Bücher mit dem Tag "unabhängigkeit"
80 Bücher
- Anna Todd
After forever
(2.391)Aktuelle Rezension von: Gina_1234Das emotionale Finale der Liebesgeschichte von Tessa und Hardin bleibt in seiner Intensität lange im Gedächtnis. Die Mischung aus Kammerspiel-Intimität, schwierigen Familienmomenten und der großen Frage nach Vergebung lässt die Charaktere besonders real und vielschichtig erscheinen. Während einige Konfliktszenen bekannte Muster wiederholen, überzeugt das Buch durch große emotionale Authentizität, spannende Wendungen und einen reflektierten Blick auf Trauma, Heilung und neue Lebenswege
- Diana Gabaldon
Outlander - Echo der Hoffnung
(349)Aktuelle Rezension von: SarahWants2ReadWorum geht es?: Inmitten der Wirren des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges beschließt Jamie Fraser 1777, mit seiner geliebten Claire nach Schottland zu reisen. Er will seine Druckerpresse aus Edinburgh holen, um die Rebellen zu unterstützen. Heißt es nicht, die Feder sei mächtiger als das Schwert? Die Reise birgt so manche Gefahr für die Liebenden, während ihre Freunde sich in den zunehmend blutigeren Gefechten auf verfeindeten Seiten wiederfinden.
Das Cover: Das Buchcover des Blanvalet-Verlags gefällt mir gar nicht. Ich bin ja sehr vorsichtig mit dem Lesen meiner Bücher, aber bei diesem Cover war nichts zu machen. Die Goldschrift auf dem Cover geht so schnell ab und dann ist das Cover so dünn, zu dünn für 1000 Seiten, sodass es Segelohren nun hat. Ich bin total enttäuscht und werde künftig nur noch die Bücher des Knaur Verlags kaufen. Die halten deutlich mehr aus.
Der Schreibstil: Die Kapitel aus der Sicht von Claire werden aus der Ich-Perspektive erzählt. Bei allen anderen Protagonisten ist es die Erzähler-Perspektive. Der Schreibstil in diesem Buch war ein Auf und Ab. Die ersten paar Kapitel waren gut, danach war es sehr langweilig und die letzten 200 Seiten konnten mich wieder catchen. Ich verstehe immer noch nicht, warum die Autorin so ausladend schreiben muss. Ja, sie kann eine tolle Welt erschaffen, aber muss man wirklich alles bis ins kleinste Detail erzählen? Hätte das Buch mehr spannende Kapitel eingebaut, dann hätte ich nicht einige Kapitel überflogen.
Die Hauptfiguren: Brianna und Roger sind wieder in die Zukunft zurückgereist und müssen nun wieder in ihrer Zeit zurechtfinden. Besonders Jemmy leidet unter dem Kulturschock und hat zunehmend Probleme in der Schule. Brianna fragt sich derweil, was ihre Eltern so machen und wie sie den Krieg überstanden haben. Dann findet Brianna Briefe von Claire an sie. > > Claire und Jamie beschließen, zurück nach Schottland zu reisen. Hier hat mir besonders gefallen, dass auch frühere Charaktere wie Ian und Jenny wieder mit eingebunden wurden. Aber das passierte leider viel zu spät. Auf ihrer Reise begegnen sie unter anderem Lord John und William. Es war bislang Jamie und John super gelungen, ihr Geheimnis zu bewahren, doch William sieht seinem Vater immer ähnlicher.
Endfazit: Mit dieser Buchreihe habe ich mittlerweile eine Hassliebe entwickelt. Ich liebe die Charaktere und das Worldbuilding, das Diana Gabaldon geschaffen hat. Ehrlich gesagt hätte ich aber lieber bei der TV-Serie bleiben sollen und nicht die Bücher lesen sollen. Es ist einfach zu detailliert und zu ausladend. Mal kurz ein paar Kapitel zu lesen, geht bei diesem Buch einfach nicht. Ich muss mich komplett auf dieses Buch konzentrieren und da kann keine Musik im Hintergrund laufen. Die Charaktere haben eine tolle Entwicklung gemacht und natürlich werde ich auch den nächsten Band lesen. Dennoch kann ich ehrlich jedem Fan nur empfehlen, bei der TV-Serie zu bleiben. Dort wurde vieles gekürzt, was ehrlich gesagt der Story sogar gut getan hat.
Das Buch erhält von mir enttäuschte 2 von 5 Sterne.
- Lucinda Riley
Die Perlenschwester
(584)Aktuelle Rezension von: dodo2025Bisher war mir Cece nicht so sympathisch, das hat sich mit dem Lesen dieses Teils geändert. Sie sucht ihre Vergangenheit in Australien und erfährt viel über die Ureinwohner, den Aborigines. Auf dem Weg dorthin verliebt sie sich in einen außergewöhnlichen Mann, der ihr aber dann auch Schwierigkeiten bereitet. Ich fand es spannend und interessant.
- George Orwell
Farm der Tiere
(984)Aktuelle Rezension von: simone_richterIch habe mir die Neuauflage von der Büchergilde, 2025 neu erschienen, aus dem englischen von Ulrich Blumenbuch gegönnt und Philip Waechters Illustrationen verleihen Orwells Parabel von 1945 neuen Glanz. Diese ist hübsch aufgemacht mit roten Leinen und heute aktueller ist, denn je.
Die Fabel handelt von einer englischen Farm, auf welcher Tier von ihren menschlichen Besitzern unterdrückt werden. Die Tiere tun sich jedoch zusammen und jagen ihren Unterdrücker vom Hof. Sie übernehmen selber die Farm, welche sie nun in „Die Farm der Tiere“ umtaufen. Später wird die Revolution verraten und das Schwein Napoleon errichtet eine Diktatur der Schweine. Das Werk ist eine Abrechnung mit der Oktoberrevolution 1917. So sind das Proletariat die Menschen, die Bourgeoisie ist der Aufstand der Tiere und die kommunistische Revolution und die Herschaft der Schweine der Stalinismus.
Mich hat das äußerst angesprochen und erzählt, wie eine anfänglich gute Sache kippt - durch Machtstreben und Egoismus. Orwell schreibt von guten Absichen, dass alle gleich sind, aber es kommt bald zur Ungleichheit, Ausbeutung und Unterdrückung. Denn: „Manche sind gleicher als andere“. Das spiegelt viele Systeme wieder und ist zeitlos. Die Idee von Gleichheit und Brüderlichkeit wird hier auf die Schippe genommen mit der Moral, dass die Revolution ihre Arbeitstiere frisst.
