Bücher mit dem Tag "ungewöhnlich"
75 Bücher
- Oscar Wilde
Biblioteca Obscura: Das Bildnis des Dorian Gray
(2.023)Aktuelle Rezension von: FriekeOscar Wildes Roman ist ein glänzendes Spiel mit Schönheit, Moral und Verführung. Die Geschichte des jungen Dorian, dessen Portrait an seiner Stelle altert und seine Sünden sichtbar trägt, entfaltet eine düstere Faszination.
Wilde verbindet elegante Sprache mit scharfem Witz und zeichnet eine Gesellschaft, die äußere Perfektion über innere Schönheit stellt. Besonders eindrucksvoll ist die Dynamik zwischen Dorian, dem zynischen Lord Henry und dem idealistischen Künstler Basil.
Der Roman wirkt wie ein ästhetisches Märchen, das langsam in eine moralische Tragödie kippt. Er bleibt zeitlos, weil er die Frage stellt, was passiert, wenn Genuss, Narzissmus und Verantwortungslosigkeit die Oberhand gewinnen.
Ein kurzer, aber intensiver Klassiker, der sowohl sprachlich als auch thematisch nachhallt.
- Erin Morgenstern
Der Nachtzirkus
(1.082)Aktuelle Rezension von: Roxy31📖 Kurzrezension
Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern ist kein klassischer Roman, sondern eher eine Reise durch eine magische, fast träumerische Welt. Der geheimnisvolle Zirkus, der nur nachts erscheint, bildet die Bühne für einen stillen Wettstreit zwischen Celia und Marco, der sich nach und nach in etwas viel Emotionaleres verwandelt.
Der Schreibstil ist unglaublich bildhaft und poetisch, sodass man das Gefühl hat, mitten durch den Zirkus zu gehen. Die Geschichte lebt weniger von Tempo und Spannung, sondern von Atmosphäre, Details und Emotionen.
Für mich war es ein Buch, das man nicht einfach liest, sondern erlebt. Man muss sich darauf einlassen und bereit sein, das Tempo zu entschleunigen.
⭐ Fazit und Bewertung
5 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐⭐
Ein magischer, ruhiger und sehr besonderer Roman, der vor allem durch seine Atmosphäre und seinen Schreibstil überzeugt. Perfekt für alle, die sich gern in eine andere Welt entführen lassen und Geschichten fühlen möchten statt sie nur zu lesen.
- Ransom Riggs
Die Insel der besonderen Kinder
(2.145)Aktuelle Rezension von: jenvo82Inhalt
Als Jacobs Großvater stirbt, wird für den Jugendlichen klar, dass er die Geschichten, die ihm sein Opa zeitlebens erzählt hat, noch einmal hinterfragen muss. Angeblich war Abraham in seinen jungen Jahren nicht nur ein Waisenkind, sondern ist viel gereist und hat abenteuerliche Dinge erlebt, die er seinem Enkel in schier unglaublichen Geschichten nahebringen wollte. Vieles davon hat Jacob schon lange nicht mehr geglaubt, sei es die Erzählung von einem schwebenden Mädchen oder die wilden Verfolgungsjagden mit gruseligen Monstern.
Doch der Tod seines Großvaters wirft Fragen auf und Jacob reist gemeinsam mit seinem Vater auf die Insel Cairnholm, um Spuren aus der Vergangenheit seines Großvaters aufzuspüren. Jacob besucht das örtliche Museum und erfährt Vieles, was ihm genauso bereits erzählt wurde. Der 03. September des Jahres 1940 scheint ein enorm wichtiges Datum für Abraham gewesen zu sein und genau an diesem Tag wurde das Waisenhaus durch einen Bombenabwurf vollkommen zerstört.
Die Merkwürdigkeiten häufen sich und Jacob befürchtet, dass die wilden Erzählungen doch der Wahrheit entsprachen und keine fiktiven Geschichten waren. Spätestens als er den besonderen Kindern des Waisenhauses begegnet, die ihn die Zusammenhänge erklären, inklusive der aufwendigen Zeitschleife, die ihre Heimleiterin konstruiert hat, um ihr Leben zu schützen. Es gelingt ihm selbst von einer Seite auf die andere zu gelangen, er trifft die Freunde seines Opas, die nach 70 vergangenen Jahren immer noch Teenager sind und er muss erleben, dass es auch die Monster irgendwie geschafft haben, zu überleben …
Meinung
Von dieser Fantasy-Reihe sind bereits 6 Bände erschienen, der erste hier wurde im Jahr 2011 veröffentlicht. Trotzdem bin ich in erster Linie durch die Verfilmung darauf aufmerksam geworden. Dort geht es nicht immer kindgerecht zu, manches ist für jüngere Zuschauer eher gruselig – aber wie so oft in diesem Genre führen mich die Filme zum Buch und das geschriebene Wort gefällt mir dann eindeutig besser.
Das Buch beinhaltet viele alte Fotos, die thematisch in die Geschichte eingeflochten werden und ihr Mehrwert verleihen. Die Magie kommt nicht zu kurz aber vor allem das hochinteressante Thema der Zeitreisen. Es geht um Freundschaft, Vertrauen, Verwandlungen und Lebensaufgaben – ein kleines Universum, welches in den Folgebänden sicherlich in vielen bunten Facetten schimmern wird. Band 1 weckt auf jeden Fall mein Interesse, an dieser Reihe dranzubleiben, gerade weil mich die vielen Abenteuer von Jacob und seinen neuen Freunden gekonnt in andere Welten entführen.
