Bücher mit dem Tag "unheimlich"
111 Bücher
- Colleen Hoover
Verity
(2.323)Aktuelle Rezension von: ChristineChristlFür mich war das Buch von Anfang bis Ende absolut trocken. Der Schreibstil ist so langweilig. Sachlich? Ich bin nur schwer weitergekommen. Irgendwie passiert auch nichts. Wären da nicht die Kapitel mit der Biografie von Verity gewesen, wäre das Buch für mich absurd langweilig gewesen. Obwohl bereits auf der ersten Seite etwas Schreckliches passiert, kann ich mich nicht hineinversetzen. Es ist wie ein Fiebertraum. Ich habe es gelesen. Aber ich habe es nicht gefühlt. Wenn ihr wisst, was ich meine? Es war, als hätte ich vollkommen gefühllos und regungslos einen Film verfolgt. Auch die Irrungen und Wendungen bzw. Informationen am Ende waren für mich zu schnell und zu langweilig. Zu viel blieb für mich offen. Ich habe nur weitergelesen, weil ich wissen wollte, wie es zu Ende geht. Ich hoffte auf ein episches Finale mit Feuerwerk. So, dass mir der Mund offen stünde. Das Buch sollte mich staunend zurücklassen. Dass am Ende etwas Schockierendes passiert. Etwas Unerwartetes. Aber es passierte nicht. Und dann war es vorbei.
Ich glaube, das könnte eines der wenigen Bücher sein, die als Film viel besser zur Geltung kommen.
Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht. Mehr nachvollziehbare Handlungen und Gefühle. Mehr Dialoge. So war alles eher unverständlich und viel zu schnell. Zu trocken. Es war zu oberflächlich, um mich wirklich zu berühren.
- Patrick Süskind
Das Parfum
(10.275)Aktuelle Rezension von: Karandi
Ich muss sagen: Wenn ich rein die Sprache betrachte, ist Das Parfüm wirklich eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe – allerdings mit dem klaren Hinweis, dass ich mich dabei ausschließlich auf die Sprachkultur beziehe. Deshalb gebe ich dem Buch auch gerne 3,5 Sterne. Was den Inhalt angeht, bin ich jedoch zwiegespalten.
Mich konnte das Thema nicht wirklich abholen. Für meinen Geschmack wurde weder Spannung aufgebaut noch echte Dramatik erzeugt. Stattdessen wirkt vieles eher verstörend: Es geht um einen talentierten Parfümeur, der den Drang entwickelt, den Duft von jungen Frauen einzufangen – einen Duft, den sie nur im Tod freigeben.
Da ich nicht spoilern möchte, gehe ich nicht näher auf sein Schicksal ein – nur so viel: Es ist eines, das ihn letztlich zurecht ereilt und das er sich am Ende sogar selbst aussucht.
Das Buch ist in vier Teile gegliedert, von denen ich einen persönlich als eher unwichtig empfunden habe. Aber das ist natürlich nur meine subjektive Meinung.
Im Kern dreht sich die Geschichte um Fanatismus und falsche Hingabe. Gleichzeitig bekommt man auch einen Einblick in eine gewisse „Schönheit“ der Privilegien aus der Perspektive des Täters, besonders gegen Ende des Buches.
Alles in allem ist es ein Blick auf Moralvorstellungen, die man zwar nachvollziehen muss, obwohl sie eigentlich nicht nachzuvollziehen sind. Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen beendet und war leicht unbefriedigt, da es nicht ganz meinen Erwartungen entsprochen hat.
Trotzdem bin ich froh, es gelesen zu haben und nun zu dem Kreis derjenigen zu gehören, die dieses Werk kennen. Ich hätte das Buch vermutlich abgebrochen, wäre es nicht in dieser außergewöhnlich guten erzählerischen Art geschrieben worden.
Andere Werke von Patrick Süskind kenne ich bisher nicht, aber aufgrund seines Schreibstils kann ich mir gut vorstellen, weitere von ihm zu lesen.
Ich würde das Buch dennoch jedem empfehlen, der gerne liest. Allein wegen seines Wortschatzes und der Erzählweise ist es ein bedeutendes Stück Kulturgut. Außerdem ist es mit etwas über 300 Seiten ein Roman, den man gut an ein oder zwei Abenden lesen kann.
- Dan Brown
Das verlorene Symbol
(2.053)Aktuelle Rezension von: Mike_LeseratteAuch in diesem Buch dürfen wir wieder Robert Langdon auf einer Reise durch Geheimnisse und verstrickter Symbole begleiten. Dabei dreht sich alles um uralte Mysterien und Zeichen der Freimaurer mitten im Herzen der USA, in Washington DC.
Es ist einfach spannend und ultra interessant wie versteckt die Geschichten sind, obwohl sie offen vor unseren Augen liegen. Gleichzeitig liegt diesem Buch eine tiefer Gedanke inne, der einen über sich und die Menschheit nachdenken lässt. Über das sein des Menschen, das glauben an eine höhere Macht und an eine innere Stärke, die jedem Menschen inne wohnt und aus der man schöpfen kann, wenn man in sich geht. Das ist alles wieder mal eingebunden in ein Fall der mehr als Aufsehen erregend ist. Eine bewegende Familiengeschichte und große Geheimnisse der Freimaurer sind genau das, was das Buch so spannend macht. Man muss einfach weiter lesen, weil man zum einen die Zusammenhänge unbedingt erfahren möchte und zum anderen, weil immer irgendwas passiert, wo man erfahren muss, wie es jetzt weiter geht, ob ein Plan gelingt, ob unsere Protagonisten schneller als die CIA sind und ob es sich um Freund oder Feind dabei handelt. Einfach super komplex, super spannend und man muss es einfach schnellstmöglich verschlingen.
- Leonie Swann
Garou
(507)Aktuelle Rezension von: sansolDie Schafe aus Glennkill befinden sich auf Wanderschaft und sind gerade in Frankreich. Vieles dort ist ihrer Meinung nach sehr strange - die Menschen können nicht verständlich sprechen, die Ziegen auf der Nachbarwiese sind verrückt und es gibt ein fremdes, ungeschorenes Schaf. Ihre Schäferin Rebecca hat Besuch von ihrer Mama (die für Humbug zuständig ist und ein zweites Gesicht hat). Doch das ist gar noch nichts denn der Garou treibt sein mörderisches Unwesen. Mensch? Wolf? Werwolf?
Ich mochte Glennkill wirklich sehr, der Schreibstil hier ist ähnlich speziell und die Schafe sind wieder sehr tolle Charaktere mit teils hervorragenden Unterhaltungen. Doch bei aller Schaf-Logik hier herrschte für mich leider ein großes Durcheinander und unnötig verworren. Thriller? Nein wirklich nicht (hätte ich auch nicht erwartet).