- Emilia Hart
Die Unbändigen
(213)Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerinKate flieht vor ihrem gewalttätigen Partner in das Cottage, das sie von ihrer Großtante Violet geerbt hat, die sie kaum kannte. In den alten Gemäuern erahnt sie Geheimnisse und als sie im Ort Gerüchte wahrnimmt, fühlt sie sich bestärkt, die Geschichte ihrer Familie zu ergründen.
Knapp 80 Jahre zuvor ist die sechzehnjährige Violet in den gesellschaftlichen Konventionen gefangen, sehnt sich nach der Freiheit in der Natur und der Bildung, die ihrem Bruder Graham zuteil wird. Gleichzeitig vermisst sie ihre Mutter, die vor ihrem Tod dem Wahnsinn verfallen sein soll. Während sie mehr über ihre Mutter herauszufinden versucht, lernt sie ihren Cousin kennen und wird von bisher unbekannten Gefühlen überwältigt, wobei sich ihre Unerfahrenheit rächt.
Über 300 Jahre früher wird Altha beschuldigt, am Tod eines Milchbauers Schuld zu sein, der von seiner eigenen Kuhherde niedergetrampelt wurde. Als Tochter einer Heilerin soll wegen ihren magischen Fähigkeiten für den Gewaltexzess verantwortlich sein. Altha droht als Hexe der Tod durch Erhängen.
"Die Unbändigen" wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Frauen erzählt, die über die Jahrhunderte getrennt familiär miteinander verbunden sind.
Die Stimmung ist melancholisch und düster und man kann sich gut in die unterschiedlichen Zeiten und damit verknüpften Lebenssituationen der Protagonistinnen hineinversetzen. Zudem berührt jedes Schicksal auf seine Weise, denn allen Frauen wird Ungerechtigkeit zuteil. Falsche Verdächtigungen, Unterdrückung, Missbrauch sowie Gewalt gegen Frauen sind zentrale Themen des Romans.
Altha, Violet und Kate sind einsam, fühlen sich eng mit der Natur verbunden und schöpfen Kraft aus ihr. In ihren persönlichen Kämpfen gegen patriarchale Strukturen, für ihre Unabhängigkeit und Freiheit finden sie zu innerer Stärke und Mut zur Veränderung.
Die Darstellung des Männlichen als widerwärtig und böse ist dabei einseitig und ermüdend. In allen drei Handlungssträngen wiederholt sich das, was Männern ihren Frauen antun.
Die Entwicklung der Frauen ist nicht wirklich überraschend und wird allein auf die Loslösung von Männerfiguren reduziert. Bis auf die Liebe zur Natur ist bei keiner von ihnen eine Persönlichkeit zu erkennen, noch gibt es ausgeprägte Beziehungen zu anderen Personen (Frauen), die der Geschichte etwas mehr Facettenreichtum verleihen hätten können.
Spannung entwickelt sich erst in den letzten Kapiteln, als auch die magische Gabe der Weywards samt der Verknüpfung der Ahninnen zum Vorschein kommt und jeweils zum Befreiungsschlag ausgeholt wird. Mehr Variation der drei etwas einseitig gestalteten Handlungsstränge hätte der Geschichte dennoch gut getan. Zudem erscheint fragwürdig, ob ein einsiedlerisches Leben an der Seite von Insekten und Vögeln tatsächlich so erstrebenswert ist, wie es hier propagiert wird. - Colleen Hoover
Maybe Now
(224)Aktuelle Rezension von: Linda19_7Endlich sind Ridge und Sydney offiziell ein Paar. Doch Maggie bleibt weiterhin ein großer Bestandteil von Ridges Leben. Das macht die frische Beziehung der beiden nicht gerade einfacher.
Colleen Hoovers Schreibstil ist einfach unverkennbar. Doch in dieser Geschichte fehlt mir ein bisschen der Fokus. Die Handlung wird sowohl von Maggies als auch von Ridge und Sydneys Seite erzählt. Dabei geht für mich aber Maggies neues Leben und ihre neue Liebe völlig unter. So wirkt alles ein bisschen flacher, als man es von anderen Büchern bereits kennt. Für Fans der Reihe ist das aber sicher ein schöner Abschluss, auch wenn das Ende mir fast ein wenig zu absurd war aber so ist Colleen nun mal…
- Alex Capus
Susanna
(102)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannZum Glück endet die Geschichte gerade noch rechtzeitig. Man ahnt so manches, möchte es allerdings auf gar keinen Fall umgesetzt wissen, denn zu eindrücklich wird hier eine Religionsphilosophie ausgebreitet, die alles enthält, um den Zauber zu entzaubern. Einerseits. Andererseits, was wäre eine Welt ohne Zauber, ohne die Möglichkeiten, die Verführungen, die überall vorhanden sind – wenn man nur seine Chancen nutzt. Oder wie hier blendend metaphrasiert: „Das Seil lag da, sie musste es nur ergreifen. Erstaunlicherweise tat sie es nicht. Sie nahm keinerlei Änderungen vor in ihrem Leben. Wie so viele, die den Treibsand tagsüber verfluchten und sich nachts in ferne Welten träumten, unternahm sie erstmal gar nichts. Sie beäugte nur das Seil von allen Seiten, grübelte über dies und das und erwog die einer oder andere Möglichkeit; manchmal span sie ein paar Ideen und verwarf diese gleich wieder, schmiedete Pläne und verschob sie auf später.“
Das kommt einem irgendwie bekannt vor und gehört wohl zum Gedankenrepertoire der meisten Menschen. Hier gehört dieses Hadern zum Mittelteil der Erzählung. Noch steckt die Protagonistin der Geschichte im Treibsand ihres Lebens fest, noch greift sie nicht nach dem Seil der Möglichkeiten. Noch – nicht. Die Geschichte der Susanna startet furios („Da war dieses [5-jährige] Mädchen. Ich wünschte, ich hätte sie gekannt. Ich wünschte, ich wäre schon auf der Welt gewesen, als sie dem Pferdeknecht Anton Morgenthaler, der doppelt so groß, dreimal so breit und fünfmal so schwer war wie sie, in einem Akt entschlossener Notwehr mit dem rechten Zeigefinger das linke Auge ausstach.“), um sich dann in gut erzählten Episoden mit ihrer Entwicklung auseinanderzusetzen, um schließlich am Ende ihre wahre Kraft zu entfalten. Das ist große Erzählkunst.
