Bücher mit dem Tag "us-amerikanischer schriftsteller"

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26 Bücher

  1. Cover des Buches Der Medicus (ISBN: 9783453471092)
    Noah Gordon

    Der Medicus

     (2.174)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    Dass sich, wie Wikipedia verrät, einige historische Ungenauigkeiten in den Roman geschlichen haben, sei vergeben. Mich hat es beim Lesen nicht gestört, und hätte ich es nicht an anderer Stelle nachgelesen, wäre es mir überhaupt nicht aufgefallen. Ein bisschen fiktionale Freiheit ist vollkommen okay.

    Für mich stößt Noah Gordon die Tür zum Mittelalter sperrangelweit auf. Die Art, wie er das Leben damals beschreibt, liest sich so authentisch und echt, dass man komplett in diese Zeit versinkt. Schmutz, Dreck, Gestank – das Mittelalter war kein Zuckerschlecken, und das wird schonungslos und detailreich gezeigt. Vor allem das Handwerk des Baders wird spannend geschildert: Hausmittelchen, Quacksalberei und bedenkliche Tinkturen werden ohne tieferes Wissen angewandt in dem Versuch, Menschen vor Krankheit und Tod zu bewahren. Für einen modernen Menschen sind viele Vorgehensweisen total unvorstellbar.

    Später, wenn Rob in Isfahan, eine Stadt im heutigen Irak, ankommt und dort wahre Medizin kennenlernt, werden die damaligen Möglichkeiten der Heilung plastisch und spannend geschildert. Es ist bemerkenswert, wie viel Wissen über die Medizin im 11. Jahrhundert schon bekannt war. Mich hat es total fasziniert, mehr über die Geschichte der Medizin zu erfahren.

    Und Rob ist der perfekte Protagonist, um diese Geschichte zu vermitteln. Seine Gabe, den nahen Tod eines Menschen zu spüren, wird nicht als (unpassendes) Fantasy-Element in den Mittelpunkt gestellt; vielmehr ist es ein Werkzeug, seine Hingabe und seine Leidenschaft für die Heilung noch stärker herauszuarbeiten. Rob Cole ist der geborene Medicus – und ich als Leserin habe sein Leben und seine Reisen begeistert mitverfolgt.

    Auch stilistisch kann „Der Medicus“ von vorne bis hinten überzeugen. In einem leichten, sehr unterhaltsamen Stil beschreibt Gordon die Ereignisse, webt historische Fakten (mal mehr, mal weniger, wie wir schon wissen) ein und lässt das Mittelalter lebendig werden. In dem zweiten Band der Trilogie, „Der Schamane“, springt Gordon übrigens ein paar Jahrhunderte weiter.

    Für mich war, ist und bleibt „Der Medicus“ von Noah Gordon einer der besten historischen Romane, die ich je gelesen habe. Ein bisschen auch, weil es mein erster Erwachsenenroman in diesem Genre war. Aber vor allem, weil Gordon seine Leser auf eine spannende, atmosphärisch dichte und authentische Zeitreise mitnimmt. Und auch heute noch hat dieser Roman eine ganz starke Wirkung auf mich. Das können nicht viele Bücher von sich behaupten.

  2. Cover des Buches Löcher (ISBN: 9783407740984)
    Louis Sachar

    Löcher

     (796)
    Aktuelle Rezension von: Asterix75

    Wenn ich 0 Sterne geben könnte, wären es 0 Sterne! Als Schullektüre furchtbat langweilig!!!

  3. Cover des Buches Der große Gatsby (ISBN: 9783311220008)
    F. Scott Fitzgerald

    Der große Gatsby

     (1.051)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Alle kennen die großen Partys des großen Gatsbys. Die Leute kommen von überall her und nehmen sogar uneingeladen an den berühmten Feiern teil, aber keiner kennt den Gastgeber Gataby wirklich. Deswegen ranken sich viele Gerüchte um ihn. Als Nick sein neuer Nachbar wird, lernt er ihn auf eine ganz andere Weise kennen und merkt, dass hinter dem bekannten Mann ein ganz anderer steckt.


    Dieses Buch ist einfach großartig. Allein wie es schon anfängt und man in diese lebendige und doch nachdenkliche Stimmung hineingezogen wird. Ich konnte mir richtig gut vorstellen, wie Nick, der Protagonist, die Geschichte erzählt. Dabei lernt man die Personen immer besser kennen und sieht die Schichten ihrer Persönlichkeit tiefer werden und die komplexen Beziehungen untereinander bringen einen zum Nachdenken. Die Geschichte wirkt ziemlich einfach und simpel und doch schwingen so viele Themen des Lebens mit, die der Autor tragisch und auch zynisch beschreibt.

    Ich für meinen Teil liebe dieses Buch und da es so schnell durchgelesen ist, kann man es immer wieder lesen und stößt dabei immer auf neue Details. Außerdem hat es einen einfachen und schönen Schreibstil, sodass man perfekt für ein paar Stunden in der Geschichte abtauchen kann.

  4. Cover des Buches Frühstück bei Tiffany (ISBN: 9783036959344)
    Truman Capote

    Frühstück bei Tiffany

     (625)
    Aktuelle Rezension von: Julia79

    Ich bin ein großer Audrey-Hepburn-Fan und kenne natürlich den Film "Frühstück bei Tiffany" und liebe ihn. Als ich nun das Buch las, habe ich nicht die Erwartung gehabt, dass sich vieles gleicht. 

