Bücher mit dem Tag "übersetzerin"

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23 Bücher

  1. Cover des Buches Die sieben Schwestern (ISBN: 9783442479719)
    Lucinda Riley

    Die sieben Schwestern

     (1.102)
    Aktuelle Rezension von: UnendlicheGeschichte

    Meine Meinung

    Das Buch „Die sieben Schwestern" von Lucinda Riley hat meine Oma mir empfohlen, die bereits die ganze Reihe mit Begeisterung gelesen hat.


    Es erzählt Maias Geschichte, der ersten von sieben Schwestern, die zusammen auf einem großen Anwesen am Genfer See aufgewachsen sind.


    Nach dem Tod ihres Adoptivvaters folgt Maia den Spuren ihrer Herkunft ins brasilianische Rio de Janeiro.


    Durch Rückblenden in die Zeit Ende der 1920er Jahre erzählt die Autorin die berührende Geschichte von Maias Urgroßmutter Izabela mit all den gesellschaftlichen Zwängen, denen eine junge Frau zu der Zeit ausgesetzt war.


    Besonders interessant fand ich die Erzählungen über den komplizierten Bau der berühmten Christusstatue, den man gemeinsam mit Izabela verfolgen kann. Aber auch die Einblicke in die damalige Künstlerszene von Paris und die Herausforderungen der Bewohner Rios als Teil der neuen Welt habe ich als sehr spannend empfunden.


    All diese und viele weitere geschichtliche Elemente fügen sich in eine absolut mitreißende Handlung und einen wunderbar geschmeidigen Schreibstil ein, der mich jede Kulisse und Figur bildlich sehen und jede Emotion hat mitfühlen lassen.


    Zwischen den Zeilen sind immer wieder bedeutsame Weisheiten über das Leben verborgen.


    Die Charaktere sind allesamt sehr facettenreich, authentisch und verleihen der Geschichte eine besondere Tiefe. Besonders Izabelas schicksalhafte Liebes- und Lebensgeschichte wird so gefühlvoll beschrieben, dass sie mich durchgehend  sehr bewegt hat.


    Nun kann ich es kaum erwarten, die zweite Schwester und ihre Geschichte kennenzulernen!


    In einem FAQ im Anhang des Buches beantwortet die Autorin einige Fragen zu den Hintergründen der Reihe.


    Mein Fazit

    Insgesamt kann ich jedem diesen Reihenauftakt empfehlen, der auf der Suche nach einer einzigartigen Familiensaga ist, die einen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt! Ein absolutes Highlight!

  2. Cover des Buches Der Russe ist einer, der Birken liebt (ISBN: 9783423142465)
    Olga Grjasnowa

    Der Russe ist einer, der Birken liebt

     (182)
    Aktuelle Rezension von: Lesegezwitscher



    *Klappentext*

    Mit kühler Ironie und beeindruckender Prägnanz erzählt Olga Grjasnowa die Geschichte der höchst eigenwilligen jungen Mascha, die keine Grenzen kennt. In ihrer Welt kommen viele Kulturen und viele Traditionen zusammen. Sie könnte überall leben. Doch eine Heimat hat sie nicht.

    (©dtv_verlag )


    *Meinung*

    Wow, dieses kurze Buch beinhaltet so viele Themen. Mascha ist traumatisiert von dem Bürgerkrieg in ihrem Geburtsland Aserbaidschan und erfährt in Deutschland eine Retraumatisierung durch einen schweren Schicksalsschlag. 

    Sie kann fünf Sprachen und hat verschiedene Wurzeln. Sie ist Jüdin, Russin, Deutsche.

    Es geht um Zugehörigkeit und um die Frage, wie sehr wir uns mit unserer Herkunft identifizieren (müssen?) und in wie fern sie uns ausmacht. 

    🌳🌳🌳🌳🌳🌳

    Die Geschichte wurde gegen Mitte etwas zäh und das zog sich bis zum Ende hin. Der Roman lebt nicht davon, DASS die Geschichte erzählt wird, sondern WIE.

    Die Autorin hat es aber sehr gut geschafft, das "Innere" der Protagonisten nach Außen zu bringen und es gleichzeitig geschafft, dass sie uns fern bleibt, weil sie einfach niemanden an sich ran lässt.


    *Fazit*

    Für mich ein gutes Buch, welches wichtige Themen anspricht, mich aber ab der zweiten Hälfte nicht mehr richtig packen konnte.

    Hätte ich es nicht empfohlen bekommen, wäre es mir aufgrund des (meiner Meinung nach) nicht gelungen Covers wohl nicht aufgefallen. 