Band 3 liegt hier bereits, daher erhalten die Schafe trotz dieser schwachen Fortsetzung eine weitere Chance. - Neil Gaiman
Der Ozean am Ende der Straße
(519)Aktuelle Rezension von: ricaIch mochte das Buch, als ich das es vor Jahren gelesen habe. Und die stimmungsvollen Tuschezeichnungen von der Illustratorin Elise Hurst sind toll.
Aber:
Werk und Autor lassen sich nicht trennen.
Mehreren Frauen, u.a. eine damalige Babysitterin, haben sexuelle Missbrauchsvorwürfe gegen Neil Gaiman erhoben.
Gaiman sagt, alles sei einvernehmlich gewesen.
Solche Vorwürfe gegen einen Autor würden mir schon reichen, um ein Buch nicht mehr unbeschwert lesen zu können.
Aber in diesem Fall zeigt sich auch gut, wie der Autor immer auch in seinem Werk durchscheint. Vor dem Hintergrund der Vorwürfe bekommt die Geschichte einen ganz anderen Klang (Spoilerwarnung):
Im Buch droht eine Familie zu zerbrechen, als die Mutter eine neue Arbeitsstelle hat, weniger Zuhause ist und eine Haushälterin einstellt. Die Haushälterin ist sehr hübsch (und ein Monster) und verführt den Vater. Ihn trifft aber keine Schuld, denn er ist dem Zauber der jungen Frau so verfallen, dass ihm gar keine Verantwortung für sein eigenes Handeln mehr zugeschrieben werden kann...
Zitat aus der Danksagung des Autors:
"Ich habe dieses Buch für Amanda [= seine damalige Ehefrau] geschrieben, als sie weit weg war und ich sie furchtbar vermisst habe."
-.-In meiner Erinnerung an das Buch war die Sache mit dem Vater eigentlich eher eine Randnotiz in einer großen Geschichte von Kindheit, Geistern und Magie. Aber jetzt überlagert diese Interpretation der Figur der Haushälterin leider alles.
- Franz Kafka
Die Verwandlung
(1.853)Aktuelle Rezension von: DoerthePuh, ich habe es geschafft, die Verwandlung zu beenden.
Ziemlich unbedarft habe ich mir das Buch "für Zwischendurch " ausgesucht. Ich muss zugeben, ich dachte zunächst: 'Was für ein Blödsinn!'😅.
Erzählt wird die Geschichte von Georg Samsa und seiner Familie. Georg wacht eines Morgens als Käfer auf und Lesende erfahren, wie er und die Familie mit diesem Umstand umgehen.
Dass dieses Buch in Schulen als Schullektüre dient, kann ich verstehen. Genauso gut verstehen kann ich allerdings Schüler:Innen, die dieses Buch furchtbar finden.
Letztendlich macht es Sinn, sich vor oder nach dem Lesen des Buches mit der Zeit, in der die Geschichte spielt, auseinander zu setzen. Hierdurch versteht man den Hintergrund und die Ideen, die Kafka mit dem Buch ausdrücken wollte.
Nach Lesen der Hintergrundinformationen kann ich für mich sagen, dass ich immer noch froh bin, das Buch beendet zu haben. Es wird nicht zu einem Lieblingsbuch werden, aber es hat seine Bedeutung in der Literatur.
Und ich bereue nicht, es gelesen zu haben
Es kann gern Schullektüre bleiben, allerdings dann erst für spätere Schuljahre, wie einem Deutsch-LK oder gern auch im entsprechenden Studienlehrgang.
Für jüngere Schüler:Innen gibt es mit Sicherheit zeitgemäßere Literatur.
- Andreas Winkelmann
Das Haus der Mädchen
(525)Aktuelle Rezension von: Thess12345Inhalt:
Für ein Praktikum zieht Leni nach Hamburg und wagt damit einen großen Schritt aus ihrer gewohnten Umgebung. Die Großstadt ist für die eher ruhige junge Frau zunächst ungewohnt und sie muss sich erst einmal in ihrem neuen Alltag zurechtfinden. Über eine Zimmervermittlung findet sie eine Unterkunft in einer alten Villa und lernt dort Vivien kennen. Obwohl die beiden ziemlich unterschiedlich sind, verstehen sie sich schnell und Leni beginnt, sich in Hamburg immer wohler zu fühlen.
Doch dann verschwindet Vivien plötzlich spurlos. Leni macht sich Sorgen und kann nicht einfach hinnehmen, dass niemand zu wissen scheint, wo die junge Frau steckt. Also beginnt sie selbst nach Antworten zu suchen.
Zur gleichen Zeit wird Freddy, der auf der Straße lebt, zufällig Zeuge eines Verbrechens. Damit gerät auch er in eine gefährliche Situation, denn der Täter weiß, dass er gesehen wurde. Anstatt sich jedoch ausschließlich zu verstecken, versucht Freddy selbst herauszufinden, mit wem er es zu tun hat.
Zunächst scheinen Lenis Suche nach Vivien und Freddys Erlebnisse nichts miteinander zu tun zu haben. Doch nach und nach verdichten sich die Hinweise und es wird deutlich, dass hinter den Geschehnissen mehr steckt, als es zunächst den Anschein hat.
Eigene Meinung:
Mit Das Haus der Mädchen hat Andreas Winkelmann eine sehr interessante und spannende Geschichte geschrieben, die mich schnell in ihren Bann ziehen konnte. Besonders gut gefallen hat mir sein Schreibstil. Dieser ist angenehm flüssig und lässt sich sehr schnell lesen. Gleichzeitig beschreibt Winkelmann die Situationen so anschaulich, dass ich mir viele Szenen gut vorstellen konnte. Gerade bei den bedrohlicheren Momenten hat das für eine passende Atmosphäre gesorgt.
Die Geschichte ist von Beginn an interessant aufgebaut und die Spannung entwickelt sich im Laufe der Handlung immer weiter. Besonders gelungen fand ich die verschiedenen Handlungsstränge. Anfangs ist noch nicht ersichtlich, wie die einzelnen Ereignisse miteinander verbunden sind. Stück für Stück kommen jedoch neue Informationen hinzu und die Zusammenhänge werden langsam deutlicher.
Sehr gut gefallen haben mir außerdem die zahlreichen Wendungen und falschen Fährten. Dadurch konnte ich während des Lesens wunderbar miträtseln. Andreas Winkelmann schafft es geschickt, Zweifel zu säen und einen immer wieder in die Irre zu führen, ohne zu früh zu verraten, wie die einzelnen Puzzleteile zusammenpassen.