    Zu meiner großen Freude wird Holly Golightly im Buch sehr ähnlich der Figur beschrieben, wie sie im Film dargestellt wird, vielleicht sogar etwas weniger liebenswert könnte man sagen. Ein sehr egozentrischer Mensch ist sie, nutzt Vor allem Männer zu ihrem Vorteil, heuchelt kein Interesse, wenn sie etwas langweilt. Und doch ist da auch die zarte, verletzliche Seite, die im Buch schön umrissen wird und, wer sie eigentlich ist, ihre Vergangenheit. 

    Das Buch ist teils amüsant erzählt, teils lässt es aber auch Tragik durchscheinend, teils macht Holly einen unschuldigen und naiven Eindruck, dann wieder hält man sie für durchtrieben und selbstsüchtig. 

    Truman Capote schreibt mit schöner Sprache, die einem letztendlich keine andere Wahl lässt, als zu hoffen, dass Holly Golightly ihren Platz, wo sie hingehört, gefunden hat. 

  5. Cover des Buches Die Jury (ISBN: 9783453417908)
    John Grisham

    Die Jury

     (511)
    Aktuelle Rezension von: -nicole-
    Band 1 um Anwalt Jake Brigance

    Die 10-jährige Tonya Hailey ist gerade auf dem Heimweg, als sie von zwei Männern überfallen und brutal misshandelt wird. Das Mädchen ist schwer verletzt, die Täter bald darauf gefasst. Doch Carl Lee Hailey, der Vater von Tonya, ist eine Verurteilung nicht genug: Nach einer Anhörung vor Gericht erschießt er die beiden Täter noch im Gerichtsgebäude. War es Mord oder Hinrichtung? Rache oder Gerechtigkeit? Die Verteidigung von Carl Lee Hailey übernimmt der junge Anwalt Jake Brigance, der damals auch schon dessen Bruder in einer anderen Anklage erfolgreich verteidigt hat. Das Verfahren wird schließlich zum Sensationsprozess: Denn Richter und Staatsanwalt sind Weiße, Hailey ist ein Schwarzer. Alte Rassenkonflikte brechen auf, die Menge brodelt…Wie wird die Jury entscheiden?

    Kurz vor zwei Uhr am Montagnachmittag trat er durch die Verandatür und zündete sich eine Zigarette an. Eine seltsame Stille umhüllte das Zentrum von Clanton im Staat Mississippi.“ – Seite 91

    „Die Jury“ erschien erstmals im Jahr 1989 (die deutsche Ausgabe im Jahr 1992) und ist John Grishams erster Roman. Er gehört neben „Die Firma“ und „Der Regenmacher“ mit zu seinen besten Justiz-Thrillern. Die Geschichte spielt im fiktiven Ort Clanton in Mississippi und ist von Anfang an ergreifend und dramatisch: Nachdem zwei weiße Männer seine Tochter brutal vergewaltigt haben, erschießt der Vater Carl Lee Hailey die beiden Täter. Der Prozess gegen ihn schlägt große Wellen – Medien aus dem ganzen Land reisen an und es wird schnell klar, dass sich die Lage in dem kleinen Ort bald dramatisch zuspitzen wird. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite flüssig zu lesen –die Dialoge der sehr gut ausgearbeiteten Charaktere sind packend geschrieben, auch die Abschnitte der Gerichtsverhandlungen sind unheimlich interessant zu verfolgen. Es wird oft erschreckend, wenn man liest, was in machen Menschen vorgeht - gerade die ersten Seiten sind schockierend – doch es gibt auch immer wieder Hoffnung. Der Prozess gegen Carl Lee Hailey selbst ist packend, dramatisch und überraschend.

    „Die beiden Gruppen musterten sich gegenseitig und warteten darauf, dass irgend etwas geschah. Alle wollten vermeiden, was sich nun anbahnte. Die einzigen Geräusche waren das Schluchzen des Mädchens, der Mutter und des jüngsten Bruders.“ – Seite 94

    Mein Fazit: John Grishams Debüt ist nun schon über fünfundzwanzig Jahre alt und hat von seiner Intensität bis heute nichts verloren. „Die Jury“ ist detailreich ausgearbeitet, Dialoge und die Gerichtsverhandlungen sind packend zu verfolgen. Es wird zwar dramatisch, oft erschreckend und traurig, aber auch die Hoffnung kommt nicht zu kurz. Ein packender Justizthriller, der mit zu John Grishams besten Werken gehört – sehr lesenswert!
  6. Cover des Buches Der Schamane (ISBN: 9783442452569)
    Noah Gordon

    Der Schamane

     (558)
    Aktuelle Rezension von: Schatzfrau37
    Also diesen Roman habe ich vor einiger Zeit gelesen und er könnte mich so gar nicht begeistern und fesseln. Ich fand ihn sehr zäh und langatmig auch wenn er in der Mitte des Buches doch noch etwas spannend und interessant wurde. Mir persönlich hat dieser Roman nicht so wirklich begeistert und würde ihn auch nicht noch einmal lesen wollen.
  7. Cover des Buches Die Straße der Ölsardinen (ISBN: 9783423191357)
    John Steinbeck

    Die Straße der Ölsardinen

     (113)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    John Steinbeck wurde 1902 in Salinas in Kalifornien geboren und gehört zu den erfolgreichsten US-amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Er schrieb zahlreiche Romane, Kurzgeschichten und Novellen. 1940 erhielt er den Pulitzer-Preis für "Früchte des Zorns" und 1962 den Nobelpreis für Literatur. Steinbeck starb 1968 in New York. (Quelle: Wikipedia)

    "Die Straße der Ölsardinen" erschien 1945 und ist im kalifornischen Monterey der 1920er und 30er Jahre angesiedelt. In vielen kleinen, oft heiteren Geschichten beschreibt John Steinbeck das Leben der Bewohner der Cannery Row, die Straße, in der sich die Ölsardinenfabriken angesiedelt haben. Es gibt keine eigentliche fortlaufende Handlung, ein paar der Bewohner tauchen aber immer wieder auf. Steinbeck selbst schreibt dazu in seinem Vorwort:


    "Wie soll man es in einer Lebendigkeit einfangen, dies Gedicht, dies Getön und Geleuchte, dies schlurfende, scharrende Traumgetriebe?
    Es gibt Seegetier von so heikler Beschaffenheit, dass es einem unter den Händen zerbricht oder zerrinnt, wenn man es fangen will. Man muss ihm Zeit lassen, bis es von selbst auf eine Klinge kriecht, die man ihm hinschiebt, und es dann behutsam aufheben und in einen Behälter mit Meerwasser gleiten lassen.
    Auf ähnliche Weise muss ich wohl dieses Buch schreiben: die Blätter hinlegen und es den Geschichten überlassen, darüber hinzukriechen."


    Die Figuren sind alle sehr liebenswert dargestellt und mit der Figur "Doc" hat Steinbeck seinem guten Freund Ed Ricketts ein Denkmal gesetzt. Der Großteil der Bewohner der Cannery Row lebt in großer Armut, arrangiert sich damit aber sehr gut. Kritiker haben Steinbeck deshalb "Sozialromantik" vorgeworfen. 


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Durch die episodenhafte Handlung war es kein Problem, das Buch für mehrere Tage liegen zu lassen. Aber immer wenn ich es dann wieder zur Hand nahm und ein paar Seiten gelesen hatte, legte ich es mit einem Lächeln beiseite. 
  8. Cover des Buches Die Firma (ISBN: 9783800092475)
    John Grisham

    Die Firma

     (525)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Dass John Grisham exquisite Thriller abliefert ist nicht neu, aber mit „Die Firma“ möchte man fast sagen übertrifft er sich selbst. Schon allein die Grundidee des Thrillers ist der Coup schlecht hin. Die Mafia hat eine eigene Anwaltskanzlei die unter dem Mantel der Seriosität die Drecksarbeiten wie Steuergeschäfte, Geldwäsche, Firmengründungen etc. für sie macht. Die „armen“ Angestellten wissen davon allerdings nichts und sind irgendwann so tief in diesen Machenschaften verstrickt, dass ein rauskommen nur noch unter Lebensgefahr möglich ist. Grisham gelingt es, durch seinen fesselnden Erzählstil, den Leser am Buch zu halten. Die Spannung wird Stück für Stück nach oben geschraubt wobei die Handlungen der Hauptfiguren (zu aller erst natürlich Mitch McDeere oder aber auch die Kontaktpersonen beim FBI) plausibel und überzeugend geschildert werden. Die Geschichte ist so packend erzählt, das man egal wie spät es schon ist, das Finale unbedingt noch lesen will. Der beste und raffinierteste Justiz-Thriller, den ich seit langem gelesen habe. Ich kann ihn nur jedem Thriller-Fan empfehlen. Von mir gibt es dafür volle 5 Sterne.

  9. Cover des Buches Das Urteil (ISBN: 9783453720848)
    John Grisham

    Das Urteil

     (231)
    Aktuelle Rezension von: manoman


    In einer amerikanischen Kleinstadt soll ein historisches Urteil gefällt werden, bei dem es auf beiden Seiten um alles geht. Die Frau eines an Lungenkrebs verstorbenen Rauchers verklagt einen Zigarettenhersteller auf Schadenersatz. Sollte sie Recht bekommen, könnte das für die milliardenschwere Tabakindustrie den Ruin bedeuten. Das Urteil soll von einer unabhängigen Jury gefällt werden. die von Klägerin und Beklagten bestätigt wurde. Die Jury scheint jedoch zunehmend von verschiedenen Seiten beeinflusst zu werden...

    *********************************************************

    Sehr fesselnd und mitreißend. Außerdem auch recht informativ.
    Aufgrund vieler verschiedener Namen und Handlungsstränge sollte man vor allem zu Beginn des Buches konzentriert dabei bleiben, um nicht den Faden zu verlieren.

    Ganz klare Leseempfehlung! 
  10. Cover des Buches Die Verurteilten (ISBN: 9783453090576)
    Stephen King

    Die Verurteilten

     (81)
    Aktuelle Rezension von: loveisfriendship
    All die Jahre

    Die Verurteilten. Pin-Up
    ist ein Kurzroman von Stephen King, erschienen im Buch Frühling, Sommer, Herbst und Tod, das neben diesem noch drei andere Kurzromane vereint.

    Red selbst sitzt noch im Gefängnis, als er die Geschichte seines Freundes Andy Dufresne niederschreibt, dem nach vielen zermürbenden Jahren die Flucht aus Shawshank gelang.

    Es ist eine sehr bewegende Geschichte über unfassbare Ungerechtigkeit, Schrecken, Zermürbung, Zweifeln und Verzweiflung, aber auch über tiefe Freundschaft, unbrechbaren Lebenswillen, den Wert von Freiheit, übernatürliches Durchhaltevermögen, menschliche Würde und vor allem über Hoffnung.

    Die Protagonisten erleben im Laufe der Handlung viele Hoch-  und Tiefpunkte. Gedemütigt von anderen Gefängnisinsassen, schikaniert von Wärtern und ihrer Zukunft beraubt von selbstbezogenen Gefängnisleitern. Es gibt Momente, da sind sie kurz vorm Aufgeben und erfahren eine wachsende Lebensmüdigkeit. Doch gibt es auch Momente der Glücks und der Hoffnung, die vor allem durch kleine Dinge, an denen sie festhalten, hervorgerufen werden.
    Das Buch beleuchtet auch, wie ein langjähriger Gefängnisaufenthalt einen Menschen prägt und ihn seine neugewonnene Freiheit empfinden lässt.

