Bücher mit dem Tag "varusschlacht"

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38 Bücher

  1. Cover des Buches Der Speersohn (ISBN: 9783765521188)
    Kirsten Winkelmann

    Der Speersohn

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Sophie31

    Cover:

    Das Cover spiegelt den Inhalt und die Zeit, in der der Roman spielt, passend wieder. Man erkennt Garlef, den Protagonisten, mit seinem charakteristischen Schild. Auch sein Heimatdorf ist zu sehen. 

    Inhalt:

    Der junge Garlef wächst in einem germanischen Dorf auf und soll so schnell wie möglich das Kämpfen lernen. Allerdings verabscheut er das Blut vergießen und den Tod. Immer wieder eckt er bei den anderen Jungen im Dorf an und auch sein Vater sieht in ihm eine einzige Enttäuschung.

    Als dann der Sklave Gaius zu ihnen kommt, kann Garlef nicht mitansehen, wie er von seinem Vater behandelt wird. Er beschließt Gaius zu helfen, so viel er kann. Die beiden entwickeln eine enge Freundschaft mit einer unglaublichen Treue.

    Einige Jahre später findet sich Garlef jedoch als Gladiator in Rom wieder und hat alle Menschen verloren, die ihm lieb waren. Allerdings lernt er auch da jemanden kennen, den er wieder in  sein Herz lassen kann. Die Sentatorentochter Mina. Aber eigentlich ist ihre Liebe aussichtslos oder kann er doch wieder Hoffnung auf ein besseres Leben schöpfen?

    Meinung:

    Zu Beginn kam ich nicht ganz flüssig in das Buch rein, aber nach den ersten 50 Seiten, konnte mich Garlefs Geschichte packen. Vor allem sein Charakter hat mich überzeugt. Er steht zu seinen Überzeugungen, selbst wenn sie ihn das Leben kosten können.

    Außerdem hab ich an einigen Stellen mit ihm gelitten und die Ungerechtigkeiten selber als unglaublich schrecklich empfunden. Die historischen Fakten wurden anschaulich dargestellt. 

    Gegen Ende ging mir alles etwas schnell und vor allem die emotionalen Entwicklungen konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen. 

    Trotzdem macht das Ende definitv gespannt auf die Fortsetzung.

    Ein großer Pluspunkt von diesem Roman war die Freundschaft zwischen Gaius und Garlef, die sehr besonders ist. Die beiden sind füreinander da und gehen sowohl durch schöne als auch durch schwere Zeiten gemeinsam.

    Fazit:

    Der Roman ist spannend und zeigt eine ganz besondere Freundschaft. Es ist kein typischer Roman, aber dennoch fesselnd. Vor allem wenn man eine gute Darstellung der historischen Fakten erfahren möchte.

  2. Cover des Buches Rache der Adler (ISBN: 9783404177165)
    Ben Kane

    Rache der Adler

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Dex-aholic

    Nach dem genialen ersten Band der Trilogie, musste ich natürlich wissen, wie es mit Tullus und seinen tapferen Männern und auch Arminius und seinen Kriegern weitergehen wird. Man kennt den historischen Hintergrund bereits, ja, aber es einmal in der Form zu lesen und so mitzuerleben, dass beeindruckt mich immer wieder. Der Autor hält sich an die Geschichtsbücher und Überlieferungen, nimmt sich aber auch ein paar Freiheiten als Autor heraus, was man in der Form aber nicht merkt.Tullus und die Überlebenden der Varusschlacht wiederzusehen war wirklich schön und hat Spaß gemacht. Dass sie ihre Rache bekommen können, was ihre damalige Legio XVIII vor sechs Jahren durchmachen musste, beflügelt nicht nur Tullus und Fenestela. Sie wollen ihre Kameraden rächen und ihren Adler nach Hause holen. Arminius scheint nur auf diesen neuen Feldzug Germanicus' zu warten. Er will die Römer ein für allemal besiegen und aus dem Land haben. Doch dann wird sein Plan ins Wanken gebracht und Arminius sinnt auf blutige Rache. Während die Römer den Feldzug fürs erste beenden und zurück an den Rhein wollen, sind Arminius und seine Krieger ihnen dicht auf den Fersen. Wie werden die Kämpfe dieses Mal ausgehen? Die Bücher sind wirklich super genial geschrieben und fesseln einen von der ersten bis zur letzten Seite. Neben vielen historischen Ausflügen durch Germanien und die römischen Lager, ist auch viel Action, blutige schlachten und gelegentlich auch eine Prise Humor mit dabei. Aber auch Nerven aufreibende Spannung und ein winziger Hauch Gefühl fehlen hier nicht. Wenn ich nur an die Szene denke, wie Tullus Germanicus an die Stelle des Hinterhalts der Varusschlacht führt und sie die Spuren der Kämpfe und Überbleibsel noch erkennen können. Da lief es mir kalt den Rücken runter, und das nur beim Lesen. Als Fenestela und Tullus dann dort auch noch eine entscheidende Entdeckung machen, Gänsehaut pur und mir kamen selbst die Tränen... Und dann müssen wir uns auch noch von einem Kameraden verabschieden, das kam so plötzlich und aus heiterem Himmel. Da kamen mir wieder die Tränen. Von Happy End kann man hier dennoch nicht sprechen, auch wenn es zu einer einstweiligen Verschnaufpause zwischen den Adlern und Arminius kommt. Ich bin schon sehr gespannt, ob Tullus seine Rache an Arminius und noch wichtiger, seinen alten Legionsadler wieder bekommt!!!


  3. Cover des Buches Die Schlacht im Teutoburger Wald (ISBN: 9783406699955)
  4. Cover des Buches Die Erfindung der Deutschen (ISBN: 9783442129881)
    Klaus Wiegrefe

    Die Erfindung der Deutschen

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  5. Cover des Buches Die Geschichte der Germanen (ISBN: 9783593378008)
    Arnulf Krause

    Die Geschichte der Germanen

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  6. Cover des Buches Als die Römer frech geworden (ISBN: 9783534594016)
    Boris Dreyer

    Als die Römer frech geworden

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  7. Cover des Buches Die Schwerter des Tiberius (ISBN: 9783453873605)
    Iris Kammerer