Leni war mir als Protagonistin sympathisch. Sie ist eher ruhig und befindet sich zum ersten Mal allein in einer Großstadt. Zu Beginn muss sie sich deshalb erst einmal orientieren und an die neue Umgebung gewöhnen. Trotzdem lässt sie sich auf das Abenteuer Hamburg ein und findet schnell Anschluss bei Vivi. Gerade ihre zunächst etwas zurückhaltende Art fand ich passend und authentisch. Als Vivien verschwindet, zeigt sich außerdem, dass Leni nicht einfach wegschauen kann. Ihre Sorge und ihre Entschlossenheit, herauszufinden, was passiert ist, haben sie für mich noch sympathischer gemacht.
Auch Freddy fand ich als Figur interessant. Durch ihn bekommt die Geschichte noch einmal eine ganz andere Perspektive. Seine Lebenssituation unterscheidet sich stark von Lenis und trotzdem werden beide auf unterschiedliche Weise in gefährliche Ereignisse hineingezogen. Die verschiedenen Figuren und Perspektiven sorgen dafür, dass die Handlung abwechslungsreich bleibt und man als Leser immer wieder neue Informationen erhält.
Besonders spannend fand ich, wie Andreas Winkelmann die zunächst getrennten Geschichten nach und nach näher zusammenführt. Lange bleibt offen, welche Details tatsächlich wichtig sind, wem man vertrauen kann und welche Vermutung letztendlich in die richtige Richtung führt. Dadurch blieb die Geschichte für mich bis zum Schluss interessant.
Fazit:
Das Haus der Mädchen hat mir gut gefallen. Andreas Winkelmann überzeugt mit einem flüssigen und fesselnden Schreibstil, einer interessanten Geschichte und einer sympathischen Protagonistin. Besonders die falschen Fährten und die zahlreichen Wendungen haben dafür gesorgt, dass ich gerne mitgerätselt habe und immer wissen wollte, wie es weitergeht.
Für mich ist es ein gelungener Thriller, der spannend unterhält und einen mit seinen Wendungen immer wieder auf eine andere Spur führt. Nach diesem Buch bin ich auf jeden Fall neugierig auf weitere Thriller von Andreas Winkelmann geworden.
- Tana French
Geheimer Ort
(285)Aktuelle Rezension von: P_GandalfDer Roman spielt auf zwei Zeitebenen.
Ebene 1 behandelt in einem langen Zeitstrahl Ereignisse, die sich vor der Ermordung von Chris Harper abgespielt haben.
Ebene 2 spielt ein Jahr nach der Ermordung und beginnt damit, dass Holly McKay - Tochter des hinlänglich bekannten Frank McKay - eine Karte zur Polizei bringt, auf der steht "ich weiß, wer ihn getötet hat". Der junge Detective Stephen Moran kann die toughe Ermittlungsleiterin Antoinette Conway beginnen erneut in St. Kildas zu ermitteln. Zwei verfeindete Mädchencliquen stehen im Verdacht, aber welches der Mädchen möglicherweise die Täterin ist, gilt es herauszufinden.Ebene 2 spielt durchgängig an einem einzigen Tag, was ich als ein interessantes Konzept angesehen habe. In der Ausführung jedoch bin ich in den unsäglichen Beziehungskonflikten zwischen den Cliquen und den einzelnen Mädchen untereinander verloren gegangen. Tana French schreibt gekonnt und souverän und versucht die Untiefen Heranwachsender Mädchen bis ins Letzte auszuloten ... und geht manches Mal zu tief hinab, bis in eine Ebene, wo ich als Leser eigentlich nur noch die Auflösung will und nichts anderes mehr.
Eindeutig nicht der beste Roman von Tana French und meiner Meinung nach nicht unbedingt lesenswert.
- Ransom Riggs
Miss Peregrine's Home for Peculiar Children
(168)Aktuelle Rezension von: Isabelle_KocherUm die Bücher von Ransom Riggs zu rezensieren gibt es im deutschen nicht genug positive Adjektive. Bereits die ersten Sätze seiner Bücher sind überragend, und was anschließend folgt, wir nur noch besser. Die Figuren, die Handlung, die magische Welt, die Sprache, die Ideen, ... all das ist exzeptionell und wir als Bonus auf noch mit besonderen Fotografien bestückt.
Wer seine neue Lieblingsbuchreihe sucht, sollte nach Miss Peregrine greifen.
Wer den (leider sehr schlechten) Film gesehen hat, sollte sich davon nicht abschrecken lassen - die Bücher sind viel besser.
Wer sich noch nicht an 6 Bücher binden will, kann auch einfach nur die ersten 3 einlassen, danach hat die Geschichte einen ersten Abschluss.
Und wer glaubt, dass nichts im Rampenlicht neben Harry Potter Platz hat, soll sich darauf freuen, mit diesen Büchern eines besseren belehrt zu werden.
- Stefanie Hasse
Schicksalsbringer (Band 1) - Ich bin deine Bestimmung
(298)Aktuelle Rezension von: Steffen1991Die Idee mit der Schülerin Kiera die sich an einer Münze verletzt und deren Leben danach auf den Kopf gestellt wird fand ich richtig gut. Ich habe noch mehr längs gelesene Bücher die ich mal bewerten müsste. Asche auf mein Haupt! Aber zurück zu Kera. Die sympatische Protagonistin mit ihren zu vorlauten Wünschen findet sich schnell im Chaos des Lebens wieder. Da könnte man ja sagen "selbst Schuld".
Hayden und Phoenix auftauchen macht ihr Leben nicht einfacher.
Das sie zu Verbündeten werden kam für mich unerwartet, zeigt aber nur das die Geschichte sehr gut geschrieben ist.
Ich fand die Idee des Buches mal erfrischend anders, auch wenn es mir persönlich zu lange gedauert hat, bis die Geschichte in Fahrt kommt.
Aber die witzige Storyline macht das mehr als wet.
Die Charaktere sind ganz gut ausgearbeitet, auch wenn da noch Luft nach Oben gewesen wäre.
Zum so mal lesen auf jeden Fall empfehlenswert.
- Katherine Arden
Der Bär und die Nachtigall
(235)Aktuelle Rezension von: PageTurnersCat"Der Bär und die Nachtigall" ist der erste Teil einer Trilogie aus der Feder von Katherine Arden. Es ist ein toller Fantasy, der sich mit den slawischen Mythen und Märchen auseinander setzt.
