei der Beerdigung ihrer Großmutter erhascht die zehnjährige Cadi einen Blick auf diesen mysteriösen Mann, was streng verboten ist. Fortan hat das Mädchen den verzweifelten Wunsch, den Sühnemann zu finden und ihn zu bitten, auch ihre Schuld auf sich zu nehmen. Als sie auf das düstere Geheimnis hinter der Tradition stößt, riskiert sie ihr Leben, um die Wahrheit ans Licht zu bringen ...
Der Schreibstil von Francine ist einzigartig, besonders und emotional. Ihre Geschichten lassen sich flüssig und zügig lesen.
Die Handlung hat mich einerseits fasziniert und in den Bann gezogen, andererseits waren die Themen sehr speziell und die Atmosphäre war sehr bedrückend. Immer wieder bin ich erstaunt, wie es Francine gelingt historische Ereignisse und damalige Traditionen in solch eine Geschichte zu verpacken. Allerdings wirkten hier einige Szenen etwas überspitzt und konstruiert.
Cadi und Fagan waren großartige Charaktere. Ich war hingerissen von ihrer Entwicklung, ihrer Stärke und ihrem Wunsch auch den Anderen von Gottes Liebe und Vergebung zu erzählen. Cadis Vergangenheit, Not und Schuldgefühle wurden so gefühlvoll und authentisch beschrieben. Ich konnte sehr gut mit ihr mitfühlen. Aber auch die anderen Charaktere sind sehr besonders und bleiben in Erinnerung.
Auch wenn mich dieses Buch sehr aufgewühlt und berührt hat, konnte es mich nicht ganz überzeugen. Die heiklen und tiefgründigen Themen, die hier aufgegriffen wurden, wie beispielsweise Schuld, Sühne, Gott und Satan, Vergebung und Aberglauben, nehmen viel Raum ein. Sie wiegen schwer und regen zum Nachdenken an. Allerdings glaube ich, dass das Buch gerade deswegen nicht für jeden geeignet ist. Entgegen meinen Erwartungen ist es nicht nur ein historischer Roman, der einige christliche Werte und Themen aufgreift. Es ist so viel mehr.