    Die Schwerter des Tiberius

     (18)
    Aktuelle Rezension von: MichaelSterzik
    Bei der Schlacht zwischen Römern und Germanen im Teutoburger Wald in der Nähe von Kalkriese im Osnabrücker Umland gehen die Archäologen und Geschichtsforscher derzeit davon aus, dass bis zu 25.000 Menschen allein auf römischer Seite ihr Leben lassen mussten. Drei ganze Legionen des römischen Senators und Statthalters wurden vernichtet, und die römische Besatzung zog sich nach dieser Niederlage zurück. Cäsar Augustus war bestürzt über diese Niederlage und verlangte umgehende Aufklärung und Stabilisierung der Grenzen nach Germanien. Höchste Priorität hatte auch die Ergreifung des germanischen Offiziers und Verräters Arminius, der in den Hilfstruppen der Legionen diente. Ein Fürstensohn der Cherusker, der sich der römischen Herrschaft unterworfen hatte und perfekt militärisch ausgebildet wurde. Dieser Arminius einigte mit falschen Versprechen einige wichtige Stämme in Germanien und lockte Varus, der ihm vertraute, mitsamt seinen Legionen in eine tödliche Falle, aus der es kein Entkommen gab. Augustus war es ein Gräuel und eine Schande, seine Truppen zurückziehen zu müssen und die Gefallenen auf dem Schlachtfeld zu wissen. Er ist nicht gewillt, die Provinz Germanien ihrem Schicksal zu überlassen und beauftragt seinen Oberbefehlshaber damit, den Verräter Arminius zu fangen und dem Volk und Senat von Rom zu übergeben. Die Geschichte In "Die Schwerter des Tiberius", dem zweiten Teil der historischen Tribun-Trilogie von Iris Kammerer, bilden genau diese theoretischen Pläne des Kaisers die Grundlage des Romans. "Die Schwerter des Tiberius" knüpft logisch genau in der Handlung dort an, wo "Der Tribun" endete. Ein Jahr war der ehemals römische Tribun Gaius Cinna die Geisel eines germanischen Fürsten. Als die Situation sich zuspitzte und Cinna Gefahr lief, Arminius ausgeliefert zu werden, setzten sich seine Bewacher für ihn ein und retteten ihm somit das Leben. In den letzten Monaten der Gefangenschaft wurde Gaius Cinna mehr Freund als Geisel, mehr Lehrer und Verbündeter. Als die Situation zwischen den uneinigen Stämmen eskalierte, nutzte Cinna zusammen mit Sunja, der Tochter des germanischen Fürsten, die Chance und flüchtete zu den weit entfernten Vorposten der römischen Legionen. Doch nach seiner Rückkehr muss sich Cinna im römischen Heer völlig neu behaupten. Er wurde in seiner Abwesenheit für tot erklärt, sein Vater, der dem Kaiser nicht unbedingt die Treue geschworen hat, starb und hinterließ keinen Erben. Somit konnte Cinna keinen Titel, keinen Besitz und keinen ehrbaren Namen direkt in Anspruch nehmen, da der Besitz seines Vaters nach dessen Tode automatisch auf den Kaiser überging. Mittellos und ehrlos, zudem noch in den römischen Augen mit einer Barbarin verheiratet, ist er ganz allein auf die Gnade des römischen Oberbefehlshaber Tiberius angewiesen. Tiberius zwingt Cinna, ihm als Unterhändler zu dienen, denn alleine mit seinem Wissen um die Kultur und die Denk- und Lebensweise der Germanen ist dieser dem römischen Heer eine große Hilfe. Meine Meinung Im zweiten Roman von Iris Kammerer steht der römische Offizier wieder im Mittelpunkt der Handlung und stellt die logische Verbindung zu "Der Tribun" her. Zweifellos überzeugt "Die Schwerter des Tiberius" mit seiner auf Fakten beruhenden Erzählung von den Vergeltungsplänen der Römer. Wie auch schon im ersten Teil, muss man Iris Kammerers Gespür für die historische Genauigkeit Respekt schulden. Schauplätze und Regionen, Städte und Kultur, Militär und Leben der damaligen Bevölkerung, egal ob es nun die Römer oder die Germanen sind - all diese Details wurden perfekt in die Handlungsstränge mit aufgenommen und dem Leser verständlich erklärt. Die Spannung allerdings hat spürbar im Gegensatz zum ersten Teil nachgelassen. Die Handlungsorte wechseln meiner Meinung nach zu stark, so dass die Einzelschicksale der Charaktere nicht vollständig zur Geltung kommen. Iris Kammerer hat es sicherlich nur gut gemeint, aber oftmals hatte ich den Eindruck, sie verrenne sich in viel zu viel geschichtlichen Details und in der Politik der damaligen Zeit. Ein Spannungsbogen, der sich langsam entwickelt, war für mich in diesem Roman leider nicht erkennbar. Das Familienleben und die Schwierigkeiten mit der daraus resultierenden Situation sind ein immer wiederkehrendes Thema in diesem zweiten Band. Hier hätte es gut getan, sich wesentlich mehr für den Schauplatz der politischen Lage zu entscheiden als sich mit Familienfehden und Streitigkeiten zu befassen. Besondere und positive Aufmerksamkeit wurde den Pläne des Tiberius gewidmet; diese Gespräche zwischen den römischen Offizieren und dem Oberbefehlshaber in Germanien selbst waren höchst interessant und spannend erzählt. Sicherlich ist die Geschichte des Volkshelden Arminius literarisch schon öfter ausgearbeitet worden, sei es nun in Form eines Romans oder in geschichtlichen Abhandlungen. Und meistens wurde die Person des Befreiers Arminius als durchweg positiv geschildert. Iris Kammerer ist es gelungen, die Persönlichkeit des Arminius zwar historisch belegt korrekt zu beschreiben, doch verzichtet sie auf das genreübliche Klischee von Gut und Böse in der Studie der Charaktere. Ein Jeder muss sich ein eigenes Urteil über diesen Cherusker-Fürsten bilden; für den einen eine Art von Freiheitsheld, der das germanische Volk vom Joch der römischen Tyrannei befreit hat, für den anderen ist er wohl nur ein meineidiger Verräter, der keinem Volk wohl wirklich uneigennützig gedient hat, sondern nur seinem persönlichen Ehrgeiz. Und genau diese Charakterstudien bilden die absoluten Pluspunkte in diesem Band. Fazit Seien wir gespannt auf den dritten und letzten Teil der Trilogie. Der erste Roman von Iris Kammerer, "Der Tribun", war insgesamt spannender und überzeugte mich mehr. "Die Schwerter des Tiberius" ist sicherlich kein schlechter Roman, kein uninteressanter Nachfolger einer erfolgreichen Geschichte, obwohl ich häufiger den Eindruck hatte, die Autorin verrenne sich und finde den roten Faden nicht wieder. Historisch ungemein sauber und fesselnd geschrieben, ist der zweite Band also durchaus zu empfehlen und macht neugierig darauf, wie es weitergeht, nicht nur mit der Figur des Gaius Cinna, sondern auch mit seinem Widersacher und Erzfeind Arminius. Leseprobe Die Offiziere schienen den Atem anzuhalten, diejenigen, die empört aufgesprungen waren, nahmen zögernd wieder ihre Plätze ein; kaum einer schaute in die Runde, die meisten richteten ihre Aufmerksamkeit auf ihre Stiefelspitzen. Tiberius trat zu seinen Leibwächtern und seine Hände umschlossen die Griffe ihrer Schwerter. Er zückte die Waffen, hob die Klingen und kehrte in den Ring seiner Offiziere zurück. "Wir haben einen gemeinsamen Feind" sagte er so leise, dass sich alle Aufmerksamkeit auf ihn richtete. "Einen Feind, der den Tod fürchtet und der ihn erleiden soll, wie er es verdient - durch ein Schwert. Und Ihr", er beschrieb mit den Klingen einen weiten Kreis, der die Anwesenden einzuschließen schien, "werdet meiner Schwerter sein". Details Taschenbuch: 560 Seiten Verlag: Heyne (Dez. 2004) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3453873602 ISBN-13: 978-3453873605 Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 11,8 x 4,6 cm http://www.heyne.de http://www.iris-kammerer.de/ Danke fürs Lesen und Kommentieren Michael Sterzik
  8. Cover des Buches Die Varusschlacht (ISBN: 9783406693311)
    Günther Moosbauer

    Die Varusschlacht

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  9. Cover des Buches Die Varusschlacht (ISBN: 9783548609713)
    Christian Pantle

    Die Varusschlacht

     (6)
    Aktuelle Rezension von: fastreader
    Endlich einmal ein Sachbuch, dass auch spannend zu lesen ist, und einen in die Geschehnisse hineinzieht. Dabei hat es dennoch viele interessante Fakten, auch wenn der Autor vielleicht hin und wieder seine persönliche Interpretation einfliessen lässt. Der Titel ist gewaltig untertreiben, in diesem Buch geht es nicht nur um die Schlacht im Teutoburgerwald, sondern um alle nennenswerten Aktionen der Römer in Germanien.
  10. Cover des Buches Als die römischen Adler sanken (ISBN: 9783866801295)
  11. Cover des Buches Die Hermannsschlacht (ISBN: 9783863478452)
    Heinrich von Kleist

    Die Hermannsschlacht

     (13)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches Marcus Caelius (ISBN: 9783896788085)
    LVR-Archäologischer Park Xanten