  3. Cover des Buches Und dann kam Mr. Willow (ISBN: 9783956496837)
    Anna Saalbach

    Und dann kam Mr. Willow

     (41)
    Aktuelle Rezension von: danielamariaursula
    Mirka ist 31 Jahre alt und Germanistin. Eigentlich hatte sie im Studium Träume von einer Tätigkeit als Übersetzerin für Literatur oder an der Uni. Doch wie das Leben so spielt. Vor 7 Jahren zog Jura-Student Ruben bei ihr ein, eigentlich nur vorübergehend, und blieb. Ruben fand, daß Grundschullehrerin doch viel besser für Mirka wäre, wenn er denn mal erfolgreicher Anwalt sei, dann könne sie sich besser um die gemeinsamen Kinder und das Häuschen im Grünen kümmern.... Auch wenn es in ihrer Beziehung nicht mehr so läuft wie am Anfang, rechnet Mirka dennoch ganz fest mit einem Heiratsantrag, während des geplanten romantischen Kurztrips nach London mit ihm. Ihre beste Freundin Rieke, hält zwar gar nichts von dem schönen Ruben, aber sie kennt ihn ja besser, denkt Mirka. Leider nur, bis Ruben bei einem candle-light-dinner in London, mit einer unangenehmen Wahrheit heraus rückt. Die Tochter seines Chefs ist von ihm schwanger und sehr toll er Mirka findet, er ist nun mit ihr Verlobt. Für Mirka bricht eine Welt zusammen, sie läuft in einen der vielen Londoner Parks und trifft dort auf einen kleinen Corgi, der viel treuer als Ruben ist und ihr fortan nicht mehr von der Seite weichen mag. Corgi Mr. Willow ist nun ihr Lichtblick bei ihrem folgenden unfreiwilligen Neuanfang.

    Dieses Buch hatte ich mal letztes Jahr begonnen und frustriert zur Seite gelegt, da ich es im Dämmerlicht nicht lesen kann, die Schrift ist mir dafür zu klein. Als ich aber nun einen hoch gelobten Frauenroman las, den ich schrecklich fand, nahm ich im Freibad dieses Buch zur Hand, um zu testen, ob ich einfach aktuell das Genre nicht mag. Siehe da: Im hellen Sonnenlicht, liest es sich ganz wunderbar! (es hat schon so seinen Grund, warum ich vor kurzem ein Buch über das Älterwerden las). Es wurde also mein Mittagspausenbuch und noch dazu sehr entspannt. Ich habe mich sehr gefreut, endlich wieder eine intelligente Frauenroman-Heldin zu treffen, mit sympathischer Freundin und Nachbarn. Klar, es gibt auch unsympathische Personen wie ihre Schulleiterin und Ex-Freund Ruben ist charakterlich sicherlich kein Vorbild, aber es leuchtet mir ein, wieso Mirka sich von ihm hat einlullen und blenden lassen. Erst einmal scheint er ja wirklich Schwiegersohnqualitäten zu haben, denn seine dunklen Seiten offenbart er nicht sofort, zumindest nicht voll. Da wären natürlich seine angebliche Hundehaarallergie und sein Hang sich von Mirka bedienen zu lassen..... Durch ihren kleinen Hund eröffnet sich für Mirka eine völlig neue Welt: die der Hundebesitzer! Nicht nur, daß Mirka sich dank Mr. Willow nicht einsam fühlt und seine Gegenwart als sehr tröstlich, nein, schon beim Einkaufen der Grundausstattung begegnet ihr der erste Mann im richtigen Alter, mit Hund. Allerdings ist diese Begegnung dann doch eher abschreckender Natur. Doch mit zunehmender Akzeptanz ihrer neuen Situation öffnet sich Mirka auch mehr für die anderen Hundebesitzer und findet in der neu zugezogenen Caren eine angenehme Gassi-Runden-Begleitung. Leider ist Caren für mich ein Kritikpunkt für mich. Caren ist für Mirka beim Kennenlernen ein echtes Highlight, daß ihr hilft, sich wieder mit Freude ins Leben zu stürzen, besonders da Rieke nicht mehr so viel Zeit für sie hat, aber nur wenige Seiten später ist sie auch ebenso schnell aus ihrem Leben verschwunden, wie sie in diesem Roman aufgetaucht ist. Da hätte ich Mirka doch mehr Beständigkeit zugetraut. Es entsteht der Eindruck, als wäre sie vom Lektorat unvollständig heraus gekürzt worden. Aber sie zeigt Mut, Mut ihr Leben zu ändern und selbst in die Hand zu nehmen, Vorurteile abzubauen und hinter die Fassade zu schauen, die die Menschen um sie herum als Schutzwall errichten. Das Ende ist wirklich süß und lässt einen selig lächelnd die Seiten schließen.
    Hinter Anna Saalbach versteckt sich übrigens die erfolgreiche Kinderbuchautorin Antje Szillat, die mit Hund, Pferd, Mann und vier Kinder über genug Lebenserfahrung verfügt, um auch mal das Genre zu wechseln und sich natürlich mit den Zuständen auf Hundewiesen bestens auskennt. Sie weiß wovon sie mit leichter Feder schreibt.

    Ein schöner Wohlfühlroman, der wirklich gute Laune macht, für Hundefans umso mehr.
  4. Cover des Buches Ich dachte schon, du fragst mich nie (ISBN: 9783426525050)
    Gabriella Engelmann

    Ich dachte schon, du fragst mich nie

     (120)
    Aktuelle Rezension von: Engelchen07

    Sophie Hartmann hilft ihrer Tochter Liv einen Traum zu erfüllen. Sie darf für einige Monate ein Lokal anmieten und dort ihre Kochkünste vorstellen. Doch wenige Stunden vor der Eröffnung hat Liv einen Unfall und kann die Eröffnung quasi vergessen. Ihre Mutter Sophie und Ihre Tante Geli versuchen das Lokal und somit Liv's Traum zu retten. Doch was machen sie mit den vielen geladenen Gästen?
    Ein netter Mann namens Marc bietet sich bei Sophie's Erklärung, dass die Eröffnung leider nicht so stattfindet wie geplant an, die Küche zu übernehmen und so den Abend noch zu retten. 