Die Geschichte beginnt 1849 und endet Anfang des 20. Jahrhunderts, sie spielt auf unterschiedlichen Schauplätzen, die so unterschiedlich sind wie ähnlich: Dortmund und Basel, algerisch-marokkanisches Grenzland und am Fuße der Dakotas – es kommt immer auf das Auge des Betrachters (des Lesers) an. Das Menschsein, so unterschiedlich es sich an den verschiedensten Punkten der Erde entwickelt, so sind doch Grundelemente des Seins überall zu erkennen. So findet der Leser, trotz der Individualität dieser Geschichte genügend Spielraum für seine eigenen Gedanken, die er hier schärfen und mit neuem Inhalt füllen kann. Das kann man wahrlich nicht von jedem Roman behaupten.
Hier wird den Gegensätzen zwischen Sicherheit-gebenden Traditionen (gleicher, immer wiederkehrender Ablauf), genormten Konditionen, dem Vorhersehbaren auf der einen, und dem Risiko, dem Aufbruch, dem Normendurchbruch auf der anderen Seite eine grandiose erzählerische Plattform gegeben. Eindrücklich wird dies am Beispiel des Militärs dargestellt: „Sie hatten zu gehorchen, das war alles. Oberstes Gebot und einziges Gesetz war das Dienstreglement. Zwar beraubte es sie ihres freien Willens, aber im Gegenzug entband es sie jeder moralischen Verantwortung.“ Hier liegt das ganz Geheimnis von Kriegen begraben …
Fatalistisch können man sagen, dass ohnehin nur Zufälle und das sogenannte Schicksal die entscheidenden Rollen bei allen Lebensentwürfen/-entscheidungen (hätte …) spielen. Denn kann man weder den Zufällen noch den von außen kommenden Schicksalsschlägen ausweichen. Das ist zwar richtig, dennoch hat man jederzeit eine Wahl. Und dieses ewige hin und her zwischen Bewahren und Neubeginnen findet hier eine ausdrucksstarke Stimme.
Zum Schluss, quasi als „Nachsatz“ hier noch die anfänglich benannte Episode zu „Glaubensfragen“ die keinem geringerem als Sitting Bull in den Mund gelegt werden.
„‘Mein Vater sagt Folgendes‘, sagte Crow Foot. Als er weitersprach, war seine Stimme eine halbe Oktave tiefer und klang wie die seines Vaters. ‚Selbstverständlich ist das Quatsch, was Kicking Bear [Prophet des Messias] den Leuten erzählt. Aber er erzählt ihnen, was sie hören wollen in ihrer Not. Wenn es sie tröstet, ist es doch gut. Dann sollen sie eben tanzen [Geistertanz zur …]. Wer bin ich, es ihnen zu verbieten?
Übrigens sind meine Leute es gewohnt, dass man ihnen Quatsch erzählt. Sie sind Experten im Anhören von Quatsch. Seit hundert und hundert Jahren ziehen Weiße Männer durch die Prärie und erzählen uns Quatsch. Sie erzählen uns, dass man aus Steinen Brot machen kann und aus Wasser Wein. Oder dass ein Mädchen, auch wenn es nie bei einem Mann war, trotzdem ein Kind bekommen kann. Ist das etwa kein Quatsch?‘
An dieser Stelle kicherte Sitting Bull. Sein Sohn kicherte mit ihm.
‚Wir sollen euch glauben‘, fuhr Crow Foot mit tiefer Stimme fort, ‚dass am Jüngsten Tag alle verrotteten Leichen jung, frisch und lebendig aus dem Boden steigen. Jedes Kind weiß, dass das Quatsch ist. Wir aber sollen daran glauben, sonst gebt ihr uns keine Kleider und nichts zu essen in dem Gefängnis, in das ihr uns gesperrt habt. Wenn aber Kicking Bear dasselbe erzählt, hetzt ihr eure Soldaten auf uns.‘
‚Na ja‘, sagte Susanna. ‚Das ist nun wirklich …‘
‚Wir sollen euch glauben, dass ein einzelner Mann in sieben Tagen die Welt erschuf, ist das etwa kein Quatsch? Und dass in Rom ein Mann in einem großen Haus aus Stein wohnt, der als Einziger auf der Welt einen direkten Telegrafendraht zum Weltenschöpfer hat – verlangt ihr wirklich, dass wir das glauben? Glaubt ihr selbst daran?‘
‚Aber nein‘, antwortete Susanna.
‚Nun wollen meine Leute also glauben, dass durch ihren Tanz die toten Büffel wiederkehren. Und sie warten auf den Messias, genau wie ihr – nur das Kicking Bears Messias nicht irgendwann, sondern nächste Woche wiederkehrt.‘
‚Und wenn nicht?‘
‚Dann eben übernächste Woche und immer so weiter. Unsere Religion ist genau wie eure aus der Not seines Volkes geboren, und das Paradies ist eine Spiegelung dieser Nöte. Deshalb glaubt ihr an euren Garten Eden, die Mauren haben ihr zweiundsiebzig Jungfrauen, und wir glauben an die Wiederkehr unserer Büffel. Was ist falsch daran.‘“
An dieser Stelle könnte auch die herausragende Beschreibung „kleiner Könige“ stehen. Könnte …
- Jarka Kubsova
Marschlande
(184)Aktuelle Rezension von: Lesens_werte_In der norddeutschen Marsch im 16. Jahrhundert hat es Gutsbesitzerin Abelke Bleken nach dem Tod des Vaters nicht leicht als junge Frau alleine einen großen Hof zu bewirtschaften. Vielen Leuten ist sie ein Dorn im Auge und wird der Hexerei bezichtigt. Fast 500 Jahre später zieht Britta Stoever mit ihrer Familie in die Marsch. Auch für sie bedeutet das Leben dort einen Umbruch und sie begibt sich auf Spurensuche.