    Marcus Caelius

     (1)
    Aktuelle Rezension von: wolfschwerdt
    „Für Marcus Caelius, Sohn des Titus, eingeschrieben in den Stimmbezirk Lemonia, aus Bologna, Hauptmann (ersten Ranges) der 18. Legion; 53,5 Jahre alt. Er fiel im Krieg des Varus. Auch die Gebeine (der Freigelassenen) dürfen hier bestattet werden. Publius Caelius, Sohn des Titus, aus dem Stimmbezirk Lemonia, der Bruder, hat (den Grabstein) errichtet.“ So lautet die Inschrift des Grabsteines, der 1620 bei Fürstenberg gefunden wurde und um den herum im Jahre 2000 nach der Varusschlacht eine ganze Ausstellung errichtet worden ist. Um es gleich vorweg zu nehmen: nach der Lektüre des Begleitbuches zur Ausstellung „Marcus Caelius – Tod in der Varusschlacht“ betrachtet man alte Grabsteine im Allgemeinen und Römische im Besonderen mit ganz anderen Augen. Denn die 185 Seiten des anschaulich und umfangreich illustrierten Buches beschreiben all das, was uns die gerade einmal 5- zeilige Inschrift, die Ausstattung der Halbfigur des Verstorbenen und nicht zuletzt die lädierten Schulterbüsten zweier Freigelassener über den Hauptmann und seine Zeit mitteilen. Und das ist unglaublich viel. Jedes Wort, jedes Detail des Bildes und des Grabmals war mit Bedacht dargestellt worden. So ein Grabmal war weitaus mehr als nur ein familiärer Erinnerungsstein an einen Verstorbenen. Betrachtet man das Grabmal mit wissenschaftlich kulturgeschichtlichem Blick, so entfaltet sich allein durch die Inschrift die ganze Welt in der der Verstorbene gelebt hatte. Sozialer Status in Verbindung mit den gesellschaftlichen Strukturen und Regeln sind hier in Stein gemeißelt, ebenso wie Rang, Qualifikation oder politische Propaganda. Allein die Aussage „Er fiel im Krieg des Varus“ lässt auf die politischen Verhältnisse kurz nach der Varusschlacht schließen. Kein Wort von der verlorenen Schlacht, kein Hinweis auf den Tod des Feldherrn. Varus war nach dem Verlust dreier Legionen, zu denen auch Marcus Caelius gehörte, (noch) nicht in Ungnade gefallen. 53,5 Jahre war der Hauptmann alt geworden, immerhin aktiver Frontsoldat in der römischen Armee. Allein die Tatsache, das Alter so genau angeben zu können, lässt die hohe gesellschaftliche Stellung der Familie des Marcus Caelius erkennen. Es zeigt aber auch, wie die römische Armee strukturiert war, die bei ihren wichtigsten Offizieren Wert auf langzeitige militärische Erfahrung legte, Erfahrungen, über die die Vorgesetzten der Hauptleute in der Regel nicht verfügten. Die Analyse des Grabsteins, die in Buch und Ausstellung vorgenommen wird, zeigt wie komplex das Gefüge der römischen Gesellschaft war. Es gab eben nicht nur den Unterschied zwischen römischen Bürgern und Nichtbürgern, sondern innerhalb der Bürgerschaft noch zahlreiche Differenzierungen. Denn für die Römer war die Herkunft, die Vergangenheit waren die Ahnen geradezu von existenzieller Bedeutung. So machte es einen gehörigen Unterschied, ob jemand frei geboren, also Nachkomme freier Bürger oder ob er beispielsweise nur Nachkomme Freigelassener war. Und selbstverständlich spielte es eine Rolle, ob der Bürger aus Rom selbst oder aus einer römischen Provinz stammte. Marcus Caelius jedenfalls konnte auf eine echte römische Abstammung zurückblicken, wie die auf den ersten Blick merkwürdig erscheinende Inschriftenteil „eingeschrieben in den Stimmbezirk Lemonia“ belegt. Ist man erst einmal in die Lektüre des Buches „Marcus Caelius – Tod in der Varusschlacht“ eingestiegen, kommt man aus dem Staunen kaum heraus. Und nach jedem Kapitel wird man neugierig auf Mehr. Am Ende kann es einem passieren, dass man ganz besessen darauf ist, auch andere Grabmale zu betrachten und zu analysieren. Auch hier wird man in dem Buch durchaus fündig. Denn die unzähligen Informationen, die das Grabmal des Caelius liefert lassen sich ja nur deshalb herauslesen, weil man Vergleiche von Grabmalen anderer Personen hat, über die zusätzliche, beispielsweise archäologische oder literarische Quellen zur Verfügung stehen. Und natürlich geben auch die zahlreichen anderen antiken Inschriften Aufschluß darüber, welcher Code den gewählten Formulierungen und Abkürzungen zugrunde liegt. Denn natürlich muss man erst einmal wissen, das „MCAELIOTF“ soviel bedeutet wie: „M(arco)CEALIO T(iti) F(ilio)“ oder eben „Marcus Cealio Sohn des Titus“. Abkürzungen auf Grabsteinen und Inschriften waren zu Caelius Zeit so üblich wie heute unsere Abkürzungen für Grüße, Firmen, Gegenstände, nur verstehen kann man das alles nur, wenn man es kennt. Interessant auch die sogenannte Rezeptionsgeschichte am Ende des Buches, eine Abhandlung über die Geschichte des Grabmals nach seinem Fund im Jahre 1620 und den Umgang mit dem Fund bis in unsere heutige Zeit. Ein Ausflug in das Thema „Grabinschriften gestern und heute“ eröffnet ebenfalls neue Perspektiven auch auf unsere heutige Grabkultur. Und ganz hervorragend auch der Anhang. Kapitel für Kapitel werden hier die Teile des Grabmals auf einem Foto hervorgehoben, die jeweils analysiert wurden. Und natürlich wird zu den behandelten Themen weiterführende Literatur angegeben. 27 Kapitel, verteilt auf die Themenschwerpunkte „Politik und Gesellschaft, Lebenswelten, Militär, Bilderwelten und Rezeption“ vermitteln ein Hintergrundwissen zur römischen Gesellschaft des Prinzipats, das man sich ansonsten sicherlich aus verschiedenen Quellen recht mühsam zusammensuchen müsste.
  13. Cover des Buches Die Varusschlacht: Der germanische Freiheitskrieg im Teutoburger Wald mit den großen Römern (ISBN: 9781720284925)
  14. Cover des Buches Varusschlacht (ISBN: 9783833493638)
    Christian Schoppe

    Varusschlacht

     (1)
    Aktuelle Rezension von: cicero
    Wenn nicht Kalkriese, wo also dann? Dieses Buch ist gewissermaßen die Fortsetzung der Streitschrift von Schoppe, Schoppe & Schoppe, mit der sie die Lokalisierung der Varusschlacht bei Kalkriese infrage stellen. Damit haben sie sich in der Varusschlacht-Szene bereits einen Namen gemacht und allein deshalb schon kann man an diesem Buch nicht einfach vorbeigehen. Das Buch macht also dort weiter, wo die Streitschrift aufhört: Nachdem es Kalkriese nicht sein kann, erhebt sich die Frage nach dem wahren Ort. Und dazu hat dieses Buch reichlich Material und einfallsreiche Argumentation zu bieten. Im Gegensatz zu manch anderer Publikation wird die Varusschlacht zudem in den breiten Hintergrund der Gesamtgeschichte eingebettet. Die vorgeschlagene Lokalisierung klingt plausibel. Alles in allem haben die Schoppes einen beachtenswerten Diskussionsbeitrag geliefert.
  15. Cover des Buches Auf der Suche nach den verlorenen Legionen (ISBN: 9783932147456)
    Tony Clunn