    Der Schreibstil von Gabriella Engelmann ist wie gewohnt fließend und toll. Man ist wie immer gleich mitten in der Geschichte.
    Neben dem schönen, mich ansprechenden Cover gefällt mir hier noch die Einteilung bzw. Gestaltung der einzelnen Kapitelanfänge bzw. -überschriften sehr gut. Die Geschichte hat mir persönlich gut gefallen, wenn sie vermutlich für viele auch schon absehbar ist. Mir hat er dennoch gefallen. Fans von Gabriella Engelmann kommen hier voll auf ihre Kosten und haben einige Stunden Lesespaß.

  5. Cover des Buches Wasser für die Elefanten (ISBN: 9783832164027)
    Sara Gruen

    Wasser für die Elefanten

     (923)
    Aktuelle Rezension von: Liebes_Buch

    Ich gehöre endlich auch zu den glücklichen Menschen, die dieses Zirkusbuch gelesen haben!

  6. Cover des Buches Seide (ISBN: 9783455000566)
    Alessandro Baricco

    Seide

     (383)
    Aktuelle Rezension von: simone_richter

    Diese wundervolle Geschichte spielt im Jahr 1861 und folgende. Der südfranzösische Seidenhändler Hervé Joncour bricht in diesem Herbst nach Japan auf, um Seidenraupeneier zu kaufen. Die Seidenraupeneier aus Afrika, Europa und dem mittleren Osten sind von Krankheiten befallen. Während des Besuchs bei einem japanischen Fürsten als Geschäftspartner wird er vom Blick einer schönen jungen Frau mit nicht asiatisch geschnittenen Augen getroffen. Er reist nun jedes Jahr um diese Zeit nach Japan. Immer wenn er hinreist, wächst in ihm mehr und mehr die Begehrlichkeit… Wird er jemals ihre Stimme hören? 

    Ich habe mir extra die Ausgabe mit dem fast wie Seide anmutenden Umschlagdesign besorgt. Schon dieses fasziniert. Noch berührender ist die Geschichte innen. So werden bestimmte Textpassagen wiederholt, was dem Plot etwas Wiederkehrendes gibt, genauso wie Hervés Reisen nach Japan sind. Der kurze Roman ist so leicht und zart wie Seide, hochemotional und fast prosaisch. Auch im Liebesspiel wird die Seide mit eingebunden. Man wird außerdem immer gespannter über den Fortgang der Parabel und erliest eine hauchzarte schmerzende Liebesgeschichte. Es begegnen einem in dieser auch Buddhismus-Methoden, wie eine Voliére um Vögel reinzusetzen, um sie anschließend fliegen zu lassen, die Langsamkeit und Stille und das Verharren. Ein dezentes Buch mit lauter Leidenschaft, wo der Protagonist stets ein neues Ziel im Blick hat und dabei das Wesentliche übersieht. Genussvoll und mit Interpretationsmöglichkeiten. 

  7. Cover des Buches Der fünfte Mörder (ISBN: 9783492257435)
    Wolfgang Burger

    Der fünfte Mörder

     (26)
    Aktuelle Rezension von: julestodo

    Ein explodierendes Auto, direkt neben Alexander Gerlach.... die Ermittlungen nehmen ihren Lauf und fördern ungeahnte Dinge an die Oberfläche.

    Wieder ein spannender Kriminalroman von Wolfgang Burger, den ich gerne gelesen habe. Der flüssige Schreibstil und die detailiert beschriebenen Personen haben es mir angetan. ich weiß jetzt schon: die Reihe werde ich ganz zu Ende lesen!

  8. Cover des Buches Der Besuch (ISBN: 9783833310393)
    Hila Blum

    Der Besuch

     (45)
    Aktuelle Rezension von: schokoloko29

    Nili und Nati sind ein Paar, welches in Israel lebt. Nati hat in die Beziehung seine ältere Tochter mit hineingebracht und Nili ist dann schwanger geworden und hat dann noch eine Tochter von Nati auf die Welt gebracht. Eine klassische Patchwork- Familie mit nicht gelösten Konflikten, welche im Untergrund brodeln. Diese Konflikte kommen durch einen Anruf von Paris zutage. Aks Nati und Nili frisch zusammen waren haben sie mehrere Tage in Paris verbracht. Dort kam es zu einem Eklat, denn Nati hat sein Portemonaie verloren. Dies wurde ihm beim bezahlen in einem sehr teurem Restaurant klar. Ein reiches Ehepaar am Nachbartisch bemerkte die Notlage und half Nati aus. Dieser reiche Mann aus Paris meldet sich nun bei Nati und Nili und will sich in Israel treffen. Es kommen dadurch nicht verheilte Wunden in der Beziehung von Nati und Nili zutage und auch die angst, was bei diesem Besuch aus Paris für "Geheimnisse" ans Licht kommen.

    Für mich war das Leseerlebnis am Ende wirklich enttäuschend. Die Autorin spielt gekonnt mit den Erwartungen des Lesers. Als es dann zur "Auflösung" des Geheimnisses kam, war ich sehr enttäuscht. Denn das Geheimnis war für mich alles andere als schwerwiegend.