    Stephen King hat das Ganze sehr realistisch gehalten, alle Gefühle und Gedanken der Protagonisten sind an jeder Stelle nachvollziehbar und auch wie Andy die Flucht gelingt, hat auf mich vollkommen realistisch gewirkt und in keinster Weise weithergeholt, wie es ja bei sowas leicht werden kann.

    Meisterhaft, wie Stephen King wie nebenbei Dinge erwähnt, die hinterher ausschlaggebend für die Auflösung sind. Auch schreibt er so authentisch, es ist, als ob Red mir die Geschichte von Angesicht zu Angesicht erzählen würde. Stephen King erzählt auf eine schlichte, lockere und unaufgeregte Art eine einfache Geschichte, die gerade deswegen so tief berührt.

    Das Ende hat mich umgehauen. Nicht, dass es so derart genial ist. Wobei, doch, das ist es. Weil es auf eine so schlichte Weise schön ist. Weil es das ist, was ich am wenigsten erwartet habe. Weil Stephen King mich hinters Licht geführt und dann so überrascht hat. Dieses Ende ist so wunderbar, ich habe vor Freude geweint. Selten hat mich ein Ende glücklicher gemacht. Gerade weil es ein (relativ) offenes Ende ist und der Leser selbst darüber nachdenken kann, ob ... oder nicht, finde ich es noch grandioser. Hätte Stephen King vorgegeben wie es nun endet, wäre dies möglicherweise unbefriedigend gewesen. Entweder hätte es die Freude wieder ein wenig gedämpft oder aber mehr wäre zu viel gewesen. Das offene Ende erscheint mir für Die Verurteilten. Pin-Up einfach am passendsten.

    Fazit: Die Verurteilten. Pin-Up ist ein berührender Kurzroman über zwei Männer, die sich im Gefängnis kennenlernen und deren Freundschaft über die Zeit im Gefängnis hinausreicht. Es ist eine durch und durch abgerundete Geschichte mit einem Ende, das unerwartet kam und mich glücklich gemacht hat. Stephen King schafft es, mit einfachen Mitteln eine ergreifende Geschichte zu erzählen.
  11. Cover des Buches Die Blutlinie - Teil 1-Teil 4 (ISBN: 9783785780015)
    Cody McFadyen

    Die Blutlinie - Teil 1-Teil 4

     (136)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite

    Smoky Barretts Leben liegt in Trümmer, nachdem ein Unbekannter in ihr Haus eingedrungen und ihren Mann vor ihren eigenen Augen ermordet, sie selbst vergewaltigt und auch ihr Kind nicht verschont hat. Um wieder auf die Beine zu kommen, besucht die Ermittlerin einen Psychologen, wird aber immer noch als suizidgefährdet eingestuft. Doch dann bekommt sie den entscheidenden Anruf einer Kollegin, die sie völlig aufwühlt: Eine alte Freundin von Smoky wurde bestialisch ermordet, ihre kleine Tochter nach dem Tod an sie gefesselt...

    „Die Blutlinie“ hat als Roman von Cody Mcfayden große Erfolge gefeiert, nun wurde auch eine Hörspielfassung für Lübbe Audio produziert. Die Geschichte um die toughe, aber fast gebrochene Ermittlerin Smoky Barret wurde dafür in hörspielübliche vier Teile geteilt, die nun aber auch in einer Komplettbox mit der gesamten Umsetzung des Romans erhältlich ist. Die erste Episode beginnt mit einem Rückblick auf den grausamen Überfall, ein ausführliches Gespräch mit Smokys Therapeuten, einen Besuch bei ihren ehemaligen Kollegen. Das alles dient dazu, die Charaktere und ihre Beziehung zueinander vorzustellen, was unterhaltsam geraten ist, aber etwas langsam erzählt wurde. Bis Smoky von dem Mord an ihrer alten Freundin erfährt, dauert es so etwas, doch dann werden immer mehr grausame Details bekannt, spitzt sich die Lage immer weiter zu, gerät Smoky immer weiter unter Druck. Im Laufe der Folgen wird der enge Bezug des Täters zu Smoky immer klarer, wobei immer nur das Ergebnis beschrieben, nicht die Tat an sich – und das ist schon grausam genug und nichts für schwache Nerven. Eben weil es nicht nur um Brutalität und körperliche Gewalt ist, sondern auch immer die Psyche der Opfer einbezogen wird. Im Laufe der Episoden werden nicht nur Smoky, sondern auch ihre Gefährten immer besser beschrieben, werden komplexer und vielschichtiger, aber auch die Szenerie wird mit harten Schockmomenten und vielen Details am Rande des guten Geschmacks angereichert. Das ist schon heftig, Gewalt und Brutalität sind aber nicht nur billige Showeffekte, die Geschichte an sich würde ohne diese Heftigkeit nicht funktionieren. Alles steuert natürlich auf einen großen Showdown zu, doch vorher wird die Serie mit einigen ruhigen Szenen die Hintergründe des Täters erkundet, seine Kindheit erzählt, wie er schließlich zu dem Menschen geformt wurde, der er heute ist. Das ist schon recht dick aufgetragen, passt aber in die Szenerie und ist zudem sehr gelungen und eindringlich umgesetzt worden. Wer sich auf die heftige Szenerie und die erdrückende Gewalt einlässt, wird mit einem packenden Vierteiler belohnt, der einige Bögen schlägt, die dem Ganzen auch in der Rückbetrachtung einen neuen Dreh verleihen.