Fazit
Ich vergebe gute 4 Lesesterne für einen gelungenen Reihenauftakt, der weniger Gruselelemente aufweist, als zunächst vermutet. Das magische, düstere Setting, die langsam aufziehende Geschichte, die vor Toten und Morden nicht zurückschreckt, besticht vor allem durch die Dynamik, die mit Zeitreisen einhergeht. Auch die zahlreichen Nebenfiguren werden nahbar und dadurch erhöht sich der plastische Eindruck des Buches. Trotz der dunklen Stimmung und der gefährlichen Etappen im Kampf gegen das Böse überwiegt hier die Hoffnung und ein gefeiertes Miteinander. Diese Story eignet sich sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene, sie bedient nicht unbedingt ein Klischee. Besonders toll erscheint mir das Universum, welches sich nun für die Folgebände öffnet, es gibt hier zahlreiche Ansatzpunkte für die Entwicklung der Figuren untereinander, miteinander oder auch nicht und das durch verschiedene Zeitschleifen hindurch immer wieder hinein in eine neue Welt, die es doch nicht unbedingt braucht, weil die Dinge sich in ihren Grundzügen stets wiederholen. Band 2 wird von mir definitiv noch gelesen und dann schaue ich weiter …
- Bonnie Garmus
Eine Frage der Chemie (Schmuckausgabe)
(794)Aktuelle Rezension von: 4nniDas Buch hat mich wirklich komplett mitgenommen: Freude, Liebe, Wut, Trauer, Fassungslosigkeit ... Binnie Garmus hat mit der Hauptfigur Elizabeth eine Frau erschaffen, die viele als Vorbild nehmen sollten, mich eingeschlossen!
Elizabeth hat eine super trockene und direkte Art, was ich komplett gefeiert habe! Vor allem ist sie selbstbewusst und steht für sich und ihre Träume ein. Auch wenn ihr Weg nicht immer wie geplant verläuft, gibt sie nicht auf.
Wirklich ein unglaublich tolles und inspirierendes Buch!
Auch den süßen Hund Halbsieben habe ich direkt ins Herz geschlossen. Zwischendurch erfährt man immer mal wieder seine Sicht auf die Situationen und seine Gedanken dazu. Das bringt einen zwischendurch auf alle Falle ofter zum Lachen.
Die Geschichte spielt zwar in den 60ern, aber leider gibt es selbst heutzutage teilweise noch ahnliche Vorurteile gegenüber Frauen und das Thema ist weiterhin aktuell!
In diesem Sinne: »Fordern Sie sich heraus, Ladys. Nutzen Sie die Gesetze der Chemie und verändern Sie den Status quo.«
- Emily St. John Mandel
Das Licht der letzten Tage
(397)Aktuelle Rezension von: glamourjunkiesStation Eleven bzw. Das Licht der letzten Tage ist ein post-apokalyptischer Roman mit zwei Erzählsträngen.
In einem nicht näher bestimmten hier und jetzt folgen wir einem Schauspieler – Arthur Leander – und den Menschen in seinem Leben. An dem Tag, an dem die Pandemie ausbricht, bricht er mit einem Herzinfarkt auf der Bühne zusammen.
Innerhalb weniger Tage breitet sich die Pandemie auf der ganzen Welt aus und die Zivilisation bricht komplett zusammen.
20 Jahre später folgen wir Kirsten, die mit einer Gruppe Schauspieler*innen und Musiker*innen durch Nordamerika zieht und Shakespeare aufführt. Durch sie erfahren wir, wie sich das Leben der wenigen Überlebenden entwickelt hat.
Alles scheint sich beruhigt zu haben.Ich habe mich ehrlich gesagt über den Klappentext im deutschen geärgert, weil der für mich etwas spoilert, was gar nicht sein muss. Aber die Beschreibung im englischen finde ich sehr passend.
Das ganze ist eine wirklich schöne Erzählung über Menschen, deren Leben durch Begegnungen verbunden sind.
Der Hintergrund, vor dem ihre Leben erzählt werden, ist eine weltweite Pandemie, die innerhalb kürzester Zeit das Leben völlig verändert. Das Buch wurde schon 2014 geschrieben und ist wohl durch Corona nochmal neu wahrgenommen worden. 2020 wurde es in eine Serie verfilmt.
Dafür, dass es auch etwas düster ist, finde ich es ein recht hoffnungsvolles Buch.Ich finde es sehr unterhaltsam geschrieben und flüssig erzählt.
Weil die beiden Erzählstränge ineinander verwoben sind, hab ich mich zwischendurch mal gefragt, wo die Geschichte denn wohl hin will.
Die Autorin schafft es immer wieder das Tempo, oder die Richtung der Geschichte zu änder, so das für mich oft recht offen war, was passieren wird. So, wie sie die Reise dann letztlich anlegt, fand ich schön. - Colleen Hoover
Never Never
(444)Aktuelle Rezension von: ChroniKWalkerNever Never ist für mich ein perfektes Buch für zwischendurch oder um nach einer Leseflaute wieder ins Lesen hineinzufinden. Der Schreibstil ist sehr einfach, flüssig und leicht zu verfolgen.
Obwohl in der Geschichte insgesamt gar nicht so viel passiert, bleibt sie durchgehend spannend und ist an vielen Stellen auch überraschend humorvoll.
Charlie und Silas verlieren beide ihr Gedächtnis und setzen alles daran herauszufinden, warum das passiert ist und wie sie ihre Erinnerungen zurückbekommen können. Dabei entwickelt sich bei einem von ihnen nach und nach der Wunsch, lieber neu anzufangen, als der Vergangenheit hinterherzulaufen.
Besonders spannend fand ich, dass man die Vergangenheit der beiden nur nach und nach erfährt. Mit jeder Seite werden kleine Puzzleteile enthüllt, sodass ich ständig weiterlesen wollte, um endlich zu verstehen, was hinter allem steckt.
Das Ende war für mich ein echter „What the f…?“-Moment. Kaum glaubt man, Antworten zu bekommen, tauchen direkt noch mehr Fragen auf.