    Fazit: Viel Lärm um nichts!

  9. Cover des Buches George Clooney, Tante Renate und ich (ISBN: 9783499259326)
    Fanny Wagner

    George Clooney, Tante Renate und ich

     (86)
    Aktuelle Rezension von: Lydia_Mayer

    Eva hat wieder ihre Gefühle in den verkehrten Mann verschwendet. Als erstes lässt sie beim Friseur „Effects“ in ihr Haar machen. Inspiriert durch eine Zeitung stellt sie für sich ein „Maike-Liste“ auf. Den ersten Punkt, ihren Freund abzuservieren, erledigt sie sehr schnell. Die anderen werden langsam im Laufe im Buch erledigt.

    Nachdem der einzige Mann in ihrer WG auszieht, übernimmt eine Freundin von ihr das freie Zimmer. Kaum ist diese eingezogen, kommt ein Hilferuf von ihrer Tante. Auch sie zieht in die WG, ins Gästezimmer.

    Und somit beginnt ein heiteres Geschehen. Tante Renate entdeckt das Internet und auch ein Dating Portal. Eva stößt im Treppenhaus mit einem Double von George Clooney zusammen und verliebt sich spontan in ihn. Auch Antonia und Bettina haben Probleme.

    Wie die vier Frauen all dies bewältigen, erzählt Frau Wagner in einer witzigen und flüssigen Art. Wer wissen möchte, ob Tante Renate auf einem Heiratsschwindler reinfällt und ob Eva mit der jüngeren Ausgabe von George Clooney zusammenkommt, der sollte das Buch lesen. Ich kann es empfehlen, beim letzten Teil konnte ich nicht aufhören zu lesen (bin 1:00 Uhr nachts).

  10. Cover des Buches Das war ich nicht (ISBN: 9783442474592)
    Kristof Magnusson

    Das war ich nicht

     (163)
    Aktuelle Rezension von: Callso
    Kristof Magnusson hat einen recht merkwürdigen Roman geschrieben. Er berichtet über eine Welt, in der die einzige Wärme vom Kamin oder von Computern ausgeht, so unterkühlt wir d in dem Werk agiert. Alle anderen Charaktere, Beziehungen und Freunde sind kalt, unterkühlt und enorm emotionslos. So sammeln die drei Hauptpersonen zahlreiche Minuspunkte und erreichen  Sympathiewerte nahe der Nullgrenze.

    Schade, weil die Grundidee der Geschichte sehr vielversprechend ist. Drei Protagonisten, die im Laufe der Geschichte nahe der Verzweiflung sind. Eine Übersetzerin, die frisch getrennt ist und da sie ohne Auftrag dasteht auch mitellos ist. Da ist ein eigentlich erfolgreicher Autor, der seit einem Jahr keine Zeile mehr geschrieben hat. Und es gibt mit Jasper einen Börsenhändler, der zwischen Genie und Wahnsinn handelt, mit größeren Beträgen handelt, ehe er riesige Beträge der Firma aufs riskante Spiel setzt.

    Die drei Personen treffen in Chicago aufeinander. Im hektischen Alltag kreuzen sich deren Wege, doch bei allen deei Personen ist deutlich mehr Schein als Sein.

    Autor Magnusson hat die Charaktere sehr nüchtern, sachlich und wenig sympathisch dargestellt. Insofern hält sich das Zittern und Bangen in Grenzen, aber auch in Nebenschauplätzen wie in der Bank, im Cafe oder im Freundeskreis gibt es kaum wirklich menschliche Züge. Keine beschriebene Person, die freundlich oder empathisch agiert. Sehr merkwürdig.

    Insofern ließ mich das Buch auch sehr kalt. Sicherlich lässt sich die skurrile Story ganz gut lesen, wie realistisch das Treiben ist, darf jeder selber entscheiden.

    Ach ja: Der Buchtitel "Das war ich nicht" passt meiner Meinung nach überhaupt nicht. Klingt für mich deutlich mehr nach einem Kinderbuch. Auch dem Buchcover kann ich nur sehr wenig abgewinnen.
  11. Cover des Buches Ich hab die Unschuld kotzen sehen (ISBN: 9783937536590)
    Dirk Bernemann

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen

     (278)
    Aktuelle Rezension von: Yoyomaus

    Zum Inhalt:

    "Guten Tag, die Welt liegt in Trümmern. Ich sammle sie auf. Errichte daraus neue Gebäude. Konstruiere neue Städte. Kann man wohnen drin. Oder weiträumig umfahren." So begrüßt einen dieses Stück Literatur, bevor es einen hinabreißt in die Abgründe einer Welt, die in uns etwas zum Klingen bringt, denn sie ist uns sehr vertraut. Es ist unsere Welt! Wenn man Bernemanns Buch liest, kommt es einem vor, als hätte man uns endlich die rosa Brille abgenommen, ja vom Kopf geprügelt. In einer poetischen Klarheit zelebriert er ein Massaker des Leben, dass fasziniert, um gleichzeitig abzustoßen.