Wasja, das jüngste Kind von Fünfen, sieht das, was unseren Augen verborgen bleibt. Denn sie weiß: Die Gestalten aus den Märchen und Geschichten die Dunja, ihr Kindermädchen, ihr und ihren Geschwistern erzählt, existieren wirklich. Ob gute Hausgeister oder heimtückische Wesen im dunklen Wald. Wasja geht offen auf diese zu und findet so manchen Freund unter ihnen. Dadurch wird sie im Dorf schnell als wunderlich, eigenwillig und sogar als Hexe verschrien. Besonders ihre zutiefst gläubige Stiefmutter würde sie am liebsten vom Hof jagen. Als dann noch ein Priester aus dem fernen Moskau seinen fanatischen Glauben durchsetzt, überschlagen sich die Ereignisse. Denn wenn der Glaube an die alten Geister schwindet, schwinden auch sie. Und können somit die Menschen nicht mehr vor den todbringenden Wesen schützen. Doch Wasja ist wild entschlossen, ihre Lieben zu beschützen - koste es was es wolle.
Mir hat diese Geschichte gut gefallen. Die slawische Folklore war mir bis zu diesem Buch völlig fremd. Daher kann ich nicht viel dazu sagen, in wieweit die Geschichte von den eigentlichen Märchen und Sagen abweicht. Ich habe aber dies doch recht rohe und besonders kalte Buch sehr genossen. Es war nicht immer einfach zu lesen, da ich wie gesagt viele Begriffe nicht kannte. Dazu sei aber gesagt, dass am Ende des Buches ein Glossar auf wissbegierige Leser*innen wartet. Auch war es manchmal etwas unübersichtlich, denn fast jeder der im Buch vorkommenden hat nicht nur einen (Adels)Titel, sondern auch noch (mehrere) Kosenamen. Ich weiß zufällig, dass Sascha die Koseform von Alexander ist und Olje für Olga kann man sich vielleicht noch herleiten. Es empfiehlt sich aber, das Buch immer aufmerksam zu lesen. Wasja ist eine unglaublich starke Hauptperson, die mich mit ihrer ehrlichen, mutigen und manchmal sturen Art sofort in ihren Bann gezogen hat. Auch die anderen Menschen waren toll gezeichnet, machten stimmige Entwicklungen durch und haben sich, meiner Meinung nach, passend zur Geschichte verhalten. Es war sehr spannend über die unzähligen Schutzgeister, Dämonen und Sagengestalten zu lesen und diesen ganz eigenen slawischen Märchenkult zu erkunden.
Das Buch ist wunderschön gestaltet. Das Cover gefällt mir sehr gut, es ist passend zum Thema slawisch und winterlich gehalten. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und beginnen immer auf der rechten Seite, was mir sehr gefällt. Der Schreibstil ist super flüssig und ich konnte die Eiskristalle quasi an den Händen spüren.
Den zweiten Teil möchte ich auf jeden Fall auch noch lesen - aber am besten erst im Sommer, denn beim lesen hat es mich echt ab und zu gefroren...
- Sarah Blakley-Cartwright
Red Riding Hood - Unter dem Wolfsmond
(219)Aktuelle Rezension von: BlutmaedchenIch glaube ich habe meine Sprache noch nicht ganze wiedergefunden. Irgendwie bin ich enttäuscht. "Red Riding Hood" - hochgelobt und tief gefallen. Eine Story, die mehr Potenzial hatte als von den Autoren herausgeholt wurde.
Mir fehlte das Kribbeln, das Mitfiebern, die Emotionen...
Dabei fing alles vielversprechend an: Die hübsche junge Valerie lebt mit ihren Eltern und einer Schwester in einem Dorf namens Daggorhorn. Als es um Opferlämmer und Erzählungen über Werwölfe gibt, erlebt man als Leser den ersten Kick und man denkt das da mehr bei rauskommen könnte. Es ist eine klassische Märchengeschichte, die von einem außergewöhnlichen Mädchen erzählt, dass einem Jungen zur Heirat verprochen wurde und dessen Herz an einem anderen hängt.
Als der Wolf auftaucht und ihre Schwester tötet ändert sich alles. Und Valerie muss erkennen was der Wolf will: Sie!
Eine Hexenjagd beginnt und endet mit dem Tod vieler. Das Ende ist sehr kurz gehalten, wenig überraschend und ohne großen Ooooh-Effekt.
Nachdem ich das Buch beendet hatte, fühlte ich mich komisch. Im Kopf bin ich alles noch einmal durchgegangen, habe den Haken aber auch bis jetzt noch nicht finden können. Es war zu interessant um es wegzulegen, deshalb habe ich es kaum aus der Hand legen wollen - und doch hat die Geschichte für mich nichts gehabt, was sie mir noch einmal schmackhaft machen könnte.
Das Cover ist atemberaubend toll, aber das war es auch schon fast. Normalerweise macht man sich als Leser ein Bild über die Hauptfigur, aber ich konnte mir kein umfangreiches Bild über Valerie machen, außer das sie eine starke Persönlichkeit ist und irgendwie anders - aber wie anders? Da muss die eigene Fantasie einsetzen, was ich schade finde.
Man merkt, dass dieses Buch auf einem Drehbuch basiert, denn die eigene bildliche Entwicklung entstand bei mir nicht. Als wäre es Rohmaterial ohne den letzten Feinschliff.
Erst die letzten fünfzig Seiten waren lesenswert. Der Anfang zog sich einfach zu lang. Ich bekam eine Ahnung worum es ging, aber immer wenn ich es greifen wollte, worüber gesprochen wurde, es zu verstehen versuchte, entglitt mir alles.Fazit:
Wahrscheinlich ist es das erste Mal, dass ich das sage, aber der Film wird das Buch bestimmt übertreffen! Ich habe zu diesem Buch keinen Zugang gefunden, auch wenn das Grundgerüst dieser Geschichte gut ist. Wäre das stabiler und umfangreicher gewesen, hätte ich wahrscheinlich mehr Spaß mit Valerie und ihren Freunden gehabt.
Hinzu kam, dass oft das Wort "Es" durch ein "Er" ersetzt wurde. Zitat: "Er wurde Zeit." Heißt das nicht "Es wurde Zeit"? Leider kam das ein paar mal vor, sodass es sich in meinen Kopf verfestigt hat. Normalerweise schaffe ich es über so etwas hinwegzusehen^^ - Carlos Ruiz Zafón
Der dunkle Wächter
(407)Aktuelle Rezension von: Renate1964Obwohl ich Zafon gerne gelesen habe, ist Dieser Roman eine Enttäuschung. Nicht, weil er für Jugendliche gedacht ist, auch die Umgebung und die Zeit gefallen mir. Die Idee ist zwangsläufig nicht neu, aber er hätte sicher besser gestalten können. Ab der Mitte ist es einerseits vorhersehbar, andererseits zu seicht und reißerisch
- Jeff VanderMeer
Autorität. Auslöschung. Akzeptanz.