Tropes: Second Chance Romance, Romance Suspense, Forbidden Love
Spice Level: 🌶️ (1/5)
- Paul Cleave
Der siebte Tod
(642)Aktuelle Rezension von: Xenia_FDas Buch entführt in die Welt des vermeintlich behinderten Joes. Einer Reinigungskraft bei der Polizei. Doch was niemand ahnt, ist das Joe ein Doppelleben führt. Er ist ein gesuchter Mörder, der sein Unwesen treibt.
Man begleitet Joe und seine diversen verkorksten Beziehungen - egal ob zu seiner Mutter, seinen Fischen, seiner Peinigerin oder der armen Sally. Eine Arbeitskollegin die Joe für geistig beeinträchtigt hält. Doch wie er sich hier nur täuschen kann. Manchmal kommt eben doch alles anders als gedacht. Joe erfüllt eben doch alle Kriterien eines Serienkillers.
Das Buch liest sich gut und ist spannend. Es gruselt darüber nachzudenken wer sich vielleicht noch so alles für jemanden ausgibt, der er oder sie gar nicht ist. Eine Empfehlung für jeden Krimi-Fan.
- Sally Rooney
Normale Menschen
(282)Aktuelle Rezension von: LeseschneckeConnell und Marianne wachsen in derselben Kleinstadt auf. Connell ist in der Schule sehr beliebt und Marianne hingegen ein Außenseiter. Marianne kommt aus sehr gehobenen Verhältnissen und Connell hingegen aus sehr armen Verhältnissen. Connells Mutter arbeitet bei Mariannes Eltern als Haushaltshilfe. Connell holt sie öfters von dort ab und lernt Marianne dadurch kennen, denn in der Schule gehen sie sich aus dem Weg. es entsteht eine Liebesbeziehung, die aber geheim bleiben muss, da Connel Angst vor den Reaktionen in der Schule hat. Diese Liebesbeziehung ist eine On/ Off Beziehung und zieht sich auch durch die College Zeit.
Ich konnte leider beide nicht ganz verstehen. Sie reden nicht offen miteinander und verletzen sich gegenseitig immer wieder. Es war zwar interessant zu lesen und beide zu begleiten, aber es gab immer wieder Situationen, wo ich mit dem Kopf geschüttelt habe. Marianne lässt einiges mit sich machen, da sie kein Selbstwertgefühl hat.
Ich fand, dass gerade das Gefälle zwischen den sozialen Hintergründen der Beiden, noch besser hervorgehoben hätte werden können.
Der Schreibstil war flüssig. Es wurde abwechselt aus Mariannes und Connels Sicht erzählt. Man hat gut ein Einblick in die Gedanken und Gefühle der Beiden bekommen.
Ganz überzeugt hat mich die Geschichte aber nicht.
- JP Delaney
The Girl Before - Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot.
(387)Aktuelle Rezension von: Gin_ahab das buch im urlaub gelesen und es war schon fesselnd und eine interessante idee. auch die abwechslung zwischen der vorherigen und der jetzigen frau und auch, dass beide charaktere eine gewisse tiefe besitzen. jedoch war es teilweise ein wenig zu lang, und ohne die gänsefüßchen bei den rückblicken war mein lesefluss ein wenig unterbrochen.
die idee, eines hauses mit system, minimalismus und alles war jedoch interessant und ich denk auch nach dem beenden das buches teilweise darüber nach- natürlichen nur bis zu einem gewissen grad, aber was brauchen wir eigentlich wirklich? was ist unverzichtbar?
naja, ob ich das buch empfehlen würde, weiß ich dennoch nicht. Da gibt es doch spannendere Bücher, mit einem angenehmeren Lesefluss und Schreibstil. Schlecht war es jedoch auch nicht, deshalb 3 Sterne.
- William Goldman
Die Brautprinzessin
(491)Aktuelle Rezension von: Daniel_RogerDie Brautprinzessin von William Goldman fühlt sich zuerst an wie der Film, eine wunderschöne Fantasiegeschichte voller Abenteuer und Romantik. Beim Lesen merkt man aber schnell, dass das Buch noch eine andere Ebene hat. Es ist gleichzeitig eine Satire, die manchmal etwas gewöhnungsbedürftig ist, vor allem wenn man den Film schon kennt. Doch je weiter man liest, desto mehr wächst einem genau das ans Herz. Am Ende kann man kaum anders, als es zu lieben. Besonders die Geschichte mit den Hüten hat mich laut lachen lassen und ich habe dabei wie ein Kind gegrinst. Für mich ist es eine meisterhafte Mischung aus Humor und Fantasie.
- Jasmin Schreiber
Marianengraben
(466)Aktuelle Rezension von: Henri3tt3Nachdem mir "Endling" von Jasmin Schreiber so gut gefallen hat, wollte ich gern mehr von ihr lesen. Während "Endling" ein dystopisches Setting in der nahen Zukunft hat, spielt Marianengraben in der Realität und in der Gegenwart. Eigentlich ist es sogar relativ zeitlos, wenn man mal von der Verwendung eines Navis absieht. Die Geschichte an sich ist schon schön, aber mich hat vor allem die Sprache beeindruckt. Jasmin Schreiber kann wirklich wunderbar mit Worten umgehen.
- Sandra Florean
Die Seelenspringerin: Abgründe
(111)Aktuelle Rezension von: EmilyToddIn diesem Auftakt der Seelenspringerin Reihe gibt es so fast alles was einen Fantasy Leser gefallen und begeistern könnte. Vampire, Gestaltwandler und Dämonen. Und obendrauf eine ziemlich starke Protagonistin. Dazu dann noch Gefühl und einen gewissen Anteil Erotik. Eine wirklich gute Mischung und die Idee einer Seelenspringerin ist obendrein noch sehr spannend.
Zudem hat die Autorin einen flüssigen Schreibstil, den man sehr angenehm lesen kann.