    Cover:

    An sich wirkt das Cover im Gegensatz zum Inhalt eher harmlos. zu sehen ist auf weißem, schlichten Grund eine blonde Puppe, welche erst nach genauerem Hinsehen ein bisschen abgewrackt wirkt. Erst der Titel lässt den Betrachter stutzen, besonders weil das Wort "Kotzen" farbig hervorgehoben ist. Spätestens jetzt ist man neugierig oder eben abgeschreckt, wenn man sich den Inhalt oder die ersten Seiten durchliest. Trotzdem passt das Cover durchaus zu dem Klientel, welches der Autor hier bedient und ist für jenes Klientel sicher auch ein absoluter Blickfang.


    Eigener Eindruck:

    Er sitzt auf seinem Sofa mit seiner Freundin. Sie haben wieder zu viel getrunken und die Wut kommt in ihm auf. Er will sie zerstören. Er hasst sie. Und so verteilt sich ihre Hirnmasse auf den Fliesen, was wenig später den Kommissar auf den Plan ruft. Doch auch er hat ein Geheimnis, was wiederum den Auftragskiller auftauchen lässt. Als dieser nicht wieder auftaucht ist seine Freundin und Prostituierte mit den Nerven am Ende... und so zieht sich der rote Faden immer mehr durch die kurzen Episoden der Geschichte.


    "Ich habe die Unschuld kotzen sehen" ist ein Buch, welches mich hat ein paar mal den Atem anhalten lassen. Das Buch ist wirklich sehr anschaulich geschrieben und allein durch die Handlungskette einfach nur genial. Zwei Protagonisten geben sich jeweils immer die Klinke in die Hand. Sei es nun durch eine zufällige Begegnung oder durch mehr Kontakt. So treffen wir auf einen jungen Bengel der mit seiner Freundin kein Kind will. Sie hat die Idee das Kind mit einer Stricknadel zu beseitigen, doch das geht schief und so macht er nichts mehr aus seinem Leben, ganz zum Leidwesen seiner Mutter, die sich nun fortan um ihn kümmern muss und so weiter. Dirk Bernemann beschreibt die Geschichten so detailliert, dass man das Gefühl hat direkt neben den Protagonisten zu stehen. Man fühlt mit ihnen. Angst, Kummer, Verwirrung, Wut, Ekel, Verzweiflung. Es ist von jeder Emotion etwas dabei und obwohl die Geschichten bisweilen sehr morbide und dunkel sind, machen sie einfach Spaß. Das Buch ist in meinen Augen ein kleines Kunstwerk für sich, denn es behandelt menschliche Abgründe und regt zum nachdenken an. Wirklich gut gemacht.


    Eine absolute Leseempfehlung meinerseits!


    5 von 5 Sterne.



    • Taschenbuch: 256 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (Oktober 2008)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3453675606
    • ISBN-13: 978-3453675605
    • Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 2 x 18,5 cm
  12. Cover des Buches Die Alte (ISBN: 9783867542401)
    Hannelore Cayre

    Die Alte

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Anna_Ressler

    Inhalt: Die Witwe Portefeux arbeitet als Übersetzerin für die französische Polizei. Hauptsächlich geht es dabei um abgehörte Telefonate von Drogenhändlern. Als sie schließlich ein besonders brisantes Gespräch abhört, beschließt sie ihre Chance wahrzunehmen. Das Leben hat ihr lange genug übel mitgespielt, jetzt ist sie am Zug...

    Meine Meinung: Ich habe etwas gebraucht um mich in der Geschichte zurecht zu finden. Das Buch ist voll von schwarzem Humor und Gesellschaftskritik. Natürlich habe ich keine Ahnung wie teuer es ist in Paris zu leben oder wie die Franzosen so ticken, aber manches kam mir doch recht übertrieben vor. Es geht aber nicht nur um Geld, sondern auch Themen wie Rassismus und Feminismus werden aufgegriffen.

    Madame Portefeux war nicht die sympathischste Protagonistin, aber sie nötigte mir Respekt ab. Das Buch kommt ohne größere Spannungsmomente aus und lässt sich flüssig lesen. Alle Figuren neben Madame bleiben ein wenig blass und hätten ruhig noch mehr Raum einnehmen dürfen. Das Ende kam dann ein wenig abrupt und lässt Möglichkeiten offen. Insgesamt hätte ich mir die Erzählung noch ein bisschen ausführlicher gewünscht.  

    Mein Fazit: Ein kritischer Roman von dem ich mir mehr gewünscht hätte. 

  13. Cover des Buches Ein Moment fürs Leben (DAISY Edition) (ISBN: 9783839851081)
    Cecelia Ahern

    Ein Moment fürs Leben (DAISY Edition)

     (25)
    Aktuelle Rezension von: LisaJelina

    In „Ein Moment fürs Leben“ erhält Lucy einen Brief von ihrem Leben. Anfangs ist das Verhältnis zwischen den beiden gar nicht gut, aber je besser es Lucy geht, desto besser geht es auch ihrem Leben.

    Die Idee, das Leben als Person darzustellen, um die man sich wie auch bei Freunden und Familien kümmern muss, fand ich sehr genial. Umgesetzt wurde es meiner Meinung nach auch wirklich gut! 