(176)Aktuelle Rezension von: tines_bookworld„Silence creates its own violence.“
“Auslöschung“ habe ich vor etlichen Jahren als Film gesehen, der mir sehr gut gefallen hat, und deshalb ist das Buch wohl auf meinem SuB gelandet. Nun, viel haben die beiden nicht gemeinsam, und das Buch hätte ich mir ehrlich gesagt auch sparen können bzw. hätte es gern abgebrochen, wenn es meinem Partner beim gemeinsamen Lesen nicht so gut gefallen hätte.
Der Schreibstil ist sehr eigen. Die Satzkonstruktionen sind sehr verschachtelt und vom Aufbau „andersrum“ als gewohnt, so dass ich selten wusste, worauf die Betonung gelegt werden sollte bzw. welchen Inhalt der Satz überhaupt hat. Es gibt zu 98% Beschreibungen, die alle sehr distanziert aus der Beobachterinperspektive geschildert werden. Das zeigt sich auch darin, dass die vier Figuren keine Namen haben, sondern immer nur mit ihrem Job bezeichnet werden. Protagonistin ist die „Biologin“. Passend zu ihrem Beruf beschreibt sie vieles objektiv und ohne Emotionen, wodurch ich weder zu ihr noch zu den anderen Personen eine Beziehung aufbauen konnte. Sie waren mir alle durchweg unsympathisch. Das viele „Show statt Tell“ führt weiterhin zu vielen Längen (trotz der verhältnismäßig geringen Seitenanzahl) und lässt wenig Spannung aufkommen.
Die Grundidee rund um Area X war schon sehr gut, aber für mich sind hier zu viele rote Fäden offen geblieben. Es ist zwar durchaus erst der erste Band einer Trilogie und der Autor kann wahrhaftig nicht alles zu Beginn erläutern, doch es war einfach nicht genug, um mich bei Laune zu halten. Die Auflösung war mir persönlich auch zu vage und nicht ganz glaubhaft - und das im Sci-Fi-Genre! Meinem Partner hat genau das gefallen, also vllt liegt es auch daran, dass Sci-Fi eh nicht so mein Favorit ist. Die letzten dreißig Seiten haben spannungsmäßig etwas zugenommen und waren auch sehr mystisch beschrieben, was immerhin Pluspunkte gibt.
“Auslöschung“ konnte mich als Buch leider weniger überzeugen als der Film und bekommt deshalb auch nur 2/5 Sterne. Die Reihe werde ich demzufolge nicht weiterlesen.
- Claire Douglas
STILL ALIVE - Sie weiß, wo sie dich findet
(226)Aktuelle Rezension von: krimi_wahnsinnInhalt: Libby und ihr Mann Jamie brauchen dringend eine Auszeit. Es klingt wie ein wahr gewordener Traum, als Libby eines Morgens oben Flyer für einen Haustausch im Briefkasten vorfindet. Schnell ist alles geklärt und das Paar macht sich auf den Weg nach Cornwall. In einer hochmodernen Villa an der einsamen Steilküste sollen sie nun für eine Woche leben. Doch plötzlich passieren merkwürdige Dinge im Haus. Einmal steht die Haustür auf, ein anderes Mal beginnt Musik zu spielen. Libby wird das Gefühl nicht los, als würden sie beobachtet werden. Die längst verdrängte Vergangenheit scheint sie einzuholen und sie weiß genau, dass sie alles verlieren könnte.
Meinung: Sowohl das Cover als auch den Klappentext fand ich auf Anhieb sehr interessant. In die Geschichte bin ich auch gut reingekommen. Allerdings machten mir sowohl Libby als auch Jamie einen sehr naiven Eindruck. Mein Lesefluss geriet dann auch schon bald ins Stocken, als gewisse Dinge immer wieder wiederholt wurden. Spannung war mal kurz da, wollte sich bei mir aber überhaupt nicht einstellen. Die Handlungen wirkten auf mich teilweise auch nicht nachvollziehbar. Nach gut der Hälfte des Buches habe ich die Geschichte abgebrochen. Wie alles letztendlich ausging, habe ich dann noch gelesen, überrascht hat mich das Ganze aber nicht. Sehr schade! - Silvia Moreno-Garcia
Der mexikanische Fluch
(189)Aktuelle Rezension von: SophiasticatedMeine Geschichte mit Der mexikanische Fluch von Silvia Moreno-Garcia ist inzwischen länger als mein eigentliches Leseerlebnis: Vor ungefähr vier Jahren habe ich das Buch zum ersten Mal angefangen und nach dem ersten Kapitel wieder weggelegt. Seitdem habe ich es mehrere Male erneut versucht und bin immer wieder ziemlich schnell gescheitert. Erst jetzt habe ich es tatsächlich geschafft, über diesen Anfang hinauszukommen und das Buch komplett zu lesen.
Und rückblickend verstehe ich leider ziemlich gut, warum ich mich damit so lange so schwergetan habe.
Dabei gefällt mir die Ausgangsidee eigentlich sehr. Noemí Taboada wird im Mexiko der 1950er-Jahre von ihrem Vater zu ihrer Cousine Catalina geschickt, nachdem diese einen verstörenden Brief geschrieben hat. Catalina lebt seit ihrer Hochzeit mit Virgil Doyle im abgelegenen Familiensitz High Place. Dort angekommen trifft Noemí auf eine ausgesprochen unangenehme Familie, einen patriarchalen Hausherrn mit rassistischen und eugenischen Vorstellungen, zahlreiche strenge Regeln und natürlich auf ein Haus, bei dem ziemlich schnell klar wird, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt.
Eigentlich perfektes Material für mich. Leider musste ich mich gerade am Anfang extrem zwingen weiterzulesen.
Ein überraschend großes Problem waren dabei für mich die Dialoge. Gerade in den ersten Kapiteln wirkten viele Gespräche unglaublich gestelzt. Mir ist bewusst, dass das Buch in den 1950er-Jahren spielt, die gesellschaftliche Schicht der Figuren eine Rolle spielt und insbesondere die Doyles bewusst steif und altmodisch wirken sollen. Trotzdem fühlten sich einige Gespräche für mich weniger wie tatsächliche Unterhaltungen zwischen Menschen an und mehr wie Dialoge, deren Hauptaufgabe darin besteht, eine bestimmte Gothic-Stimmung zu erzeugen.
Irgendwann habe ich mich daran gewöhnt und ab einem gewissen Punkt ließ sich das Buch deutlich besser lesen. Wirklich gepackt hat es mich allerdings auch dann nicht.