Und trotzdem kam ich nicht richtig rein in das Buch. Die ersten 50% habe ich gelesen und hab irgendwie auf meinen eigenen AHA Moment gewartet. Nach etwa der Hälfte des Buches hatte ich das Gefühl, hier und da erlebt zu haben. Aber so ganz mitreißen konnte mich die Geschichte nicht. Sie ist gut, das steht außer Frage. Auf jeden Fall auch empfehlenswert, aber für mich fehlte irgendwas, um sie zu einem echten Pageturner werden zu lassen.
Das Buch hat mir gut gefallen aber ich würde es auch nicht vermissen, wenn ich es nicht gelesen hätte.
Aber ich glaube für die meisten anderen kann diese Geschichte ein echtes Lesehighlight sein.
Auf jeden Fall lesenswert und deswegen gibt es auch 4 sehr gute Sterne von mir. - Gil Ribeiro
Lost in Fuseta
(237)Aktuelle Rezension von: Kathy25Leander Lost leidet am Asperger-Syndrom ... so würden es sog. neurotypische Menschen wohl formulieren. Aber so ist es eigentlich nicht - wenn Leander leidet, dann daran, wie mit Menschen umgegangen wird, die - wie er - anders sind. Ein Problem, das wir alle in irgendeiner Form kennen ...
Schon in Band 1 nimmt Leander uns Leser auf faszinierende Weise mit in seine Welt und seine Sicht der Dinge.
Es sind Vernunft, Verstand und Logik, an denen er alles bemisst und beurteilt - dennoch legt er eine erstaunliche Toleranz und sympathische Empathie an den Tag.
Ein wunderbares Buch - zum einen ein gut erzählter, spannender Krimi, zum anderen die Begegnung mit starken Charakteren, die sich im Laufe der Zeit sehr zu schätzen lernen, sich ergänzen und gemeinsam einfach mehr sind als die Summe der Individuen.
Leander ist faszinierend - ein Freund wie er fehlt mir sehr in meinem Leben. - Megan Miranda
TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?
(327)Aktuelle Rezension von: SchlafmurmelMit Tick Tack – Wie lange kannst du lügen? hat Megan Miranda wirklich etwas Besonderes geschaffen. Das Buch ist zwar schon etwas älter, aber ich habe es erst jetzt von einer Freundin bekommen – und so einen Thriller habe ich tatsächlich noch nie gelesen.
Der Aufbau ist absolut ungewöhnlich, denn die Geschichte funktioniert wie ein „Rückwärts-Thriller“. Zu Beginn kehrt Nic Nicoletta in ihren Heimatort Cooley Ridge zurück, doch die Ereignisse werden zunächst nur angedeutet. Danach startet Teil 2 plötzlich mit Tag 15 – also zwei Wochen nach Nics Rückkehr – und anschließend wird Tag für Tag rückwärts bis zu Tag 1 erzählt. Dieses Konzept war einfach mega spannend und hat perfekt funktioniert.
Eigentlich führt Nic inzwischen ein geordnetes Leben in Philadelphia und steht kurz vor ihrer Hochzeit. Doch wegen ihres kranken, dementen Vaters kehrt sie zurück in ihre Heimatstadt. Dort werden Erinnerungen an die Vergangenheit wach, denn vor Jahren verschwand ihre beste Freundin Corinne spurlos. Und kaum ist Nic zurück, verschwindet erneut ein Mädchen. Zufall? Oder hängt alles zusammen?
Nach und nach erfährt man, was in diesen zwei Wochen wirklich passiert ist – und auch, was damals geschah. Immer mehr Geheimnisse kommen ans Licht, mit denen ich absolut nicht gerechnet hätte. Besonders spannend fand ich, wie sich langsam zeigte, wer mit wem verbunden war und wer tiefer in die ganze Sache verwickelt steckt.
Das Ende war für mich völlig überraschend und überhaupt nicht vorhersehbar – genau so muss ein guter Thriller sein. Ich kann das Buch definitiv weiterempfehlen und werde die Autorin künftig auf jeden Fall im Auge behalten
- Jarka Kubsova
Im Licht des neuen Tages
(67)Aktuelle Rezension von: mrsmayreadsElli steht an einem Wendepunkt. Ihre Tochter ist ausgezogen, ihr Partner Jan möchte mit ihr zusammenziehen, doch Elli braucht etwas anderes: Abstand, Ruhe und Raum für sich. Sie zieht sich in ein abgelegenes Haus im Wald zurück, in der Hoffnung, dort die nötige Tiefe für ihren neuen Roman und gleichzeitig ein Stück zu sich selbst zu finden.
Was mich an diesem Buch von Anfang an abgeholt hat, ist die Sprache. Die Autorin schreibt unglaublich bildhaft und atmosphärisch. Beim Lesen hatte ich den Wald förmlich vor Augen: das Moos unter den Füßen, die Feuchtigkeit, die Äste, die Tiere und diese ganz besondere Ruhe. Gerade die Naturbeschreibungen fand ich wirklich eindrucksvoll. Auch die Szenen rund um Ellis Familie und ihre Herkunft haben mich sehr interessiert. Besonders die Flucht ihrer Familie aus Tschechien nach Deutschland und die Auswirkungen, die diese Geschichte bis in die nächste Generation trägt, waren für mich mit Abstand die stärksten Passagen.
Auch Ellis Suche nach Selbstbestimmung, Identität und ihrem eigenen Platz im Leben fand ich spannend. Sie geht ihren Weg, auch wenn er für andere vielleicht unverständlich oder beängstigend ist. Gleichzeitig blieb sie mir emotional erstaunlich fern. Ich konnte viele ihrer Entscheidungen nicht immer nachvollziehen und hatte Schwierigkeiten, wirklich eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Auch die Beziehung zu Jan blieb für mich zu wenig greifbar.