    Die Situationen, die Lucys Leben überhaupt in diesen Zustand gebracht haben, wirkten im ersten Moment unscheinbar. Aber in der Summe hatte sie ein Konstrukt errichtet, das sehr wackelig war und um keinen Preis von ihr umgestoßen werden wollte. Ich konnte nicht glauben, dass sie wirklich drei Jahre lang mit niemandem über ihre Gefühle oder all die Geschehnisse geredet hat. Es wundert mich nicht, dass ihr Leben anfangs in einem echt miserablen Zustand war. Schade, dass keiner ihrer Freunde hinter dir Fassade blicken konnte... ehrlicherweise muss ich aber zugeben, dass sie es ihren Mitmenschen aber auch nicht einfach gemacht hat. 

    Die Geschichte ist sehr humorvoll geschrieben, hat aber auch sehr tiefgründige Seiten! Wirklich ganz nach meinem Geschmack. Eine Situation war mehr als offensichtlich, aber es passte gut in das Gesamtpaket, weshalb es mich auch nicht weiter gestört hat. 

    .

  14. Cover des Buches Für immer und Sushi? (ISBN: 9783945298701)
    Fiona Kawazoe

    Für immer und Sushi?

     (64)
    Aktuelle Rezension von: Jana_Zimmermann

    Japan kenne ich bisher nur aus den Medien. Bereisen konnte ich es noch nicht, weder physisch und literarisch. Daher ist der Schauplatz Japans für mich eine komplett neue Umgebung und Erfahrung. Im Roman „Für immer und Sushi?“ von Fiona Kawazoe geht es um die Protagonistin Vanessa, deren Leben in Deutschland etwas aus der Bahn geworfen wurde. Und Knall auf Fall findet sie sich in Japan wieder und beginnt dort, nach und nach ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Und das gelingt ihr außerordentlich gut. Bis hin zum Zweifel, ob sie wirklich wieder nach Deutschland zurück möchte. Wobei ihr die Liebe zusätzlich dazwischenkommt. Der Leser kann die Entwicklung Vanessas vom schüchternen, leicht depressiven Mädchen bis zu einer jungen, selbstbewussten Frau regelrecht spüren. Manches Mal möchte man sie ein klein wenig anschubsen, damit sie endlich in die Gänge kommt. Zumindest ist es mir so ergangen. Aber ich bin ja auch eine ungeduldige Person. „Für immer und Sushi?“ ist eine Geschichte von der Selbstfindung, der Selbstbehauptung und – dem für mich wichtigsten Punkt – der tiefen Freundschaft. Und das aus tiefer Freundschaft und grenzenlosem Vertrauen auch Liebe werden kann, mit all ihren Stolpersteinen, erfahren wir Leser durch Fiona Kawazoe in ihrem Roman „Für immer und Sushi?“ auf liebevolle Art und Weise. Und wer weiß, vielleicht steckt ja hier und da auch etwas Autobiografisches der Autorin zwischen den Zeilen.

  15. Cover des Buches Deutsches Haus (ISBN: 9783869092577)
    Annette Hess

    Deutsches Haus

     (30)
    Aktuelle Rezension von: simone_richter

    Annette Hess kennen wir als Drehbuchautorin von Serien, wie „Weissensee“ und „Kudamm 56“.  Nun hat sie diesen Roman nachgelegt. In diesem übersetzt die junge Eva Bruns im ersten Frankfurter Auschwitzprozess polnische Zeugenaussagen. Dabei setzt sie sich mit der Schuldfrage des Landes und auch mit ihrer eigenen Familie auseinander.

    Diese Vergangenheitsbewältigung ist dann auch sehr gelungen. Mich hat es emotional mitgenommen. Dieser Mief aus dem Anfang der Sechzigerjahre mit traditionellen Rollenverständnis und Evas Familie mit dem Gasthof „Deutsches Haus“, ihrer Schwester Annegret auf einer Station für Neugeborene, wo es rätselhafte lebensgefährliche Infektionen gibt und Jürgen, mit dem Eva liiert ist, ganz sittentreu ohne Sex vor der Ehe, der einen an Demenz erkrankten früheren Kommunisten als Vater hat, den die Nazis gefoltert haben und es zu einem Versandhausimperium als Millionär gebracht hat. Alle wollen redlich ihren Alltag meistern und scheitern doch an ihrem Spießertum.

     In fantastischem Zeitkolorit und Atmosphäre wird das alles erfasst und man erkennt mit welchen Konventionen und Gesetzen das eigenständige Leben daran scheitert. Dabei zeigt sich Eva als ernste, beflissene junge Frau auf dem Weg der Emanzipation. Außerdem heißt es, Verdrängen hilft nicht, um später ein heiles Seelenleben zu haben.

    Das Hörbuch hat mich in einen Sog gezogen und die Geschichte ist gerade wieder wichtiger als sonst gegen das Vergessen und dem wieder aufkeimenden Antisemitismus und Fremdenhass.  

  16. Cover des Buches Nur keine Sentimentalitäten! (ISBN: 9783896674067)
    Ernst Horst

    Nur keine Sentimentalitäten!