Auf besondere Weise verwebt Autorin Jarka Kubsova in ihrem Buch die Leben dieser beiden Frauen, die trotz so vieler Unterschiede auch zahlreiche Gemeinsamkeiten aufweisen. Die beeindruckend gut recherchierten historischen Hintergründe lassen den modernen Leser an vielen Stellen sprachlos zurück. Sprachlos, weil die Stärke dieser Frau an anderen Menschen Schwächen aufgedeckt hat, die man zu vertuschen versuchte. So wurden durch Sturheit und Blindheit damals zahlreiche hoffnungsvolle Leben zerstört und letztlich hingerichtet. Ähnlich machtlos im übertragenen Sinne fühlt sich auch Britta in ihrem heutigen Leben. Aber wie auch Abelke damals schon, gibt sie sich nicht einfach geschlagen. Dieses Buch ist eine gut ausformulierte Hymne an alle starken Frauen und die, die es noch werden können, egal aus welcher Epoche. - Gloria Goldreich
Die Tochter des Malers
(68)Aktuelle Rezension von: SchimmerEs ist in dieser umfangreichen Lebensgeschichte, erzählt von der Tochter des Ehepaares Marc und Bella, vielleicht nicht alles authentisch, aber die Grundzüge der Charaktere werden deutlich gezeichnet, die Fakten stimmen sowieso. Schade, dass das Buch keine Abbildungen der Gemälde enthält, die und deren Entstehung beschrieben wird. Kann man ja aber anderweitig nachschlagen.
Mir hat das Lesen des Romans Freude gemacht, auch wenn er etwas kürzer hätte sein können, war es doch eine interessante und kurzweilige Lektüre.
Befremdlich fand ich nur Idas Geduld mit ihrem Vater, und dieses oft wiederkehrende Traum-Thema.
- Yaa Gyasi
Heimkehren
(186)Aktuelle Rezension von: izzy_booksDie Geschichte zweier ghanaischer Schwestern und ihrer Nachkommen spannt sich über Jahrhunderte. Persönliche Schicksale werden kunstvoll mit der großen Geschichte von Kolonialismus, Sklaverei und ihren anhaltenden Folgen verwoben. Ein eindrucksvoller Roman, der Vergangenheit und Gegenwart verbindet und die Leser*innen tief in das Leben und die Widerstände mehrerer Generationen eintauchen lässt.
- L. J. Shen
Boston Belles - Rake
(139)Aktuelle Rezension von: luisaeangelIm vierten Teil der Boston Belles Reihe geht es um Emmabelle Penrose und Devon Whitehall. Emmabelle wird von ihrem Frauenarzt dazu geraten, aufgrund medizinischer Grunde sobald wie möglich ein Kind zu bekommen, wozu ihr jedoch noch der passende Erzeuger fehlt. Der Anwalt und Teil ihrer Freundesgruppe Devon Whitehall bietet sich selbst aus seinen eigenen speziellen Gründen an - und schon nimmt ihre Geschichte ihren Lauf.
Für mich war der Abschlussband der Reihe leider der schwächste.
Emmabelle ist eine sehr starke und feministische Persönlichkeit, die aufgrund von Dämonen aus ihrer Vergangenheit Männern grundsätzlich nicht traut und lieber alleine bleibt. Ich konnte ihre Handlungen und Gefühle größtenteils nachvollziehen, teilweise ist es mir aber dann doch etwas schwer gefallen.
Auch Devon kämpft mit seiner Vergangenheit, ist aber gleichzeitig völlig in Emmabelle vernarrt - die ihn jedoch ständig auf Abstand hält.
Mich konnten die Gefühle der beiden füreinander teilweise nicht zu 100% abholen.
Insbesondere der Plot hat mich an vielen Stellen verwirrt und hat mich nicht richtig zufrieden gestellt.
Das Buch hat zudem sehr krasse Themen behandelt, die mich oftmals sehr schockiert haben, daher empfehle ich hier dringend die Triggerwarnings durchzulesen.
Da ich jedoch den Schreibstil von L. J. Shen sehr mag und mich in die anderen Figuren der Reihe verliebt habe, war das Buch dennoch schön und wirklich spannend bis zum Schluss.
- Petra Hartlieb
Ein Winter in Wien
(113)Aktuelle Rezension von: sansolWien, im Dezember 1911. Marie arbeitet als seit kurzem als Kindermädchen im Haushalt des Schriftstellers Arthur Schnitzler. Sie ist noch jung, kommt vom Lande und hatte keine glückliche Kindheit daher ist sie sehr froh über ihre aktuelle Stelle. Als sie ein Buch abholen muss lernt sie den jungen Buchhändlergehilfen Oskar kennen.
Es handelt sich um ein kurzes Buch (176 Seiten), das wie ich finde den Charme der Zeit wiederspiegelt. Besonders gefallen haben mir die historisch korrekten Schilderungen um Arthur Schnitzler und Wien. Die Charaktere waren sympathisch und authentisch dargestellt, der Schreibstil sehr angenehm zu lesen.
Ein sehr nettes Buch für zwischendurch und der Auftakt einer kleinen Reihe.
- Suzanna Cahill
Das Herz Irlands
(34)Aktuelle Rezension von: JazzHDer Beginn gefiel mir nicht sehr, denn man erkannte schnell, dass Cahill keine Ahnung von NY hat und dann ist es natürlich schade, dass sie sich diesen Ort für ihre Geschichte wählt. Beispielsweise schreibt sie: "Treffen wir uns im Central Park?" Jeder waschechte New Yorker hätte spezifischer gefragt - denn der Park ist immens groß.
Zudem gibt es ein paar Rechtschreibfehler und auf zwei Seiten wurde statt Caitlyn Maureen geschrieben. Da war das Lektorat etwas schlampig.
Ansonsten hat mir der Roman aber wirklich gut gefallen. Cahill hat ihr Handwerk wirklich gut drauf. Hin und wieder musste ich laut auflachen, weil sie einen guten Sinn für Humor hat.
Stiltechnisch wechselt Cahill die Kapitel stets zwischen der Sichtweise von Maureen aus dem frühen 20. Jahrhundert und Caitlyn aus dem frühen 21. Jahrhundert zu super spannenden Zeitpunkten ab, dass man kaum das Buch aus den Händen legen konnte, wenn man einmal in die Geschichte hineingefunden hat, was mir hier recht schnell gelungen ist.
Gegen Ende waren es mir ein bisschen zu viele Zufälle. Zudem fiel der Abspann recht knapp aus und war in meinen Augen daher nicht ganz perfekt.
Insgesamt hat mich der Roman jedoch für so einige, ruhige Lesestunden wirklich gut unterhalten. Absolut das Geld wert.
- Tijan
Crew (Wolf Crew 1)
(94)Aktuelle Rezension von: Nika488Packend, düster und emotional – ein fesselnder Reihenauftakt!