Anfangs hatte die Geschichte für mich einen richtigen Sog. Ab der Mitte hat dieser allerdings deutlich nachgelassen. Die verschiedenen Zeitebenen, Rückblicke, Namen und tschechischen Begriffe haben es mir teilweise schwer gemacht, mich zu orientieren. Auch die Grenzen zwischen Vergangenheit, Gegenwart, Märchenhaftem und Ellis eigener Geschichte verschwammen zunehmend. Grundsätzlich mag ich literarische Bücher und ungewöhnliche Erzählweisen, die mystischen Elemente waren mir hier irgendwann allerdings zu viel.
Trotzdem spürt man auf jeder Seite die Hingabe der Autorin. Ihre Beobachtungen sind detailreich und die Atmosphäre des Waldes ist wirklich besonders. Zum Ende hin wurde für mich vieles noch einmal runder, auch wenn sich die gesamte Geschichte für mich nicht vollständig erschlossen hat.
Ein atmosphärischer, naturverbundener Roman über Herkunft, Weiblichkeit, Identität, Selbstbestimmung und die Frage, wo man eigentlich hingehört.
„Doch das hier war kein Märchen. Das hier war das Leben. Und die Geschichte war an dieser Stelle noch nicht zu Ende.“
Wenn du literarische, ruhige und sehr atmosphärische Geschichten mit märchenhaften und mystischen Elementen magst und dich gerne tief in Naturbeschreibungen verlieren möchtest, könnte dieses Buch genau dein Ding sein. Für mich war es vor allem sprachlich und atmosphärisch besonders, emotional konnte es mich dagegen nicht ganz erreichen.
- Caroline Wahl
Die Assistentin
(181)Aktuelle Rezension von: Kantika„Die Assistentin“ von Caroline Wahl überzeugt vor allem durch seinen besonderen Schreibstil: Immer wieder blickt die Autorin selbst von außen auf den Roman und seine Protagonistin und schafft dadurch eine spannende Metaebene. Die klare, präzise und zugleich unaufgeregte Sprache macht diese Perspektivwechsel besonders reizvoll.
Inhaltlich beleuchtet der Roman die Rolle von Frauen in der Verlagswelt und den Umgang mit toxischen, patriarchal geprägten Strukturen. Dabei werden Machtverhältnisse, Abhängigkeiten und die Frage nach Selbstbehauptung und Solidarität eindringlich sichtbar. Gerade die Verbindung aus reflektierter Erzählweise und gesellschaftlich relevantem Thema macht den Roman lesenswert.
- Sangu Mandanna
Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen
(194)Aktuelle Rezension von: Sara_ZelgerDieses Buch ist eines der schönsten Bücher, die ich gelesen habe. Normalerweise brauche ich immer eine Weile, bis ich mir die Namen der Charaktere merken kann. Bei diesem Buch hingegen habe ich mich sofort an jeden einzelnen erinnert. Jeder Charakter hat seine Besonderheiten und war mir trotzdem auf seine Weise sympathisch. Mir hat sehr gut gefallen, dass die Hauptprotagonistin realistische Entscheidungen und Schlüsse gezogen hat und dass keine künstliche Spannung aufgebaut wurde. Den Hauch von Magie konnte man beim Lesen teilweise sogar spüren. Für mich ist dieses Buch ein richtiges Wohlfühlbuch und ich hoffe sehr, bald mehr von der Autorin lesen zu können. Klare Empfehlung für alle, die cozy fantasy lieben.
- Antonia Riepp
Belmonte
(103)Aktuelle Rezension von: BücherweltenbummlerinTeresa setzt sich im Jahr 1944 mit aller Kraft für die Resistance ein. Die alten Schulfreunde sind entweder an der Front oder kämpfen darum, ihre Höhlen und Höfe im von Krieg zerrissenen Italien zu erhalten. Doch im Dorf und in der Gemeinschaft der Marken keimt langsam wieder Hoffnung auf – der Krieg scheint bald zu Ende zu gehen. Wäre da nicht ein kleines, aber entscheidendes Problem: Teresa wird schwanger.
Um das Familienproblem zu lösen, wird sie von ihrem Vater an die Familie Ferri verkauft, die einen alten Weinberg besitzt. Doch für Teresa ist dies keine wirkliche Lösung ihrer Situation.
Als Franca zur Welt kommt, ist der Krieg tatsächlich zu Ende, doch Italien bleibt in einem Zustand der Ruinen – verarmte Höhlen und landwirtschaftliche Betriebe, die von Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit geprägt sind. Teresa verschwindet spurlos und lässt ihre Tochter bei ihrer besten Freundin Marta zurück.
In Martas riesigem Familienclan findet Franca Geborgenheit und Liebe, doch das Leben bleibt schwer. Die finanzielle Lage ist prekär, und wie viele andere Italienerinnen ihrer Zeit, beschließt Franca, ihr Glück als Gastarbeiterin in Deutschland zu suchen.
In Kempten angekommen, muss sie jedoch feststellen, dass sie zwar über die Runden kommt, aber vom Heimweh zermürbt wird.
Alles ändert sich erst, als Franca Tobias begegnet.
Simona, eine junge Landschaftsgärtnerin mit italienischen Wurzeln, ist erschüttert vom Tod ihrer Großmutter Franca. Sie erbt den heruntergekommenen Farina-Hof in den Marken und beschließt, sich eine Auszeit zu nehmen, weit weg von ihrer konfliktreichen Beziehung in Kempten und ihrer entfremdeten Mutter Marina.
Schon bald stellt Simona fest, dass das Leben auf dem Hof in den Marken eine neue Leichtigkeit mit sich bringt. Der renovierte Hof wird zu einem wahren Schmuckstück und der angrenzende Garten ein kleines Paradies. Doch kaum angekommen, wird sie von der Familie Ferri eingenommen, und mysteriöse Briefumschläge mit Kassetten tauchen auf.