Das lag definitiv nicht an Noemí. Sie war für mich sogar einer der unterhaltsamsten Aspekte des Romans. Noemí entspricht eben nicht der klassischen blassen Gothic-Heldin, die verängstigt durch ein altes Herrenhaus schleicht und permanent an ihrer eigenen Wahrnehmung zweifelt. Sie ist selbstbewusst, gesellschaftlich versiert, neugierig, teilweise provokant und hat überhaupt keine Lust, sich den absurden Regeln der Familie Doyle widerspruchslos unterzuordnen. Dass Florence ihr das Rauchen verbieten oder Gespräche beim Essen untersagen möchte, hält Noemí beispielsweise nicht davon ab, die Regeln immer wieder infrage zu stellen. Gleichzeitig unterschätzen viele Figuren sie zunächst, weil sie gerne Partys besucht, schöne Kleidung trägt und wechselnde Interessen verfolgt.
Diese Mischung fand ich sympathisch.
Auch inhaltlich steckt wesentlich mehr im Buch als nur „gruseliges Haus macht gruselige Dinge“. Die Geschichte der Doyles als englische Familie, die in Mexiko durch eine Silbermine zu Reichtum gelangt ist, verbindet den Horror mit Kolonialismus und Ausbeutung. Besonders Howard Doyles Obsession mit Eugenik und vermeintlicher genetischer Überlegenheit macht ziemlich deutlich, welche Vorstellungen innerhalb dieser Familie weitergegeben wurden. Der Horror von High Place ist damit eben nicht losgelöst von der Vergangenheit der Familie und ihrem Umgang mit den Menschen und Ressourcen Mexikos.
Das fand ich konzeptionell wirklich gelungen.
Und trotzdem dachte ich beim Lesen wahnsinnig häufig einfach nur: Können wir bitte mal weitermachen?
High Place wird wirklich ausführlich beschrieben.
Sehr ausführlich.
Der Nebel. Die Tapeten. Der Schimmel. Die dunklen Flure. Die alten Möbel. Die stickige Luft. Die Wände. Die Pilze. Noch mehr Schimmel. Noch ein Flur.
Ich verstehe komplett, warum das für viele Leser*innen funktioniert. Das Haus soll nicht einfach ein Schauplatz sein, sondern fast selbst zu einer Figur werden. Die permanente Feuchtigkeit, der Verfall und die klaustrophobische Atmosphäre spiegeln wider, dass mit High Place und den Doyles etwas fundamental nicht stimmt. Gerade die zunehmenden Albträume, Halluzinationen und das Gefühl, dass sich Tapeten und Wände geradezu bewegen, nutzen diese Atmosphäre bewusst.
Nur hat mich das irgendwann einfach ermüdet.
Natürlich ist meine Aussage überspitzt, aber gefühlt könnte man sämtliche Hausbeschreibungen streichen und die eigentliche Geschichte wäre auf 50 Seiten erzählt.
Das ist wahrscheinlich auch der entscheidende Punkt dafür, warum Der mexikanische Fluch bei mir nicht richtig funktioniert hat: Atmosphäre allein trägt für mich keinen Roman. Vor allem nicht, wenn ich für diese Atmosphäre ständig das Gefühl habe, dass die eigentliche Handlung angehalten wird.
Der Roman ist bewusst ein Slow Burn. Lange bleibt unklar, ob Catalina tatsächlich vergiftet wird, ob sie psychisch erkrankt ist, ob High Place übernatürlich beeinflusst wird oder ob hinter den seltsamen Vorkommnissen eine rationalere Erklärung steckt. Erst nach und nach werden Noemís Träume intensiver, die Familiengeschichte merkwürdiger und die übernatürlichen Elemente deutlicher.
Slow Burn kann ich grundsätzlich mögen. Hier fühlte es sich für mich leider weniger nach langsam aufgebauter Spannung und mehr nach langsamem Warten darauf an, dass endlich etwas passiert.
Als die Geschichte später stärker eskaliert und die Geheimnisse von High Place tatsächlich offengelegt werden, wurde es für mich deutlich interessanter. Aber bis dahin war ich emotional schon ziemlich weit aus dem Buch ausgestiegen.
Das ist schade, denn gerade rückblickend sehe ich wirklich viele Dinge, die ich an Der mexikanische Fluch eigentlich gut finde. Noemí ist eine starke Hauptfigur. Die Doyles sind angemessen unangenehm. High Place besitzt eine klare Identität. Die Verbindung von klassischer britischer Gothic-Ästhetik mit mexikanischer Geschichte und der Vergangenheit einer englischen Minenbesitzerfamilie gibt bekannten Genre-Elementen eine interessante neue Ebene.
Francis mochte ich ebenfalls als Gegenpol zu seiner Familie. Zwischen all den kontrollierenden und bedrohlichen Doyles ist er einer der wenigen Menschen, bei denen Noemí zumindest ansatzweise das Gefühl bekommt, einen Verbündeten zu haben. Gleichzeitig ist er so sehr Teil dieses Familiensystems, dass auch bei ihm lange nicht klar ist, wie weit man ihm tatsächlich vertrauen kann.
Es gibt also wirklich einiges, das funktioniert. Nur hat es bei mir als Leseerlebnis nicht funktioniert.
Und tatsächlich glaube ich, dass ich diese Geschichte als Film oder Serie wesentlich mehr gemocht hätte.
All das, was mich beim Lesen irgendwann genervt hat, könnte visuell wahrscheinlich fantastisch aussehen: das heruntergekommene Herrenhaus im Nebel, die vergilbten Tapeten, der Schimmel, die düsteren Flure, Noemís Kleidung als Kontrast zu High Place, die albtraumhaften Sequenzen und später die deutlich groteskeren Horrorelemente. Ein Film kann mir in wenigen Sekunden zeigen, wie erdrückend und verfallen ein Raum aussieht. Ich brauche dann nicht mehrere Absätze darüber zu lesen.
Gerade bei diesem Buch hatte ich deshalb ständig das Gefühl, eine Geschichte vor mir zu haben, deren Stärken sehr visuell sind. Ich wollte High Place sehen. Ich wollte Noemís Träume sehen. Ich wollte den zunehmend surrealen Horror sehen.
Ich wollte nur irgendwann nicht mehr noch eine Beschreibung davon lesen. Vielleicht erklärt das auch am besten meine 2,5 Sterne.
Ich finde Der mexikanische Fluch nämlich keineswegs katastrophal. Dafür hat Silvia Moreno-Garcia zu viele interessante Ideen, Noemí ist zu unterhaltsam und insbesondere die gesellschaftskritische Ebene hinter dem Gothic-Horror ist zu durchdacht. Ich kann sogar ziemlich gut nachvollziehen, warum andere Menschen gerade die dichte Atmosphäre lieben. Ich gehöre nur leider nicht dazu.