Mit „Crew“ startet Tijan eine Geschichte, die rau, ungeschönt und voller Intensität ist. Die Protagonistin Bren ist keine typische Heldin – sie ist hart, gezeichnet von ihrer Vergangenheit und bereit, für ihre Crew alles zu tun . Ihre Welt ist von Gewalt, Loyalität und ungeschriebenen Regeln geprägt, und Tijan schafft es, diesen düsteren Mikrokosmos authentisch und greifbar darzustellen.
Besonders die Dynamik zwischen Bren und den Jungs der Wolf Crew ist faszinierend. Die enge Verbindung, die rohe Intensität und das unausgesprochene Vertrauen zwischen ihnen machen den Reiz der Geschichte aus. Und dann gibt es da noch die Regel , die besagt, dass Liebe innerhalb der Crew tabu ist – doch natürlich läuft nicht alles nach Plan …
Die Handlung ist von Anfang an spannend, emotional aufgeladen und teilweise schonungslos brutal . Tijan schreibt mitreißend, direkt und mit viel Gefühl , wodurch man sofort in Brens Gedankenwelt eintaucht.
Fazit: „Crew“ ist ein dunkler, emotionaler und süchtig machender Roman , der vor allem durch seine starke, unkonventionelle Protagonistin und die düstere Atmosphäre besticht. Wer intensive Dark-Romance mit rohen Emotionen und einer Prize Rebellion liebt, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Ein fesselnder Start – und Lust auf mehr!
- Edward Rutherfurd
Im Rausch der Freiheit
(28)Aktuelle Rezension von: engineerwifeMit seinen 1.150 Seiten hat der bekannte Autor Edward Rutherfurd ein Werk über die Stadt New York erschaffen, das Seinesgleichen sucht. Mr. Rutherford ist bekannt für seine Bücher epischen Ausmaßes und hat bereits die Städte Dublin, Paris, Sarum (Salisbury) und London, sowie die Länder China und Russland in Buchform porträtiert. Mit „Im Rausch der Freiheit“ widmet er sich New York, welches in den Anfängen noch als New Amsterdam bekannt war. Während er selbstverständlich viele Fakten und geschichtliches Wissen einfließen lässt, versäumt er es nicht, diverse Familien in einem fiktionalen Teil zu begleiten, der das Buch weniger sperrig wirken lässt und ihm den berühmten „roten Faden“ beschert. Ich bin der Überzeugung, man sollte vor dem Genuss des Buchs ein gewisses Wissen über die USA mitbringen, ja vielleicht sogar eine gewisse Liebe dem Land gegenüber. Wer wie ich schon das Glück hatte, diese einmalige Stadt besuchen zu dürfen, wird besonders im späteren Teil des Buchs vieles wiedererkennen und vielleicht nun vieles besser verstehen. Während ich nach den ersten 100 Seiten eigentlich schon aufgeben wollte, freue ich mich doch sehr, dass ich mich selbst zum Weitermachen überreden konnte. Belohnt wurde ich mit einer fantastisch recherchierten und super fundierten Geschichte, deren Ende mir tatsächlich eine Gänsehaut verursachte und das mich sehr bewegt hat. Ich vergebe hier sehr gerne vier von fünf Sternen verbunden mit einer Leseempfehlung an alle New York Liebhaber und die, dies noch werden wollen. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass der Autor das Buch – wie schon bei der Dublin Saga – auf zwei Teile aufgeteilt hätte. So hat es mich doch fast ein wenig erschlagen. Wenn ich noch einen Wunsch frei hätte, würde ich mir ein Buch über Berlin aus der Feder des Autors wünschen habe jedoch Bedenken, dass sich Mr. Rutherfurd mit seinen inzwischen 77 Jahren nochmals zu solch einem Werk berufen fühlen möge. Ich bleibe gespannt!
- Arun Gandhi
Wut ist ein Geschenk. Das Vermächtnis meines Großvaters Mahatma Gandhi
(13)Aktuelle Rezension von: black_horseArun Ghandi ist ein Enkel des berühmten Mahatma Ghandi, der sich schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit gewaltfreiem Widerstand gegen Kriege, soziale Ungerechtigkeiten und (Rassen-)Hass einsetzte.
In diesem Buch berichtet er über seine Erinnerungen an seinen Großvater, dessen Überzeugungen und Lehren, die ihn in seiner persönlichen Entwicklung geprägt haben.
Sehr persönlich und doch absolut allgemeingültig überträgt er Ghandis Werte in die heutige Zeit von Smartphone und Trump. Denn sie sind genauso aktuell wie eh und je.
Wie kann man Wut sinnvoll kanalisieren? Warum neiden wir? Warum ist gewaltfreie Kindererziehung so wichtig? Wie zeigt man Liebe statt Hass oder Angst?
Es hat mich sehr beeindruckt und mitgenommen, an dieser engen Beziehung zwischen Großvater und Enkel teilzuhaben und den so wichtigen Erkenntnissen Ghandis zu lauschen. Es gab so viele bemerkenswerte, wichtige Sätze, die leider im Hörbuchformat ganz schnell verklungen sind. Ich werde auf jeden Fall das Buch kaufen, um Details nochmal nachzulesen.
Ein großartiges Buch, das ein Appell an alle Menschen ist, friedlicher, gewaltfrei und füreinander offen zusammenzuleben und Wut sinnvoll zu nutzen. Es sollte Pflichtlektüre in Schulen werden, das ist anschauliche politische Bildung!
- Sofi Oksanen
Fegefeuer
(122)Aktuelle Rezension von: paulkretzschmarSofi Oksanen hat mit "Fegefeuer" einen vielfach ausgezeichneten Roman verfasst, der von einer Familientragödie in der Geschichte Estlands zwischen Mitte der dreißiger Jahre bis in die neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts handelt.
Das Leben auf dem Bauerngut der beiden Schwestern Aliide und Ingel in den Wirren der Zeit des zweiten Weltkrieges und den ersten Jahren der Sowjetunion wird bestimmt durch eine Spirale von Liebe, Eifersucht, Misstrauen, Schuld und insbesondere sexueller Gewalt, die während des Stalinismus unzählige Opfer mit sich bringt. Es herrscht ein permanentes Klima der Angst, in denen Menschlichkeit und und Moral durch Verleumdungen und Spitzeleien ersetzt werden. Jeder kann Täter und Opfer zugleich sein.