    Katy Karrenbauer ist bekannt für ihre starken, zwiegespaltenen Frauenrollen und übernimmt auch hier eine solche. Dabei zeigt sie, dass sie auch nur mit ihrer Stimme ohne ihr markantes Gesicht einen spannenden Charakter formen kann, auch wenn sie sich eher auf die toughe Ermittlerin denn auf die zerbrochene Seele konzentriert. Jennifer Böttcher isst als Jenny Chang ebenfalls eine gute Besetzung, die aufgedrehte und herzliche Art kommen bei Smokys Kollegin gut zur Geltung und bringt eine Prise Humor mit in die ansonsten sehr düstere Handlung. Jens Wendland ist als Dr. Child sehr überzeugend, seine präzise Sprechweise und seine kontrollierte Art sorgen für einen passenden Eindruck von Somkys Therapeuten, der für einige sehr intensive Momente sorgt. Weitere Sprecher sind Charles Rettinghaus, Tim Kreuer und Katja Brügger.

    Sehr solide ist die Umsetzung des Hörspiels unter Regisseur Douglas Welbat. Dabei wurde harte, markante Musik eingesetzt, was sehr gut zu der Stimmung der Serie passt, sich aber auch in den spannenderen Szenen nicht in den Vordergrund drängt. Die Geräusche sind gut auf die Handlung abgestimmt und sorgen für mehr Lebendigkeit, wirken modern und zeitgemäß. Schön aber auch, dass verstanden wurde, dass es in den besonders spannenden Szenen nicht an allen Ecken und Enden klingen muss. Denn nicht nur der große Showdown, sondern auch einige andere betonenswerten Szenen werden mit recht wenigen akustischen Mitteln umgesetzt, was den Fokus voll auf das diabolische Spiel zwischen Smoky und dem Täter legt.

    Die vier CDs finden sich in der bereits bekannten Verpackung der einzelnen Episoden in einer Pappbox wieder, die den blutverschmierten Abdruck einer Hand zeigt. Ansonsten ist auf den einzelnen Covern stets Katy Karrenbauer zu sehen, die dem Betrachter direkt anzuschauen scheint, den Dienstausweis erhoben schlüpft sie auch optisch in die Rolle der Smoky Barret. Im Inneren gibt es kaum weitere Informationen in den Booklets, lediglich eine Auflistung der Sprecher ist dort zu finden.

    Fazit: Der Start in die neue Thriller-Miniserie ist aufregend gelungen, da gleich mehrere heftige Verbrechen in kurzer Zeit präsentiert werden. Das geht schon auf die Psyche der Protagonisten und geht auch am Hörer nicht spurlos vorbei. Im Laufe der Zeit wird die Handlung immer heftiger, aber auch komplexer und dramatischer. Neben weiteren schrecklichen Taten des Serienmörders, die mit viel Wucht umgesetzt wurden, gibt es auch einige sanfte Momente, die Smoky Entwicklung unterstreichen, aber auch viel Ermittlungsarbeit. Der Abschluss ist packend und entwickelt sich dynamisch, viele starken Szenen sorgen für viel Spannung - auch wenn der Hörer durchaus auf den richtigen Täter tippen kann. Eine spezielle, aber auch hörenswerte Produktion.

  12. Cover des Buches Die Schuld (ISBN: 9783863656058)
    John Grisham

    Die Schuld

     (172)
    Aktuelle Rezension von: nasa

    Die Schuld von John Grisham ist ein Justizthriller der sich teilweise recht gut lesen lässt. Es ist ein gewohnter Grisham obwohl er ein paar Mängel hat. Man merkt dem Autor an das er sich in dieser Materie gut auskennt und es ihm Spaß macht eine Geschichte drum herum zu erfinden.

    Der junge Anwalt Clay Carter arbeitet als Pflichtverteidiger als er ein lukratives Angebot bekommt. Dieses wird sein Leben grundlegend ändern. Von einem unterbezahlten, überarbeiteten Verteidiger zum König der Sammelklagen und das quasi über Nacht. Doch sein Ruhm und der Erfolg birgt auch gefahren.

    Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und leicht. Der Anfang ist auch recht spannend und es beginnt auch rasant. Doch dies geht über weite Strecken des Buches verloren. Nachdem Clay seinen Job kündig um seine eigene Kanzlei zu eröffnen wird es etwas langsamer und es werden mit Zahlen und Geld in Millionenhöhe rumgeworfen. Auch wurde mir Clay der anfänglich sympathisch war recht unsympathisch. An der Geschichte sieht man gut das Geld einen Menschen verändert und das nicht zum positiven. Auch das Geld allein nicht glücklich macht.

    Die Fälle der Sammelklagen sind gut recherchiert und für einen Laien dargelegt. John Grisham zeigt einem eindrucksvoll wie in Amerika Anwälte gegen gewaltige Konzerne vorgehen. Er kennt sich gut aus, allerdings widerholt sich hier einiges und es wird immer nach Schema F verfahren. Dies nimmt die Dynamik und Spannung.

    Das Ende konnte mich auch nicht wirklich überzeugen und wirkte auf mich sehr unglaubwürdig und konstruiert.

    Es ist ein solider Grisham der sich stellenweise gut lesen lässt, aber es gibt bessere Werke des Autors.

  13. Cover des Buches Omerta (ISBN: 9780099533252)
    Mario Puzo

    Omerta

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Beagle
    Nicht so gut wie DER PATE, aber trotzdem ein gewaltiges Werk
  14. Cover des Buches Der Rabbi (ISBN: 9783641136284)
    Noah Gordon

    Der Rabbi

     (103)
    Aktuelle Rezension von: MoniqueH

    Michael wächst in eine jüdische Familie auf in der 20. Jahre in der USA. Er weiß nicht genau was er mit sein Leben anfangen will bis er einen Rabbi kennen lernt. Er beschließt selber Rabbi zu werden. Jahren später trifft er Leslie und sie verlieben sich. Leslie ist aber Christin und es ist für ein Rabbi nicht einfach eine nicht Jüdin zu daten oder heiraten. Leslie konvertiert zum Judentum was für beiden Probleme gibt. 