    Auf der Suche nach den verlorenen Legionen

     (2)
    Aktuelle Rezension von: MichaelSterzik
    "Varus gib mir meine Legionen zurück" soll Kaiser Augustus geschrieen haben, als er hörte das drei Legionen des römischen Imperiums vernichtend geschlagen worden sind. Damit war die Eroberungspolitik für Germanien kein Thema mehr. ca. 25000 Menschen verloren in einer dreitägigen Schlacht ihr Leben. Darunter Frauen, Kinder, Sklaven, Zivile Händler und natürlich 18000 Legionäre. Über den Ort dieser Schlacht wird seit Jahrzehnten debattiert und es gibt mehr wie ein Szenario, mehr wie ein theoretisches Schlachtfeld. Vielleicht sollten wir lieber an dieser Stelle von Schlachtfeldern sprechen, denn der Troß denn diese Menschenkette von Soldaten hatte muß ca. 10 km lang gewesen sein. Immer wieder griffen die Germanen die Legionäre an und in der Nacht hörte man die Schreie von Freunden die gefoltert und verstümmelt wurden, als Opfer für die Götter der Germanen. Es muss ein unheimliches Gemetzel gewesen sein. Der Autor dieses Buches - Tony Clunn ging auf Spurensuche und wurde im Osnabrücker Land fündig. In Kalkriese muss es zu einer Schlacht gekommen sein, neben Münzen, wurden auch Waffen und militärische Ausrüstungsgegenstände gefunden, die darauf schließen lassen, dass hier ein Kampf stattgefunden hat. Wenig später fanden die Archälogen 8 Knochengruben mit Gebeinen von Menschen und Tieren. Die Verletzungen an den Knochen bewiesen, dass sie durch das Schwert umgekommen sind. War nun Kalkriese das Schlachtfeld, dass man gesucht hatte, oder war es der Anfang einer Vernichtung. Definitiv war es eine Falle, eine Zange für die Römer die auch mit ihrer militärischen Taktik nichts mehr entgegensetzen konnten. Zwischen Moor und einen künstlich errichteten Wall wurden die Römer massakriert. Der Autor Tony Clunn erzählt in seinem Buch von den ersten anfänglichen Funden von Münzen bis zur groß angelegten Suche durch Archälogen. Doch er lässt Germanen und Römer zu Wort kommen und verbindet die Indizien mit einer "fiktiven" Story und stellt so eine spannende Geschichte vor. Fakten und Fiktion sind hier wunderbar kombiniert.Spannend werden Einzelschicksale erzählt von einfachen Römern, von Soldaten und Offizieren die vor den Schrecken standen, einen Feind zu bekämpfen der übermächtig zu sein schien. Fazit Sehr empfehlenswert, auch wenn erst die nächsten Jahre noch mehr Licht in das Dunkel bringen mögen. Ein Teil der Legionen ist aufgetaucht....ein Teil des Rätsels evtl. gelöst, doch warten noch unzählige Fragen. Ein Tipp noch: Das Museum und das "Schlachtfeld" sind einen Kurztrip in jeden Fall wert. Michael Sterzik
  16. Cover des Buches Varus (ISBN: 9783453470897)
    Iris Kammerer

    Varus

     (40)
    Aktuelle Rezension von: skyrell
    Zu Beginn haben mich die römischen Namen völlig verwirrt. Allzu oft dachte ich: Quintus Sextus? Gajus Werauchimmer? Wer ist das schon wieder? Doch mit der Zeit wusste ich, von wem die Rede ist.
    Sehr interessant fand ich die Beschreibung des Lagerlebens. Ich konnte gute Einblicke in die Welt eines Legionärs gewinnen, aber auch in die germanische Gesellschaftsordnung der damaligen Zeit.
    Trotz des Titels spielt Varus eine eher untergeordnete Rolle. Auch Arminius wird für mich nicht ausreichend beschrieben. Man erfährt nichts über seine Beweggründe (über die es natürlich keine Aufzeichnungen gibt, aber die Autorin hätte zumindest den Versuch einer Erklärung unternehmen können). Stattdessen wird die Geschichte des Schreibers Annius erzählt, der immer zufällig am Ort wichtiger Entscheidungen anwesend ist.
    Die Beschreibung der germanischen Überfälle beim Rückzug der Römer war detailreich und extrem grausam. Da waren Bilder vor meinen Augen, an die ich mich nicht erinnern möchte.
    Trotz allem: für Freunde historischer Romane und Liebhaber von Sandalenfilmen durchaus lesenswert.
  17. Cover des Buches Der Sieg über Varus (ISBN: 9783423247337)
    Hans Dieter Stöver

    Der Sieg über Varus

     (2)
    Aktuelle Rezension von: wolfschwerdt
    Die Germanen gegen die Weltmacht Rom, so lautet der Untertitel des Buches „Der Sieg über Varus“ des Historikers, Sachbuch- und Romanautors Hans Dieter Stöver. Im Mai 2009 erschienen, entzieht sich das Buch nicht nur zeitlich ein wenig der Konkurrenz der zahlreichen Bücher, die im Frühjahr zum 2000 jährigen Jubiläum der Varusschlacht auf den Markt gebracht wurden. Auch in seiner Form der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema, fällt das Buch ein wenig aus dem Rahmen. Schon Titel und Untertitel gerieren sich außerordentlich neutral. Keine Gegnerschaft zwischen Arminius und Varus wird da propagiert, da ist auch nicht die Rede von Schicksalsschlacht und auch nicht vom Sieg über das Imperium. Nein, es geht um den Sieg über Varus im Rahmen der Aktivitäten der Germanen gegen die Weltmacht Rom. Nüchtern ist die Darstellung der Ereignisse die mit dem Besuch des Germanicus auf dem Feld der Varusschlacht beginnt, aber keineswegs. Stöver bedient sich mit der szenischen Erzählung über die Ereignisse aus der Sicht eines Überlebenden der Varusschlacht, des fiktiven Sextus Pedius, eines Stils, dem man die Erfahrung als Autor historischer Kriminalromane anmerkt. Pedius führt in immer wieder in den Sachtext eingeblendeten Szenen den Leser ganz anschaulich und lebendig durch die wesentlichen Ereignisse des Germanien zur Zeit des Augustus, die vor, während und nach der Varusschlacht stattgefunden haben. Mit dem Besuch des Schlachtfeldes unter Germanicus im Jahre 15 nach Christus, werden bei Pedius die Erinnerungen an die Vergangenheit wieder wach. Und so beginnt die erzählte Geschichte mit dem Auftrag, ein Reiterstandbild des Augustus in die neue römische Zivilsiedlung Waldgirmes zu bringen, geht mit der „Beförderung“ zum Spion, der möglichst viel über die Stimmung der Germanen herausfinden soll weiter und endet bei den traumatischen Ereignissen der Varusschlacht, die Pedius als einer der ganz wenigen überlebt, um darüber berichten zu können. Als guter Beobachter zeichnet Pedius die Charakterbilder des Arminius und der anderen germanischen Führungspersönlichkeiten, aber auch des Varus. Der Leser, bekommt durch die Beschreibungen der alltäglichen Abläufe in den römischen Lagern und der Armee das Gefühl, dabei zu sein und die Situation und Ereignisse aus römischer, zeitgenössischer Sicht zu beurteilen. Und genau die zeitgenössische Sicht ist es, die es Stöver in seinem Buch hervorragend gelingt, darzustellen. Abseits jeden Pathos und jeder persönlichen Wertung setzt er mehrere stilistische Mittel ein, um den Leser einerseits spannend, andererseits sachlich und umfassend zu informieren. Der Leser wird nicht belehrt, er wird informiert. Und deshalb ist die Szenenhafte Erzählung um Pedius auch nur ein Teil des didaktischen Ganzen. Abgesehen vom in den Text integrierten Glossar, das die Fachbegriffe, die in den Pediusszenen fallen, erläutert, folgen den „Abenteuern“ ereignisbezogene analytische Sachtexte zu Fragen der Quellen, der Fakten, der geschichtlichen Hintergründe. Da erfährt der Leser viel über Logistik und Struktur der römischen Armee, insbesondere unter den speziellen Bedingungen in Germanien, über den aktuellen Stand der Archäologie, beispielsweise zur „Stadtgründung“ Waldgirmes, zum Prinzip der Romanisierung, natürlich noch einmal historisch gesichertes über die handelnden Personen wie Tiberius, Augustus, Varus, Arminius, Segestes, Germanicus, Drusus und andere mehr. Und die Behandlung der Frage nach dem Ort der Varusschlacht darf natürlich auch nicht fehlen, ist hier aber keine separate Pflichtübung, sondern ergibt sich zwingend aus dem Buchkonzept selbst. Das Buch ist auch dann empfehlenswert, wenn man sich bereits andere Bücher zu diesem Thema zugelegt hat. Denn es verbindet mit den Pediusszenen Einsteigerqualitäten, befriedigt mit den Sachkapiteln die Bedürfnisse interessierter und durchaus auch anspruchsvollerer Laien und bietet nicht zuletzt mit den Interviews zu besonderen Fragen auch noch fundiertes Spezialwissen. Stövers Interviewpartner sind nicht Irgendwer. Über Waldgirmes beispielweise spricht Stöver mit Dr. Dr. Armin Becker, unter anderem seit 2002 Mitarbeiter am Projekt „Waldgirmes“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Prof. Dr. Siegmar von Schnurbein, ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts mit Forschungsschwerpunkt Archäologie der germanischen Provinzen Roms, gibt Auskunft über die Bewertung der Varusschlacht und den Stand der Diskussion hinsichtlich der Provinzwerdung Germaniens. Wo hat die Varusschlacht stattgefunden? Diese Frage bespricht Stöver mit dem Stadt- und Kreisarchäologen in Osnabrück, Prof. Dr. Wolfgang Schlüter, ehemaliger Leiter des Forschungsprojektes „Archäologische Erforschung spätaugusteischer Militäroperationen im Engpass von Kalkriese bei Bramsche, Landkreis Osnabrück“. In vielerlei Hinsicht sehr interessant schließlich die militärisch- militärgeschichtliche Komponente der Varusschlacht, die Stöver mit Bundeswehrgeneral a.D. Dr. Klaus Reinhardt diskutiert.
  18. Cover des Buches Der Krieger (ISBN: 9783453471603)
    Geraint Jones