In einer zweiten Handlungsebene, findet die inzwischen alte Aliide, kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, das Mädchen Zara halbtot in Garten ihres Bauernhofes, den sie verwitwet und verarmt, trotz aller Widrigkeiten noch immer bewohnt.
Zara wurde von skrupellosen Menschenhändlern als Zwangsprostituierte nach Berlin verschleppt. Während einer Reise zurück nach Estland, wo Leid durch neue Freier drohte, gelang ihr die Flucht, und der einzige Ort, wo sie Sicherheit suchte, war Aliide's Bauernhof, denn sie war die Enkelin ihrer Schwester Ingel. Aber statt Hilfe stößt sie zuerst auf Misstrauen und ihre Peiniger sind ihr schon auf der Spur.
Trotz aller schmerzhafter Bilder und der beklemmenden Atmosphäre, hat mich dieses Buch nur teilweise abgeholt.
Die vielen verschiedenen Handlungsebenen der Rückblenden und der Zeitsprünge störten mitunter den Lesefluss und waren anstrengend zu lesen. Traumata wechselnden teilweise mit trivialen Handlungen und oberflächlichen Effekten. Der etwas abrupte Schluss und die überwiegend unsympathischen Protagonisten trugen ihr übriges dazu bei, dass ich dieses Buch nicht als Meisterwerk empfinden konnte.
Die Tragik der Geschehnisse wirkte irgendwie seltsam hölzern und emotionsarm.
Die Schicksalsromane von Hera Lind haben mich dagegen viel mehr berührt und begeistert, besonders in Punkto Schreibst
Aber das können andere Leser durchaus anders sehen. Dann hilft nur Selbstlesen.
Von mir gibt es eine bedingte Leseempfehlung und gute 3 Sterne!
- Nagib Machfus
Zwischen den Palästen
(24)Aktuelle Rezension von: MaseliDer Nobelpreis 1988 für Nagib Machufs galt vor allem seiner Kairoer Trilogie, dessen ersten Band „Zwischen den Palästen“ ich hier vorstelle. Die Trilogie ist das Hauptwerk des Autors und ein Meilenstein der modernen arabischen Literatur. Sie entstand in den Jahren 1946–1952, erschien aber erst 1956–1957. Mahfus behandelt darin das Leben einer Kairoer Familie über mehrere Generationen (1917–1944).
Buchbeschreibung kurz & knapp zusammengefasst
Abd al-Gawwad, der übermächtige Herrscher der Familie, ist gefürchtet und geliebt zugleich. Strotzend vor Vitalität und Lebenslust ist er ein liebenswürdiger Freund und geistreicher Unterhalter, ein Kenner von Kunst und Gesang, und nicht zuletzt ein feinfühliger Liebhaber schöner Frauen. Doch wenn er die Treppe zu seinem Palast hochsteigt, verwandelt er sich zum gnadenlosen Patriarchen, der Ehefrau, Töchter und Söhne an seinen Fäden führt.
In der Tat, außerhalb der Familie flößte Herr Abd al-Gawwad niemanden Angst und Schrecken ein, denn im Umgang mit allen anderen Menschen – Freunden, Bekannten, Kunden – war er offensichtlich ein völlig anderer Mann.
Als die Wünsche und Hoffnungen jedes einzelnen an die Oberfläche kommen, verstricken sich die Familienmitglieder immer tiefer im Geflecht ihrer verunsicherten Beziehungen. Seine Ehefrau Amina ist eine Gestalt von mystischer Tiefe, in der Welt der Geister heimischer als in der Welt der Menschen, deren Leben sich ganz auf die Bedürfnisse ihres Mannes konzentrieren.
„Ich höre und gehorche, stehe zu Diensten.“
Während das Familienleben in den Palastmauern seinen gewohnten Gang geht, beginnt draußen auf der Straße der blutige Kampf um nationale Unabhängigkeit. Abd al-Gawwad’s Familie bleibt von der Tragik der Ereignisse nicht verschont.
Meine persönlichen Leseeindrücke
Was für ein Roman! Grandios, außergewöhnlich, brillant, herausragend, ich könnte hier mit Superlativen nur so um mich werfen. Meine Reise in die Welt der Nobelpreisträger führt mich in ungeahnte literarische Höhen, so unterschiedlich und gleichzeitig so einzigartig und exzellent die einzelnen Meister sind. Sie bringen Erzählungen und Geschichten von hoher Qualität zu Papier, die ich in meiner kleinen Bibliothek der Weltklassiker sammle.
Der 1. Band der Kairoer Trilogie „Zwischen den Palästen“ bietet einen Blick durchs Schlüsselloch in das Leben einer wohlsituierten, geachteten Kairoer Kaufmannsfamilie während des 1. Weltkrieges. An ihr stilisiert Machfus die ägyptische Gesellschaft der religiös geprägten Lebensvorgaben und -zwängen und dem verborgenen liederlichen Leben, dessen sich die Herren außerhalb der gesellschaftlichen Familienpflichten mit Freude und ohne Scham oder Gottesfurcht widmen.
Abd al-Gawaad ist ein Mann mit zwei Gesichtern. Im eignen Haus ist er seiner Familie gegenüber ein Tyrann, der Religion aber ein ergebener Gläubiger. Respektlos und harsch gebietet er sich gegen seine Frau, die ihm zu Diensten stehen muss und zu seinen Kindern, von denen er bedingungslosen Gehorsam verlangt.
Das einzige, was du zu tun hast, ist zu gehorchen. Also hüte dich davor, mich so weit zu bringen, dich erziehen zu müssen.
Diese offen dargebotete Misogynie ist durch und durch abstoßend und eine offene Kritik an Lebensumständen, die von der religiös fundamentalistischen Herrschaft durchaus geduldet schienen. Doch nicht nur seine Ehefrau lebt in Angst vor ihm. Auch seine 5 Kinder fürchten den Tyrannen.
Jedes Kind hatte Vorzüge, doch sobald sie vor dem Vater standen, waren diese im Handumdrehen verschwunden.