    Das Buch der Rabbi führt durchs Leben von Michael und auch Leslie in verschiedene Zeiten. Das Judentum und das Leben eines Rabbis sind die Hauptbestandteilen der Geschichte.


    Interessant um zu lesen und um mehr über das Judentum zu erfahren. Leider nicht so gut wie der Medicus.

  15. Cover des Buches Die zweite Wahrheit (ISBN: 9783442721078)
    Bruce Alexander

    Die zweite Wahrheit

     (8)
    Aktuelle Rezension von: melli.die.zahnfee
    Dieser Roman spielt im 18 Jahrhundert in London. John Clayton wird mit der Axt in der Hand angetroffen, über sieben Leichen gebeugt. Richter John FIelding findet jedoch heraus, dass John möglicherweise nicht der Täter ist, obwohl er unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung leidet. Gut , dass Fielding seine Bow-Street Runner hat, auf die er sich immer verlassen kann. Naja, allgemein ist das Buch zwar spannend, allerdings finde ich einige Charaktere zu unpassend für die damalige Zeit, und die Darstellung der Persönlichkeitsspaltung von Clayton wirkt aufgesetzt, als hätte der Autor erst den Schluß geschrieben und dann den Anfang modellieren müssen.
  16. Cover des Buches Kramer gegen Kramer (ISBN: 9783498008499)
    Avery Corman

    Kramer gegen Kramer

     (17)
    Aktuelle Rezension von: neenchen
    Vor über 40 Jahren kam der kluge Roman „Kramer gegen Kramer“ des Schriftstellers Avery Corman auf den Markt. In den Jahren des gesellschaftlichen Aufbruchs gab er Männern und Frauen eine Stimme, die in alten Beziehungsmuster gefangen waren und darin nicht ihr Glück finden konnten.

    Als Ted und Johanna ihren Erstgeborenen Billy bekamen, war die Rollenverteilung klar. Ted arbeitete weiter und sorgte dafür, dass genug Essen auf dem Tisch stand und Johanna blieb natürlich bei Billy zu Hause. Mit den Jahren möchte Johanna wieder anfangen zu arbeiten, doch Ted verbietet es ihr. Eines Tages kommt er nach Hause und Johanna ist gegangen und hat Billy dagelassen. Freunde und Familie wissen ebenfalls nichts. Doch statt sich weiter um den Verbleib von Johanna zu sorgen, muss Ted jetzt einen Weg finden als alleinerziehender Vater in New York seinen Sohn versorgen. 

    Der 1935 in New York geborene Schriftsteller Avery Corman verfasste nicht nur fleissig Theaterstücke, Drehbücher und Zeitungsartikel, sondern 1977 auch seinen Debütroman „Kramer gegen Kramer“. Dieser mauserte sich schnell zum Bestseller und wurde deshalb zwei Jahre später mit Dustin Hoffman und Meryl Streep in den Hauptrollen unter der Regie von Robert Benton verfilmt. Warum dieses Buch damals und auch noch heute so gut funktioniert, ist der messerscharfe Blick auf etablierte Familienstrukturen. Auf den ersten Blick wirken Ted und Johanna wie ein modernes Paar, aber sobald sie ein Kind erwarten, fallen sie in die klassische Rollenverteilung zurück. Doch Johanna ist keine Frau, die nur Mutter sein will. Aus ihrer Perspektive erfährt man die Sicht einer unglücklichen Frau, die gefangen zu sein scheint. Das müsste zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buches ein Novum gewesen sein. Der Autor schafft es, dass man sich schnell auf Johannas Seite schlägt und die Ungerechtigkeit spürt, die sie empfindet, so dass jeder Leser den radikalen Schritt ihrerseits unterstützt. Danach gelingt ihm ein Kniff, der mit dem Verschwinden der Mutter einsetzt, womit sich Ted als Alleinerziehender behaupten muss. Nach wenigen Kapiteln ist der Leser überzeugt, dass alles so seine Richtigkeit hat und Johannas erneutes Auftauchen wie ein Eindringen wahrgenommen wird. Hier findet ein starker Sympathieübergang statt. Neben den beiden Perspektiven, die hier dargelegt werden, spricht der Roman noch andere wichtige, gesellschaftliche Themen an, wie Arbeitslosigkeit, ein fehlendes soziales Auffangsystem und die Wahrnehmung von alleinerziehenden Personen in der Gesellschaft. All das schreibt Avery Corman in seinem schmalen Büchlein mit klarer, äußerst sachlicher Sprache und kommt ohne Umschweife zum Punkt. In diesen Schreibstil, der abgeklärter als seine Geschichte wirkt, muss sich der Leser zwar erst hineinversetzen, aber das funktioniert nach kurzer Zeit recht gut. Doch nicht die sprachliche Ausgestaltung macht dieses Buch so eindringlich, sondern, dass es sich traut Themen anzusprechen, die ansonsten im Privaten verborgen bleiben. 

    Fazit: Der mittlerweile über 40 Jahre alte Roman „Kramer gegen Kramer“ erzählt nicht nur von einem vergangenen New York und wirft wichtige Fragen auf, um zum Umdenken zu animieren. Sondern er funktioniert auch in heutiger Zeit noch, vor allem als kluge Familienstudie. Der Autor Avery Corman erzählt hier in seinem Debütroman von den Schwierigkeiten einer Familie und schaut hinter die Fassade der klassischen Rollenverteilung. Er schafft es, die Sympathien richtig zu verteilen, so dass der Leser selbst zwischen den Stühlen steht. Das macht Cormans „Kramer gegen Kramer“ auch heute noch zu einem wertvollen Roman, der auch leicht lesbar ist.   