Bewaffnet mit einem Rekorder macht sich Simona auf die Spurensuche und kommt den dunklen Geheimnissen ihrer Familie immer näher.
Fazit:
Antonia Riepp gelingt es, mit Simona eine sehr sympathische Protagonistin zu erschaffen, die sich selbst oft im Weg steht. Ihre Selbstzweifel lassen sie lange nicht erkennen, welches Erbe sie von ihrer Großmutter erhalten hat. Mit viel Gefühl und einer guten Portion italienischen Temperaments deckt Simona nach und nach die dunklen Familiengeheimnisse auf, die bis zum Tod von Franca bewahrt werden mussten.
- Hank Green
The April Story – Ein wirklich erstaunliches Ding
(261)Aktuelle Rezension von: jskDiese Buch ist mehr als ich gedacht hatte. Ja ich habe mich dafür interessiert. Klar hat es mich angesprochen, doch das es so eine Wucht ist, damit hätte ich nie und nimmer gerechnet.
Was ich so daran mag?
Es ist witzig. So eine Art trockener Humor begleitet den Leser durch eine Aberwitzige Vorstellung eines Szenarios, welches Möglich jedoch mehr als unwahrscheinlich ist. April, die Hauptfigur, wird über Nacht zur Berühmtheit und nicht nur das sie hat mit Außerirdischen zu tun. Nicht nur ihre Welt sondern die ganze Welt steht Kopf. Doch das ist gar nicht das große Ding, das große Ding ist, dass der Autor es schafft diese Situation so packend darzustellen und dabei die verschiedensten Themen abzuhandeln. Man bekommt ein Gefühl wie es ist, wenn man alles posted. Das diese gläserne Welt in der wir leben vielleicht doch auch ihre Schattenseiten hat. Es ist wirklich ein Meisterwerk und in so eine Rezension gar nicht richtig zu fassen.
Ich leg diese Buch allen ans Herz und empfehle einfach jeden sich die Zeit zu nehmen und es selbst zu lesen!
- Neil Gaiman
American Gods
(107)Aktuelle Rezension von: Henri3tt3In diesem Hörspiel geht es um einen Roadtrip kreuz und quer durch die USA, um alte und neue Götter, um Liebe, Freundschaft und Familie. Die Inszenierung als Hörspiel ist perfekt gelungen. Ich habe die vielen Stunden gebannt gelauscht und dabei im Garten gearbeitet, gestrickt oder Wäsche aufgehängt. Nur bei den letzten Stunden habe ich irgendwie den Faden verloren und die Story nicht mehr verstanden. Wer war jetzt tot und wer nicht bzw. doch nicht tot oder nicht mehr tot?
Insgesamt ist es auch eher eine Männergeschichte, denn obwohl es sehr viele Charaktere gibt, von denen einige sehr wichtig sind, spielen Frauen immer nur mehr oder weniger kleine Nebenrollen. Sie reden auch kaum miteinander. Diese Welt dreht sich nur um die Männer, dementsprechend kreisen auch die Frauen nur um die Männer. Das ist sehr schade, denn hier wurde viel Potential verschenkt. - Sebastian Stuertz
Das eiserne Herz des Charlie Berg
(109)Aktuelle Rezension von: GraufiDiesen Roman kann ich absolut empfehlen. Es ist mal was ganz anderes.
Hier geht es um Mord, die Jagd, Familie und natürlich ums liebe Herz.
- Haruki Murakami
Die Ermordung des Commendatore Band I
(22)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerHatte ich mich schon etwas bekannt machen können mit japanischer Literatur, folgt dieses Buch von Haruki Murakami einem ähnlich "ungeschmückten" Schreibstil. Sagen, wie es ist und noch so viel mehr.
Wir begleiten einen Maler ohne Perspektive, lernen kennen, was es wirklich bedeutet, einen Moment oder eine Person einzufangen, und das auf eine literarisch so Hohe Art, dass ich mich sofort in die Gedanken verliebt habe, die dieses Buch formuliert.
Lest man dieses Buch, wird man auf jeden Fall mit SIchtweisen über Kunst konfrontiert, über die man sich noch nie Gedanken gemacht hat und ich liebe so etwas.
- Ian Bray
Klippentod
(36)Aktuelle Rezension von: LuiseLotteEine jüngere Frau, wahrscheinlich irgendwo zwischen 30 und 40 – Genaueres erfährt man nicht in diesem reichlich langen und langatmigen Roman - , sucht Hilfe bei dem Protagonisten der Geschichte, einem ehemaligen Polizeibeamten aus London, der sich in das Dorf Cadgwith an der Cornischen Küste zurückgezogen hat und sich jetzt als Maler versucht. Obwohl sie verzweifelt klingt am Telefon, gewährt der frühpensionierte Cop ihr diese Hilfe nicht. Vielleicht, weil er sie nicht ernst nimmt, vielleicht, weil er einfach seine Ruhe haben möchte, denn dem alten Beruf hat er endgültig Adieu gesagt. Hätte er sie doch nur angehört, denn am nächsten Tag wird Victoria, besagte jüngere Frau, tot am Fuße der Klippen gefunden. Alle, vorneweg die hier als unfähig, borniert und alles andere als arbeitsam geschilderte Polizei, gehen von einem tragischen Unfall aus, gar von einem Selbstmord, zumal die Tote zeitlebens seelisch nicht recht ausbalanciert war, wie man sich in dem tratschsüchtigen Dorf erzählt.