    Der Krieger

     (2)
    Aktuelle Rezension von: MichaelSterzik
    „Varus, gib die Legionen zurück“ soll Augustus verzweifelt ausgerufen haben, als er den Bericht von der Vernichtung der drei Legionen im fernen Germanien vernahm. Ein Achtel der römischen Streitkräfte wurden von dem Cheruskerfürsten Arminius bis auf wenige Überlebende gänzlich vernichtet. Ausgerechnet Arminius, aufgewachsen als Geisel in Rom. Militärisch ausgebildet, hoch dekoriert, vertrauensvoll – ihm gelang es die vielen auch miteinander verfeindeten Stämme Germaniens zu vereinen.

    Irgendwo im Teutoburger Wald wurden ca. 24000 Legionäre, Hilfstruppen und wahrscheinlich ein paar tausend Familienangehörige, Zivilisten, Sklaven, usw. getötet. Die Niederlage war auch das Ende des Eroberungskrieges in Germanien.

    In dem vorliegenden Roman: „Der Krieger“ von dem amerikanischen Geraint Jones, thematisiert der ehemalige Elitesoldat, die Ereignisse dieser mehrtägigen Schlacht.
    Als Soldat war er bei mehreren Kampfeinsätzen in Afghanistan, im Irak und in Krieg gegen somalische und nigerianische Piraten. Die Schrecken eines Kampfes auf Leben und Tod, die Verzweiflung, die erlebten Verluste an Kameraden, vielleicht Freunden und nicht zuletzt die allgegenwärtige Angst, verarbeitete der Autor in diesem historischen Roman.

    „Der Krieger“ ist sein Debütroman und ja es klingt etwas merkwürdig: Ein Amerikaner, der eine „Schlacht“ zwischen Germanen und Römern beschreiben möchte? Eine gewisse Skepsis eröffnet sich dann ja doch, aber dem Autor Geraint Jones ist es gelungen, die Emotionen die so eine brutale, kriegerischen Aktion nun mal mitbringt, gut zu transportieren.

    Der Autor befasst sich nicht mit der Politik des römischen Weltreiches, auch nicht über den organisierten Widerstand der Germanen und es gibt jedenfalls in diesem Band keine Schilderung über die späteren Auswirkungen. Geraint Jones fokussiert sich ganz und gar auf die Perspektive des einfachen Soldaten und der etwas höher gestellten Feldoffiziere. Vielleicht ist etwas daran, dass Soldaten egal in welcher Epoche sie sich durchkämpfen identisch, vielleicht ähnlich fühlen!? Tausende von Kilometern entfernt, alleine unter Kameraden, die Zukunft ungewiss, vielleicht den Tod als einzigen Ausweg vor Augen?

    Geraint Jones hangelt sich ganz passabel entlang der historischen Quellen. Es gibt ein paar Be- und Umschreibungen, die nicht ganz passen, aber die Storyline passt sich der Vergangenheit gut an. Es geht dem Autor auch gar nicht darum, die Schlacht „neu“ zu erzählen, ggf. neu, oder anders zu interpretieren. Die Handlung bezieht sich ausschließlich auf die psychischen Herausforderungen, die eine achtköpfige Zeltgemeinschaft während dieser Schlacht ausgesetzt ist. Es gibt die abgeklärten Veteranen, für die, die Römische Armee ein Familienersatz ist. Den einfachen Soldaten, der seine 20-jährigen Dienstzeit überleben will und es gibt junge Rekruten die den brutalen Schrecken erst jetzt kennenlernen. Der Autor erzählt von Offizieren, die intrigant agieren, von Helden, die sich nicht an ihre Vergangenheit erinnern können, oder wollen. Die historischen Figuren eines Arminius, oder seines Gegners des römischen Statthalter Varus, sind nur Nebenfiguren.

    Transportiert in „Der Krieger“ werden hier Emotionen: Opferbereitschaft, Freundschaft, Feindschaft, Rache, Vergeltung, Liebe, Vertrauen – all das prägt und empfindet der einfache Soldat im Feld – und letztlich ist ja auch nur ein Mensch.



    Geraint Jones beschreibt in „Der Krieger“ den Lärm einer Schlacht verdammt laut und kompromisslos. Natürlich wird getötet und gestorben in einer Schlacht, es müssen Entscheidungen getroffen werden, die nicht jedem gefallen können. Vor allem die verzweifelte Angst bekommt hier eine ganz eigene, durchdringende Atmosphäre – vielleicht kann man das als Autor auch nur beschreiben, wenn man es selbst er- und gelebt hat.

    Die Charaktere sind überschaubar platziert. Die Hauptfigur hat viel Potenzial – bleibt aber immer etwas im Schatten seiner selbst stehen. Dessen Beziehung zu dem Rädelsführer, Verräter und germanischen Freiheitskämpfer Arminius allerdings ist der größte Kritikpunkt des Buches. Es wirkt einfach zu wenig realistisch und allzu wild und absolut künstlich konstruiert. Die Handlung wie schon erwähnt schildert leider auch nur größtenteils die Perspektive der Römer – die Germanen und deren Motive bleiben unberücksichtigt. Nur Arminius erzählt, warum er diesen Weg gewählt hat – der dramatisch gesehen, auch sein eigener Untergang sein wird.

    Die Zeltgemeinschaft – diese acht Soldaten sind die Hauptakteure und sind gut und in sich stimmig ausgearbeitet. Den einen oder anderen könnte man ggf. in dem zweiten Teil dieser geplanten Reihe wieder treffen.

    Als Debütroman gesehen ein solider, historischer Roman, der die erschreckende Perspektive des einfachen Soldaten schildert. Geraint Jones sollte in seinen nächsten Werken mehr Nebengeschichten und Figuren einbauen, die ggf. auch historisch belegbar sind. Mehr vom Leben erzählen, und etwas weniger vom sterben und ganz sicher muss der übergreifende historische Augenblick eingefangen werden.

    „Der Krieger“ von Geraint Jones ist eine brutale, laute Momentaufnahme der Bestie namens Krieg. Erzählerisch gut, aber noch weit ausbaubar und bitte eine konzentrierte Handlung dem Blick auf die kleinen, wichtigen Details.