    Doreen Matthei - testkammer.com

  17. Cover des Buches Wer die Wahrheit kennt (ISBN: 9783442729111)
    Bruce Alexander

    Wer die Wahrheit kennt

     (4)
    Aktuelle Rezension von: BertieWooster
    historischer Krimi um den blinden Richter Fielding, Bruder des Schriftsteller.
  18. Cover des Buches Der Zorn des Gerechten (ISBN: 9783442724130)
    Bruce Alexander

    Der Zorn des Gerechten

     (5)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Tödliche Erbschaft (ISBN: 9783442729104)
    Bruce Alexander

    Tödliche Erbschaft

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Hinter geschlossenen Türen (ISBN: 9783442720125)
    Bruce Alexander

    Hinter geschlossenen Türen

     (9)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Der Klient (ISBN: 9783800092765)
    John Grisham

    Der Klient

     (309)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Als Mark und sein kleiner Bruder Ricky im Wald heimlich rauchen, beobachten sie einen Selbstmordversuch. Doch statt wegzulaufen, möchte Mark etwas tun, wir aber erwischt. Er wird in den Wagen gezogen und soll mit dem dicken, betrunkenen Mann sterben. Dabei erfährt er ein Geheimnis - und überlebt. Lange bleibt nicht verborgen, dass Mark etwas weiß, das mit einem wichtigen Fall zusammenhängt und gerät so ins Schussfeld von Mafia, FBI und Bundesrichtern. Er wendet sich an eine Anwältin und die setzt sich völlig für ihn ein, als Mark niemanden mehr hat, der ihn sonst schützen kann.


    Früher habe ich Grisham geliebt. Ich weiß nicht mehr was ich von ihm gelesen habe, aber ich habe ihn geliebt. Lang lang ist es her. Inzwischen habe ich eine leichte Abneigung gegen alles gebildet, was mit Krimi und Thriller zu tun hat. Aber ich habe ihn nie so ganz vergessen. Deswegen war es mal wieder an der Zeit, ihm eine Chance zu geben und so hab ich mich von meinem Freund beraten lassen, welches Buch ich lesen soll und mich für Der Klient entschieden.

    Zum einen ist die Thematik an sich ja schon brisant. Der Kronzeuge in einem Fall zu werden, weil man zufällig an eine Information gerät, die man nicht wissen sollte und damit zur hundertprozentigen Verurteilung einer Hauptfigur aus Mafiakreisen führt, ist schon hart genug. Als elfjähriger Junge ist das alles nochmal eine Spur härter. Vor allem, weil es nicht geheim bleibt, sondern durch einen ganz speziellen Reporter mit Mitteln und Wegen veröffentlicht wird. Damit ist nicht nur Mark letztlich in Gefahr, sondern auch seine Familie, die gerade weitaus mehr Probleme hat, weil sein kleiner Bruder seit der Situation im Wald unter einem posttraumatischem Schock leidet und seine Mutter Tag um Tag an seinem Krankenbett zubringen muss. Damit steht er praktisch allein auf weiter Flur. Und das ist das wahrscheinlich härteste an der Geschichte: dass ein elfjähriger Junge von allen Seiten unter Beschuss steht und dabei niemanden hat, an den er sich wenden kann. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass er sich einen Verbündeten wünscht und ihn in einem Anwalt sucht. Nur, dass er eine Anwältin findet. Glücklicherweise eine Anwältin, die sich besonders für Kinder einsetzt. Ja, vielleicht ein dummer Zufall, den ich in Büchern im Normalfall etwas gestellt finde, aber irgendwie passend. Letztlich machts eben die Inszenierung. 

    Was ich bei Grisham immer toll finde, ist die Akkuratesse mit der er seine Bücher aufarbeitet. Natürlich ist es praktisch, dass er als Jurist Bücher verfasst, die einen juristischen Hintergrund haben, wenn sie nicht sogar im Vordergrund stehen. Auch hier ist alles perfekt recherchiert und ausgearbeitet. Ich habs ja nicht so mit Jura, aber mich verließ nie der Eindruck, dass alles stimmig ist. Vielleicht, weil es stimmig war. 

    Zusätzlich zur juristischen Genauigkeit des Romans, war auch die Darstellung der Persönlichkeiten höchst genau und detailliert. Grisham hat sich einen genauen Plan ausgedacht und ihn super umgesetzt. Die Spannung blieb immer bestehen. Ich konnte nie so genau sagen, wie welche Person jetzt aus welchem Grund reagieren wird. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass sich Reggie dazu überreden lassen würde, mit Mark nach New Orleans zu fahren. Insgesamt ist Mark eine sehr überzeugende Person dafür, dass er elf Jahre alt ist. Auf der anderen Seite kann ich es auch gut verstehen, dass jemand, der schon in jungen Jahren solche Erlebnisse zu verarbeiten hat, eine bestimmte Reife mit sich bringt, auch wenn ihm scheinbar keiner beigebracht hat, dass Lügen nicht ganz optimal ist. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass Mark irgendwie trotzig wäre, sondern dass er vielmehr rational abzuwägen versucht, welche Situation ihn weiterbringt und welche nicht. Das Gesetz der Straße: Fressen oder gefressen werden. Er möchte sich nach allen Richtungen hin absichern und tut dafür alles mögliche. Auch wenn es heißt, dass er lügen muss. Also ist er eigentlich ein cleveres Kerlchen und irgendwie habe ich ihn für seinen Mut (oder seine Dummheit - das liegt immer so nah beisammen) bewundert. 