Bei mir überwog am Ende einfach die Langeweile. Und wenn ich vier Jahre und mehrere Versuche brauche, um ein Buch überhaupt einmal über das erste Kapitel hinauszulesen, ist das wahrscheinlich auch schon eine ziemlich deutliche Aussage. - Caroline Eriksson
Die Vermissten
(149)Aktuelle Rezension von: monerl94Während des lesen stellt man sich immer wieder die Frage wer ist hier Täter und wer Opfer, und es ist schwierig selbst darauf zu kommen. Gibt es überhaupt ein Opfer? Viele offene Fragen, die sich nach und nach aufklären. Jedoch unglaublich spannend zu lesen. Das Ende ist auch gut, für meinen Geschmack ein bisschen zu viel dan aufeinander.
- C.J. Tudor
Das Gotteshaus
(134)Aktuelle Rezension von: käutzchenIch wahe schon von der " Kreidemann" begeistert gewesen , aber " das Gottes Haus " wahr noch mehr nach meinen Geschmack gewesen , das Buch zog mich in einen sog das ich schlecht aufhören konnte zu lesen . Ich wahr praktisch eine gefangene gewesen .. bei knapp über 550 Seiten kam kein mal langweile auf , es zog sich nicht in der länge , ich hätte davon nochmal so lange lesen können ..der Schreibstil ist locker , bei den Protagonist gab es keine Verwechslungsgefahr. Aber das Ende fand ich sehr überraschend, damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet...wie es schon bei den Kurzbeschreibung von Buchrücken steht , man sollte sich beim Lesen des Buches nix anderes vornehmen !!!
Aber worin geht es in den Buch: für die Pfarrerin Jack Brooks und ihrer Tochter Flo sollte es ein Neustart sein . Neuer Job , neues Zuhause. Aber Jack stößt auf eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, in der Misstrauen gegenüber fremden tief verwurzelt ist . Schon bald muss sie sich fragen. Wer schickt ihnen düstere drohbotschaften? Und warum hat Flo Visionen von brennenden Mädchen? Chapel crofts Geheimnisse liegen verborgen in einem dunklen Grab , aber nun kehren die alten Gespenster zurück, und sie werden keinen Frieden finden , bis sie Vergeltung geübt haben .
Absolut empfehlenswert!!!!
- C.J. Tudor
Der Kreidemann
(351)Aktuelle Rezension von: Ana80Eddie wird in seiner Jugend Zeuge eines schlimmen Unfalls, ein Tag den er niemals mehr vergessen kann. Nicht nur wegen des dramatischen Ereignisses, sondern auch, weil er an diesem Tag dem Kreidemann das erste mal begegnet ist. Dieser brachte Eddie auf die Idee, sich mit seinen Freunden anhand von geheimen Kreidebotschaften zu verständigen. Zunächst ist diese Idee auch toll und macht allen Spaß, doch dann scheint jemand anderes von diesen Botschaften erfahren zu haben und diese zu nutzen, um die Jugendlichen an Orte zu locken! Und dann entdecken sie die erste Leiche… Dreißig Jahre später kann Ed die Ereignisse immer noch nicht ganz vergessen. Und plötzlich scheint der Kreidemann wieder im Ort zu sein.
Das Buch ist ein wirklich gelungener Thriller mit gutem Spannungsaufbau. Die Story kommt ohne viel Blut aus und setzt eher auf die Psychologie. Einige Momente waren so bildlich und nachvollziehbar beschrieben, dass ich selbst beim Lesen Gänsehaut bekam. Das Buch ist einfach zu lesen und da ich für die Lösung auch lange gebraucht habe ein wirklich schnell vergehender Pageturner. Irgendwie habe ich beim Lesen immer wieder auch an meine eigene Jugend und die Sommer dieser Zeit zurückdenken müssen, das hat bei mir eine ganz besondere Stimmung hervorgerufen. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen!
- Heiko Hentschel
Das hungrige Glas
(45)Aktuelle Rezension von: eingemerkt"Der Nebel war dick wie Bohnensuppe. Er kroch in jeden Winkel der Stadt Riddersiel und hielt den Hafen fest im Griff. In der Ferne erklangen gedämpfte Hörner, tief und durchdringend. Das Signal der Nachtwächter. " Wie man aus diesem Satz erkennt, ist der Schreibstil von Heiko Hentschel, sehr bildlich und fein ausgearbeitet. Ein Buch über Zusammenhalt, Liebe, Mut und das bekannte Spiel "Gut gegen Böse". Die Erzählweise wird abwechselnd aus 2 oder 3 Perspektiven erzählt, man kann aber sehr gut folgen, durch die gute Kapitel-Unterteilung. Die Geschichte war flüssig zu lesen, da die Anzahl der Charaktere überschaubar war. "Das hungrige Glas" war durchaus spannend, so ganz gepackt hat mich das Buch aber dennoch nicht. Ich bin noch unschlüssig, ob ich Teil 2 lesen werde, auch wenn mir der Schreibstil sehr gefallen hat.
Am Ende des Buches gibt es ein Glossar zu den erdachten Fabelwesen. In der Geschichte selbst, sind diese - im Gegensatz zu den "menschlichen" Charakteren etwas flach und farblos dargestellt. Insbesondere die kleinen Helfer von Edgar und Helene (Bogglebies) hätten noch besser beschrieben werden können. Vielleicht passiert das erst im zweiten Teil.
- V. E. Schwab
Gallant
(320)Aktuelle Rezension von: ButtaWow, ich bin begeistert. Das war mein erstes Buch dieser Autorin. Der Schreibstil ist großartige, malerisch, atmosphärisch. Die Geschichte entwickelt sich langsam, nimmt sich Zeit für den Aufbau. Es hat wirklich Emotionen ausgelöst und ist mir unter die Haut gegangen, die Stimmung und der Horror waren einfach so gut gemacht. Es fühlt sich etwas an wie caraval Horrorversion. Die ganze Grundideen gefällt mir richtig gut, mit den zwei Welten, den Geistern und Olivia und ihren Ursprung. Extrem gut gefallen haben mir die Zeichnungen gefallen, die Einbindung des Tagebuchs und allgemein der optische Aufbau. Besonders hervorzuheben möchte ist, dass die Protagonistin stumm ist und wie das eingearbeitet wurde. Auch die Nebencharaktere waren toll, besonders Hannah und Edgar. Olivia's Entwicklung hat mir auch gut gefallen.
- Sarah Perry
Melmoth
(121)Aktuelle Rezension von: SophiasticatedNach dem Erfolg von Die Schlange von Essex legt Sarah Perry mit Melmoth einen weiteren Roman vor, der sich deutlich dunkleren Themen zuwendet. Inspiriert vom klassischen Gothic-Roman Melmoth the Wanderer von Charles Maturin, versucht Perry, alte Schauerliteratur mit modernen Fragen nach Schuld, Verantwortung und Verdrängung zu verbinden. Das gelingt ihr streckenweise beeindruckend – aber nicht durchgängig.