    Michael Sterzik



  19. Cover des Buches Signum - Die verratenen Adler (ISBN: 9783570280355)
    Michael Römling

    Signum - Die verratenen Adler

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Nazurka
    Der Beginn des Buches ist etwas holprig, man muss sich schon reinlesen und etwas Interesse mitbringen. Obwohl ich damals nicht sehr begeistert von den römischen Namen war, habe ich mich in die ersten.. sagen wir 50 Seiten reingelesen und ich muss sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat! Die Geschichte gerät immer und immer mehr in Fahrt, sodass man irgendwann nicht mehr die Finger davon lassen kann! Ganz abgesehen davon kann man seine Geschichtskentnisse aufs einfachste etwas verbessern, denn die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit - nur einzelne Gedankengänge der Charaktere, sowie die Geschichte neben der Schlacht sind fiktiven Ursprungs. Und auch wenn man nicht sehr Geschichtsbegeistert ist, schafft es Michael Römling, einem die Geschichte so spannend und fesselnd zu verkaufen, dass man gar nicht genug davon bekommen kann! Mich hat der Klappentext und das Cover dazu bewogen es zu kaufen und ich habe auf alle Fälle keinen Fehler damit gemacht! Auch der Schreibstil ist sehr angenehm und man findet sich auch recht zügig in der Geschichte ein. Die Protagonisten muss man einfach lieben, ebenso wie einige Nebencharaktere. Man bangt mit, rätselt, freut sich mit den Charakteren. Da macht es doch Spaß, zu lesen!
  20. Cover des Buches Wolf und Adler (ISBN: 9783453873629)
    Iris Kammerer

    Wolf und Adler

     (15)
    Aktuelle Rezension von: MichaelSterzik
    Als Varus zusammen mit drei Legionen vom Verräter und Vertrauten Arminius vollständig vernichtet wurde, ging ein Klagen durch Rom. Verloren waren nicht nur 18.000 Legionäre (mit Hilfstruppen 25.000) sondern auch die Symbole der drei bis auf den letzten Mann verlorenen Legionen. Germanicus, ein Römer und Freund des Varus, schwört, den Feind und Verräter zu besiegen und die Wahrzeichen der drei vernichteten Legionen heim ins römische Reich zu bringen. Germanien wird überzogen von der Erhebung neuer Truppen, die aus Einheimischen rekrutiert werden. Viele Stämme haben Rom die Treue geschworen; deren Tribut und Treue wird nun eingefordert. Für die zivile Bevölkerung wird dieser Krieg schrecklich werden. Die römische Armee kennt nur Verbündete oder Feinde, nur Krieg oder Frieden. Ein Schrecken überfällt Germanien und es beginnt die Jagd nach dem Verräter Arminius. Die Schlachtfelder werden von den Legionen unter Germanicus aufgesucht. Ein erschreckender Anblick eröffnet sich den Heeren des römischen Reiches und dessen Verbündeten. Die Pferde und Fußsoldaten waten in den Knochen der gefallenen Freunde, Verwandten und Soldaten. Sie betreten Opferhaine, in denen die Soldaten zum Tribut und Wohlgefallen der heimischen Götter blutig geopfert wurden. Zeugnis davon künden die menschlichen Knochen und Schädel, welche die Altäre der Germanen zieren. Brutal und rücksichtslos entbrennt ein Rachefeldzug der Römer. Dörfer der Germanen werden vollständig vernichtet. Gefangene werden kaum gemacht. Der Hass und die Vergeltung überwiegen. Im dritten Teil der Trilogie von Iris Kammerer, "Wolf und Adler", geht es primär um den rücksichtslosen Rachefeldzug des römischen Oberbefehlshabers Germanicus, der ehrgeizig und manchmal entgegen jeglicher Vernunft handelt. Die Geschichte Gaius Cinna, der ein ganzes Jahr lang Geisel eines cheruskischen Fürsten inmitten von Germanien gewesen ist und nach seiner Rückkehr alle Titel und Vorzüge seines väterlichen Namens verloren hat, findet sich als Werkzeug des Germanicus in einem Rachefeldzug gegen die Aufständischen wieder. Als erfahrener Unterhändler und ehemals Gefangener in der Provinz Germanien ist dieser mit den Bräuchen, der Kultur und der Taktik des Feindes vertraut. Als Kommandeur einer Einheit von einheimischen Truppen steht er zwischen zwei Welten. Verheiratet mit einer Fürstentochter und Vater ihrer Kinder, beißen ihn Gewissensbisse, welche die Einheit und die Liebe zu seiner Frau auf eine harte Probe stellen. Einerseits strebt Cinna nach Vergeltung für die Schmach und die Schande, die er in dem Jahr der Gefangenschaft erleiden musste, andererseits erkennt er durch genau dieses Wissen, dass der Krieg gegen die germanischen Stämme nicht zu einem endgültigen Sieg führen kann. Zu groß sind die Verluste der Römer und ihrer Verbündeten. Genauso großes Leid erfahren die Zivilisten im germanischen Reich, deren Söhne entweder auf dem Schlachtfeld zum Ruhme Roms fallen oder gar nicht erst wiederkehren. Cinna verspricht sich von der Teilnahme des Feldzuges die Chance sein Erbe, seine Titel, ja seines Vaters Besitz wieder antreten zu können, aber ist dies der Mühe und Entsagung wert? Seine Frau, verheiratet mit einem römischen Offizier, aber Tochter eines germanischen Fürsten, setzt ihn unwissentlich unter Druck. Für welche Welt, für welche Zukunft kann er sich entscheiden, ohne seine Pflichten gegenüber Rom und Familie zu verletzen oder gar zu brechen? Meine Meinung Der dritte und letzte Teil der Trilogie rund um den Offizier Gaius Cinna ist sicherlich eine Steigerung gegenüber dem zweiten. In "Wolf und Adler" beweist Iris Kammerer sie sehr gekonnt ihr Wissen um die römische Besatzung Germaniens und die Kriege, welche diese Region erschütterten. War der erste Teil durch Einführung und Entwicklung der Hauptperson getrieben, der zweite durch die Festigung der Handlung, so bildet der dritte Teil einen krönenden Abschluss der Erzählkunst rund um Cinna und seine Familie. Der Krieg in Germanien und Rachefeldzug des Germanicus brachte viel Leid in die Lande der einheimischen Stämme. Bruder gegen Bruder, Vater gegen Vater - die Zustände in einem fast schon bürgerkriegsähnlichen Szenario sind grausam und für beide Seiten vernichtend; nicht nur auf dem Felde, sondern auch in den Herzen der Menschen, der Bevölkerung - durch Vorurteile und vielleicht Entscheidungen, die nur zum Guten des eigenen Stammes getroffen worden sind, bleiben die Prinzipien und die Ehre auf dem Schlachtfeld. Die Einfachen des Volkes sind die eigentlichen Opfer des Krieges und der Gewalt, genauso wie das persönliche Empfinden und das Gewissen. Iris Kammerer hat sich nach dem für mich eher enttäuschenden zweiten Teil erzählerisch selbst übertroffen. Die Handlung ist plausibel und mitreißend von der ersten Seite an. Nicht nur Kampf und Gewalt sind Bestandteil der Geschichte, sondern vielmehr tragen die Gespräche zwischen den Protagonisten positiv zum Abschluss der Geschichte bei. Cinnas Konflikte zwischen Vernunft und Gefühl, zwischen Ehre und Gewissen sind einfühlsam und nachvollziehbar beschrieben und fügen der gesamten Handlung einen wichtigen Aspekt hinzu. Seine Zerrissenheit und seine Motivation, seiner Frau jeglichen Wunsch zu erfüllen, bilden den Handlungsrahmen. Iris Kammerer bezieht sich historisch auf viele konkrete Fakten und bringt uns dazu, darüber nachzudenken, wie weit wir persönlich selbst gehen würden, sollten wir uns in einer ähnlichen Position befinden. - Leseprobe - - Leseprobe - "Diesmal wird dieser meineidige Verräter mir nicht entkommen, denn diesmal weiß ich, wie ich ihn fangen kann, diesen Wolf, der mit seiner Meute durch die Wälder schleicht und auf der Suche nach Beute in die Dörfer der Menschen einbricht. Wir werden die Hilfe der Götter benötigen, denn wir werden schnell sein müssen, schneller als jemals zuvor. Wir werden ins Herz seines Landes eindringen, ehe er sich versieht, werden wir das Dickicht umzingelt haben, in dem er sich verkriecht, ihn hinaustreiben und stellen. Vater Jupiter möge mir beistehen, dass ich den Verräter im Blick haben werde, als wäre ich ein Adler, der über dem Schlupfloch des Wolfes kreist und jede seiner Regungen belauert. Er möge mir beistehen, wenn ich herabstoße und die Bestie ergreife, sie aus der Dunkelheit ihres Verstecks ans Licht zerre und an Felsen zerschmettere, hinter denen sie uns belauerte. Wenn ich ihre Leber zerreiße, um den blutenden Leib auf dem Altar meines Vaters niederzulegen. Eine Rede des Germanicus zu seinen Legionen in dem Feldzug gegen Arminius und seine Verbündeten. Fazit Ein höchst gelungener Abschluss der Geschichte, die sich über drei Bände erstreckt. Zum Schluss bleiben jedoch einige Fragen offen, und fast wünsche ich mir einen vierten Band um den römischen Offizier Gaius Cinna. Zwar hat sich die Autorin im zweiten Teil "Die Schwerter des Tiberius" ein wenig in der Historie verrannt, jedoch hat sie es verstanden, in "Wolf und Adler" Geschichte und Unterhaltung perfekt zu kombinieren. Der atmosphärisch dichte Roman lässt wenige Fragen offen, und vor dem geistigen Auge läuft die Handlung ab wie bei einem sehr guten Film. Unterhaltung, Information und das Mitfiebern mit der Hauptperson sind perfekt inszeniert. - Details - Originalausgabe Taschenbuch, 560 Seiten http://www.heyne.de http://www.iris-kammerer.de/ Broschiert: 560 Seiten Verlag: Heyne (März 2007) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3453873629 ISBN-13: 978-3453873629 Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 11,8 x 3,6 cm Danke fürs lesen und kommentieren. Michael Sterzik
  21. Cover des Buches Der Thule-Code (ISBN: 9783837505672)
    Andreas Hoppert