Nicht so ihre Freundin Mary, die in Cadgwith den Dorfladen und eine kleine Pension führt. Victoria, so ist sie überzeugt, wäre nie und nimmer auf die Klippen gestiegen, wäre der Kante niemals nahe gekommen, denn sie hatte Angst vor dem Meer, das hier mit stürmischer Wucht gegen das felszerklüftete Ufer schlägt. Mary wendet sich nun ihrerseits hilfesuchend an Simon Jenkins, den aus dem Dienst ausgeschiedenen Ermittler, der sich ohnehin Vorwürfe macht, weil er Victoria abgewimmelt hat, anstatt sie anzuhören, und dieser verspricht ihr widerstrebend und halbherzig, Nachforschungen anzustellen, denn auch er glaubt nicht daran dass der Tod der, so wird gemunkelt, moralisch fragwürdigen Victoria, auf die man im Ort geringschätzig herabblickte, weil sie angeblich den braven Männern den Kopf verdrehte, etwas anderes als ein Unfall war. Als dann aber die Antiquitätenhändlerin Barbara aus dem Nachbarort zu Tode kommt, was auch die Polizei diesmal keinem Unfall zuschreiben kann, gerät er ins Zweifeln...
So weit, so gut. Und man kann sich auf eine spannende Tätersuche mit unverhofften Wendungen und einer möglichst überraschenden Auflösung freuen – möchte man meinen! Doch nichts da! In epischer Breite wird der Leser mit nicht endenwollenden Beschreibungen einmal der entfesselnden oder, je nach dem, trügerisch ruhigen See, zum anderen des Himmels, der Farben, des Ortes, der Landschaft berieselt, ohne dass diese bei mir ankommen, ohne dass sie Bilder vor meinen Augen auferstehen lassen. Zuviel des Guten, viel zu viel, die Geschichte, die einfach nicht recht beginnen, nicht in Gang kommen möchte und vielleicht auch nicht soll, immer wieder ausbremsend.
Leider blickt man auch immer tiefer in das zerrissene und – wie die Küste vor Cadgwith – zerklüftete Seelenleben der Hauptfigur, erfährt von seinen Schuldgefühlen, weil er bei einem Polizeieinsatz seine Freundin und Kollegin Moira nicht hatte retten können, zusehen musste, wie sie bei dem von ihm verursachten Autounfall, den er mit schweren Verletzungen und bleibender Schädigung der Wirbelsäule gerade so überlebte, vor seinen Augen im Flammenmeer umkam. Ja, ich möchte die handelnden Personen in einem Krimi, überhaupt in jedem guten Roman, gerne kennenlernen, möchte mir ein Bild von ihnen machen, sie verstehen können, egal, ob sie als Sympathieträger angelegt sind oder als deren Gegenteil. Doch was zu viel ist, ist zu viel! Immer und immer wieder muss der Leser mit Jenkins dessen Traumata durchleben, immer wieder in seinen Selbstzweifeln und seiner immer nerviger werdenden Wankelmütigkeit und Unentschlossenheit baden. Obendrein hat der Autor ihn mit einer Gehbehinderung ausgestattet, die einhergeht mit stärksten Schmerzen. Und so liegt er mal bewegungsunfähig und halb ohnmächtig auf dem Sofa, mal hüpft und klettert er in den Felsen herum. Auto fahren kann er nicht mehr, dafür hat er sich aber ein Boot zugelegt. Ein wahres Chamäleon also? Ganz und gar unglaubwürdig ist er, eine Kunstfigur ohne Saft und Kraft, die unnatürlich handelt und spricht; die Dialoge, die er mit den wenigen Menschen, mit denen er es zu tun hat, führt, allen voran mit Mary, die er gegen seinen Willen zu mögen begonnen hat, sind ein Graus, so gestelzt wie abgehakt, so nichtssagend wie langweilig.
Mary auf der anderen Seite ist auch nicht viel besser! Aus Cadgwith stammend hat sie viele Jahre in Deutschland gelebt, das sie dann fluchtartig verlassen hat, um ihrem psychopathischen Freund zu entgehen, muss nun aber feststellen, dass man seiner Vergangenheit nicht entrinnen kann. Wie ein Deus ex machina taucht nämlich, ausgerechnet, als ihr Leben wieder eine Zukunft zu haben beginnt und sie im Begriff ist, sich neu zu verlieben – eben in jenen zaudernden, zögernden, zerrissenen, alles andere als zupackenden Ex-Polizisten -, der Kontrollfreak aus Köln auf, stalkt sie und bedroht sie. Eine gefährliche Situation also, und Mary hätte allen Grund Angst zu haben, sich auf jeden Fall in acht zu nehmen. Doch verhält sich die junge Frau – obwohl, so jung kann sie nicht mehr sein, aber auch in Bezug auf sie erfährt man nichts Genaues -, so unverständlich, unlogisch, in keiner Weise nachvollziehbar, wie der dauerleidende Künstler. Sie weigert sich, ihr Haus abzuschließen, denn das tut man nicht in Cadgwith, will davon, die Polizei einzuschalten, nichts wissen – und setzt sich auf die Bank vors Haus und genießt die Sonne, völlig im Reinen mit sich selbst. So große Angst hat sie, erfährt man – und wundert sich dann, dass sie diese Angst so mir nichts, dir nichts, einfach ausblenden, beiseite schieben, gar komplett vergessen kann....
Neben den ausufernden, nicht enden wollenden Naturbeschreibungen, die mutmaßlich darauf zielen, Authentizität und Atmosphäre zu schaffen, bei mir aber nicht ankommen, mich ungehaltener machen, je weiter der Roman voranschreitet, sind vor allem die Figuren, die die Handlung besiedeln, der große Schwachpunkt dieses Romans, den ich beim besten Willen nicht als Krimi bezeichnen kann, eher als eine Art zusammengewürfeltes, inkonsequentes Crossover. Von liebenswert sind sie weit entfernt, sowohl die Dörfler als auch die Zugezogenen und ich musste mich dauerhaft wundern über die immer wieder auftauchende Bezeichnung 'Krüppel' für Jenkins, die ständigen Beleidigungen des Mannes, der einen Stock braucht, um sich vorwärts zu bewegen. Mit Vorurteilsfreiheit ist es offensichtlich nicht weit her in und um Cadgwith...