Jedes Mitglied durchleidet unendliche psychische Pein in seinem Beisein. Abd al-Gawwad regiert mit eiserner Hand und lässt alle Menschen in den häuslichen Mauern zu kläglichen Marionetten verkommen. Für die Familie gilt, sich nicht seiner Zucht und seinem Gehorsam zu entziehen. Erstaunlich nur, dass außerhalb der Palastmauern der Patriarch mit einem gänzlich anderen Erscheinen auftritt. Jovial, charmant, mit perfekten Manieren tritt er Kunden und Freunden entgegen. Er ist geschätzt und wird umworben, denn seine Anwesenheit ist stets Garantie für fröhliche Stunden. Auch dem weiblichen Geschlecht begegnet er mit Wohlwollen und beim Werben um die weiblichen Gunst zieht er alle Register.
….noch nie, und das war wahrscheinlich das unglaublichste, hatte er dieses lachende, strahlende Gesicht gesehen, trunken von Zuneigung und Heiterkeit.
Wenngleich das Hauptaugenmerk auf Abd al-Gawwad liegt, beschränkt sich der Roman bei weitem nicht nur auf ihn. Auf fast 700 Seiten finden alle Familienmitglieder Platz und Machfus widmet sich ihnen mit großer Empathie und Zuneigung. Für jede einzelne Romanfigur nimmt er sich Zeit und flechtet geschickt die einzelnen Schicksale in die große Familiengeschichte ein. Umrandet von den politischen Veränderungen und den äußeren Einflüssen, die hinter die Palastmauern drängen, eröffnet mir der Roman „Zwischen den Palästen“ einen einzigartigen Einblick in die fremde Kultur des einstigen Weltreiches der Pharaonen.
Fazit
„Zwischen den Palästen“ von Nagib Machfus ist ein Meisterstück an Erzählkunst der modernen arabischen Literatur.
Machfus‘ große Kunst liegt für mich in seiner Fähigkeit, gesellschaftliche Prozesse scharfsinnig zu beobachten und sie hervorragend, spannend und farbig zu erzählen. Seine genaue Beobachtung, seine scheinbar grenzenlose Fantasie und sein Mut, die Wahrheit zu schreiben, ermöglichte mir einen tiefen Einblick in das Leben in Ägypten vor 100 Jahren. Es mag aber auch ganz einfach sein, dass ich von Anfang an dem schönen Klang der Erzählstimme verfallen war!
- Lisbeth Jarosch
Last Haven – Tödliche Geheimnisse
(47)Aktuelle Rezension von: Sakle88Inhalt:
Last Haven ist der einzige Ort auf der Welt der Sicherheit und Lebensqualität bietet. Was vor über 200 Jahren als Projekt zur Lösung der Überbevölkerung der Erde gegründet wurde scheint heute gewaltige Risse zu bekommen. Die 18-jährige Aida hat einen Arbeitsunfall mit weitreichenden Folgen. Da sie ihre Tätigkeit nicht mehr aufnehmen kann, muss sie sich nun prüfen lassen. Sie muss ihren Wert unter Beweis stellen. Zum Glück bekommt sie Hilfe von unerwarteter Seite, um dies hinzubekommen. Denn Last Haven ist gnadenlos, wenn du deinen Beitrag nicht leisten kannst.
Meine Meinung:
Auch wenn auf dem Cover "Dystopischer Roman" drauf steht, habe ich zuerst an einen Krimi denken müssen. Nichtsdestotrotz finde ich das Cover schön. Es passt sehr gut zum Inhalt.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen.Wir lesen aus der Ich-Perspektive in der Aida uns mit in ihre Welt nimmt.
Last Haven sowie seine Stärken und Schwächen werden gut beschrieben. Nein natürlich hat Last Haven keine offensichtlichen Schwächen. Denn diese darf es gar nicht geben. Alles was zu schwach, alt oder kank ist, ist es nicht wert zu leben.
Die Charaktere haben mir nicht alle gefallen. Aber so muss das auch!Doch Aida fand ich ganz gut dargestellt. Denn das Leben in Last Haven scheint perfekt und jeder hat seinen Platz. Aber Aida ist alles andere als perfekt. Durch einen Arbeitsunfall verliert sie eben diesen Platz und muss in einem neuen Bereich irgendwie reinpassen. Ihre Entwicklung finde ich wirklich toll. Anfangs noch freundlich und hilfsbereit wird sie nach und nach zickiger. Auch eine gewisse Droge trägt seinen Teil dazu bei, aber ich finde das ganz interessant.
Die Spannung konnte sich in meinen Augen sehr gut halten und nimmt zum Schluss noch mal ordentlich Fahrt auf.Auch eine Art Liebesgeschichte finden wir hier. Doch es ist nicht so wie man es normalerweise kennt. Dies hat mir sehr gut gefallen, denn für so typische Liebesgeschichte oder Romanzen bin ich nicht gerade zu begeistern.
Das Thema Überbevölkerung finde ich sehr gut auch wenn die Ansätze, um dies in den Griff zu bekommen moralisch nicht vertretbar sind ;)
Aber so ein Projekt wie Last Haven ist nicht so abwegig. Was wäre wenn wir alle unseren Platz haben und das einzige was gilt, ist diesen so füllen wie es nötig ist? Was wäre wenn wir dann plötzlich krank werden?
Fazit:
Mir hat der Auftakt der Last Haven Trilogie sehr gut gefallen. Ich wurde fortgerissen und sehr gut unterhalten, daher gebe ich fünf Sterne und eine klare Kauf- und Leseempfehlung.
Vielen lieben Dank an die Autorin Lisbeth Jarosch und an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.Dies hat keinen Einfluss auf meine ehrliche und persönliche Meinung! - Stephanie Schuster
Glückstöchter - Einfach leben
(88)Aktuelle Rezension von: Renate1964Stephanie Schuster beschreibt einerseits Anna, die adelige Tochter des Naturforschers von Quast, die auf einem Gut aufwächst, dann alles verliert, andererseits über Eva 1976, die ebenfalls neu in einer WG anfangen muss.
Anna ist sehr sympathisch, in der Geschichte begegnen uns auch bekannte Persönlichkeiten und ich habe den Teil sehr genossen. Mit Eva und ihren Freunden kann ich weniger anfangen. Sie erscheinen oft zu rigide und egoistisch. Cover und Sprache des Buches sind aber sehr gut, insgesamt lesenswert
- Petra Morsbach
Justizpalast
(27)Aktuelle Rezension von: buch_katiDas Buch handelt von Thirza Zorniger, die zunächst Jura studiert und später Richterin im Justizpalast in München wird.