    Der Thule-Code

     (7)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches 2000 Jahre Varusschlacht - Imperium (ISBN: 9783806222807)
    Landesverband Lippe

    2000 Jahre Varusschlacht - Imperium

     (2)
    Aktuelle Rezension von: wolfschwerdt
    Der Begleitband zur Sonderausstellung MYTHOS, die 2009 in Detmold im Rahmen des Ausstellungsprojektes IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS zu sehen war, behandelt teilweise nahezu identische Themen, wie der Begleitband zur Sonderausstellung KONFLIKT in Kalkriese, und dennoch fehlt bei der Lektüre das Gefühl dass sich hier etwas wiederholt. Immerhin werden hier auf rund 120 Seiten die Germanen archäologisch noch einmal so richtig unter die Lupe genommen. Aber natürlich ist bei der Ausstellung MYTHOS die Zielsetzung eine andere. Es geht ja um den Mythos, der, wie wir wissen, aus dem römischen Offizier Arminius den urdeutschen Hermann der Cherusker gemacht hat. Aber gerade hier zeigt sich, wie wichtig die archäologisch-analytische Vorarbeit über die Germanen im Rahmen des Ausstellungsbandes ist und warum diese mit 120 Seiten fast die Hälfte des inhaltlichen Teils füllt. Über Arminius gibt es nämlich kaum belastbare historische Informationen. Dr. Peter Kehne beispielsweise stellt in seinem Aufsatz „Der historische Arminius“ fest, dass bereits die Schreibweise, Phonetik, Herkunft und Bedeutung seines Ruf- bzw. Beinamens unsicher sind. Und die Sache mit dem römischen Offizier ist wohl ebenso fraglich wie die zahlreichen häufig publizierten biographischen Daten und historischen Datierungen, von den unterstellten Motiven, gegen Rom ins Feld zu ziehen, ganz zu schweigen. Sicher ist aber wenigstens, dass es Arminius gab und dass er der oder ein Rädelsführer des Aufstandes gewesen war. In der Rezeption der historischen Ereignisse befassen sich die Autoren dann mit dem, was Arminius und die Varusschlacht so berühmt gemacht hat, „Die Erfindung der Deutschen Nation“. Und wieder eine Überraschung. Die Deutsche Nation haben die Römer, allen voran der Geschichtsschreiber Tacitus mit seiner Germania erfunden. Die wiederum war lange Zeit verschollen und tauchte erst Mitte des 15. Jahrhunderts wieder auf. Im 16. Jahrhundert diente die Germania als Grundlage für die Ausbildung eines germanischen statt eines bis dato geltenden römischen Selbstverständnisses der Führungseliten. Ausgerechnet der französiche Edelmann Georges de Scudéry brachte den germanischen Helden in seiner Tragikomödie „Arminius oder die feindlichen Brüder“ im 17. Jahrhundert auf die Bühne und weitere französische Kulturschaffende bedienten sich der Figur des Arminius für ihre politischen Werke im folgenden Jahrhundert. Erst im 19. Jahrhundert wurde Arminius so richtig von den Deutschen entdeckt, es war die Zeit der Entstehung der europäischen Nationalstaaten, des Deutschen Kaiserreichs und der politischen Mythologien. Das Buch MYTHOS vermittelt nicht nur die historischen Ereignisse, sondern viel mehr noch die politisch-ideologischen Hintergründe. So setzen sich die Autoren vor allem mit der Frage nach den Interessen und Intentionen von Geschichtsschreibung und mit der Definition, Vermittlung und Funktion von politischen Mythen auseinander, eine wesentliche Voraussetzung dafür, zu verstehen, warum die teilweise abenteuerlichen Gründungsmythen der europäischen Nationen im 19. Jahrhundert funktionieren konnten. Die Lektüre des Ausstellungsbandes macht auch deutlich, dass Deutschland mit seinen völkischen Nationalideologien im 19. Jahrhundert nicht alleine stand. So hatte etwa Frankreich seinen Vercingetorix, die Schweiz mit Wilhelm Tell ihren ideellen Gesamtschweizer, die Briten ihre keltische Kriegerkönigin Boudicea, die Holländer ihren Bataverkult und die Belgier den Ambiorix. Im 19. und 20. Jahrhundert feierte die Ideologisierung und Politisierung der Wissenschaften und damit auch der Archäologie ihre Höhepunkte. Auch dieser Geschichte der Geschichte nehmen sich Ausstellung und Begleitbuch ausführlich an. Und am Ende der Lektüre wundert es kaum noch, weshalb man vor dem Hintergrund unzähliger Publikationen zum Thema Römer, Germanen, Varusschlacht und Arminius trotzdem guten Gewissens sagen kann: mit der Forschung befindet man sich noch am Anfang. Vieles scheinbar gesicherte Wissen ist im Rahmen der Rezeption und der Interpretation archäologischer Funde vor dem Hintergrund ideologisch-politischer Mythenbildung entstanden. Und so ist an der Aufarbeitung des Themas „Rom – Germanien – Varus – Arminius“ anlässlich des 2000sten Jubiläums der Schlacht die Befreiung der Geschichtsschreibung vom ideologischen Schutt, das wirklich Spannende und sinnvolle. Gerade die Ausstellung MYTHOS und der dazugehörige Begleitband belegen anschaulich, was es bedeutet „aus der Geschichte zu Lernen“. Ein aktuelles Beispiel für die Mythologisierung einerseits und einen gelungenen Lernprozess andererseits ist sicherlich die Verortung der historischen Stätte der Varusschlacht. Wieviel Streit hatte es um die Frage gegeben, wo die Schlacht denn tatsächlich stattgefunden habe. Wissenschaftliche Argumente wurden ins Feld geführt, um den einen oder anderen Ort als historisches Schlachtfeld zu be- oder widerlegen. Und viele Laien und manche Wissenschaftler streiten sich immer noch. Aber im Grunde ist klar, wie Stephan Berke in seinem Beitrag „die Suche nach der Örtlichkeit der Varusschlacht“ herausarbeitet und sich dabei auf einen vom Münsteraner Althistoriker und Archäologen Friedrich Koepp 1908 gehaltenen Vortrag beruft: „Ob Varus bei Detmold oder bei Barenaue, bei Iburg oder sonst wo sich ins Schwert gestürzt hat, ist wirklich so wichtig nicht, dass man sich darum mit seinem Mitmenschen verzanken sollte.“
  23. Cover des Buches 2000 Jahre Varusschlacht - Konflikt (ISBN: 9783806222791)
    Museum und Park Kalkriese