Ich brauche keine Action und auch keine brutalen, dezidiert beschriebenen Grausamkeiten, wenn ich mir einen Krimi als Lektüre aussuche. Aber Spannung, Logik, einen roten Faden, überzeugende, unbedingt nachvollziehbare Charaktere brauche ich sehr wohl. Nichts davon finde ich in 'Klippentod' – selbst wenn sich gegen Ende der über 500 Seiten langen Geschichte der Autor zu erinnern scheint, dass er hier einen Krimi schreiben wollte. Aber selbst diese spannenderen Seiten sind viel zu sehr in die Länge gezogen und ich muss mich ein ums andere Mal wundern über die komplette Unfähigkeit, Unschlüssigkeit, ja geradezu das Verpeiltsein des vormaligen Polizisten einer Spezialeinheit! Als er schließlich mühsamst in die Gänge kommt wie ein eingerosteter Motor, hätte er mit seiner Langsamkeit – und diese ist keineswegs seiner Behinderung, die im Übrigen genauso wenig überzeugt wie er selber, geschuldet – um ein Haar alles vergeigt, was zu vergeigen war!
Nein, ihm möchte ich in keinem weiteren Roman, sofern dieses Buch zwischen allen Genren der Beginn einer Reihe sein sollte, wiederbegegnen, ihm nicht und auch den anderen Bewohnern oder ungebetenen Besuchern des Ortes Cadgwith nicht, mit denen ich, bis auf eine einzige Ausnahme, nicht das Geringste anfangen konnte. Dass der Autor seinem schlappen Helden, der bis zum Ende ohne Gesicht geblieben ist, jenen optimistisch-gelassenen ehemaligen oder auch immer noch gelegentlich aktiven Fischer Luke als zuverlässigen Freund und Helfer zur Seite stellte, war seine, leider einzige, Sternstunde – und im Vergleich zu dem, was man ansonsten vorgesetzt bekommt, viel zu wenig, um dem Roman schließlich doch noch etwas abgewinnen zu können!
- Tommy Wallach
This Love has no End
(86)Aktuelle Rezension von: KleinbrinaNachdem mir „This Love has no End“ von Tommy Wallach bereits mehrfach empfohlen wurde, wurde ich direkt neugierig und wollte unbedingt mehr über die Geschichte erfahren. Da mich diese direkt angesprochen hat, habe ich mich auf eine interessante und einfühlsame Geschichte voller Abenteuer gefreut und wurde auch nicht enttäuscht.
Tommy Wallach besitzt einen sehr angenehmen Schreibstil, der sich leicht und flüssig lesen lässt. Die Geschichte wird dazu sehr authentisch und einfühlsam aus der Sicht des siebzehnjährigen Parkers erzählt und besitzt sehr viel Humor und jede Menge Wortwitz, sodass man hier gut unterhalten wird. Gleichzeitig sind die Figuren gut ausgearbeitet und man lernt sie ausreichend kennen.
Parker hat es in seinem jungen Alter nicht leicht. Mit gerade einmal siebzehn Jahren hat er seinen Vater verloren und damit auch seine Stimme, denn er ist nicht mehr fähig, sich mit Menschen zu unterhalten, ohne auf Notizbücher oder Gebärdensprache zurückzugreifen. Am wohlsten fühlt er sich in Hotels, da er dort die vorherrschende Atmosphäre sehr genießt, zudem er auch dort immer komplett anonym bleiben kann. Dabei trifft er auch auf Zelda, auf die er zunächst hauptsächlich wegen ihres Geldes aufmerksam wird.
Als er sie bestiehlt, trifft ihn ganz unerwartet das schlechte Gewissen und er gibt ihr das Geld zurück. Während andere ihn höchstwahrscheinlich angezeigt hätten, ist Zelda dagegen anders, scheint ihn sogar zu verstehen und versucht sich so gut es geht mit ihm zu verständigen. Nachdem sie festgestellt haben, dass sie trotz aller Unterschiede auch in gewisser Hinsicht einiges miteinander gemeinsam haben, schließen sie eine Wette miteinander ab, bei der sie nicht nur viele Risiken eingehen, sondern auch über sich hinauswachsen, etwas erleben und mehr über sich selbst erfahren.
Wer hier eine typische Liebesgeschichte unter Jugendlichen erwartet, der wird bei dem Buch vielleicht enttäuscht sein – oder überrascht. Je nachdem, wie man es auslegen möchte. Die Geschichte beinhaltet zwar durchaus eine kleine Liebesgeschichte, allerdings geht es in „This Love has no End“ hauptsächlich darum, sich selbst besser zu verstehen, seine Trauer zu verarbeiten und offen für neue Dinge zu sein. Dies wurde vom Autor gut und authentisch umgesetzt, sodass sich wohl jeder Leser in irgendeiner Art und Weise in Zelda oder Parker hineinversetzen kann.
Das Cover ist für mich ein absoluter Hingucker, da ich Bilder, wo man auf eine Stadt, bzw. Landschaft herabschaut, immer sehr ansehnlich finde. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen und hat direkt mein Interesse geweckt, sodass ich die Geschichte unbedingt lesen wollte.
Kurz gesagt: „This Love has no End“ ist eine einfühlsame Geschichte, die mich mit einem interessanten Schreibstil und vielseitigen Figuren überzeugen konnte, sodass ich fast durchweg mit Zelda und Parker mitgefiebert und sie gerne auf ihren Abenteuern begleitet habe. Ich kann das Buch somit nur empfehlen.