Im Zentrum steht Helen Franklin, eine zurückgezogen lebende Übersetzerin in Prag, deren nüchternes Dasein durch die Entdeckung eines mysteriösen Manuskripts aus dem Gleichgewicht gerät. Dieses erzählt von Melmoth, einer einsamen, geisterhaften Gestalt, die seit Jahrhunderten durch die Welt wandert und Menschen heimsucht, die Schuld auf sich geladen haben. Die Idee ist faszinierend – Melmoth als personifizierte Erinnerung, als Mahnung, die niemandem erlaubt zu vergessen oder sich reinzuwaschen.
Perry verwebt mehrere historische und persönliche Erzählungen miteinander, die Einblicke in Grausamkeiten und moralisches Versagen geben – von den Gräueltaten des 20. Jahrhunderts bis zu intimen Momenten menschlicher Schwäche. Diese Geschichten sind oft eindrucksvoll, teils erschütternd – doch der rote Faden dazwischen wirkt nicht immer straff genug gespannt.
Perrys Sprache ist elegant und atmosphärisch dicht, mit einem spürbaren Hang zum Literarischen. Die düstere, leicht entrückte Stimmung, die Prag als Schauplatz perfekt unterstützt, ist eine der großen Stärken des Romans. Auch die Idee, Schuld nicht als juristisches, sondern als existenzielles Phänomen zu betrachten, hebt Melmoth von bloßer Gruselliteratur ab.
Doch genau hier liegt auch ein Problem: Der Roman will viel – vielleicht zu viel. Zwischen Gothic-Fiction, philosophischem Essay und psychologischem Drama bleibt die emotionale Wucht manchmal auf der Strecke. Die Figuren – allen voran Helen – wirken oft seltsam distanziert. Ihre inneren Kämpfe bleiben abstrakt, statt wirklich unter die Haut zu gehen. Wer eine packende Geschichte erwartet, wird stellenweise eher mit einer intellektuellen Meditation konfrontiert.
Melmoth ist ein ambitionierter, atmosphärisch starker Roman mit einem interessanten Konzept. Sarah Perry beweist literarisches Können und wagt sich an große Themen. Doch nicht alles fügt sich zu einem runden Ganzen. Die emotionale Distanz, die Überfrachtung mit Motiven und das langsame Erzähltempo können das Leseerlebnis mitunter dämpfen. Ein gutes, nachdenkliches Buch – aber nicht unbedingt ein unvergessliches. - Thomas Olde Heuvelt
Echo
(55)Aktuelle Rezension von: Kathrin_HermannNachdem mich der erste Roman "Hex" völlig von den Socken gehauen hat, habe ich mit Spannung den zweiten Roman "Echo" von Thomas Olde-Heuvelt auf deutsch erwartet. Ich bin nicht enttäuscht. Olde-Heuvelt versteht es, subtiles Grauen zu erzeugen, indem er das Fantastische nahtlos und schleichend mit der Realität verwebt.
Dabei gelingt es ihm, wie nebenbei, die Gesellschaft abzubilden und zu kritisieren, ohne dass einen der "Ohhhhhh-Gesellschaftskritik"- Hammer erschlägt.
"Echo" erscheint zunächst wie die dramatische Geschichte eines vom Schicksal geschlagenen jungen Pärchens, jedoch ganz ohne den zum Thema zu erwartenden Kitsch. Doch schon findet man sich in einer Geschichte wieder, die als Bergsteiger-Erzählung begann und schleichend zum Horrortrip wird, in dem nicht nur die alpinen Abgründe erschreckend und unerwartet tief sind.
Besonders gefallen hat mir, dass schon die ersten Seiten so erschreckend waren, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Der Gedanke, dass es danach kaum gruseliger werden könne, hat sich nicht bestätigt. In "Echo" ist das Grauen greifbar, handfest und steigert sich mit jeder weiteren gelesenen Seite.
Ein Buch, das uneingeschränkt zu empfehlen ist, insbesondere für die, die subtilen Gänsehauthorror mögen.
- Neil Gaiman
Coraline
(443)Aktuelle Rezension von: Sanne54Ich habe das Buch schon mehrfach, aktuell mit meiner 9 Jahre alten Tochter, gelesen, deshalb sollte es nun auch mal in die Gesamtschau meiner hier bewerteten Bücher einziehen:
Die namensgebenden Protagonistin Coraline ist mit ihren Eltern in ein altes Haus gezogen, in dem es einige skurrile Nachbarn gibt mit denen sie ihre Zeit verbringt, weil ihre Eltern arbeiten und keine Zeit für sie haben. Außerdem treibt die Langeweile Coraline zu Entdeckungstouren rund um das Haus, wo sie außerdem einen Kater kennenlernt, der ihr eine Art Gefährte wird, und im Haus, wo sie auf eine immer verschlossene Tür stößt. Angeblich eine Verbindungstür zu einer anderen Wohnung, als diese noch nicht geteilt waren, offenbart sie dem jungen Mädchen überraschenderweise aber einen dunklen Gang in eine Art paralleler Realität. Dort lebt die "andere Mutter mit den Knopfaugen", eine wirklich ikonische Gruselgestalt wie ich finde, und vieles ist ähnlich, aber viel aufregender, abenteuerlicher, aber vor allem auch unheimlicher. Und die "andere Mutter" möchte, dass sie bleibt ...Meiner Tochter haben v.a. die phantasievollen Einfälle Gaimans und die schrägen Figuren gefallen, der Grusel war genau so, dass es eine nicht ganz so zart besaitete 9-jährige nicht überfordert hat. Da das Buch im Original aus dem Englischen ist, braucht es auch ein wenig Hilfe bei dem einen oder anderen Namen, ab und an ein wenig Erklärungen zu den Szenen (z.B. Kauf der Schuluniform), daher würde ich als Elternteil das Buch mal "vorab" lesen, um mitreden zu können und weil es sich lohnt.
Ich finde, be Gaiman muss man sich auf die Fantasiewelt, die er erschafft einlassen. Manchmal wirkt es so, als würde er die Geschichte beginnen und unterwegs würde ihm das eine oder andere dann noch einfallen bis ein großer Blumenstrauß an fantastischen Einfällen entstanden ist. Mir macht das großen Spaß und von meiner Tochter kann ich das auch behaupten, auch wenn sie das Buch schon eher etwas anspruchsvoller fand.
Und ja, wenn das kein Klassiker für eine Schmuckausgabe ist. Spannend ist es aber auch, die Kinder die eine oder andere Szene selbst malen zu lassen ... (Tipp für die langweiligen Sommerferien, wenn es keine geheime Tür im Haus gibt ...)