Man erfährt viel über das Leben hinter den Kulissen eines Gerichtes (zu viele Fälle für zu wenig Richter, verschrobene, kauzige Richter, Mauscheleien über die besten Posten, die Einmischung der Politik, kuriose Fälle usw.). Nach Angabe der Autorin im Nachwort hat sie hierzu auch mehrere Jahre recherchiert und mit mehr als 30 Richtern persönlich gesprochen.
Diese Einblicke sind wirklich sehr spannend und ungewöhnlich. Allerdings ist für mich das Buch ein wenig zu langatmig, wenn es um die Schilderung der verschiedenen Fälle geht , die ich persönlich nicht besonders interessant fand. Insgesamt aber ein Buch für alle die sich für Jura und Justiz interessieren. - Natasha Fennell
Club der Töchter
(56)Aktuelle Rezension von: BinelaIch habe es schon vor fünf Jahren lesen dürfen, bevor es in den Handel kam. Es ist mir noch in Erinnerung und ich fand es sehr bewegend, weil man sich in diesen Mütter und Töchter Verhältnissen immer wieder findet. Man denkt über die eigene Beziehung zur Mutter nach und finden doch neu zu ihr oder erneuert das Band zur Mutter.
- Alexandra Potter
Je größer der Dachschaden, desto besser die Aussicht
(87)Aktuelle Rezension von: Universum_der_WoerterEin leichter flüssiger Schreibstil lässt einen durch die Seiten fliegen. Die Protagonistin, die 40 Jahre alt ist und Single, da ihre Verlobung geplatzt ist, fühlt sich als Versagerin, da sie ihren Traum nicht erreicht hat.
Ich lernte Nell kennen, die etwas verzweifelt wirkte, da all ihre Freunde und Bekannten ja so ein perfektes Leben führten und sie keinen Mann und keine Kinder hat. Also ist sie eine Versagerin, klar. Mit dieser Ansicht kam ich nicht ganz klar.
Nachdem ich mehrere Seiten des Buches gelesen habe, hatte ich immer Stärker das Gefühl gehabt, als würde mir das Buch vermitteln wollen, dass man mit 40 Jahren verheiratet sein und Kinder haben müsste. Ständige Wiederholungen des Versagens und die ständigen Vergleiche mit anderen nervte mich irgendwann. Ich teilte die Ansichten der Protagonistin nicht und merkte, dass wir nicht gut miteinander harmonierten.
Dennoch konnte ich das Buch nicht weg legen, denn wenn man aufmerksam liest, dann entdeckt man eine Botschaft in dieser Geschichte und diese Botschaft fand ich so toll, dass ich über die ständigen 'Ich bin eine Versagerin' Wiederholungen hinweg sehen konnte.
Es ist definitiv ein Buch für zwischendurch was man so weg lesen kann. Und es gibt mit Sicherheit Frauen die sich mit Nell identifizieren können und haben mit diesem Buch einen Volltreffer gelandet. Ich fand es unterhaltsam, manchmal etwas nervig aber dennoch okay.
- Ella Fields
Suddenly Forbidden (Gray Springs University 1)
(203)Aktuelle Rezension von: Nikola10Daisy und Quinn verstehen sich ohne Worte, ergänzen einander seit Kindertagen und kommen seit dem auch nicht mehr voneinander los. Umso mehr schmerzt es beide als ein Ereignis alles verändert.
Doch Daisy gibt nicht auf! Sie hofft darauf, ihn wie versprochen am College anzutreffen, denn einfach so loslassen kann sie ihn nicht. Aber wie sieht es bei Quinn aus?Dies ist mein erstes Werk der Autorin und wird definitiv nicht mein letztes sein!!
Daisy ist eine wahre Froh- und Künstlernatur, vielleicht auch etwas naiv. Man kann sie wahrlich als niedlich beschreiben, einzig ihr gebrochenes Herz macht ihr sehr zu schaffen, sodass gerade diese Euphorie nicht immer spürbar ist. Das ist jedoch kein Problem, denn egal wie sie sich gerade fühlte, ich konnte mich absolut in sie hineinversetzen, sowohl ihre Angst, Trauer, als auch Hoffnung zu jeder Zeit nachvollziehen. Ihre Naivität würde ich genauso wenig kritisieren, da sie dadurch eigentlich nur noch liebenswerter wird und das Bild, das ich mir von einem Gänseblümchen (Daisy) gemacht habe, sehr genau umschreibt.
Auch Quinn und andere Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen, was mich umso gespannter auf die (bisher) anderen beiden Bände zurücklässt.
Quinn ist nämlich Footballspieler, dabei aber in keinster Weise arrogant, sondern versprüht ganz ohne diesen Punkt seinen Charme. Er ist eher gefühlvoll, umsichtig und auch sehr ähnlich. Bei ihm konnte ich Daisys Gefühle ebenfalls nachvollziehen.
Toby und Pippa sorgten immer einmal wieder für Abwechslung, haben jedoch trotzdem auch Probleme, die nicht heruntergespielt werden, was das Buch auch sehr authentisch macht. Nichtsdestotrotz wird man vieles erst in Band zwei erfahren, der dann vordergründig von den beiden handelt.Die Handlung ist für mich rund. Es gibt Höhen und Tiefen, Witziges und Dramatisches und über allem steht die Frage, wie Daisy und Quinn nur miteinander umgehen sollen, wenn sie sich nacheinander sehnen, aber nicht zusammen sein können. Vorhersehbar fand ich die Geschichte auch nicht. Vielleicht wurde so manches Klischee bedient, klar, doch es gab auch sehr viel prägnantes, das mich wahrscheinlich auch dazu verleiten wird, das Buch irgendwann erneut zu lesen. <3
Und nicht zu vergessen: Der Schreibstil ist einfach nur bemerkenswert, obwohl es eine Übersetzung ist, ist trotzdem für mich nichts bemängelbar. Ein malerischer und sogleich unglaublich direkter Schreibstil, der die Emotionen auf den Leser überträgt. So ist auch der Schluss sehr zufriedenstellend, obwohl man natürlich nicht genug von den Figuren bekommen konnte.
Ich hege dabei jedoch die leichte Hoffnung, dass die beiden auch in Band zwei und vielleicht sogar Band drei kurze Auftritte haben werden. ;)Und so lande ich am Ende vollkommen unerwartet bei 5 / 5 Sternen, sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben und mit einer für euch möglicherweise ansprechenden Bewertung.:)
Falls ihr mir nicht glaubt, lest es trotzdem. ;)