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Zebrafink
    Wie der Titel schon sagt, "Wie Dr. Erika Fuchs Entenhausen nach Deutschland verlegte" Gut recherchiert, amüsant geschrieben und für Fans ebenso interessant, wie für Gelegenheits- Donaldisten.
  17. Cover des Buches Umwege zum Glück (ISBN: 9783752859157)
    Gabriele Popma

    Umwege zum Glück

     (20)
    Aktuelle Rezension von: SwimminInABook
    Das Buch ist sehr sehr schön geschrieben.  Als Leser kann man sich sofort mit den Charakteren verbinden und mitfiebern. Allerdings gibt es ein paar Umwege, die sich die Hauptperson hätte sparen können 😉
  18. Cover des Buches Sturz in den Tod (ISBN: 9783897059887)
    Anke Gebert

    Sturz in den Tod

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Izquierdo
    Eigentlich beginnt dieser Travemündekrimi ganz so wie ein Regionalkrimi beginnen muss: jemand kommt zu Tode, jemand gerät in Verdacht,jemand gerät in Gefahr, jemand löst einen Fall. Umso überraschender war es, dass Anke Gebert nur die Muster eines Krimi nutzt, um ein Gesellschaftsbild von hoher literarischer Qualität zu zeichnen. Die handelnden Figuren sind unglückliche Menschen, das, was sie sind, steuert sie, und so entwickelt nicht der Plot die Spannung, sondern die Figuren tun es. Die kleptomansiche Ermittlerin Nina, das eitle Opfer, der jugendhafte Liebhaber, der verzweifelte Sohn des Opfers und die im Stich gelassene Tochter. Sie alle treiben die Geschichte voran, haben ihr Päckchen zu tragen und suchen ihr Glück. Das ist spannend geschrieben, aber vor allem: es lässt einen nicht kalt. Travemünde scheint ein ganz eigenwilliges Fleckchen Erde zu sein - ohne den Roman hätte ich es nie wohl nie erfahren. 5 Sterne für Anke Geberts herausragenden Krimi!
  19. Cover des Buches Alberta empfängt einen Liebhaber (ISBN: 9783570907337)
    Birgit Vanderbeke

    Alberta empfängt einen Liebhaber

     (5)
    Aktuelle Rezension von: leserin
    Schnell gelesen, aber nicht tiefgehend
  20. Cover des Buches Nora (ISBN: 9783499242809)
    Pia Frankenberg

    Nora

     (13)
    Aktuelle Rezension von: furchtzwergal
    Nora ist Deutsche, Mitte vierzig, und lebt in New York. Sie ist eine selbstbewusste, hübsche Frau und steht mit beiden Beinen fest im Leben. Sie braucht keinen Mann an ihrer Seite, sie ist selbstständig und unabhängig. Natürlich hat sie nichts gegen die eine oder andere Affäre, aber ausschließlich mit verheirateten Männern, die nicht auf eine Liebe aus sind, genauso wenig wie sie. In den Nachrichten über die Anschläge vom 11. September entdeckt sie Amy im Fernsehen, eine Frau, die bei diesem Unglück ihren Mann verloren hat. Nora fühlt sich von Beginn an von Amy angezogen, sie ist fasziniert und besorgt von dieser fremden Frau, und sie spürt den Drang, alles über diese Amy herausfinden zu wollen. Es bleibt keine reine, "gesunde" Neugier, es wird zum Zwang, und Nora wird zur Stalkerin... Anfangs wirklich "zach" zu lesen...etwas verwirrend mit den Personen, wer ist wer und was und warum, aber im Laufe der Geschichte liest sich der Roman gut.
  21. Cover des Buches Töchter des Schweigens (ISBN: 9783492311250)
    Elia Barceló

    Töchter des Schweigens

     (71)
    Aktuelle Rezension von: samo
    Schon die Leseprobe hat mich in seinen Bann gezogen und ich hoffte, dass dies auch das ganze Buch über so bleiben würde - und ich wurde nicht enttäuscht.

    Sieben Freundinnen treffen sich nach über dreißig Jahren wieder und werden gezwungen das aufzuarbeiten was sie seit 1974 zu vergessen versuchen. Nach und nach werden die Geheimnisse der Freundinnen aufgedeckt bis hin zu dem großen Geheimnis, das alle sieben betrifft. Was mir sehr gut gefallen hat war die Vielschichtigkeit des Buches, denn es stand nicht nur der Mordfall im Mittelpunkt, sondern auch die Geschichte Spaniens zu Zeiten Francos, das Erwachsenwerden (und das Erwachsensein), sowie auch religiöse und psychologische Aspekte, aber auch die Probleme die jeden einzelnen betreffen können. Die Spannung steigerte sich bis zum Ende hin, als man erfuhr was im Sommer 1974 wirklich geschah. Doch als ich die letzte Seite des Buches umblätterte fragte ich mich: Wer hat denn jetzt aber Lena umgebracht??? Möglicherweise habe ich es vor lauter Neugierde was denn 1974 geschehen ist einfach überlesen, vielleicht wird es aber auch wirklich nicht deutlich.

    Der Schreibstil von Barceló ist flüssig und beschwört Bilder vor dem inneren Auge herauf. Man fühlt sich richtig in das Geschehen hineinversetzt und leidet mit den sieben Freundinnen.