    Die Geschichte ist äußerst rasant und meiner Meinung nach wirklich IMMER spannend. Vielleicht konnte ich auch deswegen nicht aufhören zu lesen bis das Buch vorbei war. Eindeutig eine dumme Angewohnheit. Aber zurück zum Buch.

    Ich erkenne im Buch unter anderem eine Kritik am amerikanischen Rechtssystem, aber auch am Egoismus von politisch ambitionierten Persönlichkeiten, die sich mehr um ihren eigenen Ruf und um ihre Möglichkeiten scheren, als die Sicherheit ihrer "Schutzbefohlenen" zu wahren. So mochte ich den Bundesanwalt Roy Foltrigg überhaupt nicht. Solche Personen gehören meiner Meinung nach nicht in solche Berufe - und trotzdem gibt es gerade dort zu viele von ihnen, weil sie das gewisse Etwas haben. Leider. Ich war beinahe erleichtert als ihm am Ende ein Verfahren droht, weil er unter allen Umständen und mit jedem möglichen Mittel, ob gerechtfertigt oder nicht, den Jungen in die Zange nehmen wollte. Vielleicht zeigt sich das Buch doch ein bisschen von der Seite der Gerechtigkeit. Wo ich so darüber nachdenke macht es fast den Eindruck als wandle sich das Buch vom Anfang zum Ende immer weiter zum Guten. Während noch am Anfang alle um ihn herumkreisen, ihn bedrohen und zu einer Aussage zwingen wollen, werden sie nach und nach zugänglicher und am Ende so freundlich, dass Mark Vertrauen zu ihnen aufbauen kann.

    Eine Kleinigkeit hat mich allerdings ein kleines bisschen gestört, aber das kann auch an meiner "Ausgabe" liegen: ich hab mich manchmal ein bisschen schwer getan zu unterscheiden, wann eine andere Perspektive eingenommen wurde. Ich hab das Buch als E-Book gelesen und in meiner "Ausgabe" wurden hier keinerlei kleine Symbole oder Striche gemacht, um anzuzeigen, dass beispielsweise von Mark zu seiner Anwältin zum Richter zum Mafiaboss gewechselt wurde. Das machte das Lesen manchmal ein bisschen schwierig, weil ich immer wieder eine Seite zurückgeblättert habe, um zu schauen, ob es irgendeine Anmerkung gibt oder nicht. Aber letztlich ist das vermutlich nicht die Schuld des Autors oder gar des Buches, sondern der Ausgabe und ist deswegen nicht weiter von Belang.

    Ein bisschen schlimmer finde ich da die Tatsache, dass ich gerne noch mehr gewusst hätte. Mich hätte interessiert wie es weitergeht. Ja, in gewisser Weise hat das Buch einen passenden Schluss und kann damit so enden - keine Frage. Trotzdem hätte ich gerne erfahren, wie es mit Foltrigg weitergeht und welche Strafe ihm blüht. Ich hätte zu gerne sein Aufeinandertreffen mit dem Jugendrichter erlebt. Gehört, welche Flüche die Mafia über die Familie ausspeit. Mit welchen Konsequenzen Reggie letztlich zu rechnen haben musste. Es gibt so viele Dinge, die ich am Ende gerne noch mitgenommen hätte. So muss ich respektieren, dass mit Marks Verschwinden von der Bildfläche auch die Geschichte ihr Ende findet. Immerhin ist es seine.


    Insgesamt ist Der Klient ein wunderbarer Roman voller Spannung, der mich sehr gefesselt und mitgerissen hat. Und auch wenn es diese Schwachstelle mit dem Ende gibt, ist es doch ein abgeschlossener Roman, der durchaus gelesen werden sollte, ja, gelesen werden muss! Grisham ist ein talentierter Schriftsteller, der es schafft, in das Wesen der Justiz einzuführen, Kritik daran zu üben, ohne dass es abgedroschen wirkt oder ähnliches. Ich bin immer wieder fasziniert und freue mich schon fast darauf, wenn ich den nächsten Roman von ihm lesen kann, das ein brisantes Thema, mit detailreichen Personen und einer toll durchdachten Geschichte verbindet.
  22. Cover des Buches Der Kardinal (ISBN: B002CB528K)
    Henry Morton Robinson

    Der Kardinal

     (6)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Die Bruderschaft (ISBN: 9783453188815)
    Charles Brauer

    Die Bruderschaft

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Am Freitag schlief der Rabbi lang (ISBN: 9783499420900)
    Harry Kemelman

    Am Freitag schlief der Rabbi lang

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Aischa

    Gleich der erste Band der äußerst erfolgreichen Reihe um Rabbi David Small hat mich begeistert. Der Protagonist ist liebenswert gezeichnet, etwas schrullig, aber dennoch sympathisch. Man fiebert mit, wenn seine Stelle in der kleinstädtischen jüdischen Ostküstengemeinde auf dem Spiel steht, weil er manchen Glaubensbrüdern zu konservativ erscheint.

    Der Verstand des Rabbis ist durch jahrelange Talmudstudien geschärft, und so kann er dem örtlichen Polizeichef bei der Aufklärung eines Mordfalls hilfreich zur Seite stehen.

    Literaturprofessor Kemelman schreibt spannend, unterhaltsam und witzig. Gleichsam nebenbei erfährt der anders- oder nichtgläubige Leser noch einiges über jüdische Traditionen und den Alltag in den USA Mitte der1960er Jahre.

    "Am Freitag schlief der Rabbi lang" wurde mit dem Edgar Allen Poe Award ausgezeichnet. Meines Erachtens völlig zu Recht; ich werde umgehend den Folgeband lesen.

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