    2000 Jahre Varusschlacht - Konflikt

     (2)
    Aktuelle Rezension von: wolfschwerdt
    Mit der Varusschlacht selbst befasst sich nur ein kleiner Teil der Ausstellung KONFLIKT und des dazugehörigen Begleitbandes. Natürlich, die Ausstellung KONFLIKT findet im Museum und Park Kalkriese, dem Schlachtfeld des „gefeierten“ Ereignisses vor 2000 Jahren statt, und allein deshalb gehört die Beschreibung der Schlacht und des Schlachtfeldes unter historischen und archäologischen Aspekten einfach dazu. Thema aber sind die Germanen. Und es geht tatsächlich um die Germanen, nicht um Arminius. Schritt für Schritt nähern sich die Autoren unter verschiedensten Blickwinkel der Frage, womit hatten es die Römer eigentlich zu tun, in den Jahrhunderte währenden Konflikten mit den Germanen. Das Wort womit ist dabei ganz bewusst gewählt, denn es stellt sich nicht in erster Linie die Frage nach Personen, sondern nach kulturellen Besonderheiten, nach Mentalitäten, sozialen Strukturen, nach Motiven und Werten, die die Germanen antrieben, die sie am Ende das römische Reich überwinden ließen. Letztendlich ist der Kalkriese-Teil des Ausstellungsprojektes IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS ganz auf Konfliktforschung ausgelegt. Und während die Motivation, Struktur und Logistik römischer Kriegsführung ausführlich in Ausstellung und Buch IMPERIUM behandelt wird, sind hier in Kalkriese nun die Germanen dran. Wie sahen die Römer die Germanen, was hielten die antiken Autoren von den germanischen Kriegern, was sagen uns die zeitgenössischen Quellen, was erfahren wir aus der Literatur, beispielsweise aus dem Nibelungenepos über die germanische Denkweise. Noch wichtiger aber die Frage: wie sind diese Quellen zu bewerten? Fragen der Interpretation ergeben sich auch bei den archäologischen Quellen und Funden. Scheinbar eindeutig die Massengräber in den Brunnen, die auf brutalste Massaker der Germanen hinweisen. Die Germanen also doch nur ein Volk von Barbaren? Schnell wird dem Leser von KONFLIKT klar, dass man vor dem Hintergrund unserer heutigen Moralvorstellungen der Welt der Germanen überhaupt nicht beikommen kann. Das Leben der germanischen Elite war der Krieg, der auch dann zur Grundlage des germanischen Sozialsystems gehörte, wenn keine Römer als Gegner zur Verfügung standen. Die im Rahmen der Ausstellung präsentierten Untersuchungen und Funde der vorrömischen Eisenzeit, als sich die germanischen Gefolgschaften gegenseitig bekämpften und auch die Entwicklung zu kriegerischen Großstämmen in den nachchristlichen Jahrhunderten, sprechen eine deutliche Sprache. Treue und Ehre waren die Triebkräfte der mit dem Sammelbegriff Germanen bezeichneten Ethnien an der Nordwestgrenze des römischen Imperiums, Plünderzüge eine Wirtschaftsform. Treue und Ehre waren die Bindekräfte innerhalb der germanischen Gemeinschaften aber auch die Triebkräfte von Konflikten. Das ganze Spektrum germanischer Präsenz wird in Ausstellung und Buch vorgestellt. Da geht es um die Germanen in römischen Diensten, die Germanen als Bürger Roms, die Germanen im Ostseeraum oder als Gründer von Fürsten- und Königstümern. Neueste Forschungen gehen in die Untersuchungen mit ein, sei es in Form der Funde und Interpretationen von skandinavischen Kriegsbeuteopfern, von offensichtlich sakral motivierten Massakern an einer vermutlich römischen Familie oder an den neuesten Erkenntnissen vom Schlachtfeld am Harzhorn. Struktur und Entwicklung germanischer Eliten werden untersucht, dabei kommt auch die historisch – methodische Diskussion nicht zu kurz, die sich beispielsweise in dem Kapitel „Bauern – Häuptlinge – Fürsten, Kulturanthropologische Modelle archaischer Herrschaftssysteme und die Archäologie der frühen Germanen“ ausdrückt. Aber im Zentrum der Präsentation stehen natürlich die materiellen Relikte, wie die Fürstengräber der älteren römischen Kaiserzeit bei Hagenow, die Fürstengräber von Lübsow, das germanische Fürstengrab von Gommern oder das Grab des Frankenkönigs Childerich allesamt mit prächtigen Kunstgegenständen ausgestattet. Der Begleitband KONFLIKT folgt in seinem Aufbau der Gliederung der Sonderausstellung, die –wie in der Einführung vorgestellt- recht avantgardistisch gestaltet ist. Sogenannte Konfliktkeile ragen in den Ausstellungsraum hinein und bilden einen Ausstellungsparcours, der die Informationen anschaulich, konzentriert und multimedial präsentiert. Die Ausstellung beginnt mit den Hintergründen und dem Verlauf der Varusschlacht, um sich dann dem Germanischen Krieger und den Markomannenkriegen zuwenden. Der Abschnitt „der westliche Ostseeraum“ ist sicherlich eines der inhaltlichen Highlights der Ausstellung, befasst sie sich doch mit jenen Regionen, in denen die Germanen ab dem späten 2. bis in das 5. Jahrhundert mehr oder weniger unter sich waren,. Historische Quellen fehlen, hier spricht die Archäologie. Natürlich wird dann der Limesfall thematisiert und über die germanischen Söldner im römischen Heer informiert. Die oben bereits angesprochenen Gewalttaten nach dem Kampf, Struktur und Entwicklung des Gefolgschaftswesens und die interdisziplinäre Untersuchung germanischer Elitenbildung bilden das thematische Ende der Ausstellung. Und während das Begleitbuch mit Überlegungen zu den Grenzen germanischer Machtentfaltung bis zum 6. Jahrhundert und der Interaktion von germanischem Kriegswesen und römischer Militärpolitik schließt, kann der Ausstellungsbesucher vom Turm des Ausstellungsgebäudes aus einen Blick über das historische Schlachtfeld bei Kalkriese werfen.
  24. Cover des Buches Die Germanin (ISBN: 9783958240568)
    Robert Gordian

    Die Germanin

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Der Autor entführt die Leser in die Zeit des Kaiser Augustus nach Germanien.
    Es ist die Geschichte der Varus-Schlacht und deren Auswirkung aus Sicht einer Frau, Thusnelda.
    Sie ist die Tochter des romtreuen Cheruskerfürsten Segestes, hochgebildet und starrsinnig. Entgegen den Wünschen ihres Vaters schließt sie sich Arminius, dem Sieger gegen Varus, an.

    Robert Gordian stützt sich in seinem Buch auf die wenigen Überlieferungen von Tacitus, Strabon und Terenz. Gut beschreibt er das Leben der Germanen, in dem eine Frau mit dreißig bzw. vierzig Jahren als „Greisin“ beschrieben wird.
    Die sparsamen Dialoge finde ich sehr gut. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es die Schlacht und ihr Gemetzel auslässt. Man erfährt nur per „Boten-Bericht“ davon.
    Dieser historische Roman ergänzt die vielen Varus/Arminius-Bücher.
    Ein ganz besonderes Detail: Gordian rechnet die Zeit nach dem damals gültigen Kalender: „ab urbe condita“ (also nach Gründung der Stadt Rom 753 v. Chr.). Das findet man sehr selten in hist. Romanen, die in der Röm. Antike spielen.

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