    Die Wiener Zeitung schrieb "Elia Barceló muss den vergleich mit den Werken von Carlos Ruiz Zafón nicht scheuen" und hier muss ich ganz deutlich zustimmen, denn meiner Meinung nach ist dieses Buch ein Meisterwerk.
  22. Cover des Buches Das war ich nicht CD (ISBN: 9783888976919)
    Kristof Magnusson

    Das war ich nicht CD

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania
    Kristof Magnusson ist ein wirklich sympathischer junger Mann, der wunderbar seine eigenen Bücher lesen kann. Ich durfte ihn bei einer Lesung zu seinem aktuellsten Buch "Arztroman" kennenlernen.
    Schade, dass er hier nicht auch selbst gelesen hat, es hätte mir gefallen.
    Maike Urbanski, Henry Lamarck und Jasper Lüdemann sind so unterschiedlich, wie drei Menschen nur sein können. Als Autor warten alle gespannt auf Henry Lamarcks neues Buch, das schon mit Aussicht auf einen weiteren Pulitzer Preis gehandelt wird. Maike Urbanski ist die deutsche Übersetzerin und Jasper eigentlich nur ein Banker, der zufällig die Muse für Henry Lamarcks neues Buch werden soll, da dieser in einer Schreibblockade steckt. Es gibt nämlich gar kein neues Buch. Aus drei Erzählsträngen, die Magnusson gekonnt miteinander verwebt, entsteht so eine tolle Geschichte um Liebe, Freundschaft sowie fallende und steigende Aktienkurse. Witzige Unterhaltung, die allein durch die Stimme Jaspers zumindest für mich ein wenig getrübt wird. Ich hätte gern mehr als 3,5 Sterne verteilt, musste mich aber zu lange erst an die Stimme gewöhnen. Nächstes Mal lese ich vielleicht doch lieber selbst.
  23. Cover des Buches In einer unmöblierten Nacht (ISBN: 9783709934203)
    Markus Ramseier

    In einer unmöblierten Nacht

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Thomas_Lawall
    Vieles an diesem Buch ist außergewöhnlich. Was genau man erwarten soll, bleibt selbst nach dem Studium des Klappentextes unklar und diffus. Das ist gut so, denn nur so bleibt man unbefangen und offen für Überraschungen. Und die gibt es fast auf jeder Seite.

    Klar, hier geht es um eine Beziehungsgeschichte. Victor, der Kunstsammler, und Yana, die ukrainische Übersetzerin, sind ein ungleiches Paar. Wohlbehütet und ohne die geringsten materiellen Sorgen aufgewachsen, lebt Victor vor einem völlig anderen Hintergrund als Yana, der es nicht einmal vergönnt war zu erfahren, was Zuneigung oder gar Liebe der Eltern bedeutet. Es fehlte ihr alles, "was über die notwendige materielle Versorgung hinausging".

    Überraschungen finden sich, wenn man so will, nicht unbedingt in der Geschichte selbst, eher darin, wie sie erzählt wird. Fernab der bestsellerverseuchten Buchszene, fälschlicherweise auch "Literatur" genannt, weiß Markus Ramseier sich dezent gewählt und doch allgemeinverständlich auszudrücken. 

    Wie man liest, soll er ein Augenmerk auf jene Dinge legen, die "zwischen den Zeilen liegen", was bis zu einem gewissen Punkt auch richtig sein mag.  Dies würde allerdings bedeuten, dass er das Wesentliche gar nicht aufschreibt, sondern seinen Leserinnen und Lesern ein "Etwas" zur freien Interpretation überlässt. Aber genau das tut er nicht. Zwischen den Zeilen gibt es gar nichts, und zwar deshalb, weil er uns einfach alles erzählt! Ein Suchspiel der freien Auslegungen bleibt einem also erspart.

    Gute Beispiele hierfür sind vielleicht der Alltag einer Übersetzerin, den man sich so nicht unbedingt vorstellt. Als "städtische Teilzeit-Angestellte" bemerkt sie die Enge ihrer Möglichkeiten während ihrer Tätigkeiten in der Psychiatrie, im Gericht oder im Gefängnis. Ihre Arbeit bedeutet "in festen Sprachgleisen von A nach B reisen". Abweichungen sind nicht erwünscht, und eine Identifikation mit "den armen Seelen" schon gar nicht.

    Oder jener Pfarrer, der zu später Stunde und zu gegebenem Anlass etwas aus sich herausgeht und zwar bis an "die Ränder seines Lateins". Auch die gnadenlosen Selbstbetrachtungen Yanas, wie sie aus allem nicht wirklich schlau wird, wie sie an sich selbst zweifelt und wie sie "sich selbst abhanden kam", sind es wert, immer wieder gelesen zu werden.            

    Zum Ende hin mehren sich die Katastrophen. Wie mag das enden? Und vor allen Dingen: Was ist nur mit Victor los? Doch hier muss der Rezensent passen, denn ein gewisser Marterpfahl ist allgegenwärtig. Die wild darum herum tanzende Menge ebenso, welche dann wieder die Jammerlieder vom "Spoileralarm" oder ähnlichen neudeutschen Entgleisungen singt. Deshalb jetzt schnell ein Fazit: 

    Sensible Begleitung zweier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können. So überzeugend, so echt, so real - jedenfalls bis zu jenem Punkt, als man als Leser wach wird und enttäuscht realisiert, dass es die beiden ja gar nicht gibt. Doch wenn man das Buch - höchst ungern - weglegt, ergibt sich die Frage, ob das wirklich so ist? 

    Leben die beiden nicht in unmittelbarer Nachbarschaft ... oder doch nicht etwa in den eigenen Reihen? Wie man es auch sehen mag: Das Buch ist wunderbar.
     
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